Skip to main content

Full text of "Über Trias und Jura in den Südalpen"

See other formats


Über  Trias  und  Jura  in 
den  Südalpen 

Ernst  Wilhelm  Benecke 


by  Google 


GEOesOSTTSCH- PALAONTOLOGISOBE 

BEITRÄGE. 

ERSTER  BAND. 
TEXT. 


GEOßHOSTlSCH-PALSONTOLOGtSCHE 


BEITRÄGE 


HERAUSGEGEBEN 

UNTER  MITWIRKUNG  VON  DB.  ü.  8CHL0ENBACH  IN  8ALZGITTER 
(HANNOVER)  UND  D«.  W.  WAAGEN  IN  MÜNCHEN 


D8-  E.  W.  BENECKE, 


V  ,'    "  DOCENT  AN  DKE  ITKIVEBSITÄT  HBIDKI3ERO. 


ERSTER  BAND. 


MÜNCHEN,  1868. 
R.  OLDENBOURG. 


Inhalt. 


Die  Verantwortung  für  den  Inhalt  der  einzelnen  Aufsätze  übernehmen 
stets  allein  die  betreffenden  Herren  Autoren. 

Heft  I  (ausgegeben  December  1865): 
('eher  Trias  und  Jura  in  den  Südalpen  von  Dr.  E.  W.  Ben  ecke    Pag.  1 — 204 

Heft  II  (ausgegeben  November  1866): 

Ueber  die  Zone  dea  Ammonites  tratisversarius  von  Prof. 
Dr.  Albert  Oppel,  beendet  und  herausgegeben  von 
Dr.  W.  Waagen  Pag.205-318 

Zur  Fauna  der  Hallstadter  Kalke  von  Dr.  Alphon a  von 

Dittmar  Pag.  319— 398 

Heft  III  (ausgegeben  December  18ti7): 

Ueber  die  Brachiopoden  der  norddeutschen  Cenoman  -Bil- 
dungen von  Dr.  Urban  Schloenbach  Pag.  399 — 506 

Ueber  die  Zone  des  Ammonites  Sowerbyi  von  Dr.  W.  Waagen    Pag.  507  —  668 


30gie 


Digitized  by  Google 


ÜBER 


TRIAS  UND  JURA 

IN  DEN 


SÜDALPEN 

VOR 


DR'  E.  W.  BENECKE. 


MÜNCHEN,  1866. 
R.  OLDENBOURG. 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


V 


Italien  ist,  wie  wenig  andere  Länder,  von  der  Natur  dazu  ausgestattet, 
zu  Beobachtungen  über  die  Beschaffenheit  seine»  Bodens  und  zu  Spekulationen 
über  die  Entstehung  desselben  anzuregen.  Wie  die  in  mannigfaltiger  Ent- 
wicklung von  den  Höhen  der  Alpen  und  des  Appennin  bis  hinab  an  die 
Ufer  des  Meeres  mit  einander  abwechselnden  Eruptiv-  und  Sedimentairgebilde 
Gelegenheit  zur  Erforschung  der  Lagerung  und  Beschaffenheit  der  Glieder 
der  Erdveste  in  ihrer  jetzigen  Erscheinungsweise  gaben,  so  forderten  Ver- 
gleiche der  reichen  Fauna  der  Meere  der  Jetztwelt  mit  den  in  den  Schichten 
begrabenen  Organismen,  sowie  die  grosse  Analogie  der  Produkte  noch  thätiger 
Vulkane  mit  den  Basalten  und  Tuffen  des  Vizentinischen  zu  Schlüssen  auf 
die  Zustände  und  Erscheinungen  früherer  Epochen  heraus. 

Ausser  diesen  von  der  Natur  selbst  gegebenen  günstigen  Bedingungen 
trug  auch  die  politische  Gestaltung  des  Landes  sehr  wesentlich  zu  einem 
gedeihlichen  Fortschritt  der  Erkenntniss  bei,  indem  durch  den  Schutz  und 
die  Anregung  der  zahlreichen  den  Künsten  und  Wissenschaften  geneigten 
Höfe  und  Republiken  früher  als  anderswo  die  Möglichkeit  eines  frischen 
geistigen  Lebens  überhaupt  gegeben  waren. 

So  sehen  wir  denn  bereits  um  1480  den  berühmten  Maler  Leonardo 
da  Vinci,  als  er  in  seiner  Jugend  im  nördlichen  Italien  Kanalbauten  leitete 
und  auf  zahlreiche  Reste  fossiler  Muscheln  stiess,  die  Ansicht  aussprechen, 
es  müsse  das  jetzt  trockene  Land  einst  von  einem  Meere  bedeckt  gewesen 
sein,  in  welchem  die  Thiere  lebten,  deren  Reste  man  beim  Aufgraben  fand. 
Spätere  Beobachter  erkannten  die  Aehnlichkeit  dieser  Versteinerungen  mit 
den  Schalen  im  Mittelmeer  lebender  Mollusken  und  beschrieben  die  noch 
täglich  vor  sich  gehende  Umhüllung  fester  Theile  gestorbener  Organismen 
in  kalkige  Masse  an  den  Küsten  des  Meeres,  während  sie  zugleich  die  hebende 
Kraft  vulkanischer  Thätigkeit  herbeizogen,  um  die  Entstehung  der  Gebirge 
und  die  in  denselben  sichtbaren  gewaltigen  Verwerfungen  zu  erklären.  Wenn 
auch  vielfach  aufgehalten  durch  die  scholastische  Philosophie .  welche  die 
Unvereinbarkeit  dieser  Anschauungen  mit  der  Lehre  von  der  Sündfluth 
hervorhob,  schritt  doch  die  Erkenntniss  bis  zur  Mitte  des  18.  Jahrhunderts 

l 


Digitized  by  Google 


2 


allmählig  fort,  wo  Arduino  (1759)  in  seiner  Beschreibung  der  Gebirge  um 
Verona,  Vicensa  und  Padua  zuerst  den  Unterschied  zwischen  primären, 
sekundären  und  tertiären  Felsarten  zeigte  und  nachwies,  das»  in  jenen 
Oegenden  eine  Reihe  untermeerischer  Ausbrüche  stattgefunden  haben  müsse. 
Ihm  verdankt  man  auch  die  erste  genauere  Beschreibung  der  Reihe  der 
Flötzgebirge  in  den  Umgebungen  von  Recoaro,  wo  spätere  Hebungen  auch 
die  tiefsten  Bildungen  weiter  entfernt  von  den  Centralmassen  zu  Tage  gebracht 
haben,  als  man  es  nach  dem  allgemein  gültigen  Gesetze  des  Aufbaues  der 
Alpen  erwarten  sollte. 

Der  Versuch  einer  Eintheiluug  der  Gesteine  nach  ihrer  Entstehung  und 
Lagerung,  wie  ihn  Arduino  unternahm,  bezeichnet  einen  Abschnitt  in  der 
Geschichte  der  norditalischen  Geologie.  In  den  nächstfolgenden  70  Jahren 
bemühte  man  sich  sowohl  innerhalb  als  ausserhalb  Italiens,  wo  inzwischen, 
besonders  gefordert  durch  den  Bergbau,  das  Studium  der  Geologie  einen 
sehr  lebhaften  Aufschwung  genommen  hatte,  die  italienischen  Verhältnisse 
mit  fremdländischen  zu  vergleichen  und  eine  (Jebereinstimmung  der  Nomen- 
klatur herbeizuführen.  Franzosen  und  Deutsche  besuchten  den  Südabhang 
der  Alpen  und  die  angrenzende  Ebene  und  übertrugen  die  im  eigenen  Lande 
angenommenen  lokalen  Bezeichnungen  auf  alpine  Gebilde,  während  wiederum 
manche  italienische  Schichtenbenennung  ihnen  annehmbar  erschien. 

Diese  Versuche,  das  in  verschiedenen  Ländern  gleichartig  oder  ungleich- 
artig entwickelte  zu  erkennen,  gewannen  erst  eine  festere  Basis,  als  man  in 
England,  Deutschland  und  Frankreich  begann,  Lagerung,  petrographische 
Beschaffenheit  und  die  Versteinerungen  gleichmässig  als  Hülfsmittel  bei  der 
Unterscheidung  der  Formationen  zu  Ruthe  zu  ziehen. 

Epoche  machend  wurden  in  dieser  Hinsicht  W.  Smiths  Strata  identified 
by  organized  fossils(18lü —  1819),  Humboldt  s  Essaie  sur  le  gisement  des 
roches  dans  les  deux  hemisphaeres  (J823),  Brogniart's  Tableau  des  terrains 
qui  composent  Tecorce  du  globe  (1829)  und  L.  v.  Buch's  Jura  in  Deutsch- 
land (1839),  klassische  Arbeiten,  welche  aus  zusammenhangslos  neben  ein- 
ander stehenden  geognostischen  Lokalbeschreibungen  eine  vergleichende 
Wissenschaft  schufen. 

Ueberall  machte  sich  nun  das  Bestreben  der  Verallgemeinerung  bemerk- 
bar, und  die  Italiener  blieben  nicht  zurück.  Catullo  versuchte  in  seiner 
Zuologia  fossile  (1827)  die  Begriffe  des  Zechsteins,  des  bunten  Sandsteins, 
Muschelkalks,  Jura  und  der  Kreide  für  das  Venetianische  festzustellen, 
Buch's  Reisen  gaben  Anhaltspunkte  für  die  Einreihung  der  rothen  Ammo- 
nitenkalke  in  das  System  des  ausseralpinen  Jura,  Curioni  begründete 
eine  Eintheilung  der  lombardischen  Trias,  Zigno  legte  die  Grenze  zwischen 


Digitized  by  Google 


3 


Jura  und  Kreide  fest,  Escher  und  Hauer  endlich  diesen  die  Analogie  der 
in  der  Lombardei  auftretenden  Schichtenbildungen  mit  denen  anderer  alpiner 
Territorien  nach. 

In  den  letzten  Jahrzehnten  begannen  auch  die  so  ungemein  forderlichen 
kartographischen  Aufnahmen  grösserer  alpiner  Gebiete,  unter  denen  in  erster 
Reihe  die  Arbeiten  des  montanistischen  Vereins  in  Innsbruck  zu 
nennen  sind,  dessen  in  grossem  Maasstabe  herausgegebene  Karte  von  ganz 
Tirol  (1851)  nach  der  veralteten  15  uc Irschen  Skizze  der  Umgehungen  des 
Etschthals  die  ersten  Anhaltspunkte  bei  einer  Bereisung  der  südlichen  Gebiete 
gab.  Die  Studer-Escher'sche  Karte  der  Schweiz  (1853)  zog  noch  die 
ganze  Lombardei  in  ihreu  Bereich,  während  für  das  Venetianische  nur  die 
wenig  übersichtliche  Fuchs 'sehe  Aufnahme  (1841)  vorlag. 

Die  wichtigsten  und  grossartigsten  Aufnahmen  aber  wurden  von  der 
geologischen  Keichsanstalt  in  Wien  (seit  1850)  begonnen.  Die 
Arbeiten  der  Mitglieder  dieses  Instituts  lehrten  zuerst  die  Verbreitung 
identischer  und  analoger  Bildungen  durch  das  ganze  Alpengebiet,  insbesondere 
auch  den  innigen  Zusammenhang  zwischen  nord-  und  südalpinen  Ablagerungen 
kennen  und  führten  zu  der  Ueberzeugung,  dass  nur  wenige  Sedimentair- 
formationen einen  wesentlichen  Antheil  am  Aufbau  der  zu  beiden  Seiten 
der  krystalliuischen  Centraikerne  der  Alpen  sich  hinziehenden  Gebirgszonen 
nehmen.  Es  stellte  sich  nämlich  heraus,  dass  nicht,  wie  man  früher  häufig 
aunahm,  mancherlei  paläozoische  Bildungen  in  den  Alpen  eine  ungemein 
mächtige  Entwicklung  gefunden  haben,  vielmehr  die  Entstehung  der  schlechthin 
als  Alpenkalk  und  Alpendolomit  bezeichneten  Massen  wesentlich  uur  in  die 
Trias-  und  Jurazeit  falle. 

Während  jedoch  die  jurassischen  Ablagerungen  in  den  meisten  Füllen 
einen  hinreichenden  Versteinerungsreichthum  zeigten,  um  nicht  lange  über 
ihre  ungefähre  Stellung  in  der  Reihe  der  Formationen  in  Zweifel  zu  lassen, 
erwiesen  sich  die  Kalke  und  Dolomite  der  Trias  nur  zu  häufig  fossilfrei, 
so  dass  das  Augenmerk  sehr  bald  auf  gewisse  weiche  merglige  Einlagerungen 
derselben  gerichtet  wurde,  welche  durch  ihre  organischen  Einschlüsse  sichere 
Anhaltspunkte  für  die  Altersbestimmung  abgeben  konnten.  Eines  der  berühm- 
testen und  am  längsten  bekannten  Vorkommen  dieser  Art  sind  die  Schichten 
von  St.  Cassian  und  der  Seisser-Alpe  in  Südtirol,  welche  bereits  eine 
bändereiche  eigene  Litteratur  besitzen.  Ist  es  nun  bis  auf  den  heutigen  Tag 
uoch  nicht  gelungen,  über  die  Verhältnisse  selbst  dieser  am  häufigsten 
besuchten  Localitäten  ganz  ins  Klare  zu  kommen,  und  für  weitere  Forschungen 
noch  mancherlei  übrig  gebüeben,  so  kann  es  nicht  Wunder  nehmen,  dass 
andere,  weniger  betretene  Theile  des  Gebietes  noch  in  weit  höherem  Maasse 

i* 


Digitized  by  Google 


4 

*  Stoff  zu  ferneren  Arbeiten  bieten.  Es  gilt  diea  besonders  von  dem  südlichen, 
ganz  italienischen  Theile  Südtirols,  von  den  Umgebungen  des  Et  seht  hals, 
Val  Sugana  und  Iudicarien,  über  die  wir  kaum  mehr  als  Andeutungen 
besitzen.  Einen  Beitrag  zur  näheren  Kenntnis«  dieser  Gegenden  zu  geben, 
ist  der  Zweck  dieser  Arbeit. 

Ich  habe  nur  wenige  Worte  über  meine  Untersuchungen,  und  die  Form, 
in  der  ich  die  aus  denselben  gewonnenen  Resultate  hier  mittheile,  voraus- 
zuschicken. Man  ist  bekanntlich  Bcobachtungsfehlern  nirgends  in  höherem 
Grade  ausgesetzt,  als  in  den  Alpen,  wo  die  so  abweichenden  Verhältnisse 
und  das  überwältigend  massenhafte  der  Erscheinung  den  nur  an  ausseralpine 
Bildungen  Gewöhnten  leicht  verwirren.  Irrthüiner  sind  also  sehr  leicht 
möglich,  dieselben  bleiben  aber  auch,  da  nur  selten  ein  Forscher  den  Fuss- 
stapfen  seines  Vorgängers  so  genau  folgt,  dass  er  dessen  Beobachtungen 
kontrolliren  könnte,  sehr  lange  bestehen.  Die  Möglichkeit  wenigstens  einer 
solchen  Kontrolle  sollte  nun  aber  meines  Erachtens  in  allen  solchen  Arbeiten, 
denen  keine  geognostische  Karte  beigegeben  werden  kann,  dadurch  in  hin- 
reichendem Umfang  geboten  werden,  dass  Lagerungsverhältnisse  und  Petre- 
faktenvorkommnisse  möglichst  getrennt  von  allen  auf  denselben  basirenden 
Schlussfolgerungen  angegeben  werden. 

So  hob  ich  deun  aus  denen  von  mir  besuchten  Lokalitäten  eine  Reihe 
der  instruktivsten  und  leicht  zugänglichsten  heraus  und  beschrieb  diese 
genauer  in  einem  gesonderten  ersten  Theil  meiner  Arbeit,  um  auch  einem 
flüchtig  Reisenden  die  Gelegenheit  zu  geben,  sich  schnell  ein  auf  eigener 
Anschauung  beruhendes  Urtheil  bilden  zu  können.  Leicht  wird  man  von 
Mori  oder  Riva  am  Gardasee  den  Monte  Baldo,  von  Roveredo  aus 
Volano  und  Xomi  erreichen.  Borgo  bietet  einen  geeigneten  Ausgangs- 
punkt für  eine  Untersuchung  des  östlich  von  Trient  gelegenen  Val  Sugana, 
Pieve  endlich  und  Storo  liegen  unmittelbar  an  der  Iudicarien  von  Nord 
nach  Süd  durchziehenden  Hauptstrasse.  An  allen  diesen  Punkten  fehlt  es 
nicht  an  deutlichen  Aufschlüssen  und  meist  finden  sich  auch  zalüreiche  Ver- 
steinerungen. Die  einigen  Profilen  beigegebenen  Holzschnitte  haben  nur 
den  Zweck,  die  Uebersicht  der  angenommenen  Schichtenabtheilungen  und 
deren  Aufeinanderfolge  zu  erleichtern,  beruhen  aber  nicht  auf  genauen 
Messungen.  Die  Aufnahme  von  Profilen,  welche  den  natürlichen  Verhält- 
nissen ganz  entsprächen,  wäre  nur  bei  Anfertigung  einer  geognostischen 
Karte  eine  lohnende  Arbeit  gewesen,  hierzu  aber  fehlte  mir,  ganz  abgesehen 
von  der  nöthigen  Zeit,  eine  in  hinreichend  grossem  Maassstabe  ausgeführte 
topographische  Grundlage.  Zur  allgemeinen  Orientirung  reicht  die  General- 
stabskarte von  Tirol  ganz  aus. 


Digitized  by  Google 


5 


In  dem  zweiten  Theil  meiner  Arbeit  suchte  ich  die  Profile,  soweit 
meine  eigenen  Beobachtungen  und  die  in  der  Litteratur  vorgefundenen 
Angaben  ausreichten,  unter  einander  in  Zusammenhang  zu  bringen  und  ein 
Geeammtbild  der  geognostischen  Beschaffenheit  des  südlichen  Theiles  von 
Südtirol  zu  geben.  Während  nun  über  triadische  Ablagerungen  der  Südalpen 
schon  mancherlei,  zum  Theil  sehr  ausführliche  Arbeiten  vorliegen,  sind  die 
jurassischen  Schichten  noch  wenig  eingehend  behandelt  worden,  so  dass  für 
diese  eine  kurze,  den  einzelnen  von  mir  angenommenen  Abtheilungen  voraus- 
geschickte historische  Einleitung  genügte,  während  bei  jenen  ein  tieferes, 
kritisches  Eingehen  nöthig  erschien.  Nach  Vollständigkeit  habe  ich  aber 
hier  nicht  gestrebt,  es  wurde  nur  das  für  den  vorliegenden  Zweck  Wesent- 
liche hervorgehoben.1) 

In  einem  dritten  Theil  endlich  stellte  ich  die  von  mir  gefundenen 
Fossilreste  zusammen  und  beschrieb  eine  Anzahl  neuer  Arten.  Schauroth's 
Verzeichnisa  der  Versteinerungen  im  Herzoglichen  Naturaliencabinet  zu  Coburg 
kam  mir  leider  erst  bei  Beginn  des  Druckes  zu,  so  dass  ich  dasselbe  nicht 
mehr  in  dem  Umfang  benutzen  konnte,  als.  es  mir,  besonders  für  die  Listen 
der  jurassischen  Versteinerungen,  wünschenswerth  gewesen  wäre.  Zu  einem 
blosen  Abdrucken  der  angeführten  Namen  von  zum  Theil  nicht  recht  kenntlich 
abgebildeten  Bivalven  konnte  ich  mich  aber  nicht  entsehliessen,  da  ich  nur 
sicher  Bestimmbares  und  Kenntliches  in  diesen  ersten  Versuch  einer  vollständi- 
geren Zusammenstellung  der  südtiroler  jurassischen  Fauna  aufnehmen  wollte. 

Auf  meiner  Reise  unterstützten  mich  durch  die  zuvorkommendste  Auf- 
nahme sehr  wesentlich  die  Herren  Catullo  und  Baron  von  Zigno  in 
Padua,  Curioni  und  Stoppani  in  Mailand,  Ragazzoni  in  Breseia, 
Pischl  inRoveredo,  Pichler  in  Innsbruck.  Ganz  besonders  aber  wurde 
meine  Arbeit  gefördert  durch  die  Herren  Professor  Oppel  und  Bergrath 
Gümbel  in  München,  welche  mir  mit  grösster  Liberalität  aus  denen,  ihrer 
Obhut  anvertrauten  Sammlungen  das  nöthige  Material  zur  Bestimmung  und 
Vergleichung  meinor  Erfunde,  sowie  die  einschlägige  Litteratur  zur  Verfügung 
stellten.    Allen  diesen  Herren  sage  ich  meinen  verbindlichsten  Dank. 

')  Ausführliche  Lttteraturangaben  über  die  Südalpen  findet  man  bei: 
Stoppani,  Studii  geologici  etc.    Mailand  18f>7. 

Hauer,  Erläuterungen  zu  einer  geologischen  Uebersichtjkarte  der  Lombardei. 

Jahrb.  geol.  Reichsanst.  IV.  1858.  p.  445. 
Rieht hofen,  Qeogn.  Beschr.  der  Umgegend  ron  Predazzo  etc.  1860. 
Senoner,  Bibliografia  delle  provincie  Yenete. 

Sehr  dankenswerthe  Unternehmungen  sind  auch  die  gedruckten,  im  Buchhandel  befind- 
lichen Bibliothek*  katuloge,  so  besonders 

gehrauf,  Katalog  der  Bibliothek  des  k.  k.  Hofmineraliencabinets  in  Wien.    Wien  1864. 


Digitized  by  Google 


Beschreibung  der  Profile. 

X>£is  Monte  Baldo-Gebirge. 


Zwischen  dem  Lago  di  Garda  und  dem  Etschthal,  gegen  Norden 
durch  den  tiefen  Einschnitt  des  Lago  di  Loppio  vom  Zuge  des  Orto 
d'Abram  gerrennt,  erhebt  sich  das  Monte  Baldo  Gebirge,  dessen  im 
Venetianischen  gelegener  Gipfel  eine  Höhe  von  7000'-  erreicht.  Die  Lage 
desselben  unmittelbar  an  der  belebtesten  Verkelirsstrasse  von  Deutschland 
nach  Italien  und  die  Nähe  eines  der  besuchtesten  Seen  der  Südalpen  machten 
dasselbe  zum  hiiufigen  Zielpunkt  der  Ausflüge  Einheimischer  und  Fremder. 
"Wohl  wenige  Reisende,  die  Riva  oder  Roveredo  berührten,  haben  es 
unterlassen,  wenigstens  die  ersten  Gebirgsstufen  zu  erklimmen,  und  wie  dem 
Touristen  durch  umfassende  Aussicht  und  eine  mannigfach  wechselnde  Reihe 
lieblicher  Bilder,  so  ist  dem  Forscher  durch  reiche  Ausbeute  an  Versteiner- 
ungen die  Mühe  des  Ersteigens  reichlich  belohnt  worden.  Um  so  aulfallender 
ist  es,  dass  uns  ausser  flüchtigen  Notizen  und  einigen  kleineren  Arbeiten 
keine  genaueren  Beschreibungen  dieser  interessanten  Gebirgspartie  vorliegen, 
die  wegen  ihres  verhältnissmiissig  einfachen  Aufbaues  und  der  klaren  Auf- 
einanderfolge der  Schichten  den  Schlüssel  zum  Verständniss  einer  ganzen 
Reihe  südalpiner  Bildungen  bietet.  Ich  beschreibe  im  Folgenden  zwei  Profile 
dieses  Gebirges,  eins  vom  nördlichen,  eins  vom  südlichen  Abhänge. 


L  Die  Gegend  zwischen  Mori,  Chizzola  und  dem  Altissimo 

di  Nago. 


a.  8piegel  der  Et*ch  unterhalb  Chizzola.    b.  Höhe  nördlich  von  Crosano.    c.  Thal  über 

Tierno.    d.  Caatcll  von  Brentonico.    e.  Alpen  am  Monte  Nago. 
1.  Graue  Kalke  des  Unterooliths.    2.  Schichten  der  Bht/nchonella  bilobata  und  der  Posi- 
donomya  alpina.    3.  Rother  Ammonitenkalk.    (Schichten  des  Ammonite«  acanthicu»  und 
der  Ttrebratula  diphya.    4.  Biancone  und  Scaglia.    5.  Nummulitenachichten.    6.  Ba«alt. 


Digitized  by  Google 


7 


Oestlich  von  den  Gehängen  des  Monte  Nago,  oberhalb  St.  Giacomo, 
das  man  von  Brentonico  in  einer  Stunde  erreicht,  entspringt  dieSorne, 
ein  kleines  Gebirgswasser,  das  sich  bei  Chizzola  in  die  Etsch  ergiesst, 
und  so,  indem  es  mit  dem  östlichen  Abfluss  des  Lago  di  Loppio  eine 
gleiche  Richtung  einhält,  einen  parallelepipedischen  Theil  des  Monte  Baldo- 
Gebirges  abschneidet.  Mit  diesem  zwischen  Sorne,  Etsch,  Abfluss  des 
Lago  di  Loppio  und  dem  höchsten  Kamme  gelegenen  Terrain-Abschnitt1) 
beschäftigen  wir  uns  zunächst.  Eine  Ansicht  desselben,  wie  er  sich  aus  den 
Gärten  zwischen  Mori  und  der  Etsch  darstellt,  gibt  die  Skizze  auf  T.  1. 
Dieselbe  dürfte  das  Verständniss  der  Profilbeschreibung  und  die  erste  Orien- 
tirung  beim  Besuche  der  Lokalität  nicht  unwesentlich  erleichtern.  Die 
Schichten  fallen  vom  Beschauer  nach  rechts,  die  Köpfe  derselben  in  steilen 
Abstürzen  liegen  links,  so  dass  sich  ein  vollkommenes  natürliches  Profil  von 
wunderbarer  Regelmässigkeit  darbietet.  Rechts  begrenzt  die  Aussicht  der 
höchste  Gebirg8kamm  mit  dem  Altissimo  di  Nago  (A),  links  hinten  im 
Etschthale  die  kühnen  Spitzen  der  an  der  venetianischen  Grenze  gelegenen 
Monti  Lessini  (B).  Die  zwischenliegenden  Punkte  sind  durch  Zahlen 
und  Buchstaben  bezeichnet  und  werden  beim  Vergleich  mit  einer  Karte') 
ein  schnelles  Zurechtfinden  möglich  machen. 

8chlägt  man  von  Roveredo  die  Hauptstrasse  nach  Marco  ein  und 
wendet  Bich  von  diesem  Orte  westlich  gegen  die  Etsch,  so  trifft  man  bei 
Ponte  di  Tierno  (der  linken  Ecke  der  Skizze  auf  T.  L)  den  nordöstlich- 
sten Ausläufer  dos  Monte  Baldo-Gebirges,  unmittelbar  in  die  Etsch  abfallend. 
Einige  Steinbrüche,  schon  von  Weitem  durch  ihre  lebhaft  rothe  Färbung 
▼on  der  dahinter  stehenden  grauen  Wand  sich  deutlich  unterscheidend, 
liegen  an  der  äussersten  von  der  Brücke  berührten  Spitze.  Betrachtet  man 
aus  einiger  Entfernung  diese  vorderste  Gebirgsmasse ,  so  bemerkt  man  an 
dem  sehr  deutlich  zu  beobachtenden  Einfallen,*  dass  sie,  obgleich  die  dahinter 
stehende  graue  Wand  unmittelbar  berührend,  doch  mit  derselben  nicht  in 
ursprünglichem  Zusammenhange  steht.  Man  hat  es  offenbar  mit  einer  ge- 
waltigen, bei  der  Hebung  des  ganzen  Gebirges  entweder  liegen  gebliebenen, 
oder  später  herabgebrochenen  Masse  zu  thun. 

')  Vergleiche  die  Abhandlangen  von  8tuder  in  Leonh.  Zeitschr.  filr  Mineral.  1629 
p.  250,  Oppel  in  Zeitschr.  d.  deutsch,  geolog.  Gesellsch.  1863  und  Emmrich  in  ßchaubach 
deutsche  Alpen  IV.  p.  304. 

r)  Die  geognoetische  Karte  des  Montanistischen  Vereins,  Innsbruck,  Ferdinandeum 
1851,  ist  trotz  mancher,  zur  Zeit  ihrer  Publikation  nicht  zu  vermeidender  Fehler,  auch 
jetzt  noch  sehr  schätzenswert!»;  für  das  topographische  Detail  ist  die  Generalstabskarte 
unentbehrlich. 


Digitized  by  Google 


8 


In  dem  ersten  der  kleinen  Steinbrüche  steht  ein  theils  roth,  theils  gelb 
gefärbter,  auch  marmorartig  bunt  gefleckter,  sehr  harter,  splitteriger,  kry- 
stallinischor  Kalkstein  in  mehreren  Fuss  mächtigen  Bänken  an.  Stellenweise 
geht  derselbe  in  ein  ausgezeichnetes  Crinoiden-Gestein  in  der  Art  über, 
dass  beinahe  das  ganze  Gestein  aus  den  Kalkspath-Individuen  der  einzelnen 
Stielglieder  besteht  und  die  Gesteinsmasse  ganz  zurücktritt.  Rothe  und  gelbe 
Färbung  wechseln  zwar,  doch  nimmt  im  Allgemeinen  jene  nach  oben  zu. 

Versteinerungen  sind  nicht  selten;  doch  gelingt  es  bei  der  grossen  Härte 
des  Gesteins  nur  schwer,  bestimmbare  Stücke  zu  erhalten.  Am  ausgezeich- 
netsten ist  eine  unsymmetrische  gefaltete  Rhynchonella,  die  ich  mit  keiner 
bereits  beschriebenen  identificiren  kann  und  desshalb  als 

RhyncJwtiella  bilobata  n.  sp.1) 
benenne.    Nicht  selten  ist  eine  zweite  gefaltete  Rhynchonella  von  ziemlich 
kugeliger  Gestalt.    Bei  dem  indifferenten  Charakter  derselben  unterlasse  ich 
eiue  speciHsche  Bestimmung.    Sie  ist  jedoch  häufig  in  Südtirol  und  man 
begegnet  ihr  in  diesem  Gestein  beinahe  überall. 

Ausserdem  fand  ich  eine  kleine  Lima  mit  feinen  Rippen  und  einen 
Pecten.  Beim  Verwittern  treten  überall  die  Stielglieder  von  Pentaorinus 
spec.  ind.  hervor. 

In  dem  zweiten,  grösseren,  gegen  das  Gebirge  hin  gelegenen  Stein- 
bruche findet  man  im  Liegenden  noch  dasselbe  Gestein  mit  denselben  l'etre- 
facten.  Höher  oben  aber,  in  der  obersten  Schichte  unter  der  Rasendecke, 
die  man  am  besten  von  oben  her  erreicht,  nimmt  das  Gestein  allmählig  eine 
dunkolrothc  Färbung  an,  gegen  die  einzelne  weisse,  unregelmässig  eingelagerte, 
gangartig  in  die  Umgebung  sich  verzweigende  Nester  scharf  abstechen.  Diese 
weissen  Massen  bestehen  beinahe  ausschliesslich  aus  Schalen  von 

Posidonomya  alpina  Gras, 
mir  einzeln  finden  sioh  Posidonomyen  auch  im  rothen  Gestein  und  ver- 
schwinden in  grösserer  Entfernung  von  diesen  Nestern  ganz. 

Theils  zwischen  denselben,  theils  im  rothen  Gestein,  vereinzelt,  aber 
überall  finden  sich 

Terebrattda  curviconcha  Opp. 
Terebratida  Gefion  Opp. 
Rhynchonella  Brentoniaca  Opp. 

Nur  Terebratida  Gefion  erscheint  stellenweise  mehr  angehäuft  und  bildet 
ein  wahres  Brachiopodenconglomerat. 


')  Siehe  den  paläontologisehen  Theil,  welcher  die  Bischreibung  dieser  und  der  weiter- 
hin angeführten  neuen  Arten  enthält, 


■ 

Digitized  by  Google 


0 


Enoriniten  erscheinen  ebenso  häufig  wie  in  der  tieferen  Abtheilung 
und  bilden  einen  zweiten  Horizont,  den  ich  im  Gegensatz  zu  dem  mit 
RhtjnchoneUa  bilobata  auftretenden,  als  oberen  Encriniten-Horizont 
bezeichne. 

Da  die  beiden  Gesteinsgruppen  sehr  allmählig  in  einander  übergehen, 
läast  aich  eine  Grenze  zwischen  beiden  nicht  scharf  angeben  und  eine 
Schätzung  der  Mächtigkeit  gibt  nur  sehr  annähernd  richtige  Werthe.  Es 
mögen  die  Schichten  der  Rhynchonella  bilobata  hier  100'  haben,  während 
die  Posidonom y en -Gest e ine  kaum  20'  erreichen. 

Geht  man  auf  dem  Rasen,  der  die  oberste  Schicht  des  Posido nomyen- 
G  est  ein  es  bedeckt,  gegen  da«  Gebirge  hin,  so  trifft  man  auf  die  bereits 
erwähnte  graue  Wand.  Gegen  Süden  verschwinden  die  rothen  Kalk'e  bald 
und  die  grauen  Schichten  in  regelmässiger  Folge  lassen  sich  bis  hinab  auf 
den  Spiegel  der  Etsch  verfolgen,  sind  aber  gerade  hier  wegen  Steilheit  des 
Ufers  beinahe  ganz  unzugänglich.  Von  dem  scharf  in  den  Fluss  hinein- 
tretenden kleinen  Vorgebirge,  welches  den  höchsten  Punkt  der  Strasse  von 
Tierno  nach  Chizzola  bildet,  bis  hinauf  zur  ersten  Gebirgsstufe,  lassen 
sich  hunderte,  petrographisch  sehr  verschieden  ausgebildete,  ein  bis  mehrere 
Fuss  mächtige,  graue  Bänke  unterscheiden.  Jede  derselben  hat  ihr  eigen- 
tümliches Ansehen  auf  dem  frischen  Gesteinsbruche,  die  meisten  führen 
auch  verschiedene  Petrefakten,  doch  nur  einzelne  von  guter  Erhaltung. 
Immer  aber  wird  man  innerhalb  Tirols  die  einzelnen  Bänke  leicht  wieder 
erkennen. 

Da  diese  grauen  Kalke  die  tiefsten  in  dem  vorliegenden  Profil  zu 
beobachtenden  Schichten  sind,  beginne  ich  mit  der  Beschreibung  derselben 
und  verfolge  die  überlagernden  Complexc  in  einer  auf  der  Etsch  recht- 
winklig stehenden  Richtung,  in  deren  Verlauf  wir  auch  die  bereits  beschrie- 
benen Crinoiden-Horizonte  in  ihrer  normalen  Stellung  wiederfinden 
werden. 

1.  Unmittelbar  neben  der  Strasse,  an  jenem  bereits  genannten  höchsten 
Punkte,  liegt  eine  etwas  weiche,  schiefernde  Schicht,  auf  den  Schichtflächen 
ganz  bedeckt  mit  Posidonomya-  artigen  Abdrücken  und  seegrasähnlichen 
Pflanzenresten.  Dieselbe  trägt  den  Charakter  einer  aus  Uferschlamm  ge- 
bildeten Ablagerung.  Etwas  höher  hinauf  zeichnen  sich  mehrere  Schichten 
durch  dicke  Wülste  krystallinischen  Kalkspaths  aus,  die  beim  Verwittern 
aus  der  dichten  Kalkmassc  heraustreten  und  dem  Gestein  ein  eigentüm- 
liches und  sehr  bezeichnendes,  runzeliges  Aussehen  geben.  Andere  Bänke 
bestehen  ganz  aus  dichten,  splitterigen,  theils  dunklen,  theils  hellgrauen 
Kalken,  noch  andere,  besonders  die  gegen  Oben  liegenden,  sind  ausgezeichnet 


Digitized  by  Google 


10 

oolithisch,  doch  in  verschiedener  Weise.  Entweder  liegen  die  einzelnen 
oolithischen  Körner  gesondert  neben  einander,  ohne  besonderes  Bindemittel, 
und  dann  pflegt  das  Gestein  heller  zu  sein,  oder  aber  in  einer  dichten, 
dunkelgrauen  Masse  erscheinen  nur  die  Umrisse  kugeliger  Concretionen  mit 
der  Umgebung  innig  verflögst,  als  wären  ursprünglich  runde  Kügelchen 
gebildet  worden,  die  später  erst  zu  oiner  Masse  verbunden  wurden,  indem 
die  Oberfläche  derselben  durch  das  noch  flüssige,  bindende  Medium  von 
Aussen  imprägnirt  wurde. 

Aus  den  harten  Kalkon  wittern  die  Pctrefakte  hier  und  da  heraus  und 
bedecken  dicht  die  Oberfläche  der  Bänke;  allein  sie  sind  dann  meist  bis 
zur  Unkenntlichkeit  von  den  Atmosphärilien  verwachsen. 

In*  den  vom  Abhänge  herabgestürzten  Blöcken  am  Wege,  der  von  den 
einzelnen,  St.  Caecilia  genannten  Häusern  nach  Crosano  führt,  gelang 
es  jedoch,  aus  dem  Gestein  herauszuarbeiten. 
Tcrebratula  fimbria  Sow. 
Tercltratula  Rotzoana  Schaur. 
Terebrattäa  ßmbriaefortnis  Schaur. 
Terebratttla  hexagoncilis  n.  sp. 

Ausserdem  eine  Reihe  von  Zweischalern.  Ich  führe  hier  und  in  den 
folgenden  Profilen  immer  nur  einige  der  bezeichnendsten  Arten  an,  während 
die  Zusammenstellung  aller  Erfunde  später  in  einem  besondern  Abschnitte 
folgt.  Ich  werde  diesen  ganzen  Complex  in  der  Folge  als  untere  graue 
Kalke,  auch  Schichten  mit  Terebratula  fimbria  bezeichnen.  Spätere 
Untersuchungen  machen  jedoch  jedenfalls  noch  eine  Sonderung  in  mehreren 
Abtheilungen  nöthig,  so  dass  der  JJame  Schichten  der  Terebratula  fim- 
bria dann  enger  zu  begrenzen  sein  wird. 

2.  Gehen  wir  nun  zurück  nach  dem  bereits  genannten  kleinen  Vor- 
gebirge und  klettern  von  der  Strasse  den  steilen  Abhang  hinauf,  um  unsere 
Profillinie  weiter  zu  verfolgen.  Man  trifft  über  allen  den  verschiedenen 
Schichten  der  grauen  Kalke,  von  denen  einige  eben  näher  beschrieben 
wurden,  oben  am  ersten  grösseren  Absatz  helle,  gelbe,  krystallinische  Ge- 
steine, die  sich  allmählig  aus  den  grauen  entwickeln,  denen  ähnlich,  welche 
bei  Ponte  di  Tierno  im  ersten  Steinbruche  anstehen.  Steigt  man  das 
gegen  Westen  unter  etwa  15°  einfallende  Gehänge  des  nächst  vorliegenden 
kleinen,  parallel  mit  der  Etsch  verlaufenden,  Hochthälchen  hinab,  so  findet 
man  beim  Anschlagen  der  wulstig  verwitterten  Bänke  in  der  That  Encri- 
niten  und  die  verschiedenen  Rhynchonellen.  Etwas  höher  hinauf  nach 
Süden,  wo  in  dieser  Gegend  das  einzige  bewohnte  Haus  steht,  von  dem  ein 
betretener  Pfad  nach  Tierno  fuhrt,  finden  sich  dann  auch 


Digitized  by  Google 


11 


3.  die  Schichten  mit 

Terebrattda  curviconcha 
und  die  obere  Encrinit en- Ba nk.  Auch  sammelte  ich  hier  schöne  Exem- 
plare einer  Terebrattda  cf.  perovalis,  von  der  ich  jedoch  nicht  sicher  bin,  ob 
sie  den  Schichten  mit  Terebrattda  curviconcha  oder  denen  mit  RhynchoneUa 
bilottata  angehört.  Noch  mehr  gegen  das  Thal  der  Sorne  hin,  an  einem  der 
aus  den  Maisfeldern  des  südlichen  Theiles  des  beschriebenen  Thaies  nach 
Crosano  führenden  Wege,  sind  diese  Schichten  von  eigenthümlich  dunkler, 
graubrauner  Farbe,  doch  ebenso  krystallinisch  und  reich  an  Encriniten- 
Stielgliedern.  Nicht  selten  finden  sich  hier  einzelne  zerstreute  Fischzähne 
(aus  der  Familie  der  Pycnodonten).  Man  kann  den  ganzen  in  Rede 
stehenden  Complex,  dessen  Mächtigkeit  50'  betragen  mag,  im  Streichen  ver- 
folgen von  dem  Sorne-Thal  an,  bis  hinüber  an  den  Abhang  gegen  die 
Erweiterung  des  Etschthales  zwischen  Mori  und  Roveredo,  immer  den 
Grund  des  Thälchens  und  stellenweise  auch  dessen  westliches  Gehänge 
bildend.  An  dem  nördlichsten  Ende  (N.  4  der  Ansicht  auf  Taf.  1)  mögen 
die  Schichten,  welche  wir  bei  Ponte  Tierno  kennen  lernten,  sich  einst 
angeschlossen  haben. 

4.  Auf  diese  Schichten  folgen,  in  einzelnen  Kuppen  aus  den  Maisfeldern 
und  Weingärten  herausragend  am  Fusse  des  nächsten  Rückens  sehr  schöne 
rothe  Kalke,  von  hellerer  und  dunkler  rother  Färbung.  Theils  homogen, 
theils  von  weissen  Kalkspathschnürcn  durchsetzt  und  gefleckt,  bilden  die- 
selben die  verschiedenartigsten  Marmorarten.  Eine  häufige  und  sehr  eigen- 
thümliche  Gesteins- Varietät,  die  besonders  in  höheren  Lagen  sich  einstellt, 
verdient  eine  besondere  Auszeichnung,  da  sie  eine  sehr  vollkommen  plattige 
Absonderung  mit  sich  bringt  und  als  gesuchtes  Baumaterial  im  Lande  weit 
verbreitet  ist.  Das  Gestein  besteht  nämlich  aus  lauter  rundlichen  Knollen, 
bis  zu  mehreren  Zollen  Grösse,  die  meist  von  etwas  ander«  nüancirter  Fär- 
bung als  die  verkittende  Masse ,  dem  Gestein  ein  buntes  Aussehen  verleihen. 
Die  einzelnen  Knollen  sind  zwar  von  einer  besonderen  grünlichen  Masse 
umgeben,  dennoch  aber  mit  dem  Muttergestein  so  fest  verwachsen,  dass 
sie  beim  Zerschlagen  eher  springen,  als  sich  herauslösen.  Das  Gestein  in 
dieser  Ausbildung  pflegt  in  deutliche  Bänke  von  1  bis  mehr  Zoll  Dicke 
gesondert  zu  sein,  deren  Oberfläche  durch  die  hervorragende  Knollen  ein 
höckeriges  Aussehen  erhält.  Eine  dünne,  glänzende  Haut  einer  thonigen, 
eisenreichen  Masse  trennt  dieselben  und  ist  Ursache  der  leichten  Spaltbar- 
keit. Diese  Platten  gestatten  die  verschiedenartigste  Anwendung;  die  ganz 
dünnen  eignen  sich  sogar  zum  Dachdecken,  so  dass  man  in  Gegenden,  wo 
anderes  Baumaterial  fehlt,  wie  besonders  oben  auf  dem  Gebirge,  ganze 


Digitized  by  Google 


12 


Hütten,  Wände  und  Dächer  aus  solchen  Platten  construirt.  Eine  sehr 
häufige  Erscheinung  ist  das  Vorkommen  von  Kieselausscheidungen  als  Feuer- 
stein. Theils  in  zusammenhängenden  Lagen  ganze  Schichten  bildend,  theils 
in  der  Schichtung  parallel  angeordneten  Knollen,  nimmt  derselbe  nicht 
unwesentlich  Antheil  an  der  Bildung  des  ganzen  Gesteins.  Es  ist  jedoch 
zu  bemerken,  dass  dieser  Feuerstein  ausschliesslich  in  der  oberen  Abtheilung 
dieser  Ammoniten- Kalke,  welche  sogleich  schärfer  begrenzt  werden  soll, 
vorzukommen  scheint,  der  unteren  aber  fehlt. 

Besonders  interessant  ist  der  grosse  Reichthum  an  Cepbalopoden- 
resten,  den  diese  rothen  Kalke  beherbergen  und  der  denselben  auch  den 
Namen  calcare  rosso  ammonitico  verschaffte.  Der  für  den  Architekten 
so  günstige  Umstand  des  festen  Zusammenhanges  der  Knollen,  ist  leider 
für  den  Paläontologen  ein  sehr  unglücklicher.  Die  verkalkten  Ammoniten 
verhalten  sich  nämlich  ebenso  wie  die  Knollen  und  sind  auf  eine  solche 
Weise  fest  mit  dem  Gestein  verwachsen,  dass  ein  Herauslösen  beinah«1 
unmöglich  ist.  Gelingt  es  dennoch,  ein  vollständiges  Exemplar  zu  gewinnen, 
so  pflegt  die  Oberfläche  so  runzelig  zu  sein,  dass  feinere  Unterschiede  der 
Oberflächengestaltung  gänzlich  verwischt  sind  und  nur  ein  unförmliches 
Steinkorn  vorliegt.  In  den  tieferen  Lagen  jedoch,  wo  diese  knollige  Be- 
schaffenheit des  Gesteins  überhaupt  nur  sehr  selten  zu  bemerken  ist,  gelingt 
es  mit  einiger  Arbeit  aus  der  homogenen  Gesteiiismasse  bessere  Exemplare 
herauszulösen.  Der  Umstand,  dass  man  diesen  Gesteinen  aber  weniger  in 
Steinbrüchen  begegnet,  als  den  höherliegenden  plattig  abgesonderten,  der 
Umstand  ferner,  dass  jene  häufig  die  Oberfläche  einnehmen,  diese  aber  meist 
nur  mit  den  Köpfen  aus  senkrechten  Abstürzen  herausragen,  mag  wohl 
Ursache  gewesen  sein,  dass  die  hier  vorkommenden  Ammoniten  bisher  in 
der  Litteratur  weniger  Berücksichtigung  fanden. 

Aus  den  im  Thälchcn  anstehenden  Kuppen  stammen  mehrere  Inflate 
Ammoniten,  deren  einer  mit 

Ammonites  acanthicus  Opp. 
übereinstimmt.  Anderes  findet  sich  hier  nur  in  schlechten  Exemplaren,  wir 
werden  bald  bessere  Fundstätten  kennen  lernen. 

5.  Die  Gehänge  des  letzten  kleinen  Tbälchens  vor  Crosano,  die  von 
der  oberen  Abtheilung  der  rothen  Kalke  gebildet  werden,  sind  reich  an 
Ammoniten  und  Br achiopoden,  zum  Theil  von  guter  Erhaltung,  die 
man  am  besten  aus  dem  aufgelockerten  Gestein  in  den  Feldern  nordöstlich 
von  Crosano,  wo  die  Athraosphärilien  dem  Sammler  vorgearbeitet  haben, 
herausschlägt.  Ich  fand  neben  einer  Reihe  schwer  bestimmbarer  Hetero- 
phyllen  und  Lineaten: 


Digitized  by  Google 


13 


Ammonites  ptychoicus  Qu. 

Ammonites  geminus  n.  ap. 

Ammonites  Volanensis  Opp. 

Terebratula  dipkya  Col.  8p. 

Terebratula  triquetra  Park. 
Ich  bezeichne  fortan  die  untere  Abtheilung  dieser  rothen  Kalke  (4) 
als  Schichten  Ammonites  acanthicus,  die  oberen  (5)  als  Schichten  mit  Tere- 
bratula diphya.    Erstere  mögen  hier  30',  letztere  50'  Mächtigkeit  haben. 

Die  Schichten  mit  Terebratula  diphya  werden  nach  oben  allmäh  Hg 
heller,  das  Gestein  beginnt  unvollkommen  muschelig  zu  brechen  und  als 
Eigentümlichkeit  zeigt  sich  mitten  zwischen  zwei  Schichtungsflächen  parellel 
mit  denselben  im  Querbruch  eine  zackige,  grünliche  Naht;  die  obere  und 
untere  Hälfte  einer  Platte  sind  nämlich  durch  eine,  mit  hervorragenden 
Zacken  versehene  Ebene,  welche  von  einem  grünlichen  Häutchen  bedeckt 
ist,  in  einander  gegliedert.  Die  Erscheinung  ist  eine  sehr  auffallende  und 
eine  Erklärung  derselben  lässt  sich  vor  der  Hand  wohl  nicht  geben.  Die 
Knollen  verschwinden  gänzlich,  und  es  brechen  nie  mehr  grosse  Platten,  das 
Gestein  ist  immer  mehr  oder  weniger  kurzklüftig.  Ammonites  ptychoicus, 
sowie  besonders  Terebratula  diphya  halten  aber  an  bis  zur  nächsten 
Schichtenreihe. 

6.  Ganz  allmählig  entwickelt  sich  diese  aus  den  eben  beschriebenen 
Gesteinen,  so  dass  petrographisch  die  Grenze  sich  sehr  schwer  feststellen 
lässt.  Paläontologisch  ist  dieselbe  wohl  hinreichend  scharf,  doch  sind  Fos- 
silien leider  sehr  selten.  Die  Schichten  werden  immer  dünner,  doch  nie 
schieferig,  das  Gestein  zeigt  sehr  ausgezeichneten,  flachmuscheligen  Bruch 
und  auf  demselben  einen  matten  Glanz,  nie  jenen  krystallinischen  Schimmer, 
den  die  Kalke  mit  Terebratula  diphya  stets  haben.  In  der  Natur  ist  das 
Erkennen  dieser  Gesteine  noch  durch  den  Umstand  erleichtert,  dass  die- 
selben  ungemein  kurzklüftig  und  zum  Zerfallen  in  parallelepipedische  Brocken 
geneigt  sind,  daher  stets  kleinere  mit  Gestein  -  Schutt  bedeckte  Abhänge 
bilden,  nie  aber  mit  klotzig  verwitterten,  mehlsackartigen  Massen  stehen 
bleiben,  wie  das  wenigstens  die  Hauptmasse  der  Diphyakalke  gerne  thut. 
Feuerstein,  meist  von  grauer  Färbung,  seltener  von  rother,  wie  vorher, 
findet  sich  häufig.  Mitunter  ist  das  ganze  Gestein  kieselig  und  nur  stellen- 
weise finden  sich  grössere,  reine  Ausscheidungen,  die  dann  ganz  allmählig 
in  das  umgebende  Gestein  verfliessen.  Im  Allgemeinen  scheint  es,  als  ob 
in  allen  diesen  Gesteinen  die  Kieselmasse  ein  Dünnerwerden  der  Schichten 
bedingte.  Als  bezeichnend  kann  noch  der  helle  Klang  beim  Zerschlagen 
angeführt  werden.    Je  reiner  kalkig  die  Masse,  desto  heller  der  Klang  und 


Digitized  by  Google 


u 


muscheliger  der  Bruch.  Reicht  hier  ein  kurzer,  schlitternder  Schlag  hin, 
grosse  Stücke  zu  zersprengen,  so  ist  bei  dem  Diphyakalk  stets  eine  grössere 
Kraftanstrengung  nöthig. 

Man  trifft  unsere  Schichten  aufgeschlossen  über  dem  bei  Tierno  in 
dem  rothen  Kalke  gelegenen  Steinbruche  und  kann  sie  von  hier  dem  all- 
gemeinen Streichen  nach  bis  gegen  Crosano  verfolgen. 

Bei  den  italienischen  Geologen  führen  die  beschriebenen  Gesteine  den 
Namen  Biancone. 

7.  Es  folgen  rothe,  seltener  weisse  Schichten,  welche  den  tieferen  mit 
Ammonites  ptychoicus  oft  recht  ähnlich  werden,  im  Allgemeinen  aber  wohl 
von  denselben  zu  unterscheiden  sind.  Sie  wurden  von  den  Italienern  Scaglia 
genannt,  wegen  ihrer  meist  grossen  Spaltbarkeit  und  dünnschieferigeu  Be- 
schaffenheit. Seltener  sind  die  Ablösungsflächen  glatt,  so  dass  das  weisse 
und  graue  Gestein  auch  gewissen  Varietäten  des  Biancone  gleicht;  meist 
schiefert  es  rauh  und  uneben,  wie  deutscher  Pläner,  und  zeigt  eine  matte, 
tief  rothe  Färbung. 

Der  eigentümlichen  Verzahnung  begegnet  man  auch  hier.  Ausser  ein- 
zelnen Fucoideen  artigen  Abdrücken  fand  ich  nichts  von  Versteinerungen. 
Auch  diese  Schichten  lassen  sich,  wie  die  vorigen,  von  Tierno  bis  nach 
Crosano  hin  verfolgen. 

Im  ganzen  Grossen,  wenn  man  von  den  letztgenannten  Complexen  ein- 
mal einen  aufgefunden  hat,  etwa  die  Diphyakalke,  in  denen  man  selten 
lange  vergebens  nach  einem  bezeichnenden  Fossil  suchen  wird,  verursacht  es 
keine  Schwierigkeit,  den  Biancone  und  die  Scaglia  zu  trennen.  Auf  die 
vorwaltend  rothen  Diphyakalke  folgt  weisser  Biancone,  auf  diesen  rothe 
Scaglia.  Wie  bunte  Bänder  sieht  mau  diese  Gesteine  meilenweit  an  den 
Abhängen  sich  hinziehen.  Schwer  ist  die  Unterscheidung  nur  an  der  Grenze 
der  Abtheilungen,  wo  die  Färbung  unsicher  wird,  und  in  einzelnen  Hand- 
stücken. Schimmernder  Bruch  bezeichnet  dann  den  Diphyakalk,  mattes 
Aussehen  Biancone  und  Scaglia.  Letzterer  wieder  zerfällt  in  dünne, 
schalenartige,  erstere  in  parallelepipedische  Stücken. 

8.  Den  Schluss  der  sedimentairen  Bildungen  machen  hier,  wie  im  ganzen 
südlichen  Tirol,  mächtige,  graublaue  Gesteine,  die  beim  Verwittern  hell 
werden.  Sie  siud  reich  an  allerhand  Versteinerungen,  die  freilich  uicht 
immer  in  schöner  Erhaltung  sich  finden.  Vor  allem  bezeichnend  ist  aber 
das  sehr  häufige  und  diesen  Schichten  eigenthümliche  Vorkommen  von 
Kummuliten,  die  beim  Zerschlagen  sich  deutlich  im  Querbruch  an  ihrer 
concentrisch  schaaligen  Anordnung  erkennen  lassen  und  vielfach  aus  der 
Oberfläche  herauswittern.  Beim  gänzlichen  Zerfallen  des  Gesteius  finden  sie 


Digitized  by  Google 


15 


sich  lose  im  Ackerland  und  die  Landleute  nennen  sie  wegen  ihrer  Aehnlich- 
keit  mit  kleinen  Münzen  dann  wohl  soldi.  (Prato  dei  soldi  bei  Brentonico.) 

Diese  Schichten  bilden  den  Rücken  und  östlichen  Abfall  des  von  Tierno 
heraufziehenden  Thaies  und  nehmen  oben  am  Anfang  desselben  auch  das 
Plateau  ein,  auf  dem  Crosano  steht.  Man  sieht  dicht  an  dem  Kirchhofe 
dieses  Dorfes  einen  Steinbruch  in  demselben  eröffnet. 

Schlägt  man  den  Weg  von  Crosano  direkt  nach  Brentonico  ein,  so 
bleibt  man  auf  diesen  Schichten  bis  gegen  den  kleinen  Abhang  hin,  der 
unmittelbar  an  den  ersten  Häusern  ansteigt.  Einzelne  kleine  Kuppen  ragen 
an  mehreren  Punkten  aus  den  Maulbeerpflanzungen  heraus.  Beim  Hinab- 
schreiten auf  den  Xummuliten-Schichten  nach  dem  Tiefsten  des  Thäl- 
chens  oberhalb  Tierno  trifft  man  plötzlich  auf  Basalt1),  der  das  ganze 
Thal  einnimmt  und  mit  Ausnahme  der  gegen  Tierno  gelegenen  Seite,  wo 
er  sich  unter  die  Alluvionen  des  Etschthales  senkt,  von  Nummuliten- 
Schichten  überlagert  wird.  Da  derselbe  zur  Verwitterung  sehr  neigt,  hat 
er  einen  fruchtbaren  Ackerboden  geliefert  und  das  mit  prachtvollen  Kastanien- 
bäumen und  üppigen  Weingärten  bedeckte  Thal  bietet  einen  angenehmen 
Contrast  mit  den  öden,  kahlen  Flächen  der  Kalkbänke,  die  auf  der  östlichen 
Seite  emporstarren  und  das  Sonnenlicht  mit  unerträglichem  Glänze  zurück- 
werfen. Die  Dörfer  Besagno  und  Tierno  stehen  theilweise  auf  diesem 
Basalt  und  beim  Anlegen  der  Strasse  zwischen  diesen  beiden  Orten  fand 
man  in  demselben  schöne  Drusen  von  Zeolith.  Auch  Grünerde  findet  sich 
in  einzelnen,  kleinen  rundlichen  Parthieen;  in  hinreichender  Menge  jedoch, 
um  die  technische  Gewinnung  zu  lohnen,  trifft  man  dieselbe  erst  höher  gegen 
das  Gehänge  der  bereits  auf  venetianischem  Gebiete  liegenden  Monte  Baldo- 
Spitzen. 

•Am  westlichen  Abhänge  des  Thals,  am  Fussweg,  der  aus  demselben 
nach  Besagno  hinaufführt,  kann  man  die  Auflagerung  der  Nummuliten- 
Schichten  auf  dem  Basalt  sehr  schön  beobachten.  An  der  Grenze  beider 
Gesteine  findet  sich  eine  mehrere  Fuss  mächtige  Bank  von  bräunlichem, 
zerreiblichem  Gruss,  wohl  ein  beim  Emporsteigen  des  Basalts  gebildetes 
Reibungsprodukt,  zum  Theil  aber  auch  gebildet  durch  das  an  der  Grenze 
beider  Gesteine  herausrieselnde  Wasser.  Der  grosse  Vogelheerd  bei  Be- 
sagno steht  bereits  auf  N ummu Ii ten- Gestein  und  dasselbe  lässt  sich  von 
hier  am  oberen  Rand  des  Thaies  entlang  bis  auf  die  andere  Seite  verfolgen, 
wo  wir  es  bereits  früher  fanden. 

*)  Ich  bediene  mich  des  Ausdrucks  Basalt,  ohne  mich  für  die  wirklich  basaltische 
Natur  dieses  und  anderer  dunkel  gefärbter,  jüngerer  Eruptivgesteine  8üdtirols  zu  ver- 
bürgen.   Es  fehlen  über  dieselben  noch  genaue  chemische  Untersuchungen. 


Digitized  by  Google 


16 


Der  Basalt  greift  also  in  seiner  jetzigen  Erscheinungsweise  zungen« 
formig  in  das  N u mm uliten- Gestein  ein,  von  dem  er  wahrscheinlich  früher 
ganz  bedeckt  wurde.  Spätere  Auswaschungen  waren  erst  die  Veranlassung 
der  Entstehung  des  jetzt  tief  eingeschnittenen  Thaies. 

Betreten  wir  dem  bereits  genannten  Fusswege  folgend  die  von  Besagno 
nach  Brentonico  führende  Strasse,  so  gelangen  wir  unmittelbar  an  den 
ersten  Häusern  des  erstgenannten  Ortes  an  den  Fuss  eines  steilen  Absturzes, 
von  dem  sich  gewaltige  Blöcke  losgelöst  haben  und  eine  Schutthalle  am 
Fusse  desselben  bilden.  Beim  Zerschlagen  derselben  fällt,  sogleich 
Terebrattda  Rotzoana  Sc  hau  r. 
Terebrattda  ßtnbriae/ormis  Seh  au r. 
in  die  Augen.  In  einiger  Höhe  über  dem  Orte  hat  man  zur  Gewinnung 
von  Bausteinen  einen  kleineu  Steinbruch1)  angelegt.  In  demselben  wechseln 
harte,  graue  Kalkbänke  mit  weichen,  gelb  und  röthlich  gefärbten,  wenig 
mächtigen  Schichten,  die  in  Menge  schwer  bestimmbare  Steinkerne  von 
Muscheln  aus  der  Famiüe  der  M  y  a  r  i  e  r  etc.  enthalten.  Ueber  diesen  folgen 
helle,  sehr  ausgezeichnete  Oolithe  von  sehr  ungleichem,  nieht  selten  bis 
erbsengrossem  Korne,  in  welchem  zerriebene  Gasteropoden-Kerne  einge- 
backen sind  Blöcke  dieses  ausgezeichneten  Gesteines  liegen  auch  weiter 
oben  im  Gebüsche  des  Plateaus  umher.  Diese  Kalke  und  Oolithe  setzen 
noch  gegen  Süden  zu  fort,  bis  etwa  dahin,  wo  die  Strasse  von  Besagno 
nach  Brentonico  im  Zickzack  emporsteigt.  Hier  wird  jedoch  die  Schich- 
tung undeutlich  und  jene  grauen  Kalke  mit  Encriniten  und  undeutlichen 
Brachiopoden  beginuen,  deren  schon  Oppel1)  in  seiner  Beschreibung 
gedenkt.  Sie  stimmen  bis  auf  die  Farbe,  die  hier  grau,  dort  aber  gelb  und 
roth  ist,  ganz  mit  unseren  Schichten  mit  llhyncltonella  bilobata  von  Ponte 
di  Tierno  überein,  und  es  ist  um  so  weniger  zu  bezweifeln ,  dass  sie  mit 
denselben  identisch  sind,  als  sie  ganz  dieselbe  bathrologische  Stellung  ein- 
nehmen und  Rhynchonella  bilobata  sich  anderwärts  so  gut  in  rothen  wie  in 
grauen  Kalken  findet. 

Es  folgt  Oppel's  Posidonomyen  Gestein.  Ausser  den  schon  von 
Oppel  angeführten  Versteinerungen  fand  ich  hier  selbst  noch 

Rynchonella  deßttxu  Opp. 
Dieser  Punkt  ist  auch  ausgezeichnet  für  das  häufige  Vorkommen  freilich 
meist  schlecht  erhaltener  Ammoniten,  die  sich   in   den  obersten  Lagen, 
unmittelbar  am  Wege  links,  wo  er  da*  Plateau  erreicht,  finden. 

«)  Hier  sammelte  auch  Winkler.  Br.  Leonh.  Jahrb.  16ÜÖ.  p.  \.l  Mein  Material 
lä*st  eine  Bestimmung  der  Bivalven  nicht  zu. 

*)  Oppel.  Zeituchr.  deutsche  geologische  Oesellsch.  1863. 


Digitized  by  Google 


17 


Ueber  den  Posidonomyen  Gesteinen  liegen  in  regelmässiger  Schichtung, 
hier  ziemlich  horizontal,  etwas  nördlicher  aber  gegen  Westen  einfallend,  die 
Ammoniten-Kalke.    Ich  sammelte  in  denselben  unmittelbar  an  der  Strasse 

Sphenodus  cf.  longidens  Agoss. 

Belemnites  cf.  semtsulcatus  Münst. 

Ammonites  acanthicus  Opp. 

Ammonites  ühlandi  Opp. 

Ammonites  compsus  Opp. 

Ammonites  Rüpeüensis  d'Orb. 

Ammonites  polyolcus  n.  sp. 

Ammonites  cf.  Kudernatschi  Hau. 
Die  Mächtigkeit  dieser  Schichten  beträgt  hier  etwa  15'.  Sie  werden  über- 
lagert von  den  Schichten  mit  Ammonites  ptychoicus,  wie  man  etwas  weiter 
hinab  gegen  Castione,  wo  die  Schichten  des  Ammonites  acanthicus  den 
Abhang  rechts  vom  Wege  in  seinem  oberen  Theile  bilden,  während  die 
Schichten  mit  Ammonites  ptychoicus  am  Wege  und  links  von  denselben 
anstehen,  beobachten  kann. 

Die  Basis  des  Hügels,  auf  dem  Castell  Brentonico  steht,  bildet  aus- 
gezeichneter Biancone,  in  welchem  ich  im  Feuerstein  einen  unbestimmbaren 
Ammoni ten -Abdruck  fand.  Die  Scaglia,  unmittelbar  unter  der  Ruine, 
ist  theils  roth,  theils  weisslich  gefärbt  und  führt 

Stenonia  tubercutata  Des. 
Oleich  hinter  dem  Castell  steht  eine  kleine  Scholle  Nummuliten- 
Gestein  an.  Dieselbe  ruht  auf  Basalt,  welcher  den  kleinen  Hügel  mit  dem 
Vogelheerde  bildet  und  sich  von  hier  in  einem  dem  vorhin  beschriebenen 
ähnlichen,  aber  kleineren  Thale  nach  Castione  hinabzieht.  Einzelne  Kuppen 
Numiuuliten-Gestein's,  grauer  Kalke  und  Diphya-Kalke  sind  auf  dem 
ganzen  Plateau  zerstreut,  welches  sich  bis  an  den  letzten  steilen  Absturz 
des  Monte-Nago  erstreckt.  Man  trifft  dieselben  in  unregelmässiger  Lage- 
rung wiederholt  zu  beiden  Seiten  des  Weges,  der  von  Brentonico  in  zwei 
Stunden  direkt  nach  den  Alphütten  des  Monte  Nago  hinaufführt.  Ueberall 
liegen  dieselben  auf  Basalt,  welcher  hier  einen  grossen  Fluchenraum  ein- 
nimmt. Bei  St.  Giacomo,  wo  der  Basalt  verschwindet,  treten  die  Schichten 
wieder  in  Zusammenhang  auf,  und  besonders  die  Scaglia  hat  südlich  vom 
So rne- Ursprung  eine  grosse  Verbreitung. 

Steigen  wir  nun  endlich  den  letzten  Abhang  des  Gebirges  hinauf,  so 
treffen  wir  wiederum  unsere  grauen  Kalke  mit  den  Brachiopoden  und 
Bivalven.  Sie  sind  hier  wohl  kaum  unter  1500'  mächtig  und  bilden  die 
Hauptmasse  des  Gebirges,  denen  die  jüngeren  Schichten,  einer  Dirke  ver- 

2 


Digitized  by  Google 


18 


gleichbar,  aufgelagert  sind.  Die  Schichten  mit  Rhynchonetta  büobata,  Tere- 
bratula curviconcha  und  Ammonites  acanihicus  fand  ich  hier  nicht  mit  Bestimmt- 
heit. Da  jedoch  Blöcke  dieser  verschiedenen  Gesteine  in  den  Umgebungen 
von  St.  Giacomo  umherliegen,  die  nur  von  den  höheren  Gebirgen  herab- 
gekommen sein  können,  so  ist  an  ihrem  Vorhandensein  auch  vorn  am 
Monte  Nago  kaum  zu  zweifeln.  Steilheit  des  Gehänges  und,  wo  dies 
nicht  der  Fall  ist,  mächtige  Geröllmassen  machen  die  Beobachtung  schwierig. 
Auffallend  ist  eine  Lage  dünner,  rother,  beinahe  schiefriger  Kalke,  welche 
an  der  Basis  der  Diphyakalke  liegen,  und  ziemlich  grosse  Belemniten 
fuhren.  Sie  dürften  zu  der  Abtheilung  des  Ammonites  acanihicus  gehören. 
Ungemein  reich  sind  hier  die  Diphyakalke  an  Ammoniten.  Ich  sammelte 
in  einem  zum  Bau  der  Alphütten  angelegten  Steinbruch  neben  einer  Menge 
Planulaten,  Heterophyllen  und  Lineaten 

Ammonites  ptychoicus  Qu. 

Ammonites  geminus  n.  sp. 

Ammonites  biruncinatus  Qu. 

Ammonites  volanensis  Opp. 

Ammonites  Zignodianus  d'Orb. 

Terebratula  diphya  Col.  sp. 

Terebratula  triquetra  Park. 
Weiter  hin  gegen  die  Alphütten  folgt  Biancone,  aus  welchem  ich 

Ammonites  Asterianus  d'Orb. 
erhielt,  und  über  derselben,  wie  früher,  Scaglia.  Beide  Gesteine  bilden 
mit  den  Diphya-Kalken  vorwaltend  die  Unterlage  der  herrlichen  Alpen- 
weiden, welche  den  Abhang  des  Gebirges  gegen  den  Lago  di  Loppio 
bedecken  und  treten  hier  und  da  in  einzelnen  Lagen  auH  demselben  heraus. 
Sie  erreichen  ihr  Ende  am  westlichen  Absturz  des  Gebirges  gegen  den 
Garda-See.  Hier  beobachtet  man,  soweit  Geröll  und  Gebüsch  es  gestatten, 
wiederum  graue  Kalke,  die  ziemlich  bis  hinab  gegen  Torbole  anhalten.  Erst 
unmittelbar  in  den  Umgebungen  dieses  Ortes  trifft  man  steil  gegen  Westen 
einschließende  N um muliten -Gesteine  und  rothe  Aramoniten-Kalke. 

Wir  haben  also,  vom  Ufer  der  Etsch  an  aufsteigend,  bis  nach  der 
Höhe  des  Monte  Nago  von  Osten  nach  Westen  eine  dreimalige  Wieder- 
holung derselben  Schichtenreihe  gefunden.  Zwei  Verwcrfungsspalten  müssen 
von  Nord  nach  Süd  die  Gebirgsmasse  durchsetzen,  wie  dies  in  dem  Profil 
angedeutet  wurde.  Es  entstanden  drei  parallele  Streifen,  welche  in  der 
Weise  neben  einander  gestellt  sind,  dass  man,  den  steilen,  nach  Osten  ge- 
kehrten Abhang  auf  den  Schichtenköpfen  hinaufsteigend,  die  höchste  Kante 
erreicht  und  dann  auf  der  sanft  einschiessenden  oder  horizontalen  obersten 


Digitized  by  Google 


19 


Schicht  bis  zum  nächsten  steilen  Absturz  hinschreitet.  Auf  der  Strecke  von 
Brentonico  bis  an  den  Fuss  des  Monte  Nago  hat  der  Basalt  eine  gewisse 
Unregelmässigkeit  hervorgebracht,  indem  er  sich  in  bedeutender  Breite 
zwischen  die  sedimentairen  Schichten  zwischenlagerte.  Im  Allgemeinen 
bleibt  aber  der  so  regelmässige  Aufbau  des  ganzen  Gebirges  immerhin  er- 
kennbar. 

Stellen  wir  die  beobachteten  Schichten  nochmals  zusammen,  so  haben 
wir  von  oben  nach  unten 

1)  Nummuliten-Kalke  ungef.  Mächtigkeit  150' 


2)  Scagüa   „  „  100' 

3)  Biancone   „  „  80' 

4)  Diphya-Kalke   ,  „  80' 

5)  Schichten  des  Ammonites  acanthicus  „  „  20' 

6)  Kalke  mit  Terebrattda  curviconcha   .  „  „  50' 

7)  Schichten  mit  BhynehoneUa  büobata  „  „  100' 

8)  graue  Kalke  mit  Terebrattda  fimbria  „  „  1500' 


Diese  Angaben  sind  jedoch  sehr  approximativ  und  können  auch  nicht 
als  allgemeine  Mächtigkeit  für  ganz  Südtirol  gelten. 

II.  Die  Gegend  zwischen  Garda  und  Torri  am  Garda-See. 

Nachdem  wir  einen  Einblick  in  die  Verhältnisse  am  Nord-Ende  des 
Monte  Baldo  gewonnen  haben,  wenden  wir  uns  an  sein  südliches  Gehänge 
und  durchwandern,  Val  Lagorina  bei  der  Eisenbahnstation  Ceraino 
verlassend,  das  Plateau,  welches  dieses  Thal  vom  Garda-See  trennt. 

Da,  wo  Ceraino  gegenüber,  hinter  den  letzten  Häusern  an  der  Fähre, 
die  Strasse  nach  Caprino  den  Berg  hinaufführt,  fallt  zunächst  rechts  eine 
steile  Wand  in  die  Augen,  die  aus  mächtigen  Bänken  blaugrauen  Kalkes 
gebildet  wird,  welche  auf  den  Verwitterungsflächen  die  Durchschnitte  einer 
Menge  Versteinerungen  zeigen,  die  jedoch  unbestimmbar  sind.  Bemerkens- 
werth ist  vielleicht  nur  eine  Rhynchonella.  Lagerung  und  oolithische 
Gesteinabeschaffenheit  sprechen  dafür,  dass  wir  es  hier  mit  einem  Theil 
unserer  grauen  Kalke  zu  thun  haben.  Die  Strasse  führt  weiter  hin  durch 
cultivirtes  Land  und  es  ist  kein  anstehendes  Gestein  zu  bemerken.  Verlässt 
man  aber  die  Hauptstrasse  und  wendet  sich,  nachdem  man  die  Höhe  erstie- 
gen hat,  rechts  nach  dem  Rücken  hin,  welcher  den  nördlichsten  Theil  der 
Hochebene  gegen  das  Etschthal  begrenzt,  so  fallen  schon  von  Weitem  eine 
Reihe  in  rothem  Gestein  liegende  Steinbrüche  in  die  Augen.  Man  sammelt 
in  denselben  zahlreiche  Fossilien  aus  dem  Diphya-Kalke,  so 

2" 


Digitized  by  Google 


20 


Ammomtes  ptychoicus  Qu. 

Ammomtes  Volanensis  Opp. 

Ammomtes  biruncinattts  Qu. 

TerebrattUa  diphya  Col.  sp. 

Tcrebratula  triquetra  Park. 

Collyrites  cf.  trigonalis  Des.  ') 
während  tiefer  inflate  Amnion  iten  und  ein  ausgezeichnetes  Exemplar 
von  Ammonites  Rüpellensis  auf  die   Schichten  des  Ammomtes  acanthicm 
deuten. 

Ueber  den  Diphya- Kalken,  gerade  Pazzone  gegenüber,  wie  diese 
gegen  Westen  einfallend,  folgen  ausgezeichnete  Biancone -Schichten. 

Das  angeschwemmte  Land,  das  sich  von  hier  bis  beinahe  hinüber  an 
den  Gar  da- See  erstreckt,  verbirgt  auf  eine  Strecke  von  mehreren  Stunden 
alles  anstehende  Gestein.  Dörfer  mit  üppig  bestandenen  Gärten  und  Fel- 
dern abwechselnd,  bedecken  die  ganze,  dem  Gesichtskreis  eröffnete  Gegend, 
die  in  wunderbar  schöner  Weise  von  dem  amphitheatralisch  dahinter  auf- 
steigenden Monte  Bai do- Gebirge  begrenzt  wird.  Diese  Lage,  so  schön 
sie  für  das  Auge  ist,  bringt  jedoch  die  grosse  Gefahr  furchtbarer  Geröll- 
überschwemmungen mit  sich.  Jedes  Frühjahr  wälzen  die  vom  Gebirge 
herabkommenden  Ströme  unendliche  Massen  losgerissener  Steinblöcke  mit 
sich,  vor  deren  zermalmender  und  verschüttender  Gewalt  nur  mühsam  das 
Culturland  durch  gewaltige  Dämme  geschützt  wird.  Einen  solchen  wenigstens 
100'  breiten  Geröll-Strom,  der  den  ganzen  Sommer  und  Herbst  über  trocken 
liegt,  überschreitet  man  kurz  vor  dem  Orte  Garda. 

Unmittelbar  hinter  Garda,  an  der  am  Seeufer  nach  Torri  führenden 
Strasse,  treten  die  Schichten  wieder  zu  Tage  und  sind  durch  eine  Reihe, 
zur  Gewinnung  von  Baumaterial  für  die  Festungswerke  von  Pesch iera 
angelegter  Steinbrüche,  vortrefflich  aufgeschlossen. 

1.  In  dem  ersten  grösseren  derselben,  kurz  ehe  man  St.  Vigilio 
erreicht,  bei  den  auf  der  Stabskarte  mit  Scavejaghe  bezeichneten  Häusern, 
stehen  ausgezeichnete  Oolitho  von  grauer,  hie  und  da  auch  röthlicher  Färb- 
ung an,  die  einzelne  Feuersteinknauer  einschliessen.  Beinahe  massig  steigen 
die  Felsen  mit  nur  schwach  angedeuteter  Schichtung  empor.  In  den  nächst- 
gelegencn  Steinbrüchen  trifft  man  noch  dasselbe  Gestein,  es  beginnen  sich 
jedoch  zahlreiche  Versteinerungen  einzustellen,  besonders  grosse  Belcm- 
niten.    Hier,  wie  an  so  manchen  andern  Punkten  der  Südalpen,  könnten 


')  Nach  einer  von  Professor  Desor  an  Exemplaren  der  akademischen  Sammlung  zu 
Manchen  vorgenommenen  Bestimmung. 


Digitized  by  Google 


21 


durch  Localsaramler  bei  gehöriger  Müsse  schöne  Sachen  zu  Tage  gefordert 
werden;  allein  solche  fehlen  gänzlich  und  der  flüchtig  Reisende  muss  sich 
mit  dem  Wenigen,  Selbstgefundenen  begnügen.  Eine  grosse  Auabeute  an 
sehr  wohl  erhaltenen  Ammoniten  gewähren  die  nächstfolgenden  Steinbrüche, 
besonders  der  hinter  dem  einzelnen  in  einer  Baumgruppo  versteckt  liegenden 
Hause.  Das  Gestein  ist  derselbe  Oolith  wie  bei  Vigilio,  aber  deutlich 
geschichtet,  mit  gegen  den  See  gerichteten  Einfallen.  Die  Versteinerungen 
sind  nicht  gleichraässig  vertheilt,  sondern  an  einzelnen  Punkten  angehäuft, 
so  dass  man  oft  an  einer  Stelle  eine  grosse  Menge  trifft,  während  nur  wenige 
Schritte  davon  entfernt  nicht  eine  einzige  zu  finden  ist.  Besonders  hervor- 
zuheben sind: 

Ammonites  Mwrchisonae  Sow. 

Asnmonites  scissus  n.  sp. 

Ammonites  ophionetts  n.  sp. 

Ammonites  j alias  n.  sp. 

Ammonites  gonionotus  n.  sp. 
Ausserdem   gefaltete   Rhynchonellen,   Beiern niten,  Gastro- 
poden-Kerne und  ein  Hinnites. 

2.  Die  Oolithc  halten  noch  einige  Zeit  ain  Ufer  an,  bis  etwa  halbwegs 
von  St.  Vigilio  nach  Torri  im  Hangenden  ein  Wechsel  eintritt.  Gerado 
da,  wo  rechts  aus  dem  Felsen  unmittelbar  an  der  Strasse  eine  starke  Quelle 
hcrausspringt,  besteht  der  ganze  Abhang  aus  der  Lumachelle  mit  Posido- 
nomya  alpin«.  Einzelne  Brachiopoden-  und  Animo  niten -Fragmente 
finden  sich  zwischen  eingebacken. 

3.  Wenige  Schritte  weiter  trifft  man  in  einem  kleinen  Steinbruch  in 
grosser  Menge  Ammonitts  acanthicus  nnd  Ammonites  Uhlandi  und  etwas 
hoher  am  Berge  hinter  dein  kleinen  Olivenhaine,  dicht  vor  Torri: 

4.  Terebratnla  diphya  und  Ammoniks  ptychoiats,  also  ganz  dieselbe 
Aufeinanderfolge  der  Schichten  und  Versteinerungen,  wie  schon  wiederholt 
früher,  und  mit  demselben  Einfallen  gegen  Westen  gegen  den  See  hin. 
Verglichen  v  i:  die  hier  beobachteten  Verhältnisse  mit  denen  bei  Pazzone, 
so  fiuden  wir  in  der  grossen  Analogie  derselben  wiederum  einen  Beweis 
der  nordsüdlieh  streichenden  Verwerfungsspalten,  welche  das  Monte  Baldo- 
Gebirge  durchsetzen.  Auffallend  und  interessant  jedoch  ist  das  Auftreten 
einer  Cephalopoden  Fauna  in  Schichten,  die  mit  den  grauen  Kalken  eine 
gleiche  bathrologische  Stellung  zu  haben  scheinen. 


Digitized  by  Google 


22 


Umgegend  von  Roveredo. 

III.  Der  nördliche  Abhang  des  Monte  Zara  zwischen  dem  Etsch- 

thal  und  Val  Arsa. 


a.  Strasse  unter  Mad.  del  Monte,    b.  Ariathal  unter  AJbaredu. 
1.  Dolomit.   2.  Graue  Kalke  des  Unterooliths.   3.  Schichten  der  RhynclioneUa  bilobata  und 
Posidouomyengextein.    4.  Schichten  des  Ammonites  aeanthiews  und  Diphyakalke. 

Ueberschreitet  man  in  Roveredo  die  über  die  Lena  führende  Brücke 
und  folgt  der  südlichen  Hauptstraase  noch  etwa  100  Schritt,  so  gelangt  man 
an  einen  freistehenden  Brunnen,  bei  welchem  linker  Hand  unter  einem  Thor- 
bogen hindurch  der  vieolo  della  Madonna  sich  gegen  den  Abhang  des  Berges 
hinaufzieht.  Dieses  Gässchcn  führt  zwischen  Mauern  hindurch  nach  der  10 
Min.  entfernten  Kirche  Madonna  del  Monte,  von  deren  Terrasse  aus 
man  eine  weite  .Umsicht  über  Roveredo,  das  Etschthal,  die  gegenüber- 
hegenden Gebirgszüge  des  Orto  d'Abram  und  des  Monte  Baldo,  sowie 
weit  hinauf  bis  gegen  Volano  und  hinab  nach  Marco  geniesst,  und  die 
dem  Keuankommenden  einen  ebenso  passenden  Punkt  zur  Orientirung  über 
die  Lage  von  Orten  und  Bergen  bietet,  wie  der  sich  hinter  demselben 
hinaufziehende  Berg  geeignet  ist,  einen  Ueberblick  über  einige  der  wesent- 
lichsten und  charakteristischsten  Schichten  der  Südtiroler  Gebirge  zu  geben. 

1.  Unmittelbar  hinter  dem  auf  die  Kirche  folgenden  Hause  trifft  man 
auf  rothe  Kalke,  die  in  mehreren,  einige  Fuss  mächtigen  Bänken  gegen 
das  Etchsthal  einfallen.    Ich  sammelte  in  denselben: 

Ammonites  rectelobattis  Hauer. 

Ammonites  tripartitus  Rasp. 

Ammonites  subobtttsus  Kud. 

Atmnonites  subradiatus  Sow. 

Ammonites  Brogniarti  Sow. 

Posidonomya  alpina  Gras. 

Terebrattda  curviconcha  Opp. 

Terebrattda  Gerda  Opp. 

Terebrattda  Gefion  Opp. 

Terebrattda  sideifrons  n.  sp. 

Terebrattda  Boveredana  n.  sp. 


Digitized  by  Google 


23 


RhynchoneUa  Brentoniaca  Opp. 

Eugeniacrinus  sp.  ind. 

Pentacrinus  spec.  ind. 
Das  Gestein  enthält  stellenweise  sehr  viel  Brauneisenstein,  der  in  Ge- 
stalt runder  Körner,  dem  Bohnerz  ähnlich,  in  demselben  angehäuft  ist. 
Ganze  Nester  desselben,  mit  Pycnodonten -Zähnen  untermengt,  verdrängen 
zuweilen  das  Gestein  gänzlich. 

2.  Etwas  höher  am  Berge,  wo  einige  kleine  Steinbrüche  eröffnet  sind, 
treten  in  hellerem  Gestein  Belemniten  und  Ammoniten  auf.  Es  konnte 
bestimmt  werden: 

Atnmonites  acanthicus  Opp. 

Ammonites  compstis  Opp. 

Am*nonite$  Uhlandi  Opp. 
Den  oberen  Ammoniten-Horizont  mit  Ammonites  ptychoicus  fand  ich 
nicht  mit  Sicherheit  auf,  doch  scheinen  weisse  Kalke  mit  Belemniten 
sehr  reich  an  Feuerstein,  welche  in  einer  kleinen  Scholle  hinter  der  Kirche 
hegen,  demselben  anzugehören.  Von  Amnioniten-Kalken  wird  der  Kamm 
gebildet,  der  gegen  das  Etschthal  bin  das  erste  einer  ganzen  Reihe  klei- 
ner Aufbruchsthäler  begrenzt,  die  in  paralleler  Anordnung  von  Nord  nach 
Süd  in  das  Gebirge  einschneiden.  Beim  Hinabsteigen  nach  dem  Thälchen 
trifft  man  dann  unter  den  Ammoniten-Kalken  die  Schichten  mit  Terebratula 
curviconcha,  die  Fortsetzung  der  bei  der  Kirche  beobachteten.  Dieselben 
bilden  am  ganzen  Gehänge  hin  einerseits  bis  Lizzanella,  andererseits  bis 
Roveredo  die  Unterlage  der  Ammonitenkalke. 

3.  Unter  den  Schichten  der  Terebratula  curviconclva  folgen,  wie  wir  das 
bei  Tierno  sahen,  bunte,  zum  Theil  auffallend  gelbe  Kalke  mit  Rhyncho- 
neUa  bilobata  und  dem  unteren  Encriniten-Horizont.  Sie  sind  besonders 
schön  zu  beobachten  oberhalb  Lizzanella  gegen  Roveredo  hin,  wo  sie 
zeitweise  gebrochen  und  zu  mancherlei  architectonischen  Zwecken  verarbeitet 
werden.  Sie  enthalten  in  grosser  Menge,  aber  leider  in  unbestimmbaren 
Bruchstücken,  Seeigel -Reste. 

•  4.  Aufwärts  in  dem  kleinen  Thälchen,  wo  sich  ein  alter  Schiessstand 
befindet,  erkennt  man  sogleich  die  grauen  Kalke  wieder,  die  hier  in  dersel- 
ben petographischen  Mannigfaltigkeit  anstehen,  wie  am  Monte  Baldo. 
Sie  bilden  die  Hauptmasse  des  Monte  Zara  und  lassen  sich  bis  hinüber 
an  den  oberen  Theil  des  Gehänges  von  Yal  Arsa  bei  Albaredo  verfolgen. 
Einzelne,  zwischen  eingelagerte,  weichere  Schichten  widerstanden  dem  Ein- 
fluss  der  Athmosphärilien  weniger  gut  und  ihre  Auflösung  wurde  bei  der 
steilen  Schichtenstellung  gegen  das  Etschthal  die  Ursache  des  Herabstürzens 


Digitized  by  Google 


24 


des  ganzen  Complexes  festerer,  überlagernder  Schichten.  Es  entstand  so 
jener  furchtbare  Bergsturz,  der  das  Etschthal  bis  an  die  gegenüberliegenden 
Gebirgsabhänge  bedeckte  und  dessen  Trümmer  als  Layini  di  Marco  seit 
Dantc's  Zeiten  bekannt  sind.  Das»  man  es  hier  in  der  That  mit  einem 
Bergsturz,  nicht  mit  einer  Gletscher-Moräne  zu  thun  hat,  darauf  ist  noch 
neuerlichst  von  Mojsisovics  hingewiesen  worden.  ') 

Auf  der  anderen  Seite  des  Berges  gegen  Val  Arsa  steigt  man  auf 
den  Köpfen  der  Schichten  hinab  gegen  Albaredo. 

5.  Ein  ziemliches  Stück  unterhalb  de»  Ort»  bemerkt  man  in  den  steil 
nach  Val  Arsa  lünabführenden  Wasserrissen  einen  auffallenden  Gesteins- 
wechsel. Die  Schichtung  verschwindet  und  an  die  Stelle  der  wohlgeschich- 
teten Kalkbänke  treten  bis  hinab  an  die  Lena  wohl  an  500'  mächtige, 
massige,  weisse  und  graue,  seltener  rosenrothe,  drusige  Dolomite  mit  weni- 
gen Versteinerungen.    Es  fand  sich  nur 

Turbo  solitarius  n.  sp. 

Avicuia  exüis  Stopp, 
sowie  undeutliche  Gasteropoden-  und  Acephalen -Kerne.  Geht  man 
nicht  über  das  Gebirge  den  Weg  nach  Roverodo  zurück,  sondern  folgt 
anfangs  dem  Fusswege  längs  der  Lena,  dann  von  den  Papiermühlen  an 
der  schönen  Kunststrasse,  so  bekommt  man  das  ganze  eben  beschriebene 
Profil  noch  einmal  und  zum  Theil  besser  zu  sehen,  indem  die  grauen  Kalke, 
welche  unten  im  Thal  etwa»  abwärts  von  dem  Wasser-Reservoir  von  Ro- 
voredo  die  Dolomite  überlagern,  in  den  Umgebungen  von  Sega  di  No- 
riglio  zu  beiden  Seiten  des  Thaies  ausgezeichnet  aufgeschlossen  siod  und 
einen  grossen  Reichthum  von  Versteinerungen  onthalten.  Jeder  Schicht 
pflegt  ein  bestimmtes  Fossil  eigen  zu  sein,  und  dann  in  derselben  in  grosser 
Häufigkeit  aufzutreten.  Es  finden  sich  dort  Austernbänke,  Ceromyen- 
bänke,  Brachiopodenbänke  etc.  Folgende  sind  die  hauptsächlichsten 
Vorkommnisse  dieser  Localität: 

Chemnitzia  terebra  n.  sp. 

Ceromya  papyracea  n.  sp. 

Gresslya  elongata  n.  sp. 

Terebratida  ßmbria  S  o  w. 

Terebratula  Rotzoana  Schaur. 

Terebrattda  ßmbriaefonnis  Schaur. 

Terebratula  hexagonalis  n.  sp. 

Pentacrinus  sp.  ind. 


')  Mittheilungen  des  Österreich.  AlpcnvereinB  I.  p.  182. 


Digitized  by  Google 


25 


Dann  Fragmente  von  Seeigeln.  Die  Peatacriniten  finden  sich  in  diesen 
Schichten  immer  sehr  einzeln  und  nie  in  ganzen  Bänken,  wie  in  den  obern. 

Etwas  höher  am  Abhang,  bei  den  le  Porte  genannten  Häusern,  sind 
einige  Bänke  heller,  mit  Kalkspath-Wülsten  durchzogener  Kalke  ganz  mit 
einer  kleinen,  glatten  Terebratel  (Waldheimia)  erfüllt.  Ueber  demselben 
folgen  gegen  das  Etschthal  hin  sehr  bald  die  Kalke  mit  Rhynchonella  6üo- 
Imta.  Die  Uebereinstimmung  dor  Lagerung,  der  petrographischen  Beschaf- 
fenheit und  der  Petrefaktenführung,  mit  denen  am  Monte  Baldo  beobach- 
teten, ist  eine  so  auffallende,  das«  ein  weiteres  Zusammenstellen  unnöthig 
erscheint. 


IV.  Die  Umgebungen  von  Nomi. 


a.  Ciwtrll  über  Pomarolo.    b.  Nomi. 

I.  Dolomit  und  gram-  Kalke  des  Untcrooliths.     „».  Schiebten  der  Itht/nchonetla  biM>ata. 

3.  Posidonomj  engestein.    J.  Schiebten  des  Ammonitts  acanthictus.  ;>.  Piphyakalk.  fi.  Bian- 

cone.    7.  8caglia.    8.  Nummulitenschiehten. 

Dem  Flecken  Volano  gegenüber,  bei  den  Dörfern  Nomi  und  Chiu- 
so le  tritt  ein  Ausläufer  des  ürto  d'Abram -Zuges  weit  in  das  Etschthal 
heraus  und  sondert  sich  so  schon  von  weitem  deutlich  von  der  Hauptmasse 
des  Gebirges  ab.  Derselbe  besteht  von  NO  nach  SW  aus  einer  prachtvoll 
aufgeschlossenen  Folge  sämmtlichcr  Hellichten  von  den  grauen  Kalken  bis  • 
/.um  Nummulitengestein. 

Wir  beginnen  unsere  Wanderung  bei  der  Fähre  von  Calliano,  auf 
dem  rechten  Flussufer,  wo  bei  einem  Crucifix  die  grauen  Kalke  an  der 
Strasse  anstehen;  sie  lassen  sich  längs  derselben  bis  beinahe  an  das  Dorf 
Nomi  verfolgen,  wo  sie  mit  südlichem  Einfallen  sich  unter  die  vom  Ge- 
birge herabkommenden  rothen  Ammonitenkalke  verbergen.  Viele  am  Ge- 
birgsabhang  sich  hinziohendo  Fusswege  geben  Gelegenheit,  die  verschiedenen 
Schichten  kennen  zu  lernen.  Am  Crucifix  stehen  dolomitische  sehr  bröck- 
lige Kalke  an,  ohne  alle  Fossilien,  gleich  über  demselben  fallen  dunkel 
blaugraue,  grosse  oolithische  Gesteine  auf,  die  nicht  selten  schöne  Encri- 
n  i  t  e  n  -  Stielglieder  enthalten.    Sic  werden  überlagert  von  Kalken  mit 


Digitized  by  Google 


26 


Terebratula  JHotzoana  Schaur. 

Terebrattüa  fimbriaefortnis  Schaur. 
auf  die  in  mehrfachem  Wechsel  thonig  kalkige  Schichten  mit 

Cerotnya  papyracea  n.  sp. 

Thracia  tirolensis  n.  Bp. 
und  einem  ganzen  Heere  von  anderen  Bivalven  folgen.  Besonders  inte- 
ressant ist  eine  Bank  dunkelgrauen  Kalks,  die  von  krystallinischen  Kalk- 
spathmaasen  so  durchzogen  ist,  dass  das  eigentliche  Gestein  beinahe  ganz 
verschwindet.  Diese  Kalkspathwülste  haben  eine  längliche,  flache  Gestalt 
mit  gleichen  in  ihrem  Gesainmthabitus  breitgodrückten  Sehilfstengeln.  Meist 
bekommt  man  nur  den  Querbruch  zu  sehen,  und  dann  erscheinen  eine 
Menge  mannigfach  gekrümmter,  flacher,  linsenförmiger  Durchschnitte,  von 
1  —  1'/,'  Länge,  in  der  verschiedensten  Art  neben  einander  liegend,  sich 
aber  nie  durchkreuzend.  Immer  erscheinen  die  Umrisse  vollständig.  Ge- 
lingt es,  gut  verwitterte  Stücke  zu  erlangen,  so  trifft  man  die  ganzen  Stengel 
einzeln  herausgefallen  und  ihre  Oberfläehe  erscheint  von  rindenartiger  Be- 
schaffenheit. Ich  konnte  mich  doch  trotz  der  Aehnlichkeit,  die  diese  Wülste 
mit  Pflanzen  zeigen,  schwer  entschliessen ,  sie  wirklich  für  versteinerte 
Pflanzen  zu  halten,  bis  ich,  durch  Baron  von  Zigno  in  Padua  aufmerksam 
gemacht,  bei  Pernigotti  im  Venetianischen  ganz  in  demselben  Horizonte 
derartige  Stengel  fand,  die  theils  aus  Kalkspath,  theils  aber  ganz  aus  Kohle 
bestanden.  Ich  konnte  nun  nicht  mehr  zweifeln,  dass  bei  Nomi  wirklich 
mächtige,  mit  Pflanzenstengeln  erfüllte  Bänke  vorliegen.  Die  genauere  Be- 
schreibung dieser  Dinge  haben  wir  von  Baron  Zigno  in  seinem  Werke 
über  die  Unteroolithpflanzen  von  Iiotzo  zu  erwarten.')  Diese  Bank,  stets 
von  demselben  Aussehen,  findet  sich  an  sehr  vielen  Punkten  und  ist  immer 
leicht  wieder  zu  erkennen.  Da  das  Gestein  auch  in  dicken  Bänken  liegt 
und  sehr  fest  ist,  gelingt  es  häufig  gerade  nach  diesem  Pflanzengestein  den 
in  Rede  stehenden  Komplex  an  den  vom  Gebirg  herabgefallenen  Blöcken 
aufzufinden. 

2.  Auf  die  grauen  Kalke  folgt  der  untere  Encriniten-Horizont,  in 
dem  sich  hier  ausser  den  kleinen,  gefalteten  Rynchoncllen  einige  sehr 
schöne  Exemplare  von  einer  Terebratula  cf.  perovalis  fanden. 

3.  Hierüber  liegen  die  Schichten  der  Terebratula  currtconchu  mit: 

Terebratula  curviconcha  Opp. 
Terebratula  Gerda  Opp. 
Rhynchonella  Brentoniaca  Opp. 


')  Zigno,  Le  Piwite  foBSÜi  dell'  oolito.  Venesi*. 


Digitized  by  Google 


27 


Dann 

4.  Schichten  des  Ammomtes  acanthicus, 

5.  Diphya- Kalke 

mit  vielen,  jedoch  sehr  fest  im  Gestein  sitzenden  Ammoniten. 

6.  In  dem  Biancone  gelang  es 

Aptychtts  sp. 
Anwwnites  sp. 

zwar  nicht  bestimmbar,  doch  von  gänzlich  anderem  Charakter,  als  die  im 
tiefer  liegenden  Diphyakalke  auftretenden,  zu  finden. 

7.  Regelmässig  überlagert  denselben  die  Scaglia  mit  Stcnonia  tuber- 
vtdata  Des.,  auf  welche 

6.  endlich  das  Nu mmu Ii ten- Gestein  mit  einer  Fülle  von  Gastcro- 
poden  und  Acephaleu  folgt.  Dasselbe  bildet  den  Rücken  des  Hügels, 
auf  dem  das  Castell  steht,  und  bedeckt  den  ganzen  sich  nach  Pomaro lo 
hinabziehenden  Abhang.  Am  Fusse  dieses  Hügels  wenig  entfernt  von 
Nomi  in  den  Weinbergen  fand  ich  ein  ausgezeichnet  erhaltenes  Exemplar 
einer  Krabbe. 


V.  Umgebungen  von  Volann. 


SO. 


a.  8trasae  ron  Roveredo  nach  Volano.    b.  Abhang  über  Ilario.    c.  Krater  Rücken  parallel 

dem  Etschthal.    d.  Zweiter  Rücken,    e.  Abhang  über  Balderi. 
1.  Numroulitengeslein.    2.  Biancone  nnd  Scaglia.  X  Diphyakalk.    4.  Schichten  des  Ammo- 
niten avanthicus.  Posidonomyengcstein. 

Die  zwischen  Rover edo  und  Volano  liegenden  Höhenzüge  bilden 
die  Fortsetzung  der  jenseits  Roveredo  am  Monte  Zara  bereits  beschrie- 
benen und  zeigen  auch  sehr  ähnliche  Verhältnisse.  Die  tiefsten  zu  beob- 
achtenden Schichten  sind  etwas  jenseits  Volano  sehr  rein  weisse,  drusige 
Dolomite  mit  Turbo-  und  Avicula kernen,  welche  über  Castell  Pietro 
in  grossen  Blöcken  von  dem  senkrechten  Abhang  sich  losgelöst  haben  und 
heruntergestürzt  sind.  Auf  sie  folgen  die  grauen  Kalke,  ohne  dass  hier, 
so  wenig  wie  in  Val  Arsa,  eine  scharfe  Grenze  zu  beobachten  wäre.  In 
den  grauen  Kalken  findet  sich  unmittelbar  an  dem  Hauptweg,  welcher  von 
Volano  auf  den  Finonchio  führt,  eine  Bank,  welche  ausgezeichnete 
Pflanzenabdrücke  enthält.  Besonders  fällt  unter  denselben  ein  schöner 
Farren  auf.   Ich  theilte  dieselben  Hrn.  Baron  v.  Zigno  mit,  der  dieselben 


Digitized  by  Google 


28 


zwar  solchen  im  Venetianischen  im  demselben  Gestein  sich  findenden  Arton 
für  sehr  ähnlich  erkannte,  bei  der  kurzen  Zeit  meiner  Anwesenheit  eine 
genauere  Bestimmung  jedoch  nicht  vorzunehmen  vermochte.  In  unmittel- 
barer Nähe  von  diesen  Pflanzen,  die  übrigens  in  mehreren  Bänken  vertheilt 
zu  sein  scheinen,  liegt: 

Chetnniteia  terebra  n.  sp. 

Ccromya  papyracea  n.  sp. 

Terebraiula  hexayomilis  n.  sp. 
Die  grauen  Kalke  halten  an  bis  dicht  vor  Volano.  Hier,  wo  von  links 
das  kleine  Thälchen  herabkommt,  liegen  unmittelbar  auf  denselben  die 
Schichten  der  Iihynchonella  bilobata.  Man  kann  dieselben  mit  ihren  Ver- 
steinerungen entlang  Vallunga  bis  gegen  Iioveredo  verfolgen.  Sie  wer- 
den unmittelbar  von  Kalken  überlagert,  deren  petrographische  Beschaffenheit 
z.  B.  bei  Saffoni,  auf  Schichten  der  TerebraUda  curviconcha  deutet. 

Die  Schichten  des  Ammonites  arcunthicus  fehlen  auch  nicht,  sie  sind 
aber  meist  nur  undeutlich  zu  beobachten,  da  überall  die  Diphya-Kalke  in 
ausgezeichneter  Entwicklung  die  Abhänge  einnehmen.  In  einem  Steinbruch 
bei  Volano  gleich  neben  dem  Eingang  des  Thälchens,  an  dem  wir  die 
Schichten  der  llhynchmclla  bilobata  zuerst  trafen,  fand  sich  neben  anderen 
bereits  angeführten  Ammoniten  des  Diphyakalkes 

Anmut  tri  tes  hybonotu$>  Opp. 
und  in  demselben  Zuge  weiter  südlich  im  Steinbruch  bei  Balderi  gleich- 
falls mit  Terebraiula  diphya 

Ainntonitt's  lithogruphiats  Opp. 
Ganz  wie  bei  den  früher  beschriebenen  Probien,  treffen  wir  auch  hier  auf 
eine  der  nordsüdlich  streichenden  Verwerfungsspaltcn ;  es  stehen  nämlich 
etwas  nördlich  von  Saffoni  nach  dem  bei  Toldi  gelegenen  Kücken  hin, 
nochmals  die  Schichten  der  Tcrcbratula  curviconcha,  dann  rothe  Aminoniten- 
Kalke,  welche  die  Durchschnitte  zahlreicher  Inflaten  zeigen  (Schichten  des 
Ammonites  ucanthicus)  und  hierüber  Diphya-Kalk  an,  also  ganz  eine  "Wie- 
derholung der  vorher  beobachteten  Reihenfolge.  Hat  man  sich  hier,  wo 
die  Verhältnisse  sehr  deutlich  sind,  orientirt,  so  findet  man  sich  auch  bei 
Volano  schnell  zurecht.  Daselbst  gehört  der  vorhin  erwähnte  Steiubruch  in 
Diphya-Kalk  dem  ersten  Zuge  an,  während  die  unmittelbar  hinter  der 
Kirche  anstehenden  grauen  Kalke  reich  an  Encriniten  und  Iihynchonella 
bilobata  Theile  des  zweiten,  vorderen,  mehr  gegen  das  Etschthal  gelegenen 
Zuges  bilden.  In  dem  Biancone  dieses  vorderen  Zuges  gegenüber  der 
Kirche  fand  sich: 


Digitized  by  Google 


29 


Ammonitts  Asttrianus  d'Orb 
Aptychus  sp. 

Darüber  Scaglia,  letztere  häufig  mit  Fucoideen  und  endlich  Nummu- 
liten  -  Gestein.  Die  letztgenannten  Schichten  lassen  sich  von  Volano  über 
Vallunga  bis  nach  Roveredo  verfolgen.  Das  Numrauliten-Gestein 
tritt  bei  St.  Ilario  noch  in  einer  einzelnen  Kuppe,  etwas  getrennt  von  den 
Bergrücken  aus  dem  Schuttland  der  Ebene  heraus.  Das  diesem  Abschnitt 
beigegebene  Profil  gibt  einen  Durchschnitt  etwa  halbwegs  zwischen  Rove- 
redo und  Volano. 


VI.  Umgegend  von  Borgo  in  Val  Sugana. 


a.  Brenta.     b.  Monte  Zacon.    c.  Monto  Armentara.    d. ')  Strasse  von  Borgo  nach  Sella. 

e.  Alpe  Vezzena. 

1.  Thonschierer.  2.  Porphyr.  3.  t'onglomerat.  4.  Sandstein  und  Ranchwacken.  *>.  Dolomit. 
6.  Graue  Kalke  des  Unterooliths.    7.  Rother  Ammonitenkalk.    8.  8chotter. 

In  den  folgenden  Profilen  betreten  wir  neue  Gebiete,  in  denen  nicht 
mehr  mit  derselben  Sicherheit  wie  in  den  früheren,  Schicht  auf  Schicht 
sich  beobachten  und  bestimmte  Versteinerungen  für  alle  Horizonte  sich  an- 
geben lassen.  Es  treten  uns  mächtige  Complexe  zum  Theil  ganz  unge- 
schichteter Kalk-  und  Dolomitmassen  entgegen,  in  denen  oft  nur  vereinzelte 
Reste  von  Fossilien  schwache  Anhaltspunkte  gewähren.  Das  Profil,  welches 
ich,  aufmerksam  gemacht  durch  die  Karte  des  montan.  Vereins,  aufsuchte  und 
das  von  demselben  bereits  nach  dem  damaligen  Stand  der  Kenntnisse  in  den 
Beilagen  zur  Karte  mitgctheilt  wurde,  beginnt  in  Val  Sugana  in  der  Nähe 
von  Masi,  läuft  über  Monte  Zacon  nach  dem  Monte  Armentara,  von 
hier  hinab  nach  dem  vom  Moggio  durchströmten  Thale,  macht  dann  einen 
Sprung,  etwa  eine  Stunde  aufwärts,  bis  zu  dem  westlichsten  der  Häuser, 

')  Auf  dem  Profil  fehlt  aui  Versehen  neben  dem  Buchstaben  d  die  Zahl  0. 


Digitized  by  Google 


30 


welche  den  Namen  Sella  führen  und  steigt  von  hier  nach  der  Cima  Vez- 
zena  hinauf.  Das  von  Zigno  im  Jahrb.  Reichsanst.  1851  veröffentlichte,  von 
der  etwas  mehr  östlich  gelegenen  Cima  Dodici  beginnende  Profil,  kann 
als  eine  unmittelbare  südliche  Fortsetzung  des  meinigen  betrachtet  werden, 
so  dass  beide  zusammen  einen  Durchschnitt  der  ganzen  tiroler  und  venetia- 
nischen  Alpen  von  dem  Granitstock  der  Cima  d'Aasta,  bis  hinab  nach 
der  venetianischen  Ebene  gewähren.  Ich  komme  weiter  unten  darauf  zurück 
nachzuweisen,  inwiefern  meine  Beobachtungen  mit  denen  v.  Zigno's  über- 
einstimmen. 

Der  steil  aus  Val  Sugana  aufsteigende  Monte  Zacon,  den  man  am 
Besten  erreicht,  wenn  man  die  Hauptstrasse  bei  dem  alten  castellartigen 
Gebäude  verlässt,  um  die  Brenta  zu  überschreiten,  besteht  aus  Porphyr, 
der  die  Hauptmasse  des  Berges  bildet  und  erst  auf  dessen  Südseite  von 
sedimentairen  Schichten  bedeckt  wird.  Letztere,  die  den  Sattel  zwischen 
Monte  Zacon  und  dem  weit  höheren,  südlich  vorliegenden  Monte  Armen- 
tara einnehmen,  bestehen  zunächst  am  Contact  aus  einem  groben  Conglo- 
merat  von  Porphyr  und  Sandsteinbrocken,  welches  allmählig  in  reineren 
Sandstein  übergeht  und  endlich  zu  einem  ebenflächigen,  feinen  röthlichen 
oder  gelblichen  Sandstein  wird.  Man  sieht  denselben  in  sehr  steilen,  nach 
Süden  einfallenden  Schichten  zu  beiden  Seiten  des  Wassers  anstehen,  wel- 
ches den  westlichen  Abhang  des  Sattels  herabkommt.  Auf  den  Schicht- 
flächen  dieses  Sandsteines  faud  sich 

Posidonotnya  Ciarai  Emr. 
In  naher  Verbindung  mit  demselben,  ohne  dass  jedoch  die  Lagerung  wegen 
der  Wälder  und  Wiesen  genau  zu  beobachten  wäre,  stehen  harte,  blaugraue 
Kalke  an,  die  bei  der  Verwitterung  gelblich  werden  und  ein  zerfressenes, 
rauhes,  gewissen  Schichten  des  Thüringer  Zechsteins  sehr  ähnliches  Ansehen 
erhalten.  Sie  enthalten  besonders  in  dem  östlich  gegen  Borgo  hinab- 
laufenden Thale  eine  Menge  Versteinerungen,  unter  denen  ich  bestimmen  konnte: 

Pecten  margarithac  Hau. 

Mytüus  sp. 

Myacites  Fassaensis  Wissm. 
Einzelne  Blöcke  eines  dunkelrothen,  oolitischen  Gesteins  sind  beinahe  ganz 
erfüllt  mit  zierlichen,  kleinen  Gasteropoden.  Leider  konnte  ich  ihr  Lager 
nicht  auffinden,  doch  kann  es  nur  dem  oberen  Theile  dieses  Complexes 
angehören.  Das  Gehänge  des  Monte  Armentara,  das  man  auf  steilen 
Fusspfaden ,  durch  Gebüsch  und  schlüpferigen  Rasen  mannigfach  gehindert, 
ersteigt,  besteht  ganz  aus  schichtungslosem  Dolomit  mit  undeutlichen 
Gaster opoden- Kernen.  Etwas  weiter  westlich  scheint  die  oberste  Parthie 


Digitized  by  Google 


31 


des  Kammes  aus  geschichtetem  Gestein  zu  bestehen;  ich  konnte  dieselben 
aber  nicht  näher  untersuchen. 

Erst  jenseits  im  Thale  des  Moggio  unmittelbar  am  Wege  auf  dem 
linken  Flussufer  treffen  wir  wieder  sichere  Anhaltspunkte  in  steil  gegen 
Süden  einfallenden  Ammoniten-Kalken.  Sie  enthalten  in  zum  Theil  aus- 
gezeichneter Erhaltung 

Ammonites  polyolcus  n.  sp. 

Ämmonites  isotypus  n.  sp. 

Ammonites  acanthicus  Opp. 

Ammonites  Uhiandi  Opp. 

Ammonites  Strombecki  Opp. 

Aptychus  cf.  latus  Mnst. 

Inoceramus  cf.  giganteus  Golds,  sp. 

(Posidonia  gigantea  Goldf.) 
Der  Punkt  ist  sehr  leicht  zu  finden,  da  es  der  einzige  ist,  wo  rothe 
Ammonitenkalke  unmittelbar  am  Wege  anstehen.  Folgen  wir  dem  Lauf 
des  Flusses  ein  wenig  abwärts,  so  treffen  wir  da,  wo  der  Fluss  etwa  200' 
tief  unter  der  Strasse  in  einem  engen  felsigen  Bette  hinströmt,  plötzlich  die 
grauen  Kalke  von  der  Sega  di  Noriglio  in  merkwürdig  ähnlicher  Aus- 
bildung  wieder  Ausser  den  bereits  bekannten  Brachiopoden  und  Pele- 
cypoden  fand  ich  hier  auch  einen  Pycnodonten-Zahn.  Die  Schichten 
stehen  ebenso  steil,  wie  weiter  oben  die  Ammoniten-Kalke ,  von  denen  sie 
hier  sogleich  überlagert  werden.  Gewiss  sind  die  grauen  Kalke  auch  an 
jenen  Punkten  zu  finden,  aber  unter  dem  vom  Armentara  herabgekom- 
menen Gerolle  verborgen. 

Die  eben  angeführten  Ammoniten  gehören  alle  dem  unteren  Ammoniten- 
Horizonte  an,  der  obere  scheint  jedoch  auch  vertreten  zu  sein,  da  einzelne 
im  Thal  umherliegende  Blöcke  Ammonites  geminus,  Ammonites  lühographicus 
und  Ammonites  quinquecostatus  enthielten. 

Gehen  wir  nun  zurück  nach  Sella,  wo  sich  uns  Gelegenheit  bietet, 
auf  einem  Fusspfade  nach  der  etwa  6000'  hohen  Cima  Vezzena  hinauf- 
zuklimmen.  Am  Fuss  derselben  unten  im  Thale  steht  zunächst  eine  kleine 
Parthie  Thonschiefer  an.  Ueber  demselben  beginnen  Dolomite,  grau  und 
weiss,  zum  Theil  ausgezeichnet  drusig,  die  bis  nahe  an  den  Kamm  anhalten 
und  eine  Mächtigkeit  von  cc.  4000'  erreichen  mögen.  Es  findet  sich  nicht 
selten  in  denselben 

Turbo  solitarius  n.  sp. 

Phasianeüa  sp. 

Avieula  exilis  Stopp. 


Digitized  by  Google 


32 


sonst  immer  dieselbe  Armuth  an  Versteinerungen.  Kurz  ehe  man  das 
Plateau  erreicht,  auf  dem  das  einsame  Alpenwirthshaus  steht,  trifft  man 
dunkle,  graue  Kalke  mit  denselben  Versteinerungen,  wie  unten  im  Thal. 
Leider  sind  sie  nicht  scharf  gegen  die  Dolomite  abgegrenzt,  wie  wir  schon 
bei  Volano  aahen.  Es  folgen  ziemlich  horizontal  gelagert,  mit  einer  ganz 
schwachen  Neigung  gegen  Süden  Ammoniten -Kalke  und  Biancone. 

Wir  haben  also  an  diesem,  an  der  östlichen  Grenze  Tirols  gelegenen 
Punkte  in  dem  oberen  Theile  des  Profiles  dieselbe  Aufeinanderfolge  der 
Schichten  wie  bei  Roveredo  gefunden.  Die  Dolomite  bleiben  aber  auch 
hier  noch  eine  ungegliederte,  nach  oben  ungenügend  begrenzte  Masse.  Dafür 
Hess  ihre  untere  Grenze  durch  die  Schichten  mit  Posidonomya  Ciarai  sich 
feststellen. 

VII.  Die  Umgebungen  von  Pieve  di  Bono  in  Iudicarien. 


a.  Prezzo.  b.  Yal  Bona.  f.  Colognola. 
i.  Congloroerat  (Verracano).    „».  Sandstein  (8ervino).    3.  Kalke  mit  Spiriferina  Mentzdii. 

\.  Halobienscbicbtcn.    f>.  Dolomit  und  Kalk. 

Etwa  in  der  Mitte  von  Val  Bona,  dem  westlichsten  der  Thäler,  welche 
Südtirol  von  Nord  nach  Süd  durchziehen,  mündet  das  aus  den  westlichen 
lombardischen  Grenzgebirgen  hcrabkommende  Daonethal.  Wir  versetzen  uns 
gleich  in  dasselbe  hinein,  etwa  eine  Viertelstunde  hinter  das  Dorf  Daonc, 
wo  wir  bei  der  Brücke  auf  Conglomerate,  aus  rundlichen  Quarz-  und  Por- 
phyrfragmenten bestehend  stossen,  die  in  der  Nähe  der  Mühle  anstehen  und 
vielfach  in  Blöcken  umherliegen.  Ucberschreitcn  wir  den  Bach  und  wenden 
nns  dann  von  der  Mühle  an  thalabwärts,  so  sehen  wir  auf  dem  rechten 
Ufer,  auf  dem  wir  nun  bleiben,  die  Conglomerate  feiner  werden  und  all- 
mählig  in  einen  homogenen,  meist  intensiv  rothen,  seltener  grünen  und  grauen 
Sandstein  übergehen,  der  in  regelmässiger  Schichtung  nach  Osten  einfällt. 
Derselbe  ist  sehr  reich  an  Glimmer,  der  vermöge  seiner,  der  Schichtung 
parallelen  Anordnung,  Ursache  einer  sehr  vollkommenen  Spaltbarkeit  des 
Gesteins  wird.  Längere  Zeit  führt  der  Weg  auf  diesem  Sandstein  hin,  bis 
man  denselben  tief  unten  im  Flussbett,  unterhalb  Daone  verschwinden  sieht. 
Gegen  Oben  stellen  sich  nach  und  nach  hellere  Schichten  ein,  der  Kalk- 
gehalt, anfangs  nur  unbedeutend,  nimmt  zu,  die  Schichten  werden  dicker  und 


Digitized  by  Google 


■ 


33 


weniger  ebenflächig,  bis  man  endlich,  in  dem  kleinen  Thal,  oder  besser 
Riss,  der  rechts  herabkommt,  ehe  man  Prezzo  erreicht,  rauchwackenartige 
Gesteine,  grau,  gelb  bestaubt,  porös,  in  dicken  Bänken  mit  dolomitischen 
Sandsteinen  wechselnd,  antrifft.  Man  bleibt  in  diesen  Gesteinen  bis  dicht 
vor  Prezzo,  wo  Wiesen  und  Gärten  für  eine  kurze  Strecke  das  Gestein 
bedecken.  Im  Orte  selbst  stehen  unmittelbar  an  der  Kirche  dunkle,  aussen 
leberbraune,  sehr  homogene  dicke  Schiefer  und  Kalke  an,  stark  gegen  Osten 
einschiessend,  in  denen  ich  theils  an  der  Kirche,  theils  unten  am  Bach 
Orthoceras  »p. 

Ceraiües  eitryomphalus  n.  sp. 
Ammonites  Aon  Mnst. 
Ammonites  sp.  (globose). 
Halobia  Lotmneli  Wissm. 
Fosidonontga  Wengensis  "Wissm. 
Pflanzenreste 

sammelte.  Helle  versteinerungsleere  Kalke  bilden  gegen  das  Thal  den  Schluss. 

Wie  schon  erwähnt,  steht  Daone  auf  Sandsteinen,  welche  die  unmittel- 
bare Fortsetzung  derjenigen  am  rechten  Ufer  bilden  und  wie  jene  von 
Rauchwacken  überlagert  werden.  Auf  diese  folgen  ähnliche  dunkle  Gesteine, 
wie  diejenigen  von  Prezzo,  allein  die  Bänke  sind  dicker,  die  Ablösungen 
auffallend  uneben  und  höckerig,  die  Farbe  mehr  ins  Graue  spielend,  was 
theilweise  von  häufig  eingesprengten  Glimmerblättchen  herrührt.  Feuerstein 
in  Knauern  ist  nicht  selten.  Aus  einem  Steinbruch  unmittelbar  an  der 
Strasse  von  Daone  nach  Pieve  stammen: 

Spiriferina  Menteelii  Dnkr. 

Terebratula  cf.  vulgaris  Schi.  sp. 

Encrinus  lüiifonms  Schi. 

Pflanzenreste. 

Die  Halobiaschic Ilten  folgen  in  regelmässiger  Ueberlagerung  unterhalb 
Formio  gegen  Val  Bona  hin,  die  oben  genannten  Versteinerungen  führend 
und  correspondirend  mit  denen  von  Prezzo. 

Jenseits  Pieve  auf  dem  gegenüberliegenden  Thalgehänge  von  Val 
Bona,  wo  der  Weg  nach  Colognola  sich  von  der  Hauptstrasse  abzweigt, 
stehen  nochmals  die  Schichten  mit  Encriiws  lilüformis  au  und  zwar  in  ziem- 
lich horizontaler  Lagerung.  Es  setzt  also  durch  Väl  Bona  ein  Bruch  hin- 
durch, der  die  Encriniten-Schichten  auf  dem  linken  Ufer  emporhob  und 
in  gleiche  Höhe  mit  den  hellen  Kalken  unter  Prezzo  warf.  Die  Halobia- 
Schichten  sah  ich  bei  Colognola  nicht,  doch  hegen  sie  sicher  unter  der 
Rasendecke  des  kleinen  Plateaus,  was  sieh  unmittelbar  hinter  dem  Orte  am 

3 


Digitized  by  Google 


34 


Gehänge  hinzieht.  Ich  suchte  hier  nicht  lange  nach  denselben,  da  ich  meinen 
Zweck,  die  Trennung  der  Halobion-  und  Encriniten-Gesteine  zu  beob- 
achten, auf  dem  anderen  Ufer  bereits  erreicht  hatte  und  meine  Zeit  ge- 
messen war. 

Ich  überschritt  von  Colognola  aus  den  Gebirgsrücken  nach  Tierno 
in  Val  di  Ledro,  in  der  Hoffnung,  in  den  gewaltigen,  hier  lagernden 
Dolomit-  und  Kalkmassen  Versteinerungen  zu  finden.  Ausser  undeutlichen 
Bivalven,  welche  einzelne  nicht  sehr  hoch  über  Colognola  an  dem 
grossen  Bretterhause  umherliegende  Blöcke  erfüllen,  kam  mir  jedoch  nichts 
vor.  Es  Hess  sich  nicht  einmal  entscheiden,  ob  dio  Schichton,  denen  diese 
Blöcke  entstammen,  hier  anstehen,  oder  von  höher  herunter  gekommen  sind. 
Der  ganze  Abhang  bis  hinauf  zur  Passhöhe  ist  mit  mächtigen  Schutthalden 
von  Dolomit-  und  Kalkgeröllen  bedeckt,  die  allmählig  im  Frühjahr  weiter 
in  das  Thal  hinabrücken.  Erst  jenseits  über  Tierno  findet  man  eine 
isolirte  Scholle  rothen  Kalkes,  die  aber  weiter  keinen  Aufschluss  gewahrt. 
(8.  die  Karte  des  Mont.  Ver.) 

Wir  haben  also  von  unten  nach  oben  folgende  Gesteine  gefunden: 

1.  Konglomerate. 

2.  Glimmerige,  meist  rothe  Sandsteine  c.  1000'. 

3.  Rauchwacken  300'. 

4.  Knollige,  dickplattige  Kalke  mit  Spiriferina  Mcnteelu,  wenig  mächtig. 

5.  Homogene  Schiefer  und  Kalke  mit  Hidobia  Lonmelii  und  Amno- 
nites  Aon. 

6.  Dolomit. 

Als  Fundort  für  Fossilien  aus  dem  Dolomit  ist  mehrfach  in  der  Litte- 
ratur1)  Storo,  einige  Stunden  südlich  von  Pieve,  citirt,  und  da  die  dortigen 
Dolomite  eine  unmittelbare  Fortsetzung  der  über  Colognola  anstehenden 
sind,  wandte  ich  mich  zunächst  nach  diesem  Punkt,  um  Aufschluss  über  den 
Dolomit,  diese  Sphinx  der  Alpengeologie,  zu  suchen.  Profile,  ähnlich  dem 
oben  mitgetheilten,  lassen  sich  hier  freilich  nicht  verfolgen,  ich  werde  aber 
späterhin  nachweisen,  dass  die  aufgefundenen  Versteinerungen  uns  hinreichend 
sichere  Anhaltspunkte  gewähren,  um  auf  Analogie  mit  anderen  Gegenden 
hin  Schlüsse  über  das  Alter  dieser  Dolomite  zu  ziehen. 

VIII.  Die  Gegend  zwischen  Storo  und  dem  Garda-See. 

Die  von  der  Linie  Riva-Storo  südlich  gelegene  Gebirgspartbie  dürfte 
eine  der  interessantesten  für  das  südliche  Tirol  werden  und  später  eine 

')  Hauer,  Erläuterungen.    Jahrbuch  der  geol.  Reichsanst.  1858.  p.  479. 
Btoppani,  Petrefications  d'Esino  p.  146. 


Digitized  by  Google 


35 


schrittweise  Aufnahme  unumgänglich  nöthig  sein,  weil  diese  Gegend  mannig- 
fache Analogien  mit  der  Lombardei  bietet  und  daher  das  Bindeglied  für 
kartographische  Aufnahmen  beider  Länder  bilden  wird.  Ich  kann  hier  nur 
einzelne  Andeutungen  geben,  da  eine  eingehende  Untersuchung  in  diesen 
einsamen  und  schwer  zugänglichen  Gebirgen  die  Kräfte  und  Mittel  des 
Einzelnen  nur  zu  schnell  übersteigt. 

Tritt  man  bei  Storo  aus  dem  Val  Ampola  in  das  breite  Chicsa« 
Thal  hinaus,  so  fallt  der  landschaftliche  Unterschied  der  beiden  Thalseiten 
sehr  in  die  Augen.  In  sanft  gerundeten  Formen  mit  Gebüsch  bis  oben  hin 
bedeckt,  ziehen  sich  die  Gebirge  drüben  bis  zum  höchsten  Kamine  hinauf, 
während  diesseits  über  einer  steilen  Schutthalde  senkrecht  über  1000'  hohe 
prallige  Wände  in  die  Höhe  steigen,  oben  mit  kahlen  Plateaus  gekrönt. 
Dort  haben  wir  ein  Sandstein-  und  Porphyr-,  hier  ein  Dolomitgebirge  vor 
uns.  Was  diese  Dolomite  und  Kalke  so  ungemein  interessant  macht,  ist  ihr 
grosser  Reichthum  an  Versteinerungen.  Ich  sammelte  zu  beiden  Seiten  der 
Mündung  von  Val  Ampola: 

Turbo  solitariits  n.  sp. 

Natica  incerta  n.  sp. 

Cardita  cf.  multiradiata  Emmr.  sp. 

Megalodus  triqueter  Wulf  sp. 

Dicerocardium  Jatti  Stopp. 

Modiola  pupa  Stopp. 

(rerviUia  cf.  praecursor  Qu. 

Avicula  exilis  Stopp. 

?  Gastrochaena  sp. 

Ausserdem  mancherlei  andere  Dinge,  deren  genaue  Bestimmung  ich  erst  bei 
reicherem  Material  aus*  lombardischen  Lokalitäten  vornehmen  möchte. 

Die  meisten  dieser  Versteinerungen  fällen  für  sich  ganze  Bänke  und 
bilden  dann  wahre  Lumchellen.  Megalodus  triqueter  scheint  am  häufigsten 
gegen  oben  fortzusetzen,  wenigstens  sah  ich  am  Fort  noch  einzelne  Blöcke 
ganz  erfüllt  mit  demselben,  während  andere  Fossilien  hier  fehlen. 

Dolomite  und  dolomitische  Kalke  halten  an  bis  zum  See,  der  durch 
Val  Ampola  abfliesst.  Hinter  demselben  werden  die  Gesteine  anders. 
Einzelne  Bänke  harter,  splitteriger,  schwarzer  Kalke  mit  unbestimmbaren 
Versteinerungen  schieben  sich  zwischen  helle,  dolomitische,  sehr  dünnschich- 
tige,  kurze  Kalke,  so  dass  das  Gestein  dem  von  Val  Ampola  sehr  unähnlich 
wird.  Solche  dunkle  Schichten  stehen  an  gegenüber  der  Kirche  St.  Lucia 
und  aus  den  kurzen  Kalken  besteht  zum  Theil  der  schroffe  Gipfel  «des  S. 
Martino.    Zwischen  Tierno  di  Sotto  und  Bezeca  unmittelbar  an  der 

3* 


Digitized  by  Google 


36 

Strasse  liegen  ein  bis  mehrere  Fuss  mächtige  Bänke  sehr  wohl  geschichteten 
grauen  Kalkes,  den  man  weiterhin  zu  beiden  Seiten  des  Val  dei  Conzei 
häufig  anstehen  sieht  und  in  welchem  bei  Lenzumo  einige  Steinbrüche 
eröffnet  sind,  in  welchen  sich  ein  verkiester  Animonit,  sowie  öfter  Höhlungen 
im  Gestein,  welche  von  herausgefallenen  Belemniten  herzurühren  schei- 
nen, fanden.  Dicht  bei  Pieve  traf  ich  in  einem  grauen,  ähnlichen  Kalke 
eine  Menge  sehr  grosser  Austern  und  andere  unbestimmbare  Versteine- 
rungen. Ob  dieselben  dem  gleichen  Niveau  wie  die  Ammonitenkalke  an- 
gehören, liess  sich  jedoch  nicht  entscheiden.  Da  es  nicht  ausführbar  war, 
vom  Lago  di  Ledro  direkt  in  südlicher  Richtung  etwa  nach  Tremosine 
am  Lago  di  Garda  auf  Piemontesisehes  Gebiet  zu  gelangen,  so  begab  ich 
mich  nach  Riva,  ging  von  hier  der  Passschwierigkeiten  wegen  zu  Wasser 
nach  Tremosine  und  wandte  mich  thalaufwärts  nach  S.  Michele. 

Helle  Kalke,  wohl  der  schon  oben  beschriebenen  Scaglia  im  Alter 
gleichstehend,  bilden  die  Ufer  des  Sees  und  halten  noch  einige  Zeit  land- 
einwärts an.  Unter  ihnen  liegen,  hinter  Serinerio,  graue  geschichtete 
Kalke  und  gegen  S.  Michele  hin  deuten  bereits  zahlreiche  Blöcke  mit 
Megulodus  triquetcr  und  Gasteropoden  an,  dasa  man  sich  dem  Dolomit 
nähert.  Welches  der  beiden  Thäler,  die  bei  S.  Michele  zusammentreffen, 
man  auch  hinaufsteigt,  immer  findet  man  den  unteren  Theil  der  hohen  Ge- 
birge, die  von  Monte  Berlinghera  bis  nach  Cima  Tavalö  den  Gesichts- 
kreis begrenzen,  aus  Dolomiten  gebildet,  die  in  ihrer  petrographischen  Be- 
schaffenheit und  ihren  organischen  Einschlüssen  ganz  mit  jenen  von  Val 
Ampola  übereinstimmen,  mit  denen  sie  auch  jedenfalls  zusammenhängen. 
Auffallend  mit  den  unteren  Gehängen  der  Berge  kontrastirt  der  obere  Theil, 
indem  derselbe  aus  Schichten  gebildet  wird,  deren  Durchschnitte  wie  eine 
Reihe  übereinandergelegrer  Blätter  sich  horizontal  -  längs  der  Kammlinie 
hinziehen.  Aus  den  Kalken,  die  diese  oberen  Schichten  bilden,  schlug  ich 
heraus: 

TcrchralulH  Schaf häuteli  Stopp. 

Terebratula  prunifornns  Süss. 

Mytilus  minutns  Gold  f. 

Rhabdcq)hylli(t?  clathruta  Emmr.  sp. 
Leider  reichte  meine  Zeit  nicht  aus,  einen  der  Gipfel  zu  erklimmen; 
ich  zweifle  nicht,  dass  man  dort  auch  noch  die  grauen  Ammoniten- Kalke 
aus  den  Val  dei  Conzei  finden  wird,  die  eben  genannten  Schichten  über- 
lagernd. 

■%   


Digitized  by  Google 


Deutung  der  Profile. 


In  den  soeben  mitgetheilten  Profilen  sind  diejenigen  Schichten  beschrieben 
worden,  welche  die  Hauptmasse  der  Gebirge  de*  südlichen  Theiles  von  Süd- 
Tirol  zusammensetzen.  Ks  ist  nun  der  Versuch  zu  machen,  dieselben  nach 
dem  üblichen  Systeme  zu  benennen  und  die  weitere  Verbreitung  anzugeben, 
soweit  die  Beobachtungen  reichen.  Oerade  in  den  Südalpen  stellen  sich  aber 
hier  die  grössten  Schwierigkeiten  entgegen,  indem  nicht  nur  über  die  vertikale 
Ausdehnung,  die  dem  einen  oder  anderen  Komplexe  zu  geben  ist,  sehr 
verschiedene  Ansichten  geltend  gemacht  wurden,  sondern  auch  über  die 
gegenseitige  Ueber-  oder  Unterlagerung  ganzer  gewaltiger  Massen  von 
mehreren  tausend  Fuss  Mächtigkeit  die  entgegengesetztesten  Meinungen  noch 
heute  einander  gegenüber  stehen. 

Südtirol  liegt  nämlich  an  dor  Orenzo  jener  Beobachtungsgebiete,  auf 
denen  deutsche  und  italienische  Oeognosten  zu  so  verschiedenen  Resultaten 
gelangten.  Hier  ganz  besonders  handelt  es  sich  darum ,  scharf  zu  unter- 
suchen ,  welche  Aulfassung  der  Natur  entspricht  und  soweit  dies  möglich  ist, 
die  abweichenden  Ansichten,  wenn  sie  einfach  Unrichtig  sich  erweisen,  zu 
beseitigen,  oder  aber  —  und  dies  ist  sehr  häufig  der  Fall  —  wenn  ihnen 
nur  Missverstündnisse  zu  Grunde  liegen ,  unter  einander  in  Uebereinstimmung 
zu  setzen. 

Die  Schwierigkeit  geologischer  Untersuchungen  hat  in  den  Alpen  ihren 
Hauptgrund  in  dem  häufig  so  ungemein  schnellen  Wechsel  der  petro- 
graphischen  Beschaffenheit  der  Schichten  und  der  zoologischen  Facies.  Kalke 
und  Dolomite,  Schiefer  und  Sandsteine  liegen  oft  in  kurzen  Entfernungen  in 
demselben  Niveau,  Brachiopodenfaunen  wechseln  mit  Cephalopodenfaunen  und 
diese  wieder  machen  wahren  Lumachellen  von  Gastropoden  und  Pelecypoden 
Platz.  Was  an  einem  Punkt  nur  wenig  mächtig  ist,  schwillt  am  nächsten 
zu  ganzen  Gebirgszügen  auf.  Nur  einzeln  und  zuweilen  sehr  versteckt, 
ziehen  sich.  Bändern  vergleichbar,  das  Gleichartigere  zusammenfassend,  da« 
Ungleichartigere  trennend,  gewisse  Horizonte  durch  die  ganze  Masse  hin, 
und  machen  es  einer  eingehenden  Untersuchimg  möglich,  das  gewaltige 


Digitized  by  Google 


38 


Chaos  zu  sondern  und  das  Abweichende  lokaler  Entwicklung  in  Zusammen- 
hang zu  bringen  mit  dem  allgemein  Gültigen. 

Dem  Geognostcn,  dem  nur  die  Untersuchung  eines  kleinen  Theils  der 
Alpon  oblag,  musstc  natürlich  das  in  seinem  Gebiet  auffallend  Entwickelte 
am  wichtigsten  erscheinen  und  er  konnte  nicht  umhin,  es  mit  einem  lokalen 
Namen  zu  belegen ,  mittelst  dessen  er  sich  nur  zunächst  einmal  verständlich 
machen  konnte,  ohne  mit  der  Nennung  des  Namens  zugleich  auch  eine 
bestimmte  Ansicht  über  das  Alter  seiner  Schichten,  oder  dio  Beziehung 
derselben  zu  anderen  auszusprechen.  Da  die  Alpen  von  sehr  verschiedenen 
Seiten  her  zugleich  in  Angriff  genommen  wurden,  häuften  sich  solche  zusammen- 
hangslos nebeneinander  stehende  lokale  Bezeichnungen  in  einer  bedenklichen 
Weise  und  erschwerten  das  Verständniss  ungemein,  so  dass  das  Bedürfniss 
des  Zusammenziehens  und  Vergleichens  sich  sehr  fühlbar  machte.  Man  über- 
trug nun  den,  gewissen  lokal  sehr  ausgezeichnet  entwickelten  Schichten, 
gegebenen  Namen  auf  andere  entfernt  davon  auftretende  Schichten.  Es 
konnte  nicht  fehlen,  dass  solche  Parallelen  zum  Theile  sehr  schief  aus- 
fielen ,  indem  der  an  einem  Punkte  mit  einem  Lokalnamen  belegte  Komplex 
durchaus  nicht  immer  dieselbe  vertikale  Ausdehnung  hatte,  wie  jener,  auf 
den  man  ihn  übertrug,  doch  aber  fortan  beide  Schichtenreihen  als  gleich- 
werthig  und  in  demselben  Zeitabschnitte  gebildet  angesehen  wurden.  Traf 
es  sich  nun  gar  noch,  dass  für  ein  drittes  Ycrkommniss  bald  der  eine, 
bald  der  andere  joner  anfänglichen  Lokalnamen  gleichwerthig  angewendet 
wurde,  so  musste  begreiflicher  Weise  eine  kaum  zu  lösende  Verwirrung 
entstehen.  Nicht  wenig  hinderte  auch  der  Umstand,  dass  so  verschiedene 
Nationen  an  der  Untersuchung  der  Alpen  sich  betheiligten  und  dass  die 
Verschiedenheit  der  Sprache,  wenigstens  denen,  welche  die  Untersuchung 
alpiner  Verhältnisse  nicht  gerade  zu  ihrer  Lebensaufgabe  gemacht  hatten, 
ein  wesentliches  Hinderniss  bereitete. 

Dass  solche  Verwechslungsprozesse,  wie  deren  einer  eben  angedeutet 
wurde,  sich  in  der  That  vollzogen  haben,  hatte  ich  in  der  Lombardei  Ge- 
legenheit zu  sehen,  wohin  ich  mich  zur  Ergänzung  einiger  Lücken  in  der 
Keihc  der  Tiroler  Schichten  und  überhaupt  um  Anknüpfungspunkte  zu 
gewinnen,  wandte.  Ich  werde  unten  ausführlicher  davon  zu  reden  haben. 

Um  den  Missverständnissen ,  hervorgerufen  durch  lokal  cigenthümliche 
Entwicklung,  möglichst  zu  entgehen ,  scheint  es  geboten ,  auf  die  weit 
verbreiteten  Horizonte  und  deren  Festhaltung  auch  da,  wo  sie  in  einer  für 
den  ganzen  Bau  des  Landes  vielleicht  nur  untergeordnet  erscheinenden  Be- 
deutung auftreten,  besonderes  Gewicht  zu  legen  und  sie  vor  allem  als  leitend 
festzuhalten.  Innerhalb  derselben  müssen  dann  freilich  Lokalnamen  in  An- 


Digitized  by  Google 


39 


wendung  gebracht  werden,  dieselben  sind  aber  als  augenblicklicher  Noth- 
behelf  nicht  schädlich,  wenn  nur  jene  allgemeinen  Horizonte  erst  feststehen. 
Mit  der  Zeit  werden  auch  sie  fallen. 

Um  nun  die  in  Tirol  beobachteten  Schichten  einer  weiteren  Betrachtung 
zu  unterziehen,  werfe  ich  zuvor  einen  Blick  auf  die  Litteratur  über  alpine 
Gebiete  und  hebe  aus  derselben  das  heraus,  was  mir  für  den  Zweck  der 
Klassifikation  am  geeignetsten  zu  sein  scheint. 

Ganz  besonders  in  der  Lombardei  wird  sich  dann  zeigen,  dass  die 
grossen  Unterschiede,  welche  die  von  italienischen  Geologen  gewonnenen 
Resultate  gegenüber  denen  deutscher  Forscher  zeigen,  vorwaltend  schein- 
bare sind ,  und  dass  die  dortigen  Gebirge ,  weit  entfernt  davon ,  nach 
anderen  Gesetzen  aufgebaut  zu  sein ,  als  die  übrigen  Alpen ,  nur  in  manchen, 
auf  deutscher  Seite  einförmiger  ausgebildeten  Schichtenreihen  eine  sehr 
reiche  Entwicklung  zeigen,  und  so  eine  wesentliche  Erweiterung  unserer  An- 
schauungen über  alpine  Bildungen  überhaupt  zu  liefern  bestimmt  scheinen. 

I.  Steinkohlen  Tor  mation. 

Die  tiefsten  Sedimentbildungen,  denen  wir  in  unseren  Profilen  begeg- 
nen, sind  (wenn  wir  von  allen  sogenannten  metamorphischen  Schiefern, 
deren  Entstehung  ja  trotz  aller  geistreicher  Theorien  noch  ein  Räthsel  ist, 
absehen),  die  Thonschiefer  bei  So  IIa. 

Man  kennt  dieselben  auch  an  manchen  anderen  Punkten  Tirols,  der 
Lombardei  und  Veuetiens.  Ausser  undeutlichen  Pflanzenresten  fand  man  in 
ihnen  noch  keine  Fossilien,  war  also  bei  ihrer  Altersbestimmung  auf  die 
Lagerung  und  etwaige  Analogien  angewiesen.  Da  sich  nun  südlich  der  Alpen 
in  den  Monti  Pisani  und  auf  Sardinien')  Thonschiefer  mit  unzweifel- 
haften Steinkohlenpflan/.en  fanden,  stellte  man  auch  diese  Schichten,  wenig- 
stens theilweise,  in  die  Steinkühlenformation. 

Verbreitung.  Im  Westen  treten  Thonschiefer  am  östlichen  Abhang 
der  gewaltigen  nordsüdlich  ziehenden  Kette  kristallinischer  und  kryptogener 
Gesteine ,  welche  im  Monte  A  d  a  m  e  1 1  o  ihren  Gipfel  erreicht ,  an  mehreren 
Punkten  auf,  und  bilden  einzelne  lang  gezogene  Fotzen,  die  in  der  Tiefe 
wohl  zusammenhängen  mögen.  So  von  Roncono*)  in  Iudicarien  in 
nordöstlicher  Richtung  bis  gegen  Pelugo  in  Val  di  Rendena.  Bei  Villa 


')  La  Mannora  Voyage  en  Sardaigne.  Turin  1857.  Vgl.  auch  Hauer,  Erläuterungen  etc. 
Jahrb.  d.  Reichsanst.  IX.  18f>8.  p.  45r>. 

*)  Vgl.  die  Karte  de«  Montan.  Vereins. 


Digitized  by  Google 


40 


liegen  sie  auf  Glimmerschiefer  und  schiessen  am  gegenüberliegenden  Thal- 
gehänge unter  die  Sandsteine  der  untern  Trias  ein-  Die  Lagerung  ist  eine 
ganz  normale,  wie  im  übrigen  Südtirol,  was  wohl  zur  Bestätigung  der 
Hauer'schen ')  Ansicht  dient,  dass  in  der  Lombardei,  wo  Thonschiefer  unter 
den  Glimmerschiefer  des  Veltlin  einfallen  und  auf  Gesteinen  der  unteren 
Trias  aufzuliegen  scheinen ,  nicht  die  ursprüngliche  Lagerung  statt  hat.  — 

Die  Schiefer  bei  V  i  1 1  a  haben  eine  dunkelgraue  bis  schwarze  Farbe 
und  zerfallen  an  der  Luft  in  griffeiförmige  Stücke.  Weiter  nördlich  und 
östlich  treten  dieselben  Gesteine  in  Berührung  mit  dem  Porphyrplateau  von 
Bötzen  und  bilden  vielfach  die  Unterlage  jüngerer  Sedimentairgebilde. *) 
Bei  Trient  treffen  wir  sie  am  Südende  des  Porphyrplateau's,  wo  sie  zu- 
nächst südlich  der  Stadt  bei  Pavo  eine  Insel  in  jüngeren  Schichten  bilden, 
und  dann  von  Civezzano  an,  zu  beiden  Seiten  des  Lago  di  Caldo- 
nazzo  in  zusammenhängendem  Zuge  am  Nordgehänge  von  Val  Sugana 
über  Borgo,  Strigno,  die  Cima  d'Asta  südlich  umsäumend,  nachCanal 
di  Sotto  im  Venetianischen  hinüber  ziehen,  überall  die  Grenze  zwischen 
krystallinischen  und  kryptogenen  Gesteinen  einerseits  und  den  jüngeren 
Schichten  andererseits  bildend.  Die  einzelnen,  südlich  dieser  Hauptgränz- 
linio  auftretenden  Parthien  verdanken  ihre  Hebung  wohl  lokalen  Einflüssen, 
so  die  im  Profil  VI  erwähnte  Scholle  bei  Sella.  Durch  das  in  die  Höhe- 
Treiben  des  Porphyrkeiles,  der  den  Monte  Zacon  bildet,  in  starrem  Zu- 
stande zur  Zeit  der  letzten  Hebung  der  Alpen,  noch  südlich  des  Haupt- 
hebungsgebietes der  nächsten  Centralmassen,  wurde  die  vorderste  den  Monte 
Armentara  bildende  Scholle  der  Dolomite  und  Kalke  abgesprengt  und 
steil  aufgerichtet  neben  die  mehr  im  Zusammenhang  gebliebene  Masse  der 
Cima  Vezzena,  Cima  Dodici  u.  s.  w.  gestellt.  In  der  tiefen  Ver- 
werfungsspalte, in  der  der  Moggio  hinströmt,  gelangte  dann  der  Thon- 
schiefer zur  Entblössung. 

Bei  Rccoaro,  wo  in  sehr  auffallender  Weise  die  ganzen  jüngeren 
Gebilde  bis  auf  den  Glimmerschiefer  hinab  blos  gelegt  sind,  fehlt  der  Thon- 
schiefer, oder  bildet  zum  Mindesten  keinem  so  bestimmt  abgegrenzten 
Komplex  wie  weiter  nördlich.3) 

In  diesen  Thonschiefern  liegen  in  Südtirol  mancherlei ,  leider  aber  für 
einen  schwunghaften  Betrieb  unzureichenden  Erzvorkommnisse.4) 

')  Hauer  1.  c.  p.  j  "->">. 

?)  Richthofen,  Beschreibung  der  Umgegend  v.  Preduzzo. 

Pichler.  Zur  Oetzthaler  Masse.  Beitr.  zur  üeogn.  Tirols.  IV.  Folge. 
^)  fichauroth.  8itzung*b.  "Wien.  Akad.  1H.'>;».  p.  48ft. 

•)  Vgl.  die  Angaben  der  Mont.  Karte  u.  die  Erläuterungen  dazu.  p.  2?  m<\. 


Digitized  by  Google 


■ 


41 


II.  Trias. 

Ueber  den  Thonschiefem  kennt  man  mit  Sicherheit  in  dem  mittleren 
Theile  der  Südalpen  keine  älteren  Schichten,  als  triadischc,  wir  wenden 
uns  daher  sogleich  zu  diesen. 

A.  Untere  Trias. 

Ich  betrachte  der  Reihe  nach  einige  der  zuverlässigsten  Angaben  iiher 
untere  Trias  und  füge  derselben  die  aus  den  Profilen  und  einigon  anderen 
Beobachtungen  sich  ergebenden  Resultate  bei. 

Curioni  in  der  Lombardei.  Die  ersten  genauen  Mittheilungen  über 
untere  lombardische  Trias  verdanken  wir  Curioni  in  Mailand,  dessen 
Angaben  später  kaum  einer  Acnderung  bedurft  haben  und  die  Grundlage 
aller  weiteren  Untersuchungen  bildeten.  Er  unterschied  im  Thal  von  Pezzase 
in  der  östlichen  Lombardei  entlang  dem  Gandi  nabachc 

1.  Kieselglimmerschiefer  mit  Lagern  von  Spatheisonstein. 

2.  Rother  Sandstein,  massig  aus  Thonschlamm  mit  Kiesel  und  Porphyr- 
stücken bestehend.  Organische  Reste  fehlen,  nur  einzelne,  astforniig  ver- 
zweigte Massen  deuten  auf  Pflanzen.  Diesen  Sandstein  trennt  Curioni 
von  den  denselben  überlagernden  Schichten,  mit  denen  S  tu  der  und  Escher 
ihn  noch  zusammen fassten.  Eine  genaue  Altersbestimmung  ist  nicht  möglich. 

3.  Sandige  und  thonige  Schiefer;  die  oberen  Parthieen  des  rothen 
Sandsteines  werden  immer  feiner  und  gehen  allraählig  in  einen  thonigen 
Schiefer  über.  Die  ersten  bestimmt  schiefrigen  Bänke  enthalten  noch  Sand 
und  kleine  Glimmerblättchen  und  einen  eisenreichen  Thon.  Dann  verschwindet 
die  rothe  Farbe  und  der  Kalkgehalt  nimmt  zu.  Es  folgt  ein  Wechsel  san- 
diger, mergliger  Kalke  und  Thone  mit  Einlagerungen  von  Spatheisenstein. 
Ueber  den  Erzen  wechseln  wieder  rothe  und  grüne  Schiefer  und  in  diesen 
kommen  die  ersten  deutlichen  Versteinerungen  vor: 

Myacites  Fassaensis  Wissm. 
Avicula  Venetiaua  Hau. 

4.  Rauchwacken,  weiss,  in's  gelbliche,  beim  Verwittern  stets  gelb. 

5.  Gyp8mergel. 


')  Jahrb.  geol.  Reichsaiist.  \S'n'r>.  VI.  p.  *8?. 
Sodann:  Curioni.  G.Sulla  successione  normale  dei  diver-i  mombri  del  terreno  triasico 
nella  Lombardia  1855.    Oiorn.  d.  J.  R.  Ist.  Lomb.  Nuov.  Ser.  Fa«c.  39—41.  p.  20i  —  ->3T. 

Ders.  Appendico  alla  memoria  «ulla  succe?«ione  norm.  rtc.  lM.'»8.    Mem.  d.  J.  R. 
IM.  Lomb.  Vol.  VII.  Kmc.  3. 


Digitized  by  Google 


42 


6.  Schwarze  Kalke  der  Monti  di  Pesoro  (Muschelkalk).  Diese  Kalke 
sind  deutlicher  bei  Goveno  am  Lago  d'  Isoo  entwickelt;  sie  sind  daselbst 
schwarz  und  von  Spathadern  durchzogen;  nach  und  nach  tritt  eine  feinere 
Schichtung  ein,  mit  feinen  thonigen  Zwischenlagen.  Mit  diesen  im  Wechsel 
dickere  Bänke.  Es  fanden  sich:  Encrinus  Uliiformis,  Nautilus,  gerippte 
Ceratiten,  Spuren  eingerollter  Schalen,  welche  an  globosc  Ammoniten  erin- 
nern.   (Talle  di  Pezzase.)') 

Wir  sehen  also  eine  untere,  vorwaltend  sandige  und  konglomeratführende, 
fossilfreie  Abtheilung  (2),  eine  mittlere,  schon  mehr  kalkige  und  merglige 
mit  Myacites  Fassaensis  mit  Rauchwaoken  und  Gypsen  schliessende  (3.  4.  5.) 
und  eine  obere,  mehr  kalkige  (G)  mit  einer  gemischten  Fauna,  denn  Tere- 
bratula  vulgaris  und  Encrinus  Uliiformis  deuten,  wie  wir  weiter  unten  sehen 
werden,  auf  ein  tieferes  Niveau  als  die  andern  Sachen. 

Nicht  unerwähnt  darf  ich  hier  die  rastlosen  Bemühungen  Ragazzonia 
in  Brescia  um  die  Geologie  der  lombardischen  Alpen  lassen,  als  deren 
Resultat  eine  im  grossen  Maassstabe  ausgeführte  geologische  Karte  der  Pro- 
vinz Brescia  vorliegt,  die  leider  noch  nicht  veröffentlicht  wurde.  Ragaz- 
zoni  kennt  die  Brescianer  Alpen  von  allen  lombardischen  Geologen  am 
genauesten  und  stellt  seine  reichen  Erfalirungen  in  uneigennützigster  Weise 
jedem  Besucher  jener  Gegenden  zu  Gebote.  In  Beziehung  auf  dio  untere  Trias 
stimmen  die  Ergebnisse  seiner  Untersuchungen  mit  denen  Curioni's  überein. 

Hauer  in  den  Nordost- Alpen.  Den  Ausgangspunkt  aller  spätem 
Eintheilungen  alpiner  Sedimentairgebilde  von  deutscher  Seite  bildet  Hauer's 
Abhandlung  über  die  Gliederung  der  Trias-,  Lias-  und  Jura  -  Bildungen  in 
don  nordöstlichsten  Alpen.8)  Wenigstens  für  die  Trias  wird  diese  Abhandlung 
auch  für  immer  die  Grundlage  aller  weiteren  Forschungen  bleiben. 

Hauer  unterschied  als  untere  Trias  ein  System  rother  und  grauer  Sand- 
steine, nur  an  einzelnen  Punkten  Konglomerate,  die  nach  oben  mit  schwarzen 
und  dunkelgrauen,  dünngeschichteten,  von  einem  Netzwerk  weisser  Kalkspath- 
adern durchzogener  Kalke  wechsollagcrn  und  schliesslich  von  diesem  ganz 
verdrängt  werden.  Die  Sandsteine  enthalten  neben  anderen  Versteinerungen 
besonders  : 

Ccratitcs  Cassianus  Qu. 
Turbo  rectecostatus  Hau. 
Naticella  costata  Münst. 


')  Siehe  auch  Escher's  Profil.  Escher  geol.  Bemerkungen  über  Vorarlberg  p.  98.  Die 
Schichten  1  —  19  gehören  hierher. 

')  Hauer.  Jahrb.  Rcichsanst.  IV.  1853  p.  715. 


-- 


Digitized  by  Google 


43 


Mit  einem  bereits  von  Li  11.  v.  Lilienbach  gebrauchten  Namen  nannte 
Hauer  diese  Schichten  Werfen  er  8chiefer.    Die  Kalke  sind  im  Allge- 
meinen arm  an  Versteinerungen,  es  fand  sich  aber  in  gelben,  denselben 
zugehörigen  Rauchwackcn  ebenfalls 
Ceratites  Cassianus  Qu. 
Natia-Ua  costata  Münst. 
Hauer  nannte  diese  Kalke  mit  einem  auch  bereits  früher  benutzten  Namen, 
G-uttensteiner  Kalke   und  wies  sie  gemeinsam  mit  den  Werfener 
Schiefern,  von  denen  sie  wühl  petrugraphisch ,  nicht  aber  paläontologisch 
geschieden  sind,  der  untern  Trias  zu.  Die  innige  Verbindung  beider  Schichten- 
gruppen läast  ein  Zusammenfassen  beider  in  eine  grössere  Abtheilung  noth- 
wendig  erscheinen. 

Diesen  Kalken  schliessen  sich  unmittelbar  an  etwas  dicksebieferige, 
graue  Kalksteine,  in  denen  Kudernatsch  Monotis  salinaria  Br.  fand.  Es 
sind  denselben  wahrscheinlich  gleich  zu  stellen  die  sogenannten  Reiflingor 
Kalke,  durch  das  Vorkommen  eines  Ichthyosaurus  ausgezeichnet. 

Das  nächste  Glied,  die  Hallstätter  Kalke,  gehört  nach  Hauer 
unbedingt  einer  gesonderten,  höheren  Etage  an  und  eröffnet  seine  obere  Trias. 

Wir  haben  also  folgende  Glieder: 

1.  Sandsteine,  unten  versteinerungsleer, 

2.  Kalke 

bei  der  Berührung  mit  den  Sandsteinen  wechscllagernd  und  die  gleichen 
Versteinerungen  führend. 

Hauer  in  der  Lombardei.  Bei  der  späteren  Uebersichtsaufnahme 
der  Lombardei 'J  fand  Hauer,  wie  das  Curioni's  Untersuchungen  schon 
vennuthen  liessen,  die  in  den  Nordalpen  gewonnene  Auffassung  auch  in  den 
Südalpen  auf  das  vollständigste  bestätigt.  Es  ergab  sich,  dass  die  von 
italienischen  Geologen  seit  längerer  Zeit  nach  der  Verruca  Schanze  in 
den  Monti  Pisani  Verrucano  benannten  Konglomerate  und  die  feine- 
ren, aus  denselben  sich  entwickelnden  schiefrigen,  sehr  glimmerreichen 
Sandsteine  (in  den  Berga  in  asker  Bergen  als  Scrvino  bekannt)  als  ein 
Aequivalent  des  nordalpiuen  Werfener  Schiefers  zu  betrachten  seien. 
Nicht  nur  die  petrographischo  Beschaffenheit,  auch  die  an  einzelnen  Punkten 
sich  findenden  zahlreichen  Fossilien  beweisen  dies  unzweideutig.  Auffallend 
bücb  nur  die  sehr  mächtige  Entwicklung  von  Konglomeraten,  die  in  den 


')  Erläuterungen  zu  einer  geologischen  Uebersirhtakarte  der  Schichtgebirge  der  Lom- 
bardei Jahrb.  der  Reichaanstalt.  IX.  p.  445  nebst  Karte. 


Digitized  by  Google 


44 


Nordalpen  meist  nur  »ehr  untergeordnet  auftreten.  Trotzdem,  dass  an  der 
Verruca  Schanze  ganz  gleiche  Konglomerate  mit  Schiefern  wechseln 
sollen'),  die  Steinkohlenpflanzen  führen,  also  diese  Konglomerate  von  dem- 
seihen  Alter  wie  die  Schiefer  sein  müssten,  hielt  Hauer  einen  solchen  auf 
Analogie  gestützten  Beweis  nicht  für  gewichtig  genug,  um  auch  in  der  Lom- 
bardei den  untern  Theil  der  Konglomerate  in  die  Steinkohlenformation  zu 
setzen,  wie  dies  italienische  Geologen  thaten. 

Einzelne  Lagen  des  feinen  gliinmerigen  Sandsteins  wechseln  noch  nach 
unten  mit  den  Konglomeraten,  während  nach  oben  in  den  Sandsteinen  kalkige, 
dolomitische  Bänke  auftreten.  Diese  Kalke  werden  schliesslich  ganz  herr- 
schend und  sind  an  einzelnen  Tunkten  besonders  ausgezeichnet  durch  das 
Vorkommen  gewisser  l'etrefakten.  die  den  Sandsteinen  und  denen  mit  den- 
selben wechselnden  kalkigen  Schichten  noch  ganz  fremd  zu  sein  scheinen. 
Solche  rauchgraue,  thcils  knollige,  theils  plattige,  häufig  glimmerige  Kalke 
stehen  sehr  ausgezeichnet  im  Val  Trompia  bei  Marcheno  an.  Aus  den- 
selben führte  bereits  Escher  an*): 

Spirifcr  fragilis  Bu. 

Knvrinites  liliiformis  Schi. 

Terebratula  Mentzelii  Buch. 

Terebratula  vulgaris  Schi. 

Terebratula  trigotulla  Schi. 

Pnten  laevigutm  Schi. 

Lima  striata  Schi. 

Etwas  nördlich  von  Hreno  traf  Hauer  die  Muschelkalkpetrefakten 
nochmals'). 

Diese  organischen  Beste  deuten  bestimmt  auf  ein  höheres  Niveau  hin 
als  Naticrlta  costata,  Mijavitrs  Fassaensis ,  J'ecten  Fucksii ,  wesshalb  auch 
Hauer  die  sie  beherbergenden  Schichten  von  den  Sandsteinen  trennte. 

Wie  in  den  Nordalpen  ergaben  sich  also  auch  hier  zwei  Glieder,  ein 
unteres  sandiges  und  ein  obiges  kalkiges.  Beide  wechsellagern  an  der  Grenze, 
allein  die  oberen  rein  kalkigen  Schichten  xind  im  Gegensatz  zu  denen,  den 
TTebergang  nach  den  Sandsteinen  bildenden  und  den  Sandsteinen  selbst  durch 
eine  ausgezeichnete  Brachiopodenfauna  bestimmt  bezeichnet,  die  wir  in 
der  Gliederung  der  Nordalpen  noch  vermissten. 

')  8avi  et  Meneghini,  Coiuidmtaioiii.  ^uIIh  geologia  th-ll«  Tincuna.  p.  |o.  tiO.  107.  -I<>. 

Meneghini.  Nuovi  fos*ili  TVcani  ]>.  Ii. 
f)  Escher.  Geol.  Bern.  üb.  Vorarlberg,  p.  lo*. 
vl  Hauer.  Erläuterungen  |>.  iC'.f». 


Digitized  by  Google 


45 


Auf  diese  Schichten  folgen  bei  Marcheno  dünnplattige  Kalke  mitffa- 
lot/ia  Lommdi,  die  aber  petrographisch  von  den  unten  liegenden  schwer  zu 
trennen  sind,  wesshalb  sie  denn  auch  von  den  Landeageologen  mit  denselben 
häutig  in  eine  Gruppe  gefasst  wurden. 

Stoppani  in  der  Lombardei.  Theils  diese,  noch  mehr  aber  die 
von  Hauer  über  die  obere  Trias  ausgesprochenen  Ansichten,  riefen  einen 
sehr  lebhaften  Widerspruch  von  Seiten  StoppanTs  hervor.  Derselbe  hatte 
schon  früher  vorläufige  Ergebnisse  seiner  Untersuchungen  in  den  lombar- 
dischen Alpen')  mitgetheilt,  aber  dann  später  Gelegenheit  zu  mancherlei 
Berichtigungen  seiner  eignen  Angaben  gefunden,  die  er  in  einem  Aufsatze, 
betitelt:  Rivista  geologiea  della  Lombardia  in  rapporto  eolla  carta  geo- 
logica  di  questo  paese  publicata  dal  cavaliere  Y.  de  Hauer*),  in  Ver- 
bindung mit  einer  Kritik  der  Haucr'schen  Angaben  veröffentlicht.  Der  Auf- 
satz, meist  polemischer  Natur,  ist  wiehtig  für  diese  unteren  Abtheilungen, 
über  die  Stoppani  in  seinen  späteren  paläonto logischen  Werken  sich  nicht 
ausspricht. 

Von  dem  Umstände  ausgehend,  dass  die  Versteinerungen  nur  in  oberen 
Lagen  der  Sandsteine  sich  finden,  dass  die  Konglomerate  eine  tiefere  Stellung 
einnehmen,  ja  dass  nach  Ragazzoni's  Beobachtungen  in  den  nördlichen 
Bergen  der  Provinz  Brescia  noch  unter  kryptogenen  Gesteinen  sich 
Konglomerate  finden  sollen,  sieht  sich  Stoppani  veranlasst,  die  Konglome- 
rate (den  Verrucano)  als  ein  besonderes,  tieferes  Glied  aufzufassen  und 
mit  Wahrscheinlichkeit  der  Steinkohlen formation  zuzutheilen.  Direkte  pa- 
läontologische Beweise  fehlen  aber  Stoppani  auch  noch  und  er  stützt  sich 
nur  auf  Analogien  mit  den  Monti  i'isani.  Als  bunter  Saudstein  werden 
dann  blos  die  bereits  mit  kalkigen  Schiebten  wechselnden  Sandsteine  mit 
Natkella  costata  aufgefasst,  während  übereinstimmend  mit  Hauer  eine  Reihe 
kalkiger  und  dolomitischer  Schichten,  welche  über  dem  vorigen  Komplex 
folgen,  als  Muschelkalk,  Gurtensteiner  Kalk  bezeichnet  sind:  gruppo  della 
dolomia  inferiore 

Ueber  diesem  unteren  Dolomit  lagern,  am  Ostufer  des  Corner  See's 
beginnend,  ziemlich  mächtige,  intensiv  schwarze,  von  Spathadern  durchzogene 
kalkige,  nach  oben  schiefrig  merglige  Gesteine  (Schichten  von  Perledo 
und  Varenna),  die  eine  ganz  eigentümliche  Saurier  und  Fischfauna  be- 
herbergen.   Diese  Schichten  sind  nach  Stoppani  von  Mergelkalken  mit 

x)  Stoppani.  Studii  geologiei  «  palaeontologiei  sulla  Lombardia.  aus  Bibboteca  poli- 
teenica.    MUano  1857. 

*)  Alti  della  societa  geologiea  reg.  in  MUano  Vol.  I.  p.  190.  1&>9. 


Digitized  by  Google 


40 


der  Fauna  von  Gorno  (Raiblor  Schichten  österreichischer  Geologen) 
überlagert.  Hauer  verband  diese  Schichten  mit  der  oberen  Trias,')  Stop- 
pani  hält  mit  Entschiedenheit  daran  fest,  sie  noch  zur  unteren  Trias  zu 
stellen.  Als  Argument  für  eine  solche  Auffassung  wird  angeführt:  einmal 
die  Lagerung  unter  den  Schichten  mit  Gervillia  bipartita^  ein  Punkt,  auf 
den  wir  sogleich  zu  sprechen  kommen  werden,  sodann  der  so  eigenthümliche 
Charakter  der  Fauna,  welcher  nicht  gestatte,  sie  mit  den  Esinokalken, 
einem  Glied  der  obern  Trias,  zu  vereinigen,  wie  das  Hauer  thue,  vielmehr 
für  Muschelkalk  spreche.  Das  Vorkommen  der  Ilalobia  Moussoni,  deren 
benachbarte  Formen  in  der  oberen  Trias  liegen,  scheint  Stoppani  auch 
kein  hinreichender  Grund  für  eine  Trennung  vom  Muschelkalk. 

In  Beziehung  auf  die  Aufeinanderfolge  der  einzelnen  Abtheilungen  sehen 
wir  also  Stoppani  in  Uebereinstimmung  mit  Curioni,  Hauer  und  Ra- 
gazzoni,  nur  die  Grenzbestimmung  dessen,  was  als  untere  Trias  bezeichnet 
wird,  erscheint  abweichend.  Wie  diese  Grenze  nach  unten  gezogen  wird, 
ist  jedoch  nicht  von  so  wesentlichem  Belang,  insofern  organische  Reste  noch 
fehlen  und  das  höhere  oder  tiefere  Lager  derselben  mehr  Sache  der  indi- 
viduellen Auffassung,  als  eine  Folgerung  aus  den  Verhältnissen  der  Schichten 
sich  ergebender  Schlüsse  ist.  In  solchen  Fällen  wird  der  den  meisten  An- 
spruch haben  gehört  zu  werden,  der  die  meisten  Analogien  beizubringen 
vermag. 

Beherzigenswerth  ist,  was  S  tu  der  (Geologie  der  Schweiz  p.  413)  sagt, 
dass  Konglomerate  wie  der  Verrucano  sehr  verschiedenen  Formationen  an- 
gehören können  und  dass  blosse  Lagerung  und  petrographische  Ueberein- 
stimmung  mit  ähnlichen  Ablagerungen  anderer  Gegenden  zu  einer  Alters- 
bestimmung nicht  ausreichen. 

Eigene  Beobachtungen  in  der  Lombardei.  Ich  hatte  selbst 
auf  meinen  Ausflügen  Gelegenheit,  die  besprochenen  Gebilde  an  vielen 
Funkten  der  Lombardei,  besonders  im  Val  Cammonica,  zu  sehen.  Zu- 
nächst besuchte  ich  den  wegen  seines  IVtrefaktenreiehthums  bekannten 
Fass  Croce  Domini.  Steigt  man  von  Bagolino  nach  demselben  hinauf, 
so  hat  man  zunächst  Glimmerschiefer  (der  Hauptmasse  des  Monte  Muf- 
fetto  angehörend)  zu  beiden  Seiten  des  Thaies.  Auf  denselben  folgen 
grobe  Konglomerate,  die  da,  wo  man  aus  dem  Hauptthal  westlich  in 
einem  kleineren  Thal  nach  dem  Fasse  emporsteigt,  mit  feinen,  glimmerigen 
Sandsteinen  wechsellagern  und  schliesslich  denselben  ganz  Platz  machen. 

')  Siehe  dessen  neueste  Bemerkungen:  Sitzungsbericht.  Wiener  Akademie.  19.  Jan. 
1865.  p.  5  seq. 


Digitized  by  Google 


47 


machen.  Unmittelbar  ehe  man  den  Pasa  erreicht,  treten  helle  kalkige 
Bänke  auf,  die  in  Menge  die  schon  oben  genannten  Fossilien  der  Werfener 
Schiefer  enthalten.  Man  sammelt  dieselben  theils  in  einzelnen  entblösten 
Stellen  der  AlpweideD,  thoils  an  den  steilen  Abfallen  der  nördlich  vorliegen- 
den höhern  Gebirge.  Gleichmässig  finden  sie  sich  in  sehr  dünnschiefrigen, 
glimmerreichen,  rothen  Sandsteinen  (nördlich  vom  Wege)  und  grauen,  hel- 
len, dickbankigen,  mehr  kalkigen  Gesteinen  (südlich  vom  Wege).  Besonders 
bezeichnend  sind: 

Naticella  costata  Mnstr. 

Tttrbo  rectecostatus  Hau. 

Avicida  Venetiana  Hau. 

Myacites  Fassaensis  Wissra. 
Gegen  Westen  und  Südwesten  lassen  sich  Konglomerate  und  Sandsteine  bis 
hinab  nach  Val  Cammonica  verfolgen  und  werden  dort,  wie  auch  schon 
oben  am  Passe,  zunächst  von  Rauchwacken  mit  Gyps,  über  diesen  von 
plattigen,  knolligen  Kalken  überlagert,  in  deren  oberen  Schichten  bereits 
Haiobia  LommcH  und  bei  Cogno  Ammoniten  auftreten.  Versteinerungen, 
wie  von  Marchcno,  fand  ich  hier  nicht.  Sehr  instruktiv  ist  der  Theil 
von  Val  Cammonica  von  Breno  bis  hinab  an  das  Nordende  des  Lago 
d'Iseo,  jene  schon  von  Curioni,  Escher  und  Hauer  so  oft  genannte 
Gegend.  Auf  der  linken  Thalseite  stehen  noch  die  Sandsteine  an  und  bil- 
den z.  B.  den  einzelnen,  bei  Erbano  aus  dem  Thal  aufsteigenden  Monti- 
colo;  sie  treten  südlicher  bei  Corti  nächst  Loveri  auf,  wo  sie  bereits 
von  Gypsen  und  Rauchwacken  überlagert  sind  und  unterteufen  die  ganze 
hohe  Gebirgsmassc,  welche  vom  Lago  d'Iseo  nördlich  bis  gegen  Civi- 
date  in  pralligen  Wänden  auf  der  rechten  Thalseite  ansteht.1)  Das  von 
Westen  her  bei  Gorzone  einmündende  Val  di  Scalve  durchbricht  die 
Schichten  quer  und  wenn  man  dasselbe  aufwärts  durchwandert,  bekommt 
man  einen  ausgezeichneten  Durchschnitt  der  Schichten.  Gleich  nachdem 
man  die  Hauptstrassc  in  Val  Cammonica  bei  tfer  einzelnen  Casina  di 
Boario  verlassen  hat,  trifft  man  zu  beiden  Seiten  des  Weges  bei  S.  Rocco 
die  glimmerigen  Sandsteine,  die  hier  ein  sehr  bezeichnendes  Ansehen 
haben,  indem  das  ganze  Gestein  aus  länglichen  Wülsten  zusammengesetzt 
erscheint,  als  verdanke  es  pflanzlichen  Resten  seine  Entstehung.  Hinter 
Gorzone,  wo  unten  im  tiefen  Tobel  des  Baches  noch  die  rothen  Sandsteine 
anstehen,  beginnen  sich  dolomitische  Kalke  und  Rauchwacken  aufzulagern, 
die  zwischen  T  e  r  z  a  n  o  und  A  n  g  o  1  o  allmählich  in  mehr  oder  minder 


')  s.  die  Karte  in  Hauer's  Üebenicht. 


Digitized  by  Google 


48 


knollige  Kalke  mit  Glimmern,  endlich  in  ganz  intensiv  schwarze,  dünne 
plattige,  mannigfach  gewundene  Kalkschichten  übergehen,  die  hinter  Ad- 
golo,  wo  die  neue  Strasse  nach  Dezzo  in  das  enge  Thal  eintritt,  häutig 
Halobia  Lummeli  führen.  Wir  verfolgen  dies  prachtvolle  Profil  später  bei 
Besprechung  der  oberen  Trias  weiter,  es  genügt  hier  die  schon  mehrfach 
gemachten  Beobachtungen  bestätigt  und  mit  den  eigenen  an  den  Tiroler 
Grenzgebirgen  in  Verbindung  gesetzt  zu  haben. 

Südlich  in  Val  Trompia  sammelte  ich  bei  Marchcno,  unmittelbar 
nördlich  von  diesem  Orte  an  der  Brücke  die  ächten  oben  genannten  Muschel- 
kalkpetrefakten.  Ausser  den  genannten  fand  ich  noch  Rhync  hone  IIa 
decurtata  Gir.  sp.,  auf  deren  Auftreten  ein  besonderes  Gewicht  zu  legen 
ist  (s.  u.).  Sie  sind  überlagert  von  petro graphisch  sehr  ähnlichen  Gesteinen 
mit  Halobia  Lommeli. 

Richthofen  in  Südtirol  und  Vorarlberg.  Wenden  wir  uns  nach 
Osten,  östlich  von  Pievc1)»  90  gewinnen  die  Mittheilungen  Richthofeu's 
über  die  Umgebungen  von  S.  Cassian  Bedeutung.  Derselbe  untersuchte 
in  nicht  zu  langen  Zeitabständen  nord-  und  südalpine  Gebiete*)  und  seine 
Beobachtungen  ergänzen  sich  gegenseitig.  Wir  unterziehen  beide  einer  Be- 
trachtung und  sind  dabei  in  der  glücklichen  Lage,  denselben  Forscher  über 
nord-  und  südalpinc  Gebiete  vernehmen  zu  können,  ein  Umstand,  den  der 
um  so  mehr  zu  würdigen  wissen  wird,  der  Gelegenheit  gehabt  hat,  zu 
bemerken,  wie  so  oft  verschiedene  Auffassungen  deutscher  und  italienischer 
Geologen  allein  ihren  Grund  in  dem  Mangel  eigener  Anschauung  der  beider- 
seitigen Gebiete  haben. 

In  den  Nordalpen  Hessen  sich  Werfener  Schiefer  nur  petro graphisch 
nachweisen,  sie  fanden  sich  versteinerungsleer  und  boten  überhaupt  nichts 
auffallendes  in  ihrer  Erscheinung  dar.    Anders  in  den  Südalpeu. 

Richthofen  unterscheidet  auf  Quarzporphyr  und  Glimmerschiefer 
aufgelagert3): 

1.  Schichten  von  Groden,  rothe  Sandsteine,  die  sich  allmählig  aus 
dem  Porphyr,  dem  sie  meist  aufgelagert  sind,  entwickeln,  so  das»  sich  keine 
scharfe  Grenze  ziehen  lässt.  Thierische  Reste  fehlen  gänzlich,  auf  Pflanzen 
deuten  wulstige  Erhabenheiten,  sowie  Kohlenschmitze. 

')  Profil  Nro.  VII. 

*)  Kictitltofen.  Geognojt.  Beschreibung  der  Umgegend  von  Predazzo,  S.  Carinii,  etc.  p.  3ü. 
Den.:  Die  Kalkalpeu  ron  Vorarlberg  und  Nordtyrol.  Jahrb.  geol.  Reicbiaiut.  i&>y. 
X.  p.  72-137.  1861.  G.'.    XII.  p.  87. 

J)  Besehreibuug  d.  ümg.  v.  Predazzo  p.  47. 


Digitized  by  Google 


49 


2.  Schichten  von  Seiss.  Graulich  weisse,  merglige,  sandige  Schichten 
mit  wulstigen  Erhabenheiten  auf  den  glimmerigen  Ablösungsflächen.  Es 
tritt  in  Menge  auf  Posidonomya  Clcnai. 

3.  Campiler  Schichten.  Ein  Wechsel  rother,  stellenweise  grün  ge- 
fleckter, mergliger,  auch  weisser,  zerklüfteter  Sandsteine  mit  Turbo  recte- 
costatus,  NatkeUa  costata,  Ceratites  Cassianus. 

Diese  drei  Schichten  fasst  R.  als  untere  Trias  zusammen.  Es  springt 
in  die  Augen,  dass  wir  hier  die  Werfener  Schiefer  und  theil  weise  Gutten- 
»teiner  Kalke  vor  uns  haben,  soweit  dieselben  noch  die  genannten  Ver- 
steinerungen führen.  Letzteren  insbesondere  dürften  die  mergligen  Cam- 
piler Schichten  entsprechen.  In  wie  weit  übrigens  die  Trennung  in  Seisser 
und  Campiler  Schichten  allgemeine  Geltung  gewinnen  wird,  indem  vielleicht 
Posidonomya  Clarui  einen  konstant  tieferen  Horizont  einnimmt,  liisst  sich 
zur  Zeit  noch  nicht  bestimmen.  Für  jetzt  hat  eine  solche  Trennung  noch 
keinen  Anspruch  auf  allgemeine  Gültigkeit. 

Am  Virgloria-Passe  und  dem  ganzen  oberen  Gampcrtcnpasse  in 
Rhaeticon  fand  Richthofen1)  die  rothen  Sandsteine  unmittelbar  über- 
lagert von  einem  intensiv  schwarzen,  sehr  harten  kieselreichen,  in  1"  bis  3" 
dicke  Platten  abgesonderten  Kalke.  Als  besonders  bezeichnendes  und  kon- 
stantes petrographisches  Merkmal  desselben  wird  angegeben  eine  Art  Ver- 
zahnung der  einzelnen  Platten,  indem  die  oine  mit  zackig  unebener  Oberfläche 
derart  in  die  andere  eingreift,  dass  eine  Trennung  beider  nicht  möglich  ist. 
Da  wo  diese  Verzahnung  nicht  stattfindet,  sind  die  Schichtttächen  mit  Mi- 
regelmässigen  Wülsten  bedeckt  und  ein  grünlich  bis  schwärzlich  grauer, 
fettglänzenejer  Thon  trennt  dieselben  und  erleichtert  die  Spaltbarkeit.  An 
den  genannten  Punkten  findet  sich  häufig: 

Retzia  triyonella  Schloth.  sp. 

Encrinus  gracitis  Buch. 

Diese  Schichten  bezeichnet  Richthofen  fortan  als  Virgloriakalke. 
In  den  Südalpen  beobachtete  derselbe  gewisse  petrographiscb  ähnliche  Kalke 
im  selben  Niveau,  ohne  jedoch  Versteinerungen  in  denselben  aufzufinden. 
Doch  erwähnte  Fötterle  einer  bei  Buchenstein  gefundenen  lletzia  triyo- 
nella, sowie  auch  Wolff  aus  Iudicarien  solche  auf  Virgloriakalk  deutende 
Fossilien  mitgebracht  hatte.  Es  sind  dies  die  in  Profil  VII  bei  Piere  von 
mir  früher  angegebenen.  Unmittelbar  auf  diese  dunklen  Knollen  kalke  folgen 
im  südalpinen  Untersuchungsgebiete  Richthofen's  Dolomite  mit  globosen 

Jahrb.  geol.  Reichaatiat.  X.  p.  9;t. 

4 


Digitized  by  Google 


50 


Ammoniten,  die  auf  obere  Trias  hindeuten,  jedoch  mit  dem  Virgloriakalk 
zusammengefaßt  werden  (Mendola-Dolomit). 

Ein  weiterer  Fundort  für  Muschelkalkversteinerungen  und  der  am  läng- 
sten bekannte  ist  Recoaro  im  Vizentinischen.  In  derThat  liegen  hier  die 
Versteinerungen  in  einer  Menge  angehäuft,  wie  kaum  ausserhalb  der  Alpen 
irgendwo.  Als  letztes  sicheres  Vorkommen  für  diese  Virgloriakalke 
seien  dann  noch  auf  der  Nordseite  der  Alpen  die  Umgebungen  von  Reutte 
erwähnt,  wo  sich  folgendes  fand: 

Spirifer  Metitzelii  Dunk. 

Rhynchondla  decurtata  Qir.  sp. 

Betzia  trigonetta  Schloth.  sp. 

Terebratula  angustata  Schloth. 

Terebratula  vulgaris  Schloth. 

Encrinus  gracilis  Buch. 
Alle  diese  hier  zusammengestellten  Schichten  betrachtet  Richthofen 
als  unterstes  Glied  seiner  oberen  Trias;  ich  habe  ihrer  jedoch  schon  jetzt 
gedacht,  weil  sich  erweisen  lässt,  dass  sie  nur  in  der  unteren  Trias  eine 
Stelle  finden  können,  wenn  man  überhaupt  eine  Zweitheilung  der  Trias  in 
den  Alpen  annehmen  will. 

Pichler  in  der  Umgegend  von  Innsbruck.  Pichler  wies  in 
den  Gebirgen  nördlich  von  Innsbruck  folgende  Schichten  nach'): 

A.  Untere  Trias. 

I.  Bunter  Sandstein. 

(Werfener  Schiefer  der  österreichischen  Geologen.) 

Vorwaltend  bunte  Sandsteine  und  Salzthone.  Versteinerungen 
fehlen,  nur  Kohlenschmitzen  und  Pflanzenspuren  fanden  sich. 
II.  Unterer  Alpenkalk. . 

(Muschelkalk,  Guttensteiner  Kalk  der  österreichischen  Geologen.) 
Zunächst  Rauchwacke,  dann  dunkle,  dolomitische  Kalke  mit  Lagen 
von  Schieferthon,  welche  allmählig  in  jene  Gesteinsmodifikation  über- 
gehen, welche  Richthofen  vom  Virgloriapasse  beschreibt.  Keine 
Versteinerungen. 

B.  Obere  Trias. 

Dazu  der  Knollenkalk  von  Kudernatsch,  Virgloriakalk  von  Richt- 
hofen und  Plattenkalk  von  Gümbel.    Versteinerungen  s.  u. 

Letztere  Abtheilung,  obgleich  als  obere  Trias  bezeichnet,  habe  ich  hier 


')  Pichler.    Beitrage  «ur  Oeognogie  Tirol*.    3.  Folge. 


Digitized  by  Google 


• 


51 


noch  hergestellt,  weil  sich  unter  den  als  Synonymen  angeführten  Ablagerungs- 
bezeichnungen auch  Virgloriakalk  findet. 

In  welcher  Weise  diese  Schichten  bei  Innsbruck  aufzufassen  seien,  will 
ich  unten  angeben. 

Gümbel  in  den  bayerischen  Alpen.  Zum  Schluss  möge  hier  noch 
die  Eintheilung  wieder  gegeben  werden,  zu  welcher  Gümbel  auf  Grund 
»einer  umfassenden  Untersuchungen  in  den  bayerischen  Alpen  kam. 

Derselbe  sagt1): 

Der  Alpenbuntsandstein  gliedert  sich: 

1.  In  eine  untere  Abtheilung,  bestehend  aus  Konglomeratbänken, 
Breccien,  grobem  röthlichem  Sandstein  und  jenen  glimmerigen,  intensiv  rothen 
Schieferthonschichten,  welche  den  Thonschiefern  der  älteren  Formationen  in 
gewissen  Varietäten  oft  täuschend  ähnlich  sind. 

2.  Eine  mittlere  Abtheilung  (Hauptbuntsandstein)  mit  vorherrschend 
schieferigem,  rothem,  buntgeflecktem  und  gestreiftem  Sandstein,  der  zuweilen 
in  grobbankige,  dichte  und  hornsteinartige  Schichten  übergeht. 

3.  Obere  Abtheilung  (Roth)  deren  meist  sehr  dünnschieferige 
Schichten  theils  aus  sandigem,  rothem,  häutig  graugrünlichem  und  gelblich 
gefärbtem,  thonigem  Sandstein,  theils  aus  Schieferthon  und  in  den  obersten 
Bänken  aus  einer  Dolomitlage  bestehen.  Diese  oberste  Abtheilung  ist  es, 
welche  in  den  Alpen,  wie  auch  ausserhalb  derselben,  Gyps,  Anhydrit  und 
Steinsalz  in  stockförmig  gelagerten  Massen  umschliesst.  Den  alpinischen 
und  ausseralpinischen  Gebilden  dieser  Gruppe  ist  zugleich  auch  die  wulstige, 
unebene  Beschaffenheit  der  Schichtflächen  und  die  Anwachsstreifen,  weiche 
man  als  Zeichen  einer  Strandbildung  ansieht  (Wellenschlag),  eigentümlich. 

Unter  den  Versteinerungen  in  den  oberen  Schichten  begegnen  wir  den 
uns  schon  aus  den  Südalpen  bekannten: 

Posidonomya  Ciarai  Emmr. 

Myacites  Fassaetwis  Wiasm. 

Natkdla  costata  Mustr. 
Ueber  diesen  bunten  Sandsteinen  und  unter  denen  weiterhin  genauer 
beschriebenen  Partnaohnchichten,  welche  neben  ächten  Keuperptta/izen  auch 
Hulobia  Lommeli  führen,  liegt  ein  mächtiges  System  kalkiger  und  dolo- 
mitischer  Gesteine,  die  genauer  in  folgende  Gesteinsvarietäten  zerfällt  wer- 
den (p.  194): 

1.  Mergliger  Muschelkalk,  dem  ausseralpinischen  Muschelkalk  ähn- 
liche, dünnschichtige  graue,  thonige  Kalke. 

')  OQmbcl.    Bayer.  Alpen,  p.  182. 

4* 


Digitized  by  Google 


52 


2.  Hauptmuschelkalk  der  Alpen,  Guttensteiner  Kalk,  schwarzgraue, 
mehr  oder  weniger  dolomitiache  Kalke  von  undeutlicher  Schichtung,  dabei 
in's  Unendliche  zerklüftet,  auf  den  Kluftflächen  von  weissen  Kalkspathadern 
reichlich  durchzogen.    Selten  rauchgrau  und  dolomitisch. 

3.  Plattiger  Muschelkalk  (schwarzer  Marmor,  Trigonellenkalk).  Es 
ist  dies  Richthofe  n's  typischer  Virgloriakalk. 

4.  Schwarzer  Alpe ndolo mit,  meist  fein  krystallinisch  körniger 
Dolomit.  Die  ticfdunkle  Farbe,  die  zur  Regel  gewordene  Durchaderung  des 
Gesteins  von  stark  abstechenden  weissen  Kalkspathschnürchen  lassen  diesen 
Dolomit  von  jeder  anderen  Art  alpinischem  Dolomit  leicht  unterscheiden. 

Die  Plattenkalke  bilden  da»  oberste  Glied  und  besonders  in  ihnen  finden 
sich  die  ächten  Muschelkalkbrachiopoden. 

Alle  diese  Schichten  werden  als  Alpenmuschelkalk  bezeichnet  und  über 
die  einzelnen  Glieder  bemerkt,  dass  dieselben  wohl  mit  ausseralpinen  Ana- 
logie, aber  nicht  Identität  zeigen. 

Folgende  kleine  Tabelle  giebt  eine  üebersicht  und  die  Synonymik1): 

Muschelkalk. 

8.  Oberer  Muschelkalk  der  Alpen. 

Reteia  trigoneUa-Bchic\\ten. 

Schwärzliehe  Kalke  mit  Dolomit,  von  weissen  Kalkspathadern 

durchzogen. 
Guttensteiner  Kalk. 
Virgloriakalk. 
Unterer  Muschelkalk. 

9.  Schwärzliche  Mergelkalke  mit  Versteinerungen. 

Natketta  cosfata-Schichten. 
Guttensteiner  Kalk. 
Buntsandstein. 

10.  Rothe  Sandsteine. 

Folgerungen. 

Ueberblicken  wir  nun  die  angeführten  Eintheilungcn  über  die  untere 
Trias,  so  sehen  wir  zunächst  in  Beziehung  auf  die  untere  Grenze  derselben, 
dass  ziemliche  Ucbereinstimmung  herrscht. 

Beinahe  überall  lässt  man  über  kryptogenen  Bildungen,  über  Thonschiefer 
oder  Porphyren,  welche  mit  Sedimentairbildungen  in  innigem  Zusammen- 
hang stehen,  die  untere  Trias  mit  Konglomeraten,  oder  rothen  fosailfreien 

■)  Oflmbel  I.  c.  p.  193. 


Digitized  by  Google 


53 


Sandsteinen  beginnen.  Nur  in  der  Lombardei  lassen  sich  manche  Gründe 
dafür  geltend  machen,  einen  Theil  dieser  Konglomerate  altern  Formationen 
zuzutheilen,  wie  auch  Richthofen')  geneigt  ist,  die  untersten,  mit  kryptogenen 
8chiefern  wechselnden  Konglomerate  in  Vorarlberg  für  älter  als  triadisch 
zu  halten.  Für  Tirol  scheint  es  keinem  Zweifel  zu  unterliegen ,  dass  wir 
die  bei  Daone  und  am  Monte  Zacon  beobachteten  Konglomerate  und 
groben  Sandsteine  mit  den  darüber  folgenden  feinen  noch  versteinerungs- 
leeren 8andsteinen  zusammenfassen  und  in  die  untere  Trias  stellen.  Es 
spricht  hiefur  der  Umstand,  dass  man  keine  Wechsellagerung  mit  Thon- 
schiefern bemerkt  und  dass  der  Uebergang  von  den  untersten,  mit  dem 
Porphyr  in  enger  Verbindung  stehenden  groben,  zu  den  oberen  feineren 
Schichten  ein  so  allmähliger  ist,  dass  eine  Trennung  in  zwei  Gruppen  un- 
natürlich erscheinen  würde,  so  lange  nicht  paläontologische  Gründe  eine 
solche  Annahme  nöthig  machen. 

Die  Schichten  mit  Naticella  costata  werden  zwar  von  dem  einen  zum 
Muschelkalk,  vom  andern  zum  bunten  Sandstein  gestellt,  allein  alle  sind  über 
ihre  Lagerung  zwischen  den  rothen  versteinerungsleeren  Sandsteinen  und 
den  Schichten  mit  Retzia  trigonclla  einig.  Bei  Daone  fehlen  die  bezeich- 
nenden Versteinerungen  im  rothen  Sandstein  noch,  doch  finden  sie  sich  wahr- 
scheinlich auch  hier,  da  die  betreffenden  Schichten  vom  Passe  Croce  Do- 
mini sich  bis  nach  unserm  Profil  verfolgen  lassen.  Am  Monte  Zacon 
folgen  über  den  Konglomeraten  jene  oben  näher  beschriebenen  Kalke  und 
auegelaugten  Rauchwacken  mit  Pcctcn  Margharitae  Hau.,  die  sich  durch  ihre 
Versteinerungen  und  den  petrographischen  Charakter  unmittelbar  an  Richt- 
hofen's  Seisser  und  Campiler  Schichten  anschliesscn.  Sio  vertreten  also 
die  Schichten  vom  Croce  Domini  Passe  an  der  Venetianischen  Grenze. 

Ob  innerhalb  dieses  Komplexes  eine  weitere  Gliederung  möglich  ist, 
wie  sie  Richthofen  für  die  Umgebungen  von  St.  Cassian  versuchte,  lässt 
sich  für  den  Augenblick  noch  nicht  entscheiden.  Es  müsste  in  einem  sol- 
chen Falle  Posidonotnya  Ciarai  einen  tieferen,  Naticella  costata  einen  höheren 
Horizont  einnehmen.  Ich  hoffte  über  diesen  Punkt  in  den  Umgebungen  von 
Recoaro  Aufschluss  zu  bekommen,  allein  ich  durchsuchte  umsonst  die  von 
den  Gebirgen  nach  dem  Hauptthal  hinabführenden  Risse.  Es  fanden  sich  in  Val 
Rotolon  und  bei  Rovegliana  beide  Fossilien,  allein  unter  Umständen, 
welche  über  die  Lagerung  keinen  sichern  Aufschluss  gaben.  Ueberhaupt 
sind  die  Umgebungen  von  Recoaro  nicht  geeignet,  um  schnell  ein  Urtheil 
über  die  Lagerung  einzelner  Schichten  zu  gewinnen.  Mannigfache  Abrutsch- 


')  Richthofen,  Vorarlberg.  Jahrb.  Reichaanst.  X.  p.  89. 


Digitized  by  Google 


54 


ungcn  und  Geröllströme,  aus  denen  man  die  Versteinerungen  untermengt 
aufliest,  führen  zu  leicht  zu  falschen  Schlüssen. 

Auf  der  Nordseite  der  Alpen  entsprechen  die  Verhältnisse  ganz  den 
südalpinen.  Das,  waH  zuerst  bei  Hauer  Guttensteiner  Kalk  genannt 
wurde  und  NativcUa  costafa  führt,  muss  zu  dieser  Abtheilung  gezogen  werden, 
während  manches  andere,  was  man  später  Guttensteiner  Kalk  nannte, 
echter  Muschelkalk  ist.  Dem  entsprechend  sehen  wir  auch  bei  Gümbel 
(bayr.  Alpen  p.  193)  in  der  Tabelle  sowohl  unter  oberem  Muschelkalk 
(Trigonellenkalk)  als  auch  unter  dem  schwärzlichen  Mergelkalk  (Naticella 
costata  Schichten)  den  Guttensteiner  Kalk  als  Synonym  verzeichnet. 

Die  Rauchwacken,  welche  häufig  mit  Gyps  vergesellschaftet  ,  von  der 
Lombardei  beginnend,  bis  nach  Krain  zu  verfolgen  sind,  nehmen  über 
den  NaticellaSchichten  eine  ganz  bestimmte  Stellung  ein  und  liegen  unter 
den  Schichten  mit  lldziu  irigonclla.  Hierher  gehören  die  Gypse  von  Vol- 
pino  in  Val  Camrnunica,  gewisse  von  den  Geologen  des  Montanistischen 
Vereins  zum  untern  Alpenkalk  gestellte  Schichten  in  den  Umgebungen  von 
Lavis,  der  Gyps  bei  Strigno  und  die  Gypse  von  Val  Rotolon  und 
anderen  Punkten  bei  itecoaro. 

Als  oberstes  Glied  der  unteren  Trias  fanden  wir  in  der  Lombardei  die 
Schichten  von  Märchen o  mit  echten  Muschelkalkpetrefakten.  Ihnen  ent- 
spricht der  glimmerige  Kalk  mit  Spiri/cr  Mcntztiii  von  Pieve  und  überhaupt 
alles,  was  Richthofen  und  wer  sich  sonst  seiner  Nomenklatur  bediente, 
als  Virgloriakalk  bezeichnete,  insoweit  dasselbe  den  Schichten 
vom  Virgloriapasse  nicht  blospetrographisch,  sondern  auch  pa- 
läontologisch  entspricht.  Dass  die  petrographische  Beschaffenheit  kein 
ausreichendes  Merkmal  für  die  Bezeichnung  dieser  Schichten  ist,1)  beweist 
schon  der  Umstand,  dass  bei  Marcheno  auch  in  mehr  schief rigen  Schichten 
Versteinerungen  sich  finden,  ja  dass  bei  Reutte  die  versteinerungsreichen 
Kalke  innerhalb  eines  bedeutenden  Schieferschichtenkomplexes  mitten  innen 
liegen.  Das  einzig  sichere  Merkmal  geben  uns  nur  die  Fossilien  ab  und 
auf  diese  muss  daher  bei  weiteren  Untersuchungen  ein  ganz  besonderes 
Gewicht  gelegt  werden.  Wenn  man  dieselben  auch  noch  nicht  von  sehr 
zahlreichen  Punkten  kennt,  so  reichen  diese  doch  schon  aus,  die  allgemeine 
Verbreitung  und  das  Durchgreifende  des  Horizontes  zu  konstatiren ;  auch  ist 
es  zu  erwarten,  dass  man  noch  bedeutend  mehr  Punkte  auffinden  wird,  da 
ein  Komplex  von  oft  nur  30'  Mächtigkeit,  wie  z.B.  bei  Daone,  in  den  Alpen 
ungemein  leicht  übersehen  werden  konnte.    Diesen  Muschelkalkschichten 


')  Vergl.  Pichler.   Zar  Oeogn.  d.  Nordtirolisohen  Kalkalpen  p.  2. 


Digitized  by  Google 


55 


lassen  sich  innerhalb  der  alpinen  Trias  nur  noch  die  Contortaschichten 
der  Rhätischen  Gruppe  in  geognostischer  Bedeutung  an  die  Seite  stellen, 
da  keine  andere  Schicht  eine  so  allgemeine  Verbreitung  zugleich  inner- 
und  ausserhalb  der  Alpen  besitzt. 

Die  lombardischen  Geologen  legen  diesen  Schichten  als  selbstständigem 
Glied  nur  eine  untergeordnete  Bedeutung  bei,  da  dieselben  bisher  nur  an 
einzelnen  Punkten  nachgewiesen  sind  und  voreinigen  dieselben  häufig  mit 
dem  „S.  Caasiano",  den  Halobienschichten.  Da  man  nun  aber  anderwärts 
weiss,  dass  die  Halobia  und  mancherlei  Ammoniten  besonders  aus  der  Fa- 
milie der  globosi  immer  erst  über  den  Muschelkalkbrachiopodcn  liegen,  so 
sollte  man  auch  in  der  Lombardei  hier  eine  Formationsgrenze  anerkennen 
und  genaue  Nachforschungen  über  deren  horizontale  Verbreitung  anstellen.  • 

Vom  Muschelkalk  zu  trennen  und  in  die  obere  Trias  zu  stellen,  sind 
auch  wohl  jene  eigenthümlichen  fisch-  und  reptilreichen  Kalke  von  Perledo 
und  Varenna,  doch  lässt  sich  das  vor  der  Hand  noch  nicht  mit  Bestimmt- 
heit aussprechen,  da  möglicher  Weise  mehrere  Horizonte  in  denselben  ver- 
steckt liegen.  Stoppani  will  sie  mit  dem  Muschelkalk  vereinigt  wissen, 
weil  ihre  Fauna  mit  dem  Esinokalk  der  oberen  Trias  keine  Analogien 
zeige  und  weil  sie  unmittelbar  von  den  Schichten  von  Gorno  mit  Gervillia 
bipartita  überlagert  seien.  Was  den  ersten  Punkt  anbetrifft,  so  dürfte  man 
wohl  auch  in  der  alpinen  unteren  Trias  nach  einer  analogen  Fisch-  und 
Reptilfauna  vergeblich  suchen  und  in  Beziehung  auf  den  zweiten  muss  be- 
merkt werden,  dass  bis  in  die  neueste  Zeit  ein  seit  lange  als  vielverbreitet 
anerkanntes  Glied  der.. oberen  Trias  von  Stoppani  nicht  in  seiner  richtigen 
Bedeutung  aufgefasst  wurde,  wesshalb  seine  stratigraphischen  Beweise  werthlos 
sind.  Diese  Verhältnisse  sollen  im  nächsten  Abschnitt  weiter  erörtert  werden, 
wo  ich  zeigen  will,  dass  in  der  Lombardei  so  gut  wie  ausserhalb  derselben 
über  echten  Muschelkalkschichten  und  unter  jenen  mit  Gervillia  bipartita 
ein  bis  2000'  mächtiges  System  von  schwarzen,  dünnschichtigen  und  grauen 
massigen  Kalken  und  Dolomiten  mit  häufig  riesenoolithischer  Struktur  sich 
nachweisen  lässt,  welches  den  in  Deutschland  als  St.  Cassian  und  Hall- 
stätter  Gruppe  bekannten  Schichtenkomplexen  entspricht.  Diese  Schichten 
aber  gerade  sind  es,  die  sich  gegenüber  dem  Muschelkalk,  der  inner-  und 
ausserhalb  der  Alpen  unter  sehr  gleichartigen  und  einförmigen  Bedingungen 
sich  gebildet  zu  haben  scheint,  einen  ganz  ungemein  reichen  Wechsel  in 
der  Erscheinungsweise  zeigen.  Ich  erinnere  nur  an  die  nordalpinen  Part- 
nachschichten, an  den  unteren  Theil  des  Cassianer  Komplexes,  mit 
den  Fischschichten  von  Corfara1)  an  die  Hai  Ist  ätt  er  Kalke  u.  s.  w. 

')  Richthofen.    Beschreibung  etc.  p.  69  zu  den  Wenger-Schiefern  gehörend. 


Digitized  by  Google 


■ 


56 


Für  eine  dieser  unendlich  vielen  lokalen  Erscheinungen  kann  ich  die  Per- 
ledoschichtcn  allein  halten.  Durch  alle  diese  so  verschiedenartigen  Ab- 
lagerungen zieht  sich  aber  als  ein  umschlingendes  Band  die  Halobia  Lom- 
tiifli  hindurch,  die  im  Muschelkalk  noch  fehlt.  Dass  die  ihr  so  nahe  stehende 
Halobia  Moussoni  sich  bei  Perledo  findet,  möchte  ich  zu  Gunsten  meiner 
Auffassrnngsweise  als  gewichtiges  Argument  geltend  machen  und  könnte  mich 
zwischen  unterer  und  oberer  Trias  nur  schwer  zur  Annahme  einer  solchen 
„promiseuita"  der  Fauna  entschließen,  wie  sie  Stoppani  geltend  macht. 
Wenn  endlich  so  grosses  Gewicht  auf  die  Aehnlichkeit  mit  den  Dolomiten  von 
Besann')  gelegt  wird,  so  erwähne  ich  nur,  dass  Curioni*)  nach  seinen 
neuesten  Beobachtungen  dieselben  mit  der  oberen  Trias  verbindet,  was  meiner 
Auffassung  gänzlich  entspricht. 

In  die  obere  Trias  sind  dann  wohl  auch  die  Reiflinger  Kalke  (s.  o.) 
mit  dem  Ichthyosaurus  zu  stellen.  Bei  alledem  lässt  sich  nicht  läugnen,  dass 
die  Trennung  von  unterer  und  oberer  Trias  in  deu  Alpen,  besonders  in  der 
Praxis,  eine  noch  ungemein  schwierige  ist.  Es  findet  an  den  meisten  Punk- 
ten ein  ebenso  allmähliger  petrographischer  Uebergang  statt,  wie  an  manchen 
anderen  Formationsgrenzen  z.  B.  zwischen  Jura  und  Kreide  in  Südtirol,  so 
dass  man  allein  auf  die  Versteinerung  sich  verlassen  kann.  Es  wird  beson- 
ders noch  einer  genauen  Untersuchung  der  beiden  Abtheilungen  eigentüm- 
lichen Ceplialopoden  bedürfen,  dio  man  in  der  Lombardei  bisher  noch  nicht 
unternommen  hat.  Neuerdings  haben  sich  auch  bei  Reutte,  wie  es  scheint 
mit  lietzia  triyomlla  in  donselben  Bänken,  schöne  Ammoniten  gefunden,  die 
also  von  denen  der  Hallstätter  Formation  scharf  abzutrennen  sein  würden. 

Einige  Worte  inuss  ich  noch  über  Richthofen's  Eintheilung  hinzu- 
fügen, der  die  Virgloriakalke  zur  oberen  Trias  stellte.  Er  stützte  sich 
dabei  auf  genetische  Gründe ,  die  sich  aus  seinen  Beobachtungen  in  der 
Umgegend  von  8.  Gas  sinn  ergaben.  Mögen  dieselben  auch  dort  ihre  Gel- 
tung haben,  eine  allgemeine  Bedeutung  kann  man  ihnen  kaum  beilegen, 
wie  sich  schon  aus  Gümbels  Beobachtungen  in  den  Nordalpen  ergiebt. 
Albcrti')  hat  in  seiner  Trias  Punkt  für  Punkt  Richthofen's  Annahmen 
widerlegt  und  ich  möchte  dem  nur  noch  beifügen,  dass  das  von  Richthofen 
angeführte  Vorkommen  einer  lietzia  triyonella  in  schiefrigen  mit  Kalken  wech- 
selnden Schichten  am  Arlbergpasse  eben  umgekehrt  beweist,  dass  auch 
schiefrige  Gesteine  noch  zum  Muschelkalke  gehören,  wie  das  auch  Beyrich  bei 

')  Ririata,  in  Atti  dolla  societa  geologica  I.  p.  203. 

*)  Curioni.  Sui  giaeimenti  motolliferi  di  ßcsano.  Mem.  d.  R.  Igt.  Lombard,  di  sience 
etc.    Vol  IX. 

3)  Alberti.  Ueberblick  über  d.  Trias  i8t.il.  p.  283. 


Digitized  by  Google 


57 


Reutte  nachwies1),  nicht  aber,  dass  Retzia  trigonella  sich  auch  in  der  oberen 
Trias  finde.  Dass  man  nber  die  Virgloriakalke  nicht  petrographisch  fest- 
halten könne,  scheinen  besonders  die  Angaben  über  die  Umgebungen  von  Inns- 
bruck zu  beweisen.  Unter  allen  Fossilien,  die  sich  hier  in  den  knolligen 
Kalken  vom  Kerschbuchhofe,  die  Richthofen  zum  Vi r glo ria kalk 
rechnet,  finden,  spricht  nur  der  von  Richthofen  angeführte  Ammotiites 
dttx,  dessen  Bestimmung  aber  nicht  sicher  scheint,  für  Muschelkalk.  Was 
mir  sonst  von  jenen  Vorkommnissen  durch  die  Gefälligkeit  de»  Herrn  Pro- 
fessor Pichler  vor  Augen  kam,  hat  alles  mehr  das  Ansehen  ächter  Hall- 
statter  Versteinerungen  als  solcher  aug  dem  Muschelkalk,  jedenfalls 
fehlen  die  bezeichnenden  Brachiopoden  gänzlich.  Diese  Dinge  liegen  aber 
in  Gesteinen,  die  man  petrographisch  unbedenklich  zum  Virgloriakalk 
stellen  würde.  Es  kann  nun  sehr  wohl  sein,  dass  man  die  Brachiopoden 
auch  bei  Innsbruck  noch  findet,  allein  bisher  ist  das  noch  nicht  der  Fall 
gewesen  und  so  lange  scheint  mir,  sollte  man  der  so  gefährlichen  Ueber- 
tragung  lokaler  Bezeichnungen  Abstand  nehmen  und  lieber  einer  neuen 
Lokalbenennung  sich  bedienen.  Pich ler,  der  diesen  Virgloriakalk  zur 
oberen  Trias  stellte,  will  damit  nur  sagen,  dass  Gesteine  vom  Charakter 
der  Virgloriakalke  bei  Innsbruck  in  der  oberen  Trias  liegen,  nicht 
etwa,  dass  der  alpine  Muschelkalk  zur  oberen  Trias  zu  stellen  sei.1) 

Fassen  wir  die  aus  den  Angaben  anderer  und  aus  den  eignen  Beob- 
achtungen bei  Pieve  und  Marcheno  gewonnenen  Resultate  nochmals  kurz 
zusammen,  so  ergiebt  sich,  dass  die  Grenze  von  unterer  und  oberer  Trias 
in  den  Alpen  petrographisch  sich  nicht  feststellen  lässt ,  dass  paläontologisch 
der  Brachiopodenhorizont  das  leitende  Glied  für  die  oberen  Abtheilungen 
der  unteren  Trias  ist,  dass  das  Auftreten  von  H<dobia  Lommeli  und  gewisser 
Ammoniten ,  besonders  globoser,  den  Anfang  der  oberen  Trias  bezeichnet 
und  das«  zwischen  beiden  die  Grenze  durch  eine  genaue  Untersuchung  der 
im  Muschelkalk  liegenden  Cephalopoden  sich  noch  mit  der  Zeit  wird  schärfer 
fixiren  lassen. 

Nachdem  die  normale  Aufeinanderfolge  der  einzelnen  Abtheilungen  der 
unteren  Trias  in  den  Alpen  dargethan  ist,  liegt  als  weitere  Aufgabe  vor  zu 
untersuchen ,  ob  die  Kenntniss  dieser  einzelnen  Abtheilungen  bereits  soweit 
vorangeschritten  ist,  um  eine  Parallelisirung  derselben  mit  ausseralpinen 
Unterabtheilungen  der  unteren  Trias  vornehmen  zu  können. 


')  Beyrich.  8itzung>ber.  Berl.  Akademie.  1862.  p.  39. 

*)  Gefällige  mündliche  Mittheilung.  8iehe  auch  Jahrb.  Reichaanstalt  XII.  p.  531. 
1861.  «2.  und  Beitrage  zur  Geol.  d.  nordtirolischen  Kalkalpen,  p.  3. 


Digitized  by  Google 


58 


Die  Notwendigkeit  solcher  Parallelisirungsversuche  im  Allgemeinen 
darzuthun ,  will  ich  hier  nicht  versuchen,  nur  nochmals  daran  erinnern, 
dass  vor  Allem  zwischen  der  italienischen  und  deutschen  Nomenklatur  eine 
Uebereinstimmung  herzustellen  ist,  wenn  ein  gedeihlicher  Fortschritt  der 
gesammten  Alpengeologie  ermöglicht  werden  soll. 

Man  gelangte  sehr  bald  dazu,  die  Gesammtheit  der  als  Werfen  er 
Schiefer,  Servino  und  Verrucano  bezeichneten  Gebildo  mit  dem 
deutschen  bunten  Sandstein,  die  Guttensteiner  Kalke,  Muschel- 
kalke von  Kecoaro  u.  s.  w.  als  Ganzes  mit  dem  deutschen  Muschel- 
kalke in  Parallele  zu  stellen;  eingehendere  Vergleiche  wurden  aber  erst 
weit  später  versucht.  Besonders  gebührt  hier  G  ü  m  b  e  1  das  Verdienst,  ausser- 
alpine  Namen  auf  alpine  Gebilde  übertragen  und  zur  Vereinfachung  der 
Benennungen  beigetragen  zu  haben.  Es  wurde  oben  aus  dessen  Beschreibung 
des  bayr.  Alpengebirges  eine  bezügliche  Tabelle  mitgetheilt.  Ganz  in  neuester 
Zeit  hat  Alberti  in  gleicher  Weise  alpine  und  ausseralpine  Schichten 
nebeneinandergestellt.  Derselbe  hat  (Trias  p.  294): 

Ausser  den  Alpen  In  den  Alpen 

A.  Bunter  Sandstein 

a.  Vogesensandstein  i  n  „,       a    ,  .  . 

.     ,        ,  «    ,  ,  •  /  Groderer  Sandstein 

b.  oberer  bunter  Sandstein  ) 

B.  Muschelkalk 

Schichten  von  Seiss 


c  Wellenkalk 

Uampiler  Schichten 

|  Gvpse  des  Muschelkalks 
d  Anhydntgrupp«,  J  d(;rFLonibardei 

i  Kalksteine  von  Recoaro 
e.  Kalkstein  von  Friedrichshall  >  Guttensteiner  Kalk 

j  Virgloriakalk. 

Die  Gliederung  und  Nebeneinanderstellung  im  Ganzen  scheint  auf  den 
ersten  Anblick  richtig,  wenn  »ich  auch  aus  dem  oben  mitgetheilten  bereits 
ersehen  lüsst,  dass  man  Kalkstein  von  Recoaro,  Guttensteiner  Kalk 
und  Virgloriakalk  nicht  so  ohne  Weiteres  neben  einander  stellen  kann. 
Allein  auch  in  der  ganzen  Anordnung  werden  sich  wesentliche  Umgestaltun- 
gen nothwendig  erweisen. 

Sandberger  ')  hat  nämlich  sehr  interessante  Mittheilungen  über  die 
Trias  in  der  Umgebung  von  Würzburg  bekannt  gemacht,  welche  gestat- 

'  )  F.  Sandberger.  Beobachtungen  in  der  Würzburger  Trias.  Ein  Vortrag  in  der 
mineralogischen  Sektion  der  deutschen  Naturforscher-Versamml.  zu  Giessen  1864.  Abgedr. 
in  Würzburger  naturw.  Zeitschr.  V.  Bd. 


Digitized  by  Google 


59 

ten  dürften,  eine  auf  sicherer  Grundlage  beruhende  Vergleichung  der  alpinen  und 
ausseralpinen  Muschelkalkgebilde  zu  gestatten,  als  dies  bisher  möglich  war. 

Demselben  ist  es  gelungen,  bei  Würz  bürg  Rhynchonclla  decurtata  in- 
nerhalb des  Wellenkalkes,  der  untersten  Abtheilung  des  deutschen 
Muschelkalkes,  aufzufinden.  Folgende  Gliederung  wird  in  der  dem  Aufsatze 
angehängten  Tabelle  mitgetheilt: 

Obere  Mergelschiefer  (Myoplwria  orbicularis) 
Schaumkalk 

Terebratelbank  (Niveau  d.  Rh.  decurtata) 

Wellenkalk      /  Dentalienbank 

Unterer  Wellenkalk 

(zu  unterst  gradschiefrige  Mergel) 

Wellendolomit 

n  ,  ,  .    (    Rothe  Schieferthone  (Roth) 

Huntsandstein  \  ,  ,  . 

I  Huntsandstein. 

In  dem  Niveau  der  Terebratelbank  finden  sich  ausserdem  noch  (p.  209) 
Terebratula  vulgaris  var.,  parabolica  Schaur.,  Terebratula  angusta  8chl., 
Sptrifertna  hirsuta  Alb.  Spirißrina  fragilis  Schi.  sp.  Da  nun  bei  Marcheno 
ebenfalls  Rhynchonclla  decurtata  und  Spiriferina  fragilis  sich  finden ,  muss 
man  auch  diese  Schichten  wohl  in  den  Wellen  kalk  setzen.  Das  Gleiche 
gilt  dann  für  die  Kalke  von  Recoaro'),  welche  Rhynchonclla  decurtata  führen. 
Spirifer  Mrntzelii  fehlt  bei  W  ü  r  z  b  u  r  g ,  allein  sein  Vorkommen  mit 
Rhynchonclla  decurtata  bei  Mikultschütz  in  Oberschlesien  beweist,  dass 
auch  er  dem  Wellenkalk  angehört,  dass  man  Romit  die  Kalke  von  Daone  (dem 
Hauptfundort  des  Sp.  Mentzelü)  mit  denen  von  Marcheno  in  ein  Niveau 
zu  stellen  hat.  Ueberhaupt  werden  alle  Virgloriakalke,  insofern 
sie  diese  Brachiopoden  führen,  als  Wellenkalk  zu  deuten  sein. 

Da  nunGypse  und  Rauchwacken  der  Lombardei  und  Tirols  unter 
diesen  Schichten  liegen,  müssen  sie  wohl  zusammen  mit  den  Schichten  der 
Naticclla  costata  und  Posidonomya  Ciarai  als  alpine  Aequivalente  des  ausser- 
alpinen Wellendolomits,  als  Grenzgebildo  zwischen  alpinen  bunten  Sand- 
stein und  Muschelkalk  aufgefasst  werden.  Sie  würden  dann  dem  nordalpinen 
Salzgebirge  entsprechen. 

Es  entsteht  nun  die  Frage,-  ob  denn  der  deutsche  Hauptmuschel- 
kalk, der  Kalkstein  von  Friedrichshall ,  in  den  Alpen  ganz  fehle  ?  Be- 
stimmte paläontologische  Beweise  über  das  Vorhandensein  desselben  besitzen 
wir  nicht  und  das  aus  der  Gegend  von  Recoaro  angeführte  Vorkommen 


')  8chon  Schauroth  wies  den  Terebratelkalken  von  Rocoaro  diese  Stellung  an. 


Digitized  by  Google 


60 


von  Ceratitis  nodosus,  welches  allerdings  darauf  hindeuten  würde,  dass  im 
Vi centini sehen  oberer  Muschelkalk  anstehe,  scheint  mir  nach  den  in 
Padua  und  Vicenza  eingezogenen  Erkundigungen  nicht  hinreichend  er- 
wiesen. Jedermann  kannte  den  Ceratites,  aber  Niemand  hatte  ihn. gefunden.1) 
Zu  beachten  ist  immerhin,  dass  Sandberger  schon  auf  die  Notwendig- 
keit einer  Trennung  zoologischer  Provinzen  im  Muschelkalk  aufmerksam 
machte  und  es  scheint  nicht  unwahrscheinlich,  dass  der  grössere  Theil  der 
Alpen  zu  der  Zeit,  als  der  deutsche  Hauptmuschelkalk  sich  bildete,  trocken 
lag.  Dass  übrigens  zur  Zeit  der  Ablagerung  des  obersten  Wellenkalks 
(Terebratelbänke)  in  den  Alpen  Festland  in  der  Nähe  war,  beweisen  die 
bei  Recoaro  so  häufigen  und  auch  bei  Pieve  nachgewiesenen  Pflanzen- 
reste  unmittelbar  unter  den  Halobiaschichten. 

Verbreitung  der  unteren  Trias  in  Südtirol. 

Die  Verbreitung  des  bunten  Sandsteins  und  des  Muschelkalks  in  der 
Lombardei  ist  aus  der  Studcr-Escherschen  Karte  und  aus  Hauer's 
Uebersicht  bekannt.  In  einem  langen  zusammenhängenden  Streifen  ziehen 
sich  die  Konglomerate,  Sandsteine  und  Kalke  theils  dem  Glimmerschiefer, 
theils  dem  Thonschiefer  der  die  Val  Tellina  südlich  begränzenden Kette 
aufgelagert ,  von  den  Ufern  des  Corner  See's  in  westöstlicher  Richtung  bis 
Cedegolo  in  Val  Cammonica.  Hier  stossen  sie  gegen  das,  aus  der 
krystallinischen  Hauptkette  der  Alpen  gegen  Süden  vorspringende  Vorge- 
birge des  Monte  Adamello  und  Monte  del  Castello  und  umziehen 
dasselbe,  anfangs  auf  der  westlich  gegen  die  Lombardei  gewendeten  Seite, 
dann  südlich  um  so  nach  Tirol  hinüberzustreichen.  Da  die  Richtung  des 
Adamellozuges  eine  auf  die  Richtung  der  Hauptkette  ziemlich  recht- 
winklige ist,  ontsteht  am  Zusammcnstoss  in  der  oberen  Val  Cammonica 
ein  ziemlich  rechtwinkliger  Busen,  den  zunächst  die  untere  Trias  ausfüllt 
und  so  eine  Mulde  bildet,  deren  Nordtiügel  an  die  Hauptkette,  deren  Ost- 
flügel an  das  Adamellogebirge  sich  anlehnt.  Ersterem  gehören  die 
Sandsteine  im  oberen  Val  di  Scalve  hinter  Dezzo,  letzterem  alle  die 
an,  welcho  auf  der  Strecke  von  Capo  di  Ponte  bis  hinab  nach  dem  Lago 
d'Iseo  im  Thaltiefsten  von  Val  Cammonica  zu  Tage  treten  und  die  wir 
oben  bei  Erörterung  der  lombardischen  Lagerungsverhältnisse  näher  kennen 
lernten.  Zungenförmig  von  SO.  her  eingreifend  liegen  die  jüngeren  Schich- 
ten dieser  unteren  Triasmulde  auf  und  werden  vom  Val  di  Scalve 
zwischen  Darfo  und  Dezzo  quer  durchschnitten.  Dies  ist  die  Ursache  der 


')  Auoh  8chauroth  hat  Ceratites  nodosws  nicht  gefunden. 


Digitized  by  Google 


61 


prachtvollen  Aufschlüsse,  die  dies  Thal  gewährt.  Wir  worden  dieselben  im 
nächsten  Abschnitt  noch  weiter  zu  verfolgen  haben. 

Den  südlichsten  Vorsprang  der  Monte  Adameilogruppe,  um  die- 
sen Namen  für  die  ganze  Gebirgsmasse  beizubehalten,  den  Monte  Muffetto, 
umlagert  die  untere  Trias  ringsum,  so  dass  derselbe  als  Insel  aus  dem 
breiten,  von  Val  Cammonica  nach  Tirol  hinüberziehenden  Streifen 
sedimentairer  Gebilde  herausragt. 

In  der  nördlichen  Umlagerung  liegt  der  Pass  Croce  Domini,  süd- 
lich die  Konglomerate  und  Sandsteine  im  oberen  Val  Trompia,  die  aus 
Curioni's,  Eschers  und  Hauer's  Mittheilungen  bekannt  sind;  von  hier 
stammt  auch  das  oben  mitgetheilte  Profil  Curioni's,  das  ich  als  Ausgangs- 
punkt für  die  Gliederung  der  lombardischen  Trias  angenommen  habe.  In 
der  Umgebung  des  Passes  Croce  Domini  liegen  die  bestaubten  Rauch- 
wacken  und  dunklen  Kalke  horizontal  auf  dem  Sandstein  und  ziehen  sich 
einerseits  mit  südwestlichem  Einfallen  nach  der  Umgegend  von  Breno  und 
Esine  in  Val  Cammonica,  andererseits  nach  Val  Bona  in  Tirol  hin- 
über. Sie  hängen  mit  denen  von  Pieve  aber  nicht  unmittelbar  zusammen, 
da  die  Porphyre  und  Sandsteine,  wohl  durch  Hpätere  Aktionen  blosgelegt, 
hier  auf  mehrere  Meilen  zu  Tage  treten. 

Geht  man  von  Bagolino  auf  der  neuen  Strasse  nach  dem  österreichi- 
schen Grenzorte  Lodrone  hinüber,  so  sieht  man  links  unten  im  Grunde 
des  mehrere  100'  tiefen  Flussbettes  die  rothcn  Sandsteine  unter  den  Kalk 
nach  Süden  einschiessen.  Sie  bilden  von  hier  an  das  westliche  Gehänge 
von  Val  Bona  bis  nach  Condino  hinauf. 

Hier  legen  sich  die  Kalke  auf,  die  bei  Pieve  im  Profil  beschrieben 
wurden  und  trennen  die  Sandsteine  vom  Thale  ab.  In  Val  Daone  kann 
man  die  Trias  quer  durchschneiden  und  findet  sie  einige  Stunden  oberhalb 
den  krystallinischen  Gesteinen  aufgelagert. 

Anmerkung:  Ich  überschritt  das  Gebirge  zwischen  Monte  del  Castello  und 
Monte  Campeglio1),  um  so  Ton  Yal  Poja,  dem  bei  Cedegolo  einmündenden  Seiten- 
thale  der  Yal  Cammonica,  nach  Yal  Daone  zu  gelangen,  und  hatte  dabei  Gelegenheit, 
die  eigentümliche  8chieferzone  zu  beobachten,  deren  bereits  Es  eher»)  aus  den  Um- 
gebungen des  Lago  d' Arno  Erwähnung  thut.  Biegt  man  bei  Isola  in  Yal  Poja  von  dem 
breiteren  Thale,  in  weichem  der  Passweg  über  das  obere  Yal  di  Fum  nach  Villa  in 
Iudicarien  führt,  südöstlich  ab  und  klimmt  den  wenig  betretenen  Fusspfad  an  den  Wasser- 
fallen hinauf,  die  der  Abfluss  des  Lago  d'Arno  bilden,  so  folgen  da,  wo  man  den  See 
erreicht,  auf  Glimmerschiefer  höchst  eigenthümliche  8chiefergesteine,  die  Es  eher  mit  den 

')  Eine  Karte  dieser  wenig  bekannten  Gebirge  befindet  sich  in  Petermann's  geogr. 
Mitth.  1865  Heft  I. 

*)  Escher  in  Studer  Geologie  d.  Schweiz  I.  p.  294. 


Digitized  by  Google 


1 


G2 


Weiter  im  Nordosten  trifft  man  die  untere  Trias  im  Sarcathal,  wo 
sie  unter  die  gewaltige  Vedretta  di  Nodis  einschiebt.  Nördlicher  ver- 
schwindet sie  dann  (nach  der  Montanistischen  Karte,  auf  der  die  Sandsteine 
und  Theile  der  als  unterer  Alpenkalk  (ua)  bezeichneten  Gebilde  hierher  ge- 
hören), um  erst  am  Nordende  des  Val  di  Non  wieder  zum  Vorschein  zu 
kommen.  Sie  bildet  hier  die  Unterlage  jener  nach  Osten  einfallenden 
jüngeren  Dolomite,  die  am  Etschthal  bei  Kaltem  scharf  abschneiden, 
und  setzt  sich  jenseits  mit  dem  grossen  Porphyrplateau  von  Bötzen  in 
Verbindung,  dessen  weitere  Verbreitung  bei  Richthofen  nachzusehen  ist. 
Die  zwischen  Neumarkt  und  Trient  dem  Porphyr  angelagerten  Schichten 
hat  Emmerich')  genauer  beschrieben.  Es  folgen  hier  auf  die  Sandsteine, 
die  überall  das  charakteristische,  leicht  zu  erkennende  Glied  bilden,  dolo- 
mitische, hellere  und  dunkle  Kalke,  ohne  echte  Muschelkalkversteiuerungen, 

Silikatbildungen  der  Somma  vergleicht.  Syenit  und  dioritische  Gesteine,  auch  reines  Horn- 
blendegestein liegen  in  Blöcken  umher,  deren  Ursprung  ich  nicht  auffand.  Den  Pfad  auf 
dem  Nordufer  des  öden,  unheimlichen  Sees  verfolgend,  bteibt  man  für  längere  Zeit  auf  den 
genannten  Schiefern.  Es  sind  harte,  kieslige,  graue,  grünliche  Oesteine  von  sehr  eigen- 
thumlichem  Ansehen,  etwa  wie  umgewandelte  Thonschiefer  nach  Escher.  Gerade  bei  der 
Grenzpyramide  zwischen  Lombardei  und  Tirol,  am  Kamm,  bilden  sie  in  Folge  ihrer 
steilen  Schichtenstellung  einen  zackig  ausgeschnittenen  Grat,  der  einer  Festungsmauer  nicht 
unähnlich  aus  dem  Schnee  herausragt.  Jenseits  in  Tirol  unter  dem  Lago  di  Caf  sah 
ich  wieder  Glimmerschiefer  anstehen,  mit  dem  die  grünen  Schiefer  in  inniger  Verbindung 
zu  stehen  scheinen,  konnte  die  weitere  Erstreckung  desselben  aber  nicht  verfolgen.  Fuss- 
tiefer Schnee  oben  ain  Pass,  dichter  Regen  und  Nebel  nach  unten  Hessen  mich  und  meinen 
der  Gegend  unkundigen  Führer  wiederholt  den  Weg  verlieren,  so  dass  bei  der  bereits 
kurzen  Dauer  eines  Herbsttages,  in  dem  der  12  Stunden  weite  Weg  von  Cedegolo  bis 
Daune  zurückgelegt  werden  musste,  wenig  Zeit  zu  genaueren  Untersuchungen  blieb.  Da 
am  Nordende  des  Lago  d'Arno  gegen  den  Monte  Castello  nach  Esoher  Granit 
ansteht,  nördlich  davon  aber  am  Passe  zwisohen  Monte  Castello  und  Monte  Cam- 
peglio  noch  8chiefer  nach  NU.  streichend  zu  beobachten  sind,  so  ist  es  nicht  unwahr- 
scheinlich, dass,  wie  Escher  schon  vermuthete,  die  Granitmassen  des  Monte  del  Ca- 
stello und  Monte  Campeglio  durch  eine  Schieferzone  getrennt  sind,  die  sich  gegen 
Tirol  nach  O.  hin  mit  der  grossen  Glimmerschiefermasse  in  Verbindung  setzt,  welche  am 
Ostabhang  des  Monte  Adamello  die  Unterlage  des  Thonschiefers  und  der  untern  Trias 
bildet.  Auf  der  Montanistischen  Karte  würde  dunu  wohl  in  den  Umgebungen  von  Val 
Danerba  noch  eine  Glimmerschieferzone  von  dem  Granit  abzuscheiden  sein.  Die  ver- 
schiedenartige Beschaffenheit  der  syeuitischen  Gesteine  des  Monte  Adamello  gegen  die 
mehr  granitischen  des  Monte  del  Castello  gewtune  dann  ein  erhöhtos  Interesse.  Hand- 
stücke aus  dem  Val  di  Brate,  einem  nördlichen  Seitenthale  des  Val  Poja,  die  ich  aus 
Blöcken,  die  vom  Adamello  herab  gekommen  sein  müssen,  schlug,  bestehen  aus  üligukla*, 
Orthoklas,  Hornblende,  sehr  wenig  Glimmer  und  hfiufig  eingesprengten  Titanitkrystallen  der 
in  8yeniten  gewöhnlichen  Form. 

')  Emmrich  Jahrb.  Reichsanst.  VIII.  p.  295. 


Digitized  by  Google 


63 


die  aber  tiefer  als  der  Mendoladolomit  Richthofen's  liegen.  Die  Sand- 
steine enthalten  nicht  selten  Fossilien,  doch  kaum  bestimmbar.  Myacites 
Fassaensis  Wissm.  scheint  eine  der  häufigen  Bivalven.  Auch  stimmt  das 
Aussehen  des  Gesteins  und  die  Art  der  Erhaltung  der  Petrefakten  so  sehr 
mit  den  Vorkommnissen  am  Monte  Zacon  und  Recoaro,  dass  man  nicht 
zweifeln  darf,  beiden  Schichten  dieselbe  Stellung  anzuweisen. 

Bei  Trient,  eine  Mulde  an  dem  früher  genannten  Thonschiefer  bildend, 
ziehen  unsere  Gesteine  sich  in  Val  Sugana  nach  Osten.  Südlich  von 
Lago  di  Caldonazzo  in  Val  Genta  traf  ich  die  Sandsteine  mit  den 
zahlreichen  Bivalven  und  rothe  Gesteine  mit  Gastropoden,  denen  von 
Monte  Zacon  gleichend.  Lange  bleiben  nun  die  Sandsteine  unter  dem 
Geröllboden  von  Val  Sugana  verborgen,  um  erst  am  Monte  Zacon  in 
steiler  Stellung  von  neuem  herauszutreten  und  hinter  Borgo,  Val  Sugana 
durchschneidend,  nochmals  sich  der  Beobachtung  zu  entziehen.  Bei  Strigno 
endlich  sah  ich  die  Gesteine,  ganz  wie  am  Monte  Zacon,  zum  letzten 
Mal.    Hier  lagern  unmittelbar  über  denselben  die  Gypse. 

Weiter  im  Venetianischen  bilden  die  Sandsteine  einen  ausgezeichneten 
Horizont  und  auch  die  echten  Muschelkalke  scheinen  sich  zu  finden,  wenn 
auch  palüootologisch  noch  nicht  scharf  bezeichnet. 

Wie  ein  Band  umsäumen  also  die  Gesteine  der  unteren  Trias  die  jünge- 
ren Gesteine  de»  südlichen  Tirols  und  bilden  die  Unterlage  einer  grossartigen 
Mulde,  deren  westlicher  Flügel  nach  Osten  gegen  Tirol  zu  einschiebt,  wäh- 
rend der  östliche  in  seiner  nördlicheren  Hälfte  in  der  Umgegend  von  Pre- 
dazzo  und  S.  Cassian  mehr  flachgelegt  ist,  in  seiner  südlichen  aber  regel- 
mässig nach  Westen  einfällt.  Um  die  Eckpfeiler  des  Monte  Castello 
und  der  Cima  d'Asta  biegen  sich  dann  die  Flügel  nach  Westen  und  Osten 
herum,  um  in  gerader  Linie  der  Hauptrichtung  der  Alpen  zu  folgen.  Isolirt 
legt  südlich  der  Thalkessel  von  Recoaro  unter  den  jüngeren  Schichten  die 
untere  Trias  nochmals  blos. 

B.  Obere  Trias. 

Die  verhältuissmässige  Einförmigkeit,  der  wir  in  der  Ausbildung  der 
unteren  Trias  begegneten  und  die  uns  ein  Auffinden  von  Aequivalenten  für 
die  in  Südtirol  beobachteten  Schichten  noch  ziemlich  leicht  machte,  ver- 
schwindet, sowie  wir  uns  in  die  über  dem  Muschelkalk  folgenden  Schichten 
erheben.  Beinahe  jedes  in  den  letzten  Jahrzehnten  untersuchte  alpine  Terri- 
torium bot  neue  Erscheinungen  dar,  die  sich  unter  einander  nur  schwer  in 
Verbindung  bringen  Hessen  und  den  Grund  zu  jenen  grossen  Meinungsver- 
schiedenheiten über  die  Aufeinanderfolge  und  die  Aequivalenz  der  ober- 


Digitized  by  Google 


64 


triadischen  Schichtengruppen  abgaben,  die  noch  lange  nicht  gehoben  sind 
und  uns  im  vorliegenden  Falle  gerade  sehr  nahe  angehen,  da  über  die 
lombardische  obere  Trias  die  Ansichten  am  weitesten  auseinandergehen, 
diese  uns  aber  für  Südtyrol  die  nächsten  Anknüpfungspunkte  bietet. 

Zunächst  ist  man  uneinig  über  die  Grenze  der  Trias  gegen  den  Lias, 
indem  gewisse,  unter  den  Namen  Dachsteinkalke  und  Kössener 
Schi  eilten  seit  lange  in  die  Wissenschaft  eingeführte  Komplexe,  von  den 
einen  noch  zur  Trias,  von  anderen  bereits  zum  Lias  gerechnet  werden.  Die 
Entscheidung  dieser  Frage  hat  immerhin  ihre  Bedeutung,  jedoch  ist  dieselbe 
mehr  theoretischer  Natur,  indem  es  sich  nur  um  Meinungsverschiedenheiten 
um  eine  Formationsgrenze,  nicht  um  Lagerungsverhältnisse  handelt.  Ich 
stelle  vor  der  Hand  diese  Schichten  noch  in  die  Trias  und  beziehe  mich  zur 
Rechtfertigung  eines  solchen  Verfahrens  auf  einige  am  Ende  dieses  Ab- 
schnittes befindlichen  Angaben. 

Von  tief  eingreifender  Bedeutung  hingegen  ist  die  Frage,  ob  gewisse 
weichere,  merglig-kalkige  Schichten,  welche  zwischen  denen,  die  obere  Trias 
vorwaltend  zusammensetzenden  Kalk-  und  Dolomitmassen  sich  vorfinden, 
wirklich  bestimmte  Horizonte  einnehmen  und  somit  zur  Gliederung  jener 
häufig  versteinerungsleeren  Massen  dienen  können  und  wenn  sich  eine  be- 
stimmte Lagerung  auch  in  manchen  Gegenden  nachweisen  lässt,  ob  diese 
dann  Anspruch  auf  allgemeine  Geltung  habe. 

Diese  Frage  Hess  sich  in  den  von  mir  besuchten  Theilen  Südtirols  nicht 
entscheiden.  Es  fehlen  hier  manche  anderswo  deutlich  entwickelte  Schichten, 
oder  sind  zum  Mindesten  nicht  hinreichend  kenntlich  ausgebildet.  Doch  aber 
erheischten  manche  Vorkommnisse,  wie  die  Dolomite  von  Storo,  die  Ent- 
scheidung der  Frage  über  ihre  Stellung  in  der  Trias.  Es  zeigten  sich  nun 
die  Versteinerungen  der  genannten  Lokalität  übereinstimmend  mit  lom- 
bardischen Vorkommnissen,  die  aus  eben  jenen  Schichten  stammen,  über 
deren  Stellung  noch  so  bedeutende  Zweifel  obwalten,  so  dass  mir  nichts 
übrig  blieb,  als  mir  in  der  Lombardei  selbst  Rath  zu  holen  und  dort  Pro- 
file aufzusuchen,  welche  unzweifelhaft  die  Lagerung  erkennen  Hessen.  Ich 
verfolge  nun  denselben  Weg,  wie  bei  der  unteren  Trias  und  theile  die  bereits 
bekannten  Angaben  anderer  mit,  denen  ich  an  passender  Stelle  die  eigenen 
Beobachtungen  einfüge. 

Hauer  in  den  Nordalpen.  In  der  schon  früher  citirten  Abhandlung 
Hauer's")  finden  wir  zuerst  die  Lagerung  gewisser  rother,  an  ausgezeich- 
neten Ccphalopoden  reicher  Kalke  aus  der  Umgegend  von  Hallstatt  und 

')  Gliederung  der  Trias  u.  s.  w.    Jahrb.  geol.  Keieh^anst.  IV.  p.  ?ti>.  IhjX 


Digitized  by  Google 


U5 

Ischl,  die  seit   länger  schon   den  Namen  Haiistatter  Kalke  führen, 
genauer  fixirt.    Dieselben  liegen  auf  schwarzen  Glitte nsteiner  Kalken 
und  unter  anderen,  meist  hellen  Dolomiten  und  Kalken,  welche  eine  grosse 
Bivalve  nicht  selten  führen,  die  man  mit   Meyalodon  triqtutcr  Wulf, 
sp.   identifizirte  und  späterhin,   oft  nur  freilich  nicht   hinlänglich  scharf, 
schlechthin  nach  dem  Hauptfundorte,  dem  Dachsteingebirge,  als  Dach- 
steinbivalve  bezeichnete.  Die  Trennung  dieses  sog.  Dachsteinkalkes 
von  dem  Hallstatter  blieb  aber  immerhin  noch  schwierig  und  war  dort, 
wo  auch  die  Hallstatter  Kalke  weiss  sind  und  keine  Versteinerungen 
führten,  beinahe  nicht  durchzuführen.    Bei  einer  späteren  Aufnahme  eines 
Durchschnittes  der  Alpen  von  Nord  nach  Süd')  kam  man  um  einen  be- 
deutenden Schritt  weiter,  indem  es  gelang,  in  den  Umgebungen  von  Raibl 
in  Kämt  he n  Schichten  mit  Petrefakten  abweichenden  Charakters  zwi- 
schen diesen  Hallstatter-  und  Dachst  ein  kalken  zu  finden. 

Es  Hess  sich  nämlich  folgende  Aufeinanderfolge  feststellen.  Auf  Wer- 
fener Schiefer,  welche,  wie  in  den  Nordalpen  mit  Guttenstei  ner 
Kalken  wechseln  und  im  Ponta feigraben  Myaeites  Fassaensis,  Avicuia 
Venetiana,  NaticeUa  costata  führen,  folgen  hellgraue,  weisse,  seltner  dunkle 
Dolomite,  oft  krystallinisch  zusammengesetzt,  mit  drusigen  Hohlräumen,  in 
denen  sich,  ausser  Hohlräumen,  welche  von  Encriniten  herzurühren  schienen, 

Ammonites  Aon  Mnst. 

Ammonites  Joannis  Austritte  Klipst. 

Ammonites  Gaytani  Klipst. 

Ammonites  Jarbas  Mnst.  sp. 

fanden. 

Auf  diesen  Dolomiten  liegen  entweder  die,  wegen  ihres  schönen  Farben- 
spiels bekannteil  Muschelmarmore  von  Bleiberg  oder  die  sog.  Raibier 
Schichten. 

Die  Muscholmarmore  führen  f) 

Ammonites  ßoridus  Wulf.  sp. 
Ammonites  Joannis  Amtriae  Klipst. 
Ammonites  Jarbas  Mnst.  sp. 
Die  Rai b ler  Schichten  beginnen  mit  dunklen,  beinahe  schwarzen, 
dünnblätterigen  Schiefern ,  welche 
Ammonites  Aon  Mnst. 
Halobia  Lommeli  Wiasm. 

•)  Hauer.    Ein  geolog.  Purebschnilt  der  Alpen  von  Pawau  bii  Duino.    Sitiber.  der 
math.  nat.  Klasse  d.  Wiener  Akademie  XXV.  j>.  '253.  1857. 
')  Hauer  in  Haidinger  naturw.  Abbandl.  Bd.  I. 

5 


Digitized  by  Google 


ßß 

und  zahlreiche  Fische  enthalten.  Hierauf  folgen  erst  in  bedeutender  Mäch- 
tigkeit vorwaltend  bräunlich  gefärbte  Mergelkalke  und  Mergelschiefer,  mit 
der  schon  von  Boue  erwähnten  ausgezeichneten  Acephalenfauna.  ') 

Ammonites  Jarhas  und  Ammonites  Joannis  Austritte  sind  den  Blei- 
berger Schichten  und  den  sogenannten  Cassianer  Schichten  gemein- 
sam, auch  finden  sich  in  den  Kai  b ler  Schichten  Petrefakten,  welehe  man 
von  St.  C  assian  kennt,  Ii  au  er  nahm  daher  keinen  Anstand,  alle  drei 
Schichten  in  Parallele  zu  stellen  und  gemeinsam  mit  jenen  untren  Dolomiten 
der  obern  Trias  zuzuweisen. 

Wenn  jedoch  schon  früher  von  österreichischen  Geologen  diese  Do- 
lomite als  II  all  statt  er  Kalke  bezeichnet  worden  waren,  so  verwahrt  sich 
Hauer  insofern  gegen  diesen  Sprachgebrauch,  als  nicht  etwa  die  Cassianer 
Schichten,  welche  hier  auf  Grund  einiger  Versteinerungen  beigezogen  wur- 
den, einen  höheren,  die  Haiistatter  Kalke  aber  einen  tieferen  Horizont 
einnehmen.  Die  Untersuchungen  gestatteten  zur  Zeit  nicht  mehr,  als  alle 
diese  Schichten  gemeinsam  in  die  obere  Trias  über  die  Guttensteiner 
und  unter  die  Dachsteinkalke,  welche  auch  hier  bei  Raibl  das 
Hangende  bilden,  zu  stellen. 

In  Beziehung  auf  die  Cassianer  Ablagerungen  wurden  bald  einige 
Modifikationen  durch  die  Epoche  machenden  Untersuchungen  nöthig,  die 
ziemlich  gleichzeitig  Hauer,  Gümbel,  Pichler,  Richthofen  und 
Escher  in  den  Nord-  und  Südalpen  vornahmen. 

Auf  einem  Profil  nach  der  Seisser  Alp  und  dem  Schiern  beob- 
achtete Hichthofen  über  jenen  bituminösen  Kalken,  die  als  Virgloria- 
kalk  betrachtet  wurden  (h.  o.p.49),  eine  Dolomitbank  mit  Xu  1  liporen,  die 
an  anderen  Punkten  auch  Gastropoden  führt  (am  Latemar).  Hierauf  fol- 
gen die  „Buchenstcincr  Kalke",  hornsteinführende,  wellenkalkähnliche 
Gesteine  mit  globosen  Ammoniten  und  Jlalobia  Lommeli.  Auf  den- 
selben liegen  erst  die  eigentlichen  Cassianer  Schichten,  ein  mächtiges 
System  von  Tuffen  mit  eingelagerten  Kalk-  und  Schieferbänken,  das  die  be- 
kannte reiche  Gastropodenfauna  beherbergt.  Halolna  Lommeli  und  Ammonites 


')  Nach  neueren  Hittheilungen  8tur's  sollen  aber  bei  Raibl  die  Verhältnisse  an- 
ders liegen.  Wenn  das  von  Stur  angegebene  richtig  ist,  so  mu«s  man  sehr  gespannt  sein 
auf  das  Erscheinen  der  geologischen  Uebcrsichtskarte  der  nordöstlichen  Kalkalpcn,  indem 
dann  vielleicht  die  ganzen  bisher  von  Seiten  der  Mitglieder  der  Keichsanstalt  entwickelten 
Ansichten  über  die  Lagerung  des  Kalkes  von  H  a  1 1  s  t  a  1 1  eine  Modifikation  erleiden. 
Meine,  weiter  unten  mitgetbeilten  Beobachtungen  über  Iotnbardi«che  Verhältnisse  stimmen 
aber  mit  der  bisherigen  allgemeinen  Aufladung  überein,  der  ich  mich  vor  der  Hand  noch 
anschließen  möchte.  (Vrgl.  Stur.  Jahrb.  geol.  Reiclisanst.  18>>;>.  Verh.  p.  4 1 -> 


Digitized  by  Google 


fi7 

Aon  sind  all"  den  verschiedenen  Schichten  gemeinsam,  erreichen  aber  in 
den  sog.  Weng  er  Schiefern  an  der  Basis  der  Tuffe  das  Maximum  ihrer 
Entwicklung.  In  einer  Mächtigkeit  von  3000*  folgt  der  helle,  krystallinische, 
drusige  Dolomit  de«  Schiern,  in  welchem  globose  Ammoniten  liegen. 

Das  von  demselben  gebildete  Plateau  endlich  krönen  rothe,  sandige 
Dolomite  und  dolomitische  Sandsteine  mit 
Chemnitzia  alpina1')  Eichw.  sp. 
Cardinia  problematica  Klipst. 
Pachycardia  fuyosa  Hau. 
Myophoria  Kcfcrstrini  Hau. 

Letztere  Schichten  zeigen  durch  ihre  Petrefakten  Verwandtschaft  mit 
den  Cassianer  und  mit  den  Kaibier*),  sie  geben  aber  dadurch,  dass 
sie  durch  den  3000'  mächtigen  Dolomit  des  Schiern  von  den  eigentlichen 
Cassianer  Schichten  getrennt  sind,  die  erste  Andeutung  eines  gesonder- 
ten höheren  Niveau's  der  eigentlichen  Raibier  über  den 
Cassianer  Schichten. 

Diese  Andeutung  sollte  bald  durch  Untersuchungen  auf  der  Nordseite 
der  Alpen  zur  Gewissheit  werden. 

Westlich  von  den  Salzburger  Alpen,  in  denen,  wie  wir  sahen,  die 
Haiistatter  unmittelbar  auf  den  Guttensteiner  Kalken  liegen,  tritt 
an  der  Grenze  der  unteren  Trias  eine  Veränderung  ein,  indem  die  Mergel 
und  Schiefer,  die  stellenweise  noch  mit  Kalkbänken  wechseln,  in  denen 
ächte  Muschelkalkpetrefakten  liegen,  eine  bedeutende  Mächtigkeit  gewinnen 
und  da  sie  Hiüobia  Loimndi,  Buctrylliwn  Schmidii  und  AdliophyUum  speciosum 
führen,  bereits  als  Theile  der  oberen  Trias  sieh  zu  erkennen  geben.  In 
dieser  Erscheinungsweise  von  Gftmbel  als  Partnachschiefer  bezeichnet, 
wurden  sie  durch  einen  grossen  Theil  von  Südbaiern,  sowie  von  Escher 
und  Richthofen  in  Vorarlberg  nachgewiesen.  In  den  Gebirgen  nördlich 
von  Innsbruck  seheinen  sie  durch  Pichler's  mittleren  Alpenkalk  wenig- 
stens theilweise  vertreten  zu  werden.  Es  ist  dien  eine  mächtige  Reihenfolge 
weisser  und  grauer,  petrographisch  sehr  verschiedenartiger  Kalke  und  Mergel, 
die  erst  von  hellen  typischen  Haiistatter  Kalken  (oberer  Alpenkalk 
Pichler's)  überlagert  werden.  In  denselben  liegen  jene  oben  erwähnten 
Ammoniten,  Orthoceratiten  u.  s.  w.  vom  Kerschbuchhofe. 

Darüber  folgen  überall  meist  wohlgeschichtete  Kalke  und  Dolomite  mit 
globosen  Ammoniten,  Hulobia  Lommeli,  verschiedene  Gastropoden,  unter  deneu 

')  Nach  Hauer,  ein  Bettrag  zur  Kenntniss  der  Fauna  der  Raibier  Schichten,  p.  b. 
da*»elbe  wie  Chemnitzia  Roathorni  Hörn,  von  Unterpetzen. 
*)  Hauer.  Ein  Beitrag  p.  5. 

5* 


Digitized  by  Google 


Chniinitzia  tfradata  Hörn. 

Chcmnitzin  twnida  Hörn. 

Clumnitzid  c.iimia  Körn. 

Chmntitzifi  Esdirri  Hörn, 
von  besonderem  Interesse  sind.    Eine  Keihe  von  Hey  rieh  bei  Füssen  in 
grauen  thonigen  Kalken  entdeckter  Echinudermenreste  sind  identisch  mit 
Cassianer  Arten,  wie  denn  auch  schon  (Jümbel  folgende  Arten  als  dem 
nordalpinen  Haiistatter  Kalk  mit  den  Cassianachichten  gemeinsam  anführt: 

Lit/iod* mhon  sultdichottmiuhi  Mnst. 

(Jalanwpora  fibrosn  Mnst. 

StrtHHnio)wrtt  porosu  Klipst. 

Tragus  sponyiosmn  Mnst. 

Emrimis  cf.  HHiformis1)  Lmk. 

Cidaris  alatu  Mnst. 

Pccttn  tdtmxnis  Mnst. 

J'hasiaucllu  vnriubilis  Klipst.  sp. 

Anhnonitcs  pismn  Mnst. 

Amnionitis  Aon  Munt. 

Amnionitis  Acluhna  Mnst. 

(hthocims  suhuudutnni  Mnst. 
Im  Muschelmarmor  von  Hall  in  Tirol  findet  sich  auch  der  aus  dem 
Hleiberger  Muschelmarmor  bekannte 

AmmoniUs  floridus  Wulf.  sp. 
Als  bezeichnendes  Leitpetrefakt  dieser  Schichten  führt  zwar  Rieht- 
hofen  noch  lirhodendronartig  verzweigte  Organismenreste  an,  deren  sehr 
ähnliche  in  einem  tieferen  Niveau  an  der  Mendola  sich  finden.  Es  kommen 
aber  solche  Dinge  auch  in  der  Lombardei  in  bedeutend  höherem  Niveau 
vor,  und  dürften  dieselben  also  wohl  ebenso  wenig,  wie  das,  was  man 

Chaetetes  unmdata  Gumb. 

Nidhpora  anmdlata  Sehafh. 

Qastrochaena  obtusa  Stopp, 
genannt  hat,  eine  grosse  Bedeutung  als  Lcitfossilien  beanspruchen. 

Weiter  westlich  in  Vorarlberg  fehlen  eigentliche  Hallstatter  Kalke 
und  ihre  Stelle  vertreten  verschiedene  theils  mehr  kalkige,  theils  rauch- 
wackenartige  versteinerungsleere  Gesteine,  die  Richthofen  unter  dem  Na- 
men Arlbergkalke  zusammenfasst.    Nach  unten  wechseln  sie  mit  schief - 

')  Gewöhnlich  als  UUifvrmis  angefahrt  und  dann  besonder«  in  der  Lombardei  Ursache 
der  Angabe  echten  Muschelkalk«,  wo  es  sich  um  Haliatalter  Kalke  handelt. 


Digitized  by  Google 


69 

rigen  Gesteinen,  in  denen  sich  die  eine  oben  erwähnte  Hrtzia  trujoufUa  fand, 
deren  Vorkommen  mich  diese  Schiefer  in  den  Muschelkalk  stellen  Hess. 

Die  Decke  aller  dieser  obertriadisehen  Gesteine  bilden  nun  jene  gelb- 
braun verwitternden  Mergelkalko  und  dunkelbraunen  Sandsteine,  die  nach 
dem  häufigen  Vorkommen  der  Cardita  cre.mita  von  Tiroler  Geologen  Cai  - 
ditaschiehten  genannt  wurden. 

Sic  führen  gemeinsam  mit  den  südalpinen  Raibier  Schichten 
Pccten  filosun  Hau. 

Perna  ariciducformis  Emmr.  {BotUi  Hau.) 

GerviUia  bipartäa  Mer. 

Mcguiodon  carinthiacum  Hone. 

Corbis  Mellimji  Hau. 
können  also  mit  denselben  als  äquivalent  angesehen  weiden. 

Einstimmig  führen  uns  also  süd-  wie  nordalpine  Untersuchungen  zu 
dem  Schlüsse,  dass  zunächst  über  dem  Muschel  kalke  in  diesen  Raibier 
Schichten  paläontologisch  und  stratigraphisch  ein  bestimmter  Horizont 
gewonnen  wurde,  welcher  die  obertriadischen  Kalke  und  Dolomite  in  zwei 
Gruppen  zu  trennen  gestattet. 

lTeber  diesen  Raibier  Schichten  folgen  überall  die  durch  Mvynlodits 
trifjuetcr  ausgezeichneten  Dachsteinkalke  (Hauptdolomit  Gümhel'8). 
welche  von  den  Küssen  er  Schichten  (Rhätisehe  Formation)  und  der 
denselben  zugehörenden  oberen  Kalkbank  (oberer  Dachsteinkalk  der  öster- 
reichischen Geologen,  Dachsteinkalk  Gümbel's)  bedockt  werden. 

Hauer  in  der  Lombardei.  Wenden  wir  uns  nun  zurück  nach  den 
Südalpen  und  sehen,  welche  Resultate  uns  die  dortigen  Untersuchtingen  über 
die  westlichen  Gebiete  geben. 

Im  Sommer  185G  bereiste  Hauer  die  Lombardei  behufs  einer  karto- 
graphischen Uebersichtsaufnahme  und  veröffentlichte  seine  Beobachtungen 
in  Verbindung  mit  den  bereits  bekannten,  aber  sehr  in  der  Litteratur  zer- 
streuten, im  Jahrbuche  der  geologischen  Reichsanstalt.  Dem  Aufsatze  bei- 
gefügt wurde  eine  kleine  Uobersichtskarte,  die  zwar  nur  als  Vorarbeit  der 
Detailaufnahme  dienen  sollte,  aber  dennoch  von  sehr  grossem  Werthe  ist, 
da  sie  nächst  der  Studer-Escher'sehcn  die  einzige  neuere  Karte  bildet, 
deren  Bezciohnungswoise  als  allgemein  verständlich  gelten  konnte.  Die 
österreichischen  Geologen  waren  uicht  in  der  Lage,  ihre  Arbeiten  in  jenen 
Gegenden  fortzusetzen.  Ihre  Stelle  nahmen  die  italienischen  Forscher  mit 
Eifer  ein  und  veröffentlichten  eine  Menge  schätzenswerther  Beiträge  zur 
Kenntniss  des  Gebietes.  Allein  eine  in  grösserem  Maassstabe  gefertigte  geo- 


Digitized  by  Google 


70 


logische  Karte  fehlt  noch  immer  und  dien  ist  um  so  mehr  zu  bedauern,  als 
keiner  der  jetzigen  lombardischen  Geologen  mit  der  Beschaffenheit  anderer 
alpiner  Gegenden  bekannt  ist  und  somit  Systeme  und  Namen  geschaffen 
wurden,  welche  dem  mit  dem  Lande  nicht  Vertrauten  ein  Verständnis« 
wesentlich  erschweren  mussten.  Eine  Karte  im  Anschluss  an  andere  Oebiete 
müsste  so  manche  Meinungsverschiedenheiten  beseitigen,  die  trotz  der  aus- 
gedehntesten Abhandlungen  wohl  noch  lange  bestehen  werden. 
Hau  er  unterschied  in  der  obern  Trias  folgende  Glieder: 

1.  Cassianer  Schichten.  Vorwaltend  dunkel  gefärbte,  merglige  und 
kalkige,  in  dünnen  Bänken  gesonderte  Schichten,  die  unmittelbar  auf  dem 
Muschelkalk  (Märchen  o),  wo  dieser  fehlt  oder  sich  nicht  nachweisen 
lässt,  auf  Rauch  wacken  und  Huttens  reiner  Kalken  aufliegen.  Bei 
Angabe  der  Lokalitäten  für  diese  und  die  folgenden  Schichten  bezog  sich 
Hauer  auf  seine  eigenen  und  besonders  auf  die  Angaben  Curioni's  und 
Ragazzonis,  die  beide  bis  dahin  die  genauesten,  besondere  stratigraphi- 
schen,  Untersuchungen  in  den  lombardischen  Alpen  angestellt  hatten. 

2.  Esinokalkstein.  In  den  Umgebungen  des  Ortes  Esino,  östlich 
vom  Corner  See,  finden  sich  helle  und  dunkle  Kalke,  sowie  Dolomite,  die 
durch  ihren  ausserordentlichen  Versteinerungsreichthum  seit  lange  die  Auf- 
merksamkeit auf  sich  gezogen  hatten.  Auf  Grund  der  Identität  einiger  dort 
gefundenen  Versteinerungen  mit  solchen  aus  den  Nordalpen  bereits  beschriebe- 
nen, stellte  Hauer  diese  Schichten  in  Parallele  mit  den  liallstatter 
Kalken  und  wies  ihnen  ihre  Stelle  unter  den  Raibier  Schichten  an. 
Er  wich  hierin  von  einer  früheren  Auffassung  EscherV)  und  Studer's 
ab,  welche  die  Dolomite  den  Rai  hier  Schichten  aufgelagert  annahmen. 
Als  einige  Fossilien  gab  Hauer  aus  diesen  Kalken  an: 

Globose  Ammoniten. 

Cltetnnitzüi  Eseheri  Hörn. 

Xatica  Meriani  Hörn. 

Hnlobiti  Lomtwli  Wissm. 
sämmtlich  Arten,  die  man  in  den  Nordalpen  nur  tiefer  als  die  Rai  hier 
Schichten  liegend  kennt. 

3.  Raibier  Schichten.  Thcils  dunkle  schiefrige,  kalkige  und  merg- 
lige Gesteine,  theils  rothe  und  grüne,  lebhaft  gefärbte  Mergel  und  Sandsteine, 
welche  häutig 

GerviÜia  bipurtita  Mer. 
Myophoria  KefersMni  Mnst.  sp. 


')  Kschrr.    Vorarlberg  [».  HU. 


Digitized  by  Google 


71 


führen.  Ihre  Lagerung  über  Hauer'«  Esinokalkstein  wird  von  mehre- 
ren Orten  nachgewiesen . 

4.  Unterer  Lias.  Dachsteinkalk  und  Kössener  Schichten  (die 
ich  noch  mit  der  Trias  verbinde).  Kalke  und  Dolomite,  denen  dunklere, 
kalkige,  thonige  und  merglige  Schichten  in  unbestimmtem  Niveau  einge- 
lagert sind. 

Als  besonders  bezeichnend  für  die  Kalke  und  Dolomite  gelten  die  Car- 
dium  und  Megalodus,  die  Dachsteinbivalven  der  Nordalpen.  Sowohl 
unter,  als  über  den  weichen  Einlagerungen  (den  Kössener  Schichten)  sollen 
identische  Arten  liegen.  Die  Kössener  Schichten  beherbergen  auch  hier 
die  in  den  Nordalpen  bekannte  reicho  Fauna. 

Mit  der  Auffassung  dieses  Lias  stimmte  Curioni  nicht  ganz  überein, 
indem  er  Cardinm  triquetrum  Wulf,  als  eine  von  Meijalodus  sciitutus 
Schafh.  bestimmt  verschiedene  Art  ansah,  so  dass  jene  nur  unter,  diese  nur 
über  den  Kössener  Schichten  sich  finden  sollten.  Eine  solche  Drei- 
teilung hatte  sich  zwar  stratigraphisch  und  petrographisch  auch  in  den 
Nordalpen  theilweise  ergeben,  allein  Hauer  hält  sie  nur  für  eine  lokale 
Erscheinung.  Immerhin  lässt  sich  die  Uebereinstimmung  zwischen  Hauer 
und  Curioni  sehr  leicht  herstellen,  wie  folgende  Tabelle  zeigt1): 

Xordtirol  und  Vorarlberg  nach  Moria«,  _     ...  ,„ 

,    ,   „  Lombardei  nach  Curioni. 

Ofimbel,  Hauer  etc. 

1.  Dachsteinkalk  1  14.  Schichten  von  Guggiate  mit  Meg. 

2.  Kössener  Schichten  J    ♦   sttUatus  Schafh. 

3.  Hauptdolomit  12.  Dolomit  mit  C.  triqmtrmu  Wulf.  sp. 

„         a      ,x  1  11-  Schwarzer,  poröser  Kalk 

4.  Cardita  Schichten  MO  Ov 

Raibier  Schichten  (     '         ,  ~ 

J    9.  Schichten  von  Dossena 

5.  Kalkstein     von    Wildungen,      8.  Esinokalk 
Tratzberg,  Zugspitz  u.  s.  w. 

6.  Partnachsehiefer  7.  Keuper  und  älteres  S.  Cassian. 

Stoppani  in  der  Lombardei.  Bereits  vor  Veröffentlichung  des 
Hauer'schen  Aufsatzes  erschienen  Stoppani' s  Studii*),  eine  reichhaltige 
Arbeit  über  die  lombardischen  Alpen,  besonders  in  Beziehung  auf  die  Ver- 
theilung  der  Organismen  in  den  verschiedenen  Schichten.  Die  ganze  Ab- 
theilung von  denCassianer  Schichten  bis  zu  den  Raibier  (in  Hauer's 


'  )  Hauer.    Uebersicht  p.  4  *  I . 

*)  Stoppani.    8tudii  geologici  e  paleontologici.  Milano  la'i^. 


Digitized  by  Google 


72 


Sinn),  sind  hier  noch  unter  der  gemeinsamen  Bezeichnung  ^oherer  Theil  der 
lombardischen  Triaa",  oder  Formation  von  8.  Cassian  zusammengefaßt. 
Eine  scharfe  Trennung  einzelner  Horizonte  und  zwar  in  einer  von  der 
Hau  er 'sehen  Auffassung  sehr  abweichenden  Weise,  veröffentlichte  Stoppani 
später  in  den  Atti  della  socicta  geologica').  Dieser  Aufsatz  giebt  eine  Ueber- 
sicht  über  alle  lombardischen  Schichten  und  wir  haben  die  hier  fürVerru- 
cano  und  untere  Trias  geltend  gemachten  Ansichten  bereits  früherkennen 
gelernt.  Da  die  über  die  obere  Trias  handelnden  Abschnitte  auch  in  der 
geognostischen  Abtheilung  des  ersten  Bandes  der  palaeontologie  lombarde1) 
wiedergegeben  sind,  mit  deren  Veröffentlichung  Stoppani  1858  begann, 
folgen  wir  lieber  der  hier  gegebenen  Darstellung,  da  sie  kürzer  ist  und  die 
Resultate  neuerer  Untersuchungen  noch  berücksichtigt.  Ein  dritter  Aufsatz 
über  die  Gliederung  der  lombardischen  Trias  endlich  findet  sich  im  2.  Bd. 
der  Atti1)  nach  Veröffentlichung  des  Anfangs  der  Palaeontologie. 

Drei  Depots,  sagt  Stoppani,  palaeontologisch  und  petrographisch  aus- 
gezeichnet, finden  sich  nach  der  Ansicht  aller  Geologen  in  den  lombardischen 
Alpen  unter  den  Schichten,  welche  eine  lin«so-jurassische  Fauna  beherbergen. 

1.  Depot  de  l'Azzarola.  Es  sind  dies  die  von  Stoppani  als  zum 
Lias  gehörig  betrachteten  Kössener  Schichten  und  oberen  Dach- 
st ein  kalke  deutscher  Geologen. 

2.  Depot  des  petrifications  d'Esino.  Dolomite  und  Kalke,  in 
denen  als  „die  verbreitetsten  Arten  in  der  Lombardei  und  die  einzigen, 
welche  uns  leiten  können  auf  dem  Wege  der  Palaeontologie  die  klassischen 
Lokalitäten  von  Egino  und  Leuna  ausserhalb  der  Lombardei  wiederzu- 
finden," zu  betrachten  sind: 

Gastrochtwna  obtttsa  Stopp. 
Avictda  exilis  Stopp. 
Evinospongia  cerea  Stopp. 

Als  von  vielem  Werth  werden  noch  genannt:  globose  Aramoniten, 
grosse  glatte  Chemnitzien,  gewisse  mit  Ornamenten  gezierte  Arten  aus 


')  Atti  della  »ocieta  geologica  resid.  in  Milann.  Vol.  I.  1K.:k>—  J8"«9  p.  120.  Spdtita, 
dpi  20  Marzo.  1RVJ. 

f)  A.  Stoppani:  Palaeontologie  Lombarde  I.  Los  petrifieation»  d'E«ino.  Milan. 
18f»8— 1860.  p.  134. 

*)  Resultati  palaeontologie i  e  geologiei  dedotti  dallo  studio  dei  petrefatti  d'Esino.  Atti 
della  societa  Italiana  di  neienzc  ed  arti.  Vol.  II.  ßed.  d.  1.  Apr.  1860.  p.  65.  (  Die  »ocieta 
Italiana  bildet  die  Fortsetzung  der  societa  geologica,  von  der  nur  ein  Band  erschien.) 


Digitized  by  Google 


73 


den  Geschlechter  Turbo,  Trochus,  Neritopsis,  endlieh  ein  grosses 
Cardium,  gewöhnlich  als  Cardimn  triqueter  bezeichnet. 

3.  Depot  ou  groupo  de  Gorno  et  Dossena.  Schwarze  und  schwärz- 
liche, auch  gelbe  Morgelkalke,  oft  merglige,  grüne,  rothe  und  gelbe  Sand- 
steine mit 

Myojthoriu  Kefersteini  Mnst.  sp. 
Myoconcha  Lontbardica  Hau. 
Myoconcha  Curionii  Hau. 
Gerviüia  bipartita  Mer. 
Gervülia  Meriani  Stopp. 
Preten  filosus  Hau. 

Diese  Schichten  sind  dieselben,  wie  die  von  den  deutschen  (Jeologen 
als  Raibier  Schichten  (Cardita-Schichten)  bezeichneten. 

Auf  einer  Wanderung  von  Westen  nach  Osten  durch  die  ganze  Lom- 
bardei will  dann  Stoppani  folgende  These  beweisen:  das  Depot  von  Esino 
liegt  an  der  Basis  einer  grossen  kalkigen  und  dolomitischen  Masse,  die 
der  Formation  von  Azzarola  und  der  Gruppe  von  Gorno  und  Dossena, 
welche  durch  die  Fauna  von  Raibl  gekennzeichnet  ist,  sich  befindet,  oder 
anders  und  kürzer  gefasst:  in  der  Lombardei  ist  die  Fauna  von  Esino 
jünger  als  die  von  Raibl  und  älter  als  die  der  Schichten  mit  AvUula  contorta. 

Man  sieht,  diese  Auffassung  ist  der  Hauer's  ganz  entgegen.  Stoppani 
fuhrt  dann  eine  Reihe  von  Lokalitüten  an,  an  welchen  die  von  ihm  auf- 
gestellte Reihenfolge  sehr  gut  zu  sehen  sein  soll.  Ich  mache  hier  nur  auf- 
merksam auf  das  über  die  Umgebungen  des  Val  di  Scalve  Gesagte'), 
weil  ich  diese  Lokalität  selbst  besuchte  und  später  auf  das  von  Stoppani 
Gesagte  zurückkommen  will.  (S.  u.  p.  78  ) 

Am  Ende  wird  noch  folgende  kleine  Uebersicht  gegeben: 

A.  Lias 

a.  Groupe  de  1' Azzarola 

Schichten  der  Ä.  contorta,  Kössener  Schichten 

1.  Depot  de  l'Azzarola 

2.  Depot  des  Schistes  noirs  marneuses. 

B.  Trias  Buperieur 

b.  Groupe  de  la  dolomie  myoenne 

3.  Dolomie  moyenne  proprement  dite.  (GastrocJiaena  obtusq.  Avi- 
cuia  exilis.    Evinospongia  cerea.    Cardium.  Gastropodes.) 

')  Pal.  Lomb.  Petrif.  d'Ksino  p.  Mf>. 


Digitized  by  Google 


74 

4.  Depot  den  petrifications  d'Esino.  (Esinokalk.) 
c.  Groupe  de  Gorno  et  Dossena,  Raibier  Schichten. 
C.  Trias  inferieur  (Muschelkalk). 

Das  oben  als  Depot  des  petrifications  d'Esino  bezeichnete  bekommt  also 
hier  den  Xamen  Groupe  de  la  dolommie  moyenne  und  die  oben  für  das 
Ganze  als  bezeichnend  angegebenen  Arten  stehen  hier  in  Parenthese  nur 
neben  der  Lntcrabtheilung  dolomie  proprement  dite,  während  eine  zweite 
Unterabtheilung,  depot  des  petrifications  d'Esino,  palaeontologisch  nicht  näher 
bezeichnet  ist.  Man  sollte  also  meinen,  mit  der  letzten  Benennung  wären 
ausschliesslich  die  Schichten  an  der  Lokalität  Esino  gemeint.  Aus  dem  Texte 
ist  hierüber  mit  Klarheit  nichts  zu  ersehen,  denn  wenn  es  auch  einige  Male 
scheint,  als  wäre  eine  untere  Abtheilung  bezeichnet  durch  das  Vorkommen 
der  riesigen  Gastropoden,  so  ist  doch  andrerseits  von  einer  Mischung  der 
Fauna  wieder  in  der*  Art  die  Rede,  dass  immer  ein  in  einem  Satz  gewonne- 
ner Anhaltspunkt  im  nächsten  wieder  entschwindet.  So  ist  in  der  Einleitung 
zu  den  Gastropoden  zwar  eine  Eintheilung  in  4  Depots  versucht,  allein  es 
wird  vorher  bemerkt,  dass  dieselben  keine  „vraie  importance  scientifiquß" 
hätte.  Wir  müssen  also  wohl  auf  weitere  Anhaltspunkte,  als  das  oben  Ge- 
gebene, verzichten. 

Curioni  in  der  Lombardei.  Von  ganz  besonderem  Interesse  ist 
eine  neuerdings  von  Curioni  veröffentlichte  Abhandlung,  die  nach  meinem 
Dafürhalten  in  hohem  Grade  geeignet  ist,  Mittel  an  die  Hand  zu  geben, 
eine  Erklärung  zu  jener,  in  so  auffallendem  Gegensatze  zu  allen  andern  in  den 
Alpen  angestellten  Beobachtungen  stehenden  Auffassungsweise  Stoppani's  zu 
bieten.    Curioni')  kommt  zu  folgender  Eintheilung: 

1.  Lias. 

Dolomit,  der  sich  in  Kalk  und  in  Oolith  umändert  und  in  welchem 
sich  nie  Mujalodiis  iriqmter  fand. 

2.  Infralias. 

Bänke  mit  Avictda  eontorUi  und  Mcyalodtts  im  mittleren  Theil  des 
Depots,  indem  Ac.  cutitortu  sich  auch  unten  an  der  Grenze  gegen  den  Dolomit 
unter  3  zeigt. 

3.  Trias. 

a.  Dolomit  von  Esino  mit  dem  wahren  Mnj.  tritjuclcr  und  anderen 
Megalodusarten. 

b.  Depot  von  Dossena  mit  (iervilliu  bipartita  und  Keuperpflanzen. 

')  Curioni.  Sui  giaeimenti  motalliferi  di  Begano.  Memorie  del  R.  Ist.  Lomb.  di 
scienze  etc.    toI.  IX. 


Digitized  by  Google 


75 


c.  Dolomitiseher  Kalk  von  Ardese.  Haiistatter  Kalk,  mit  Chera- 
nitzien  und  globosen  Ammoniton. 

d.  Depot  von  S.  Cassian  mit  A.  Aon  und  Kcuperpflanzen. 

e.  Muschelkalk. 

Vergleichen  wir  diese  Einteilung  mit  der  früher  von  Cnrioni  ge- 
gebenen (p.  71),  so  finden  wir  dieselben  Abteilungen  der  grossen  Gesteins- 
gruppen wieder:  unter  seinem  Infralias  (den  ich  noch  zur  Trias  rechne) 
und  über  dem  Muschelkalk  liegen  zwei  kalkig  merglige  Horizonte  und 
zwei  dolomitische,  die  mit  einander  abwechseln,  nur  ist  die  über  den 
Schichten  mit  G.  bijxirtita  liegende  Masse  hier  als  Rsinokalk  bezeichnet, 
anstatt  dass  früher  für  die  unter  diesen  Schichten  liegende  Masse  dieser 
Name  vindizirt  wurde. 

In  übersichtlicher  Darstellung  haben  wir  also: 

1855.  1863. 

Lias 
Infralias 

Av.  contorta.  Megalodon.  14.  Schichten  von  Guggiatc  mit 

Trias  Meg.  svutatus 

a.  Esinodolomit  12.  Dolomit  m.  Cardium  triqtteter 

b.  Depot  von  Dossena  mit  G.     9-11.  Kalke  und  Gypse.    Sch.  v. 
bipartitu  Dossena 

c.  Kalk  von  Ardese  8.  Esinokalk 

d.  S.  Cassian  7.  Keuper  u.  älteres  S.  Cassian. 

e.  Muschelkalk 

Es  ist  sehr  beachtenswerth ,  dass  ganz  neuerdings,  also  auch  nach 
Stoppani 's  Publikationen.  Curioni  erstens  eine  Dolomit-  und  Kalkmasse 
unter  den  Schichten  der  Gcrvillia  biixirtita  aufstellt,  welche  sich  dem  Hall- 
ntatter  Kalke  vergleichen  lässt.  dass  er  sodann  Cassianschichten  und 
Dossenaschichten  trennt,  die  Stoppani  für  ein  Depot  hält,  dass  er  end- 
lich, um  es  kurz  zu  sagen,  die  Schichten,  die  man  in  Deutschland  Haupt- 
dolomit und  unterer  Dachsteinkalk  nennt,  als  Esinokalk  bezeichnet. 

Eigne  Beobachtungen  in  der  Lombardei.  Ich  habe  nun  die 
hauptsächlichsten  über  die  obere  Trias  der  Lombardei  bekannt  gewordenen 
Eintheilungen  angegeben  und  gehe  an  die  Beschreibung  einer  Lokalität, 
die  mir  ganz  besonders  geeignet  scheint,  die  Aufeinanderfolge  der  Schichten 
zu  zeigen.  Sie  ist  auch  insofern  von  Interesse,  als  sie  von  Curioni, 
Escher,  Hauer  und  Stoppani  bereit«  erwähnt,  aber  kein  Profil  über 
den  ganzen  Komplex  mitgetheilt  wurde. 


Digitized  by  Google 


76 


Vcrlässt  man  die,  Val  Cammonica  in  seiner  Länge  durchziehende 
Hauptstraße  zwei  Stunden  nördlich  vom  Nordende  des  Lago  d'lseo, 
bei  dem  einzelnen,  Oasa  di  Boario  genannten  Hause  und  wendet  sich 
auf  dem  Fahrwege  nach  Gorzone,  so  trifft  man  bei  S.  Rocco  die 
bereits  oben  erwähnten,  rothen,  mit  wulstigen  Erhabenheiten  bedeckten 
Sandsteine  und  hinter  (iorzüne  gegen  Tcrzano  die  Kalke  und  Rauch- 
wacken  des  Muschelkalkes.  Auf  der  gegenüberliegenden  Seite  des  Flusse* 
bei  dem  Orte  Angolo  nimmt  eine  neue  Strasse  ihren  Anfang,  die  das 
Val  di  Scalve  hinauf  bis  nach  Dezzo  geführt  werden  soll  und  bereits 
so  weit  au«  dem  Felsen  gesprengt  ist,  das«  sie  von  Fussgängern  benutzt 
werden  kann.  Folgen  wir  derselben,  so  treffen  wir  '/•>  Stunde  hinter  Angolo, 
wo  man  un  den  Wiesen  und  Geröllströmen,  die  links  vom  Gebirge  herab- 
kommen, zuerst  wieder  festes  (testein  bemerkt,  dünnplattige ,  graue,  bis 
intensiv  schwarze  Kalke  in  dünnen,  mannigfach  gewundenen  Schichten 
an ,  in  denen  sich  häufig  Jlalobia  Lommcli,  globose  und  ceratitenartige 
Ammoniten  finden.  Prachtvoll  entblösst  sind  di$se  Kalke  in  den  merk- 
würdigsten Windungen  und  Knickungen  zu  beiden  Seiten  des  engen  Tobels, 
der  in  einer  Tiefe  von  etwa  SO'  neben  der  Strasse  liegt.  Gänge  eines 
schönen  dunklen  Porphyr  s  mit  deutlich  ausgeschiedenen  Feldspathkryst allen 
(wie  es  scheint  Oligoklas)  durchbrechen  die  Schichten  und  bilden  an  der 
Berührungsfläche  sehr  ausgezeichnete  Breccien,  aus  eckigen  Kalkstücken,  im 
Porphyrteige  eingebacken,  bestehend.  Vom  Einfallen  ist  wegen  der 
Knickung  der  Schichten  wenig  zu  sehen,  doch  ist  dasselbe  im  Allgemeinen 
gegen  S\V.  sehr  sanft.  Die  Strasse,  sowie  das  mitgetheilte  Profil  liegen 
nicht  ganz  rechtwinklig  gegen  die  Schichten,  sondern  durchschneiden  schief 
eine  vom  Beschauer  abfallende  Mulde.  Auf  die  dunklen  Kalke  folgen, 
dieselben  deutlich  überlagernd,  helle  graue  Kalke  in  mächtigen  Bänken  mit 
nur  schwach  angedeuteter  Schichtung.  Bezeichnend  für  sie  ist  eine  sehr 
eigentümliche  Struktur,  die  von  jeher  die  Aufmerksamkeit  auf  sich  zog. 
Esc  her1)  erwähnte  derselben  schon  und  bildete  ein  solches  Gesteinsstück 
eben  aus  diesem  Thale  ab.  Bundliehe,  eckige  oder  nierenförmige  Kalk- 
stückc,  mit  feiner  Querfurchung  versehen,  sind  umgeben  von  mehreren,  die- 
selben umhüllenden  konzentrisch  gefaserten  Kalkschalen.  Verschiedene  so 
gebildete  Massen  berühren  sich  an  einzelnen  Punkten  und  die  leeren  Zwi- 
schenräume sind  dann  wieder  von  fein  mäandrisch  gezeichneter  Kalkmasse 
ausgefüllt,  so  daas  das  Ganze  ein  festes  Gestein  bildet.  Einzelne  halbkuglige, 
kegelförmige  Massen  ragen  da.  wo  das  Gestein  zum  Strassenbau  verwendet 


')  Bronn,  Loonh.  Jahrb.  IMti.  Taf.  VI.  p.  i. 


Digitized  by  Google 


77 


wurde,  frei  aus  den  Wänden  heraus  und  diese  gewinnen  dann  das  Ansehen 
des  Inneren  einer  Tropfsteinhöhle.  Ob  man  es  mit  Petrefakten  oder  Oolithcn 
zu  thun  hat,  blieb  Escher  zweifelhaft.  Wenn  es  Korallen  sind,  wie  Stoppani 
annimmt,  der  diese  Dinge  als  Kvinospotujw  cerea  abbildet,  so  dürfte  dies 
nur  von  den  inneren  Massen  gelten,  die  allerdings  mitunter  verzweigt  sind; 
die  die  Zwischenräume  ausfüllende  Kalksubstanz  und  die  Schalen  sind  aber 
jedenfalls  nur  Produkte  eines  Niederschlags  oder  einer  Ausscheidung.  Von 
unzweifelhaften  Versteinerungen  sah  ich  sonst  nur  Ammonitendurchschnitte 
und  Enerinitensrielglieder  (Rad.  cf«  liliiformis).  Diese  Kalke,  die  durch  den 
Bau  der  neuen  Strasse  in  einer  ausgezeichneten  Weise  entblösst  sind,  halten 
an  bis  etwas  vor  dem  Orte  Dezzo,  wo  ein  Seitenthal  einmündet.  Hier 
trifft  man  wieder  die  schwarzen  Kalke  mit  Halobia  Lomtueli  und  A.  Aon 
und  0Iobo8en,  darunter  Amimmks  gibbus  n.  sp.,  in  ausgezeichneter  Ent- 
wickelung  in  dem  nach  Colere  hinaufführenden  Thale  und  östlich  von 
diesem  Orte,  wo  sie  den  gewaltigen  Koloss  der  Pro  sola  na  unterteufen 
und  sich  mit  denen  bei  Angolo  beobachteten  in  Verbindung  setzen.  In 
den  Umgebungen  von  Colere  hat  man  für  bauliche  Zwecke  die  Platten 
öfter  aufgebrochen  und  man  sieht  auf  Thürschwellen  u.  s.  w .,  ganze  Flächen 
mit  Halobia  Lommeli  bedeckt.  Schöne  Ammoniten  liegen  auf  den  Platten 
der  Einfassungsmauer  der  kleinen  Brücke  zwischen  den  beiden  getrennten 
Theilen  des  Ortes.  Weiter  aufwärts  im  Val  di  Scalve  gegen  Schilpario, 
lassen  sich  die  unterliegenden  Rauchwaeken  und  der  Servino  beobachten, 
so  dass  man  in  umgekehrter  Reihenfolge  dieselben  Schichten  hat,  wie  wir 
sie  Eingangs  bei  Angolo  fanden.  Wenden  wir  uns  nun  zur  Betrachtung 
jener  gewaltigen  Gebirgsmassc,  die  in  der  Presolana  ihren  Gipfel  erreicht 
und  deren  Unterlage  wir  so  eben  kennen  gelernt  haben.  Wir  gehen  zurück 
auf  die  neue  Strasse  bis  etwa  zu  dem  Punkte,  der  unter  dem  Giogo  di 
Castione  liegt  und  klimmen  auf  beschwerlichem,  aber  sehr  instruktiven 
Pfade  in  einem  der  Wasserrisse  nach  den  um  die  einzelnen  Spigolo  und 
Padone  genannten  Häusern  gelegenen  Alpweiden  empor.  Bis  zu  einer 
Höhe  von  etwa  1500'  über  dem  Flusse  hält  der  Kalk  an,  wird  aber  dann, 
wo  das  kleine  Plateau  mit  den  Hütten  beginnt,  von  dunklen,  leberbraun 
verwitternden  Mergelkalken  überlagert,  in  denen  ich  in  Menge 

Myophoria  Kefersteini  Mnst.  sp. 

Gervillia  bipartita  Mcr. 

Pecten  ßlosus  Hau. 

und  eine  ausgezeichnete  Chemnitzie  sammelte.  Es  ist  dies  die  bekannte, 
schon  von  Curioni,  Hauer  und  Stoppani  zitirte  Lokalität  für  Raibier 
Fossilien.     Dass  grade  hier  Stoppani  die  selbständige  Entwicklung  der 


Digitized  by  Google 


78 

Kalke  mit  riesenoolithischer  Struktur  (J'Jtinosj)onyia  arca  St.)  zwischen  den 
Halobienschichten  und  den  Schichten  mit  Gcrr.  Inpartita  entging,  ist 
auffallend.  Höher  hinauf  gegen  da«  Giogo  stellen  «ich  dolomitisehe  und 
sandigmerglige  Gesteine  ein,  wie  man  denn  unmittelbar  am  Wege  vom 
üiogo  nach  Dezzo  gelbe  dünnschichtige  Mergelschiefer  anstehen  sieht,  die 
unter  sieh  die  Presolana  zu  ziehen  scheinen.  Ich  konnte  dieselben  weiterhin 
nicht  verfolgen,  doch  giebt  sie  Prof.  Curioni  daselbst  als  die  l'resolana  unter- 
teufend an.1) 

Setzen  wir  unsre  Wanderung  vom  Giogo  abwärts  nach  Castione 
fort,  so  treffen  wir  nach  etwa  1  Stunden  dicht  hinter  Castione  am  Monte 
Varö  rothe,  bunte  Sandsteine,  welche  zur  Haibier  Gruppe  gehören  und 
eine  Fortsetzung  der  unter  dem  Giogo  bilden.  Darüber  am  Monte  Pora 
stehen  helle  Dolomite  an,  die  ausser  Avkula  exilis  noch  andere  Versteiner- 
ungen von  Stoppani's  Fauna  von  Exino  fuhren,  wie  denn  von  hier  an 
allerseits  über  die  Lagerung  der  höher  folgenden  Schichten  kein  Zweifel 
mehr  unter  allen  Beobachtern  besteht.  Unter  den  Monte  Pora  in  Val 
Supina  beobachtet  man  folgende  Aufeinanderfolge  der  Schichten,  die  ich 
einer  gefälligen  Mittheilung  Herrn  Curioni's  verdanke.  Ich  setze  sie  um 
so  lieber  her,  als  Hie  auf  der  Südseite  der  Gebirgsmasse,  mit  der  wir  uns 
beschäftigen,  ganz  dieselbe  Reihenfolge  erkennen  lässt.  wie  ich  sie  soeben 
auf  der  Nordseite  in  Val  di  Sealve  beschrieb. 

1.  Heller,  unten  dunkler  Dolomit  von  Ksino  mit  Ar.  exilis  etc. 

2.  Bänke  mit  (i.  biimrüta.  Keuper. 

3.  Dolomitischer  Kalk  mit  Bleiglanz  in  dünnen  Adern.  Chemnitzia. 

4.  Kalk  mit  dünnen  Bänken  mit  Halobia  Lonimeli  und  Ammoniten.  Muschel- 
kalk und  S.  Cassian. 

5.  Gyps. 

(>.   Rauchwacke  (cargneule),  calcare  farinono. 

7.  Bunter  Sandstein  und  Servino. 

7.  G.  5.  und  noch  ein  Theil  von  4  gehören  zur  untern  Trias.  Die  Rauch- 
wacken,  auch  als  cargneule  oder  calcare  farinoso  bezeichnet,  sind  ein  in  ihrer 
petrographischen  Beschaffenheit  leicht  wieder  zu  erkennendes  Glied  und  der 
Ausdruck  mehliger  Kalk  (calcare  farinoso)  ist  sehr  passend,  wie  denn  schon 
Escher*)  dasselbe  Formationsglied  am  passo  Croee  Domini  treffend  als 
„gelb  bestaubten  doloinitischen  Kalkstein''  bezeichnet.  Die  scharfe  Grenze 
zwischen  unterer  und  oberer  Trias  liegt  nach  meiner  Auffassung  in  4,  nur  ist 


')  Nach  «'inem  brieflich  mitgeteilten  Profil. 
')  Shider.  Geol.  d.  8chweiz.  I.  p.  J46. 


Digitized  by  Google 


79 


dieselbe  sehr  schwer  aufzufinden  wegen  der  Seltenheit  oder  des  gänzlichen 
Fehlens  ächter  Musehelkalkpetrefakten.  Da  die  Gesteine  petrographisch  sich 
sehr  ähnlich  sind,  stellt  sie  Curioni  als  ein  Glied  mit  der  Bezeichnung 
Muschelkal'k  u.  S.  Cassian  hin.  Für  Nr.  2  nimmt  Curioni  wegen  der 
Pflanzenvorkommnisse  und  der  petrographischen  Aehnlichkeit  mit  ausser- 
alpinen  oberen  Keuper  den  Namen  Keuper  in  Anspruch.  Dagegen  ist  nur 
zu  bemerken,  das«,  wenn  man  den  ausseralpincn  Namen  Keuper  in  die 
alpine  Geologie  einführen  will,  man  ihn  dann  auch  für  den  ganzen  Komplex 
anwenden  muss,  der  in  den  Alpen  zwischen  denjenigen  Grenzen  liegt,  die 
ausserhalb  derselben  den  Keuper  bezeichnen,  also  zwischen  Muschel- 
kalk und  achtem  Lias.  Auf  einen  einzelnen  Horizont  innerhalb  dieser 
Grenzen  allein  angewandt,  giebt  der  Name  in  den  Alpen  zu  leicht  zu  Miss- 
verständnissen  Veranlassung,  indem  die  guten,  durch  den  Muschelkalk 
nach  unten,  die  Kössener  Schichten  nach  oben  gegebenen  Grenzen  nicht 
die  Bedeutung  erhalten,  die  ihnen  als  den  beiden  sichersten  Anhaltspunkten 
für  inner-  und  ausseralpine  Parallelen  beigelegt  werden  muss.  Diese  Auf- 
fassung war  denn  auch  bei  der  GümbeTschen  Bezeichnungsweise,  der  ein- 
zigen, die  bisher  mit  Consequenz  für  alle  alpinen  Formationen  ausseralpine 
Namen  in  Anwendung  brachte,  maassgebend. 

Theils  um  auch  die  Ausbildung  der  noch  über  denen,  in  obigen  Profilen 
mitgetheilten  Komplexen  liegenden  Schichten  kennen  zu  lernen,  theils  um 
einige  ausgezeichnete  Petrefaktenvorkommnisse  namhaft  zu  machen,  wenden 
wir  uns  noch  etwas  südlicher  nach  den  Gebirgen,  welche  das  Ostufer  des 
herrlichen  Lago  d'Iseo  bilden,  übersteigen  dieselben  dann  und  gelangen 
nach  den  so  häufig  genannten  Thälcrn  Val  Trompia  und  Val  Sabbia. 

Von  Volpino  gegen  SO.  verbergen  sich  die  Schichten  mit  G.  bipartila, 
und  alle  tiefer  liegenden  auf  eine  Stunde  unter  den  gewaltigen  Geröll- 
massen, die  der  Oglio  am  Nordende  des  See's  zusammengeschwemmt  hat. 
Jenseits  des  Thaies  über  Pisogne  treten  Kalke  und  dolomitische  Gesteine 
an  den  Abhängen  des  Monte  Anguina  auf  und  oben  an  dem  zwischen 
Monte  Anguina  und  Corno  dei  trento  passi  von  Pisogne  und  To- 
line  nach  Zone  führenden  Passe,  stehen  in  prachtvoller  Entwicklung  und 
reich  an  Fossilien  wieder  die  Raibier  Schichten  an,  sich  nach  Zone  hinab- 
ziehend und  den  Grund  des  gegen  den  Monte  Marchione  hinaufziehenden 
Thaies  ausfüllend,  lieber  ihnen  lagern,  den  steilen  westlich  vom  Monte 
Marchione  nach  dem  See  zu  laufenden  Bergrücken  bildend,  helle  drusige 
Dolomite,  ganz  erfüllt  mit  Av.  exilis,  Gastrochäna  ähnlichen  Gebilden  und 
Gastropoden,  in  deren  Fortsetzung  unten  am  Seeufer  die  Strassenarbeiten 
schöne  Durchschnitte  der  Dachsteinbivalven  frei  gelegt  haben.    Das  süd- 


Digitized  by  Google 


80 


lieh  von  diesem  Kücken  folgende  Thal  ist  wiederum  in  weichen  Gesteinen 
ausgewaschen  und  man  sammelt  in  demselben  Terebratula  Scftafhäutli  Stopp., 
wie  denn  auch  Stoppani  diese  Schichten  als  seiner  Azzarolagruppe ,  d.  i. 
den  Kössener  Schichten  angehörend,  betrachtet. 

Es  ist  interessant,  nachdem  man  die  petrographische  Beschaffenheit  dieser 
ganzen  Schichtenreihe  an  Ort  und  Stelle  studirt  hat,  eine  Fahrt  auf  dem 
See  in  hinreichender  Entfernung  vom  Ufer  zu  unternehmen.  In  sehr  auf- 
fallender Weise  giebt  sich  dann  der  Einfluss  der  petrographischen  Beschaffen- 
heit auf  die  Konfiguration  der  Erdoberfläche  und  die  Vegetationsdecke  zu 
erkennen.  Schroff  und  baumlos  in  prallen  Wänden  steigen  die  Dolomit- 
massen  auf  mit  scharfen  Graten  und  spitzen  Zacken  von  weisser  Farbe,  scharf 
abstechend  gegen  den  tiefblauen  Himmel.  Zwischen  denselben  liegen  in 
sanft  gerundeten  Formen  die  Thäler,  aus  den  klaren  Fluthen  des  See's  in 
anmuthigem  Wechsel  schwellender  Wiesen  und  kleiner  mit  üppigen  Wein- 
und  Kastaniengärten  bestandenen  I'lateau's  aufsteigend. 

Der  Rücken  südlich  von  dem  genannten,  in  Kössener  Schichten  einge- 
schnittenen Thal  (auf  der  Stabskarte  als  Yal  Opol  bezeichnet),  besteht  aus 
grauen,  theils  oolithischen  Kalken  in  wohlgeschichteten  Bänken,  die  sich  in 
SO.  Streichen  hinüber  nach  Val  Trompia  verfolgen  lassen,  wo  sie  bei  Gar- 
done  den  Berg  Domaro  zusammensetzen,  dessen  Fossilien  Lias  anzeigen. 
Auf  der  andern  Seite  von  Val  Trompia  in  dem  kleinen  bei  Sarezzo  ein- 
mündenden Thale  liegen  reich  entwickelte  Kössener  Schichten  mit  Bac- 
tryllien  und  unter  denselben,  den  Abhang  des  Monte  S.  Emiliano  bildend, 
helle  drusige  Dolomite  mit  sehr  zahlreichen  Fossilien,  aus  denen  ich  her- 
vorhebe : 

Turbo  solitarius  n.  sp. 
Natica  inaer ta  n.  sp. 
Turritelia  JjOtnbardica  n.  sp. 
Turritelia  Trompiana  n.  sp. 
Modiola  pupa  Stopp. 
MyoconcJui  Brunneri  Hau. 
Gervillia  sahafa  Brunn  er. 
Gervillia  cf.  jmiecursor  Qu. 
Avicula  exilis  Stopp. 
Gastrochaena  sp. 

In  der  Fortsetzung  dieses  Dolomits  bei  Sarezzo  liegt  in  Menge  Mega- 
lodus  triqutter  Wulf.  sp. 

Noch  weiter  SO.,  bei  Caino,  enthalten  dieselben  Dolomite,  unmittelbar 
unter  petrefaktenreichen  Kössener  Schichten,  dicht  an  der  von  genanntem 


Digitized  by  Google 


81 


Orte  nach  Val  Sabbia  führenden  Strasse  die  prachtvollen  Exemplare  von 
Diecrocardium  Jani  Stopp.1)  Das  Gestein  ist  zwar  durch  Sprengen 
leicht  in  grossen  Blöcken  zu  gewinnen,  doch  hält  es  schwer,  aus  dem  bröck- 
ligen Dolomit  die  bis  1'  grossen  Bivalvon  unversehrt  herauszulösen. 

Resultate  aus  den  mitgethcilten  Untersuchungen. 

Ein  Blick  auf  die  ebon  skizzenhaft  mitgetheilten  bisherigen  Untersuch- 
ungen in  der  oberen  alpinen  Trias  zeigt,  dass  sich  im  Wesentlichen  nur 
zwei  verschiedene  Ansichten  gegenüber  stehen:  einerseits  Stoppani's,  der 
in  seinen  GervilHa  hipartüa  führenden  Schichten  von  Gorno  und  Dossena 
die  Basis  der  gesammten  oberen  Trias  sieht,  und  dieselben  auf  den  Muschel- 
kalk folgen  lässt,  andererseits  Curioni's,  Ragazzoni's  und  sämmtlicher 
ausserlombardischen  Forscher,  welche  über  dem  Muschelkalk  und  unter  den 
Schichten  der  Gervillia  biparlita  (Cardita  Schichten,  Raibier  Schich- 
ten) noch  einen  mächtigen  Komplex  theils  dunkler,  kalkig-plattiger,  dünn- 
schichtiger,  theils  heller  kalkig  dolomitischer,  nur  undeutlich,  oder  gar  nicht 
geschichteter  Massen  unterscheiden  (Cassianer  Schichten,  Hallstatt  er 
Schichten  u.  s.  w.).  Mit  letzterer  Ansicht  lässt  sich  ganz  ungezwungen 
mein  aus  dem  Val  di  Scalve  mitgetheiltes  l'roril  in  Uebereinstimmung 
setzen.  Ueber  dem  Muschelkalk,  den  ich  hier  nicht  nachweisen  konnte, 
der  sich  aber  nach  Curioni's  Andeutungen  in  geringer  Entfernung  findet, 
folgen  die  Halob Umschichten,  auf  diese  die  Riesenoolithe  und  diese 
werdeu  überlagert  von  den  Raibier  Schichten.  Darüber  erst  kommt  eine 
zweite  Dolomitmasse.  Ich  eonstatire  also  hier  zunächst  die  vollkommene 
Uebereinstimmung  der  ostlombardischen  mit  den  übrigen  alpinen  Verhält- 
nissen, indem  ich  etwas  eingehender  auf  die  einzelnen  Unterabtheilungen 
eingehe  und  gebe  erst  weiter  unten  die  Nachweise,  welche  zur  Aufklärung 
der  abweichenden  Anschauungen  Stoppani's  dienen  können. 

Untere  Abtheilung  der  oberen  alpinen  Trias,    llallstatter  und 

Raibier  Gruppe. 

Auf  den  Guttcnsteiner-  und  Muschelkalk  folgen  entweder  sogleich  mäch- 
tige Kalke  mit  zahlreichen  Cephalopoden  und  Mono tis  salinariu  (II  allst att, 
Raibl)  oder  sehr  mannigfach  petrographisch  entwickelte  Gesteine,  welche  als 
l'artnac  h schichte n  (Südbayern,  N  ordtirol,  Vorarlberg),  mittlerer 
Alpenkalk  z.  Th.  (bei  Innsbruck  und  Umgegend),  Wenger  Schiefer, 
Buchensteiner  Kalke,  Cassianer  Schichten  (Südtirol),  S.  Cas- 


')  8toppani.    Palaeont.  Lomb.  III.    Ser.  Append.    p.  248.    Tab.  41—50. 

6 


Digitized  by  Google 


82 


siano,  unteres  8.  Cassian  (Lombardei)  benannt  wurden.  Wo  diese 
letzteren  Gesteine  entwickelt  sind,  folgt  die  Hauptmasse  der  Dolomite  und 
Kalke  erst  über  denselben.  Gemeinsam  ist  allen  diesen  Schichten  das  Vor- 
kommen von  Hulobia  Lomnwli,  (in  den  Kalken  Monotis  salinaria)  und  ge- 
wisser Ammoniten,  unter  denen  besonders  Ammonites  Aon  zu  nennen  ist, 
der  das  Maximum  seiner  Entwicklung  aber  in  den  untersten  Schichten  er- 
reicht und  nach  oben  seltener  wird,  um  in  der  Raibier  Gruppe  ganz  zu 
fehlen.  Auffallend  und  weiterer  Untersuchung  bedürftig  erscheint  noch  der 
Mendel adolomit  R i c h t h o f e n's  als  eine  Dolomitmasse  mit  obertriadischen 
Fossilien  unter  den  Halobienschichten,  sowie  das  ähnliche  Auftreten 
der  Dolomite  bei  Raibl1),  die  ebenfalls  unter  Schiefern  liegen  sollen,  welche 
llalobia  Lommeli  und  globose  Ammoniten  führen. 

Man  kann,  ohne  die  durch  sichere  Beobachtung  gegebene  Basis  zu 
verlassen,  mit  einem  Namen  die  über  dem  Muschelkalk  und  unter  den 
Schichten  der  Gen  Uliabipartita  liegenden  Schichtenkomplexc  als  Haiistatter 
Gruppe  zusammenfassen,  welche  bei  einem  auffallenden  petrographischen 
Wechsel  doch  gewisse  gemeinsame  paläontologische  Eigentümlichkeiten 
zeigt,  die  sie  als  ein  zusammengehöriges  Ganze  kennzeichnen.  Diese  be- 
stehen in  dem  Vorkommen  der  oben  genannten  Fossilien,  die  im  besonderen 
noch  die  kalkig-thonigeren  Ablagerungen  bezeichnen,  während  für  die  hellen 
Kalke  und  Dolomite  eine  Reihe  ausgezeichneter  Cephalopoden,  deren  Listen 
bei  Hauer  und  Gümbel  nachzusehen  sind,  sowie  eine  Reihe  von  Gastro- 
poden hinzukommen. 

Ein  negatives  Kennzeichen  scheint  das  gänzliche  Fehlen  des  echten 
AJegalodtis  triquetcr  Wulf,  zu  sein,  der  nur  an  wenig  einzelnen  Punkten 
durch  eine  nahe  stehende  Form,  den  Megatodtts  colttmbella  Gümb.  ver- 
treten wird. 

Innerhalb  dieser  so  begrenzten  Haiistatter  Gruppe  treten  nun  eine 
unendliche  Menge  petrographisch  verschieden  ausgebildeter  Schichten  mit 
mancherlei  zoologischen  Facies  auf.  Im  Allgemeinen  steht  aber  der  Wechsel 
in  der  unteren  Abtheilung  scharf  im  Gegensatz  sowohl  zu  der  Einförmigkeit 


')  Soeben  erhalte  ich  die  Mittheilungen  Stur's  in  Verhandl.  des  Jahrb.  der  geolog. 
Reiehsansl.  l.SC;».  p.  11.  Wenn  die  dort  nur  angedeuteten  Verhältnisse  näher  auseinander- 
gesetzt sein  werden,  dürfte  man  einer  Gliederung  der  oberen  alpinen  Triaa  im  Horizonte 
schon  näher  kommen.  In  wiefern  Stoppani's  Versetzung  der  Ksinofauna  über  die  Raibier 
Schichten  dieselbe  mit  der  Halbtatter  Fauna  gleichzeitig  mache,  ist  mir  aber  nicht  ver- 
ständlich; ileiin  wenn  auch  bei  Raibl  der  Dolomit  zwischen  Wenger  Schiefern  und  echten 
Raibier  Schichten  fehlen  sollte,  so  steht  doch  wohl  die  Lagerung  des  Haiistatter  Kalke» 
unter  den  Raibier  Schichten  in  den  Nordalpen  noch  fest. 


Digitized  by  Google 


I 


83 


der  Muschelkalkschichten,  die  überall  einen  ähnlichen  Charakter  bewahren, 
als  auch  zu  der  der  obern  Abtheilung,  wie  das  von  Richthofeu')  insbe- 
sondere für  die  Umgebungen  von  St.  Cassian  bereit«  hervorgehoben  wurde. 

Die  Grenze  gegen  den  Muschelkalk  ist  eine  zoologisch  so  scharfe, 
dass  eine  Abtrennung  der  HalobiaHchichten  unbedingt  geboten  erscheint.1) 
Nach  oben  setzen  einzelne  Arten  in  die  Raibier  Schichten  fort,  allein  keine 
Ualobien  und  was  besonders  interessant  ist,  keine*  Ammoniten1).  E*  findet 
also  hinreichender  Zusammenhang  statt,  um  beide  Sehichtenkomplexe  in  eine 
grossere  Abtheilung  zu  vereinigen,  aber  auch  hinreichende  Unterschiede  und 
zwar  recht  wesentliche  sind  vorhanden,  um  sie  innerhalb  derselben  auseinander- 
zuhalten. Denn  das  Fehlen  einer  ganzen  Molluskennbtheilung,  die  an  bestimmte 
Bedingungen  ihrer  Existenz  gebunden  ist,  wie  die  Cephalopoden,  zumal  wenn 
auch  die  petrographische  Beschaffenheit  der  Schichten  beweist,  dass  die  Meere, 
aus  denen  dieselben  gebildet  wurden,  sehr  verschiedener  Natur  waren,  scheint 
ein  genügendes  Moment  für  eine  Trennung.  Also  Ruhe  und  Einförmigkeit  zu 
Ende  der  unteren  Trias,  ein  reicher  Wechsel  der  verschiedenartigsten  petro- 
graphischen  und  paläontologischen  Verhältnisse,  die  aber  doch  ein  gemeinsam 
umschlingendes  Band  haben,  das  man  nicht,  ohne  der  Natur  Zwang  anzu- 
thun,  zerreissen  darf,  in  den  unteren  Schichten  und  endlich  wieder  eine 
verhältnissraässige  Ruhe  und  über  weite  Strecken  gleichartige  Ausbildung 
gegen  die  Mitte  der  oberen  Trias  —  das  sind  die  Haupteigenthümliehkeiten 
der  drei  Abtheilungen,  die  ich  als  Muschelkalk,  Haiistatter  und 
Rai b ler  Gruppe  bezeichne. 

Zur  Haiistatter  Gruppe  und  zwar  zur  unteren  Hälfte  derselben  rechne 
ich:  die  Fisch-  und  Reptilschichten  von  Perlcdo  und  Varenna,  die 
Halobienschiehten  der  ganzen  Lombardei  (besonders  in  Val  Cam- 
monica,  Val  Trompia  u.  s.  w.),  Südtirols  (Pieve),  sowie  mancherlei 
Ablagerungen  in  Richthofen's  Untersuchungsgehiet  (Buchensteiner 
Kalke,  Fischschichten  von  Corfara,  Wenger  Schiefer,  Cassianer 
Schichtenfolge)  in  Val  Sugana  und  dem  ganzen  Venetianisehen. 
Auf  der  Nordseite  der  Alpen  die  Partnachschiefer  theilweise  und  Theile 
des  mittleren  Alpenkalks  bei  Innsbruck,  die  Knol  1  enk ul ke  vom 


')  Richthofen.    Beschreibung,    p.  7:5. 

*)  Wegen  des  angeblichen  Durchgehen*  der  Voltzia  hfterophi/Ua  von  den  Seiner 
Schichten  möchte  ich  kaum  die  Wenger  Schiefer  dem  Muschelkalk  (unehlichen.  Die 
UaJobia  Ixtmmeli  scheint  mir  ein  stärkere?  Hand  für  Meeresablagerungen ,  als  sekundär 
herbeigeführte  Pflanxenrente.   Verhandl.  der  geolog.  Reichsanstalt.   iHiÜ.  2\.  Febr.  p.  13. 

*)  Hauer  erwihnt  nur  einiger  weniger  i.  Th.  nicht  recht  sicherer  Vorkommnisse. 

6* 


Digitized  by  Google 


84 


Kersch  buchhofe,  die  Reiflinger  Kalke,)(P).  Zur  oberen  Abtheilung: 
gewisse  später  noch  genauer  zu  erforschende  Dolomite  am  Monte  Salva- 
tore  bei  Lugano*)  und  in  den  Umgebungen  von  Esino  und  Lenna,  die 
Kalke  und  Dolomite  des  Sasso  Mattolino  und  von  Ardcse,  die  Kalke 
mit  dem  Riesenoolith  aus  Val  di  Scalve,  Theile  der  Dolomite  in  Iudi- 
carieu  (s.  u.),  den  Schierndolomit  und  Mendoladolomit  Richt- 
hofen's,  die  Arlbergkalke  desselben  Forschers  in  Vorarlberg,  oberer 
Alpenkalk  Pichler's,  unterer  Keupcrkalk  Gümbel's,  die  Haiistatter 
Kalke  im  Salzkammergut,  die  Kalke  von  Unterpetzen  und  Tratzberg. 

Obere  Abtheilung  der  oberen  alpinen  Trias.  Hauptdolomit- 
gruppe und  Rhaetische  Gruppe. 

Hauptdolomitgruppe.  Nach  dem  einstimmigen  Urtheil  aller  Forscher 
folgen  auf  die  Raibier  Schichten  mächtige  Kalk-  und  Dolomitmassen,  die 
sich  in  den  Nordalpen  meist  durch  eine  grosse  Armuth  an  Versteinerungen 
auszeichnen,  indem  nur  Cardium  triqueter  Wulf,  an  vielen  Punkten  in  Masse 

')  In  den  Sitzungsberichten  der  Reichsanstalt  1865  vom  21.  Febr.  sehe  ich  soeben  die 
Reiflinger  Kalke,  weil  sie  die  Petrefakten  der  Virgloriakalke  enthalten  sollen,  mit 
diesen  zusammengestellt.  Da  aber  auch  die  Kerschbuchhofschichten  hierher  gestellt 
sind,  welche  eben  keine  Virgloriapetrefakten  enthalten,  wird  abtuwarten  sein,  welches  denn 
jene  Versteinerungen  der  Reiflinger  Kalke  sind. 

')  cf.  die  Listen  bei  Stopp  an  i  in  Atti  della  societa  geologica.  Bd.  II.  p.  235,  wo  aus 
den  Dolomiten  des  Monte  Salvatore  Haiistatter  und  Hauptdolomitarten  ange- 
geben sind. 

Anmerkung.  Pichl  er  wies  bei  Innsbruck  Raibier  Fossilien  in  tieferem  Horizonte 
als  die  eigentlichen  Raibier  Schichten  (Cardita  Schichten)  nach.  Er  schliesst  daraus,  dass 
die  Raibier  Schichten  nicht  blos  da«  Dach  seines  oberen  Alpenkalkes  bilden,  sondern 
auch  in  demselben  eingelagert  vorkommen  (Beitrüge  zur  Oeognosie  Tirols  3.  Folge,  p.  20  seq.). 
Auch  Hauer  kommt  zur  Folgerung,  dass  nach  den  Fossilien  die  ganze  obere  Trias  (im 
Sinne  der  Wiener  Geologen  mit  Ausschluss  der  Rhfitischen  Formation)  ein  zusammen- 
gehöriges Ganze  bilde.  (Sitzungsberichte.  Wiener  Akademie.  19.  Jan.  1865.  p.  S.)  Ge- 
wiss ist  diese  Auffassung  richtig,  allein  dio  obere  Schichtenreihe  als  selbstständiges  Glied 
aufzufassen,  scheint  doch  immerhin  geboten,  nur  wird  es  sich  darum  handeln,  welche  Fos- 
silien als  ausschliesslich  bezeichnend  für  diese  obere  Abtheilung  gelten  können.  Sollten  die 
Angaben  SturV)  über  die  Umgebungen  von  Raibl  richtig  sein,  so  würde  darin  ein  Be- 
weis liegen,  dass  eben  echter  Haiistatter  Kalk  bei  Raibl  nicht  entwickelt  ist,  dass  aber 
darum  doch  an  vielen  Punkten  der  Alpen,  besonders  in  der  Lombardei,  mächtige  Kalk- 
und  Dolomitmassen  zwischen  Muschelkalk  und  den  Schichten  mit  Gervillia  bipartita  liegen, 
scheint  unzweifelhaft  Man  entschliesse  sich  nur  einmal,  den  unglücklichen  Namen  Esino- 
kalk  bei  Seite  zu  lassen  und  Parallelen  mit  einem  Gebilde  zu  vermeiden,  dessen  Lagerung 
eben  noch  nicht  sicher  festgestellt  sind.   (S.  unten  p.  91  sequ.) 

•)  Jahrb.  geol.  Reichsanst.  1865.    p.  46. 


Digitized  by  Google 


85 


auftritt,  während  im  auffallenden  Gegensatz  hierzu  die  Schichten  der  Lom- 
bardei und  Südtirols  eine  Fülle  fossiler  Arten  umachliessen ,  die  denen 
der  Haiistatter  Kalke  an  Spezieszahl  zum  mindesten  gleichkommen,  die- 
selbe aber  wahrscheinlich  übertreffen.  Dass  die  Dolomite  in  Val  Cammo- 
ni ca  und  Val  Sabbia  diesem  Horizonte  angehören,  wurde  oben  erwähnt 
und  es  lagen  für  diese  Annahme  stratigraphische  und  paläontologische  Gründe 
vor.  Anders  bei  Storo,  wo  uns  die  leitenden  Raibier  Schichten  fehlen. 
Das  gemeinsame  Vorkommen  folgender  Fossilien  zu  Inzino  an  den  Ge- 
hängen des  Monte  S.  Emiliano  und  zu  Storo: 

Mcgalodus  triqueter  Wulf.  sp. 

Dicerocardium  Jani  Stopp. 

Gervillia  cf.  praeeufsor  Qu. 

Avictda  exüis  Stopp. 

Turbo  solitarius  n.  sp. 

Natica  incerta  n.  sp. 
veranlasst  mich,  beide  Ablagerungen  als  äquivalent  anzusehen  und  die  Dolo- 
mite der  Val  Ampola  bei  Storo  zur  Hauptdolomitgruppe  zu  ziehen.  Da 
sich  Turbo  solitarius,  Natica  incerta  und  eine  von  der  Avictda  exilis  wohl 
nicht  verschiedene  Avicula  häufig  in  den  Dolomiten  von  Val  Arsa1)  bei 
Roveredo  (Prof.  V.),  Castoll  Pietro  bei  Volano,  Sella  (Prof.  VI.) 
findet,  so  stehe  ich  nicht  an,  diese  Dolomite  ebenfalls  als  Hauptdolomit 
anzusprechen.  Auch  im  Val  di  Non  muss  der  Hauptdolomit  eine  grosse 
Ausdehnung  haben,  da  man  mir  mehrfach  vom  Vorkommen  der  piedi  di 
cavalli  (den  Impressionen  der  Dachstcinbivalven)  daselbst  erzählte.  Einen 
schönen  Steinkern  des  M.  triqueter  aus  den  Umgebungen  von  Valmorbia  in 
Val  Ar sa  bewahrt  H.  Pischl  in  Itovcrcdo.  Von  Bedeutung  wird  eine 
genaue  Durchforschung  des  Val  di  Non,  sowie  der  nördlich  und  nordöst- 
lich davon  gelegenen  Gebiete  im  Anschluss  an  Richthofcn's  Untersuchungen 
sein.  Wenn  die  Mendoladolomite  in  der  That  der  unteren  Abtheilung 
der  oberen  Trias  angehören,  wie  das  nach  seinen  Angaben  unzweifelhaft  zu 
sein  scheint,  so  geben  sie  vielleicht  Anhaltspunkte  zur  Entscheidung  der 
Frage,  ob  die  Haiistatter  Kalke  im  mittleren  Theile  Südtirols  und  in 
Iudicarien  sich  finden  und  welche  Gesteine  man  ihnen  beizuzählen  habe. 
An  den  südlichsten  Punkten  Tirols,  z.  B.  bei  der  Ausmündung  von  Val 
Ampola,  sind  die  Haiistatter  Schichten  wahrscheinlich  tief  unter  die 
Thalsohle  geworfen,  allein  weiter  nördlich  kann  dies  nicht  der  Fall  sein. 


')  Nach  Wolf  auch  in  Val  Ronchi,  zu  Merane  und  Ala,  Vcrhandl.  geolog.  Reichs- 
anst  1865.  p.  47. 


Digitized  by  Google 


8t; 


Hier  handelt  es  sich  wegen  des  Vorhandenseins  der  Halobienschichten  darum, 
welche  von  den  über  denselben  liegenden  Kalk-  und  Dolomitbänken  zur 
Hallstatter-,  welche  zur  Hauptdolomitgruppe  gehören,  wenn  anders 
man  nicht  das  Fehlen  derselben  annehmen  will,  was  wegen  des  in  der  Nähe 
auftretenden  so  mächtigen  Schierndolomites  nicht  wohl  thunlich  scheint. 

Rhätische  Gruppe.  Im  Gegensatz  zur  Lombardei  zeigt  die  Rhä- 
tische  Gruppe  in  Südtirol  nur  eine  sehr  geringe  Verbreitung.  Die  bei 
S.  Michele')  gefundenen 

Mytütts  minutus  Goldf. 

TerebratuAa  Schaf  häutli  Stopp. 

Terebruttda  pruniformis  Süss.  • 
sind  die  einzigen  Andeutungen  derselben.  Diese  Fossilien  stammen  aus 
wohlgeschichteten  Kalkbänken,  die  die  Gipfel  der  höchsten,  zwischen  Lago 
di  Ledro  und  Lago  di  Garda  gelegenen  Berge  krönen.  Am  Lago  di 
Ledro  selbst  erwähnt  Hauer  der  Kössener  Schichten,  die  mit  denen  über 
S.  Michele  lagernden  zusammenhängen  dürften.  Die  Unterlage  derselben 
bilden  überall  Dolomite,  die  sich  durch  ihre  massenhaften  Versteinerungen 
(z.  B.  nra  Monte  Camerone,  am  Cima  Tavalö)  als  identisch  mit  denen 
von  Storo  erweisen,  mit  denen  sie  ja  auch  unmittelbar  zusammenhängen. 

Abweichende  Ansichten  über  die  Begränzung  und  Gliederung 

der  oberen  Trias. 

1.  Stellung  der  Rhätischen  Gruppe,  lieber  die  Begränzung  der  Trias 
nach  oben  sind  die  Ansichten  sehr  gethcilt.  Die  österreichischen  Geologen 
nämlich  schliessen  dieselbe  mit  der  Rai b ler  Gruppe  ab  und  lassen  den 
Lias  schon  mit  dem  Hauptdolomit  beginnen,  die  bayerischen  Forscher 
setzen  die  Grenze  erst  über  die  Rhätische  Gruppe  und  betrachten  die 
ausseralpinen  Zonen  des  Ammonitcs  planorbis  und  angidatus  als  Basis  des 
Lias.  Stoppani  endlich  fasst  unter  dem  Namen  Fjtage  infraliasien 
die  Rhätische  Gruppe  (seine  Schichten  von  Azzarola,  neuerdings  auch 
couches  ä  Arkula  contortd)  mit  den  Zonen  des  Ammonitcs  planorbis  und 
anfjulatus,  die  er  als  couches  ä  faune  Hcttangienne  bezeichnet,  zu- 
sammen und  sieht  in  denselben  eine  Zwischenbildung.  Uebersichtlich  stellen 
sich  also  die  Auffassungen  so: 


')  Hauer,  Lombardei  p.  i?'.»,  erwähnt  von  hier  auch  Fischreste. 


Digitized  by  Google 


87 


Stoppani 

Kalke  v.  8altrio  m.  Gr.  arcuata  j 

g  «  £  $t  = 

TS       »ö  * 
.5  = 
3       §  c 

Iii 

.13      .*  1 

a  b  j» 

^    ^  SS 
§     §  £ 

CS  1» 

1 8 

11 

a  ^ 

-g  » 

"  ! 

• — • 

Dolomia  media 
(Petrifieatiom  d' Egino) 

i 

'  (S 
B 

Ol 
rei 
•r> 
O 
^ 

s 

o 
s 
E 
o 

o 

B 

& 

X 

v> 
«S 

J 

1 

Trias 

Oesterreichische  Geologen 

1 

Unterer  Lias 

i 
1 

§ 

B 

In 

CO  := 

1 

I 

Kaibier  Schichten 

Trias 

Bayerische  Geologen 

Zone  d.  Gr.  arcuata 
Zone  d.  Am.  angulatus 
Zone  d.  .4»».  planorbis 

1 1 

1  2 

I  |  .6 

•5    g  -s 
!         *  f  = 

1  P 

3 

! 

I 

Kaibier  Schichten 

3 

Trias 

Digitized  by  Google 


88 


Die  in  der  Lombardei  über  den  Schichten  von  Azzarola  folgende 
Kalk-  und  Dolomitbank  sieht  Stoppani  als  ein  Aequivalcnt  der  ausser- 
alpinen  Schichten  des  Ammonites  planorbis  und  angnlatus  an.  Es  ist  dies 
jedoch  eine  blosse  Annahme,  da  aus  dem  Umstände,  dass  diese  Dolomit- 
bank an  der  Stelle  der  lombardischen  Schichtenreihe  liegt,  wo  ungefähr 
die  ausseralpinen  untersten  Liasschichten  bei  vollständiger  Entwicklung  aller 
Formationsglieder  liegen  müsaten,  noch  nicht  gefolgert  werden  kann,  dass 
dieselbe  nun  nothwendig  eine  gleichzeitige  Bildung  mit  den  Schichten  des 
Ammonites  planorbis  und  umjulatus  sei.  Da  der  calcarc  del  Sa  «so  degli 
Stampi  auch  nicht  eine  Versteinerung  mit  dem  ausseralpinen  Lias 
gemein  hat,  sich  hingegen  petrographisch  dem  tiefer  liegenden  Dolomit 
(dolomia  media)  anschliesst,  so  ist  es  wohl  natürlicher,  denselben  als  Aequi- 
valcnt der  in  den  Kordalpen  über  den  Contorta  Schichten  liegenden 
Kalkbank  (oberer  Dachsteinkalk)  anzusehen  und  gleich  diesem  noch  mit 
der  Khätischen  Gruppe  zu  verbinden,  wie  das  die  bayerischen  und  öster- 
reichischen Geologen  thun.  Auffallend  bleibt  es  freilich,  dass  das  diesen 
Schichten  nach  Stoppani  eigentümliche  Conchodon  infruliassinm  (l'al. 
Lomb.  III  Ser.  p.  240.  Taf.  38.  39.  40)  nicht  mit  dem  nordalpinen  Meyalodus 
triqueter  übereinzustimmen  scheint,  der  sich  in  der  Lombardei  nur  in  der 
dolomia  media  finden  soll. 

Nach  unten  sehliesst  Stoppani  seinen  Infralias  gegen  die  Dolomia 
media,  die  Schichten  der  Avicula  cxili.s  ab,  so  dass  zwischen  beiden  Kom- 
plexen eine  Haupt  -  Formarionsgrenzc  hindurch  läuft,  ein  Verfahren,  von 
dessen  Naturgemässheit  ich  mich  bei  meinem  Besuche  der  Lombardei  nicht 
überzeugen  konnte.  Einmal  entwickeln  sich  die  mehr  merglig  kalkigen 
Schichten  der  Avicula  contorta  ganz  allmählig  aus  den  Dolomiten,  durch 
einen  langsamen  Uebergang,  dann  seheinen  aber  auch  einige  Fossilien  bei- 
den Abtheilungen  gemeinsam  zu  sein.  So  vermag  ich  eine  bei  Storo  sehr 
häufige  Avicula  (wohl  Avicula  camlatu  Stopp.)  nicht  von  Gcrvilliu  pracrur- 
sor  Qu.  sp.  zu  unterscheiden,  Cardita  midtradiata  Emr.  sp.  stimmt  überein 
mit  Abdrücken  im  Dolomit  von  Val  Ampola,  die  Dachstein-Bivalven 
endlich,  deren  Akten  noch  lange  nicht  geschlossen  sind,  finden  sich,  wenig- 
stens in  den  Nordalpen  im  Dolomit  unter  und  in  der  Kalkbank  über  den 
Kössener  Schichten  in  identischen  Arten,  so  dass  es  unnatürlich  wäre, 
beide  in  besondere  Formationen  zu  stellen.  Diese  noch  düiftigen  paläonto- 
logischen Beweise  für  die  Zusammengehörigkeit  des  Hauptdolomits  und  der 
Rhätischen  Gruppe  Hessen  sich  wahrscheinlich  noch  sehr  wesentlich  ver- 
mehren, wenn  mir  mehr  Material  aus  den  Dolomiten  zu  Gebote  stünde. 
Ich  musste  mich  hier  darauf  beschränken,  das  anzuführen,  was  sich  aus 


Digitized  by  Google 


89 

meinen  eignen  Aufsammlungen  folgern  lässt.  Wirft  man  einen  Blick  auf 
die  Tafeln  zu  Stoppani's  Perritications  d'Esino,  so  könnte  es  allerdings 
befremdlich  erscheinen,  in  dieser  Fauna  eine  besondere  Analogie  oder  gar 
Identität  mit  der  Khätischen  Gruppe  zu  finden.  Abstrahirt  man  aber 
von  jenen  grossen  Gastropoden  und  den  Cephalopoden,  welche  ausschliess- 
lich von  wenigen  gesonderten  Lokalitäten  (Lenna  und  Esino)  stammen, 
wo  sie  nach  Stoppani  ein  besonderes  tieferes  Niveau  in  seine  Dolomie 
moyenne  einnehmen,  (vergl.  unten)  und  zieht  blos  die  dann  übrig  bleiben- 
den weit  verbreiteten  Arten  der  „dolomie  moyenne  proprement  diteu  in  Be- 
tracht, so  wird  die  Analogie  sehr  auffallend. 

Lst  nun  die  Unzweckmässigkeit  einer  Trennung  dos  Hauptdolomits 
und  der  Khätischen  Formation  dargethan,  so  wird  es  sich  darum  han- 
deln, zu  untersuchen,  ob  die  Aufstellung  einer  solchen  besonderen  Zwischen- 
formation,  des  Infr alias,  in  welche  dann  vielleicht  der  Hauptdolomit  mit 
einzubeziehen  wäre,  nothwendig  erscheint.  Unsere  Formutionshencnnungcn 
sind  ja  doch  nur  ein  blos  künstliches  Mittel,  die  mannigfaltig  in  der  Erdrinde 
entwickelten  Schichten  in  übersichtliche  Darstellung  zu  bringen  und  einen 
Kähmen  zu  liefern,  in  welchen  man  neu  entdecktes  bequem  einfügen  und 
mit  schon  bekanntem  vergleichen  kann.  Bei  der  anfänglichen  Aufstellung 
derselben  glaubte  man  freilich  mit  einer  Formationsgrenze  auch  den  Ab- 
srhliis»  einer  Epoche  und  den  Untergang  aller  während  derselben  lebenden 
Organismen  zu  bezeichnen,  so  dass  mit  der  nächsten  eine  ganz  neue 
Schöpfung  zur  Bevölkerung  der  Erdoberfläche  auftreten  musste.  Von  einer 
solchen  scharfen  Abgrenzung  ist  man  denn  nun  zurückgekommen,  hat 
aber  die  einmal  angenommenen  Grenzen  doch  beibehalten,  weil  die  For- 
mationen in  ihrer  Gesammtheit  hinreichende  Verschiedenheiten  zeigen 
und  einen  eigentümlichen  Charakter  tragen. 

So  kann  man  wohl  von  einem  jurassischen  oder  triadischen  Charakter 
sprechen,  der  sich  in  entfernter  liegenden  Gliedern  beider  Formationen 
stets  ausgeprägt  zeigen  wird.  Die  Zahl  der  Formationen  zu  vermehren, 
könnte  man  sich  aber  nur  dann  veranlasst  sehen,  wenn  man  neue  Ablager- 
ungen entdeckte,  welche  gegen  die  bekannten  nach  unten  und  oben  folgen- 
den Formationen  eben  solche  Unterschiede  zeigten,  als  diese  Formationen 
selbst  unter  einander. 

Im  Infr  alias,  als  Formation,  müsste  also  ein  gewisser  selbstständiger 
Charakter  entwickelt  sein,  der  in  seiner  Bedeutung  dem  jurassischen  und 
triadischen  Charakter  gleichstehen  müsste. 

Solche  hervorragende  Eigentümlichkeiten  besitzt  aber  der  Infr  alias 
nicht  und  mit  demselben  Kechte,  mit  dem  man  ihn  als  neue  Formation  auf- 


Digitized  by  Google 


■ 


Htellt,  könnte  man  wohl  ohne  Mühe  die  ganze  Formationsreihe  in  einem 
Wechsel  von  Formationen  und  Infra-Formationen  auflösen,  was  mit  anderen 
Worten  einer  Beseitigung  der  Formationen  überhaupt  gleichkommen  würde. 
Da  nun  auch  gewisse  jetzt  zum  Infralias  gerechnete  Schichten  bereits  bei 
Aufstellung  der  Namen  Lias  und  Trias  bekannt  waren  und  bestimmt  iu 
die  eine  oder  andere  Formation  mit  einbezogen  wurden,  kann  man  wohl 
dasselbe  Verfahren  auch  auf  die  seitdem  neu  aufgefundenen  Schichten  an- 
wenden und  sie  in  dieselben  Grenzen  mit  cinschliessen.  Es  sind  dies  die 
im  besonderen  als  Schichten  der  Avktda  contorta  unterschiedenen  Ablager- 
ungen, bei  denen  es  sich  nun  fragt,  welcher  der  beiden  Formationen  man 
sie  ansehliessen  soll.  Bilden  sie  den  Schluss  der  Trias  oder  den  Anfang 
der  Lias?  Dittmar1)  hat  in  seiner  Contorta -Zone  die  für  die  eine  oder 
andere  Auffassung  geltend  gemachten  Gründe  zusammengestellt  und  sich 
schliesslich  für  eine  Einreihung  in  die  Trias  entschieden. 

Seit  dem  Erscheinen  jenes  Werkes  veröffentlichte  Renevier1)  einen 
sehr  lehrreichen  Aufsatz,  in  welchem  wir  mit  dem  Auftreten  einer  echt  unter- 
liasischen  Fauna  in  den  Wadtländcr  Alpen  bekannt  gemacht  werden.  Unter 
diesem  unteren  Lias  (Fauna  Ilettangienne)  liegen  aber  ächte  Conto  rta- 
Schichten,  die  mit  demselben  nur  eine  PlacunopBis  gemeinsam  haben, 
sonst  aber  eine  eigentümliche  und  mit  den  Vorkommnissen  der  Rhätischen 
Gruppe  anderer  Gegenden  übereinstimmende  Faunen  beherbergen.  Rene- 
vier folgert  nun  zweierlei,  einmal,  dass  diese  Contorta -Schichten  von  dem 
unteren  Lias  zu  trennen  sind,  weil  sie  nur  eine  gemeinsame  Art  bei  einer 
ziemlichen  Anzahl  verschiedener  besitzen,  dass  aber  zweitens  die  Gcsammt- 
fauna  der  Contorta-Sohichtcn  doch  einen  so  vorwaltend  basischen  Cha- 
rakter trage,  dass  man  sie  mit  jenem  unteren  Lias  zusammen  von  der  Trias 
abtrennen  müsse.  Der  Nachweis  der  Verschiedenheit  der  Fossilien  der  Rh ä- 
ti sehen  Gruppe  von  solchen,  die  wirklieh  den  untersten  Liassehichten  an- 
gehören, die  man  bisher  in  den  Alpen  nicht  kannte,  ist  von  sehr  grossem 
Interesse  und  liefert  auf s  Neue  einen  Stützpunkt  für  die  Richtigkeit  der 
Ansicht,  dass,  wenn  Grenzen  gezogen  werden  sollen,  diejenige  zwischen  Trias 
und  Lias  nur  zwischen  den  Zonen  der  Avicida  contorta  und  des  Amtnonites 
planorbis  liegen  könne. 

Beim  zweiten  Punkte,  dem  Nachweis  der  Zugehörigkeit  der  Rhätischen 
Schichten  zum  Lias  wegen  des  mehr  liasischen  als  triadischen  Charakters 
der  in  derselben  eingeschlossenen  Genera,  scheint  mir  Rene  vi  er  mit  der- 

')  Dittmar,  die  Contorta-Zone.   München  l$r.-i. 

*)  E.  Renevier,  Note  Sur  Tlnfra-Lias  et  l'£tape  Rhaetien  de«  Alpes  Vandm'se?.  Bullet. 

soc.  geoi.   1801,  p. 


Digitized  by  Google 


91 


selben  Einseitigkeit  zu  verfahren,  wie  alle  diejenigen,  welche  aus  paläon- 
tologischen Gründen  bisher  denselben  Nachweis  zu  liefern  versuchten. 

Die  Untersuchung  der  Verwandtschuft  oder  Verschiedenheit  einer  Ablager- 
ung zu  zwei  andern,  wo  es  sich  durum  hnndelt,  dieselbe  nach  dem  Ausfall 
derselben  der  einen  oder  andern  anzuschliessen ,  kann  doch  nur  dann  einen 
Sinn  haben,  wenn  sowohl  über-  als  unterliegende  Schichten  in  Vergleich 
gezogen  werden.  Solche  sind  für  die  Khätischen  Sehichton  derunteren 
Lias  einer-,  der  Hauptdolomit  andererseits.  Da  nun  ersterer  sehr  ver- 
steinerungsreich ist,  letzterer  über  bisher  als  sehr  arm  an  Fossilien  galt, 
musstc  man  wohl  unschwer  eine  Verwandtitchaft  mit  jenen  herausfinden,  da 
bei  diesem  ein  Vergleichsmatcrial  gar  nicht  vorlag.  Rene  vier  hebt  nun 
zwar  die  speeifischo  Verschiedenheit  zwischen  seinen  H  hü  tischen  und 
unterl iasischen  Schichten  hervor,  findet  aber  doch,  dass  die  Genera  lia- 
sisch  seien  und  stützt  sich  dabei  auf  Angaben  in  Pictet's  traite  de  Paläon- 
tologie. Beim  Erscheinen  dieses  Werkes  kannte  man  aber  eine  Fauna  des 
Hauptdolemits  noch  nicht,  wie  überhaupt  mancherlei  Abhandlungen  über 
ostalpine  hündische  Fossilien  erst  später  erschienen,  so  Hauers  Raibier  Fos- 
silien. Berücksichtigt  man  jetzt  bei  einem  Vergleiche  ulles  aus  Cassianer, 
Raiblcr  Schichten  und  Hauptdolomit  bekannt  gewordene,  so  dürfte  man 
sich  zu  einer  Einreihung  jener  unteren  Abtheilung  der  Wadtländer  Alpen 
und  der  Rhätischen  Gruppe  überhaupt  in  die  Trias  allgemeiner  zuneigen, 
als  dies  bisher  der  Fall  war. 

Selbstverständlich  fällt  der  llauptdolomit  auch  der  Trias  zu,  sobald 
man  derselben  die  Rhätische  Gruppe  einverleibt.  Die  österreichischen 
Geologen  rechnen  aber  auch  diesen  noch  zum  Lias  und  zwar  ganz  natur- 
gemäss  wegen  der  oben  besprochenen  nahen  petrographischen  Zusammen- 
gehörigkeit mit  den  Kössencr  Schichten.  Die  paliiontologische  Zusammen- 
gehörigkeit, wenn  sie  erst  allgemeiner  nachgewiesen  und  anerkannt  sein  wird, 
dürfte  jedoch  die  Ansichten  wesentlich  modifiziren,  indem  sie  umgekehrt 
zwingen  wird,  zunächst  den  llauptdolomit  und  mit  demselben  zusammen 
auch  die  Kössener  Schichten  für  triadisch  zu  erklären.  Dass  Stoppani's 
petrifications  d'Esiuo  triadischen  Charakter  zeigen ,  ist  wohl  noch  von  Nie- 
mand bezweifelt  worden ,  dass  ein  grosser  Thcil  derselben  aber  dem  Haupt- 
dolomit angehöre,  war  bisher  nicht  hinreichend  bekannt,  und  über  diesen 
Punkt,  die  Stellung  der  Esinokalke,  muss  ich  noch  Einiges  hinzufügen, 
bevor  ich  die  Trias  verlasse. 

2.  Esinokalke.  Wie  Stoppani  frühor  die  obere  Trias  eintheilte,  haben  wir 
oben  gesehen.  Nicht  unwesentlich  haben  sich  aber  seine  Ansichten  im  Laufe 
der  Zeiten  in  Folge  fortgesetzter  Untersuchungen  geändert,  eine  Thatsache,  die 


Digitized  by  Google 


92 


für  den  Fortschritt  der  geologischen  Erkenntnis»  der  Lombardei  zwar  sehr 
erfreulich  erscheint,  jedoch  um  so  mehr  Wunder  nehmen  muss,  als  die 
jedesmaligen  momentanen  Anschauungen  mit  einer  Bestimmtheit  hingestellt 
wurden,  als  sei  eine  Aenderung  derselben  unmöglich  und  andere  Auffass- 
ungen —  z.  Th.  solche,  zu  denen  Stoppani  sich  später  selbst  bekennen 
musste  —  einer  Kritik  unterzogen  wurden,  die  man  nicht  gerade  wohl- 
wollend nennen  könnte.1)  Ich  spreche  zunächst  von  den  Ansichten,  die 
8  topp  an  i  bis  18Ü4  in  seinen  Schriften  vertritt,  bis  zu  dem  Zeitpunkte,  wo 
ich  die  Lombardei  besuchte.  Es  wird  dann  noch  Gelegenheit  sein,  seiner 
allerneueston  sehr  veränderten  Anschauung  zu  gedenken. 

Anfangs  stellte  bekanntlich  Stoppuni  seine  Esinokalkc  über  die 
Raibier  Schichten,  aber  in  Parallele  mit  den  Hallstattcr  Kalken  öster- 
reichischer Geologen,  welche  nach  allgemeinem  Dafürhalten  unter  diesen 
Raibier  Schichten  liegen  und  zwar  auf  (3 rund  einiger  beiden  Forma- 
tionen identischer  Fossilien.  Hauer  fand  in  der  Lombardei  hingegen  das, 
was  er  Esinokalk  nannte,  unter  den  Raibier  Schichten  (Gorno  und 
Dossenn)  gelagert.  Leber  diesen  Punkt  und  die  aus  denselben  sich 
ergebenden  Konsequenzen  entspann  sich  jene  heftige  Polemik  Stoppani's 
gegen  Hauer,  die  jedoch  ziemlich  einseitig  von  Stoppani  geführt  wurde, 
da  Hauer  die  Lombardei  nach  der  Uebersichtsaufnahmc  nicht  wieder  be- 
suchte, ein  Umstand,  der  es  unmöglich  macht,  aus  der  Litteratur  allein 
über  die  Streitfrage  in's  Reine  zu  kommen. 

Es  liegt  hier  ein  interessanter  Fall  der  Art  vor,  wie  ich  sie  zu  Anfang 
der  Retrachtuugen  über  die  alpine  Trias  als  Ursache  der  mannigfachen  Miss- 
verständnisse zwischen  verschiedenen  Forschern  angab.  Es  scheint  mir 
nämlich  ganz  evident,  dass  Hauer  und  Stoppani  unter  Esinokalk  sehr 
verschieden  begränzte  Dinge  verstehen,  dass  Stoppani  insbesondere  dann 
Hauer  die  falsche  Einreihung  von  Schichten  zur  Last  legte,  über  die 
Hauer  überhaupt  nicht  gehandelt  hat. 

Wir  rinden  in  den  Erläuterungen  (p.  470)  der  Hau  er 'sehen  Karte 
folgende  Fossilien  als  bezeichnend  für  den  Esinokalk  angegeben  und  auf 
Grund  derselben  diesen  Kalk  mit  dem  Haiistatter  identifizirt : 

Ammvnitcs  sp.  (globosi) 
Clumnitzia  Eschert  Hörn. 
Natten  Merktni  Hörn. 
Halobia  bomnidi  Wissm. 


')  Wrgl.  besonder*  die  Kritik  der  Hauer'-ichen  Karte  im  Atti  della  Societa  geol.  Bd.  I. 


Digitized  by  Google 


93 


Hierzu  kommen  noch  nach  Hörnen: 
Chemniteia  gradata  Hörn. 
Natica  lemniscata  Hörn. 
Natica  Cometisis  Hörn. 

Erstere  Art  soll  nach  Stoppuni  bei  Esino  fehlen,  findet  sich  aber 
bei  Lenna,  die  anderen  aber,  da  sie  nicht  von  Hallstatt  selbst,  sondern 
von  Tratzberg  und  Fladungbau  stammen,  nicht  geeignet  für  den  Ver- 
gleich sein,  da  die  Identität  der  Ablagerungen  von  Hallstatt  mit  denen 
der  eben  genannten  Orte  nicht  erwiesen  sei.  Für  uns  liegen  wohl  keine 
Gründe  vor,  an  der  Aequivalenz  der  beiderseitigen  Ablagerungen  zu  zwei- 
feln, wir  können  daher  alle  die  Arten,  die  Hauer  und  Hörn  es  als  be- 
zeichnend angeben ,  auch,  als  bezeichnend  für  das  ansehen ,  was  die  öster- 
reichischen Geologen  Esinokalkstein  oder  Haiistatter  Kalk  nennen. 
Diese  Arten  stammen  in  der  Lombardei  aus  den  Umgebungen  von  Esino 
und  Lenna,  Lokalitaten,  deren  Lagerungsverhältnisse  wohl  nicht  allzu 
deutlich  entwickelt  sind,  da  bis  in  die  neueste  Zeit  die  ausgezeichnetsten 
lombardischen  Geologen  ihre  Ansichten  so  wiederholt  ändern  mussten*), 
dass  auch  eine  nochmalige  Aenderung  durchaus  nicht  zu  den  Unwahrschein- 
lichkeiten  gehört.  Zumal  muss  der  Umstand  Bedenken  erregen,  dass  be- 
deutende Dolomitmassen,  die  nicht  zu  entfernt  von  einander  liegen,  bald 
über,  bald  unter  die  Schichten  mit  Gerviüia  bipartita  versetzt  wurden. 
Sollten  sodann  die  Fossilien  hier  überall  aus  ihrer  ursprünglichen  Lager- 
stätte herausgeschlagen  sein?  Lässt  sich  für  jedes  derselben  mit  Sicherheit 
nachweisen,  ob  es  aus  Dolomiten  über  oder  unter  den  Schichten  von 
Gorno  und  Dossena  stammt?  Wieder  macht  sich  hier  der  Mangel  einer 
detaillirten  geognostischen  Karte  der  westlichen  Lombardei  sehr  fühlbar. 
Eine  solche  würde  zum  Mindesten  das  Verständniss  ungemein  erleichtern. 

Stoppani  hingegen  führt  als  bezeichnend  für  seinen  Esinokalk- 
stein an: 

Evinospongia  cerea  Stopp. 

Gastrochaena  obtusa  Stopp. 

Avicula  exilis  Stopp. 
Die  erste  dieser  Versteinerungen  soll  Ursache  der  riesenoolithischen  Struk- 
tur des  Kalkes  in  Val  di  Scalve  sein  und  man  kann  an  diesem  Orte  auf 
ganz  unzweideutige  Weise  sehen,  dass  die  Kalke  unter  den  Schichten  mit 


')  Ilörnes,  Gastrup,  aus  der  Trias,  p.  7. 

')  Siehe  sehr  treffende  Citate  hierüber  bei  Hauer,  Sitzungsber.  der  Wiener  Akademie, 
ly.  Jan.  18tö.  p.  10. 


Digitized  by  Google 


94 


G.  bipartita  von  Spigolo  liegen.  Ebonso  deutlich  kann  man  aber  auch 
vielerorts  sehen,  tlass  die  sogenannte  Gastrochaena  obtusa  und  Avicula  exilis 
stets  über  den  Schichten  mit  Gerrittia  bipartita  sich  finden.  Da  die  Iden- 
tität jener  Riesenoolitho  mit  der  Evinospongia  ziemlich  unsicher  ist, 
wollen  wir  von  diesen  Dingen  einmal  absehen  und  uns  an  die  beiden  an- 
deren Fossilien  halten.  Diese  lassen  sich,  wie  Stoppani  ganz  recht  so 
wiederholt  bemerkt,  von  einem  Ende  der  Lombardei  an  das  andere  ver- 
folgen, und  ich  wiederhole,  wo  ich  sie  nur  sah,  lagen  sie  über  den 
Raibier  Schichten.  Auch  Hauer  ist  dieser  Ansicht,  denn  er  erwähnt 
(Erläuterungen,  p.  478)  von  mehreren  Punkten,  so  besonders  zwischen 
Vello  und  Tollinc  am  Ostufer  des  Lago  d'Iseo,  der  von  mir  oben  ein- 
gehend besprochenen  Lokalität,  aus  dem  sehr  versteinerungsreichen  Dach- 
steiukalk  einer  ausgezeichneten  Avicula.  Es  kann  dies  wohl  nur  die  exilis 
sein.  Dachsteinkalk  aber  liegt  bei  Hauer  bekanntlich  über  den  Rai bl er 
Schichten. 

In  Beziehung  auf  das  Lager  der  Avicula  exilis  stimmen  also  Hauer 
und  Stoppani  überein  und  dass  die  sogenannten  Gastrochaenen  dasselbe 
Lager  haben,  konnte  ich  wenigstens  in  der  Lombardei  und  Südtirol  oft 
sehen. 

Stoppani")  führt  aber  noch  andere  Fossilien  aus  dem  Esinokalk- 
stein  an,  so  die  Megalodon- Arten  und  gewisse  nicht  näher  bezeichnete 
Gastropoden.  Mag  nun  die  Unterscheidung  der  ersteren  sich  gestalten,  wie 
sie  will,  bis  jetzt  kennt  man  aus  den  Südalpen  kein  Megalodon  unter  den 
Raibier  Schichten,  man  kann  also  auch  hier  einen  neuen  Anhaltspunkt 
dafür  finden,  dass,  wie  Stoppani  ja  auch  angiebt,  «ein  Esinokalk  über 
den  Raibier  Schichten  liegt.  Unsicher  bleiben  aber  die  angeführten 
Gastropoden.  Solche  finden  sich  über  und  unter  den  Rai b ler  Schiehten. 
und  so  lange  nicht  sehr  scharfe  paläontologische  Bestimmungen  vorhegen 
und  für  jede  Art  das  Lager  ganz  sicher  festgestellt  ist,  kann  man  auf  sie 
wohl  kein  Gewicht  legen,  um  so  weniger,  als  die  bisher  namhaft  gemach- 
ten und  beschriebenen  alle  von  den  zweifelhaften  Lokalitäten  Esino  und 
Lenna  stammen.  Hauer  selbst  führt  mehrmals  an,  er  habe  Chemnitzien. 
der  eximia  gleichend,  auch  im  Dachsteinkalk  gefunden,  die  Art  scheine 
daher  über  die  Raibier  Schichten  hinauf  zu  greifen  (Erläuterungen,  p.  477). 

Vergleichen  wir  die  Angaben  beider  Forscher  und  nehmen  die  oben 
mitgetheilten  stratigraphischen  (3 rundlagen  aus  dem  Val  di  Sealve  zu  Hülfe, 
so  kommen  wir  zu  folgenden  Resultaten:    Hauer  nannte  Esinokalkstein 


')  Stoppani,  Petrifikation*  d'E*ino.  p.  I  i). 


Digitized  by  Google 


95 


gewisse  Ablagerungen  in  den  Umgebungen  von  Esino,  welche  die  oben 
genannten  Gasteropoden  und  Cephalopoden  führen,  und  stellte  dieselben 
wegen  des  gemeinsamen  Vorkommens  einiger  Fossilien  und  wegen  der  La- 
gerung unter  den  Kaiblcr  Schichten  mit  den  Hallstutter  Kalken  in 
Parallele.  Spätere  Untersuchungen  widersprachen  nun  aber  der  Lagerung  unter 
den  Raibier  Schichten  so  entschieden,  dass  es  diesen  Augenblick  zweifel- 
haft erscheint,  welche  bathrologisehe  Stellung  man  den  Gastropoden-  und 
Cephalopoden-Schichten  anweisen  soll,  wenn  auch  die  daselbst  sich  findenden 
Fossilien  die  Hauer'sche  Annahme  sehr  wahrscheinlich  machen. 

Stoppani  hingegen  wandte  den  Namen  Esinokalke  auf  gewisse 
Kalke  und  Dolomite  an,  die  Avkula  exilis  und  sogenannte  Gastrochaenen 
fuhren,  Schichten,  deren  Stellung  über  den  Raibier  Schichten  von 
keiner  Seite  angefochten  wird.  Mit  diesen  Schichten  zusammen  kom- 
men nun  bei  Esino  die  ursprünglich  Esinokalk  genannten  Gastropoden- 
schichten  vor,  die  nach  Stoppani  eine  etwas  tiefere  Stellung  einnehmen, 
als  die  Schichten  der  Avicula  exilis,  aber  immer  noch  über  den  Raibier 
Schichten  liegen.  Während  nun  Stoppani  (Pal.  Lomb.  p.  141)  deutlich 
sagt,  Aricula  exilis  und  Gaslrochaenu  obti4$a  seien  die  einzig  allgemein  be- 
zeichnenden Fossilien  für  die  Esino-Schichten  in  der  ganzen  Lombardei, 
unterscheidet  er  wiederholt  an  anderen  Stellen  ein  besonderes  Lager  der 
Petrifications  d'Esiuo  unter  den  Avicula-Schichten,  die  er  dann  als  Dolo- 
mie  moyenne  bezeichnet. 

Dieser  Sprachgebrauch  ist  denn  auch  festzuhalten,  wenn  man  aus  der 
endlosen  Verwirrung  herauskommen  will.  Dolomie  moyenne  mit  Amcula 
exilis,  Gastrochwna  obtusa  und  ich  füge  noch  hinzu  Meyalodus  triqueter 
Wulf.  sp.  (Mcg.  Gümbeli  Stopp.1))  ist  Hauptdolomit  der  Nordalpen. 
Esinokalk  in  Hauer  s  Sinn  und  speziell  Depot  der  Fossilien  von 
Esino  bei  Stoppani  sind  Komplexe,  welche  wahrscheinlich  dem  Hall- 
statter  Kalk  gleichzustellen  sind  und  unter  den  Rai bler  Schichten  liegen; 
ein  bestimmtes  Urtheil  über  dieselben  auszusprechen,  wird  aber  erst  dann 
gestattet  sein,  wenn  das  durch  paläontologische  Nachweise  wahrscheinlich 
gemachte  auch  stratigraphisch  erwiesen  ist. 

Stoppani  nahm  ferner  wie  Hauer  an,  die  Gastropoden-Schichten  von 
Esino  seien  wegen  ihrer  Fossilien  mit  dem  Haiistatter  Kalk  äquivalent; 
da  er  aber  die  Avicula-Schichten  (die  Dolomie  moyenne)  mit  eben 
diesen  Gastropoden-Schichtcn  zusammenfasste ,   musste  er  auch  diese  als* 
gleichaltrig  mit  dem  Hai  Istatter  Kalk  annehmen  und  hieraus  entstanden 


\>  Stoppani,  I'al.  Lumb.   III.  S.'r.  p. 


Digitized  by  Google 


96 


denn  die  unentwirrbaren  Missverstündnissc.  Halten  wir  nun  aber  die  Gastro- 
podon-  und  Avicula- Schichten  auseinander,  so  sind  wir  vor  aller  Ver- 
wechselung sicher  und  jeder  der  beiden  Forschor  behält  in  gewissem  Sinne 
Hecht,  indem  Stoppani's  Dolomie  moyenne  allerdings  über  den  Kaibier 
Schichten  liegt,  aber  kein  Aequivalent  der  Hallstatter  Schichten  ist,  da 
die  Zusammengehörigkeit  mit  den  Gastropoden-Schiehten  von  Esino 
auf  einer  nicht  sicheren  Annahme  beruht,  Hauer  dafür  seinerseits  berech- 
tigt ist,  die  gleiche  Fossilführung  der  Gastropoden-Schiehten  von 
Esino  mit  den  Hallstatter  Kalken  bei  Ermangelung  sicherer  stratigraphi- 
scher  Nachweise  auch  jetzt  noch  als  Beweismittel  für  die  Aequivalenz  beider 
Ablagerungen  anzusehen. 

So  stellten  sich  mir  die  Verhältnisse  dar,  als  ich  nach  Beendigung 
meiner  Reise  im  Winter  18l»4  meine  Resultate  zusammenfaßte.  Auf  Herrn 
Stoppani's  gegen  mich  in  Mailand  ausgedrückten  Wunsch  theiltc  ich  dem- 
selben die  von  mir  gewonnenen  Anschauungen  mit,  ohne  jedoch  Nachricht 
zu  bekommen,  ob  dieselben  den  Ort  ihrer  Bestimmung  erreicht  haben. 
Dafür  erhielt  ich  die  Lieferungen  28  —  33  der  Paläontol.  Lonib.,  in  denen 
ich  gänzlich  von  denen  noch  im  Sommer  1803  von  Herrn  Stoppani  mir 
gegenüber  mündlich  geltend  geraachten  abweichende  Ansichten  fand,  zum 
Theil  mit  meinen  Beobachtungen  übereinstimmend. 

In  einem  Abschnitt,  betitelt:  Le  vrai  equivalent  des  cnuches  de  Hall- 
statt1), werden  nämlich  alle  Dolomite  und  Kalke  über  den  Raibier 
Schichten  mit  dem  deutschen  Hauptdolomit  in  Parallele  gestellt.  Zu- 
gleich weist  Stoppani  gewissen  Kalken,  welche  zwischen  Muschelkalk 
und  Raibier  Schichten  liegen  und  die  er  früher  wohl  schon  erwähnte, 
aber  nicht  als  gesondertes  Formationsglied  anerkannte  (Dolomie  de  S.  Di- 
fendente),  ihre  Stellung  neben  dem  Hallstatter  Kalk  der  deutschen  Geo- 
logen an.  Es  ist  also  zu  konstatiren,  dass  seit  1864  auch  Stoppani  der 
Ansicht  sämmtlicher  übrigen  Alpengoologen  beipflichtet,  indem  er  aufstellt: 

Stoppani  Deutsche  Geologen 

Couches  de  l'Azzarola  Schichten  d.  Arie,  euntorta 

Dolomie  moyenne  Hauptdolomit 
Couches  de  Gorno  et  Dossena     Raibier  Schichten 
Dolomie  de  S.  Difendente  Hallstatter  Kalk 

Muschelkalk  Muschelknlk 
Die  Ansichten  über  die  Lagerung  im  Allgemeinen  stimmen  also  jetzt 
ganz  überein,  indem  auch  Stoppani  gezwungen  ist,  über  dem  Muschel- 


')  Pal.  Lonib.  III.  S«  r.  |>.  JJ:>. 


Digitized  by  Google 


97 


kalk  und  unter  dorn  ächten  Lias  zwei  Kalk-  und  Dolomitmasgen  und  zwei 
weiche  merglig  -  kalklige  Einlagerungen  anzuerkennen.  Leider  sollen  nur 
gerade  diese  Dolomite  von  8.  Difendente  nach  Curioni  über  den 
Raibier  Schichten  liegen,  ein  neuer  Beweis,  wie  schwierig  die  Unter- 
suchungen in  vielen  Theilen  der  Lombardei  sind.  Doch  ist  es  vor  der  Hand 
gut,  dass  Stoppani  jetzt  die  Möglichkeit  einer,  der  Hallstatter  Gruppe 
auch  stratigraphisch  vergleichbaren  Ablagerung  der  Lombardei  anerkannt 
und  nicht  mehr  die  Ansicht  vertritt,  es  seien  die  Raibier  Schichten  die 
Basis  der  gesammten  oberen  Trias.  Was  dann  nun  eigentlich  zur  Hall- 
statter  Gruppe,  was  zum  Hauptdolomit  gehöre,  werden  fortgesetzte 
Untersuchungen  lehren. 

Es  wurde  oben  auseinandergesetzt,  dass  Stoppani  die  Gastropo- 
den-Schichten von  der  Lokalität  Esino  wegen  ihrer  Fossilien  früher 
mit  dem  Haiistatter  Kalk  für  gleichartig  ansah  und  weil  er  dieselben  mit 
seinen  Schichten  der  Avictda  exilis,  als  zu  einer  Ablagerung  gehörig,  zu- 
sammen fasste,  er  auch  diese  mit  dem  Haiistatter  Kalk  vergleichen  musste- 

Jetzt  nun  hält  Stoppani  seine  Avicula  Schichten  wegen  ihrer  Lager- 
ung für  äquivalent  mit  dem  deutschen  Hau ptdo lomit  und  ist  nun  umge- 
kehrt gezwungen,  die  Gastropodenschichten  von  Esino  ebenfalls  dem 
Haupt dolomi t  gleichzustellen.  Nun  fragt  es  sich  natürlich,  wie  es  denn 
mit  jenen  Versteinerungen  geworden  ist,  die  früher  zu  einem  Vergleich  mit 
der  Fauna  von  Hallstatt  benutzt  wurden?  Haben  sie  ihre  Bedeutung  ver- 
loren? Stoppani  gibt  zur  Beantwortung  dieser  Frage,  die  er  sich  selbst 
aufzuwerfen  genöthigt  ist,  folgende  Beiträge1).  Nachdem  er  es  für  nöthig 
erklärt  hat,  dass  in  Folge  der  klar  gewordenen  Lagerung  die  Paläontologie 
ihre  Beweisgründe  fallen  lasse55),  weist  er  nach,  dass  die  Cephalopoden  theils 
eine  zu  grosse  vertikale  Verbreitung  in  der  ganzen  alpinen  oberen  Trias 
hätten,  um  zur  Feststellung  der  Horizonte  dienen  zu  können,  theils  sehr 
unsicher  bestimmt  seien,  dass  ferner  das  Lager  der  nordalpinen  Gastropoden 
der  Haiistatter  Gruppe  nicht  sicher  genug  festgestellt  sei,  um  eine 
Parallele  mit  Esino  zu  gestatten.  Wenn  ein  Theil  von  Stoppani's  - 
Material  in  einem  solchen  Erhaltungszustande  ist,  dass  ea  zu  Beweisführ- 
ungen nicht  brauchbar  ist,  so  ist  es  in  der  That  sehr  erfreulich,  dasselbe 
auch  jetzt  nicht  mehr  dazu  benützt  zu  sehen,  Erstaunen  muss  aber  immer- 
hin die  grosse  Sicherheit  erregen,  mit  der  die  früheren  Ansichten,  die  sich 
doch  zum  Theil  auf  eben  dieses  Material  stützen,  verfochten  wurden.  Was 


')  Stoppani,  PalSont.  Lorob.  III  8£r.  p.  227. 

»)  il  faut  bien  que  la  palaeontologie  abandonne  ses  rai«ons. 

7 


Digitized  by  Google 


98 


den  zweiten  Punkt  betrifft,  die  angeblich  unsichere  Lagerung  der  Hall- 
statter  Fossilien,  so  hatte  ich  schon  früher  zu  bemerken  Gelegenheit,  dass 
wohl  noch  keine  Andeutungen  vorliegen,  welche  das  Misstrauen  Stoppani's 
gegen  die  deutschen  Angaben  über  diesen  Punkt  rechtfertigen.  Eine  so 
weite  Verbreitung  von  Cephalopoden  in  der  oberen  Trias  ist  auch  eine  An- 
nahme, man  kennt  keine  oder  nur  sehr  einzelne  Vorkommnisse  in  und  über 
den  Raibier  Schichten.') 

Sehen  wir  nun  hier  auch  von  den  eigentlichen  Gastropoden-Schich- 
ten von  Esino  ab  und  fassen  blos  die  vom  Monte  Salvatore  bis  nach 
Sella  an  der  tiroler -venetianischen  hinüber  zu  verfolgenden  Dolomite  mit 
Avicula  exilis  ins  Auge,  so  können  wir  Stoppani  ganz  beipflichten,  dass 
diese  Schichten  über  den  Raibier  und  unter  den  Contor ta-Schichten 
liegen  und  ein  Aequivalent  des  deutschen  Hauptdolomites  sind. 
Für  diese  Dolomite  empfiehlt  sich  gleichberechtigt  mit  Hauptdolomit  die 
Stop  panische  Benennung  Dolomie  moyenno,  um  einen  auch  dem  ita- 
lienischen und  französischen  Organe  geläufigen  Namen  zu  haben.  Ueber  die 
Gasteropoden-Schichten  von  Esino  sollten  aber  weitere  Untersuch- 
ungen abgewartet  werden,  ehe  man  die  Paläontologie  zwingt  „d'abandonner 
ses  rai8on8u.  Wohl  werden  immer  neue  und  unerwartete  Thatsachen  in  der 
Paläontologie  zu  Tage  gefordert  werden,  Widersprüche  jedoch  nie. 

Es  bleibt  noch  ein  anderer  Punkt  zu  erörtern  übrig.  Curioni  wies 
im  Kalke  von  Ardese  ein  Aequivalent  des  Hallstattcr  Kalkes  nach  und 
dieser  Nachweis  scheint  ja  auch  den  Anstoss  zur  beginnenden  Aufklärung 
der  Esinofrage  gegeben  zu  haben,  da  der  Kalk  von  Ardese  vor  der  Hand 
noch  die  einzige  Ablagerung  ist,  über  deren  Stellung  unter  den  Raibier 
Schichten  Stoppani  und  Curioni  einstimmig  sind.  Unter  diesem  Kalk  von 
Ardese  liegen  aber')  schwarze  dünnplattige  Kalke  mit  Amnwnites  Aon, 
Ilalobia  Lonmelii,  kurz  jene  Schichten,  die  man  in  der  Lombardei 
S.  Cassiano  (unteres  S.  Cassian)  nannte,  die  ich  oben  als  Halobien- 
Schichten  bei  Marcheno,  in  Val  di  Scalve,  bei  Pieve  u.  s.  w.  nach- 
wies und  die  den  Wenger  Schiefern  im  Alter  ziemlich  gleichstehen  dürften. 
Da  Stoppani  die  Stellung  des  Kalkes  von  Ardese  unter  den  Raibier 
Schichten  anerkannte,  rauss  er  wohl  jetzt  auch  annehmen,  dass  derselbe 
jenes  S.  Cassian  überlagere,  dass  also  zwei  an  Versteinerungen  reiche 
Depots,  eines  unter,  eines  über  dem  Kalk  von  Ardese  liegen.  Wie  ver- 
hält es  sich  dann  jetzt  mit  seiner  einst  so  heftig  gegen  Hauer  in  der 


')  Hauer.  Ein  Beitrag,  p.  «(.  Sitzbcr.  Wien.  Akad.  B.l.  XXIV. 
*)  Curioni.    Sui  giaoimenti  etc.  di  Re«ano  p.  >. 


Digitized  by  Google 


99 


Rivista1)  verflochtenen  These:  Les  deux  groupes  de  St.  Cassian  et  de  Raibl, 
distingues  en  Lombardie  par  le  Chevalier  de  Hauer  ne  sont  paleontologique- 
ment,  petrographiquement  et  stratigraphiquement  que  l'unique  groupe  de 
Gorno  et  Dossena?? 

Es  ist  eine  erwiesene  Thatsache,  dass  beide  Schichtengruppen  in  der 
Lombardei  getrennt  sind,  wenn  auch  die  untere  durch  die  ganzen  Alpen 
hindurch  nicht  jene  gleichförmige  und  selbstständige  Erscheinungsweise  zeigt, 
die  zur  Aufstellung  einer  besonderen  Abtheilung  berechtigt.  Es  ist  sehr  zu 
wünschen,  dass  auch  Stoppani  recht  bald  sich  zu  dieser  Ansicht  bekennt, 
damit  die  letzten  dem  einheitlichen  Fortschritt  der  Alpengeologie  noch  hinder- 
lichen Widersprüche  beseitigt  werden. 

Verbreitung  der  oberen  Trias  in  Südtirol. 

Es  wurde  schon  erwähnt,  dass,  da  die  Rai  hier  Schichten  sich  im  süd- 
lichen Tirol  bisher  nicht  fanden,  eine  Trennung  der  Hai  Istatter  und  der 
Uauptdolomitgruppe  noch  nicht  durchführbar  ist.  Ich  muss  mich  daher 
hier  darauf  beschränken,  die  wenigen  Punkte  anzugeben,  an  denen  das  Auf- 
finden von  Fossilien  mich  in  den  Stand  setzte,  zum  Mindesten  den  Haupt- 
dolomit zu  erkennen. 

Dem  Hauptdolorait  gehört,  wie  schon  mehrfach  erwähnt,  die  ganze 
Dolomitparthie  an,  von  Val  Bona  bei  Storo  beginnend,  östlich  hinüber 
bis  nach  S.  Michele.  Sie  bildet  hier  die  Unterlage  von  theils  kalkigen, 
theils  dolomitischen  Gesteinen,  welche  sich  ihr  nördlich  und  östlich  auflagern. 
Diese  oberen  Kalke,  deren  Stellung  wegen  des  Mangels  an  Fossilien  sich 
noch  nicht  erweisen  lässt,  bilden  z.B.  Theile  des  Monte  S.  Martino  süd- 
westlich vom  Lago  di  Ledro  und  der  gegen  Riva  zu  gelegenen  Berg- 
kolosse, in  denen  die  Strasse  von  Riva  bis  Pönale  eingesprengt  ist.  Man 
bemerkt  in  den  höher  gelegenen  Theilen  derselben,  so  gegenüber  Biasezza 
und  Bre,  deutliche  Schichtung.  Es  mögen  also  da  wohl  Schichten  vorliegen, 
die  den  rhätischen  und  basischen  von  S.  Michele  und  den  Val  dei 
Conzei  gleichzustellen  sind.  In  dieser  Gegend  finden  sich  denn  auch  die 
letzten  Spuren  der  rhätischen  Formation  der  Lombardei.  Gegen  Osten 
treten  Contorta-Schichten  zunächst  erst  bei  L  i  e  n  z  wieder  auf,  da  die  zwischen- 
liegenden Punkte  bei  Trient*)  sich  als  dem  Unteroolith,  nicht  der  Trias 
angehörend,  herausgestellt  haben.    (S.  unter  Dogger.) 


')  Stoppani.    Atti  della  «ooietÄ  geologica.  Vol.  I.  p.  190- 
')  Emmrich.    Jahrb.  geol.  Reirtuanst.  1S;.7.  p.  2!)"». 
Dittmar.    Contorta-Zone.  p.  49.  '»2. 

7* 


100 


Die  Dolomite  von  Val  Ampola  setzen  sich  gegen  Norden  fort.  Ich 
überstieg  die  aus  denselben  gebildete  Kette  zwischen  Colognola  undTierno 
di  sotto,  ohne  bezeichnende  Fossilion  zu  finden.  Sehr  eigentümlich  sind 
die  versteinerungsreichen  Kalke  dicht  über  Cologna,  deren  in  Profil  VII. 
Erwähnung  gethau  wurde.  Ob  sie  in  natürlicher  Lagerung  sich  befinden 
oder  von  höher  herabgerutscht  sind,  kann  ich  nicht  bestimmen. 

Noch  weiter  nördlich  im  Querbruch  der  Sarca  etwas  vor  Stenico, 
liegt  die  obere  Grenze  des  Hauptdolomites  ungefähr  da,  wo  die  Monta- 
nistische Karte  die  Grenze  von  unterem  Alpenkalk  ua  und  oberen  oa  legt. 
Die  Strasse  von  Tione  her,  durchschneidet  dieselbe  kurz  nachdem  man 
die  Gallerien  verlassen  hat.  Hier  bilden  die  wohlgeschichteten  Kalke 
(Dogger)  die  Unterlage  der  mit  jüngeren  Gesteinen  erfüllten  Mulde  (Mulde 
von  Stenico),  um  bei  alle  Sarche  den  steilen  Abfall  gegen  das  nun 
nordsüdlich  steichende  Sarcathal  zu  bilden.  Ob  hier  im  Thaltiefsten  noch 
triadische  Gesteine  anstehen,  habe  ich  nicht  sehen  können. 

Der  mittlere  Hauptgebirgszug  Südtirols  besteht  auf  seiner  Ostseite  an 
den  tiefsten  Punkten  meist  aus  Hauptdolomit ,  so  das  Monte  Baldo- 
gebirge  bei  Avio,  der  Zug  des  Orto  d'Abram  in  den  Umgebungen 
von  Romagnano.  Jüngere  Schichten  liegen  auf  und  fallen  alle  gegen 
Westen  ein,  wo  sie  bis  zum  Sarcathal  hinab  die  Oberfläche  bilden.  Die 
Umgebungen  des  Val  di  Non  habe  ich  nicht  besucht,  da  aber  hier  die 
Dachsteinbivalve  häufig  sein  soll,  vermuthe  ich,  dass  die  als  Dolomit  be- 
zeichneten Parthien  der  Montanistischen  Karte,  besonders  die  Berge  im 
Norden  der  Vedrctta  di  Nodis  und  der  Ostabhang  des  Val  di  Sol  noch 
aus  Hauptdolomit  bestehen.  Was  Emmerich  von  der  Mündung  der  Nocc 
als  Dachsteiubivalven  anführt,  sind  jüngere  Vorkommnisse. 

In  dem  östlichen  Thcil  endlich,  der  die  südliche  Umwallung  des  Por- 
phyrplateau's  und  der  Oima  d'Asta  bildet,  treten  die  Dolomite  bei  Alä 
im  Etschthal  zu  Tage1),  bilden  die  Umgebungen  von  Val  Ronchi  und 
Val  Arsa  und  die  rings  um  diese  Thäler  gegen  die  Venetianische  Grenze 
gelegenen  höchsten  Gipfel:  Ciina  di  Gaevana,  Cima  tre  Croci,  Monte 
Venante,  Cengio  alto  und  Monte  Pasubio.  In  Val  di  Palu  unter 
Cengio  alto  sammelte  ich  Natica  iticerta  und  die  Gastrochacnen.  Bis 
eine  Stunde  vor  Roveredo  kann  man  gegen  Norden  die  Dolomite  ver- 
folgen, die  überall  von  den  grauen,  wohlgeschichteten  Kalken,  so  sehr  schön 
bei  Alba  rede,  (s.  Profil  III)  überlagert  werden.  Andrerseits  gegen  das 
Vizent  inische  fallen  die  Dolomite  steil  ab  und  liegen  auf  den  Gesteinen 


')  Wolf,  Sitzungsberichte  d.  geol.  Reichsanst.  1865.  p.  47. 


Digitized  by  Google 


101 


der  unteren  Trias  auf,  die  um  Recoaro  zu  Tage  treten.  Am  Pas«  über 
Val  Rotolon  kann  man  diese  Verhältnisse  nach  beiden  Seiten  hin  sehr 
wohl  übersehen. 

Auf  der  rechten  Seite  von  Val  Arsa  beginnend,  ziehen  die  Dolomite 
unter  Monte  Cotsanto  weg  und  treten  in  Val  Terragnolo  zu  beiden 
Seiten  des  Thaies  zu  Tage,  um  mehr  östlich  wiedor  hoch  bis  gegen  die 
Gipfel  der  Gebirge  hinaufzusteigen.  Die  jüngeren  Gesteine  zwischen 
Piazza  di  Terragnolo  und  Folgaria  entziehen  die  Dolomite  für 
längere  Strecken  dem  Auge,  sowie  man  aber  aus  den  oberen  Alpen  in  die 
tief  eingerissenen  Thäler  hinabsteigt,  trifft  man  dieselben  überall  wieder,  so 
in  Val  di  Sol,  im  Etschthal  bei  Castcl  Pietro,  in  Val  Astica  und 
Val  Centa.  Letzterer  Punkt  besonders  zeigt,  wenn  man  von  Caldonazzo 
herkommend,  den  Fussweg  nach  S.  Sebastian o  hinaufsteigt,  die  Auflage- 
rung der  grauen  geschichteten  Kalke  auf  den  Dolomiten  sehr  schön.  Ebenso 
sieht  man  diese  Auflagerung  über  Pedemonte  in  Val  Astica  gegen 
Luserna,  wo  man  auf  grauen  Kalken  und  Diphyakalken  mehrere  Stunden 
bis  nach  Cima  Vezzena  wandert,  um  dann  unten  in  der  Gegend  von 
Sella  die  Dolomite  von  Profil  VI  wiederzutreffen.  Von  hier  gegen  Osten 
treten  die  Dolomite  über  Cima  Dodici,  Cima  Undici  und  Cima  Gio- 
gomale  an  die  Brcnta  und  bilden  dann  beide  Ufer  derselben  gegen 
Grigno. 

An  alle  den  genannten  Punkten  finden  sich  die  wenigen  Versteine- 
rungen, welche  für  Hauptdolomit  sprechen  und  es  ist  kein  Anhaltspunkt 
irgend  einer  Art  gegeben,  auch  Haiistatter  Kalk  auszusondern,  selbst 
nicht  an  solchen  Lokalitäten,  wo  man  den  Dolomit  bis  auf  die  untere  Trias 
hinab  verfolgen  kann,  wie  an  der  Mündung  von  Val  Centa  gegen  den 
Lago  di  Caldonazzo  und  im  Thale  des  Moggio. 

III.  Lias. 

Ablagerungen,  welche  sich  mit  Sicherheit  dem  Lias  zuzählen  Hessen, 
scheinen  im  südlichen  Tirol  nur  eine  sehr  geringe  Verbreitung  zu  haben, 
ein  Umstand,  der  für  die  einstige  Vertheilung  von  Land  und  Wasser  im 
Bezirke  des  alpinen  Archipels  von  grosser  Bedeutung  ist. 

Im  Anfang  zu  Profil  VIII.  (p.  36)  erwähnte  ich  aus  den  Umgebungen  von 
Bezecca  und  aus  dem  Val  dei  Conzei  graue  wohlgeschichtete  Kalke,  in 
fussdicken  Bänken,  in  denen  sich  ein  kleiner  leider  unbestimmbarer  Ammonit 
und  Höhlungen  fanden,  die  von  herausgefallenen  Belemniten  herzurühren 
scheinen.    Der  Ammonit  ist  in  Brauneisenstein  umgewandelt,  wie  auch  die 


Digitized  by  Google 


102 


genannten  hohlen  Käuine  einst  mit  Brauneison  ausgefüllt  waren.  Das  Aus- 
sehen dieser  Kalke,  sowie  die  Art  und  Weise  der  Erhaltung  des  Ammoniten 
erinnerten  mich  so  lebhaft  an  den  lombardischen  Lias,  wie  er  mannigfach 
gefaltet  und  aufgestaucht  in  einer  Breite  von  mehreren  Stunden  zwischen 
Brescia  und  Gardone  in  Val  Trompia  ansteht,  dass  ich  nicht  Anstand 
nehme,  auch  diese  Schichten  dem  Lias  beizuzahlen,  um  so  weniger  als  die 
bathrologische  Stellung  einer  solchen  Annahme  nicht  widerspricht. 

Weitere  Untersuchungen  würden  gewiss  zur  Entdeckung  reicherer  Fund- 
stätten liasischer  Fossilien  führen  und  die  Entscheidung  der  Frage  gestatten,  * 
ob  man  es  hier,  ebenso  wie  am  Berge  Domaro  bei  Gardone  mit  vor- 
waltend mittlerem  Lias  zu  thun  habe.') 

Es  wurde  ferner  auch  des  Vorkommens  einer  grossen  Auster  (p.  30) 
Erwähnung  gethan,  aus  ähnlichen  grauen  Kalken,  dicht  bei  Picvc  di  Ledro. 
Ob  diese  hängenderen  oder  liegenderen  Schichten  angehört,  als  die  Animo« 
nitenschichten,  vermag  ich  nicht  zu  entscheiden. 

Am  interessantesten  würde  zunächst  eine  genaue  Untersuchung  der 
höheren  Parthieen  des  Gebirges  zwischen  dem  Lago  di  Ledro  und  dem  Lago 
di  Garda  sein;  hier  müsste  sich  am  Ende  jener  Thäler,  die  sich  bei  S.  Mi- 
chelo  trennen,  und  am  Monte  Camerone  und  Cinia  Tavalö  ihren 
Anfang  nehmen,  oberste  Trias-  und  Liasschichten  in  schöner  Aufeinanderfolge 
beobachten  lassen,  wie  das  schon  oben  bei  Gelegenheit  der  Besprechung  der 
Rhätischen  Gruppe  erwähnt  wurde.  Freilich  ist  die  Untersuchung  in  diesen 
einsamen,  beinahe  nur  von  Schmugglern  betretenen  Gebirgen,  keine  leichte. 

Nirgends  ausser  dem  gonannten  Punkte  habe  ich  im  ganzen  südlichen 
Tirol  auch  nur  Andeutungen  von  achtem  Lias  getroffen,  wie  denn  über- 
haupt nicht  wahrscheinlich  ist,  dass  man  bis  hinüber  nach  dem  Sette  Com- 
muni  solchen  auffinden  wird,  da  in  diesen  Gebieten  überall  auf  obertria- 
dische  unmittelbar  unteroolirhische  Schichten  zu  folgen  scheinen.  Wollte 
man  in  jenen  Gegendon  gewisse  dolomitische  und  kalkige  Schichten,  wie  sie 
entweder  versteinerungsleer,  oder  mit  undeutlichen  Versteinerungen  sich 
zwischen  Trias  und  Unteroolith  finden,  blos  desshalb  zum  Lias  stellen,  weil 
sie  sich  da  finden,  wo  Lias  liegen  müsste,  wenn  die  Formationsreiho  voll- 
ständig entwickelt  wäre,  so  schiene  mir  das  ein  nicht  gerechtfertigtes  Ueber- 
tragen  unseres  künstlichen  Systemes  auf  die  Natur.  Solche  zweifelhafte 
Schichten  finden  sich  am  Crucifix  bei  Nomi  (p.  25),  bei  Castell  Pietro 


')  Vergl.  Hauer.  Die  Aramoniten  am  dem  Mcdolo.  Sitzungsberichte  "Wiener  Akademie 
1861.   p.  403. 


Digitized  by  Google 


103 


und  öfter,  solcher  Art  mögen  auch  wohl  die  Schichten  sein,  die  Zigno  im 
Venetianischen  zum  Lias  stellte1). 

Von  jenen  mächtigen  und  veratcinerungsreichen  Liusablagerungen  der 
Lombardei  scheint  also  nraLago  diLedro  die  östlichste  Grenze  zu 
liegen.  Sollten  die  hier  auftretenden  Schichten,  wie  es  von  jenen  wahr- 
scheinlich gemacht  ist,  nur  mittleren  Lias  repräsentiren ,  so  würde  dieser 
Umstand  eine  sehr  wechselnde  Ausdehnung  des  Meeres  zur  Zeit  der  Abla- 
gerung der  verschiedenen  Abtheilungen  des  Lias  anzeigen.  In  dor  Lom- 
bardei nämlich  kennt  man  mit  Sicherheit  unteren  Lias  (Kalke  mit  Gry- 
phaea  arcnata  und  vielen  Ammonitcn  von  Saltrio),  mittleren  Lias  (graue 
Kalke  mit  Ammonites  maryaritatus  Mntf.  A.  Taylori  Sow.  und  den  radians- 
ähnlichen  Formen  des  mittleren  Lias  bei  Gardone,  sog.  Medolo),  endlich 
oberen  Lias  (rothe  Kalke  mit  A.  bifrons  Brug.,  A.  mtbcariuatus  J.  u.  B.  von 
Entratico  bei  Bergamo).  Wenn  nun  im  südlichen  Tirol  blos  mittlerer 
Lias  aufträte,  so  müsstc  das  Meer  aus  seinen  Grenzen  im  unteren  Lias 
heraustretend  das  Land  zur  Zeit  der  Ablagerung  des  mittleren  Lias  weit 
nach  Osten  überfluthet  haben,  um  dann,  wenigstens  ungefähr,  in  seine  an- 
fänglichen Grenzen  zurückzukehren. 

Ziemlich  weit  gegen  Nordosten8)  von  unserem  Untersuchungsgebiet, 
treffen  w  ir  bei  Lienz  erst  wieder  eine  vercinzelnte  Scholle  Lias1).  Unter  an- 
deren sammelte  ich  am  Ausgang  des  Gallitzenbachcs  einige  Arieten  in 
grauem,  festem,  splittrigem  Kalke,  an  der  Klause  in  höher  liegenden, 
rothen,  mehr  mergligen  Kalken  A.  maryaritalm  Mntf.,  A.  Davoti  Sow,  A. 
Ahjovianus  Opp.  und  Falciferen,  so  dass  man,  wie  es  scheint,  es  hier  mit 
allen  drei  Abtheilungen  des  Lias  zu  thun  hat.  Weiterhin  treten  liasische 
Ablagerungen  erst  in  Ungarn  auf. 

IV-  üogger- 

Historischc  Bemerkungen. 

Der  südalpine  Jura  (mit  Ausschluss  des  Lias)  hat  bisher  in  der  Litto- 
ratur  nur  eine  verhältnissmiissig  geringe  Berücksichtigung  gefunden.  In  den 

')  Zigno.  Jahrb.  Rcichsanst.  18.V).  I.  p.  180. 

f)  Was  unter  Fleckenrocrgeln  des  oberen  Lia.«  beiCimolais  (Foetterle  Jahrb.  Reich«- 
an$t.  VII.  p.  :\b\)  iu  verstehen  sei,  ist  nicht  nfther  angegeben. 
J)  Emmerich.  Jahrb.  geol.  Reichsanst.  VI.  p.  I  i  4. 
8tur.  Jahrb.  geol.  Reichsangt.  VII.  p.  40."». 

Hauer,  über  die  Cephalopoden  des  Lias  der  nordöstlichen  Alpen.  Denkschr.  Wien. 
Akad.  d.  Wissen^ch.    Bd.  XJ. 


Digitized  by  Google 


104 


unteren  Schichten,  den  grauen  Kalken,  ist  es  erst  in  der  neuesten  Zeit  ge- 
lungen, Versteinerungen  aufzufinden,  und  so  stellte  man  dieselben  früher 
nur  ihrer  oolithischen  Struktur  wegen,  die  an  jurassische  Vorkommnisse 
ausserhalb  der  Alpen  erinnerte,  in  den  Jura.  Ein  solches,  an  und  für  sich 
schon  wenig  gewichtiges  petrographisches  Moment,  musste  aber  vollends 
seine  Bedeutung  verlieren,  als  man  in  den  Alpen  auch  oolithische  Schichten- 
reihen in  anderen,  nicht  jurassischen  Formationen  auffand. 

L.  v.  Buch  that  der  „Roggensteine  und  anderer  bezeichnender  Glie- 
der der  Juraformation,  einer  Formation,  woraus  der  Monte  Baldo  und  die 
Berge  der  SetteCommuni  bestehen",  in  einem  Briefe ')  Erwähnung.  Diese 
Roggensteine  scheinen  für  ihn,  ebenso  wie  die  Dolomite,  durch  den  Einfluss 
eruptiver  Gesteine  umgew  andelte  rothe  Kalke  gewesen  zu  sein,  da  er  letztere 
als  oberste,  nicht  metamorphosirte  Decke  erwähnt,  diese  aber  an  den  von 
Buch  genannten  Punkten  überall  unsern  grauen  Kalken  und  Oolithen,  nicht 
aber  Dolomiten  aufliegen. 

Etwas  später  als  man  sich  in  Italien  gewöhnt  hatte,  ausseralpine  For- 
mationsbenennungen auf  alpine  Gebilde  zu  übertragen,  verband  Catullo  die 
Dolomite  mit  Cardium  triqmter  Wulf,  mit  den  darüber  liegenden  grauen 
Kalken  und  stellte  beide  in  den  Jura.  Später  scheint  ihm  auch  das  Po- 
sidonomyengestein  bekannt  geworden  zu  sein,  da  seine  Posidonomya  minuta  *) 
aus  krystallinischcm  Kalk  von  Andrich  mit  der  Posidonomya  alpina  Gras 
identisch  sein  dürfte.  "Wenigstens  sah  ich  in  Padua  Handstücke  mit  dieser 
Muschel,  die  sich  von  Tirolern  nicht  unterscheiden  lassen  und  aus  Catul- 
Io's  Abbildung  ergiebt  sich,  dass  die  Posidonomyen  das  ganze  Gestein  er- 
füllen, wie  das  Pos.  alpina  stets  thut,  nicht  blos  die  Schichtungsflächen  be- 
decken. Mancherlei  Andeutungen,  welche  zur  Zeit  ihrer  Veröffentlichung 
kaum  beachtet  wurden,  gewinnen  jetzt,  wo  es  sich  darum  handelt,  immer 
jieue  Profile  und  neue  Fundorte  aufzusuchen,  erst  ihre  volle  Bedeutung  so 
auch  die  Mittheilungen  in  den  Jahresberichten  des  montanistischen  Vereins3). 

Zigno  gebührt  das  Verdienst,  die  Masse  der  grauen  Kalke  zuerst  in 
Etagen  gesondert  und  die  genauere  Fixirung  des  Lagers  der  Phytoliten  von 
Rotzo  versucht  zu  haben,  welche  er  zum  Gegenstand  seiner  besonderen 
Untersuchungen  machte.  Das  richtige  und  naturgemässe  seiner  Anordnung 
fällt  Jedem  auf,  der  die  Gebirge  nördlich  von  Vicenza  besucht.  Ausserhalb 
der  Alpen  fanden  aber  seine  Eintheilungen  um  desswillen  nicht  die  ihnen 


')  L.  t.  Buch  an  A.  v.  Humboldt.    Leonh.  Taschenb.  für  Mineral.    1824,  p.  323. 

*)  Catullo,  Memor.  geogn.  palaeoz.  pag.  %,  Jfrt,  tab.  I.  f.  5. 

s)  Vergl.  Emmerich  in  Schaubach.  Deutsohe  Alpen.    IV.,  p.  304. 


Digitized  by  Googl 


105 


gebührende  Anerkennung,  weil  die  paläontologischen  Nachweise  noch  zu 
mangelhaft  waren  und  demzufolge  die  Uebertragung  französischer  Etagen- 
benennungen nur  annähernd  richtig  ausfiel.  Was  Murchison1)  mittheilte, 
bezieht  sich  auf  Zigno's  Untersuchungsgebiet  und  stimmt  im  Wesentlichen 
mit  dem  unten  Mitgetheilten  überein.  Die  Gryphaea  oder  Diceras  ist,  wie 
ich  mich  in  Padua  überzeugen  konnte,  eine  sehr  schöne  Gervillia-Art ,  die 
im  Unteroolith  liegt,  man  hat  hier  nicht  etwa  an  liassische  Vorkommnisse 
zu  denken. 

In  Zigno's  Uebersicht  der  geschichteten  Gebirge  der  Yenetianischen 
Alpen  *)  finden  wir,  durch  ein  schönes  Profil  von  den  Bergen  südlich  von 
Val  Sugana  bis  hinab  nach  der  Ebene  erläutert,  folgende  Schichten  ver- 
zeichnet : 

Trias.  Dolomit. 

Lins.  1.  Thonige,  schiefrige,  dunkle  Schichten,  ohne  Petrefakten,  nicht 
überall.    Nur  auf  Grund  der  Lagerungsverhältnisse  in  den  Lias  gestellt. 
Jura.  2.  Bänke  dichten,  kristallinischen  Kalkes. 

3.  Graue  Kalke,  Kalkbreccien  im  Wechsel  und  Oolith.  Versteiner- 
ungen nicht  selten,  doch  schwer  aus  dem  Gestein  zu  lösen: 
Pholadomya,  Gervillia,  Isocardia,  Nucula. 

4.  Graue,  muschelführende  Schichten  mit  dem  Pflanzenlager  von 
Rotzo  in  den  Sctte  Communi:  Terebratula  btdlata  und  omitho- 
ccphala  werden  aus  Mergeln,  die  den  Anfang  des  mittleren 
Oolith8  über  den  Pflanzen  bezeichnen  sollen,  angegeben. 

5.  Bunter  Muschelmarmor  mit  einer  Astarte3). 
G.  Rother  Ammonitenkalk. 

Ich  breche  hier  das  Profil  ab,  da  die  Ammonitenkalke  bereits  einer 
höheren  Abtheilung  angehören,  welche  im  nächsten  Abschnitte  genauer  zu 
besprechen  ist. 

Während  in  der  eben  mitgetheilten  Uebersicht  die  Pflanzen  in  den 
Unteroolith  gestellt  werden,  sehen  wir  sie  etwas  später4)  in  das  Bathonien 
versetzt,  besonders  wegen  des  Umstandes,  dass  in  den  unterliegenden  grauen 
Kalken  sich  Terebratula  sphaeroidahs  fand,  eine  Species  des  oberen  Unter- 
ooliths,  dass  in  dem  nächst  höheren  Muschelmarmor  aber  Terebratula  insig- 


')  üeber  den  Gebirgsbau  in  den  Alpen  etc.,  bearb.  v.  G.  Leonhard.    1850,  p.  27, 28. 
*)  Zigno,  Jahrb.  Reichsanstalt.    I.  p.  181. 
*)  Jedenfalls  Posidonomya  alpina  Gras. 
*)  Bronn,  Leonh.  Jahrb.    1854,  p.  35. 

Bull.  Soc.  geol.   II.  8er.  11,  p.  289.  1854. 


lOfi 


nis  auftritt,  welche  auf  Callovien  und  Oxfordien  hinweisen  sollte.  Eintei- 
lungen, die  jedoch  nicht  auf  sicherer  Basis  beruhen,  als  dem  Auffinden  bi- 
plicater  Terobrateln  und  der  sphaeroidalisartigen  Formen  sind  stets  mit 
Vorsicht  aufzunehmen  und  wir  werden  in  der  That  sehen,  das«  solche  Bra- 
chiopoden  in  Südtirol  in  verschiedenen  Niveau's  auftreten. ')  Mit  diesen  An- 
schauungen Zigno's  erklärte  sich  auch  Hauer2)  auf  Grund  seiner  Unter- 
suchungen in  den  Nordalpen  im  Allgemeinen  einverstanden. 

In  einer  anziehenden  Schilderung  zweier  Profile  aus  den  Umgebungen 
von  Trient  that  auch  Emmerich  unserer  grauen  Kalke  Erwähnung,  stellte 
sie  aber  wegen  des  Vorkommens  einer  der  echten  Dachsteinbivalve  sehr 
ähnlichen  Muschel  (Meyalodua  pwnilus  n.  sp.)3)  als  Gervillienschichtcn  in 
die  Trias. 

Die  österreichischen  Geologen,  welche  Südtirol  und  Venetien  behufs  der 
kartographischen  Uebersichtsaufnahme  begingen,  schlössen  sich  der  bereits 
herrschend  gewordenen  Ansicht,  es  seien  die  Pfianzenschichten  dem  Unter- 
oolith  zuzutheilen,  an4). 

Ganz  in  der  neuesten  Zeit  endlich  gelang  es  Oppcls)  bei  Brento- 
nico  an  der  oberen  Grenze  der  grauen  Kalke  und  unter  dem  rothen  Am- 
monitenkalk  eine  Reihe  von  Versteinerungen  aufzufinden,  welche  den  Be- 
weis lieferten,  dass  die  auf  der  Nordseite  der  Alpen  seit  lange  unter  den 
Namen  Klausschichten  bekannten  Gesteine,  deren  Zugehörigkeit  zur  oberen 
Abtheilung  des  Unterooliths  allgemein  anerkannt  ist,  auch  in  Südtirol  ver- 
treten seien.  Ich  habe  des  Aufsatzes  weiterhin  noch  eingehender  zu  gedenken. 

Es  waren  also  bis  zum  Jahre  18G3  im  Wesentlichen  zwei  Abtheilungen 
des  Jura  in  den  Südalpen  unterschieden ;  die  Oolithe  und  Kalke  mit  den 
Phytoliten  von  Rotzo,  welche  man  schlechthin  dem  Dogger  zuzählte,  ohne 
über  ihre  genauere  Stellung  innerhalb  desselben  entscheiden  zu  können,  so- 
dann das  Posidonomyenge8tein ,  welches  als  eine  gleichzeitige  Ablagerung 
mit  den  nordalpinen  Klausschichten  das  obere  Bajocien  und  Bathonien  in 
den  Alpen  repräsentirend  erkannt  wurde.  Ich  gehe  dazu  über  im  Folgen- 
den nachzuweisen,  wie  meine  Untersuchungen  das  Vorhandensein  dieser  Ab- 
theilungen bestätigen  und  eine  etwas  schärfere  Fixirung  einzelner  Horizonte 
derselben  gestatten. 


')  8.  palaont.  Theil. 

*)  Hauer,  Jahrb.  geol.  lleieluanst.    I.  Verh.  p.  367. 
5)  S.  palaont.  Theil. 

«)  Foetterle,  Jahrb.  geol.  Reichsanstalt.  VII.  Verh.  p.  851.  VIII.  Verh.  p.  788. 
*)  Oppel,  Zeitaehr.,  deutsche  geol.  Oeaellsch.  1863. 


Digitized  by  Google 


107 


Als  zum  südalpincn  Dogger  gehörig,  sollen  im  Folgenden  diejenigen 
drei  Schiehtengruppen  nachgewiesen  werden,  welche  bei  Beschreibung  der 
Profile,  als: 

1.  Graue  Kalke,  Schichten  der  Terebratula  ßmbria,  Oolithe  von  8. 
Vigilio. 

2.  Unterer  Encrinitenhorizont,  Schichten  der  Bhynchondla  bilobata  und 

3.  Oberer  Encrinitenhorizont,  Schichten  der  Terebratula  curvicon- 
cha,  Posidonomyen-Gestcin 

bezeichnet  wurden.  Es  sind  dies  im  Profil  I.  die  Schichten  Nr,  1,  2,  3; 
im  Proiii  IL  Nr,  I,  2;  im  Profil  III.  Nr.  1,  3;  endlich  im  Profil  IV.  Nr. 
1,  2,  3. 

Da  die  Beschaffenheit  der  Schichten  oben  bereits  angegeben  wurde, 
wird  es  sich  jetzt  besonders  darum  handeln,  das  Verhältnis  zu  den  benach- 
barten und  zu  anderen  alpinen  und  ausseralpinen  Schichtengruppen  in's  Auge 
zu  fassen. 

Unterer  Dogger. 

Schichten  der  Terebratula  fimbria  und  des  Amtnonites 

Murchisonac. 

Zwei  petrographisch  und  paläontologisch  sehr  verschiedenartig  ausgebil- 
dete Schichtengruppen,  die  aber  doch  beide  ihre  Stellung  im  Unteroolith 
erhalten  müssen,  treten  uns  gleich  in  dem  ersten  der  Profile  und  die  eine 
derselben  dann  noch  häufig  entgegen.  Es  sind  dies  die  grauen  Kalke  mit 
Terebratula  ßmbria  vom  Nord-  und  die  Oolithe  mit  Amtnonites  Murchisonae 
vom  Södabhang  des  Monte  Baldo-Oebirges.  Beide  bilden  die  untersten, 
über  dem  Spiegel  der  E  t  s  c  h  und  des  Gardasees  zu  Tage  tretenden  Schich- 
ten, ihr  Liegendes  kann  also  hier  nicht  beobachtet  werden.  Dafür  kann  man 
»ich  an  vielen  anderen  Punkten,  wenigstens  für  die  Schichten  mit  Terebra- 
tula ßmbria,  überzeugen,  dass  sie  von  obertriadischen  Dolomiten  unter- 
lagert werden. 

Das  Hangende  bilden  für  die  Kalke  mit  Terebratula  ßmbria  überall  die 
Marmore  mit  Rhynchcnella  bilobata,  die  ich  zwar  unmittelbar  über  denOoli- 
then  von  S.  Vigilio  nicht  anstehen  sah,  indem  ich  hier  gleich  auf  Posido- 
nomyengestein  stiess,  an  deren  Vorhandensein  aber  kaum  zu  zweifeln  ist. 
Jedenfalls  steht  strati graphisch  der  Annahme  einer  nahezu  gleichzeitigen 
Bildung  der  Oolithe  und  der  grauen  Kalke,  die  sich  paläontologisch  erweisen 
laust,  nichts  im  Wege. 


Digitized  by  Google 


108 


Schichten  der  Terebratula  fimbria.  Folgende  Liste  enthält  die 
mir  aus  den  grauen  Kalken  des  südlichen  Tirols  bekannt  gewordenem  Fos- 
silien (ohne  die  Pflanzen  zu  berücksichtigen): 

Pholidophorus  Beggiatinus  Zigno. 

Pycnodontenzätme 

Cypris  Rotzoana  Schaur. 

Chemnitzia  terebra  n.  sp. 

Chemnitzia  sp. 

Natica  Tridentina  n.  sp. 

Trochus  sinister  n.  ep. 

Phasianella  sp. 

Nerinea  sp. 

Thracia  tirolensis  n.  sp. 
Ceromya  papyracea  n.  sp. 
Gresslya  elongata  n.  sp. 
Plettromya  elegans  n.  sp. 
Cypricardxa  incurvata  n.  sp. 
Astarte  sp. 

Megalodus  pumüus  n.  sp. 

Trigonia  sp. 

Schizodus  sp. 

Mytilus  sp. 

Pinna  sp. 

Gervülia  2  sp. 

Lima  sp. 

Pecten  2  sp. 

>lnomta  sp. 

Ostrea  sp. 

Terebratula  fimbria  Sow. 
Terebratula  firnbriaefornm  Schaur. 
Terebratula  Rotzoana  Schaur. 
Terebratida  cf.  perovalis 
Terebratula  hexagonalis  n.  sp. 
Hypodiadema  sp. 
Pentacrinus  sp. 
Serpula  sp. 

Mit  Ausnahme  des  Pholidophorus,  welcher  sich  im  Museum  zu  Vice  ms 
befindet,  und  der  Cypm  Rotzoana,  welche  ich  Schauroth's  Verzeichnis« 
entnehme,  sammelte  ich  diese  Versteinerungen  alle  selbst.  Trotz  der  grossen 


Digitized  by  Googl 


109 


Anzahl  und  zum  Theil  recht  vollständigen  Erhaltung  derselben,  ist  es  nur 
eine  einzige  Art,  die  Terebratida  ßmbria  Sow.,  welche  sich  mit  Vorkomm- 
nissen ausserhalb  der  Alpen  identifiziren  lässt.  Auf  sie  ist  daher  beim 
Versuch,  den  grauen  Kalken  eine  Stelle  im  System  anzuweisen,  das  meiste 
Gewicht  zu  legen. 

Wright')  gibt  das  Lager  derselben  von  Leckhamptonhill  in  einem 
Profil  folgender  Maassen  an: 

Flag  freestone  (Zone  des  Ammonites  Humphresianus) 
Fimbriabed  mit  T.  ßmbria  und  einer  Menge  anderer  Versteiner- 
ungen in  oolithischem  Kalke 
Peagrit  und  Ferrugineous  Oolit  (Zone  des  Ammonites  Murchi- 
sonae). 

Es  nimmt  also  T.  ßmbria  in  England,  wo  man  sie  zuerst  kennen 
lernte  und  wo  sie  lokal  massenhaft  auftritt,  einen  Horizont  zwischen  dem 
des  A.  Murchisonae  und  dem  des  A.  Humphresianus  ein.  Diese  Stellung 
würden  wir  zunächst  jenen  Schichten  in  Südtirol  anzuweisen  haben,  die 
T.  ßmbria  beherbergen.  Dabei  ist  aber  wohl  zu  berücksichtigen,  daaa 
T.  ßmbria  sich  nur  in  einer  einzelnen  Schicht  findet  und  zwar,  wie  es 
scheint,  mehr  gegen  die  obere  Grenze  jener  ganzen,  mächtigen  Reihe  von 
Kalkbänken,  die  ich  schlechthin  als  graue  Kalke  bezeichnete.  Wenn  ich 
also  für  diesen  Abschnitt  die  Ueberschrift  „Schichten  der  Terebratula  ßm- 
bria* wählte,  so  will  ich  damit  nur  sagen,  dass  Schichten  mit  T.  ßmbria 
im  Vergleich  zu  ausseralpinen  die  einzigen  scharf  definirbaren  sind,  nicht 
aber  etwa,  dass  das  ganze,  manchmal  über  2000'  mächtige  System  der 
grauen  Kalke  der  einer  englischen  Schiebt  des  Fimbria  marl  entspreche. 

Wenn  sich  auch  unter  den  übrigen  Arten  keine  mit  ausseralpinen 
identische  finden ,  so  deutet  doch  eine  Reihe  derselben  durch  ihren  Habitus 
darauf  hin,  dass  man  es  mit  jurassischen,  nicht  etwa  liasischen  oder  gar 
triadischen  Vorkommnissen  zu  thun  habe ,  so  die  Ceromya  papyracea  n.  sp., 
Qresslya  elongata  n.  sp.,  Pleuromya  elegans  n.  sp.  Während  auch  einige 
Brachiopoden ,  wie  Terebraitda  Rotzoana  Schaur.,  sehr  an  bekannte  Arten 
aus  dem  Dogger  erinnern,  zeigen  andere,  wie  T.  hexagonalis,  ein  ganz  ab- 
sonderliches Ansehen,  so  dass  auch  unseren  Vorkommnissen  ein  gewisser 
Stempel  des  Eigentümlichen  und  Fremden  aufgeprägt  wird,  wie  er  den 
meisten  alpinen  Ablagerungen  eigen  ist. 

Einige  der  von  mir  bei  Volano  aufgefundenen  Pflanzenreste  zeigte 
ich  Baron  v.  Zigno  zu  Padua,  der  nicht  daran  zweifelte,  dass  selbige 


')  Quart.  Joura.  Oeol.  8oc.  1859.  Apr. 


Digitized  by  Google 


110 


identisch  mit  Arten  aus  dem  Venetiauisehen  sein  würden.  Wenn  die  Bear- 
beitung jener  Vorkommnisse,  die  Baron  v.  Zigno  unternommen  hat,  wei- 
ter gediehen  ist  und  in  Tirol  erst  reichere  Aufsammlungen  veranstaltet  sein 
werden,  wird  eine  genaue  Vergleichung  von  Werth  und  Interesse  sein. 
Ich  bemerke  nur  hier,  dass  die  Pflanzen  im  Venetianischen  mehreren  Ho- 
rizonten angehören,  dass  ich  bei  Rovere  di  Velo,  einem  der  bekanntesten 
Fundorte,  in  einer  Schicht  grauen,  von  Kalkspathadern  durchschwärmten 
Kalkes,  unmittelbar  unter  der  Pflanzenschicht  Terebrattda  ßmbriaeformis 
Schaur.  und  Rotzoana  Schaur.,  ebenso  bei  Volano,  unmittelbar  unter  den 
Pflanzen  Terebrattdu  hexagonalis  n.  sp.  fand,  welche  letztere  übrigens  im 
Venetianischen  auch  nicht  fehlt. 

Als  bezeichnendste  und  vor  allem  ihres  eigentümlichen  Aussehens 
wegen  in  die  Augen  springende  Schicht  dieser  Abtheilung  des  südalpinen 
Dogger  muss  jene  Pflanzenschicht  angesehen  werden,  welche  oben  (p.  26) 
genauer  beschrieben  wurde.  Ebenso  findet  sich  die  Bank  mit  Meyalodus 
pumilus  n.  sp.,  bisher  als  Megalodus  triqueter  angeführt,  ganz  allgemein 
verbreitet.  Sie  scheint  in  den  höchsten  Horizonten  der  grauen  Kalke  zu 
liegen,  so  sehr  deutlich  bei  Noriglio  am  Abhang  gegen  Itoveredo  hin, 
wo  sie  unmittelbar  von  den  Bilobata-Schichten  bedeckt  ist.  Häufig  und 
überall  finden  sich  noch  Ceromya  papyracea,  Thracia  iiroJensis,  Terebratula 
Rotzoana,  ßmbriaeformis  und  Iwxagonalis ,  welche  zusammen  als  besonders 
charakteristisch  für  die  grauen  Kalke  anzusehen  sind. 

Ein  negatives  Kennzeichen  hingegen  ist  das  gänzliche  Fehlen  aller  Ce- 
phalopodenceste.  Es  gelang  trotz  alles  Suchen«  nicht,  auch  nur  eine  Spur 
eines  Belemniten  oder  Ammoniten  aufzufinden. 

In  dem  oben  mitgetheilten  Profil  von  Zigno  (p.  105)  entsprechen  diese 
Kalke  den  Abtheilungen  3.  und  4.,  sowie  auch  Emme  rieh's  Gervillien- 
Schichten  von  Trient  und  der  Noce-Mündung,  4.  auf  p.  302  und  a  — e 
p.  30G  '),  hierher  gehören. 

Schichten  des  Ammonites  Murchisonac.  Der  auffallende  Gegen- 
satz, der,  wie  es  scheint,  dasselbe  Niveau  einnehmenden  Schichten  von  Cap 
S.  Vigilio  zu  den  eben  besprochenen,  liegt  theils  in  der  petrographischen 
Beschaffenheit,  theils  in  den  Versteinerungen.  An  Stelle  des  reichen  Wechsels 
der  wenig  mächtigen  grauen  Kalkbänke  tritt  der  einförmige,  dickbankig 
gelagerte,  helle,  stellenweise  bunte  Oolith.  Statt  einer  reichen  Brachiopoden- 
und  Pelecypoden-Fauna ,  sehen  wir  vorwaltend  Cephalopoden  auftreten  und 
diese  in  solcher  Menge,  dass  sie  stellenweise  da»  Gestein  ganz  erfüllen. 


')  Jahrb.  Reiclmmt.  VIII.  1M>7.  p.  M >'2  u.  WO. 


Digitized  by  Google 


111 


Folgende  Arten  fanden  sich  alle  in  einem  einzigen  Steinbruche: 

Bruchstücke  der  Scheere  eines  Krebses. 

Belemnites  sp. 

Ainmonitcs  scissus  n.  sp. 

Ammonites  Murchisonae  Sow. 

Ammonites  fallax  n.  sp. 

Ammonites  gonionotus  n.  sp. 

Ammonites  ophioneus  n.  sp. 

Lineati  sp. 

Ueterophylli  sp. 

Perarmat  sp. 

Turbo  sp. 

Nticula  cf.  Aalensis  Opp. 
Jnoceramus  sp. 
Hinnites  sp. 
Terebratida  sp. 
Mynchonella  sp. 

Auch  hier  ist  es  trotz  den  Reichthums  an  Versteinerungen  nur  eiu 
einziger  Ammonit, 

4.  Murchisonae  Sow. 
der  uns  über  das  Alter  dieser  Oolithe  Aufschluss  gibt.    Alle  die  anderen 
Ammoniten  sind  neu  und  haben  ihre  nächst  Verwandten  theils  in  denselben, 
theils  tiefer  oder  höher  liegenden  ausseralpinen  Horizonten. 

Wenn  der  ganze  Komplex  der  Oolithe  als  Schichten  des  Ammonites 
Murchisonae  bezeichnet  wird,  so  gilt  dasselbe  wie  bei  den  Schichten  der 
T.  ftmbria,  indem  auch  hier  vermuthlich  noch  andere,  besonders  höhere 
Horizonte  verborgen  liegen,  diu  fortgesetzte  Untersuchungen  erst  an's  Licht 
bringen  werden.  Scharf  genommen  hat  ja  Ammonites  Murchisonae  ein 
etwas  tieferes  Lager  als  Terebratula  ßmbria  und  ein  Nebeneinanderstellen 
der  betreffenden  Schichten  in  eine  Tabelle  wäre  nicht  gestattet.  Allein  im 
vorliegenden  Falle  kann  man  noch  nicht  weiter  sondern  und  muss  sich  mit 
der  Zusammenfassung  beider  Horizonte  in  eine  Abtheilung  des  unteren 
Dogger  begnügen,  die  vom  Lias  bis  zur  Humphresianus-Zone  reicht. 

Die  so  verschiedene  Erscheinungsweise   der  Oolithe  und  Kalke,  die 
wenigstens  theilweise  gewiss  gleichzeitige  Bildungen  sind,  hat  ihren  Grund 
wohl  lediglich  in  lokalen  Ursachen  bei  der  Ablagerung  gehabt.   Die  grauen 
Kalke  werden  sich  nahe  am  Ufer  eines  Kontinentes  gebildet  haben,  der 
jene  üppige  Flora  trug,  deren  Ueberb leibsei  sich  in  einzelnen  Schichten 


Digitized  by  Google 


112 


finden.  Entweder  führte  ein  einmündender  Strom !)  die  Pflanzen  dem  Meere 
zu,  oder,  was  wegen  der  nicht  unbeträchtlichen  horizontalen  Ausdehnung 
jener  Pflanzenschichten  und  der  Vertheilung  in  mehrere  Horizonte  wahr- 
scheinlicher scheint,  es  fanden  öfter  Submcrsionen  des  Landes  statt,  die 
auch  am  leichtesten  den  so  auffallend  häufigen  Wechsel  der  Beschaffenheit 
der  Schichten  erklären  würden. 

Weiter  draussen,  zwar  nicht  zu  entfernt  vom  Ufer,  aber  doch  in  un- 
mittelbarer Verbindung  mit  dem  offenen  Meere,  entstanden  die  Oolithe  und 
hüllten  die  Ammoniten  ein,  die  vielleicht  unter  dem  Einfluss  einer  Strömung 
gerade  beim  jetzigen  Cap.  S.  Vigilio  strandeten,  während  sie  in  die 
seichten  Theilo,  in  denen  der  graue  Kalk  sich  bildete,  nicht  eindrangen. 

Die  Beschaffenheit  der  grauen  Kalke,  das  Vorkommen  der  schlamm- 
bewohnenden Myarier  und  besonders  das  Vorhandensein  einer  so  reichen 
Flora,  wie  sie  aus  dem  Venetianischen  bekannt  ist,  macht  es  unzweifelhaft, 
dass  im  Nordosten  einer  Linie,  welche  von  Tricnt  nach  den  VII  Com- 
muni  läuft,  zur  Zeit  der  Ablagerung  des  alpinen  unteren  Dogger  Festland, 
oder  zum  Mindesten  eine  Insel  von  betrachtlicher  Ausdehnung  vorlag,  da 
eine  kleine  Insel  kaum  eine  so  reiche  Flora  hervorgebracht  haben  würde ,  eine 
Annahme,  für  die  das  gänzliche  Fehlen  des  unteren  Dogger  in  den  östlichen 
und  nördlichen  Alpen  zu  sprechen  scheint.  Auch  gegen  Westen  ist  aus 
der  Lombardei  bis  jetzt  noch  keine  Ablagerung  zwischen  dem  Medolo 
(Lias)  und  dem  rothen  Ammonitenkalke  bekannt  geworden,  die  unteroolithi- 
sche  Fossilien  enthielt,  dafür  giebt  Hof  fmann*)  Ammonites  Murchisonae  von 
Taormina  auf  Sicilien  und  Ezquerra  del  Bavo')  denselben  Ammoniten 
von  Ablanque  in  der  Provinz  Ouodalajara  in  Spanien  an,  so  dass 
weiter  nach  Süden  das  Meer  zu  der  Zeit  der  Bildung  der  grauen  Kalke 
eine  grössere  Ausdehnung  gehabt  haben  wird.  Nicht  unwahrscheinlich  ist 
es  auch,  dass  ein  Theil  der  von  Meneghini  aus  La  Marmora's4)  Auf- 
sammlungen aus  Sardinien  beschriebenen  Dinge  hierher  gehören.  In  der 
Schweiz*)  finden  sich  Fossilien  der  unteren  Abtheilung  des  Untcroolith's 
sowohl  in  der  ausseralpinen  als  der  alpinen  Zone  und  wenn  auch  letztere  sehr 


')  8chauroth  hat  soeben  aus  grauem  Kalke  von  Rotzo  eine  Cypris  begehrieben 
(g.  palSont.  Theil).    Dos  Auftreten  derselben  deutet  auf  brakisches  und  süsses  Wasser. 
')  Hoffmann.   Geogn.  Beob.  p.  490. 
3)  cf.  Mareou.    Lettrea  sur  les  rochea  du  Jura.  p.  221. 
♦)  La  Marmors.  Vojage  eil  Sardaigne. 
s)  Rieh.  Ooster.    Petrefic.  rcmarquables.  p.  41. 
Heer.    Urwelt  d.  Schweiz,  p.  151. 


Digitized  by  Google 


113 


dürftig  entwickelt  ist,  steht  es  doch  wohl  fest,  dass  das  Meer  weit  in  das 
Gebiet  der  jetzigen  Hochalpen  hineingriff.  Sowie  die  Buchten,  in  denen 
der  schweizer  alpine  Dogger  sich  ablagerte,  als  südöstliche  Ausläufer  des 
schwäbisch -französischen  Meeres,  so  ist  der  Südtiroler  Husen  als  ein  nörd- 
lichster T heil  eines  spanisch  -  italischen  Meeres  anzusehen  ,  welches  über 
Savoyen  und  Südfrankreich  mit  dein  französischen  zusammenhing. 

Schichten  der  RhynchoneUa  bilobata. 

Diejenigen  Schichten,  die  ich  nach  dem  in  denselben  häutigsten  und 
verbreitetsten  Petrefakt,  als  Schichten  der  RhynchoneUa  bilobata  bezeichne, 
gestatten  keinen  scharfen  Vergleich  mit  anderen  alpinen,  oder  ausseralpinen 
Ablagerungen,  da  sie  nur  ihnen  eigentümliche  oder  solche  Pctrefakten 
enthalten,  die  eine  sichere  Identifizirung  mit  bereits  bekannten  nicht  zu- 
lassen. RhynchoneUa  bilobata  bietet  aber  wegen  ihres  häufigen  Auftretens 
ein  erwünschtes  Mittel,  diese  Schichten  in  Südtirol  überall  leicht  aufzufinden. 

Bathrologisch  nehmen  unsere  Schichten  eine  sehr  bestimmte  Stellung 
über  den  grauen  Kalken  und  unter  dem  Posidonomyengestein  ein  und  da 
von  ersteren  nachgewiesen  wurde,  dass  sie  untere  Horizonte  des  alpinen 
Dogger  repräsentiren,  jene  aber,  wie  wir  sogleich  sehen  werden,  den  Dogger 
von  den  Parkinsoni- Schichten  an  vertreten,  so  wird  es  gestattet  sein,  vor- 
läufig, bis  sichere  paläontologische  Beweise  vorliegen,  die  Schichten  der 
RhynchoneUa  bilobata  als  eine  mittlere  Abtheilung  des  alpinen  Dogger 
anzusehen. 

Wenn  auch  im  Ganzen  die  krystallinischen ,  marmorartigen  Gesteine 
der  Bilohataschichten  den  meist  dichten  grauen  Kalken  gegenüber  ein  recht 
bezeichnendes  Aussehen  haben,  so  ist  doch  der  Uebergang  beider  an  der 
Grenze  ein  sehr  allmähliger  und  die  Unterscheidung  schwierig,  besonders 
auch  desshalb,  weil  die  Färbungen  dieser,  wie  anderer  alpiner  jurassischer 
Gesteine  nicht  konstant  sind.  Graue,  gelbe  und  rothe  kristallinische  Mar- 
more führen  ganz  gleichinässig  die  RhynchoneUa  bilobata,  wie  sich  ebenso 
in  den  oberen  Lagen  der  unteren  Abtheilung  Tercbrattda  Jimbriaeforniis  in 
grauen  und  rothen  Kalken  (Villa  montagna  bei  Trient)  findet.  Der 
geringe  Eisengehalt  der  gelben  und  rothen  Gesteine  seheint  daher  mit  dem 
Auftreten  oder  Fehlen  der  Fossilien  in  keinem  inneren  Zusammenhang  zu 
stehen.  Nicht  selten  scheinen  die  Schichten  der  R.  bilobata  auch  zacken- 
formig  in  die  grauen  Kalke  einzugreifen,  so  dass  es  den  Anschein  gewinnt, 
als  sei  die  Oberfläche  der  letzteren  beim  Beginn  der  Ablagerung  der  Bilo- 
bataschichten sehr  uneben  und  gefurcht  gewesen. 

Der  mittlere  Dogger  hat  eine  über  Tirol  nach  dem  Venetianischen 

8 


Digitized  by  Google 


114 


hinausgreifende  Lagerung.  So  gehören  ihm  wohl  bei  Cimolais1)  der 
„calcare  marnoso  di  colore  giallo  rossastro"  wenigstens  zum  Thcil  an,  der 
über  Qolithen  und  unter  den  Ammonitenkalken  liegt.  Bei  Zigno  wird  zum 
Theil  die  Schicht  5  (pag.  105)  der  bunten  Marmore  hierherzuziehen  sein.*) 
Das  Auftreten  der  massenhaften  Crinoiden  und  die  potrographische  Be- 
schaffenheit des  Gesteines,  deuten  darauf  hin,  dass  die  Bedingungen  der 
Ablagerungen  dieser  Schichten  sehr  ähnliche  waren,  wie  bei  den  Schichten 
der  Terebratula  cta  vkoncha,  zu  denen  ich  daher  gleich  übergehe,  um  bei  diesen 
die  mutmassliche  Ausdehnung  und  Beschaffenheit  des  Meeres  zu  besprechen. 

Oberer  Dogger. 

Auf  die  Schichten  mit  RhynchoneUa  büobata,  in  denen  ich  soeben  ein 
Aequivalent  des  ausseralpinen  mittleren  Unterooliths  nachzuweisen  gesucht 
habe,  folgen  bei  Brentonico,  Ponte  di  Tierno,  Madonna  del  Monte, 
Uarda  und  Nomi  die  krystallinischen  vorwaltend  rothen  Kalke,  aus  denen 
mir  folgende  Versteinerungen  bekannt  wurden: 
*Sphenodus  cf.  longidens  Ag.3) 

Pycnodontenzähne. 
*Belemmt€s  sp.  ind. 
*Ammonite$  Kudernatschi  Hau. 
*Ammonites  subobtusus  Kudern. 
*Amntomtes  Eudesianus  d'Orb. 
Amnomtes  tripartitus  Rasp. 
*Ammonite8  subradiatm  Sow. 
*Ammonites  rectelobatus  Hau. 
*Ammonites  Martiusi  d'Orb. 
*Ammomtes  Brogtriarti  d'Orb. 
*stncyloceras  annukUwn  Desh.  sp. 
* Posidonoinya  alpina  Gras. 
Lima  2  sp. 
Pecten  sp. 


')  Pirona.   Cenni  geogn.  sul  Friulo.  p.  24. 

')  Sehr  interessant  sind  die  Mittheilungen  Cermak's  im  Jahrb.  geol.  Reichsamt. 
18(14.  p.  i9f>:  „8kizze  der  Jura-Insel  am  VIÄrapase  bei  Trencsin,"  wo  derselbe  über 
zweifelhaft  liasiseken  Gesteinen  Crinoidenkalke ,  Ober  diesen  Diphyakalke ,  roth  und  weis», 
nachweist.  Zweifelsohne  entsprechen  die  Crinoidenkalke  unseren  Bilobataschichten  und 
dem  Crinoidengestcin  der  Curviconchaschichten. 

*)  Von  diesen  Arten  sind  die  mit  einein  Sternchen  bezeichneten,  bereits  Ton  Oppel 
von  Brentonico  angefahrt  worden. 


Digitized  by  Google 


115 


*Terebratula  Gerda  Opp. 
Terebratula  Qeßon  Opp. 

*  Terebratula  cttrviconcha  Opp. 
Terebratula  bivallata  Deslgch. 
Terebratula  sulcifrons  n.  sp. 
Terebratula  Roveredana  n.  sp. 
Terebratula  cf.  perovalis. 
lihynchonella  coarctata  Opp. 
HhynchoneUa  defluxa  Opp. 

* Ilhynchonella  Brentoniaca  Opp. 
Stomechinus  rotundus  n.  sp. 
Hyboclypus  sp. 

*  Pentacrinus  sp.  ind. 
Eugeniacrinus  sp.  ind. 

*4a<raea  sp.  ind. 
Als  die  häufigsten  und  bezeichnendsten  unter  diesen  Arten  sind: 

Posidonotnya  alpina  Gras. 

Terebrattda  cttrviconcha  Opp. 

Terebratula  sulcifrons  n.  sp. 

Terebrattda  Jimcrcdana  n.  sp. 

Terebrattda  Gefion,  Opp. 

Rynchonella  Brentoniaca  Opp. 
zu  nennen.  Sowohl  dos  häufige  Vorkommen,  als  die  ausgezeichnete  Erhalt- 
ungsweise  dieser  Fossilien  gestatten,  das  Lager  derselben  überall  in  Süd- 
tirol leicht  aufzufinden.  Wenn  es  sich  aber  um  Anhaltspunkte  zur  Verglei- 
chung  unserer  Schichten  mit  nord-  oder  ausseralpinen  handelt,  so  gewinnen 
ausser  den  genannten  noch  folgende  Versteinerungen  einen  besondern  Werth : 

Ammonites  rectelobatus  llau. 

Ammonites  Kudematschi  Hau. 

Ammonites  tripartitus  Rasp. 

Ancyloceras  annulatum  Dcsh.  sp. 

Terebrattda  bivallata  Deslgch. 
Leider  finden  sich  diese  aber  nicht  besonders  häufig  und  in  keinem  gün- 
stigen Erhaltungszustande,  so  dass  es  einer  längeren  Arbeit  bedarf,  um  be- 
stimmbare Exemplare  zu  erhalten.  Besonders  bieten  die  Ammoniten  Schwie- 
rigkeiten in  dieser  Beziehung,  indem  sie  meist  mit  dem  umgebenden  Gestein 
fest  verwachsen  und  innen  hohl  sind. 

Es  unterliegt  schon  nach  den  initgetheilten  Profilen  keinem  Zweifel, 
dass  die  Poaidonomyengesteine  in  dem  südlichen  Tirol  nicht  auf  einen  ein- 

8» 


Digitized  by  Google 


116 


/igen  Punkt  beschränkt  sind,  sondern  einem  weiter  verbreiteten  Horizonte 
angehören,  welcher  konstant  seine  Stellung  über  den  Bilobataschiehtcn  und 
unter  den  Animonitenkalken  einnimmt.  Eine  weit  grössere  Verbreitung,  al* 
die  au»  den  bereits  angeführten  Lokalitäten  ersichtliche,  hatte  ich  noch 
mehrfach  zu  konstatiren  Gelegenheit.  So  sah  ich  Tercbratuia  curricomha 
in  einem  etwas  in'«  blaugraue  spielenden  Enerinitenkalke  an  der  neuen 
Strasse  von  Trient  nach  Tione  in  Judicarien,  etwa  halbwegs,  da  wo 
der  von  Villa  kommende  Fuss  weg  aus  der  tiefen  Sarcasehlueht  in  die 
Hauptstiasse  einmündet.  Es  ist  dies  das  nördlichste,  mir  bekannt  gewordene 
Vorkommen.  Weit  im  Osten  finden  sich  aber  auch  in  den  Umgebungen 
von  Agordo  im  Venetianischen  ganz  gleiche  Posidonomyeugesteine.  Ich 
sah  Handstüoke  von  dieser  Lokalität  sowohl  in  der  L'uiversitätssammlung, 
als  auch  bei  Baron  v.  Zigno  in  Padua.  Auch  mögen  die  bunten  Mar- 
more bei  Zigno  (s.  o.  p.  105)  mit  einer  Astarto  hierher  gehören,  da  eine 
Verwechselung  der  Posidonomya  alpina  mit  einer  Astarte  hier  eben  so  leicht 
stattgefunden  haben  kann,  wie  das  von  Oppel  für  Vorkommnisse  des  Vilser 
Kalkes  wahrscheinlich  gemacht  wurde1).  Vielleicht  sind  auch  Theile  von 
Pirona's  calcare  marnoso  (s.  oben  p.  114)  hierher  zu  rechnen.  Ebenso 
dürften  Catullo1»*)  Posidonien  von  Andrich  in  krvstallinischem  Kalke  ab 
Pusidonomya  alpina  zu  deuten  sein,  um  so  mehr,  als  in  gleichem  Gestein 
am  Monte  Pinzoceo  ein  Ammonit  (-1.  doloniitiats)  und  zahlreiche  Tere- 
brateln  vorkommen  sollen,  welch'  letzterer  Umstand  nicht  für  triadische 
Gesteine  spricht. 

Diese  östlichsten,  bis  jetzt  bekannten  Punkte^  liegen  von  dem  westlich- 
sten, Garda  etwa  20  Meilen  entfernt.  Auf  der  zwischen  liegenden  Strecke 
fehlen  die  Schichten  gewiss  nirgend«,  verfolgen  konnte  ich  sie  nur  bis  an 
die  VII.  Communi,  da  meine  Zeit  mir  nicht  gestattete,  mich  länger  im  Ve- 
netianischen aufzuhalten.  Dass  das  Posidonom) engestein,  wenn  es  zahlreiche, 
dicht  bei  einander  liegende  Petrefakten  enthält,  ein  ganz  dolomitisches  An- 
sehen erhält,  ist  bei  Benutzung  der  älteren  .paläontologischen  Arbeiten, 
besonders  Catullo's,  wohl  in  Rücksicht  zu  ziehen,  indem  dasselbe  Veran- 
lassung wurde,  dass  auf  diese  petrographische  Eigentümlichkeit  hin  Dinge, 
als  zu  einer  Formation  gehörig-,  betrachtet  wurden,  die  gewiss  sehr  verschie- 
denen Horizonten  angehören,  so  die  Cardium-Arten  (Dachsteinbivalven),  die 
Posidonoinyen  und  eine  Menge  einer  neuen  Untersuchung  sehr  würdiger 
Braehiopoden  aus  dolomitischen  Kalken  vom  See  von  St.  Croce,  südöstlich 
Belluno,  die  in  der  Universitätssammlung  in  Padua  liegen. 

•)  üppel.   Sfcitschr.  deutsche  geol.  Gesell.  1*63.  p.  2ÜU. 
l)  Catullo.  Memor.  geogn.  palaeosoica  p.  46.  Tab.  I.  f.  4. 


Digitized  by  Google 


117 


Dass  man  nicht  schon  vor  1863  die  Brachiopoden  von  Brcntonico 
aufTand,  mag  seinen  Grund  in  dem  vereinzelten  Auftreten  derselben  und  den 
Lagerungsverhältnissen  haben.  Es  ist  ja  Sache  des  Zufalls,  wenn  man  ge- 
rade auf  einer  Exkursion  auf  einen  solchen  Punkt  massenhafter  Anhäufung 
kommt,  wie  Brentonico.  Monatelange  Exkursionen  waren  auch  für  mich 
nöthig,  um  die  anderen  oben  genannten  Punkte  aufzufinden.  Ponte  di 
Ticrno  halte  ich  wiederholt  schon  besucht  und  stete  nur  die  Bilobata- 
schiehten  bemerkt.  Ins  ein  von  oben  herabgefallenes,  mit  Posidonomyen  er- 
fülltes Stück  mich  auf  die  höheren  Schichten  aufmerksam  machte  und  Ver- 
anlassung zur  Entdeckung  jenes  so  reichen  Fundortes  wurde.  Selten  bilden 
die  Posidonomyengcsteine  auf  längere  Strecken  hin  die  Oberfläche  der  Ge- 
hänge und  meist  bekommt  man  nur  die  verwitterten,  mit  Flechten  über- 
zogenen Querschnitte  der  Profile  zu  sehen,  so  dass  die  unmittelbar  auf- 
lagernden rothen  Kalke  mit  ihrem  Ammonitenpflaater  das  Auge  leicht  von 
den  nur  wenig  mächtigen  unteren  Schichten  abziehen.  Ist  ein  solcher  Um- 
stand schon  in  niedrigeren  und  zugänglicheren  Gebirgen  hinderlich,  wie  viel 
mehr  in  den  gewaltigen  Bergmassen  der  Alpen,  wo  verhältnissraässig  nur 
selten  der  Hammer  des  Gcognosten  prüfend  eine  Gesteinsecke  abschlägt. 
Ich  zweifle  aber  nicht,  dass  in  wenigen  Jahren  die  Horizonte  des  südalpincn 
Jura  in  sehr  weiter  Verbreitung  nachgewiesen  sein  werden  und  deren  Kennt- 
nis« den  alpinen  Schichten  die  Rolle  nachweisen  wird,  die  sie  in  der  That 
in  der  Geschichte  der  Erde  zu  spielen  berufen  sind,  indem  sie  mit  dem- 
selben und  vielleicht  mit  mehr  Recht,  als  unsere  nördlicheren  Ablagerungen 
seichterer  Meere  an  wenig  steil  einfallenden  Küsten,  als  die  Träger  allgemeiner 
Entwicklungsgesetze  anzusehen  sind. 

In  Beziehung  auf  das  Verhalten  der  einzelnen  Arten  ist  folgendes  zu 
bemerken.  Positionomya  alpina  bildet  stets  eine  wahre  Luinachella  und 
verdrängt  die  Gesteinsmnssc  ganz,  so  das»  an  Stelle  des  rothen  Kalkes  allein 
die  weissen  Schalen  den  ganzen  Raum  erfüllen.  So  wie  die  Posidonomyen 
seltener  werden,  tritt  die  rothe  Färbung  allmühlig  wieder  ein  und  innerhalb 
dos  rothen  Kalkes  finden  sich  dann  nur  »ehr  selten  und  vereinzelt  Posido- 
nomyen. Aehnlich  verhalten  sich  einige  Brachiopoden,  besonders  Terebratula 
Gefion,  die  allein  ganze  Blöcke  erfüllt. 

Die  Pycnodontenzähne  liegen  stets  in  Massen  bei  einander,  untermengt 
mit  anderen  Thcilen  von  Fischen  und  hirsekorn-  bis  bohnengrossen  Knollen 
von  Brauneisenerz,  so  bei  Madonna  del  Monte.  Offenbar  verwesten  die 
Fische  auf  dem  Meeresgründe,  wurden  vom  Wellenschlag  zerstört  und  die 
einzelnen  Theile  an  geeigneten  Punkten  zusammengespült.  Trrebruttda  cur- 
riconchuy  BhynchoncUa  Brentoniaca  und  die  Ammoniten  sind  allgemein  ver- 


Digitized  by  Google 


118 


breitet  und  liegen  theils  zwischen  den  Posidonomyen,  theils  im  rothen  Kalke 
einzeln  zerstreut  Am  allermassenhaftesten  und  verbreitetsten  treten  die 
Encriniten  auf. 

Dass  die  Posidonomyenschichtcn  von  Brentouico  mit  denen,  auf  der 
Nordscite  der  Alpen  seit  lange  unter  dem  Namen  dor  Klausschichten  be- 
kannten, Ablagerungen  äquivalent  seien,  hat  Oppel  in  der  mehrfach  zitirten 
Abhandlung  bereits  nachgewiesen  und  in  einer  Tabelle  die  den  verschiedenen 
Lokalitäten  gemeinsamen  Arten  zusammengestellt.  Durch  die  neu  aufge- 
fundenen Punkte  in  Südtirol  ist  die  Zahl  der  identischen  Arten  noch  um 
einiges  vermehrt  worden,  so  dass  jetzt  folgende  Arten  als  den  nordalpinen 
Klausschichten  und  den  südalpinen  l'osidonomyengesteinen  gemeinsam  an- 
geführt werden  können: 

Sphenodus  cf.  longidens  Ag. 

Ammonites  Kudernatschi  Hau. 

Amnionitis  sttbobtusus  Kud. 

Ammonitcs  Eudesianus  d'Orb. 

Ammonites  trij^rtitus*)  Rasp. 

Amnionitis  subradkitus  Sow. 

Amnionitis  rectelobatus  Hau. 

Ammonites  Martiusi  d'Orb. 

Ammonites  Brogniarti  d'Orb.*) 

Ammonites  cf.  dimorphus  d'Orb. 

Ancyloceras  cf.  annulatum  Desh.  sp. 

Posidonomya  alpina  Gras. 

Tercbratula  Gerda  Opp. 

Terebratula  Geßon  Opp. 

'ferebruttda  ctmiconcha  Opp. 

MynchoneUa  coaretata  Opp. 

BJiynchoneUa  defliixa  Opp. 
Dass  somit  Klausschichten  und  Posidonomyengesteino  Ablagerungen  eines 
Meeres  sind,  kann  jetzt  um  so  weniger  bezweifelt  werden,  und  die  grosse 
Aehnlichkeit  dos  Gesteins,  sowie  der  gleiche  Erhaltungszustand  der  Ver- 
steinerungen, machen  es  sehr  wahrscheinlich,  dass  der  Zusammenhang  der 
betreffenden  Meerestheile  ein  ziemlich  direkter  gewesen  ist. 

Die  Klausschichten  wurden  von  Hauer,  nachdem  sie  früher,  wie  bei- 
nahe alle  rothen  Kalke  der  Alpen,  als  Oxfordschichten  aufgeführt  waren,  in 


')  Von  der  Klausalp,  in  der  paläontologischen  Sammlung  dor  Akademie  zu  München. 
*)  Von  der  Klausalp.    Sammlung  der  Akademie  zu  München. 


Digitized  by  Googl 


119 


den  Unteroolith  versetzt.  In  der  Tabelle  zu  seiner  Gliederung  der  Trias-, 
Lias-  und  Jura -Gebilde  finden  wir  sie  in  ein  und  derselben  für  den  ge- 
rammten unteren  Jura  bestimmten  Kolumne  mit  den  Pflanzenschuhten  von 
Rotzo  verzeichnet.  Die  weiteren  vergleichenden  paläontologischen  Unter- 
suchungen Oppel's  wiesen  den  Klausschichten  ihre  Stelle  in  den  obersten 
Horizonten  des  Unterooliths  an  und  machten  schon  darauf  aufmerksam,  dass 
auch  das  ausseralpine  Bathonien  in  dieser  Formation  seinen  alpinen  Ver- 
treter habe.  Die  bei  Ponte  di  Tierno  gefundene  Terebratula  bivallata*) 
liefert  einen  neuen  Beweis  für  die  Richtigkeit  dieser  Annahme. 

Von  sehr  grossem  Interesse  für  den  Nachweis  einer  weiteren  Verbreitung 
unserer  Schichten  sind  die  in  neuerer  Zeit  bekannt  gewordenen  Nachrichten 
über  einige  Schweizer  Lokalitäten,  deren  Vorkommnisse  schon  früher  mit 
denen  der  Klausschichten  in  Verbindung  gebracht  wurden. 

Das  Auftreten  der  Fossilien  in  einer  l'/j  —  5'  mächtigen  Lage  Eisen- 
ooliths  über  Schichten  des  mittleren  Unterooliths  am  Glärnisch  zeigt 
nämlich  die  auffallendsten  Analogien  mit  ausseralpinen  Lokalitäten  einer-, 
mit  unseren  Klausschichten  und  Posidonomycngestcinen  andererseits,  so  dass 
es  ein  sehr  willkommenes  Verbindungsglied  für  den  paläontologischen  Ver- 
gleich bietet.  Bachmann*)  giebt  vom  Oberblegisee  und  der  Guppen- 
alpe  an: 

Ammonites  Parkinsoni  Sow. 

Ammonites  Dcslonychimpsi  d'Orb.  (=  rectelobatus  Hau.) 

Ammonites  subradiatm  Sow. 

Ancyloceras  anntdtUum  Dcsh.  sp. 
vier  ausgezeichnete  Arten  des  ausseralpinen  obersten  Unterooliths,  sodann 

Ammonites  Martiusi  d'Orb. 

Ammonites  MoP'risi  Opp. 

Ammonites  Waterhousi  Morr.  u.  Lyc. 

Ammonites  aspidoides  Opp. 
vier  Arten  des  ausseralpinen  Bathonien,  so  dass  es  keinem  Zweifel  unter- 
liegt, dass  die  nur  1'  mächtigen  Schichten  vom  Glärnisch  beide  ausser- 
alpinen Horizonte  repräsentiren. 


')  Nach  einer  Mitteilung  von  Prof.  Oppel  liegt  T.  bivallata  bei  La  Voulte  im  Ba- 
thonien, nicht,  wie  De«longchamps  angiebt,  im  KUcnerz  des  Callorien.  cf.  E.  Deslongchamp* 
Notes  sur  lo  terrain  Callorien.  Bull.  8oc.  Linneenne  de  la  Normandie.  Bd.  IV.  (sep.  p.  ?}. 
Tab.  XI.  f.  1.  >. 

')  Jos  Bachmann,  lieber  die  Juraformation  im  Kanton  Olarus.  Mittheil.  Berner. 
naturf.  üesellsch.  1863.  Nr.  :»49-5W. 


Digitized  by  Google 


120 


Durch  Anmwnites  rectelobattfs,  A.  subrndiatus.  A.  Marl  tust,  Ancyloceras 
anuiädtum.  sind  aber  die  Klaus-  und  ] Widonomyenschichten  so  innig  mit 
diesen  Schweizer  Schichten  verbunden,  das«  wir  auch  aus  dieser  Analogie 
noch  einen  zweiten  Beweis  für  das  oben  für  sie  in  Anspruch  genommene 
Alter  entnehmen  können. 

Tn  gleicher  Weise,  wie  die  Glürnisch  -  Schichten ,  die  übrigen»  in  der 
Schweiz  weiter  verbreitet  sind'),  im  Westen,  finden  wir  auch  im  fernen 
Osten  unseren  Horizont  an  der  Donau  bei  Swinitza  vertreten,  von  wo 
Kudernatsch1)  jene  schönen  Ammoniten  bekannt  machte,  deren  Aehnlich- 
keit  mit  denen  der  Klausalpe  Hauer  schon  zu  einer  Zeit  hervorhob  *), 
wo  man  über  die  Stellung  der  rothon  Alpenkalke  noch  kein  bestimmtes 
Urtheil  fallen  konnte.  Der  als  Ammoiiiles  brflntits  d'Orb.  bestimmte  Am- 
monit  ist  A.  Ymir  Opp.,  der  sich  am  Glärnisch  findet. 

Einige  andere  Punkte,  an  denen  sich  Schichten  finden,  die  mit  den  in 
Rede  stehenden  mehr  Verwandtschaft  zu  zeigen  scheinen,  hat  Oppel  bereits 
namhaft  gemacht.  Leider  sind  wir  auch  heute  noch  nicht  im  Besitz  ge- 
nügender Aufschlüsse  über  dieselben.  Von  besonderer  Bedeutung  wäre  eine 
kritische  Untersuchung  der  Versteinerungen  von  Spczzia  und  ihres  Lagers, 
da  hier  Posidonomycn  sich  finden,  durch  die  man  wohl  in  Stand  gesetzt 
würde,  die  Grenzen  der  Ablagerungen  des  oberen  Dogger  weiter  nach  Süden 
zu  verfolgen.  Gewiss  sind  die  in  Tirol  verbreiteten  Horizonte  des  Dogger 
und  Malm  überhaupt  in  Italien  viel  verbreiteter,  als  man  bis  jetzt  annehmen 
darf.  Ebenso  l.isst  sich  erwarten,  dass  das  südliche  Frankreich  noch  reiches 
Material  liefern  wird  und  zwar  besonders  zur  Entscheidung  der  Frage  über 
das  Vcrhältniss  sogenannter  alpiner  und  ausseralpiner  Ablagerungen,  die  hier 
so  nahe  an  einander  herantreten,  wie  kaum  anderswo. 

Jedenfalls  reichen  nber  die  an  den  genauer  untersuchten  Punkten  ge- 
wonnenen Resultate  schon  hin,  um  eine  solche  Zusammengehörigkeit  unserer 
Schichten  unter  einander  und  eine  solche  gleichmassige  vertikale  Begrenzung 
derselben  darzuthun,  dass  wir  die  Lokalnamen  fallen  lassen  und  sie  mit  dem 
gemeinsamen  Namen  alpiner  oberer  Dogger  bezeichnen  können.  Der  Name 
Dogger,  in  dem  Umfang  wie  ihn  Oppel  anwandte,  für  d'Orbigny's  Ba- 
jocien  und  Bathonien  gemeinsam,  im  Gegensatz  zum  weissen  Jura  oder 
Malm,  erweist  sich  für  diese  alpinen  Gebilde  um  so  passender,  als  hier  in 


')  H.H'hniiinn  l.  c.  p. 

')  Ku<lcrimt<Hi,  die  Ammoniten  von  Swinitza.    Ablull,  der  geol.  Heioh-nu*t.  I.  Bd. 
2.  Abth.  Nr.  I. 

J)  Jahrb.  geol.  Keichsamt.  III.  p.  181. 


Digitized  by  Google 


121 


der  That  die  Grenze  zwischen  Bajocien  und  Bathonien  aufgehoben  erscheint, 
während  diejenige  zwischen  Bathonien  und  höheren  .Juraschichten  sich  mit 
Schärfe  ziehen  lässt. 

Oben  bei  Besprechung  der  unteren  Abtheilung  des  Dogger  wurde  bereits 
erwähnt,  dass  die  Vertheilung  von  Land  und  Meer  zur  Zeit  der  Ablagerung 
der  oberen  Abtheilung  eine  sehr  andere  gewesen  sein  muss,  als  während 
der  Entstehung  der  unteren.  Sahen  wir  dort  deutliche  Anzeichen  eines 
Kontinentes  oder  einer  langhingestreckten  Insel,  deren  südliches  Ufer  noch 
weit  südlieh  von  der  jetzigen  Ifauptkette  der  Alpen  lag,  so  scheint  jetzt 
im  (iegentheil  das  Meer  weit  nach  Norden  vorgegriffen  zu  haben,  zum  Min- 
desten bis  in  die  (regenden  der  Klausalpe  bei  Hall  statt.  Auch  ist  es 
angemessener,  für  diese  Ablagerungen  ein  gemeinsames  Meer  anzunehmen, 
welches  bis  nach  Kranken  hinaufreichte,  in  welchem  sich  mannigfach  ge- 
gliederte Inseln  befanden,  als  ein  getrenntes  mittelländisches  Meeresbecken, 
aus  dem  einzelne  Anne  etwa  weit  nach  Norden  vorgegriffen  hätten,  ohne 
jedoch  mit  dem  fränkischen  Meere  in  Verbindung  zu  stehen.  Eine  solche 
Ansicht  sprach  auch  Süss  aus.  Er  sagt1):  „Nicht  die  Verschiedenheit 
zoologischer  Provinzen,  wie  sie  jetzt  z.  B.  an  den  beiden  Seiten  der  Land- 
enge von  Suez  sich  findet,  sondern  die  Verschiedenheiten  der  Lebens- 
bedingnisso  in  ein  und  demselben  Meeresbecken  ist  es  also,  der  wir  alle  die 
Eigeuthümlichkeiten  der  alpinen  Petrefakten  zuzuschreiben  haben."  Wie 


')  Süss.  Brachiopodcn  der  Stramberger  Schichten,  in  Hauer's  Beitragen  zur  Paläonto- 
praphie  von  Oesterreich.  I8:>8.  p.  21. 

Anmerkung.  Einige  Schwierigkeiten  bei  der  Grenzbestiromung  zwischen  Dogger 
und  Malm  bieten  in  den  Nordalpen  die  sog.  Vilser  Kulke  (Schichten  der  Terebratula  pala, 
nntijJreta  und  llhynchotieUa  trigom) ,  wie  sich  aus  dem  von  Oppel1)  über  das  Posidono- 
ruyenjjjestein  vom  Wci*-enhause  bei  Füssen  Mitgetheilten  ergiebt.  Diese  Vilser  Kalke  habe 
ich  in  SQdtirol  nicht  entdecken  können,  so  sehr  ich  auch  nach  denselben  suchte.  E?  liegen 
nämlich  im  Museum  zu  Rover edo  einige  Exemplare  von  Terehratula  jmla  und  antiplecta, 
welche  nach  einer  Angabe  des  Seidenfabrikanten  Herrn  Pisehl  bei  Volano  gefunden  sein 
>ollen.  Leider  konnte  mir  Herr  Pisehl,  da  er  die  TVrebrateln  von  einem  Arbeiter  erhalten 
hatte,  nur  ungefähr  deren  angebliehen  Fundort  bezeichnen.  Ich  habe  viel  Zeit  darauf 
verwendet,  an  der  Grenze  des  Posidonomyengesteins  und  der  rothen  Aramonitenkalke,  und 
nur  hier  könnten  die  betreffenden  Schichten  liegen,  Vilser  Kalke  aufzusuchen,  sowohl  von 
Volano  über  Vallunga  nach  Koveredo,  als  an  anderen  Punkten,  doch  ohne  Erfolg. 
Da  die  im  Museum  zu  Koveredo  befindlichen  Exemplare  eine  ganz  auffallende  Achnlich- 
keit  mit  V  i  I  se  r- Vorkommnissen  zeigen,  so  liegt  die  Vermuthung  nahe,  sie  seien  von 
italienischen  Arbeitern,  die  ja  häutig  nordwärts  der  Alpen  Beschäftigung  suchen,  nach  der 
Heimath  mitgebracht. 

')  Zeitschr.  deutsch,  geol.  Gesellsch.  1863.  p.  196. 


Digitized  by  Google 


122 


dieses  Meer  um  die  alpinen  Inseln  beschaffen  war,  ist  schwer  nach  dem 
jetzigen  Standpunkt  unserer  Kenntnisse  zu  ermitteln.  Die  Menge  von  Cri- 
noideenstielgliedern  weist  jedenfalls  auf  eine  ziemliche  Tiefe  hin,  da  nach 
Analogie  des  lebenden  Pentacrinus  caput  Medttsac,  der  aus  einer  Tief«  von 
etwa  50  c.  gefischt  wurde sowie  aus  dem  Bau  desselben  sich  schliessen 
lässt,  dass  Crinoideen  überhaupt  in  einer  Tiefe  leben,  in  der  sie  von  den 
Bewegungen  der  Oberfläche  des  Meeres  nicht  wesentlich  affizirt  wurden. 
Vielleicht  bedeckten  die  Crinoideen  Wäldern  ähnlich  den  Meeresgrund  und 
wurdon,  als  ihnen  bei  einer  Hebung  des  Meeresbodens  die  Lebensbeding- 
nisse entzogen  waren,  vom  Spiel  der  Wellen  zerstört  und  am  Ufer  von  den 
Kalken  eingehüllt.  Man  müsste  dann  eine  wiederholte  Hebung  und  Senkung 
des  Landes  annehmen;  eine  Hebung,  welche  die  Ablagerung  der  Crinoideen 
der  Bilobataschichten,  eine  zweite,  welche  die  der  Crinoideen  des  Posidonomyen- 
gesteins  verursachte.  (Oberer  und  unterer  Encrinitenhorizont,  p.  9.)  In  den 
Vertiefungen  und  Fiorden  der  Inseln  lebten  gesellig  die  Brachiopoden  und 
Posidonomyen  und  zwar  nur  in  solchen,  welche  ihre  Lage  vor  den  heftigen 
Einflüssen  der  Brandung  schütze;  so  kam  es,  dass  sie  an  einzelnen  Punkten 
massenhaft  angehäuft  wurden,  an  anderen  fehlen. 

Ueber  die  Schwierigkeit  der  räumlichen  Begrenzung  der  zoologischen 
Provinzen  überhaupt  wird  sich  beim  Malm  Gelegenheit  finden  zu  sprechen. 


')  Bronn,  Ordnungen  und  Klassen  des  Thierreichs.  II. 

Anmerkung.  Eben  erhalte  ich  noch  die  Mittheilungen  von  Wolf  in  den  Verhand- 
lungen der  geolog.  Keichsanstalt  (18<m.  Verh.  p.  I  D»  wo  sieh  zwei  Profile,  eines  vom  Wege 
zwischen  Torhole  und  Mori  vom  Lago  di  Loppio  hinauf  nach  dem  Monte  Nago 
(altissimo  di  Nago),  da--*  andere  im  Süden  der  Munti  Lessini  bei  8t.  Anna  di  Alfuedo 
gegen  die  Tiefe  des  Valle  Machiora,  mitgetheilt  finden.  Diese  Profile  enthalten  neben  man- 
chem Abweichenden  meist  dieselben  Angaben,  wie  ich  sie  oben  mittheilte,  nur  ist  der  untere 
Dogger  bereits  in  mehrere  Bilnke  gesondert.  Solche  Mytilus-  und  OstreenbÄnke  u.  s.  w. 
habe  ich  mehrfach  gefunden;  es  gelang  mir  aber  nicht,  sie  konstant  nachzuweisen  and  ich 
unterließ  duher  die  weitere  Ausscheidung  und  Bezeichnung  derselben.  Auch  Wolf  hnt 
nie  lii  ere  Ffianzcnhorizontc  gefunden.  Interessant  ist  die  Angabe  von  Posidonomya  alpina 
in  Mergelschichten  mit  Pflanzenresteu  und  grauen  Kalken  Ober  denselben.  Holl  ton  dies 
vielleicht  die  Posidonomycn  oder  Posidonomycn  Ähnlichen  Muscheln  sein,  die  ich  bei 
S.  Caee.il  ia  eingangs  der  Profillieschreibung  erwähnte,  die  aber  noch  im  grauen  Kalke 
liegen?  Ueber  die  grosse  Verbreitung  der  Megalodus- Bank  habe  ich  mich  oben  ausge- 
sprochen. Für  die  Aufnahme  einiger  Spezialprotile  in  den  grauen  Kalken,  welche  zur 
Fixirung  des  Lagers  einzelner  Fossilien ,  so  de-  Meyuhdus  pumilus ,  ('eromya  papi/racea, 
Thracia  tiroleims  und  der  Brnchiopoden  führen  könnten,  dürften  sich  besonders  empfehlen : 
Terragnola  nach  Serrada;  Umgebung  des  Grenzsteins  Nr.  14  östlich  Folgaria  und 
das  Hochvizentinische  und  Verouesische  gegen  die  VII.  Communi. 


Digitized  by  Google 


123 


V.  IVIalm. 

Historische  Bemerkungen. 

Den  oberen  Jura,  die  eigentlichen  rothen  Ammonitenkalke,  kannte  man 
wohl  als  ein  geschätztes  Baumaterial  für  die  Kirchen  und  Palläste  Italiens 
seit  lange  und  die  in  denselben  eingeschlossenen  organischen  Reste  erregten 
frühzeitig  die  Aufmerksamkeit,  so  dass  schon  1606  Fabius  Colonna  Ab- 
bildungen der  Tcrebrattda  diphya  als  Concha  diphya  gab,  allein  eine  schär- 
fere, insbesondere  paläontologische  Fixirung  wurde  erst  weit  später  versucht. 

Nachdem  lange  Jahre  die  petrographische  Aehnlichkeit  mit  den  liasi- 
schen  Ablagerungen  der  Lombardei  irre  geführt  hatte,  gelangte  man  aller- 
dings dazu,  diesen  Ammonitenkalken  ihre  Stellung  nahezu  richtig  anzu- 
weisen und  sie  mit  ausseralpinen  Bildungen  zu  parallelisiren.  Als  aber 
dann  das  Machtwort  Oxfordien  einmal  von  einigen  Autoritäten  ausge- 
sprochen war,  hatte  es  hiermit  sein  Bewenden  und  stimmte  einmal  etwas 
nicht  ganz  zu  jener  Bezeichnung,  so  genügte  das  Prädikat  „alpin"  die 
etwaigen  Abweichungen  zu  erklären. 

Das  wichtigste  über  den  südalpinen  Jura  bisher  Veröffentlichte  lässt 
sich  in  wenige  Zeilen  zusammenfassen.  Eine  erschöpfende  Aufzählung 
aller  Arbeiten  liegt  nicht  in  meiner  Absicht,  eine  solche  würde  sich  bei 
der  so  vielfach  zerstreuten  und  schwer  zugänglichen  italienischen  Literatur 
auch  nur  mit  einem  Aufwand  von  Zeit  und  Mühe  bewerkstelligen  lassen, 
der  in  den  Resultaten,  die  sich  aus  den  gewonnenen  schöpfen  Hessen,  nur 
tinen  geringen  Lohn  fände.  Zudem  handelt  es  sich  jetzt  um  paläontolo- 
gische Nachweise  für  eine  vergleichende  Betrachtung  alpiner  und  ausser- 
alpiner  Gebilde  und  was  dabei  von  italienischer  Literatur  beachtenswerth 
erscheint,  beschränkt  sich  auf  einige  wenige  Abhandlungen. 

Von  Padua  aus  begann  in  den  ersten  Dezennien  dieses  Jahrhunderts 
Catullo  seine  Arbeiten  und  ihm  gebührt  gegenüber  seinen  Vorgängern, 
die  sich  vorwaltend  auf  petrographische  Eigenschaften  der  untersuchten 
Schichten  stützten,  das  Verdienst,  den  Versteinerungen  eine  grössere  Auf- 
merksamkeit geschenkt  zu  haben.  Kann  man  sich  auch  mit  seinen  Identi- 
fikationen und  mit  den  Prinzipien,  die  er  bei  Aufstellung  neuer  Arten  in 
Anwendung  brachte,  nicht  immer  einverstanden  erklären,  so  gab  er  durch 
seine  Abbildungen  doch  zuerst  positive  Anhaltspunkte.  Man  wusste  warum 
es  sich  handelte. 

Bis  zum  Jahre  1827  rechneten  die  italienischen  Geologen  meist  alles, 
was  man  calcare  ammonitico  rosso  nannte,  mit  den  helleren  weissen 
Kalken  mit  Tvrebratuhi  diphya  und  dem  Biancone  (auch  als  marmo 


Digitized  by  Google 


124 


majolica  bezeichnet)  zur  Kreide.  Catullo  in  seinem  Saggio  di  zoolo- 
gia  fossile1)  trennte  den  Biancone  vom  ammonitico  rosso  und 
stellte  letztern  in  seinen  Jura,  mit  dem  er  nach  unten  nicht  nur  die  grauen 
Kalke  und  Oolithe,  sondern  auch  die  Dolomite  mit  Cardium  triqueter  aus 
den  Ampezzaner  Alpen  verband.  In  Bezug  auf  den  Biancone  gerieth  er 
in  Widerspruch  mit  Pasini  und  Maraschini,  während  Boue  schon  früher 
die  Grenze  zwischen  Jura  und  Kreide  ähnlich  gelegt  hatte. 

Epoche  machend  für  die  weitere  Entwicklung  der  geognostischen  Kcnnt- 
niss  des  Venetianischen  und  Südtirols  wurden  später  die  Untersuchungen 
von  Zig no.  Es  gelang  demselben,  in  dem  Biancone  echte  Kreidefossilien 
aufzufinden,  welche  mit  solchen  aus  dorn  französischen  Neokom  überein- 
stimmten und  so  mit  Sicherheit  nachzuweisen,  dass  der  Biancone  der 
Kreide  angehöre.    Er  gab  für  letztern  als  bezeichnend  an*): 

Ammonites  Asterianus  d'<  )rb. 

Amnionitis  macilentus  d'Orb. 

Ammonites  grasianus  d'Orb. 

Crioceras. 

In  tiefer  liegenden  Schichten  fanden  sich: 

Ammonites  tatrietts  Pusch. 

Ammonites  biplex  Sow. 
zwei  Versteinerungen,  welche  auf  oberen  Jura  hinweisen.     Wir  werden 
jedoch  sehen,  dass  bis  in  die  neueste  Zeit  der  Nachweis,  alle  Schichten 
unter  dem  Biancone  seien  jurassisch,  keineswegs  so  sicher  geführt  war, 
als  man  meinen  sollte.3) 

Zigno's  Entdeckung  war  von  um  so  grösserer  Bedeutung,  als  Catullo 
inzwischen  von  seiner,  in  derZoologia  ausgesprochenen  Ansicht  zurückgekommen 
war  und  den  Ammonitenkalk  mit  dem  Biancone  in  die  Kreide  versetzte.4) 
Es  entspann  sich  eine  lebhafte  Kontroverse  zwischen  Catullo  und  Zigno, 
die  sich  lange  Jahre  hindurch,  ausser  in  Catullo's  eigenen  Schriften,  in 
italienischen  Zeitschriften,  dem  Bulletin  de  la  societe  geologique  und  in 
Bronn  Leonharde  Jahrbruch  fortspann.*)    Als  man  sich  nun  aber  allgemein 

')  Padua.   IM,» 7. 

')  Bull.  ?oc.  geol.  de  Frunco     8er.  III.  |».  4SÄ.  18i:>. 
Ebenda.    >  Sit.  VII.  p.  2  ».  1840. 

Ferner:  Memoria  sulla  costituziono  geologica  dei  Monti  Euganei.     Padua  lSlil. 
Deutseh  von  O.  v.  Rath  in  Zeitsehr.  deutsch,  geolog.  Gesellschaft.  18<M. 
l)  Siehe  das  über  den  eigentlichen  Dipliyakalk  Gesagte. 

4)  Catullo.    Memoria  geogno-Uic»  palaenzoica  sulle  Alj»i  Venete.    Mem.  dello  Soc. 
ital.  della  ecienze  in  Moderia.  1846. 

*)  Vergl.  besonders  Bron.  Leonh.  Jahrb.  1846.  p.  739.  1847.  p  148.  -J85.  439. 


Digitized  by  G 


11>5 


für  die  Ansicht  entschied,  der  ammonitica  rosso  sei  jurassisch,  suchte 
sich  auch  Catullo1)  dieser  Ansicht  wieder  anzupassen  und  fasste  Bian- 
cone  und  ammonitico  rosso  als  ein  innig  verbundenes  „sistema 
epioolitico"  auf,  welches  in  zwei  Horizonte  zerfalle,  einen  unteren  und 
einen  oberen.  Ganz  richtig  hebt  zwar  Catullo  hervor1),  daas  ein  unterer 
Hurizont  existirc,  welcher  Tcrebratida  diphya  (Tercbratuia  antinomia  Cat.) 
noch  nicht  führe,  während  sie  in  dem  oberen  auftrete,  allein  die  Ver- 
bindung des  oberen  Horizontes  mit  dem  Biancone,  sowie  die  entschieden 
ganz  unrichtige  Vertheilung  der  Ammoniten  in  den  verschiedenen  Horizon- 
ten, mussten  auch  diese,  an  sich  richtige  Angabe  zweifelhaft  erscheinen 
lassen,  so  das«  sie  keine  weitere  Berücksichtigung  fand.  Wenn  Catullo 
von  einem  deutlichen  Wechsel  des  ammonitico  rosso  mit  dem  Bian- 
cone spricht,  so  heisst  das  nur,  wie  ich  mich  an  einer  der  von  ihm  be- 
zeichneten Lokalitäten,  an  der  Chi ma,  überzeugte,  dass  auch  innerhalb  der 
rothen  Kalke  schon  hellere  Nuancen  vorkommen.  Allein  Biancone  ist 
das  darum  noch  nicht. 

Auf  dem  Kongresse  der  Naturforscher  zu  Mailand  1844  sprach  Buch 
zuerst  eine  bestimmter  prüzieirto  Ansicht  über  das  Alter  der  Kalke  mit 
Tcrebratida  diphya  im  Verhültniss  zu  anderen  jurassischen  Ablagerungen 
aus  und  stellte  sie  zusammen  mit  dem  Klippen  kalk  der  Karpathen  in 
den  oberen  Jura.  Beide  Ablagerungen,  bezeichnet  durch  den  Anunomtes 
Utiricits  Pusch,  bilden  Theile  seines  3.  Jurasystems :  troisieme  Systeme  du 
midi  de  la  France,  de  la  Lombardie,  des  Carpathes,  de  la  Crimee.3) 

Allerdings  scheint  auf  jenem  Kongresse  die  scharfe  Trennung  der 
rothen  liasischen  Ammonitenkalke  der  Lombardei  von  den  höher  liegenden 
mit  Tercbratuia  diphya  noch  nicht  hinreichend  durchgeführt  worden  zu  sein4), 
doch  geht  aus  einem  Briefe  Buch's  hervor6),  dass  er  vorwaltend  jene 
oberen  Horizonte  im  Sinne  hatte.  Er  giebt  in  demselben  eine  Reihe  Loka- 
litäten aus  den  Venctianischen ,  tiroler  und  lombardischen  Alpen  an,  an 
denen  man  Amnionitis  tatricua  und  Tercbratuia  diphya  findet  uud  macht  auf 
das  für  jurassische  Ablagerungen  so  bezeichnende  Vorkommen  von  Flexuosen 
besonders  aufmerksam. 


')  Catullo.    Intorno  ad  una  nuova  elaS9ifiratione  delle  calc.  rosse  amon.    Mem.  dell' 
J.  K.  Ist.  Ven.  Vol.  V.  1S...5. 
?)  I.  c.  p.  !♦. 

»)  Bull.  soc.  imp.  de  Hoscou.  B.  Ii),  p.  J44. 

♦)  Bull.  »oc.  geol.  de  France  2  8er.  II.  p.  60.    Nota  v.  Collegao. 
5)  Ebenda.  2  8er.  II.  p.  :iÖ9. 


126 


Das  Werk  von  Fuchs')  über  die  Venetianer  Alpen  lieferte  über 
jurassische  Ablagerungen  nichts  neues. 

Quenstedt*)  machte  in  einem  Briefe  an  Bronn  die  Namen  einiger 
Ammoniten  aus  rothem  Kalke  bei  Roveredo  bekannt,  den 
Ammonites  ptychoicus 
Ammonites  fasciatus 
Ammonites  biruncinatus 
und  lehrte  so  aus  den  bisher  paläontologisch  so  wenig  berücksichtigten 
Schichten  einige  der  bezeichnendsten  Arten  kennen.    Da  man  jedoch  in 
jener  Zeit  noch  alle  rothen  Ammonitenkalke  der  Alpen  zusammenwarf,  war 
es  nicht  möglich,  zu  richtigen  Anschauungen  über  das  Alter  einzelner  der- 
selben zu  gelangen.    Die  Abbildung  und  Beschreibung  jener  3  Ammoniten 
erschien  1847  und  1848  und  bei  dem  Ammonites  ptychoicus  macht  Quen- 
stedt  auf  die  Analogien  mit  Kreideformen  aufmerksam.3) 

Im  Handbuch  der  Petrefakten  künde  (1852)  p.  470  jedoch  stellte  er 
Tercbruhda  diphya  bestimmt  in  den  Jura  und  zwar  in  einen  „ähnlichen 
Horizont*4,  wie  die  schwäbische  Tereltrattda  nucleata. 

In  der  Fortsetzung  des  bereits  oben  (p.  105)  mitgetheilten  Profils  des 
Dogger  finden  wir  bei  Zigno  folgende  Schichten  verzeichnet: 

Bunter  Muschelmarmor  nur  mit  einer  kleinen  Astarte  (Posido- 

nomya  olpina  Gras.) 
Rother  Ammonitenkalk  mit 
Ammonites  aneeps  Ziet. 
Ammonites  athleta  Phil. 
Ammonites  Viator  d'Orb. 
Ammonites  Hommairei  d'Orb. 
Ammonites  Zignodianus  d'Orb. 
Ammonites  tatricus  Pusch. 
Cidaris  coronata  Ag. 
Ananchytes  bicordata  Lmk. 
GlypHcus  hieroglyphicus  Ag. 
In  den  oberen  Schichten  des  Ammonitenkalke«: 

Aimnonites  perarmatus,  biplex,  Aptychen  aus  der  Familie  der 

Lamellosen,  Tvrebrutufa  diphya  und  triangulus. 
Kreide. 


')  Fuchs.    Die  Venetianer  Alpen.    Solothurn  u.  Wien.  1844. 
')  Bronn  Leonh.  Jahrb.  18  4f>.  p.  68.'!. 
J)  Quenstedt.    Cephalop.  p.  221. 


Digitized  by  Google 


127 


Wir  werden  später  sehen,  das«  diese  Ammonitenliste  einiger  Rektifi- 
kationen bedarf,  wie  auch  die  Aufstellung  einer  höheren  Abtheilung  mit 
A.  perarmatus  nicht  richtig  ist.  Was  man  peraitnatus  genannt  hat,  liegt 
stets  unter  Tvrebrattda  diphya,  was  mir  1804  auch  Baron  v.  Zigno  in 
Padua  selbst  bestätigte. 

Die  Einreihung  der  rothen  Ammonitenkalke  in  das  Oxfordien,  die 
wir  bei  Zigno  ebenfalls  finden,  scheint  sich  besonders  auf  d'Orbigny's 
Bestimmung  an  ihn  eingesandten  venetianischen  Ammoniten  zu  gründen. ') 

Von  wesentlichstem  Nutzen  war  die  1851  vom  Ferdinandeuni  ver- 
öffentlichte geognostiache  Karte  Tirols2).  So  ungenügend  auch  die  Be- 
zeichnungen und  Abgrenzungen  der  verschiedenen  Alpenkalke  sind,  so  klar 
und  bestimmt  treten  die  rothen  Ammonitenkalke  hervor.  Man  wird  immer 
im  Stande  sein,  sich  nach  dieser  Karte  annähernd  zu  orientiren,  so  lange 
man  nicht  in  Schichten  unter  die  rothen  Ammonitenkalke  hinabsteigt. 

Von  besonderem  Interesse  ist  demnächst  eine  Abhandlung  von  Süss3) 
über  Terebratula  diphya,  weil  sie  über  eines  der  verbreitetsten  Fossile  in  den 
rothen  Alpenkaiken  handelt.  Er  spricht  sich  über  die  geologische  Stellung 
der  betreffenden  Schichten  in  der  Weise  aus:  „Dieses  Lager  wird  gewöhn- 
lich mit  dem  Namen  Oxford  bezeichnet,  von  österreichischen  Geologen 
Klausschichten  genannt,  und  entspricht  zugleich  einem  grossen  Theil  des 
Calcare  ammonitico  rosso  der  Italiener  und  des  Klippenkalkes  von 
Pusch  und  Zeuschner." 

In  seiner  Gliederung  der  Trias-,  Lias-  und  Jurabildungen4),  deren  wir 
schon  so  oft  Erwähnung  zu  thun  hatten,  stellt  Hauer  die  Pflanzenschich- 
ten von  R  o  t  z  o  in  den  Jura,  die  Ammonitenkalke  über  dieselben,  bestätigt 
also  die  schon  seit  längerer  Zeit  über  die  Lagerung  beider  Komplexe  herr- 
schenden Ansichten. 

In  den  Heterophyllen  *)  der  österreichischen  Alpen  gab  derselbe  einige 
Fundorte  für  Ammoniten  aus  den  rothen  Alpenkaiken  genauer  an,  die  man 
bereits  länger  kannte,  und  wies  manche  unrichtige  und  ungenaue  Bestim- 
mungen nach. 


')  Bull.  80C.  geol.  2.  8er.  Bd.  V.  1847,  und 

Bronn-Leonh.  Jahrb.   1848.  p.  71f>. 
*)  Geognostiache  Karte  ron  Tirol  und  Voralberg.  Üeogn.  Montan.  Verein.  Ferdinan- 

deum  in  Innsbruck. 
>)  Sitzungsber.  d.  math.-nat.  Kl.  d.  Wiener  Akademie.  VIII.  1852. 
♦)  Jahrb.  Reichaanst.  1853.  Tabelle  p.  784. 

*)  Beitrag  zur  Kenntuiss  der  Heterophyllen  der  österr.  Alpen.  Wiener  Akademie. 
XII.  18r>4. 


Digitized  by  Google 


128 


1858  wurden  aus  einer  aus  den  Südalpen  nach  Wien  gelangteu 
Sendung  folgende  Arten  bestimmt: 

Amnumitcs  ptychoicus  Qu. 

Ammonitcs  Zignodiunns  d'Orb. 

Ammonitcs  tatricits  Pusch. 

Ammonitcs  tortisukaftis  d'Orb. 
?  Ammonitcs  ooHthictts  d'Orb. 

Ammonitcs  fasciatus  Qu. 

Ammonitcs  Etidcsiunus  d'Orb. 
?  Ammonites  uneeps  Hein. 
*  Awmonifes  plicatilis  Sow. 

Ammonites  exornattis  Cat. 

Ammonitcs  Ilumphicsianus  Sow. 

Ammonites  yruntdatus  Brug  —  inflattts  Rein. 
Mrowowito?  atö/ete  Phill. 

Ammonites  biruncinatns  Qu. 

In  dieser  Liste  dürften  die  drei  mit  einem  Fragezeichen  versehenen  Arten 
wohl  nicht  richtig  bestimmt  sein.  Der  mit  einem  Sternchen  versehene  ist  ein 
Plnnulate,  dessen  Identifizirung  bei  der  indifferenten  Form  desselben  immer- 
hin misslieh  erscheint.  Die  anderen  Arten  finden  sich  unten  im  paläontolo- 
gischen  Theil  dieser  Arbeit. 

Theils  gehören  die  Ammoniten  dem  eigentlichen  Ammonitico  rosso  an. 
theils  liegen  sie  vermuthlich  tiefer,  wie  z.  B.  A.  Jlumphrcsianus  (=  ?rcctc- 
lobatus  Hau.). 

In  seinen  Erläuterungen  zu  einer  geologischen  Uebcrsichtskarte  der 
Schichtgebirge  der  Lombardei'")  sagt  derselbe  Forscher  p.  4 80,  nachdem  er 
den  Jura  in  der  Lombardei  nach  oben  in  derselben  Weise  begrenzt  hat, 
wie  Zigno  im  Venetianischcn,  östlich  vom  Gardasoe,  gehörten  in  der 
That  alle  bisher  bekannt  gewordenen  rothen  Kalksteine  der  Juraformation 
an.  Diese  Angabe  ist  von  Bedeutung,  insofern  man  bis  in  die  neueste  Zeit 
aus  den  venetianischcn  und  Friauler  Alpen  basische  Ammoniten  zitirt  fin- 
det, die  jedenfalls  aus  der  Lombardei  stammen.  So  zitirt  Pirona2)  den 
A.  bifrons  von  Cimolais,  der  aber  schwerlich  von  dort,  vielmehr  von 
Entratico  bei  Bergamo  stammen  dürfte,  so  gut  wie  die  von  Catullo 
zitirten  A.  bifrons,  von  denen  dies  erwiesen  ist. 


•)  Jahrb.  geol.  Reiehsamt.  1S:>S  IX.  p.  44*). 
*)  Ccnni,  geogn.  sul  Friulo. 


Digitized  by  Google 


129 


Emmerich1)  gab  einige  Profile  aus  dem  südlichen  Tirol,  und  wenn 
ich  mich  auch  mit  der  von  ihm  ausgesprochenen  Ansicht,  die  Diphya- 
kalke  gehörten  zur  Kreide,  nicht  einverstanden  erklären  kann,  so  befinde 
ich  mich  doch  mit  seiner  Auffassung  der  Reihenfolge  der  Schiebten  ganz 
in  Uebereinstimmung.  Er  sagt  1.  c.  p.  302:  „was  ich  von  jurassischen  Am- 
moniten  in  hiesiger  Gegend  (nämlich  Umgegend  von  Trient)  sah,  gehört 
alles  einem  tieferen  Horizonte  an  (tiefer  als  die  bellen  Kalke  mit  Tercbra- 
tuUi  diphyu  bei  Trient).  Die  jurassischen  Ammoniten  hatten  ihr  beson- 
deres Bett,  die  Diphyen  ebenso.41 

Bei  Trient  liegen  in  der  That  in  den  weissen  Kalken  beinahe  nur 
Diphyen,  die  Ammoniten  treten  sehr  zurück  und  sind  auch  schlecht  erhal- 
ten; an  der  Noce -Mündung,  dem  zweiten  von  Emmerich  beschriebenen 
Punkte  hingegen,  fand  derselbe  nur  Ammoniten  ohne  T.  diphya,  und  nach 
dem  von  ihm  zitirten  A.  cf.  athleta  steht  hier  jener  untere  Ammoniten- 
horizont  an,  den  ich  in  den  Profilen  als  Schichten  des  AmmomUs  acanthicus 
beschrieb  und  dem  T.  diphya  fremd  ist.  Wenn  man  nur  diese  beiden 
Punkte  gesehen  hat,  wie  Emmerich,  so  liegt  es  allerdings  nahe,  die  Am- 
monitenkalke  zum  Jura,  die  Diphyakalke  zur  Kreide  zu  rechnen,  um 
so  mehr,  als  letztere  nach  oben  petrographisch  beinahe  unmerklich  in  den 
Biancone  übergehen.  Hätte  Emmerich  noch  die  Umgegend  von  Rove- 
redo,  oder  den  Mt.  Balde  besuchen  können  und  hier  in  rothen  Kalken, 
mitten  unter  zahlreichen  Ammoniten,  Diphyen  stecken  sehen,  die  von  jenen 
von  Trient  nicht  zu  unterscheiden  sind,  so  hätte  er  vcrmuthlich  seine 
Grenze  zwischen  Jura  und  Kreide  etwas  anders  gezogen. 

Es  sind  also,  wenn  wir  die  Hauptresultate  der  Untersuchungen  bis  zur 
Emmerich'schcn  Arbeit  zusammenfassen,  alle  Geologen  darüber  einig, 
das*  gewisse  rothe  .Ammonjtenkalke  der  Südalpen,  von  den  Italienern  als 
Ammonitico  rosso  bezeichnet,  noch  zum  Jura  gehören.  Wie  aber  diese 
rothen  Kalke  paläontologisch  charakterisirt  seien,  wie  ihre  Grenze  nach  oben 
und  nach  unten  sich  mit  Sicherheit  ziehen  lasse,  das  blieb  noch  ungewiss. 
Ich  habe  als  untere  Grenze  bereits  oben  das  Posidonomyen-Gestein 
angegeben  und  gehe  dazu  über,  im  Folgenden  das  Verhältniss  der  rothen 
Ammoniten  kalke  gegen  die  überlagernden  Schichten  festzustellen,  sowie 
zwei  paläontologisch  scharf  getrennte  Abtheilungen  derselben  naher  zu  be- 
bchreiben,  welche  bei  Mittheilung  der  Profile  bereits  unterschieden  wurden. 

Ich  benenne  das  untere  derselben  vorläufig  nach  den  häufigsten  Am- 
moniten, als  Sclüchten  des  Atnmonites  acanthieus  und  behalte  für  das  obere 


')  Jahrb.  geol.  Reiohsamt.  VIII.  p.  L'yj. 

9 


Digitized  by  Google 


130 


den  Namen  Diphyakalke  bei,  der  ihm  auch,  ah  dem  alleinigen  Lager 
der  Terebratula  diphya,  gebührt. 

Die  Schichten  des  Ammonites  acanthicus. 

Da  die  petrographische  Beschaffenheit  dieser  Schichten  bereits  zur 
Genüge  erörtert  ist,  kann  ich  sogleich  zu  den  aus  den  aufgefundenen  Petre- 
fakten  sich  ergebenden  Resultaten  übergehen.  * 

Folgende  Arten  wurden  mir  aus  diesem  Horizonte  bekannt: 

1.  Sphenodus -Zähne. 

2.  Belemnites  cf.  semisukatus  Mnst. 

3.  Ammonites  acanthicus  Opp. 

4.  Amtnonites  Uhlandi  Opp. 

5.  Ammonites  eurystomus  n.  sp. 
C.  Ammonites  Eupellensis  d'Orb. 

7.  Ammonites  cf.  perarmatus  Sow. 

8.  Ammonites  polyolcus  n.  sp. 

9.  Ammonites  isotyptts  n.  sp. 

10.  Ammonites  cf.  Kudematschi  Hau. 

11.  Ammonites  compsus  Opp. 

12.  Ammonites  Strombecki  Opp. 

13.  Ammonites  sp.  (Lineat.) 

14.  Ammonites  Achilles  d'Orb. 

15.  Ammonites  sp.  (Planulat.) 

16.  Inoceramus  cf.  giganteus  Gldf.  sp. 

17.  Terebratula  sp. 

Die  Unterscheidung  der  Schichten  des  Ammonites  acanthicus  gegen  die 
unter  liegenden  Posidonomyengesteine  ist  sehr  leicht,  indem  die  dort  so 
bezeichnenden  Brachiopoden  fehlen,  die  Ammoniten  aber  sämmtlich  anderen 
Arten  angehören  und  auch  sehr  anders  erhalten  sind.  Hinreichend  scharf 
ist  auch  die  Grenze  gegen  den  Diphyakalk,  wenn  auch  hier  mancherlei  beiden 
Gruppen  gemeinsam  sein  mag.  So  scheinen  aus  der  Gruppe  der  so  schwer 
zu  bestimmenden  echten  Heterophyllen  und  der  Lineaten  nicht  zu  unter- 
scheidende Formen  in  die  Diphyakalke  hinaufzugehen.  Wegen  der  meist 
abgeriebenen  Beschaffenheit  der  aufgefundenen  Exemplare,  die  bei  vollstän- 
diger Erhaltung  der  Schale  vielleicht  hinreichend  verschiedene  Dinge  gleich 
erscheinen  lässt,  kann  man  hier  nur  mit  äusserster  Vorsicht  verfahren  und 
wird  wohl  noch  lange  warten  müssen,  bis  es  gelingt,  ganz  wohlerhaltene 
Exemplare  aufzufinden,  mittelst  deren  man  über  alle  Heterophyllen  in« 
Klare  kommt.    Diese  Ammonitengruppe  scheint  vor  der  Hand  die  am  we- 


Digitized  by  Google 


131 


nigsten  geeignete,  bestimmte  Anhaltspunkte  für  die  Unterscheidung  der 
Schichten  an  die  Hand  zu  geben,  so  dass  es  als  ein  sehr  günstiger  Ümstand 
zu  betrachten  ist,  dass  ausser  diesen  zweifelhaften  Dingen  eine  Reihe  sehr 
wohl  erhaltener  anderer  Ammoniten  vorliegt,  die  schon  jetzt  eine  scharfe  Son- 
derung beider  Horizonte  möglich  macht.  Als  besonders  bezeichnend  und  an  den 
Fundorten  leicht  in  die  Augen  fallend,  möchte  ich  folgende  Arten  aus  der 
oben  mitgeteilten  Liste  noch  besonders  hervorheben: 

Ammonites  acanthicus  Opp. 

Ammonites  ÜMandi  Opp. 

Ammonites  polyolcus  n.  sp. 

Im  Diphyakalk  fehlen  diese  Arten  durchaus,  wofür  andere  jener  eigen- 
tümliche Dinge  sich  finden  (s.  u.  p.  1 33),  besonders  Terebratula  dyphia  selbst. 

Dass  diese  Fossilien  nicht  nur  in  Tirol,  sondern  auch  weitverbreitet 
im  Venetianischen  sich  finden,  sah  ich  in  den  Sammlungen  in  Verona,  Vi- 
cenza  und  Padua.  Man  hatte  jedoch  nicht  Bedacht  genommen,  die 
Ammoniten  nach  Schichten  zu  sondern  und  so  findet  sich  mancherlei  bunt 
durcheinander,  sogar  Lias-Ammoniten  aus  der  Lombardei  mitten  unter 
solchen  aus  dem  venetianischen  Malm.  Derartige  Aufstellungen  in  der  Uni- 
versitätssammlung  zu  Padua  sind  nicht  gerade  geeignet,  dem  von  auswärts 
Kommenden  die  Orientirung  zu  erleichtern. 

In  den  Nordalpen  fehlen  uns  vor  der  Hand  Ablagerungen,  welche  sich 
mit  den  Schichten  des  Ammonites  acanthicus  scharf  in  Parallele  stellen  Hes- 
sen. Allein  man  hat  Andeutungen,  dass  man  dieselben  dort  wird  nachweisen 
können.  Rothe  Ammoniten  kalke  mit  T.  diphya  sind  schon  öfters  erwähnt 
worden  (s.  unten  paläont.  Theil  T.  diphya)  und  man  darf  hoffen,  dass,  wenn 
bessere  Ammoniten  Vorkommnisse  vorliegen,  man  auch  diesen  unteren  Horizont 
wird  unterscheiden  können. 

Desto  leichter  gelingt  eine  Parallelisirung  mit  einem  Horizonte  des 
ausseralpinen  Malm.  Der  neuesten  Zeit  war  es  vorbehalten,  hier  auf  Grund 
einer  sorgfältigen  Unterscheidung  der  Cephalopoden  Horizonte  zu  gewinnen, 
welche  an  Schärfe  und  weiter  Verbreitung  denen  des  Lias  nicht  nachstehen. 
Ein  solcher  Horizont  und  zwar  einer  der  am  bestimmtesten  definirten,  wurde 
von  Oppel  als  Zone  des  Ammonites  tenuilobatns  beschrieben.  Mit  demselben 
haben  unsere  Schichten  gemeinsam: 

Ammonites  acanthicus  Opp. 

Ammonites  Uhtandi  Opp. 

Ammonites  compsus  Opp. 

Ammonites  Strombecki  Opp. 

9* 


Digitized  by  Google 


i:$2 


Ammonites  Rupcllensis  d'Orb. 
Ammonites  Achilles  d'Orb. 
also  G  von  den  oben  als  den  Schichten  des  Ammonites  acanthicus  eigenthümlich 
angeführten  Arten.  Wenn  also  auch  A.  tenuUobatus  selbst  noch  fehlt,  so 
reichen  doch  die  sechs  identischen  Arten  vollkommen  aus,  die  Aequivalenz 
der  alpinen  Schichten  des  Ammonites  acanthicus  mit  den  ausseralpinen  des 
Ammonites  tenuUobatus  zu  beweisen. 

Seine  Eigentümlichkeiten  hat  dieser  alpine  Horizont  aber  doch. 
Einmal  die  ausserhalb  der  Alpen  unbekannte  rothe  Färbung  des  Kalkes, 
auf  die  aber  kein  besonders  grosses  Gewicht  zu  legen  istT  da  der  Gehalt  an 
Eisen,  der  dieselbe  bedingt,  ein  so  sehr  geringer  ist  und  nur  die  für  unser 
Auge  so  auffällige  Erscheinungsweise  hervorruft,  dann  aber  auch  eigenthüm- 
liches  der  Fauna,  besonders  das  massenhafte  Vorkommen  der  ausserhalb 
der  Alpen  in  diesen  Schichten  so  seltenen  Heterophyllen.  Auch  das  Auf- 
treten dos  A.  eurystomus  n.  sp.,  eines  Perarmaten,  verdient  Beachtung,  in- 
sofern es  ein  sehr  spätes  ist. 

Die  Aptyehen  stellen  sich  im  Verhältniss  zu  anderen  alpinen  oberjuras- 
sischen Ablagerungen  recht  selten  ein.  Besonders  auffallend  ist,  dass  in  nicht 
zu  grosser  Entfernung,  in  der  Lombardei  sich  jurassische  Schichten,  erfüllt 
mit  Aptyehen  finden,  während  die  Ammoniten  selten  sind,  also  ganz  das 
umgekehrte  Verhältniss,  wie  in  Tirol.  Leider  weiss  man  über  das  Alter 
dieser  lombardischen  Schichten  nicht  mehr,  als  dass  sie  dem  Malm  angehö- 
ren, und  dem  Herkommen  gemäss  in  da«  Oxfordien  gestellt  werden. 

Da  es  sich  nun  hat  nachweisen  lassen,  dass  die  Schichten  des  AmmO' 
nites  acanthicus  mit  denen  des  Ammonites  tenuilobatus  gleichaltrig  sind,  muss 
ihnen  mit  diesen  auch  im  System  dieselbe  Stellung  angewiesen  werden. 
Nachdem  Oppel  bereits  darauf  hingewiesen  hatte,  dass  die  Schichten  mit 
Ammonites  tenuilobatus  wahrscheinlich  besser  das  Kimmeridgien  eröffneten, 
als  das  Oxfordien  beschlössen,  hat  sich  Waagen')  in  neuester  Zeit  be- 
stimmt zu  Gunsten  dieser  Ansicht  ausgesprochen,  so  dass  ich  nicht  anstehe, 
dieselbe  zu  adoptiren  und  fortan  die  Schichten  des  Ammonites  acanthicus 
der  Südalpen  und  mit  denselben  die  Hauptraasse  des  rothen 
Ammonitenkalkes  zum  Kimmeridgien  stelle. 

Nach  Waagen's  Untersuchungen')  lassen  sich  die  Schichten  des  A. 
tenuilobatus  von  Franken  an  bis  in  den  Kanton  Aargau  verfolgen,  so  da» 


')  Waagen.    Verbuch  einer  allgemeinen  ('las'ifieution  der  Schichten  des  oberen  Jan- 
München  1865.  l».  1H. 

*)  Waagen.    Der  Jura.      1 73  folg. 


Digitized  by  Google 


133 


dieselben  mit  den  Schichten  des  Ammonites  acanthicus  zusammen,  schon  nach 
dem  jetzigen  Standpunkte  der  Kenntnisse,  einen  der  weitverbreitetsten  Hori- 
zonte im  Malm  darstellen,  dessen  gleichbleibende  Erscheinungswei-o  in  und 
ausserhalb  der  Alpen  eine  treffliche  Basis  für  weitere  Untersuchungen  abgieht. 

Diphyakalke. 

Wir  kommen  nun  zu  denjenigen  Ablagerungen,  welche  dem  Biancone, 
dessen  Stellung  in  der  unteren  Kreide  wir  für  erwiesen  annehmen ,  unmit- 
telbar vorangehen.  Es  sind  dies  die  eigentlichen,  meist  rothen,  seltener 
weissen  Diphyakalke,  aus  denen  ich  folgende  Versteinerungen  sammelte: 

1.  Sphenodus-Zähne. 

2.  LepidotUB-Zühne. 

3.  Belemnites  cf.  semisulcattts  Mnst. 

4.  Belemnites  cf.  latus  Qu. 

5.  Ammonites  InflaL  sp. 

6.  Ammonites  lithographkus  Opp. 

7.  Ammonites  hybonotus  Opp. 

8.  Ammonites  praecox  n.  8p. 

9.  Ammonites  ptychoicus  Qu. 

10.  Ammonites  getninus  n.  sp. 

11.  Ammonites  tortisulcatus  d'Orb. 

1 2.  Ammonites  ptychostoma  n.  sp. 

13.  Ammonites  Folgariacus  Opp. 

14.  Ammonites  biruncinattts  Qu. 

15.  Ajmnonites  Volanensis  Opp. 

16.  Ammonites  fasciatus  Qu. 

17.  Ammonites  quadrisidcatus  d'Orb. 

18.  Ammonites  sp.  (Flexuose.) 

19.  Ammonites  vi.  Achilles  d'Orb. 

20.  Aptychus  curvatus  Giebel. 

21.  Aptychus  cf.  gigantis  Qu. 

22.  Terebratula  diphya  Col.  sp. 

23.  Terebratida  triquetra  Park. 

24.  Collyrites  cf.  trigonalis  Des. 

Unter  diesen  zahlreichen  Arten  ist  vor  allen  A.  ptychoicus  seiner  Häufig- 
keit wegen  ein  vortreffliches  Unterscheidungsmittel  gegen  die  Schichten  des 
Ammonites  acanthicus.  Auch  für  die  Abgrenzung  gegen  den  Biancone  be- 
halten diese  Fossilien  ihre  volle  Bedeutung,  besonders  in  den  Fällen,  wo 
die  Unterscheidung  wegen  der  petrographischen  Aehnlichkeit  schwer  wird. 


Digitized  by  Google 


134 


Einige  Schwierigkeit  bietet  nur  T.  diphya  selbst,  die  sich  im  Biancone  eben- 
falls,  wenn  auch  sehr  selten,  zu  finden  scheint1). 

Wenn  die  in  den  Profilen  dargestellte  Aufeinanderfolge  der  Schichten 
richtig  ist  und  die  Diphyakalke  somit  die  Grenze  zwischen  Jura  und  Kreide 
einnehmen,  so  entsteht  zunächst  die  Frage,  ob  sie  denn  mit  mehr  Recht 
noch  mit  der  einen  oder  schon  mit  der  anderen  jener  Formationen  ver- 
bunden werden.  Wenn  man  sich  auch  jetzt  ziemlich  allgemein  für  eine 
Verbindung  mit  dem  Jura  entschieden  hat,  so  waren  doch  die  dafür  vorge- 
brachten Gründe  keineswegs  sehr  schlagend  und  es  scheint  nicht  unzweck- 
mässig,  jetzt  noch  einmal  einiges  für  und  gegen  zusammenzustellen. 

So  lange  man  beide  Horizonte  der  südalpinen  rothen  Ammonitenkalke 
zusammenfasstc,  war  es  allerdings  nicht  schwer,  aus  den  Ammoniten,  die 
mit  Ammonites  acanthicus  zusammen  vorkommen,  den  Beweis  zu  führen,  der 
rothe  Ammonitenkalk  gehöre  dem  Jura  an.  Da  man  auch  in  rothen  Kalken 
mit  Ammoniten  zusammen  T.  diphya  fand,  so  schien  es  naturgemäss  auch 
die  weissen  Kalke,  die  nach  T.  diphya  führen,  mit  den  rothen  Ammoniten- 
kalken  zu  verbinden ,  um  so  mehr  als  das,  was  von  T.  diphya  aus  echtem 
Biancone  angegeben  wurde,  sehr  unsicher  schien  und  sich  auch  jetzt  noch 
auf  eine  Angabe*)  beschränkt.  Eine  Stütze  für  die  Annahme,  T.  diphya 
gehöre  einem  Horizonte  der  Kreide  an,  gab  andrerseits  der  Umstand  ab, 
dass  aus  Frankreich  T.  diphyoides  aus  deutlich  ausgesprochenem  Neokom 
citirt  wurde  und  dass  man  diese  T.  diphyoides  für  identisch  mit  T.  diphya 
hielt,  dass  ferner  viele  Ammoniten,  besonders  jene  aus  den  höheren  Lagen, 
sehr  viel  Analogien  mit  südfranzösischen  Kreideammoniten  zeigen,  so  die 
Lineaten,  der  Planulaten  gar  nicht  zu  gedenken. 

Zu  einer  Zeit,  wo  man  auf  petrographische  Unterscheidungen  noch  ein 
sehr  bedeutendes  Gewicht  legte,  musste  es  vollends  gewagt  erscheinen,  eine 
Grenze  zweier  Formationen  mitten  in  einen  durch  Uebergange  verbundenen 
Komplex  hineinzulegen.  Diese  Anschauungen  zum  Theil  waren  es,  welche 
Emme  rieh's  oben  erwähnte  Stellung  zu  der  Frage  und  seine  nach  seinen 
Beobachtungen  ganz  richtigen  Folgerungen  bedingten. 

Sehen  wir,  wie  die  Sache  jetzt  sich  stellt.  Die  Lagerung  kommt  uns  nicht 
zu  Hülfe,  da  Ammonitenkalk  und  Biancone  vollkommen  konkordant  auf 
einander  liegen  und  so  allmählig  in  einander  übergehen,  dass  man  wohl  an- 
nehmen muss,  es  habe  keine  besonders  tief  eingreifende  Veränderung  der  Erd- 
oberfläche zur  Zeit  der  Bildung  der  Grenzschichten  stattgefunden  und  Ver- 


')  8.  palftont.  Theil.  T.  diphya. 
')  8.  paliont.  Theü.  T.  diphya. 


Digitized  by  Google 


135 


schiedenheiten  der  beiderseitigen  Faunen  seien  mehr  Folge  der  zeitlichen  Ent- 
wicklung der  Organismen,  als  Folge  zerstörender  und  umwälzender  äusserer 
Einflüsse.  Berücksichtigt  man  diesen  Umstand,  so  wird  man  sich  nicht 
wandern,  dass  mancherlei  ähnliches  in  beiden  Abtheilungen  vorkommt  und 
einsehen,  dass  es  sich  hier,  wie  bei  der  Unterscheidung  benachbarter  Schich- 
ten überhaupt,  nicht  darum  handeln  kann,  absolute  Grenzen  zu  ziehen,  son- 
dern das  herauszufinden,  was  verschieden  ist  und  was  gemeinsam.  Dann 
wird  zu  entscheiden  sein,  ob  die  Aehnlichkeiten  oder  Verschiedenheiten  grös- 
ser seien  und  wenn  letzteres  erwiesen  ist,  weiter  zu  untersuchen,  wie  sich 
diese  verschiedenen  Dinge,  d.  h.  die  jeder  Gruppe  eigenthümlichen  zu  Vor- 
kommnissen höherer  und  tieferer  Schichten  verhalten,  um  zu  sehen,  nach 
welcher  Seite  die  grössere  Verwandtschaft  liegt. 

Ob  also  Diphyakalk  und  Biancone  zu  trennen  sind,  ist  zunächst  zu 
untersuchen.  8chon  Buch  hob  das  Vorkommen  vonFlexuosen  im  Diphya- 
kalk als  bezeichnend  für  denselben  im  Gegensatz  zum  Biancone  hervor. 
Xun  fragt  ea  sich  aber,  ob  nicht  die  Buch  bekannten  Flexuosen  aus  den 
Schichten  des  Ämmohites  acanthicits  stammten,  es  konnte  das  A.  compsus, 
Strombecki  sein,  das,  was  man  in  italienischen  Sammlungen  als  A.  oetdatus 
Phil,  bezeichnet  findet.  Lediglich  um  das  Vorkommen  von  Flexuosen  auch 
im  eigentlichen  Diphyakalk  anzuzeigen,  habe  ich  den  Ammonites  flex.  sp. 
anf  Tai.  10,  F.  1 .  abgebildet,  den  Prof.  O  p  p  e  1  bei  F  o  1  gar i a  fand.  Solche 
Flexuosen  fehlen  im  Biancone  gänzlich.  Ebenso  fehlen  in  demselben  Pia- 
nulaten  vom  Typus  des  A.  Achilles,  die  sich  im  Diphyakalk  finden.  Dem 
Diphyakalk  wiederum  sind  fremd  Ammoniten,  wie  A.  Asterianm  d'Orb.,  die 
zu  den  bezeichnendsten  des  Biancone  gehören,  nicht  minder  die  ausschliesslich 
kretazischen  Crioceras-  und  Ancyloceras- Arten  und  der  echte  Belemnites 
däatatus.  Die  Aptychen  der  Diphyakalk e  tragen  alle  einen  jurassischen  Ty- 
pus, während  die  geknickten  Formen,  wie  A.  Didayi,  allein  dem  Biancone  an- 
gehören. Unter  den  Echinodermen  ist  Dysaster  cf.  trigonalis  sehr  häufig  im 
Diphyakalk,  es  fehlen  Echinodermen  überhaupt  im  tiroler  und  venetianischen 
Biancone.  Ganz  eigenthümlich  sind  dem  Diphyakalk  die  oben  (p.  133) 
genannten  Ammoniten,  unter  denen  A.  hybonotus  und  lithographicus  besondere 
Beachtung  verdienen. 

Analogien  zeigen  unsere  beiden  Gruppen  durch  das  Hinaufgreifen  mit 
T.  diphya  identischer,  oder  doch  sehr  nahe  stehender  Formen  aus  dem  Am- 
monitenkalk  in  dem  Biancone.  Ferner  nähern  sich  die  Belemniten  dem 
Dilatatus-Typus,  ohne  jedoch  die  Breite  des  Dilatatus  selbst  je  zu  erreichen. 
Verwandtschaft  mit  Kreidearten,  z.  B.  dem  Ammonites  asper  Mer.  zeigt  der 
A  praecox  n.  sp.  aus  dem  Diphyakalk,  doch  ist  derselbe  neu  und  bestimmt 


Digitized  by  Google 


136 


verschieden.  Eine  Reihe  Planulaten  und  Lineaten,  auch  wohl  manche  He- 
rerophyllen,  sind  nicht  scharf  zu  unterscheiden,  doch  kann  jetzt  noch  nicht 
mit  Sicherheit  festgestellt  werden,  ob  dies  einer  wirklichen  Identität,  oder 
nur  einer  scheinbaren  von  Abwaschung  und  schlechter  Erhaltung  herrühren- 
den, zuzuschreiben  ist. 

Diesen  Analogien  gegenüber,  die  alle  beinahe  noch  einer  genaueren  Unter- 
suchung bedürfen,  scheint  es  auf  die  oben  genannten  vielfachen  Verschie- 
denheiten hin,  für  jetzt  ganz  gerechtfertigt,  den  Diphyakalk  von  dem 
Biancone  nach  paläontologischen  Merkmalen  zu  trennen.  Sollte  sich  be- 
stätigen, dass  T.  diphya  wirklich  im  Biancone  sich  findet,  so  würde  es 
dann  freilich  geeigneter  sein,  die  Schichten  nach  einem  anderen  Fossil  zu 
benennen,  etwa  Schichten  dos  Ammonites  hybonotus  und  lithographicus. 

Die  zweite  Frage,  sind  nun  diese  vom  Biancone  getrennten  Di  phy  a- 
kalke  noch  mit  demselben  zusammen  der  Kreide  einzureihen,  oder  aber, 
der  bisherigen  Anschauung  folgend,  im  Jura  zu  belassen,  ist,  um  alle  Wahr- 
scheinlichkeitspunkte bei  Seite  zu  lassen,  entschieden  durch  das  Vorkommen 
jener  beiden  Ammoniten,  die  ich  eben  eventuell  für  die  Benennung  der 
Schichten  vorschlug,  im  lithographischen  Schiefer  von  Solenhofen.  Die 
Solenhofen  er  Schiefer  sind  unzweifelhaft  jurassisch,  die  dort  gefundenen 
Ammonites  hybonotus  und  lithoyraphious  identisch  mit  jenen  von  SüdtiroL 
es  kann  also  kein  Zweifel  mehr  darüber  bestehen,  dass  auch  die  betreffenden 
rothen  Ammonitenkalke  jurassisch  seien.  Da  auch  gewisse,  meist  über  den- 
selben liegende  und  auch  mit  denselben  wechselnde  hellere  Kalke  noch  T. 
diphya  und  vor  allem  A.  ptychoicus  führen,  sind  auch  diese  noch  in  den 
Diphyakalk  einzubegreifen  und  die  Grenze  zwischen  Jura  und 
Kreide  erst  über  denselben  zu  ziehen. 

Eine  weitere  interessante  Folgerung  gestattet  uns  das  Auftreten  der 
beiden  genannten  Ammoniten.  Es  ist  allgemein  angenommen,  dass  die  So- 
lenhofener  Schiefer  der  Kimmeridgegruppe  angehören,  wir  sind  also  in  der 
Lage  das  Resultat  auszusprechen :  dass  die Diphyakalke  des  südlichen 
Tirols  und  des  Veneti anischen,  in  der  paläontologischen  Be- 
grenzung, wie  sie  oben  aufgefasst  wurden,  gleichzeitige  Abla- 
gerungen mit  den  plattigen  Kalken  .von  Solenhofen,  Nusplingen 
und  Cirin  in  Südfrankreich  sind  und  dass  man  sie  gleich  jenen 
in  die  Kimmeridge-Gruppe  zu  stellen  habe.  Letzteres  Resultat,  die 
Zugehörigkeit  zur  Kimmeridge-Gruppe,  folgt  übrigens  schon  aus  der  Stellung 
der  Schichten  des  Atmnonites  acanthicus,  vorausgesetzt,  dass  die  Diphyakalke 
überhaupt  in  den  Jura  gestellt  wurden. 

Trotzdem,  dass  man  Kimmeridge- Schichten  sehr  verbreitet  rindet  und 


Digitized  by  Google 


137 


mancherlei  Arbeiten  über  dieselben  vorliegen,  ist  es  bis  in  die  neueste  Zeit 
noch  nicht  gelungen,  scharfe  mit  Sicherheit  an  entfernt  gelegenen  Punkten 
wieder  erkennbare  Horizonte  zu  gewinnen.  Die  Beschaffenheit  der  Meere 
scheint  eine  solche  gewesen  zu  sein,  dass  eine  sehr  mannichfaltige  Differen- 
zirung,  sowohl  der  Faunen,  als  der  sie  umhüllenden  Ablagerungen  zur  Aus- 
bildung gelangte.  Ausführlicher  über  diesen  Punkt  hat  Waagen1)  in  sei- 
nem Jura  gehandelt  und  nachgewiesen,  dass  gerade  die  Ammoniten,  die  wegen 
ihrer  weiten  Verbreitung  zur  Aufstellung  von  Horizonten  am  geeignetesten 
erscheinen,  uns  hier  meist  im  Stiche  lassen.  Das  Auffinden  von  A.  hybo- 
natus  und  lithographicus  muss  daher  als  ein  glücklicher  Umstand  betrachtet 
werden,  da  sich  aus  demselben  ergiebt,  dass  zur  Zeit  der  Ausbildung  der  un- 
teren Kimmeridge-Gruppe  (Zone  des  A,  sUraspis)  das  Meer,  aus  dem  sich 
die  Schichten,  die  Waagen  als  Facies  des  lithographischen  Schiefers  be- 
schrieb, niederschlugen,  eine  sehr  grosse  Yerbreitung  hatte  und  dass  die 
betreffenden  Schichten  als  ein  Hauptanhaltspunkt  bei  Untersuchungen  über 
Schichten  ähnlichen  Alters  zu  gelten  haben. 

Marcou  unterschied  bekanntlich  in  der  Juraformation,  nach  Analogie 
der  Verhältnisse  in  den  Meeren  der  Jetztzeit,  verschiedene  zoologische  Pro- 
vinzen, so  eine  province  hispano-alpine  und  eine  province  normando-bour- 
guignone.  Letzterer  gehören  die  fränkisch-schwäbisch-schweizerischen,  ersterer 
die  alpinen  Ablagerungen  an.  Eine  solche  Trennung  scheint  z.  B.  beim  Po- 
sidonomyengestein  ganz  gerechtfertigt,  hier  liegen  in  der  That  sehr  verschie- 
dene Faunen  vor,  und  das  alpinen  und  ausseralpinen  Ablagerungen  Gemein- 
same ist  sehr  spärlich  gestreut.  Viel  weniger  ist  dies  bei  den  Schichten  des 
Amnwmtcs  acanthicus  der  Fall.  Abstrahirt  man  von  der  rothen  Färbung, 
so  könnten  die  Ammoniten  von  Südtirol  auch  von  Schwaben  oder 
Franken  stammen;  in  beiden  Fällen  liegen  Cepbalopodenfacies,  nicht  wie 
im  oberen  Dogger,  ganz  eigenthümliche  Brachiopodenfaunen  vor.  An  Ab- 
weichungen fehlt  es  zwar  nicht,  wie  dem  Auftreten  der  Heterophyllen,  allein 
sollten  diese  hinreichen,  die  Aufstellung  einer  besonderen  Provinz  zu  recht- 
fertigen? Bei  den  Diphyakalken  möchte  man  sich  der  Annahme  einer  ge- 
sonderten Provinz  wieder  zuneigen,  indem  die  Verschiedenheiten  der  Faunen 
sehr  vor  dem  Identischen  zu  überwiegen  scheinen,  allein  auch  hier  lässt  sich 
nachweisen,  dass  der  Gegensatz  des  sog.  alpinen  und  ausseralpinen  Kimmerid- 
gien  nur  der  zwischen  näher  an  demUfer  gelegenen  und  offenen  Meeresbildun- 
gen ist  (s.  u.  p.  139).  Jedenfalls  ergiebt  sich,  dass  man  von  zoologischen  Pro- 
vinzen nicht  wohl  für  den  ganzen  Jura  sprechen  kann,  da  sich  evident  innerhalb 


•)  Waagen,  der  Jura.    p.  205. 


Digitized  by  Google 


138 


der  Ablagerungszeit  desselben  Veränderungen  zugetragen  haben,  welche  die 
Verrückung  der  Grenzen  zoologischer  Provinzen  sehr  wohl  zur  Folge  haben 
konnten.  Will  man  für  zwei  Abtheilungen  wie  die  dos  oberen  Dogger  und 
des  Malm  eine  gleiche  Begrenzung  der  Provinzen  annehmen,  so  wendet  man 
einen  gleichartigen  Begriff  auf  »ehr  ungleichartiges  an.  Bei  alledem  muss 
aber  hervorgehoben  werden,  dass  dem  Princip  nach  die  Aufstellung  zoolo- 
gischer Provinzen  ungemein  fruchtbringend  ist  und  es  in  noch  viel  höherem 
Grade  werden  wird,  wenn  wir  dem  Anfang  der  Untersuchungen  in  diesem 
Gebiete  etwas  ferner  stehen  werden  und  die  Möglichkeit  vorliegen  wird,  die 
Begrenzung  zoologischer  Provinzen  für  vertikal  nur  wenig  mächtige  Schich- 
ten festzustellen.  Möglichst  vollständige  Aufsammlungcn  der  Petrefakten 
und  genaues  Festhalten  des  Lagers  wird,  um  dem  näher  zu  kommen,  vor 
allem  im  Auge  zu  behalten  sein. 

lieber  die  weitere  Verbreitung  der  Diphyakalke  kann  wenig  sicheres 
gesagt  werden.  Dass  die  Ablagerungen  des  mittleren  Italien,1)  auf  Mal- 
lorca8) und  in  den  Ampezzaner  Gebirgen3),  sowie  am  Nordabhang  der 
Alpen4)  an  einzelnen  Punkten  hierher  gehören,  scheint  wohl  bestimmt.  Ebenso 
dürften  die  Ablagerungen  der  Tatra  (der  Klippenkalk)  wenigstens  z.  Th. 
hierher  gehören,  wenn  auch  manche  der  von  Zeu sehne r  abgebildeten  For- 
men in  tiefeien  Horizonten  liegen  könnten.  Es  ist  zu  hoffen,  dass  eine 
Bearbeitung  der  Cephalopoden  jener  Gegend  Aufschluss  geben  wird,  da  die 
bisher  bekannt  gewordenen  Listen  zu  verschiedenartiges  untermischt  zeigen. 

Das  früher  nach  Buch  häufig  angegebene  Vorkommen  der  Terebratida 
diphya  von  Induno  in  der  Lombardei  ist  sehr  unsicher,  seit  Süss*)  selbst 
darauf  aufmerksam  gemacht,  da*s  das,  was  er  als  T.  diphya  von  dort  auf- 
führte6), vielleicht  einer  anderen,  Manischen  Spccies  angehörte.  Ich  habe  in 
Mailänder  Sammlungen  T.  diphya  nicht  gesehen.  Unzweifelhaft  scheint 
T.  diphya  bei  Gre  noble  in  dem  hellen  Kalke  der  porte  de  France  zu  liegen. 
Die  Angabe  von  Dubois  de  Montpereux7)  von  Baktschi-Serai  aus  der 
Krimm,  könnte  auch  auf  Kreide  zu  beziehen  sein. 


')  Spada  Lavini  u.  Orsini.    Bull.  soc.  gool.    2  8«'r.  XII.  p.  \'>(V>. 
T)  Marcou,  Letrres  Sur  le«  roclies  du  Jura.    p.  '22'}. 
3)  Richthofen,  Beschreibung  von  Predaszo  etc.    p.  lijf>. 
*)  Jahrb.  geol.  Reichsanst.    IV.  770.  1S.'>3. 

Bronn,  Leonh.  Jahrb.    18i>4,  p.  694. 
*)  Süss,  Brachiopoden  dor  HalJtstatter  Schichten,    p.  31. 

•)  Süss,  Terebratida  diphya.  Sitzungsberichte  Wiener  Akademie.  VIII.  Taf.  31, 
f.  18,  19. 

')  Dubois  de  Montpereux,  Toyage  autour  du  Caucase.    V.  p.  400.   VI.  p.  350. 


Digitized  by  Google 


■ 


139 


Der  Nachweis  der  so  innigen  Zusammengehörigkeit  des  südalpinen  Dy- 
phyakalkes  mit  den  lithographischen  Schiefern  von  Solenhofe n  liefert  einen 
sicheren,  auf  paläontologische  Thatsachen  gestützten  Beweis  jener  geistreichen, 
von  Beyrich1)  bereits  im  Jahre  1844  ausgesprochenen  Ansicht  über  die 
Entstehung  der  oberjurassischen  Kalke  von  Ernstbrunn,  Xikolsburg, 
Stramberg  und  Krakau  im  Vergleich  zu  dem  Klippenkalk  von  Puchow 
und  Rogoznik.  Nach  ihm  sind  die  Diphyakalke  (Klippenkalk)  ent- 
fernter vom  Ufer,  die  Straraberger  Kalke  mehr  in  der  Nähe  des  festen 
Landes  gebildet.  Ganz  das  gleiche  Verhältniss  ist  gestattet  zwischen  den 
Ablagerungen  mit  T.  diphya  in  dem  mittleren  Theil  der  Alpen,  sowohl  auf 
der  jetzigen  Nord-  als  der  Südseite  und  den  Solenhofener  Schiefern  anzu- 
nehmen. Diese  bildeten  sich  nicht  sehr  entfernt  vom  Ufer  des  grossen 
mitteleuropäischen  Kontinentes  und  die  mannichfach  verschiedenen  Verhält- 
nisse des  Meeresgrundes,  der  Wechsel  von  Korallenriffen  und  stillen,  durch 
dieselben  vor  der  Brandung  de»  offenen  Meeres  geschützten  Lagunen  und 
Buchten,  sowie  die  mannichfach  verzweigten  Strömungen  wurden  Ursache 
der  so  verschiedenartigen  Ausbildung  der  zoologischen  Facies,  wie  sie  in 
neuerer  Zeit  in  der  Zone  des  Ammonitcs  steraspis  nachgewiesen  wurden. 
Die  rothen  Kalke  hingegen  mit  ihren  zahlreichen  Cephalopoden  und  der 
T.  diphya  sind  ausschliesslich  ein  Produkt  der  hohen  See.  Ebenso  mag 
auch  das  Verhältniss  zwischen  den  Plattenkalken  von  Cirin  und  den  Di- 
phyakalken  der  Porte  de  France  bei  Grenoble  sein. 

Hohe  See  heisst  jedoch  in  diesem  Falle  nur  offenes,  nicht  etwa  zugleich 
tiefes  Meer.  Eine  bedeutende  Tiefe  für  das  Diphyameer  anzunehmen,  scheint 
nicht  geboten,  nur  mag  die  ruhige  und  gleichmüssige  Ablagerung  des  Ma- 
terials der  Schichten  nicht  wie  bei  den  lithographischen  Schiefern  durch 
schützende  Korallenriffe,  sondern  durch  andere,  für  den  Augenblick  noch 
nicht  nachweisbare  Ursachen  bedingt  gewesen  sein.  Unter  allen  organischen 
Resten  aber,  die  wir  in  den  Kimmeridge- Schichten  finden,  sei  es  im  litoralen 
Gürtel,  sei  es  in  denen  entfernter  von  der  Küste  entstandenen,  werden  die 
Cephalopoden  unser  Interesse  vom  geologischen  Standpunkt  aus  am  meisten 
in  Anspruch  nehmen  dürfen,  da  sie  vermöge  ihrer  Organisation  von  dem 
Hauptbezirke  ihrer  Existenz  aus  nach  andern  Gebieten  gelangen  und  zum 
Beweismittel  für  das  Alter  derselben  werden  konnten  in  verhältnissmässig 
kurzen  Zeiträumen,  in  welchen  es  für  Gastropoden  beispielsweise  nicht  mög- 
lich war,  eine  Wanderung  auszuführen. 


')  Beyrich.  Ueber  die  Entwicklung  des  Flotzgebirges  in  Schlesien.  Karsten'*  Arohiv 
f.  Mineral.  Bd.  XVIII.  1844. 


Digitized  by  Google 


140 


Während  nun  aber  in  den  alpinen  Territorien  auf  die  Diphyakalke 
unmittelbar  Gesteine  folgen,  die  wir  der  Kreide  zuzählen  müssen  und  die 
sowohl  nach  ihrer  Gesteinsbeschaffenheit,  als  nach  ihren  organischen  Resten 
sich  unter  sehr  ähnlich  bleibenden  Verhältnissen  gebildet  haben,  treten  in 
der  Nähe  des  Ufers  noch  mannichfaltig  entwickelte  lokale  Schichtenkomplexe 
auf,  die  denn  auch,  da  sie  eben  ihre  Entstehung  lokalen  Einflüssen  verdanken, 
auch  nicht  sich  allgemein  verbreitet  werden  nachweisen  lassen.  So  z.  B.  die 
Purbcckschichten,  die,  aus  einem  Wechsel  reiner  Süsswasser-  und  bra- 
kischer Ablagerungen  bestehend,  sich  nur  an  den  Ufern  grosser  Kontinente  ge- 
bildet haben  können.  Zwischen  Diphyakalk  und  Biancone  vermissen  wir 
etwas  Aehnliche8,  denn  es  fehlten  die  Ströme  süssen  Wassers  und  die  Aestuarien. 

Will  man  solche  lokale  Bildungen  in  eine  Tabelle  einzeichnen,  welche 
die  gleichzeitige  Entstehung  der  entfernt  von  einander  entstandenen  Ab- 
lagerungen übersichtlich  zur  Darstellung  bringt,  so  müssen  sie  wohl  neben 
Ablagerungen  gestellt  werden,  die  eine  sehr  andere  Ausbildung  zeigen.  So 
müssten  z.  B.  Purbeckschichten  neben  Diphyakalke  eingereiht  wer- 
den, denn  da  sich  keine  Trockenlegung  des  Diphyameeres  vor  der  Ablagerung 
des  Biancone  annehmen  lässt,  so  müssen  auch  nothwendig  die  Purbeck- 
schichten in  England  und  der  Schweiz  zu  einer  Zeit  sich  gebildet  nahen, 
wo  alpine  Territorien  unausgesetzt  vom  Diphyameer  bedeckt  waren.  8olche 
Verhältnisse  weison  auf  die  Nothwcndigkeit  hin,  selbst  in  solchen  so  gleich- 
artig ausgebildeten  Schichten,  wie  der  Diphyakalk,  auch  auf  die  feinsten 
Unterschiede  der  Reste  derjenigen  Thiere  aufmerksam  zu  sein,  welche  einer 
weiten  Verbreitung  fähig  waren.  Gelingt  es  uns  z.  B.,  im  Diphyakalk 
zwei  Ammonitenformen  nachzuweisen,  welche  sich  sehr  nahe  stehen,  so  dass 
die  eine  kaum  von  der  anderen  verschieden  scheint,  aber  konstant  die  eine 
einen  tieferen,  die  andere  einen  höheren  Horizont  einnimmt,  und  finden  wir 
dann  in  einer  Ablagerung,  die  dem  Purbeck  unmittelbar  vorangeht,  nur 
die  ältere  dieser  beiden  Formen  wieder,  so  wird  es  gestattet  Bein  anzu- 
nehmen, dass  die  Purbeckschichten  sich  bildeten,  während  im  Diphya- 
meer die  jüngere  Art  lebte.  Weit  entfernt  also,  dass  diejenige  Richtung 
der  Paläontologie,  die  auch  auf  feine  Unterschiede  der  Schalen reste  gewisser 
fossiler  Mollusken  Gewicht  legt,  sich  von  vorneherein  mit  gewissen  allge- 
meinen Anschauungen  in  Widerspruch  setzt,  zu  denen  die  neueren  Ergeb- 
nisse zoologischer  Untersuchungen  der  lebenden  Thiere  hinzudrängen  scheinen, 
giebt  sie  im  Gegentheil  nur  Mittel  an  die  Hand,  durch  eine  genaue  Dar- 
legung der  zeitlichen  Aufeinanderfolge  verschiedener  organischer  Gestaltungen 
überhaupt  das  Material  für  den  Beweis  zu  liefern,  ob  jene  Anschauungen  all- 
gemeine Beachtung  verdienen  oder  nicht. 


Digitized  by  Google 


141 


Verbreitung  und  Lagerung  des  Dogger  und  Malm  in  Südtirol. 

Es  ist  eine  schon  mehrfach  hervorgehobene  Thatsache,  dass  der  Aufbau 
der  nördlich  und  südlich  an  die  krystallinischen  Centralniassen  der  Alpen 
angelagerten  Sedimentairgebirge  ein  sehr  verschiedener  ist.  Zeigen  die  Nord- 
alpen von  der  Schweizer  Grenze  bis  gegen  Wien  hin  eine  Reihe  paralleler, 
langhinstreichender  Ketten,  so  gliedern  sich  dagegen  die  Südalpen  in  meh- 
rere kürzere  Gruppen,  die  stufenförmig  nebeneinander  gestellt,  in  ihren  archi- 
tektonischen Verhältnissen  eine  grosse  Mannichfaltigkeit  zeigen.  Eine  dieser 
Gruppen  bildet  die  Lombardei,  eine  zweite  das  östliche  und  südliche  Süd- 
tirol,  eine  dritte  die  Umgebungen  von  S.  Cassian,  eine  vierte  endlich  die 
Venetianer  Alpen.  Alle  diese  Gruppen  hängen  jedoch  unter  einander  zu- 
sammen und  die  Verschiedenheit  ihres  Aufbaues  ist  lediglich  eine  Folge  der 
mannichfaltigen  Gliederung  der  centralen  Massen,  an  die  sie  sich  anlehnen. 

In  kurzen,  klaren  Zügen  hat  Hauer1)  die  lombardischen  Alpen  ge- 
schildert. Mit  vorwaltend  westöstlichem  Streichen  ziehen  dieselben  in  meh- 
reren Parallelketten,  die  mannichfach  unregelmässig  in  einander  greifen, 
längs  dem  Südrande  der  Veltliner  Glimmerschiefermasse  hin  und  Stessen 
im  Osten  an  den  nordsüdlich  auslaufenden  Adamellozacken,  den  sie 
rings  umsäumen  und  sich  durch  die  südliche  Umwallung  mit  den  tiroler 
Alpen  in  Verbindung  setzen. 

Wirft  man  einen  Blick  auf  eine  geognostische  Uebersichtskarte,  so  fallt 
sogleich  in  die  Augen,  wie  an  der  Westgrenze  Südtirols  die  Grenze  der 
krystallinischen  Gesteine  gegen  die  Kalkgebirge  um  eine  weite  Strecke  gegen 
Norden  verworfen  erscheint,  um  dann  wieder  gegen  Osten  hin  in  derselben 
Richtung  wie  in  der  Lombardei  zu  verlaufen.  Es  entsteht  so  ein  gegen 
Südosten  offener  Busen,  den  in  früheren  Zeiten  die  Kalkmassen  ganz  erfüllt 
haben  mögen,  so  dass  dieselben  eine  zusammenhängende  Masse  bildeten. 
Gewaltige  in  verhältnissmässig  neuer  Zeit  erfolgte  Hebungen  brachten  jedoch 
bedeutende  Veränderungen  hervor.  Es  wurde  nämlich  in  Mitten  dieses 
Busens,  etwa  gleich  weit  von  beiden  Grenzen  entfernt,  die  Granitmasse  der 
Cima  d'Asta  und  mit  ihr,  beide  in  erstarrtem  Zustande*),  das  Porphyr- 

')  Hauer,  Erläuterungen  etc.    Jahrb.  geol.  Reiehsunst.  isTif».  p.  44*>. 

t)  Die  Annahme  einer  Hebung  beider  Arme  der  üabel,  des  Adamellogebirges 
uud  der  Cima  d'Ast  a-Maase,  scheint  sich  mir  aus  den  LagerungjverhAltnisäen  der  Sedi- 
mentairmassen  zu  ergeben,  die  auf  einen  Druck  von  zwei  Seiten  her  deutet.  Ich  sehe  ab 
ron  der  ersten  Entstehung  der  eruptiven  Maasen,  bei  der  sehr  andere  Verhältnisse  zu  be- 
rücksichtigen sind,  ss.  Ii.  die  stöchiometri'eh  verschiedene  Zusammensetzung  deä  Cima 
d'A s ta -Gesteint  und  des  Adamello-Oesteins,  die  auf  verschiedene  Eruptionsepochen 
deuten.    (Scheerer,  Jahrbuch  186-i.  p.  398.) 


Digitized  by  Google 


142 


plateau1)  von  Bötzen  emporgetrieben,  so  dass  die  bisher  zusammenhängen- 
den Kalkmassen  in  jene  drei  oben  genannten  Gruppen  zerfielen.  Die  Por- 
phyre sprengten  zunächst  die  ihnen  auflagernden  Dolomit-  und  Kalkmassen 
und  trennten  so  einerseits  die  Süd  tiroler,  andrerseits  die  S.  Cassianer 
und  Venetianer  Masse  von  einander.  Letztere  beiden  stehen  in  so  innigem 
Zusammenhang,  dass  man  sie  kaum  trennen  möchte,  der  Unterschied  ist  nur 
der,  dass  die  eine  mehr  plateauartig,  die  andere  mehr  in  Form  eines  zusammen- 
hängenden Zuges  angeordnet  ist.  Wir  haben  es  hier  nur  mit  der  Süd  tiroler 
Masse  und  der  südlichen  die  Verbindung  zwischen  Südtirol  und  dem  Ve- 
netianischen  einer-,  dem  Lombardischen  Gebiete  anderseits  vermitteln- 
den Parthien  zu  thun  und  betrachten  den  Aufbau  derselben  etwas  eingehender. 
Die  Hauptmasse  dieser  Gebirge  bilden  die  Dolomite  der  T  ri  as  und  die  grauen 
Kalke  des  Dogger.  Während  aber  die  Dolomite  wegen  des  Mangels  der 
Schichtung  keinen  Aufschluss  über  den  Bau  des  Landes  und  den  einstigen 
Zusammenhang  der  jezt  getrennten  Massen  geben,  sich  vielmehr  nur  in  ge- 
schlossenen Massen  erheben,  gestatten  die  wohlgeschichteten  Kalke  eine  sehr 
schnelle  Orientirung  über  diese  Verhältnisse.  Ich  verbinde  daher  diese  kurzen 
Betrachtungen  der  Architektur  des  Landes  mit  der  Angabc  des  Vorkommens 
jener  Gesteine,  welche  uns  zur  Erkenntnis»  der  Lagerungsverhältnisse  am 
schnellsten  verhilft. 

Wie  schon  früher  erwähnt,  bilden  die  Unterlage  aller  anderen  Sedi- 
mentairgesteine im  südlichen  Tirol  die  Saudsteine  und  der  Muschelkalk. 
Diese  Gesteine  sehen  wir  denn  auch,  besonders  die  ersteren,  in  einem  bei- 
nahe ununterbrochenen  Zuge  au  der  Grenze  der  Glimmerschiefer-  und  Thon- 
schiefermassen gegen  die  Dolomite  hinziehen.  Wegen  ihrer  verhältnis- 
mässig geringen  Mächtigkeit  konnten  diese  Schichten  bei  einer  Hebung 
leicht  mit  emporgebogen  werden,  ohne  an  ihren  Rändern  zu  bersten  oder 
sich  gewaltsam  aufzustauchen.  Etwaige  Risse  und  Knickungen,  mehr  gegen 
die  Mitte  der  Mulde,  blieben  unter  der  Decke  der  jüngeren  Massen  ver- 
borgen und  wareu  für  die  Gestaltung  der  Oberfläche  von  so  gut  wie  keinem 
Einfluss. 

Sehr  anders  verhielten  sich  die  Dolomite  und  Kalke.  Sie  setzten  einer 
Hebung  und  sanften  Auf  biegung  einen  sehr  gewaltigen  Widerstand  entgegen 
und  mussten,  da  sie  einerseits  von  der  Adaraellokette,  andrerseits  vom 
Porphyrplateau  und  der  Cima  d'Asta  wie  von  einer  Gabel  gehoben 
und  zusammengepresst  wurden,  in  eine  Reihe  paralleler  Streifen  bersten. 


')  Eine  Porphyrmasse  liegt  auch  südlich  am  Ratide  des  Adamellozuges  and  hat 
dort  eine  ähnliche  Rolle  gespielt. 


Digitized  by  Google 


143 


In  der  That  sehen  wir  denn  auch  die  ganze  Südtiroler  Sedimentairmasse 
in  wunderbar  regelmässiger  longitudinaler  Anordnung. 

Zwei  Abtheilungen  lassen  sich  im  ganzen  Südtirol  leicht  unterscheiden : 
eine  nördliche,  etwa  vom  Lago  di  Mol  veno  an  bis  hinauf  nach  Lana, 
südlich  Meran,  wo  die  letzten  Sandsteine  sich  dem  Porphyr  auflegen,  und 
eine  südliche,  vom  Lago  di  Mol  veno  abwärts  bis  an  die  lombardisch- 
venetianische  Ebene.  Die  erstere,  schmälere,  wird  ausschliesslich  von  einer 
Mulde  eingenommen,  deren  oberer  Theil  ganz  vom  Porphyr  unterlagert 
wird,  so  dass  auch  dieser  lüer,  in  sich  selbst  gedrängt  durch  die  mächtige- 
ren seitlichen  Massen,  gebrochen  erscheint;  die  zweite  nimmt  zwar  in  der 
Mitte  auch  noch  eine  Mulde  ein,  der  Richtung  nach  die  Fortsetzung  jener 
ersten,  allein  zu  beiden  Seiten  ihrer  Flügel  haben  sich  noch  eine  Reihe 
paralleler  Streifen  abgetrennt,  deren  Grenzen  jetzt  durch  Hauptllussläufe 
und  Thäler  bezeichnet  werden.  Südlich  der  Cima  d'Asta  und  des  Ada- 
me Uozuges,  wo  die  Kalkmassen  nicht  mehr  einen  seitlichen,  von  Osten 
und  Westen  wirkenden  Druck  auszuhalten  hatten,  sondern  nur  einen  von 
Norden  nach  Süden  gerichteten,  dem  von  Süden  her  nur  ihre  eigene  Masse 
entgegenwirkte,  erfolgte  auch  keine  solche  gewaltsame  Borstung  und  Stauch- 
ung, sondern  nur  eine  Hebung,  welche  den  Schichten  anfangs  den  Cha- 
rakter eines  Plateau,  dann  eines  sanft  südlich  einfallenden  Zuges  ertheilte. 
Wandert  man  daher  eines  der  Tiroler  Hauptthäler  von  Norden  nach  Süden, 
so  korrespondiren  die  beiden  Gehänge  der  Thäler  nicht;  hat  man  auf  einer 
Seite  lauter  Schichtenköpfe,  so  zieht  sich  auf  der  anderen  eine  Schichtober- 
fläche von  unten  bis  oben  auf  den  Gipfel.  Anders  in  den  Umgebungen  von 
Val  Astica  und  den  Sette  Communi  im  Vcnetianischen,  wo  die  Thäler 
einfache  Brüche  sind,  ohne  alle  oder  nur  mit  geringer  Verwerfung,  und 
beide  Gehänge  korrespondiren.  Dort,  von  beiden  Seiten  gepresst,  schoben 
sich  die  einzelnen  Schollen  beinahe  übereinander,  hier  erlitt  der  ganze 
Komplex  nur  einige  Brüche,  meist  parallel  der  Ilobungsaxe. 

Die  nördliche  jener  Tiroler  Mulden  lässt  sich  nach  dem  Hauptthal,  welches 
ihr  folgt,  als  die  Nonsberger  Mulde  bezeichnen  (Val  di  Non).  Der 
Bau  derselben  ist  sehr  einfach,  wie  sich  aus  einem  der  von  dem  Montani- 
stischen Vorein  mitgetheilten  Profile  von  Kaltem  nach  der  Ilmen spitz 
ergibt.  Auf  dem  Porphyr  liegen  die  Sandsteine  der  Trias,  dann  Kalke, 
Richthofens  Mendoladolomit  und  wohl  auch  geschichtete  Kalke  des  Dog- 
ger, doch  kann  ich  dies  nicht  mit  Sicherheit  angeben,  da  ich  diese  Gegend 
nicht  besuchte.  Den  mittleren  Theil  der  Mulde  nehmen  Ammonitenkalke 
und  Kreidegesteine  ein.  Gegen  Osten  hingen  die  Gesteine  einst  mit  denen 
der  Umgebungen  von  S.  Cassian  zusammen,  allein  ein  im  Porphyr  er- 


Digitized  by  Google 


14% 

folgter  Bruch  und  die  in  demselben  gewaltige  Thätigkeit  der  Gewässer 
(Etsch)  führte  alle  jüngeren  Gesteine  hinweg,  so  dass  jetzt  grössere  zu- 
sammenhängende Massen  von  Sedimentairgesteinen  über  das  Porphyrplateau 
weg  erst  in  einer  Entfernung  von  einigen  Meilen  zu  linden  sind. 

Nahe  am  südlichsten  Ende  dieser  Mulde  durchbricht  die  Noce  den 
üstflügel,  um  sich  mit  der  Etsch  zu  vereinigen  und  entblösst  so  jene 
Schichten  im  Querbruch,  die  Emmerich  beschrieb. 

Die  zweite,  südlichere  Mulde  ist  bezeichnet  durch  eine  Linie  vom  Lage 
di  Molveno  an  bis  etwa  nach  dem  Lago  di  Tenno  und  kann  nach  dem 
grössten  in  derselben  liegenden  Orte  die  Mulde  von  Stenico  genannt  wer- 
den. Während  die  Nonsberger  Mulde  rein  nordsüdlich  streicht,  hat  die- 
jenige von  Stenico  eine  etwas  nordost-südwestlichere  Richtung,  schliesst 
sich  aber  der  vorigen  ziemlich  uumittelbar  an  und  ist  auf  dieselben  Ent- 
stehungsursachen zurückzuführen.  Die  Flügel  beider  hängen  auch  unmittel- 
bar zusammen,  indem  die  Kalke  des  Dogger  über  den  Nocedurchbruch 
bei  Mezzo  Tedesco  hinwegsetzen  nach  Mt.  Paganella,  dann  über  die 
Sarca  nach  Mt.  Casal  und  Mt.  Biaina,  hier  aber  plötzlich  abbrechen 
und  südlich  sich  nicht  mit  Sicherheit  weiter  verfolgen  lassen. 

Den  Westflügel  bildet  die  südliche  Fortsetzung  des  Zuges  der  Ve- 
dretta  in  Mt.  Gaverdina,  Mt.  Pari  bis  an  den  Querbruch  bei  Pönale 
am  Lago  di  Garda.  Von  hier  an  geht  dieser  Westflügel  in  die  grosse 
plateauartige  Masse  über,  welche  den  östlichen  Theil  der  südlichen  Umwal- 
lung  der  Adamellomasse  bildet.  Die  Beschaffenheit  der  Dolomitenmassen 
und  Kalke,  welche  diese  Gebirge  zusammensetzen,  wurde  schon  oben  an- 
gegeben und  auf  die  noch  sehr  zweifelhafte  Natur,  besonders  der  schroffen 
Gipfel  am  Westufer  des  Lago  di  Garda,  hingewiesen  (p.  99). 

Im  Westen  der  Mulde  von  Stenico  ist  kein  deutlicher  Parallelzug 
mehr  ausgebildet,  nur  Andeutungen  von  solchen  liegen  in  einigen  Thälern, 
wie  im  Val  di  Conzei  am  Lago  di  Ledro.  Die  Dolomite  nehmen  bei- 
nahe den  ganzen  Kaum  ein  und  sie  zeigen  immer  mehr  Neigung  zu  regel- 
los nebeneinander  gestürztem  Massenbau,  als  zu  einer  Anordnung  in  Zügen. 
Die  Unterlage  derselben  bilden  die  Halobienschichten  und  diese  deuten 
dann  auch  bei  Pieve  die  in  Profil  VII  besprochenen  Lagerungsverhältnisse 
an.  Eine  lange  Spalte,  bezeichnet  durch  den  oberen  Lauf  der  Sarca,  die 
Einsattlung  bei  Koncone  zwischen  Sarca  und  Chiesa,  den  mittleren  und 
unteren  Lauf  der  Chiesa  von  Pieve  bis  hinab  an  den  Lago  d'ldro, 
bezeichnet  die  westlichste  durch  die  seitliche  Zusammenpressung  entstandene 
Verwerfung.  Schroff  sind  die  Gesteine  des  linken  Ufers  abgeschnitten  gegen 
die  des  rechten  und  die  untere  Trias,  auf  diesem  noch  deutlich  gegen 


Digitized  by  Google 


145 


Osten  einfallend  zu  beobachten,  scheint  an  jenem  tief  unter  die  Thalsohle 
gesunken. 

Auf  der  Ostseite  der  Mulde  läuft  jener  ausgezeichnete  Zug,  von  dessen 
beiden  Hauptgruppen,  die  sich  als  das  Orto  d'Abrara  und  Mt.  Baldo- 
gebirge  bezeichnen  lassen,  mehrere  Profile  mitgetheilt  wurden.  Hier  ist 
die  Lagerung  eine  so  in  die  Augen  springende  und  die  Charakterisirung 
der  Schichten  petrographisch  und  paläontologisch  eine  so  scharfe,  dass  diese 
beiden  Züge  als  wahre  Musterbeispiele  für  geognostische  Demonstrationen 
betrachtet  werden  könnten.  Besonders  der  Mt.  Baldo  verdiente  nicht  nur 
auf  einer  Karte  genau  geologisch  kolorirt,  er  sollte  auch  im  Relief  aufge- 
nommen werden.  Hebungen,  Fallen  und  Streichen  der  Schichten,  Ab- 
rutschungen,  Verhalten  eruptiver  Gesteine  gegen  die  sedimentairen ,  alles 
würde  sich  mit  einem  Blicke  übersehen  lassen.  Steil  erheben  sich  beide 
Züge  im  Osten  aus  dem  Etschthal,  an  manchen  Stellen  vom  Flusse  bis  auf 
die  Kammhöhe  hinauf  in  einem  Absturz,  sanfter  fallen  sie  nach  Westen  ab, 
der  Orto  d'Abram  gegen  das  Sarcathal,  das  Mt.  Baldogebirge  gegen 
den  Gardasee,  letzteres  jedoch  weniger  auffallend,  indem  mancherlei 
Brüche  und  Abrutschungen  nach  dem  See  hin  die  Verhältnisse  unklarer 
erscheinen  lassen.  Stets  liegen  die  Köpfe  der  Schichten  nach  Osten  und  es 
ist  interessant,  das  Etschthal  von  dem  Punkte  an  zu  durchwandern,  von 
wo  es  im  Besondern  den  Namen  Val  Lagorina  (Läger-Thal)  führt,  um 
zu  sehen,  wie  in  mehr  als  tausend  Fuss  Mächtigkeit  die  grauen  Kalke  des 
unteren  Dogger  in  ungestörter  Folge  aufeinander  gebaut  sind,  nur  wenig 
nach  oben  oder  unten  verbogen,  so  gegenüber  Marani,  Ala,  bis  hinab 
nach  Ceraino.  Diese  Kalke  bilden  die  Hauptmasse  des  Gebirges  und 
ihnen  scheinen  sich  südlich  in  der  Gegend  der  Chiusa  die  sandigen  Oolithe, 
die  hier  zu  beiden  Seiten  des  engen  Flussbettes  anstehen  und  bei  Dome- 
gliara  noch  in  schroffen  Wänden  die  Unterlage  der  Ammonitenkalke 
bilden,  im  selben  Niveau  anzulegen.  Mit  Sicherheit  konnte  ich  diea  Ver- 
Jiältniss  nicht  verfolgen,  wie  ja  denn  überhaupt  die  genauere  Gliederung 
und  Aufeinanderfolge  aller  einzelnen  Schichten  des  unteren  Oolithes  eine 
noch  zu  lösende  sehr  anziehende  Aufgabe  bildet.  Die  Dolomite  der  oberen 
Trias  treten  nur  an  der  Ostseite  unten  am  Flusse  an  einigen  Punkten  auf 
und  führen  hier  auch  die  bezeichnenden  Fossilien. 

Als  eine  bezeichnende  Eigentümlichkeit  dieser  beiden  Gebirgsgruppen 
wurde  schon  oben  das  Auftreten  von  Längsspalten  parallel  der  Hauptrich- 
tung bezeichnet.  Eine  ganze  Reihe  derselben  lassen  sich  besonders  an  dem 
östlichen  Abfall  verfolgen  und  sind  hier  die  Ursache  der  vielen  schmalen 
Terrassen  und  kleinen,  scheinbar  zusammenhangslos  neben  die  Hauptmasse 

10 


Digitized  by  Google 


146 


gestellten  Vorgebirge.  Betrachtet  man  z.B.  den  Orto  d'Abram  von  einem 
hohen,  entfernt  gelegenen  Punkte  her  möglichst  im  Querschnitt,  also  recht- 
winklig gegen  das  Etschthal,  so  erscheint  derselbe  als  ein  gewaltiges  un- 
gleichseitiges nahezu  rechtwinkliges  Dreieck,  dessen  rechter  Winkel  in  der 
Kammlinie  liegt  und  dessen  Basis  die  grösste  Seite  bildet.  Parallel  mit  der 
mittleren  Seite  fallen  die  Schichten  nach  W.  ein,  und  je  hoher  man  an  der 
kurzen  Seite  heraufsteigt,  desto  jüngere  Schichten  trifft  man.  Bei  näherer 
Untersuchung  findet  man  aber,  dass  diese  kurze  Seite  nicht  immer  in  einer 
Flucht  emporzieht,  sondern  mannichfaltig  abgestuft  ist,  was  dem  Gesammt- 
charakter  der  Form  aber  keinen  Eintrag  thut.  Eine  Reihe  solcher  Stufen 
wurden  im  ersten  Profil,  eine  andere,  vor  dem  Orto  d'Abram  liegende,  von 
Nomi  beschrieben. 

Jede  derselben  enthält  ziemlich  bis  nach  oben  die  ganze  Schichtenfolge 
und  wenn  das  naturgemäße,  streifenförmig  angeordnet«,  der  obersten  Schich- 
ten nicht  so  deutlich  auf  einer  geognostischen  Karte  in  die  Augen  springt, 
so  hat  das  seinen  Grund  in  dem  Umstände,  dass  die  nur  wie  eine  dünne 
Decke  aufgelagerten  Ammonitenkalke  und  Kreidegesteine  bei  der  Hebung 
häufig  zerrissen  und  dann  durch  gewaltige,  lang  andauernde  Abwaschungen 
auf  kleine  Schollen  reduzirt  wurden.  Legt  man  der  Untersuchung  aber  die 
Kalke  des  Unteroolithes  zu  Grunde,  die  die  Hauptmasse  der  Gebirge  bilden, 
so  wird  man  das  angedeutete  Gesetz  immer  leicht  herausfinden.  Dass  sich 
auch  unten  in  den  Thälern,  nicht  blos  auf  der  Kammhöhe  die  Diphyakalke 
finden,  widerspricht  dem  nicht,  eigentlich  müssten  sie  ja,  wäre  eine  Auf- 
richtung solcher  GOOO'  hoher  Gebirge  ohne  eine  Menge  lokaler  Brüche  und 
Ueberstürzungen  möglich,  den  ganzen  westlichen  Abhang  einnehmen.  Solche 
tief  liegende  Schollen  sind  z.  B.  die  bei  Tor  hole. 

Oestlich  vom  Etschthal  zeigen  noch  die  Westgehänge  der  Gebirge  west- 
liches Einfallen,  so  sehr  auffällig  der  Finonchio  bei  Roveredo  und 
der  Monte  Zara.  An  letzteren  besonders  streichen  die  grauen  Kalke  von 
Marco  bis  hinauf  nach  dem  Kamme,  stundenweit  wie  eine  flache  Tafel 
dem  Gebirge  angelehnt.  Die  weicheren,  zwischen  die  harten  Kalkbänke 
eingelagerten  Schichten,  wurden  hier  Ursache  des  gewaltigen  Bergsturzes, 
der  das  ganze  Etschthal  erfüllt.  Aehnliche  Rutschungen,  wenn  auch  nicht 
in  so  grossartigem  Maassstabe,  finden  sich  vielfach,  so  westlich  vom  Monte 
Baldo  gegen  Torbole  und  gegen  den  Gardasee. 

Gegen  Osten  zeigt  der  Monte  Zara  zum  letzten  Mal  die  Dachziegel- 
stellung, indem  er  zwischen  Albaredo  und  Mattassone  die  Köpfe  seiner 
Schichten  gegen  Osten  kehrt  und  von  Val  Arsa  das  Ansehen  des  Schnittes 
eines  Buches  gewinnt,  in  welchem  die  grauen  Kalke  des  unteren  Dogger  die 


Digitized  by  Google 


H7 


Blätter  bilden.  Auf  der  anderen  Seite  über  Valmorbia  und  Pozzachio 
setzen  sich  die  grauen  Kalke  fort  und  es  tritt  so  der  durchgreifende  Unter- 
schied der  Thäler  von  Val  Arsa  und  Etachthal  hervor;  dieses  verwirft 
die  Schichten  gegeneinander,  jenes  bildet  einen  einfachen  Riss,  zu  dessen 
beiden  Seiten  die  Schichten  korrespondiren.  Yal  Arsa  analog  sind  alle 
die  Thäler  gebaut,  welche  das  Gebiet  von  hier  gegen  Osten  bis  an  die 
YII  Communi  und  gegen  Norden  bis  an  Val  Sugana  durchfurchen. 
Das  etwas  gegen  NW.  gerichtete  Einfallen  am  Cotsanto  rührt  von  der 
Hebung  der  Umgebung  von  Recoaro  her.  Die  untere  Trias  hob  die  ge- 
waltigen Dolomitmassen  des  Pasubio  und  diese  die  auflagernden  grauen 
Kalke,  die  sich  dann  der  allgemeinen  Fallrichtung  entgegen,  etwas  nach 
N.  hin  senken  mussten.  In  den  Umgebungen  von  Fol  gar  ia  kamen  die 
beiden  hebenden  Kräfte,  die  südliche  von  Recoaro  und  die  nördliche  all- 
gemeine, ziemlich  in 's  Gleichgewicht,  dieselben  stellen  daher  auch  den 
Plateaucharakter  ziemlich  rein  dar.  Von  hier  an  gegen  Osten  gewann  die 
von  Norden  nach  Süden  gerichtete  Hebung  die  Oberhand  und  die  sanfte 
Neigung  aller  Schichten  nach  SSO.,  die  sich  von  Val  Astica  an  über  die 
VII  Communi  hin  bemerklich  macht,  ist  das  Resultat  derselben.  Für  die 
grauen  Kalke  des  unteren  Dogger  sind  diese  Gegenden  nächst  den  beiden 
Längszügen  des  mittleren  Tirol,  die  interessantesten.  Ueberall  treten  die- 
selben in  schönen  Profilen  zu  Tage.  Ausser  den  bereits  geschilderten,  sah 
ich  noch  folgende  Punkte,  welcho  auch  für  weitere  Aufsammlungen  von 
Petrefakten  besonders  geeignet  erscheinen. 

Das  ganze  Massiv  des  Cotsanto  über  den  Dolomiten  und  unter  der 
Kuppe  rother  Ammonitenkalke,  wo  über  Valmorbia,  nachdem  man  den 
Dolomit  und  einen  in  demselben  auftretenden  Melaphyrgang  überstiegen 
hat,  die  erbsengrossen  Oolithgesteine  mit  den  abgerollten  Nerineen  auftreten, 
die  bei  Bosagno  unter  dem  Posidonomyengestein  erwähnt  wurden  und 
jenseits  des  ersten  Kammes  (tiefer  liegend)  die  Chenmitzia  terebra,  Thracia 
tirolensis  und  besonders  die  Bivalven  (Megalodon  putnihts)  ganze  Schichten 
erfüllen.  Hinab  nach  Trambilleno  und  hinter  diesem  Orte  über  der 
„Cluse"  der  Lena  legen  sich  schön  die  Schichten  der  Rhytichonella  bilo- 
bata  auf.  Die  Tiefe  von  Val  Terragnola  bilden  Dolomite,  auf  sie  folgen 
die  versteinerungsreichen  grauen  Kalke  über  Piazza  und  unmittelbar  unter 
der  Kante  vor  Serrada  Schichten  der  Khynchottdla  Ulobata  und  Ammo- 
nitenkalke. Zwischen  Serrada  und  Folgaria  treten  die  grauen  Kalke 
mehrfach  unter  dem  Ammonitenkalk  hervor  und  sind  dort  reich  an  klei- 
nen Brachiopoden  und  Megalodon  pumilus,  so  besonders  gleich  nördlich 
von  Serrada  im  "Walde  (ua  der  Mont.  Karte)  und  im  Thal  bei  Mezzo 

10* 


Digitized  by  Google 


148 


Monte  dem  Fundorte  von  Oümbela  Meyalodon  triqucter  var.  putnilus,  irr- 
thümlich  als  von  Maison  Monte  bezeichnet.  Unter  dem  Ammonitenkalk, 
der  vom  Gipfel  des  Finonchio  zusammenhängend  bis  an  die  Anfänge  von 
Val  Astica  streicht,  setzen  die  grauen  Kalke  hinauf  nach  dem  Val  di 
Sol,  dessen  östliches  oberos  Gehänge  sie  einnehmen,  nach  den  Alpen  am 
Monte  Pomin,  wo  sie  besonders  unter  dem  Grenzstein  No.  14  ungemein 
reich  an  Versteinerungen  sind  und  nach  dem  weiteren  Verlauf  des  Val 
Astica  bei  Lavarone,  Noselari  und  Pedemonte.  Sie  bilden  ferner 
meist  die  Oberfläche  der  Alpen  von  Val  di  Centa  an,  über  Cima  Vezzena, 
Cima  Mandriola  und  weiterhin  nach  dem  Venetianischen.  Folgaria 
selbst  steht  auf  Diphyakalk,  der  gegen  Mezzomonte  hin  von  Encriniten- 
schichten  unterteuft  wird,  während  gegen  den  Monte  Cornetto  sich  Bian- 
cone  und  Scaglia  auflegen,  letztere  am  Wege  nach  S.  Sebastiano 
Inoceramus  sp.  (häufig),  Stenonia  tubercidata  Des.,  Hippurites  sp.,  führend. 

Weit  nördlich  treten  sie  noch  isolirt,  südlich  am  Monte  Ca  Iis  bei 
Trient  auf,  wo  sie  die  einst  von  Emmerich  als  Gervillienschichten 
beschriebenen  Gesteine  bilden.  Interessant  ist  hier  das  Vorherrachen  einer 
rothen  Farbe  in  Kalken,  welche  nach  ihren  Fossilien  dem  unteren  Dogger 
angehören.  An  der  alten  Strasse  von  Trient  nach  Civezzano  unter  dem 
Dorfe  Villa  raontagna  hat  man  einen  kleinen  Steinbruch  angelegt,  in 
welchem  für  Thürschwellen,  Fensterkreuze,  Grabsteine  u.  a.  w.  ein  aus- 
gezeichneter gelblich  rother  Marmor  gewonnen  wird,  der  von  zahlreichen 
Höhlungen,  mit  Kalkspatkrystallen  erfüllt,  durchsetzt  ist.  Diese  Höhlungen 
sind  alle  organischer  Natur  und  rühren  meist  von  der  Terebrattda  ßntbriae- 
fotims  her,  die  sich  hier  in  Menge  findet.  Näher  nach  Civezzano  hin, 
trifft  man  häufig  Meyalodon  ptmüus  und  gelbliche,  weiche  Schichten  mit 
Bivalven  erfüllt,  übereinstimmend  mit  denen  von  Besagno  (Mandole  der 
Landleute). 

Eigentümlich  ist  in  diesen  Gegenden  auch  der  Diphyakalk,  indem  er, 
wie  das  schon  Emmerich  erwähnte,  ganz  dolomitisch  ist  und  sich  nur 
durch  seine  Versteinerungen  sicher  erkonnen  lässt.  In  dieser  Beschaffenheit 
trifft  man  ihn  gleich  über  Trient  am  Krankeuhause  in  einem  kleinen 
Steinbruche.  Wenige  hundert  Schritt  davon  gegen  Norden  zeigt  er  sich 
in  seiner  gewöhnlichen  Beschaffenheit.  Auch  Schichten  des  Ammonites 
acanthicus  liegen  hier,  wie  höher  oben  hinter  Villa  montagna  gefundene 
Ammoniten  beweisen.  Was  Emmerich  hier  von  als  irrthümlich  für 
Nummuliten  gehaltenen  oolithischen  Konkretionen  sagt,  dürfte  mit  Vor- 
sicht aufzunehmen  sein,  da  achte  Nummuliten-Gesteine  sich  vielfach  finden, 
so  unter  dem  Monte  Calis  über  den  letzten  Weinbergen,  wo  sie  mit  eigen- 


Digitized  by  Goo< 


149 


thümlichen  basaltischen  Konglomeraten,  schon  von  Buch  erwähnt,  in  Be- 
rührung stehen. 

Die  Punkte,  an  denen  man  wegen  der  Pflanzenvorkommnisse  den  Ge- 
steinen des  unteren  Dogger  zuerst  eine  bestimmtere  Stellung  im  System 
anwies,  liegen  ausserhalb  Südtirols,  schliessen  sich  aber  unmittelbar  an  die 
Vorkommnisse  von  Val  Astica  an.  Ich  zweifle  nicht,  dass  man  ziemlich 
überall  noch  Pflanzen  finden  wird  und  in  grösserer  Menge,  als  beiVolano. 
Die  Umgebungen  vonPernigotti  und  Roverc  di  Velo  im  Vizentinischen 
besuchte  ich  selbst,  um  mich  von  der  Uebereinstimmung  mit  den  Tiroler 
Verhältnissen  zu  überzeugen.    Diese  ist  auch  in  der  That  eine  vollständige. 

Auf  einer  Wanderung  von  Ala  im  Etschthal  Val  Ronchi  hinauf 
unter  Cima  Tre  Croci  vorbei  und  hinab  das  Thal  des  Illasi  etwa  bis 
Badia  Calavena  im  Vizentinischen,  kann  man  sich  von  der  Gleichheit 
der  Gesteine  und  Petrefaktenvorkommnisse  leicht  überzeugen.  Bei  Ala 
und  weiter  nach  Val  Ronchi  stehen  Dolomite  der  oberen  Trias  mit  den 
bezeichnenden  Versteinerungen  an,  darüber  folgen  die  grauen  Kalke  mit  den 
weicheren,  versteinerungsreichen  Zwischenschichten,  mehr  gegen  die  Monti 
Lessini  hin,  auf  diesen  liegen  Ammonitenkalke.1) 

Cima  Tre  Croci  besteht  aus  Dolomit  und  derselbe  hält  an  bis  hinab 
nach  Do sso,  wo  er  von  schön  rosenrother  Farbe  ist.  Ueber  demselben 
folgen,  ganz  wie  in  Tirol,  in  manniohfachem  Wechsel  die  grauen  Kalke,  denen 
in  verschiedenem  Niveau  die  Pflanzenschichten  eingelagert  sind.  Auf  dem 
Wege  von  Do  sso  nach  Rovere  di  Velo  liegen  zur  Seite  des  Baches 
einige  nicht  unbedeutende  Höhlen  im  grauen  Kalk,  in  denen  sich  zahlreiche 
Säugethier-Reste  fanden.  Schöne  Schädel  von  Ursus  spelaeus  von  hier  sind, 
glaube  ich,  nach  Turin  gewandert.  Ich  fand  nicht  selten  Zähno  derselben 
Species.  Eine  ausgezeichnete  Sammlung  fossiler  höherer  Thiere  aus  dem 
Venetianischen  wird  soeben  im  neuen  Museo  civico  in  Vicenza  aufgestellt. 

Von  besonderem  Interesse  war  mir  eine  Schicht,  ganz  erfüllt  mit  zahl- 
reichen kleinen  dickschaligen  aber  unbestimmbaren  Bilvalven,  oberhalb 
Bind  er  i  (nördlich  Dosso),  in  der  sich  nicht  selten  schöne  Exemplare  der 
Chemnitzia  terebra  finden.  Das  ganze  Aussehen  dieses  Muschelkonglomerates 
erinnerte  mich  lebhaft  an  ähnliche  Vorkommnisse  am  Heininger  Berg  bei 


')  Wolf  in  Sitzungsber.  Jahrb.  geol.  Reichsanst.  p.  48  theilt  Posidonotnya  alpina 
mit  Pflanzenregten  aus  einer  Mergelschicht  südlich  von  den  M  o  n  t  i  L  e  s  s  i  n  i  mit.  Ich  bezweifle, 
da»  dies  Posidonotnya  alpina  ist,  da  ich  ähnliche  Dinge  bei  Chizzola  noch  tiefer  als 
die  Brachiopoden  der  grauen  Kalke,  ebenfalls  mit  Pflanzen  und  in  bituminösen  Mergel- 
schiefern fand  (p.  9). 


Digitized  by  Google 


150 


Gammelshausen  in  Schwaben ,  den  bekannten  Trümmeroolith  mit  Tancredia 

donaciformis  Lyc.  und  Ammonites  Stauffensis  Opp. 

Steigt  man  von  Dos  so  östlich  hinauf,  so  trifft  man  in  hellem,  flammig 
gestreiften,  sehr  harten  splitterigen  Kalk  das  Pflanzenlager  von  Pernigotti, 
weiterhin  Ammonitenkalke,  Biancone,  Scaglia  (reich  an  Stenonia  tttberculata 
und  Encriniten)  Nummulitengestein  und  endlich  die  berühmten  Fisch-  und 
Pflanzengesteine  bei  Bolca  Purga. 

Ich  habe  einige  der  von  mir  besuchten  Punkte,  an  denen  die  grauen 
Kalke  versteinerungsreich  auftreten,  um  desswillen  genau  angegeben,  weil 
die  bis  jetzt  vorliegenden  geognostischen  Karten  eine  Trennung  derselben 
von  den  triadischen  Gesteinen  noch  nicht  gestatten.  Besonders  ist  hier  auf 
der  Karte  des  Montanistischen  Vereines  im  östlichen  Südtirol  unter  der 
Bezeichnung  oberer  Alpenkalk  (od)  sehr  verschiedenartiges  zusammengefasst, 
während  im  westlichen  Theil  der  Versuch  triadische  und  jurassische  Gesteine 
als  unterer  und  oberer  Alpenkalk  zu  trennen  eher  gelungen  scheint.  Man 
kann  im  Allgemeinen  annehmen,  dass  im  östlichen  Theil  die  tiefer  liegen- 
den, als  Dolomit  bezeichneten  Parthien  obertriadisch,  die  höheren  Kalk- 
schichten aber  unteroolithisch  sind.  Dieser  Anhaltspunkt  dürfte  bei  späterem 
Besuch  jener  Gegenden  zur  Erleichterung  dienen. 

Ein  näheres  Eingehen  auf  die  Verbreitung  der  Diphyakalke  scheint 
nicht  nöthig,  da  dieselben  auf  der  genannten  Karte  so  sorgsam  ausgeschie- 
den und  verzeichnet  sind,  als  das  etwas  mangelhafte  topographische  Detail 
es  gestattet.  Es  wird  nur  immer  zu  berücksichtigen  sein,  dass  die  Basis 
dieser  gelb  angelegten  Parthien  meist  aus  Schichten  des  Ammonites  acanthicus 
und  Posidonomyengestein  besteht. 

Die  überliegenden  Kreide-  und  Tertiärgesteine  genauer  zu  untersuchen, 
lag  ausserhalb  der  mir  in  vorliegender  Arbeit  gesteckten  Grenzen. 

Es  wurde  oben  die  longitucünalc  Anordnung  der  Gebirgszüge  und  Thäler 
als  wesentliches  Moment  für  die  Obcrnachongestaltung  des  südlichen  Tirols 
hervorgehoben.  Es  finden  sich  jedoch  auch  einige  ausgezeichnete  Quer- 
brüche und  da  diese  meist  einen  vortrefflichen  Einblick  in  den  Bau  des 
Gebirges  gestatten,  also  von  wesentlichster  geognostischer  Bedeutung  sind, 
füge  ich  über  dieselben  noch  einige  Worte  hinzu.  Der  nördlichste  dersel- 
ben, durch  den  Bruch  der  Sarca  von  Tione  bis  alle  Sarche  bezeichnet, 
bewirkt  das  so  klare  Hervortreten  des  inneren  Baues  der  Mulde  von  Stenico. 

Die  höheren  Gehänge  des  Sarcathales  verdanken  der  Wirkung  der 
hebenden  Kräfte  und  dem  späteren  Einfluss  der  Gewässer  ihre  Entstehung, 
die  unteren  aber  sind  lediglich  Folge  der  Auswaschung  des  Wassers.  Das 
Thal  besteht  daher  aus  zwei  Theilen,  dessen  oberer  ein  echtes  Querspalten- 


Digitized  by  Google 


151 


thal,  dessen  unterer  aber  eine  Rofla  ist.  Mit  diesem  romanischen  Namen 
bezeichnete  Desor1)  solche,  lediglich  von  der  Wirkung  des  Wassers  her- 
rührende Spalten,  die  sich  in  den  Alpen  nicht  selten  theils  allein,  thcils  an 
der  Basis  der  Querspaltenthäler  (cluses)  finden  und  deren  Querschnitt  im 
letztern  Falle  nicht  unpassend  mit  dem  Stiele  eines  Trichters  verglichen 
wird.  Ein  zweites,  sehr  kurzes  Querthal  bildet  die  Noce,  da  wo  sie  sich 
von  ihrem  nordsüdlichen  Lauf  gegen  Osten  der  Etsch  zuwendet. 

Die  schönste  Verbindung  einer  Cluse  mit  einer  Rofla  zeigt  wohl  das 
Fersinathal  bei  Trient,  auch  den  Touristen  bekannt,  die  von  Trient 
aus  häufig  hierher  gewiesen  werden.  Eine  Brücke  überspannt  den  tiefsten 
Theil,  die  eigentliche  Rofla  dicht  neben  der  Strasse,  die  beiden  von 
Scaglia  gebildeten  Ufer  verbindend.  Höher  oben  an  den  Abhängen  liegen 
die  von  Emmerich  beschriebenen  Gesteine  und  die  ausgezeichneten  rothen 
Marmore  mit  Terebratula  fimbriaeformis. 

Bei  Roveredo  durchbricht  der  letzte  Theil  des  Stromlaufes  der  Lena 
die  Gehänge  von  Monte  Zara  und  Finonchio  rechtwinklig  zum  Strei- 
chen und  entblösst  so  die  schöne  Reihenfolge  der  grauen  Kalke  unmittelbar 
an  der8tras8e  bei  Sega  di  Noriglio.  Doch  scheinen  hier  noch  mancher- 
lei lokale  Einstürzungen  und  Abrutschungon  stattgefunden  zu  haben. 

Ausgezeichnet  ist  endlich  das  Querthal,  in  welchem  der  Lago  di 
Loppio  liegt  und  welches  Orto  d'Abram  und  Monte  Baldo  trennt. 
Ein  Bergsturz  hat  den  westlichen  Theil  desselben  vor  Nago  verschürtet. 
Die  durch  denselben  angerichtete  Verwüstung  übersieht  man  vortrefflich 
von  den  Gehängen  des  Monte  Nago,  von  wo  aus  auch  sich  mancherlei 
andere  Abrutachungen  an  den  höheren  Parthien  des  Monte  Brugnollo 
sehr  deutlich  darstellen.  So  fallen  besonders  einzelne  gewaltige  Tafeln 
grauer  Kalke  in  die  Augen,  die  vom  Wasser  benetzt,  weithin  wie  Spiegel 
das  Sonnenlicht  blendend  zurückwerfen.  Eine  Fortsetzung  dieser  Spalte  ist 
vielleicht  die  Einsenkung  von  Pönale  nach  dem  Lago  di  Ledro  und 
Val  Ampola  hinführend. 

Der  Gardasee  erfüllt  eine  deutliche  Längsspalte.  Ich  hebe  dies 
hervor,  weil  Desor*)  neuerdings  diesen  See  in  gleiche  Kategorie  mit  den 
lombardischen  stellt.  So  ausgeprägt  der  Lago  d'Iseo  eine  Querspalte 
darstellt3),  so  bestimmt  lässt  sich  das  vorwaltend  nordsüdliche  Streichen  der 


')  Desor.  Der  Gebirgsbau  der  Alpen.  I8t'»[>  p.  7I>. 
*)  Desor.  Der  Gebirgibau  der  AJpcn.   18G;>.  p.  142. 

')  Vgl.  das  oben  über  die  Ufor  des  Lago  d'Iseo  bei  Vcllo  Gesagte  (p.  79). 


Digitized  by  Google 


152 


den  Lago  di  Garda  begrenzenden  Gebirge,  wenigstens  auf  der  Ostseite 
nachweisen. 

Die  jüngeren,  in  den  Profilen  noch  mit  aufgeführten  Ablagerungen 
einer  genaueren  Untersuchung  zu  unterziehen,  war  mir  unmöglich.  Ich 
hielt  es  jedoch  nicht  für  überflüssig,  des  Vorkommens  derselben  wenigstens  zu 
erwähnen.  Zum  Schlüsse  meiner  Arbeit  gebe  ich  noch  eine  tabellarische  Ueber- 
sicht  der  Jura-  und  Triasschichten  der  Südalpen,  die  ohne  weiteren  Commentar 
verständlich  sein  wird.  In  Beziehung  auf  die  bei  der  Trias  angeführte 
Synonymik  Stoppani's,  verweise  ich  auf  das  oben  Gesagte.  Seinen  Dolo- 
mit von  S.  Difendente  musste  ich  trotz  der  Ansicht  Curioni's,  derselbe 
nehme  eine  höhere  Stellung  ein,  hersetzen,  um  nur  überhaupt  anzudeuten, 
dass  Stopp  an  i  seit  1864  ein  Aequivalent  der  deutschen  Haiistatter  Kalke 
in  der  Lombardei  anerkennt.    (Pal.  Lombarde,  3te  Ser.  tab.  58.  Uebersicht.) 


Digitized  by  Google 


Paläontologischer  Theil. 


T.  Kinig-e  Arten  an»  der-  oberen  alpinen 

Trias. 

Ich  beschränke  mich  auf  die  Besprechung  einiger  weniger,  bereits  früher 
in  der  Litteratur  genannten  Arten  und  fuge  die  Beschreibung  und  Abbildung 
einiger  neuen  hinzu,  deren  Lager  sich  mit  Sicherheit  angeben  lässt.  Dass 
eine  schärfere  Sonderung  der  grossen  Menge  aus  lombardischer  Trias  bekannt 
gemachten  Versteinerungen  nach  den  Horizonten  wünschenswerth  erscheint, 
habe  ich  oben  bemerkt.  Die  älteren  Beschreibungen  der  reichen  Fauna 
der  Umgebungen  von  S.  Cassian  haben  neuerdings  eine  Revision  erfahren'), 
deren  ausführliche  Ergebnisse  wohl  bald  in  den  Händen  des  Publikums  sein 
werden.  Von  besonderem  Interesse  würde  sein,  diese  Untersuchungen  auch 
auf  andere  alpine  Gegenden,  besonders  die  Lombardei,  ausgedehnt  zu  sehen, 
um  die  Fossilien  kennen  zu  lernen,  welche  ausschliesslich  für  die  untere 
Abtheilung  der  oben  näher  charakterisirten  Haiistatter  Gruppe  als  leitend 
betrachtet  werden  können. 

A.  Ilallstatter  Gruppe. 
Aus  den  Halobienschiefern. 
Orthoceratites  sp. 

Ein  fusslanger  Orthocoratit  z.  Th.  flachgedrückt  und  in  schlechter  Er- 
haltung, fand  sich  in  den  Halobienschichten  von  Prezzo  in  Iudicarien 
mit  einigen  undeutlichen  Pflanzenresten  zusammen.  Orthoceratiten  sind  in 
der  Haiistatter  Gruppe  überhaupt  häufig  und  erreichen  ihre  grösste  Entwick- 
lung in  den  eigentlichen  Haiistatter  Kalken,  den  Schichten  vom  Kersch- 
buchhofe u.  s.  w.  Richthofen  (Beschreibung  von  S.  Cassian  p.  69) 
erwähnt  derselben  auch  aus  den  dunklen  Schiefern  von  Corfara,  die  in 
naher  Beziehung  zu  den  Wenger  Schiefern  stehen. 

*)  G.  C.  Laube.  Bemerkungen  aber  die  MQnsterschen  Arten  von  8.  Cassian  in  der 
Münchener  pal.  ßaznmL  Jahrb.  Reichsanst.  1864* 

Der«,   die  Fauna  der  Schichten  r.  8.  Cassian.  Sitzungsber.  Wiener  Akad.   Bd.  L. 


Digitized  by  Google 


154 


Ammonites  gibbus.  Benecke. 

Taf.  II.,  Fig.  2. 

Von  Colere  in  Val  di  Scalve  (Lombardei)  aus  den  Halobien- 
schichten. 

Oloboser  Amraonit,  der  zwar  nur  zur  Hälfte  erhalten  ißt,  indem  derselbe 
in  einer  abgewaschenen  Steinplatte  lag,  doch  aber  noch  hinreichend  kennt- 
lich, um  von  anderen  Olobosen  unterschieden  zu  werden.  Durchmesser 
60  mm.,  Höhe  des  letzten  Umganges  über  der  Nath  35  mm.,  Höhe  desselben 
in  der  Medianebene  20  mm. ,  Weite  des  Nabels  9  mm.  Massig  aufgeblüht. 
Auf  dem  äussersten  Umgang  17  Kippen  von  keulenförmiger  Gestalt,  die 
wenig  entfernt  vom  Nabel  sanft  einsetzen  und  dann  nach  der  Breite  und 
Höhe  anschwellen,  aber  ehe  sie  den  Kücken  erreichen,  aufhören. 

1  Exemplar. 

Ceratites  euryomphalus.  Benecke. 
Taf.  II,  Fig.  1.  a.  b. 

Aus  den  Halobienschichten  von  Prezzo  in  Iudicarien. 

Es  gelang  zwar  nicht,  Loben  freizulegen,  doch  deutet  der  Habitus  des 
ganzen  Gehäuses  auf  CeratiteB. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  Gehäuses  39mm.  Weite  des  Nabels 
13  mm.,  Höhe  des  letzten  Umganges  14  mm.,  ungefähre  Breite  desselben 
1 0  mm.  Kücken  mit  einem  deutlichen  Kiel,  aus  aneinandergereihten,  unregel- 
mässigen länglichen  Knoten  gebildet.  Die  Seite  mit  ungleichen  einfachen 
Rippen  besetzt,  die  gegen  den  Kücken  anschwellen  und  sich  nach  vorn 
biegen,  den  Kiel  aber  nicht  erreichen,  so  dass  zu  beiden  Seiten  desselben 
Furchen  nach  Art  liasischer  Arieten  entstehen.  Man  zählt  23  solcher  Rippen 
auf  dem  äussersten  Umgange,  die  meist  gleich  über  der  Nath  beginnen,  zum 
Theil  aber  auch  erst  später  einsetzen. 

2  Exemplare. 

Posidonomya  Wengensis  Wissm. 

1841.  Posidonomya  Wengensia  Wissmann.  Münster,  Beitrage  IV.  Heft.  Taf.  16, 
Fig.  12. 

Etwas  zweifelnd  stelle  ich  zu  dieser  Art  eine  kleine  Muschel,  die  sich 
sehr  häufig  bei  Prezzo  und  auch  sonst  in  den  Halobienschichten  der  Lom- 
bardei findet.  Jedenfalls  steht  sie  den  in  der  Münchener  paläontologischen 
Sammlung  befindlichen  Münster'schen  Original-Exemplaren,  die  unter  sich 
selbst  etwas  verschieden  sind,  sehr  nahe.  Zweifellos  gleichen  die  Exemplare 
von  Prezzo  der  P.  Wengensis  mehr,  als  der  P.  obliqita  Hau.  (Paläont. 
Notizen  p.  10.  Tab.  U.  Fig.  8.  9.) 


Digitized  by  Google 


155 


Halobia  Lorameli  Wissm. 

1841.  Halobia  Lommdi  Wigsmann.  Mttnater,  Beiträge  IV.  Taf.  16,  Fig.  11. 

Halobia  Lommdi  ist  eines  der  verbreitetsten  Fossile  in  den  unteren 
Schichten  der  Haiistatter  Gruppe.  Sie  findet  sich  auf  der  Südseite  der  Alpen 
von  der  Lombardei  bis  hinüber  nach  Krain  (Lipoid.  Jahrb.  geol.  Reichsanst. 
IX.  p.  257  seq.).  Den  bei  Stoppani  (Petrific.  d'Esino  p.  93)  angeführten 
Fundorten  füge  ich  noch  Cogolo  in  Val  Cammonica,  2  Stunden  südlich 
Breno  am  rechten  Thalgehänge  bei,  wo  in  einigen  kleinen  Steinbrüchen 
H.  Lommdi  sich  häufig  findet.  Im  westlichen  Tirol  wurde  sie  in  Profil  VIL 
häufig  bei  Prezzo  und  Formio  angegeben,  Richthofen  erwähnt  noch 
Val  Sugana  im  östlichen  Tirol.  Eine  der  H.  Lommdi  nahe  stehende,  aber 
durch  fein  wellig  gebogene  radiale  Streifung  ausgezeichnete  Art  hat  Stur 
Halobia  Hauen  genannt.  (Yerhandl.  der  geol.  Reichsanst.  1865  p.  44.)  Ich 
habe  nichts  derartiges  in  der  Lombardei  gefunden.  Eine  andere  in  der 
Lombardei  mit  Halobia  Lommdi  sich  zusammenfindende  Art  von  sehr  quer 
verlängerter  Gestalt  mit  ungleichen,  bündelformig  angeordneten  Rippen,  dürfte 
mit  besonderem  Namen  zu  unterscheiden  sein. 

Beachtenswerth  ist  die  Angabe  des  Vorkommens  der  H.  Lommdi  in 
Ostindien  (Süss.  Jahrb.  geol.  Reichsanst  XII.  Verhandl.  p.  258)  und  auf 
Neuseeland,  von  wo  sie  Hochstetter  mitbrachte  (var.  Richmondiana 
Zitt.  Jahrb.  geol.  Reichsanst.  XIII.  Verh.  p.  2).  Ganz  neuerdings  machte 
E.  Desl o ngehamps  dieselbe  Varietät  von  Neu-Caledonien  (Br.  Leon- 
hard. Jahrbuch  1865.  p.  114)  und  Withney  dasselbe  Fossil  aus  Califor- 
nien  bekannt  (Jahrb.  Reichsanst.  1864.  V.  p.  203).  Mit  der  Halobia  zu- 
sammen findet  sich  überall  in  den  Alpen  jener  Ammonit,  den  man  als 
Ä.  Aon  bezeichnet.  Auch  Stur  (Jahrb.  geol.  Reichsanst.  XV.  Verh.  p.  43) 
erwähnt  H.  Lommeli  und  A.  Aon  als  die  einzigen  Arten,  welche  auch  höher 
als  die  Wenger  Schichten  hinauf  gehen. 

B.  Hauptdolomitgruppe. 

Turbo  solitarius  Benecke. 
Taf.  II,  Fig.  I,  a.  b.  5. 

Fig.  4.  Abguss  nach  den  Hohlräumen  aus  dem  Dolomit  von  Sella. 
Fig.  5.  Steinkorn  von  Storo. 

Einzeln,  aber  überall  leitend  für  den  Hauptdolomit  Südtirols,  meist  nur 
die  nach  Zerstörung  der  Schale  zurückgebliebenen  Hohlräume  sichtbar. 

Dimensionen  des  Exemplars  von  Storo.  (Fig.  5):  Länge  21mm.,  Breite 
23  mm.,  Höhe  des  letzten  Umganges  im  Verhältniss  zur  Länge  der  ganzen 
Schale  ffo* 


Digitized  by  Google 


156 


Scharf  ausgeprägte  Form,  die  sich  mit  keiner  der  bisher  bekannt  geworde- 
nen Arten  aus  der  oberen  alpinen  Trias  vergleichen  lässt.  Auf  dem  Abguss 
lassen  sich  3  Windungen  erkennen.  Die  untere  Hälfte  eines  jeden  Umganges 
steigt  senkrecht  empor,  die  obere  verflacht  sich  nach  der  Nath  hin.  Eine 
scharf  ausspringende  spirale  Wulst  trennt  beide  Flächen. 

PNatica  incerta  Benecke. 

Taf.  n,  Fig.  3.  a.  b. 
Aus  dem  Hauptdolomit  von  Storo. 

Länge  des  abgebildeten  Exemplares  12  mm.,  Breite  desselben  16  mm., 
Höhe  des  letzten  Umganges  im  Verhältnis«  zur  Höhe  der  ganzen  Schale  m}lvr 

Bei  den  mangelhaft  erhaltenen  Mundöffnungen  dieser  und  der  beiden 
folgenden  Arten  bleibt  die  generische  Bestimmung  unsicher. 

Schief  eiförmige  Gestalt  mit  wenig  hervortretendem  Gewinde.  Eine  Reihe 
Knoten  an  der  Nath,  eine  zweite  auf  der  Grenze  der,  unter  einem  stumpfen 
Winkel  aneinander  stossenden,  oberen  und  unteren  Hälfte  des  Umganges. 
Auf  dem  letzten  Umgange  Andeutung  flacher  radialer  Rippen. 

Besonders  in  der  Ansicht  von  oben  hat  Natxca  incerta  einige  Aehnlich- 
keit  mit  Neritojms  Oldac  Stopp.  (Paläont.  lomb.  3.  Ser.  Taf.  2,  Fig.  68)  aus 
der  Rhätischen  Gruppe.  Da  Wolf  ähnliche  Dinge  von  Ala  südlich  Rove- 
redo  erwähnt  (Verhandl.  der  geolog.  Reichsanst.  1865.  p.  47),  findet  sich 
unsere  Art  wohl  auch  dort  im  Hauptdolomit. 

?  Torritella  Trompiana  Benecke. 

Taf.  II,  Fig.  6. 

Aus  dem  Hauptdolomit  des  Monte  S.  Emiliano  bei  Gardone  in 
Val  Trompia  (Lombardei). 

Länge  des  abgebildeten  Exemplares  (ungefähr)  10  mm.,  Breite  7  mm.. 
Verhältnis«  der  Höhe  des  letzten  Umganges  zur  Höhe  der  ganzen  Schale 
Winkelgrösse  48°.  ^ 

Thurmförmig  verlängertes  Gehäuse  mit  scharfkantigen  Umgängen.  An 
dem  abgebildeten  Exemplar  mögen  6  —  7  zu  bemerken  gewesen  sein.  Auf 
der  Kante  eine  feine  Leiste. 

?  Turritella  Lombardica  Benecke. 
Taf.  II,  Fig.  7. 

Aus  dem  Hauptdolomit  des  Monte  S.  Emiliano  bei  Gardone. 

Länge  des  abgebildeten  Exemplares  5  mm.,  Breite  3,5  mm.,  Höhe  des 
letzten  Umganges  zur  Höhe  der  ganzen  Schale  ^/h»,  Winkelgrösse  45°. 

Thurmförmig  gestreckte  Gestalt,  im  Gesammthabitus  paläozoischen  Mur- 
chisonien  gleichend.  Eine  Wulst  auf  der  Nath,  eine  zweite  auf  dem  oberen 


Digitized  by  Google 


157 


Drittel  eines  jeden  Umganges.  Unter  dieser  zweiten  Wulst  fallt  die  Schale 
ziemlich  senkrecht  ab,  über  derselben  steigt  sie  sanfter  zur  Nath  an.  Das 
ganze  Gehäuse  gewinnt  so  das,  manchen  Gasteropoden  eigentümliche,  Ansehen 
eines  ausgezogenen  Fernrohres. 

Gastrochaena  sp. 

Die  eigentümlichen  Reste,  über  deren  wahre  Natur  man  noch  nicht  im 
Klaren  ist  und  die  verschiedentlich  als  Nullipora  Schafh.,Chaetetes  Schaur., 
Gastrochaena  Stopp,  beschrieben  wurden,  gehören  zu  den  häufigsten  Vor- 
kommnissen in  den  Südalpen.  Sowohl  in  der  Lombardei,  als  auch  bei  S  t  o  r  o 
und  in  denThälern,  welche  von  Chiesa  di  Val  Arsa  hinüber  nach  Campo 
grosso  fuhren,  liegen  sie  im  Hauptdolorait.  Richthofen  führt  sie  in 
seinem  Mendoladolomit  auf,  der  noch  unter  den  Wenger  Schiefern  liegen 
soll.  In  den  Nordalpen  bezeichnen  sie  den  Haiistatter  Kalk  (Zugspitzkalk). 
Es  scheint  also,  dass  diese  Thiere  in  verschiedenen  Horizonten  der  oberen 
Trias  lebten.  Durch  das  massenhafte  Auftreten  nehmen  sie  nicht  unbe- 
deutenden Antheil  an  dem  Aufbau  des  Gebirges.  Reuss  (Sitzungsber.  Wien. 
Akad.  18C4.  23.  Juni)  wies  darauf  hin,  dass  die  sog.  Nulliporen  wohl  Bryo- 
zoen  sein  dürften.  Einige  sehr  wohlerhaltene  Stücke  von  Inzino  lassen 
mir  diese  Angabe  als  vollkommen  richtig  erscheinen. 

Meiralodon  triqueter  (Wulf,  sp.)  Gümb. 

1793.  Wulfen,  Abhandl.  v.  Kärnthenschcn  Pfauenschweif.  Helmintholith. 
Zu  dem  echten  Megalodon  triqueter,  wie  es  von  Wulfen  abgebildet 
und  später  von  Gümbel  (die  Dachsteinbivalve  und  ihre  alpinen  Verwandten, 
Sitzungsber.  Wien.  Akad.  XLV.  18G2)  näher  beschrieben  wurde,  steile  ich 
die  Steinkerne  von  Inzino  bei  Gardone,  beschalte  Exemplare  und  Kerne 
ton  Val  Ampola  bei  Storo  und  ein  Vorkommen  aus  Val  Arsa,  im  Be- 
sitz des  Herrn  Pischl  inRoveredo.  Diese  Art  ist  bezeichnend  für  den 
Hauptdolomit  Südtirols  und  der  Lombardei  (dolomie  moyenne  von  Stoppani, 
nicht  im  Depot  der  Petrifications  d'Esino,  so  weit  man  weiss).  Die  Kalk- 
bank, welche  in  der  Rhätischen  Gruppe  der  Lombardei  noch  über  den 
eigentlichen  Schichten  mit  Avicuia  contorta  liegt  und  Bivalven  führt,  habe 
ich  nicht  gesehen,  kann  daher  aus  eigener  Anschauung  nicht  über  Identität 
oder  Verschiedenheit  der  in  derselben  sich  findenden  Arten  mit  solchen  aus 
dem  Hauptdolomit  und  der  Rhätischen  Gruppe  urtheilen.  Die  lombardischen 
Geologen  hielten  stets  daran  fest,  beide  Arten  seien  verschieden  und  zwar 
liege  die  mit  Megalodus  triqueter  Wulf.  sp.  identische  Art  unter  den  Schichten 
von  Azzarola  (Schichten  der  Avicuia  contorta),  das  was  Schafhäutl 
Mcgalodus  scutatus  benannt  hatte,  aber  darüber.    Inzwischen  wurde  von 


Digitized  by  Google 


158 


Qümbel  nachgewiesen,  dass  diese  Wulfen'sche  und  Schafhäutl'sche 
Art  dasselbe  seien. 

Mit  grosser  Erwartung  musste  man  daher  der  lange  in  Aussicht  ge- 
stellten Arbeit  Stoppani's  über  dieBivalven  der  Lombardei  entgegensehen. 
Dieselbe  erschien  nun  kürzlich  als  2.  Appendix  der  Palaeontologie  lombarde 
3.  8er.  unter  dem  Titel:  „sur  les  grands  bivalves  cardiformes  aux  limites 
sup6rieurs  et  inferieures  de  la  zone  a  Avicttla  contorta.*  Stoppani  ver- 
wirft zunächst  den  Namen  Megalodon  triqueter  ganz,  als  auf  Originale  sich 
beziehend,  die  man  nicht  vergleichen  könne,  und  ersetzt  denselben  durch 
Megalodon  Gimtbeli  Stopp.  Diese  neue  Benennung  dürfte  aber  schwerlich 
Eingang  finden.  Gümbel's  Identifizirung  ist  sehr  wahrscheinlich  richtig, 
lasst  sich  aber  absolut  nicht  entscheiden,  weil  man  die  W  u  1  fe  n 'sehen  Ori- 
ginale nicht  kennt.  Diese  Wahrscheinlichkeitsgründe  werden  also  wohl  auch 
anerkannt  werden,  bis  man  die  Wulfen'schen  Originale  einmal  kennen  lernt 
und  der  Fall  dürfte  nie  eintreten.  Aus  Kalken  über  den  Azzarola-Schichten 
beschrieb  dann  Stoppani  eine  neue  Art,  die  er  Conchodon  infraliassicim 
benannte  und  die  man  in  den  Nordalpen  nicht  kennt. 

Dicerocardium  Jani  Stopp. 

1865.  Dicerocardium  Jani  Stoppani,  Palaeont.  Lomb.  3.  8$r.  p.  248.  Taf.  4i— 50. 
Diese  prachtvolle  Bivalve  wurde,  so  viel  ich  weiss,  von  Herrn  Ra- 
gazzoni  bei  Caino  nordöstlich  von  Brescia  entdeckt.  Eine  über  12' 
hohe  Dolomitwand,  unmittelbar  an  der  nach  Val  Sabbia  führenden  Strasse, 
besteht  beinahe  ganz  aus  den  bis  fussgrossen  Kernen.  Ich  zählte  in  dem 
etwa  3  KubikfusB  ausmachenden,  durch  zwei  Schüsse  von  mir  gewonnenen 
Gestein,  15  Individuen.  Leider  zerbröckeln  dieselben  beim  Sprengen  sehr 
leicht.  Es  war  mir  von  grossem  Interesse ,  diese  für  Schichten  des  Haupt- 
dolomits  unter  den  Kössener  Schichten  so  bezeichnende  Art  im  Dolomit  von 
Storo  wiederzufinden,  wo  dicht  an  der  Strasse  ein  grosser  mit  Dicerocardium 
Jani  ganz  erfüllter  Block  liegt,  der  auf  das  Vorhandensein  eines  ganzen 
Nestes  oben  am  unzugänglichen  Gehänge  schliessen  lässt. 

Cardita  cf.  moltiradiata  Emmr.  sp. 

1353.  Myophoria  mnUiratliata  Emmr.  Jahrb.  geol.  Reiehsanst.  p.  48. 
1864.  Dittmar,  die  Contorta-Zone  p.  181.  Taf.  III,  Fig.  6.  7. 
Steinkerne  und  Schalenabdrücke  in  Menge  bei  Storo,  besonders  auf 
der  rechten  Thalseite  bei  der  Schneidemühle  (Sega). 

Mytilos  pnpa  Stopp. 

1858.  Mytilu«  pupa  Stopp.  8tudii  p.  281. 
Stoppani,  Petrific.  d'Esino.  Taf.  18,  Fig.  9-11. 
Sehr  häufig  bei  Storo  und  Inzino. 


Digitized  by  Google 


159 


Myoconcha  Brunneri  Hau. 

1857.  Myoconcha  Brunneri  Hauer,  palAont.  Notizen  in  SHzungsber.  Wiener 
Akad.  Bd.  XXIV.  Taf.  2,  Fig.  6. 

Diese  zierliche  Art  fand  sich  im  Dolomit  des  Monte  S.  Emiliano  bei 
Oardone.  Sie  liefert  mit  Avicula  salvata  Brunner,  den  Beweis,  dass  gewisse 
Dolomite  am  Monte  Salvatore  bei  Lugano,  die  diese  beiden  Arten  ent- 
halten, ein  weit  jüngeres  Alter  haben,  als  man  ihnen  sonst  zuschreibt,  näm- 
lich das  des  Hauptdolomites. 

Pinna  reticularis  Benecke. 

Taf.  II,  Fig.  9.  10. 

Aus  dem  Hauptdolomit  von  Storo.  Unterscheidet  sich  von  anderen 
Pinnen  der  Trias,  z.  B.  Pinna  vomir  Wnkl.  aus  der  Rhätischen  Gruppe, 
durch  ihre  bedeutende  Grosse,  da  sie  bis  fusslang  wird,  und  die  eigenthüm- 
lich  netz-  und  gitterartig  gestreifte  Schale,  die  bei  allen  Exemplaren  erhalten 
ist,  aber  sehr  leicht  abspringt.  Auf  den  Steinkernen  deutliche  konzentrische 
Anwachsstreifen.  Die  Länge  des  Exemplares  Fig.  9  beträgt  105  mm.,  die 
Breite  48  mm.,  das  dadurch  ausgesprochene  Verhältniss  der  Breite  zur  Länge 
von  1  :  2,2  kann  auch  bei  den  zahlreichen  anderen  vorliegenden  Exemplaren 
als  ein  mittleres  gelten. 

Avicula  exilis  Stopp. 

1858.  Avicula  exilis  Stoppani,  Studii  p.  281. 
Stoppani,  Petriac.  d'Esino  Taf.  19,  Fig.  1-4. 

Häufigste  und  weit  verbreitetste  Art  des  südalpinen  Hauptdolomits,  vom 
Monte  Salvatore  an,  bis  an  die  Tiroler  -  Venetianische  Grenze.  Diese 
schöne  Art  hätte  eine  bessere  Abbildung  verdient,  als  sie  ihr  bei  Stoppani 
zu  Theil  geworden  ist. 

Gervillia  praeenrsor  Qu.  sp. 

?  1858.  Avicula  caudata  Stopp.  Studii  p.  281. 
Pal.  Lombarde.  Petr.  d'Esino  Taf.  18,  Fig.  18.  19. 

Stoppani  stellt  diese  in  der  Lombardei  und  bei  Storo  sehr  häufige 
Art  zu  Avicula  und  in  der  That  lassen  sich  auch  an  meinen  Exemplaren 
keine  Ligamentgruben  beobachten,  welche  eine  Einreihung  in  das  Geschlecht 
GerviUia  bestimmt  gestatten  würden.  Bei  der  Beschaffenheit  des  Dolomits, 
die  kleine  Unebenheiten  der  Schalen  leicht  verwischen  konnte,  scheint  mir 
aber  die  generische  Bestimmung  nicht  ganz  sicher  und  es  muss  dann  hervor- 
gehoben werden,  dass  unsere  Muschel  eine  solche  Aehnlichkeit  mit  Cfarvillia 
jnaecursor  besitzt,  dass  man  dieselbe,  mit  Avicula  contorta  zusammengefunden, 
gewiss  mit  jener  identificiren  würde.    Der  einzige  Unterschied  besteht  viel- 


Digitized  by  Google 


leicht  in  dem  etwas  kräftigeren  und  länger  ausgezogenen  vorderen  Ohre 
der  Art  aus  dem  Hauptdolomit. 

Gervillia  salvata  Brunner  sp. 
Taf.  II,  Fig.  8  a-d. 

1852.  Avicula  salvata  Brunner,  Neue  Denkachr.  allg.  Schweiz.  Gegellscta.  für  d. 

geg.  Naturw.  XII.  p.  f>. 
1855.  Gervillia  salvata  Hauer,  Fossilien  au«  dem  Dolomit  des  Mt.  Salvatore. 
Sltiungsber.  Wien.  Akad.  Bd.  XV.  Taf.  I,  Fig.  7-9. 
Die  Abbildung  und  Beschreibung  der  Brunner 'sehen  Art  wurde  von 
Hauer  nach  einigen  ihm  von  Stabile  mitgetheilten  Arten  gegeben.  Da 
mir  reiches  Material  in  gut  erhaltenen  Exemplaren  vorlag  und  die  Art  häufig 
im  Hauptdolomit  von  Inzino  ist,  hielt  ich  es  nicht  für  überflüssig,  sie  noch- 
mals abzubilden. 

Seit  jenem  ersten  Funde  von  Stabile  war  die  Art  nicht  wieder  gesehen 
worden  (s.  Stoppani,  Atti  della  societä  geol.  II.  pag.  238),  ihr  häufiges  Auf- 
treten im  Westen  der  Lombardei,  wo  die  Lagerungsverhältnisse  unzweifel- 
haft sind,  verdient  daher  besondere  Beachtung.  —  Aus  der  Gegend  von 
Zone  erwähnt  auch  Curioni  aus  dem  Hauptdolomit  (bei  ihm  Esinokalk 
genannt)  einer  Gervillia,  „welche  die  Form  der  O.  salvata  hat"  (Jahrb. 
geol.  Reichsanst.  1865.  Verh.  p.  111.) 


Ich  stelle  die  mir  bis  jetzt  aus  dem  Dogger  Südtirols  bekannt  gewor- 
denen Versteinerungen  zusammen  und  zwar  unter  Zugrundelegung  der 
Schichtenbezeichnungen,  wie  solche  oben  aufgestellt  wurden.  Die  Arten 
sind  mit  Ausnahme  von  Terebratuhi  fimbria  Sow.,  und  Amnwnites  Murehiso- 
nae  Sow.,  sowio  zweier  von  Schauroth  beschriebenen  Brachiopoden  sämmtlich 
neu.  Aus  den  ungemein  zahlreichen  Bivalven  hebe  ich  nur  einige,  entweder 
sehr  häufige  und  am  Habitus  leicht  wiederzuerkennende,  oder  zoologisch 
bestimmt  Charakterisirtes  heraus.  Der  Versuch  einer  Identifikation  meiner 
Erfunde  mit  allen  den  von  Schauroth  im  Verzeichnis»  der  Koburger  Samm- 
lung beschriebenen  aus  den  Umgebungen  von  Rotzo  würde  nach  den  Ab- 
bildungen allein  ohne  Zuziehung  der  Originale  bedenklich  sein,  ich  unterlasse 
denselben  daher  vor  der  Hand. 

a.  Arten  aus  den  grauen  Kalken  der  Terebratula  fimbria. 

PholidophoruB  Beggiatinus  Zigno. 
Mit  diesem  Namen  hat  Zigno  einen  wohlerhaltenen  kleinen  Fisch  be- 
legt, der  sich  in  den  grauen  Kalken  von  Rotzo  fand.    Sammlung  des 
Museo  civico  in  Vicenza. 


Digitized  by  Google 


161 


Pycnodontenzähne. 

Ein  einzelner  Zahn  bei  Sella  mit  T.  Rotzoana;  eine  Reihe  kleiner 
Zähne  in  den  Pflanzenschichten  von  Volano. 

Cypris  Rotzoana  Schaur. 

18Gö.  Cypris  Rotzoana  Schaur.    Verzeichnis^  p.  136,  Taf.  III,  Fig.  30. 
Nach  Schauroth  in  den  Umgebungen  von  Rotzo.    Mir  kam  die- 
selbe nicht  vor. 

Chemnitzia  terebra  Benecke. 

Taf.  V,  Fig.  1,  2. 

Fundort  der  abgebildeten  Exemplare:  Sega  di  Noriglio  bei  Rove- 
redo.    Sonst  zu  Volano,  Nomi,  Chizzola  und  im  Vizentinischen. 

Länge  des  abgebildeten  beschälten  Exemplars  100  mm.,  Breite  21  mm., 
Hohe  des  letzten  Umganges  zur  Höhe  der  ganzen  Schale  16/i0<m  Winkel- 
grosse 10°. 

Die  Schale  ist  thurmformig  verlängert,  beim  abgebildeten  beschälten 
Exemplar  etwa  16  Umgänge  bildend.  Der  obere  Rand  eines  jeden  Um- 
ganges schwillt  zu  einer  starken  Wulst  an,  so  dass  die  Naht  tief  liegt  und 
ein  gerundeter,  treppenartiger  Absatz  entsteht.  In  der  Mitte  eines  jeden 
Umganges  erfolgt  eine  deutliche  Einschnürung,  deren  Tiefe  jedoch  die  Höhe 
der  Wulst  nicht  erreicht.  Der  Gesammthabitus  gleicht  somit  sehr  dem  der 
Nerineen,  doch  liess  sich  beim  Anschleifen  eines  Exemplars  nichts  von 
8pindelfalten  bemerken.  Die  Mündung  konnte  bei  keinem  der  beschälten 
Exemplare  frei  gelegt  werden,  da  die  Schale  innig  mit  der  umgebenden 
Gesteinsraasse  verwachsen  ist.  Nach  dem  abgebildeten  Steinkern  zu  urthei- 
len,  war  dieselbe  länglich  eiförmig,  nach  oben  verschmälert.  Die  Schale 
ist  dick,  besonders  an  der  oberen  Hälfte  der  Umgänge,  wie  sich  an  den 
Steinkernen  sehr  deutlich  sehen  lässt,  die  nur  eine  schwache  Einbuchtung 
in  der  Mitte  eines  jeden  Umganges  und  keine  Anschwellung  am  oberen 
Theil  desselben  zeigen.  Von  den  im  ausseralpinen  Unteroolith  bekannten 
Chemnitzien  unterscheidet  sich  Ch.  terebra  besonders  durch  die  schlanke 
Gestalt  und  das  nerineenartige  Ansehen.  Ch.  turris  d'Orb.  aus  dem  Oxfor- 
dien  hat  ein  ähnliches  Ansehen,  ist  aber  gedrungener. 

Chemnitzia  sp. 

Bei  Illasi,  nördlich  von  Badia  Calavena  im  Vizentinischen,  fand 
ich  mit  Ch.  terebra  zusammen  in  Muschelkonglomeraten  des  Unterooliths 
eine  kürzere,  im  Verhältniss  zur  Länge  breitere  Chemnitzia.  Dieselbe 
gleicht  der  (V*.  Uneata  Sow.  sp.  (Min.  Conch.  Taf.  218,  Fig.  1). 

11 


Digitized  by  Google 


162 


Xatica  Tridentina  Benecke. 

Taf.  V,  Fig.  3. 

Fundort:  Bunter  Marmor  von  Villa  raontagna  bei  Trient,  an  der 
Strasse  nach  Civezzano,  mit  Terebratula  ßmbriaeformis  Schaur. 

Länge  46  mm.,  Breite  36  mm.  Schale  schief  eiförmig,  etwas  gestreckt, 
die  Gewinde  sehr  deutlich  hervortretend.  An  der  Naht  stossen  die  Um- 
gänge in  einem  sehr  stumpfen  Winkel  zusammen,  so  dass  eine  breite  Stufe 
am  oberen  Ende  jedes  Umganges  entsteht,  die  einerseits  von  der  Naht, 
andererseits  von  einer  scharfen  Kante  begrenzt  wird.  Unterhalb  dieser 
Kante  ist  die  Schale  massig  aufgebläht. 

Trochus  sinister  Benecke. 

Taf.  V,  Fig.  4. 

Aus  grauen  Kalken  von  Volano.  Länge  21  mm.,  Breite  20  mm., 
Winkelgrösse  61°. 

Schale  kreiaelförmig,  Umgänge  ganz  eben,  durch  deutliche  Nähte  ge- 
trennt. Andeutung  einer  feinen,  schräg  über  die  Umgänge  laufenden  Streifung. 
Die  Form  hat  nichts  Auffallendes,  ist  aber  ausgezeichnet  durch  die  links 
aufsteigende  Windung.  Troüius  glaber  Koch  &  Dnk.  (Beitr.  nordd.  OoL 
Taf.  I,  Fig.  12)  hat  ganz  dasselbe  Ansehen. 

Phasianella  sp. 

Eine  deutliche  Phasianella  fand  sich  zu  Volano  mit  Ch.  terebra  im 
selben  Gestein. 

Nerinea  sp. 

Etwas  östlich  Folgaria,  an  den  höheren  Alpen  gegen  den  Anhang 
von  Val  Astica  hin,  liegen  in  hellgrauen,  von  Spathadern  reichlich  durch- 
schwärmten  Kalken,  die  den  obersten  Horizonten  des  grauen  Kalkes,  viel- 
leicht schon  den  Schichten  der  MynchotieUa  bilobata  angehören,  eine  Menge 
kleiner,  sehr  niedlicher  Versteinerungen.  Dieselben  sind  aber  so  innig  mit 
dem  Gestein  verwachsen,  dass  man  beim  Zerschlagen  desselben  nicht  ein- 
mal die  Umrisse  erkennen  kann.  Unter  dem  Einfluss  der  Atmosphärilien 
wittern  dieselben  aber  heraus. 

Gastropoden  mit  deutlich  entblossten  Spindelfalten  lassen  sich  als  Ne- 
rineen  erkennen.  Auch  fällt  ein  sehr  zierlicher  Trochus  mit  feiner  spiraler 
Berippung  auf. 

PThracia  tirolensis  Benecke. 

Taf.  IV,  Fig.  2. 

Aus  grauen  Kalken  von  Volano.  Sonst  zu  Sega  di  Noriglio, 
Nomi,  Chizzola,  Folgaria,  Maranno,  im  Vizentinischen  und  überall 


Digitized  by  Google 


163 


häufig.  Zu  tausenden  bedecken  die  aufgeklappten  Schalen  gelbliche  Kalk- 
platten unter  dem  Grenzstein  Nr.  14  auf  den  Alpen  östlich  Folgaria, 
dicht  unter  einer  Bank  mit  Megalodus  pmtilus  n.  sp. 

Länge  des  Exemplares  auf  Taf.  IY,  Fig.  2,  35  mm.,  Breite  24  mm. 

Gleichklapp  ig,  ungleichseitig,  flach,  hinten  etwas  klaffend.  Die  Buckeln 
näher  an  dem  sanft  gerundeten  Yorderrand  stehend,  sich  beinahe  berührend. 
Hinterseite  länger  ausgezogen,  etwas  abgestutzt.  Eine  deutliche  Erhöhung 
zieht  auf  den  (allein  erhaltenen)  Steinkernen  von  dem  Buckel  nach  dem 
Hinterrande  und  begrenzt  gegen  den  Schlossrand  hin  ein  dreiseitiges  Feld. 
Grösste  Erhöhung  der  Schale  ziemlich  in  der  Mitte,  auf  einer  vom  Wirbel 
nach  der  Mitte  des  Unterrandes  gedachten  Linie  liegend.  Am  Wirbel  waren, 
nach  den  Steinkernen  zu  urtheilen,  die  Schalen  massig  dick,  gegen  den 
Unterrand  hin  dünn,  wie  feine,  ungleiche  Anwachsstreifen  auf  den  Kernen 
andeuten.  Die  Art  findet  sich  sehr  konstant  in  dieser  Grösse.  Die  gene- 
rische  Bestimmung  bleibt  hier,  wie  bei  der  p.  164  zu  beschreibenden  Cypri- 
cardia,  unsicher. 

foromya  papyracea  Benecke. 

Taf.  IV,  Fig.  1  a.  b.  c. 
Das  abgebildete  Exemplar  aus  grauen  Kalken*  von  Yolano.  Sonst 
häufig  zu  Nomi,  Sega  di  Noriglio,  Chizzola,  im  Yizentinischen. 
Länge  45  mm.,  Breite  35  mm.,  Dicke  29  mm. 

Länglich  oval,  stark  aufgebläht,  grösste  Dicke  der  Muschel  vor  der 
Mitte  nach  vorn  gelegen.  Buckeln  stark  nach  vorn  eingerollt.  Vorderseite 
kurz,  gerundet,  Hinterseite  länger  ausgezogen.  Mit  sehr  vielen  engstehen- 
den, nicht  ganz  regelmässigen,  konzentrischen  Streifen  und  weiter  stehenden, 
un regelmässigen ,  radialen,  die  vom  Wirbel  aus  gerade  nach  dem  Rande 
laufen;  dieselben  sind  besonders  am  mittleren  Theil  der  Schale  deutlich. 
Die  für  Ceromya  bezeichnende  Leiste  unter  dem  Buckel  der  rechten  Schale 
deutlich  als  Rinne  auf  den  Steinkernen.  Unter  den  so  schwer  abzugrenzen- 
den Ceromyen  dürfte  Ccr.  concentrica  Sow.  sp.  (Min.  Conch.  Taf.  491,  Fig.  1) 
am  nächsten  stehen,  besonders  wie  dieselbe  von  Morris  and  Lycett,  (a 
monograph  of  the  Mollusca  from  the  great  Oolite,  Taf.  XV,  Fig.  2)  abge- 
bildet wird.  Unsere  Art  ist  jedoch  weniger  aufgebläht,  die  grösste  Dicke 
der  Muschel  liegt  mehr  nach  vorn  und  die  Wirbel  sind  bei  Weitem  stärker. 

An  verschiedenen  Punkten  Südtirols  zeigt  sich  diese  Ceromya  in  sehr 
verschiedener  Erhaltungsweise.  Bei  Sega  di  Noriglio  erfüllt  sie  in  ge- 
schlossenem Zustande  und  meist  etwas  verdrückt  eine  ganze  Bank,  bei  Yo- 
lano finden  sich  nur  einzelne,  aber  besser  erhaltene  Schalen. 

11« 


UJ4 


(Jresslya  elongata  Benecke. 

Taf.  IV,  Fig.  5  a.  b.c. 

Fundort  des  abgebildeten  Exemplars  Volano.    Sonst  hier  und  da. 

Länge  de*  grössten  Exemplars  55  mm.,  Breite  35  mm.,  Dicke  28  mm. 

Gleichklappig,  ungleichzeitig,  massig  gewölbt,  die  Buckeln  nahe  am 
Vorderrande  stehend,  etwas  nach  vorn  eingerollt,  sich  berührend.  Unter 
dem  Buckel  der  rechten  Klappe  auf  dem  Steinkern  eine  deutliche  Furche. 
Höchste  "Wölbung  der  Schale  ein  Drittel  vom  Buckel  entfernt.  Es  liegen 
nur  Steinkerne  vor,  welche  auf  eine  sehr  dünne  Schale  deuten.  Leichte 
konzentrische  Anwachsstreifen  bedecken  die  ganze  Oberfläche. 

Ich  habe  den  Namen  Gresslyu  für  langgestreckte  Formen  vom  Typus 
der  Ceromyu  beibehalten,  da  es  zweckmässig  erscheint,  in  einer  so  formen- 
reichen Gruppe  Unterabtheilungen  anzunehmen,  welche  Bich  nach  äusser- 
lichen  Merkmalen  leicht  unterscheiden  lassen. 

Plenromya  elegans  Benecke. 

Taf.  IV,  Fig.  4  a.  b.  c. 

Aus  grauen  Kalken  von  Volano. 

Länge  42  mm.,  Breite  28  mm.,  Dicke  21  mm. 

Sehr  ungleichklappig,  die  linke  Klappe  bedeutend  kleiner,  der  Wirbel 
der  rechten  Klappe  beinahe  übergreifend,  stark  eingebogen,  doch  gerade, 
weder  dem  Vorder-  noch  dem  Hinterrande  zugekehrt,  näher  am  Vorder- 
rande stehend.  Die  kloine  Klappe  stärker  aufgebläht.  Uinriss  der  ganzen 
Form  gefällig  gerundet. 

'i  Cypricardia  inenrvata  Benecke. 

Taf.  IV,  Fig.  .'U.  b.c. 

Aus  grauem  Kalke  von  Volano. 

Breite  33  mm.,  Höhe  32  min.,  Dicke  24  mm. 

Etwas  ungleichklappig,  rechte  Klappe  wenig  grösser.  Wirbel  stark 
nach  vorn  eingerollt.  Schlossrand  nach  vorn  und  hinten  etwas  ausgezogen, 
so  dass  die  Schalen  zwei  Flügel  bilden  und  der  Umriss  der  ganzen  Muschel 
schief  viereckig  wird.  Unter  den  Buckeln  eine  Art  Lunula.  Oberfläche 
des  Steinkerncs  fein  gestreift.  Die  Schale  scheint,  besonders  an  den  Buckeln, 
sehr  dick  gewesen  zu  sein. 

Astarte  sp. 

Eine  kleine  Astarte  mit  deutlichem  Schloss  ist  aus  den  harrten  Kalken 
von  Folgaria  ausgewittert. 


Digitized  by  Google 


165 


Megalodus  pumilus  Benecke. 

1862.   Mtgalodm  triquettr  Wulf.  ?p.,   Var.  pumilus  Ofirob.    Die  Dachstein- 
bivalve  etc.  Siuungsber.  d.  Wiener  Akademie.  Bd.  4r>.  p. 'IH7.  Taf.  IV,  Fig.  1.5. 

Im  Jahre  1861,  wo  man  die  Stellung  der  grauen  Kalke  Südtirols  noch 
nicht  hinreichend  kannte,  sammelte  Professor  Oppel  bei  Mezzomonte 
(Maison  Monte  bei  Gümbel  I.e.  p.  371)  eine  Reihe  von  Bivalven,  welche 
Gümbel  bei  Gelegenheit  seiner  Revision  der  sogenannten  Dachsteinbivalvcn 
untersuchte.  Es  fanden  sich  zwar  im  Gesammthabitus  einige  Abweichungen 
von  dem,  was  Gümbel  als  Megulodus  tritjuetir  Wulf.  sp.  fi.xirte,  aber  da 
die  Schlösser  keinen  Unterschied  zeigten,  begnügte  sich  Gümbel,  die  Art 
als  Varietät  mit  dem  Namen  M.  pumilus  zu  unterscheiden.  Da  es  sich  nun 
jetzt  hat  nachweisen  lassen,  dass  diese  Bivalve  dem  Unteroolith,  nicht  der 
oberen  Trias  angehört,  so  scheint  es  gerechtfertigt,  auf  jene  bereits  von 
Gümbel  hervorgehobenen  äusseren  Unterschiede  hin  eine  neue  Spezies  zu 
begründen.  Diese  Unterschiede  sind:  Geringere  Grösse  als  die  triadischen 
Vorkommnisse  und  zwar  ganz  konstant.  Ich  sah  kein  Exemplar,  was  die 
Dimensionen  von  40  mm.  Länge,  und  35  mm.  Breite  überschritten  hätte. 
Nicht  so  hohe  Wölbung,  vordere  Seite  sehr  kurz,  keine  Lunula  abgegrenzt, 
die  Schale  aus  der  nur  seichten  Einbuchtung  unter  dem  Wirbel  allmählig 
ohne  Rand  zum  Rücken  ansteigend.  Die  Schale  ist  fein  gestreift,  mit 
6 — 10  groben  konzentrischen  Anwachsstreifen  bedeckt.  Vor  dem  hinteren, 
scharfen  Kiel  zieht  noch  ein  scharfer  Rückenkiel,  zwischen  beiden  ist  die 
Schale  schwach  abgeplattet;  die  hintere,  steil  und  tief  eingedrückte  Fläche 
ist  so  breit  wie  bei  Mcy.  triquetn: 

Zu  Millionen  eine  mehrere  Fuss  dicke  Bank  erfüllend;  überall  in  den 
grauen  Kalken  an  deren  oberen  Grenze.  Meist  einzelne  Klappen  in  einan- 
der geschoben  und  schlecht  erhalten. 

Trigonia  sp. 

Aus  den  harten  Kalken  von  Folgaria.  Ein  kleines,  5  mm.  langes 
Exemplar  mit  Rippen  nach  Art  der  Tr.  c-ostafa. 

Schizodus  sp. 

Erfüllt  ganze  Blöcke,  besonders  bei  Volano,  Val  Centa. 
Mytilus  sp. 

Nicht  selten  findet  sich  ein  grosser  Mytilus  in  den  grauen  Kalken. 
Wolf  (Jahrb.  geol.  Reichsanst.  1865.  Vcrh.  p.  48)  unterschied  bereits  eine 
Mytilusbank. 

Pinna  sp. 

Ein  Exemplar  einer  unbestimmbaren  Pinna  von  Volano. 


Digitized  by  GooqIc 


166 


Gervillia  sp. 

Zwei  Gervillien  mit  deutlichen  Ligamentgruben  eine  von  mehr  Pernaar- 
tigem  Habitus,  die  andere  sehr  schief  nach  Art  der  GerviUia  praecursor. 
In  grauen  Kalken  zu  Volano  und  in  den  Platten  mit  Thracia  tirolensis 
bei  Folgaria. 

Lima  sp. 

Kleine  feingerippto  Art.  Volano. 
Pecten  sp. 

Ein  grosser,  grob  gerippter  und  ein  kleiner  mit  sehr  feiner  radialer 
Streifung.  Erstrer  mit  Terebratula  Rotzoana  Schaur.  zu  Besagno,  letzterer 
in  den  Thraciaplatten,  vielleicht  Pecten  chthratifortnis  Schaur.  (Verzeichniss 
Taf.  III.  Fig.  1.) 

Anomia  sp. 

Manchen  Vorkommnissen  der  Rhätischen  Gruppe  sehr  ähnlich.  Thra- 
ciaplatten von  Folgaria. 

Ostrea  sp. 

Austern  sind  häufig.  Ausgezeichnet  eine  kleine  7—8  mm.  lange,  stark 
gefaltete  Art,  die  bei  Sega  di  Noriglio  ganze  Bänke  füllt. 

Terebratala  flmbria  Sow. 

1822.  Terebratula  fimbria  Sow.  Min.  Conch.   Taf.  326. 
Davids.  Mon.   Taf.  12,  Fig.  6—12. 

Einige  Exemplare,  die  ich  von  der  englischen  Species  nicht  zu  unter- 
scheiden vermag,  von  St.  Cacilia  und  Sega  di  Noriglio  bei  Roveredo. 
Hierher  dürfte  gehören  Terebratula  fimbriaeformis  Schaur.  (pars).  Ver- 
zeichniss p.  124  Taf.  II  Fig.  5b  (non  Fig.  5  a). 

Terebratula  fimbriaeformis  Schaur. 

Taf.  III,  Fig.  8  a,  b,  c,  9. 

1865.  Terebratula  fimbriaeformis  8chauroth,  Verzeichnis  etc.  p.  124,  Taf.  II, 
Fig.  5  a  (non  Fig.  5  b). 

Diese  Art  hatte  ich  bereits  abgebildet,  als  mir  Schauroth's  Arbeit 
zukam,  ich  kann  mich  daher  auf  dessen  Angaben  beziehen  und  brauche 
nur  einige  Ergänzungen  beifugen.  Ob  8chauroth's  Abbildungen  von 
zwei  Exemplaren  herrühren,  ist  mir  nicht  bekannt,  nach  den  Abbildungen 
zu  urtheilen,  ist  es  aber  der  Fall.  In  wie  weit  hier  Ungenauigkeiten  vor- 
liegen, lässt  sich  nicht  beurtheilen.  Fig.  5  b  auf  Taf.  II  scheint  zur  Tere- 
bratula fimbria  Sow.,  5  a  zu  der  von  mir  abgebildeten  Art  zu  gehören. 
Da  diese  Art  als  5a  (nicht  b)  abgebildet  ist,  sehe  ich  mich  veranlasst, 
Schauroth's  Namen  zu  adoptiren. 


Digitized  by  Google 


167 


'  Dimensionen  des  abgebildeten  Exemplares  von  Chizzo  la.  Länge  24  mm., 
Breite  21  mm.,  Dicke  18  mm. 

Als  Hauptunterschied  dieser  schönen  Art,  die  allerdings  der  Terebrattda 
ßmbria  Sow.  nahe  steht,  ist  hervorzuheben  die  ungemein  kräftige  Entwick- 
lung des  Schnabels  und  der  Schnabelkanten,  sowie  das  Heraufreichen  der 
Falten,  besonders  auf  der  undurchbohrten  Klappe  bis  unter  den  Schnabel. 
Auch  bleibt  Terebrattda  ßmbria  mehr  flach,  dreiseitig  im  Umriss,  während 
Terebrattda  ßmbriaeformis  dicker  und  kugliger  sich  entwickelt. 

Häufig  in  den  grauen  Kalken  überall  in  Tirol  und  dem  Vicentinischen. 
Bei  Villa  montagna  in  rothera  Kalke  (Fig.  9)  ein  Beweis,  wie  vorsichtig 
man  in  den  Alpen  sein  muss,  sich  der  Farbe  des  Gesteins  als  Merkmal  für 
die  Altersbestimmung  zu  bedienen. 

Terebratula  Rotzoana  Schaur. 
Taf.  III,  Fig.  1—5. 

1865.  Terebratula  Rotzoana  Schauroth.  VerxeichnUs  p.  115.  Taf.  II,  Fig.  6.  t 
Es  ist  dies  eine  zweite  von  mir  bereits  zur  Zeit  der  Publikation  der 
Schauroth'schen  Arbeit  abgebildete  Art.  Da  ich  dieselbe  in  grosser 
Menge  und  verschiedenen  Alterszuständen  besitze,  lasse  ich  meine  Beschrei- 
bung hier  folgen,  da  sie  einige  Ergänzungen  zu  Schauroth's  Mittheilungen 
Hefert. 

Schnabel  sehr  kräftig,  stark  übergebogen,  schon  bei  ganz  jungen 
Exemplaren,  die  überhaupt  die  bezeichnenden  Eigentümlichkeiten  dieser 
Terebratel  bereits  erkennen  lassen  (Fig.  5). 

Bei  ausgewachsenen  Exemplaren  (Fig.  1  c)  ragt  der  Schnabel  über  das 
Deltidium  federkielartig  hervor.  Oeffnung  gross  und  deutlich,  Deltidium 
deutlich  unter  dem  Schnabel  erkennbar.  Eine  ungemeine  scharfe  Schnabel- 
kante, welche  eine  grosse,  bei  ausgewachsenen  Exemplaren  tief  liegende 
Area  begrenzt,  bildet  das  hervorragendste  Kennzeichen  der  Art.  Dimensionen 
eines  ausgewachsenen,  noch  nicht  verdickten  Exemplares  (Fig.  2):  Länge 
35  mm.,  Breite  28  mm.,  Dicke  21  mm. 

Bei  einem  verdickten  Exemplar  (Fig.  1)  beträgt  die  Breite  29  mm., 
die  Dicke  27  mm.,  so  dass  also  der  Querschnitt  beinahe  kreisförmig  wird. 
Die  grosste  Breite  liegt  der  Stirn  stets  näher  als  dem  Schnabel.  Die  un- 
durchbohrte  Schale  schwach,  die  durchbohrte  stärker  gewölbt,  mit  der  höch- 
sten Wölbung  nahe  am  Schnabel.  Grenzlinie  beider  Schalen  anfangs  gerade, 
später,  nach  eingetretener  Verdickung  etwas  gegen  die  durchbohrte  8chale 
gebogen.  Umriss  in  der  Jugend  deutlich  dreiseitig  mit  halbkreisförmiger 
Haiis  (Stirnseite).  Je  mehr  die  Muschel  aber  wächst,  desto  mehr  schwindet 
der  dreiseitige  Umriss  und  nähert  sich  dem  elliptischen,  dem  er  schliesslich 


Digitized  by  Google 


108 


sehr  nahe  kommt.  (Fig.  1  a.)  Wenn  die  Muschel  bestimmte  Dimensionen 
der  Länge  und  Breite  erreicht  hatte  (Fig.  3),  wuchs  sie  nur  noch  nach  der 
dritten  Dimension  (Fig.  2  und  1)  und  zwar  in  einem  solchen  Grade,  dass 
dies  schliesslich  den  Tod  des  Thieres  zur  Folge  haben  musste.  Dicke, 
konzentrische  Runzeln  bedecken  dann  die  untere  Hälfte  der  Schalen  (Fig.  1), 
währond  im  Jugendzustande  nur  feine,  wenig  erhabene  Anwachsstreifen 
sich  zeigen. 

Terebratula  Iiotzoanu  steht  der  Terebratula  omaloyustyr  Ziet.  am  näch- 
sten, die  einen  ähnlich  entwickelten,  kräftigen  Schnabel,  jedoch  bei  Weitem 
keine  so  scharf  abgegränzte  Schnabelkante  und  Area  besitzt. 

Die  häufigste  und  bezeichnendste  Art  des  unteren  südalpinen  Dogger. 
Hierher  mag  mancherlei  gehören,  was  als  Terebratula  ornithocejrfutla  u.  s.  w. 
hin  und  wieder  in  der  Litteratur  citirt  wird. 

Terebratula  cf.  perovalis  Sow. 

Eine  schöne  Terebratel,  welehe  wohl  mit  Terebrattda  perovalis  zu  ver- 
einigen sein  wird,  fand  sich  in  grauem  Kalke  bei  Volano,  der  diesem 
Horizonte  angehört. 

Terebratula  hexagonalis  Benecke. 

Taf.  111,  Fig.  U.  7. 

Fundort  der  abgebildeten  Exemplare :  Volano.  Sonst  zu  Nomi, 
Vallunga,  Ghizzola,  Val  Centa,  Sella,  Illasi  im  Vicentin  u.  s.  w. 

Länge  2(5  mm.,  Breite  18  mm.,  Dicke  17  mm.  Schnabel  stark  über- 
gebogen, auf  der  undurchbohrten  Klappe  beinahe  aufsitzend,  das  Deltidium 
verdeckend.  Durchbohrte  Schale  stark  gewölbt,  zu  einem  Kiel  erhoben, 
undurchbohrte  schwächer  gewölbt,  ohne  jede  Spur  eines  Sinus,  mit  einer 
in  der  Richtung  der  Breite  ebenen  Wölbung  gegen  die  Stirn  verlaufend. 
Die  durchbohrte  Schale  fällt  zu  beiden  Seiten  des,  gegen  die  Stirn  etwas 
verflachten  Kieles,  steil  ab  und  greift  mit  einem  Flügel  in  die  kleine  Klappe 
ein.  Ueber  diesem  Flügel  greift  ihrerseits  die  kleine  Klappe  um  etwas 
gegen  die  grosse  vor.  Es  entsteht  so  der  doppelt  geschwungene  Verlauf 
der  Trennungslinie  beider  Klappen,  wie  ihn  Fig.  tia  angiebt.  Da  auch  die 
kleine  Klappe  gegen  ihre  Flügel  steil  abfällt,  so  wird  der  Querschnitt  bei- 
der Schalen  annähernd  ein  Sechseck,  dessen  zwei  gegenüberliegende  kleine 
Seiten  der  verflachte  Kiel  der  grossen  und  die  mittlere  Ebene  der  kleinen 
Klappe ,  dessen  vier  andere  Seiten  die  abfallenden  Flächen  der  Schalen 
bilden.  Scheinbar  greift  die  kleinere  Klappe  an  der  Stirn  gegen  die  durch- 
bohrte Klappe  vor,  doch  nur  scheinbar,  indem  die  Trennungslinie  beider 
Klappen  nur  genau,  nachdem  sie  durch  den  Flügel  der  grossen  Klappe 


Digitized  by  Google 


169 


nach  der  kleinen  hinausgedrängt  war,  bis  auf  den  Punkt  zurücktritt,  auf 
den  eine  vom  Schnabel  nach  der  Stirn  gezogene  Senkrechte  treffen  würde. 
Feine  Anwachsstreifen  bedecken  die  Oberfläche.  Der  Kiel  auf  dem  Rücken 
und  der  Gesammtumriss  gestatten  auch  die  Jugendformen  (Fig.  7)  sicher 
zu  erkennen,  die  Flügel  sind  aber  hier  noch  nicht  zur  Ausbildung  gelangt 
und  beide  Klappen  sind  durch  eine  gerade  Linie  getrennt. 

Unter  bereits  bekannten  Arten  fordert  besonders  Terebratula  carinata 
Lam.  zu  einem  Vergleich  heraus,  die  einen  ähnlichen,  aber  bei  Weitein 
nicht  so  ausgeprägten  Kiel  auf  dem  Kücken  trägt.  Auch  ist  der  Schnabel 
bei  T.  carinata  weniger  übergebogeu  und  besonders  unterscheidend  der  Um- 
stand, dass  bei  T.  carinata  gleich  unter  dem  Schnabel  ein  Sinus  einsetzt, 
T.  hcmgonalis  einen  solchen  aber  überhaupt  nicht  zeigt.  Ein  AVachsthum 
nach  der  Richtung  der  Dicke,  wie  es  Davidson  bei  T.  carinata  aus  Eng- 
land abbildet  und  wie  es  sich  bei  T.  Rotzoana  so  ausgeprägt  fand,  beobach- 
tete ich  nie  bei  T.  hcxagonulis. 

Häutige  und  sehr  bezeichnende  Al  t. 

Hypodiadenia  sp. 

Zu  diesem  Geschlecht  dürfte  ein  bei  Sega  di  J^origlio  gefundener 
Seeigel  gehören.  Zerbrochene  Stacheln  mit  zierlichen,  kleinen  Gastropoden, 
Zweischalern  und  Pentracrinus-Stielgliedern  untermengt  bedecken  an  manchen 
Punkten  ganze  Platten,  s.  bei  Sega  di  Noriglio,  Sella. 

Pentacrinus  sp. 

Einzelne  Stielglicder,  hier  und  da,  jedoch  nie  Bänke  bildend. 
Serpula  sp. 

Kleine,  ziemlich  regelmässig  spiralgewundene  Art.  Sega  di  Noriglio. 

b.  Arten  aus  den  Ooüthen  mit  Ammonltes  Murchisonae  vom 

Cap  S.  Vigilio  am  Gardasee. 

Belemnites  sp. 

Bereits-  im  geogn ostischen  Theil  wurde  erwähnt,  dass  Belemniten  sich 
häufig  am  Cap.  S.  Vigilio  in  einem  Oolith  finden,  der  etwas  höher  als 
die  Ammonitenschichten  liegt,  dass  aber  jbestimmbare  Exemplare  nicht  zu 
erlangen  waren.  Das  Vorkommen  von  Belemniten  verdient  nur  insofern 
Erwähnung,  als  solche  in  den  gleichaltrigen  grauen  Kalken  Südtirols  fehlen. 
Mit  A.  Murchisonae  zusammen  fand  sich  ein  Bruchstück  eines  Phragmocon, 
was  auf  einen  Belemnit  von  bedeutender  Grösse  sehliessen  lässt. 


Digitized  by  Google 


170 


Ammonites  scissus  Benecke. 
Taf.  VI,  Fig.  4  a.  b. 

Fundort:  Cap  8.  Vigilio  am  Gardasee  im  Oolith  mit  Ammonites 
Murchisonae. 

Dimensionen  des  abgebildeten  Exemplars:  Durchmesser  des  Gehäuses 
65  mm.,  Weite  des  Nabels  32  mm.,  Dicke  des  letzten  Umganges  16  mm., 
Höhe  desselben  über  der  Naht  20  mm.  Ein  anderes,  grösseres,  weniger  gut 
erhaltenes  Exemplar  hat  einen  Durchmesser  von  85  mm. 

Mündung  höher  als  breit,  etwas  komprimirt.  Gleich  über  der  Naht- 
linie beginnen  sehr  kräftige,  scharfe  Rippen,  die  durch  breite,  gerundete 
Furchen  von  einander  getrennt  sind  und  sich  allmählich  höher  erhebend, 
gerade  über  die  Seiten  und  den  Rücken  laufen,  um  nun  hier  in  einer 
Spitze  scharf  gegen  eine  tiefe  Rinne  abzustossen,  die  der  Medianlinie  entlang 
läuft.  Die  Rippen  sind  alle  einfach,  nur  eine  einzige  gabelt  sich  an  einem 
Exemplare.  Auf  den  Umgang  kommen  sechs  tiefe,  gerundete,  sehr  markirte 
Einschnürungen,  deren  letzte  beim  abgebildeten  Exemplare  unmittelbar  hinter 
der  Mundöffnung  steht,  die  noch  erhalten  ist.  Man  zählt  50  Rippen  auf 
den  Umgang. 

A.  scissus  erinnert  in  seinem  Gesammthabitus  an  einige  bekannte  Am- 
moniten  aus  ausseralpinem  Dogger,  die  aber  alle  abweichen.  A.  bifurcatus 
hat  dieselbe  Furche  auf  dem  Rücken  und  ähnliche  scharfe  Rippen,  die  sich 
zu  einer  Spitze  auf  dem  Rücken  erheben,  aber  die  Rippen  gabeln  sich  und 
auf  der  Gabelung  steht  ein  Dorn,  während  bei  A.  scissus  die  Rippen  ganz 
einfach  verlaufen  und  nur  allmählig  bis  zur  Höhe  des  Domes  auf  dem 
Rücken  ansteigen.  A.  Niortensis  d'Orb.  hat  zwar  einfache  Rippen,  aber  ein 
auf  der  oberen  Hälfte  der  Seite  stehender  Knoten  und  der  mehr  fünfeckige 
Querschnitt  unterscheiden  denselben  hinlänglich. 

Es  liegen  mir  10  Exemplare  vor. 

Ammonites  Murchisonae  Sow. 

1827.  Ammonites  Murchisonae.  Sowerby,  min.  Conch.  Tab.  ftöO. 
Fundort  Cap.  S.  Vigilio. 

Die  gesammelten  Exemplare  gehören  theils  der  starkrippigen,  theils  der 
schwachrippigen  Varietät  an,  einzelne  Hessen  sich  auch  vielleicht  als  A.  o/mi- 
linus  bezeichnen.  Wenn  ich  bei  den  etwas  schwankenden  Charakteren  des 
A.  Murchisonae  und  seiner  ausser  den  Alpen  noch  nicht  ganz  feststehenden 
vertikalen  Verbreitung  denselben  doch  als  bezeichnendste  Versteinerung 
anführte,  so  geschah  dies,  weil  er  eben  der  einzige  am  Cap.  S.  Vigilio 
gefundene  ist,  den  man  auch  ausserhalb  der  Alpen  kennt.  Wenn  entweder 


Digitized  by  Google 


171 


die  Gruppe  des  A.  Murchisonae  in  Beziehung  auf  ihre  verschiedene  Aus- 
bildung nach  dem  Lager  genauer  untersucht  oder  vielleicht  die  anderen  bei 
Cap.  8.  Vigilio  gefundenen  Ammoniten  auch  ausserhalb  der  Alpen  gekannt 
sein  werden,  wird  es  gelingen,  unsere  Oolithe  schärfer  in  ihrer  zeitlichen 
Entstehung  zu  fixiren. 
12  Exemplare. 

Ammonites  fallax  Benecke. 

Taf.  VT,  Fig.  1—3. 

Dimensionen  des  abgebildeten  Exemplars  (Fig.  1):  Durchmesser  des 
Gehäuses  68  mm. ,  Weite  des  Nabels  33  mm. ,  Dicke  des  letzten  Umganges 
(Fig.  2)  21  mm.,  Höhe  des  letzten  Umganges  über  der  Naht  24  mm.,  Dicke 
des  vorletzten  Umganges  22  mm. 

Sehr  interessant  ist  an  diesem  Ammoniten  die  sehr  verschiedene  Aus- 
bildung in  der  Jugend  und  im  ausgewachsenen  Zustande.  Beide  Formen 
könnte  man  für  sich  als  gesonderte  Arten  anzusehen  und  mit  verschiedenen 
ausaeralpinen  Arten  zu  identifiziren  versucht  sein. 

Querschnitt  in  der  Jugend  viel  breiter  als  hoch,  beinahe  halbmondförmig 
(Fig.  3b).  Auf  dor  Nahtfläche  stehen  deutliche  Rippen,  welche  sich  auf 
der  Höhe  der  Seite  zu  Knötchen  erheben  und  sich  durch  Gabelung  und 
Einschaltung  vermehren.  Der  breite  gerundete  Rücken  erscheint  daher  mit 
einer  Menge  gleichmässiger  feiner  Rippen  bedeckt,  die  ziemlich  gerade  über 
denselben  hinweglaufen  und  in  der  Medianlinie  in  einem  deutlichen  Kiele 
zusammenstossen  (Fig.  3  b).  Die  Umgänge  umfassen  sich  weit,  so  dass  ein 
tiefer  Nabel  entsteht.  Beim  Grösserwerden  des  Gehäuses  schnürt  sich  der 
äussere  Umgang  ein  und  bekommt  einen  flacheren,  gleichmässig  gerundeten 
Querschnitt  (Fig.  2),  der  Rücken  wird  schmäler,  die  steil  einfallende  Naht- 
flächo  verschwindet,  die  Knötchen  auf  den  Rippen  werden  undeutlich  und 
hören  ganz  auf,  indem  die  Rippen  ohne  alle  Erhöhung  sich  theilen.  In 
demselben  Maasse  schwächt  sich  der  Kiel  auf  dem  Rücken.  Bei  einem 
Exemplare  von  87  mm.  Scheibendurchmesser  ist  die  letzte  Hälfte  des  äus- 
sersten  Umganges  beinahe  ganz  glatt  und  nichts  mehr  vom  Kiele  zu  sehen. 
Etwa  3/4  des  letzten  Umganges  ist  Wohnkammer,  wie  man  an  Fig.  1,  wo 
die  Mundöffnung  mit  der  unmittelbar  hinter  derselben  liegenden  Einschnürung 
noch  kenntlich  ist,  sehen  kann.  A.  fcUUtx  im  Jugendzustande  gleicht  ganz 
dem  A.  insiynis  aus  dem  obersten  Lias,  wie  sich  denn  zwischen  Fig.  3  auf 
Taf.  VI  und  dem  jungen  Individuum  von  A.  insignis  bei  d'Orbigny  (terr. 
jur.  Taf.  112,  Fig.  5)  kein  nennenswerther  Unterschied  herausfinden  lässt. 
Im  ausgewachsenen  Zustande  erinnert  unser  Ammonit  jedoch  an  eine  ganz 
andere  Gruppe  von  Ammoniten,  die  man  besonders  aus  dem  französischen 


Digitized  by  Google 


172 


Unteroolith  und  zwar  in  höheren  Lagen  als  die  de«  A.  Murchisonae  kennt. 
A.  Gervillü  d'Orb  (terr.  jur.  Taf.  137,  Fig.  1)  ähnelt  dem  A.  fullax  ganz 
ungemein,  so  dass  man  beide  ohne  Kenntnis»  de»  Jugendzustandes  unbedenk- 
lich identifiziren  könnte.  Das  Fehlen  eines  Kieles  auf  den  inneren  Umgängen 
trennt  jedoeh  jene  französischen  Vorkommnisse  hinreichend. 

A.  JuUax  ist  der  häutigste  Ammonit  des  südalpinen  Ooliths  von  S.  Vi- 
gilio.    Es. liegen  mir  40  Exemplare  vor. 

Aminonites  gonionotus  Benecke. 

Tnf.  VII,  Fig.  3. 
Vom  Cap  S.  Vigilio  am  Gardase«e. 

Das  abgebildete,  gut  erhaltene  Exemplar  hat  folgende  Dimensionen: 
Durchmesser  des  Gehäuses  81  mm.,  Weite  des  Nabels  39  mm.,  Dicke  de» 
letzten  Umganges  12  mm.,  Höhe  desselben  über  der  Naht  24  mm.,  Quer- 
schnitt etwas  höher  als  breit,  gleichmässig  gerundet.  Kücken  gerundet  mit 
einem  gekörnelten  Kiel,  der  auf  der  Schale  und  dem  Kern  gleich  sichtbar 
ist.  Kräftige  Rippen  beginnen  auf  der  Naht,  erreichen  ihre  grösste  Höhe 
auf  der  Mitte  der  Seite  und  laufen  mit  starker  Biegung  nach  vorn  über  den 
Rücken,  wo  sie  unter  einem  Winkel  von  ziemlich  90°  im  Kiele  zusammen- 
stossen.  Theils  durch  Gabelung,  theils  durch  Einschaltung  vermehren  sich 
die  Rippen  auf  dem  Rücken.  Die  äusseren  Umgänge  werden  immer  evoluter, 
so  dass  man  auf  dem  vorletzten  Unigang  auf  der  Seite  noch  den  Beginn 
der  Gabelung  der  Rippen  beobachten  kann,  während  auf  den  innersten  Uni- 
gängen nur  die  Hauptrippen  sichtbar  bleiben,  die  gegabelten  und  eingeschal- 
teten aber  unter  dem  folgenden  Unigang  verborgen  liegen.  Man  zählt  auf 
dem  äussersten  Umgang  31  Hauptrippen.  Drei  Viertel  des  letzten  Umganges 
am  abgebildeten  Exemplar,  welches  jedoch  nicht  ganz  bis  zur  Mundöffnung 
erhalten  ist,  gehört  der  Wohnkamnier  an. 

Hehl'«  A.  phnuht  (Zieren,  Verst.  Württb.  Taf.  VII,  Fig.  5)  aus  dem 
oberen  Jura  hat  eine  ähnliche  Berippung,  ist  aber  komprimirter.  Bei  A. 
Mariiusi  d'Orb.  (Terr.  jur.  Taf.  125)  aus  dem  französischen  Unteroolith,  mit 
dem  man  dem  A.  gonionotus  sehr  ähnliche,  wenn  nicht  identische  ausseralpine 
Vorkommnisse  vereinigt  hat,  bilden  die  Rippen  keinen  Winkel  auf  dein 
Rücken  und  der  Kiel  fehlt.  Im  Gesammthabitus  gleichen  sich  aber  beide 
Arten  recht  sehr. 

2  Exemplare. 

Amnionitis  ophionetis  Benecke. 

Taf.  VI,  Fig. 

Fundort  Cap  S.  Vigilio  am  Gardasee.  Lineaten  sind  nächst  den 
Heterophyllen  diejenigen  Ammoniten  aus  jurassischen  Schichten  der  Alpen. 


Digitized  by  Google 


173 


deren  Unterscheidung  am  schwierigsten  fällt.  Um  so  angenehmer  ist  es,  in 
A.  ophioneus  eine  auch  im  Kern  noch  deutliche  Art  zu  besitzen,  deren  Lager 
sicher  feststeht. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  Gehäuses  79  mm.,  Weite  des  Nabels 
30  mm.,  Dicke  des  letzten  Umganges  18  mm..  Höhe  desselben  über  der  Naht 
22  mm.,  Mundöfthung  höher  als  breit,  Kücken  gerundet,  Seiten  wenig  ge- 
wölbt, Suturfläche  steil  einfallend.  Auf  den  Umgang  kommen  sechs  deutliche 
Einschnürungen,  welche  dem  Gehäuse  ein  sehr  bezeichnendes  Ansehen  geben. 
Auf  den  inneren  Umgäugen  ist  vor  jeder  Einschnürung  noch  eine  kleine 
Anschwellung  zu  bemerken.  Die  Loben  stimmen  mit  denen  sonst  bei  Li- 
maten  gewöhnlichen  überein. 

1  Exemplar. 

Lineat  sp. 

Einige  Steinkerne  vom  Typus  des  A.  Etidesianus  d'Orb.  von  derselben 
Lokalität,  von  indifferentem  Habitus. 

Heterophylle  sp. 

Unter  den  nicht  seltenen  Heterophyllen  vom  Cap  S.  Vigilio  zeichnen 
sich  zwei  Formen  aus,  eine  nach  Art  des  A.  Culypso  d'Orb.  mit  wenigen 
müssig  geschwungenen  Einschnürungen,  eine  andere  mit  zungenartig  vor- 
springenden Einschnürungen  wie  bei  .4.  Ziyuodiamis  d'Orb.  Erstere  erreichen 
eine  bedeutende  Grösse,  letztere  bleiben  klein. 

Perarmat  sp. 

Interessant  ist  in  den  Oolithen  ein  Exemplar  eines  kleinen  Perarmaten, 
was  als  Jugendform  keine  weitere  Bestimmung  zulässt. 

Turbo  sp. 

Unbestimmbare,  kleine  Kerne. 

Nucula  cf.  Aalennis  Opp. 
Eine  Nuada,  der  N.  Aahiisis  Opp.  gleichend,  fand  sich  in  zwei  Exem- 
plaren. 

Inoceramns  sp. 

Vom  Typus  der  Posidonia  yigantca  Gldf. 

flimiites  sp. 

Mehrere  Bruchstücke  mit  den  bezeichnenden  bindfadenartigon  unregel- 
mässigen Bippen,  zwischen  denen  bis  8  feinere  stehen. 

Terebratnla  cf.  Bonei  Zeuschn. 
Unbestimmbare  Terebratel  mit  flachem  Sinus  der  undurchbohrten  Schale. 


Digitized  by  Google 


174 


Rbynehonella  sp. 

Indifferente  Form,  unsymmetrisch  nach  Art  der  Rh.  inconstam  Sow. 

c.  Fauna  der  Schichten  der  Rhynchonella  bilobata. 

Lima  sp. 

Eine  kleine  feingerippte  Art.    Volano.    Ponte  diTierno. 
Pecten  sp. 

Kleine,  glatte  Art.    Volano.    Lizzanella.    Ponte  di  Tierno. 
Rhynchonella  bilobata  Benecke. 

T«f.  V,  Fig.  5.  6. 

Fundort:  die  abgebildeten  Exemplare  von  Trambilleno  bei  Rore- 
redo;  sonst  bei  Lizzanella,  Ponte  di  Tierno,  Nomi,  Volano  etc. 

Dimensionen  des  kleinen  Exemplares:  Länge  14  mm.,  Breite  17  mm.. 
Dicke  7  mm.  Länge  des  ausgewachsenen  Exemplares  20  mm.,  Breite  de* 
selben  34  mm. 

Schnabel  kräftig,  massig  gebogen.  Umriss  in  der  Jugend  dreiseitig,  im 
Alter  die  Seiten  flügelartig  ausgezogen.  Beide  Klappen  wenig  gewölbt,  die 
undurchbohrte  etwas  mehr,  mit  der  grössten  Erhöhung  näher  am  Wirbel. 
Beide  Schalen  mit  kräftigen,  gleichraässig  ausstrahlenden  Rippen  bedeckt, 
die  am  Wirbel  beginnen.  Das  kleinere  Exemplar  trägt  deren  16,  das 
grössere  26.  Sämmtliche  Exemplare  sind  auffallend  unsymmetrisch  nach 
Art  der  Eh.  inconstans  Sow.,  indem  die  Schale  durch  einen  Absatz  in  zwei 
Hälften  getrennt  erscheint,  der  sich  bei  ausgewachsenen  Exemplaren  im 
ersten  Drittel  der  Entfernung  vom  Wirbel  einsetzt  und  an  der  Stirn  seine 
grös8te  Höhe  erreicht. 

Rhynchonella  sp. 

Gefaltete,  kugelige  Rhynchonella  von  indifferentem  Habitus;  fiberall 
-  mit  voriger  Art. 

Cidaris  sp. 

Fragmente  von  Cidaritenschalen  häufig  im  gelben  Marmor  von  Lii* 
zanella. 

Radioli  «p. 

Ebenda. 

Pentacrinns  sp. 

Ganze  Bänke  füllend. 


Digitized  by  Google 


175 


d.  Arten  des  Posidonomyengesteins  (Kl  aus  schichten). 

Sphenodus  Zählte. 

Auf  die  Häufigkeit  des  Vorkommens  von  Sphenodus- Zähnen  in  den 
jurassischen  Jurakalken  machte  Oppel ')  besonders  aufmerksam.  Madonna 
del  Monte.    Am  letzteren  Orte  auch  andere  unbestimmbare  Fischreste. 

Pycnodonten-Zähne 

Häufig  zusammengeschwemmt  und  mit  bohnerzar^igem  Brauneisenstein. 
Nester  in  rothem  Kalke  von  Madonna  del  Monte  und  braunem  Kalke 
von  dem  Thale  östlich  Crosano  erfüllend. 

Belemnites  sp. 

Häufig  ein  kleiner,  schlanker  Belemnit  an  allen  Punkten,  an  denen 
Posidonomyengestein  entwickelt  ist. 

Ammonites  Kndernatachi  Hau. 

1852.  Ammonites  heterophyllus  Kud.    Ammoniten  von  Swinitza.    Abhandl.  der 

geol.  Reichsanst.  Bd.  I.  Abth.  2.  Taf.  I,  Fig.  5—9. 
1854.  Ammonites  Kudernatschi  Hauer.  Heterophyllen.  Sitcungsber.  Wien.  Akad. 

Bd.  XII.  p.  44. 

Brentonico  und  Madonna  del  Monte. 
Ammonites  subobtusns  Kud. 

1852.  Ammonites  subobtusus  KudernaUch.    Ammoniten  ron  Swinitza.  Abbaudl. 
der  geol.  Reichsanst.  Bd.  I.  Abth.  2.  Taf.  II,  Fig.  1-3. 

Brentonico  und  Madonna  del  Monte. 
Ammonites  Eudesianns  d'Orb. 

1845.  Ammonites  Eudesianus  d'Orbigny.    Terr.  jur.  Taf.  128. 
Brentonico. 

Ammonites  tripartitns  Rasp. 

1831.  Ammonites  tripartitus  Raapail.  Annalea  d'Obserr.  III.  Taf.  11,  Fig.  5. 
Brentonico,  Madonna  del  Monte. 

Ammonites  subradiatus  Sow. 

1823.  Ammonites  subradiatus  Sowerby.  Min.  Conoh.  Taf.  421,  Fig.  2. 

Die  kleinen  Exemplare  von  Brentonico  lassen  keine  ganz  sichere  Be- 
stimmung zu.  Vielleicht  gehören  dieselben  zu  A.  bisctäptus  Opp.  [A.  Henrici 
Kudern.  (von  d'Orbigny)  Ammon.  v.  Swinitza.  Taf.  II,  Fig.  9.  10.  11.  12.  13] 
Paläont.  Mitth.  p.  149. 


1)  Oppel,  Zeitachr.  deutsch,  geol.  Oes.  18G3.  p.  189. 


Digitized  by  Google 


176 


Amnionitis  rectelobatus  Hau. 

?  18.r»3.  Ammonites  liyuiferus.  (1at.  Intorno.  Taf.  I,  Fig.  >. 
1857.  Ammonitts  rectelobatus  Hauer.  Paläont.  Notizen.  Taf.  1,  Fig.  0.  Taf.  2,  Fig.  10. 

Brentonico,  Madonna  del  Monte. 
Amnion it es  Martinsi  d'Orb. 

18  i">.  Ammonites  Marti usi  d'Orbigny.    Tcrr.  jur.  Taf.  l'>5. 
Brentonico. 

Ammonites  ßrogniarti  Sow. 

1817.  Ammonites  Brogniarti  Sowerby,  Min.  Concli.  Tab.  184.  A.  Fig.  >. 
Kleines  Exemplar  von  Madonna  del  monte. 

Ancyloceras  annnlatnm  Desh.  sp. 

1830.  Hamites  annuhttus  Desli.,  Encyclop.  II.  183. 
Brentonico.    Von  Prof.  Oppel  gesammelt  1863. 

Posidonomya  alpina  Gras. 

18.V'.  l'osidonomya  alpina  OroB,  Catalogue  des  corps  organijes  fosa.  du  Dep. 
de  l  lsere.  p.  11.  Tab.  I,  Fig.  1. 

Diese  alpinen  Posidonomycn  sind  in  der  That  Zweischaler  und  nicht 
Estherien,  wie  Jones  sich  an  ihm  übersandten  Exemplaren  überzeugte. 

Lima  sp. 

Eine  gröber  und  eine  fein  gerippte  Art.    Madonna  del  monte. 
Pecten  sp. 

Kleine,  glatte  Art.    Madonna  del  monte. 
Terebratula  Gerda  Opp. 

1803.  Terebratula  Gerda  Oppel,  Zeit<ehr.*deutseh.  geol.  Üeiellsch.  Taf.V,  Fig.'l. 

Brentonico.    Madonna  del  monte. 
5  Exemplare. 

Terebratula  Geflon  Opp. 

1803.  Terebratula  Gefion  Oppel,  Zeitsehr.  deutsch,  geol.  Gesellsch.  Taf.V,  Fig.j. 
Sehr  häufig.    Madonna  del  monte,  Ponte  di  Tierno.  Nomi. 
170  Exemplare. 

Terebratula  curviconcha  Opp. 

1 803.  Terebratula  curvironcha  Oppel,  Zeitschr.  deutsch,  geol.  Oeselheh.  Taf  V, 
Fig.  ß. 

150  Exemplare. 


d  by  GpogJl 


Terebratola  bivallata  E.  Deal. 

Terebratula  bivaUata  E.  Deslongchanips ,  Ballet,  soc.  Lineenne  de  la  Norm. 
Bd.  IV.  p.  7  («ep.)  Taf.  XI,  Fig.  1,  i. 

Vertritt  mit  T.  sulcifrons  n.  sp.  die  Gruppe  der  T.  Benthyi  in  dem 

P 08 idonomy engestein.    Ponte  di  Tierno. 

1  Exemplar. 

Terebratala  snlcifrons  Benecke. 

Taf.  V,  Fig.  7  a — d. 

Von  Ponte  di  Tierno  und  Madonna  del  monte. 

Dimensionen  des  abgebildeten  Exemplars  von  Madonna  del  monte: 
Lünge  14  mm.,  Breite  16  mm.,  Dicke  12  mm.;  Schnabel  kräftig,  stark 
Qbergebogen,  jedoch  das  Deltidium  noch  frei  lassend.  Andeutung  von 
Schnabelkanten,  indem  eine  besondere  Area  abgegrenzt  erscheint  (7d.). 
Unmittelbar  unter  dem  Schnabel  beginnend,  bildet  die  undurchbohrte  Klappe 
eine  grosse,  scharfe  Falte,  weleher  ein  ebenso  tiefer,  scharfer  Sinus  der 
anderen  Klappe  entspricht.  Zu  beiden  Seiten  des  letztern  stehen  je  eine 
hohe  Falte,  welche  nach  aussen  steil  abfallen  und  einen  flügelartigen  Vor- 
sprung der  durchbohrten  Klappe  gegen  die  undurchbohrte  bilden.  Es  ent- 
steht so  der  eigentümliche  Verlauf  der  Trennungslinie  beider  Klappen,  wie 
er  auf  Fig.  7  d.  angegeben  ist.    Die  Stirn  erscheint  scharf  zickzackartig. 

T.  sulcifrons  gehört  zu  der  so  interessanten  und  besonders  in  alpinen 
jurassischen  Ablagerungen  verbreiteten  Gruppe  der  T.  Bcntleyi  Dav.  Oppel 
beschrieb  aus  dem  Vilser  Kalke  der  Nordalpen  die  nahe  stehenden  T.  Vil- 
smsis  und  T.  bifrons  (Oppel,  Württ.  naturw.  Jahresh.  XVII.  p.  31.  32.  Tab.  II, 
Fig.  lu.  2).  Winkle  r")  fügte  noch  die  Arten  T.  Teisenbcrgensis  und  sub- 
ulpina  aus  dem  Vilser  Kalk  von  Teisenberg  hinzu.  Was  Quenstedt 
von  alpinen  Vorkommnissen  mit  dem  Namen  T.  intcrsa  belegte  (Hdb.  der 
Petrefaktenkunde,  p.  405.  Taf.  XXXVII,  Fig.  22),  gehört,  wie  ich  an  cinor 
Reihe  von  Exemplaren  von  Windist' hgersten1)  sehen  konnte,  theils  zu 
T.  bifrons  und  T.  Vilscnsis  Opp.,  theils  zu  T.  Teisenbcrgensis  VVnkl.  Unter 
diesen  Arten,  die  alle  einem  höhern  Niveau  angehören,  als  T  sulcifrons,  steht 
letztere  der  T.  Vilsensis  Opp.  am  nächsten,  unterscheidet  sich  aber  durch  den, 
zu  Anfang  mehr  senkrechten  Verlauf  der  Trennungslinie  beider  Klappen  und 
durch  die  scharfen,  unmittelbar  unter  dem  Schnabel  beginnenden  Falten. 

10  Exemplare. 


')  Bronn-Leonh.  Jahrb.  18M.  p.  307.  Taf.  VI,  Fig.  12.  13.  14. 10. 
*)  In  den  Verh.  d.  Jahrb.  d.  geol.  Reichaanst.  1865,  p.  6ti,  finden  sich  diese  Brachio- 
poden  als  T.  inverta  Opp.  angeführt. 

12 


Digitized  by  Google 


17S 


Terebratula  Roveredana  Benecke. 

Taf.V,  Fig.  8a~d. 
Ponte  di  Tierno  und  Madonna  del  monte. 

Dimensionen  des  abgebildeten  Exemplars  von  Madonna  del  monte: 
Länge  18  mm.,  Breite  25  mm,,  Dicke  12  mm.  Schnabel  wenig  übergebogen. 
Deltidium  niedrig.  Deutliche  Schnabelkanten  begrenzen  eine  kleine  Area. 
Einem  Sinus  der  durchbohrten  Klappe,  welcher  im  Drittel  der  Länge  vom 
Schnabel  beginnt,  entspricht  eine  Falte  der  undurchbohrten  Klappe.  Der 
Sinus  der  durchbohrten  Klappe  ist  begrenzt  von  kräftigen  Falten,  denen 
sinusartige  Vertiefungen  auf  der  anderen  Seite  gegenüberstehen.  Auf  denen, 
in  der  Richtung  der  Breite  bei  ausgewachsenen  Exemplaren  sehr  verlänger- 
ten Seiten  setzt  sich  noch  jo  eine  kleine  Falte  ein.  Der  auf  diese  Weise 
entstehende  Verlauf  der  Stirn-  und  Seitenlinie  ergiebt  sich  aus  Fig.  8d. 
Die  Falten  erscheinen  an  ihrem  Beginne  sanft  gerundet  und  werden  erst 
an  der  Stirn  scharf,  so  dass  die  Stirnlinie  zickzackartig  erscheint,  während 
die  Durchschnittslinie  durch  die  Mitte  der  Muschel  (nach  der  Querrichtung) 
ein  wellenförmig  gerundetes  Ansehen  haben  würde. 

Im  JugendzuBtande,  wo  T,  Roveredana  noch  nicht  so  in  die  Breite  ge- 
zogen ist ,  hat  sie  Aehnlichkeit  mit  jungen  Exemplaren  von  T.  sitlcifrons, 
die  sich  im  Alter  so  deutlich  durch  den  frühen  Beginn  der  von  Anfang  an 
scharfen  Falten  und  die  gedrungene,  glockenförmige  Gestalt  unterscheidet. 
Bei  hinreichendem  Material  gelingt  die  Trennung  beider  Arten  aber  auch 
im  Jugendzustande. 

30  Exemplare. 

Terebratnla  cf.  perovalis. 

Schüue  grosse  Terebratel,  über  deren  Lager  ich  nicht  im  Klaren  bin. 
Ich  fand  dieselbe  etwas  unterhalb  St.  Nicole,  östlich  Roveredo,  in 
Blöcken  dunkelrothen  Kalkes  in  der  Lena,  die  von  höher  herunter- ge- 
stürzt sein  müssen  und  über  Tierno  (siehe  Profil  1).  Wahrscheinlich  stammt 
dieselbe  aus  Posidonomyengestein. 

Rliynchonella  coaretata  Opp. 

18G3.  Iihynchonella  coaretata  Oppel,  Zeitschr.  deutsch,  geol.  Gesellsch.  Taf.VI, 
Fig.  4. 

Madonna  del  monte. 

In  den  mir  vorliegenden  Exemplaren  ist  die  ausgesprochene  Ecke  der 
Stirnlinie  so  scharf  hervortretend,  dass  es  gerechtfertigt  erscheint,  die  Art 
T.  coaretata  gegenüber  der  T.  Atta  Opp.,  die  einen  gerundeten  Verlauf  der 
Stirnlinie  zeigt,  aufrecht  zu  erhalten.    (Siehe  Oppel  I.  c.  p.  209.) 

4  Exemplare. 


Digitized  by  Google 


179 


Rhynchonella  defluxa  Opp. 

1863.  Ehynchowlla  dtfluxa  Oppel,  ZeiUchr.  deutsch,  geol.  Gesellsch.  Taf.  VII, 
Fig.  1—4. 

Ponte  di  Tierno. 
4  Exemplare. 

Rhynchonella  Brentoniaca  Opp. 

1863.  Rhynchonella  Brentoniaca  Oppel,  Zeitsohr.  deutsch,  geol.  Gesellschaft. 
Taf.  TU,  Fig.  12—14. 

Schöne  und  sehr  wohl  charakterisirte  Form  der  südalpinen  Posidomyen- 
gesteine.  Nicht  selten  bei  Ponte  di  Tierno.  Madonna  del  monte, 
Nomi. 

50  Exemplare. 

Stoniechüius  rotnndas  n.  sp. 

Kleine  Art  von  23  mm.  Durchmesser.  Kreisrund,  flach  gewölbt.  Die 
gute  Erhaltung  der  Unterseite  gestattet  nach  der  Beschaffenheit  des  Pe- 
ristoms  die  Zugehörigkeit  zu  Stomechinus  deutlich  zu  erkennen.  2  Warzen- 
reihen  auf  den  Ambulakralfeldern ,  5  auf  den  Interambulakralfeldern ,  von 
denen  zunächst  die  mittlere  nach  dem  Scheitel  hin  zu  verschwinden  scheint. 
Madonna  del  monte. 

Hyboclypas  sp. 

Echinodermenreste  sind  nicht  selten ,  allein  meist  so  schlecht  erhalten, 
dass  man  nur  den  äusseren  Umriss  erkennen  kann.  Ein  Hyboclypus  ist 
häufig  bei  Madonna  del  monte  und  Brentonico. 

Pentacrinus  sp.  ind. 

Wie  im  geognostischen  Theile  auseinander  gesetzt  wurde,  erfüllen  die 
Pentacrinus-Stielglieder  ganze  Bänke.  Schauroth  bildete  aus  dem  Ammo- 
nitico  rosso  von  Fondi  in  den  VII  Communi  einen  Pentacrinus  ab  und 
nannte  denselben  Pentacrinus  cinyulatiformis.  (Verzeichniss,  Taf.  IV,  Fig.  2.) 
Derselbe  ist  zwar  bedeutend  kleiner,  als  die  aus  Südtirol,  allein  da  sonst  in 
rothem  Alpenkalk  (im  eigentlichen  Ammonitico  rosso,  meinen  Schichten  des 
Amnu  aeanihicus  und  Diphyakalken)  Pentacrinus  -  Arten  fehlen,  stammen 
wohl  auch  diese  Exemplare  aus  den  häufig  rothen  Kalken  der  Ter.  curvi- 
coneha. 

Eugeniacrinos  sp.  ind. 

Einen  Kelch  eines  Eugeniacrinus  fand  ich  bei  Madonna  del  monte. 
Schauroth's  Eugeniacrinus  nutantifonris  (Verzeichniss,  Taf.  IV,  Fig.  1) 
dürfte  dieselbe  Art  sein,  und  zu  demselben  gehören  runde  Stielglieder,  die 

12* 


Digitized  by  Google 


180 

ich  bei  Madonna  del  raonte  fand,  und  die  Schauroth  als  Pentacri- 
nus  subteres  Gldf.  (Vorzcichniss,  Taf.  IV,  Fig.  3)  aus  rothem  Ammoniten- 
kalk  von  Fondi  abbildete.  Schauroth's  Poitacritnts  subtnrs  Gldf.,  Taf. IV, 
Fig.  4.  „angeblich*  von  Magr£,  dürften  Stielglieder  einer  anderen  Art  als 
Fig.  3  sein.  Es  finden  sieh  solche  in  der  That  in  jener  Gegend  und  sind 
nicht  selten  in  Sammlungen  zu  sehen.  Ich  fand  deren  selbst  in  grosser 
Menge  zwischen  Illasi  und  Bolca  Purga,  wo  sie  in  der  Scaglia 
liegen.    Die  Glieder  sind  stark  tonnenförmig. 

Astraea  sp.  ind. 

l.si;:*.  Oppel,  Zeitgchr.  deutsch,  geol.  ZeiUchr.  p.  19"). 
Von  Brentonico. 

III.  Fauna  de«  eüdalpiiien  IVlaliii. 
a.  Schichten  des  Ammonites  acanthicus. 

(Ausgeralpine  Zone  des  Ammonites  fenuilobatus  Opp.) 
Sphenorfns  sp. 

Ein  schöner  Zahn  von  Torri.    Auch  bei  Brentonico  nicht  selten. 

Belemnites  cf.  semisnlcatos  Mnst. 
Belemuiten  finden  sich  bei  Roveredo,  Brentonico,  Torri  und  an- 
deren Orten  häufig  mit  Ammonites  acanthicus  zusammen,  sind  aber  sehr 
schwer  in  guter  Erhaltung  aus  dem  harten  rothen  Kalke  zu  erhalten.  Das 
mir  vorliegende  Material  reicht  zur  Fixirung  bestimmter  Arten  nicht  aus. 

Ammonites  acanthicus  Opp. 

18*,.'i.  Ammonites  acanthicus.  Oppel,  palitont.  Mitth.  p.  ,M9. 
Fundorte:  Roveredo,  Brentonico,  Torri,  Nomi,  Sella,  Do- 
megliara. 

Die  häufigste  Ammonitenart  des  unteren  Horizontes  der  rothen  Ammo- 
niretikalke  stimmt  mit  A.  ricantJtüus  Opp.  am  genauesten  überein.  Während 
aber  schwäbische  und  fränkische  Exemplare  in  der  Jugend  stets  zwei  Reihen 
Dornen  besitzen  und  nur  im  ausgewachsenen  Zustande  auf  dem  letzten  Um- 
gange die  äussere  Reihe  verlieren,  haben  alle  südtiroler  Exemplare  von  der 
Jugend  an  nur  eine  Knotenreihe  auf  der  Grenze  der  Suturfläche  und  der 
Seite.  Im  Gesammthabitus  stimmen  aber  die  alpinen  und  ausseralpinen 
Vorkommnisse  sehr  wohl  überein. 

30  Exemplare 


Digitized  by  Google 


181 


Ammoaites  Uhlandi  Opp. 

1863.  Ammonites  Uhlandi.  Oppel,  paläont.  Mitth.  p.  ?24. 
Fundorte:  Brentonico,  Torri,  Sella. 

Zwei  Arten  von  Inflaten  vom  Typus  dos  Ammonites  gigas  Ziel,  finden 
sich  nicht  selten  in  den  Schichten  des  Ammonites  acanthicus.  Der  eine  der- 
selben lässt  sich  mit  A.  Uhlandi  Opp.  identifiziren.  Der  andere  ist  vielleicht 
A.  turgescens  Cat.  (Intorno  ad  una  nuova  classific.  Taf.  I,  Fig.  1).  Da  mir 
aber,  als  ich  das  Original  in  der  Universitätssammlung  zu  Padua  sah,  mein 
Material  nicht  zur  Hand  war,  wage  ich  nicht  eine  bestimmte  Meinung  aus- 
zusprechen. 

10  Exemplare. 
Ammonites  enrystomus  Benecke. 

Taf.  IX,  Fig.  1.  a.  b. 
Fundort:  Sella. 

Dimensionen  des  einzigen  vorliegenden,  etwas  verdrückten  Exemplares 
nach  der  Ergänzung:  Durchmesser  des  Gehäuses  104  mm.,  Weite  des  Na- 
bels 59  mm.,  Dicke  des  letzten  Umganges  (»3  mm. ,  Höhe  desselben  über 
der  Naht  35  mm.  Mündung  breiter  als  hoch.  Rücken  sanft  gerundet,  in  der 
Mitte  glatt,  nach  den  Seiten  hin  leicht  gefaltet  durch  die  Abdachung  der 
Knoten.  Der  erhaltene  Theil  der  Wohnkammer  nimmt  beinahe  einen  Umgang 
ein.  Die  Stacheln  beider  Reihen  sind  durch  Rippen  mit  einander  verbunden. 
Man  zählt  auf  dem  äusseren  Umgang  23  derselben.  Unmittelbar  unter  der 
inneren  Knotenreihe  fallt  die  Suturfläche  steil  ab,  mit  zahlreichen  Einscnk- 
ungen,  in  die  sich  die  Stacheln  der  äusseren  Reihe  de«  nächst  inneren  Um- 
ganges einlegen.  Da  auch  die,  beide  Knotenreihen  tragenden  Seiton,  nach 
innen  zu  gesenkt  erscheinen  und  ziemlich  scharf  gegen  den  Rücken  durch 
eine  Kante  begrenzt  sind,  welche  die  äunscrc  Knotenreihe  trägt,  so  entsteht 
ein  sehr  vertiefter  Nabel. 

Die  Unterscheidung  der  Ammonitenarten ,  welche  dem  A.  biurmatus 
Ziet.  nahe  stehen,  ist  sehr  schwierig  und  hat  man  erst  in  neuerer  Zeit  mehr 
8orgfalt  auf  die  Fixirung  der  Species  verwandt.  A.  enrystomus  unterscheidet 
sich  wohl  von  nahestehenden  Formen  (A.  Bubeanus  d'Orb.  terr.  jur.  Tab.  181) 
am  leichtesten  durch  den  Querschnitt  der  Umgänge  und  den  so  tief  liegenden 
Nabel.  Vielleicht  gehört  hierher  A.  liogoznkensis  Zeuschn.  (Zeuschner, 
Nowe  lub  niedokladnie  etc.  Taf.  IV,  Fig.  4).  Die  Abbildung  bezieht  sich 
aber  auf  ein  kleines  nicht  sehr  kenntliches .  Exemplar. 

Das«  das  Auftreten  eines  Perarmaten  in  diesen  Schichten  im  "Vergleich 
zu  auaseralpinen  Vorkommnissen  ein  spätes  ist,  wurde  schon  oben  erwähnt. 

1  Exemplar. 


Digitized  by  Google 


182 


Ammonites  Rnpellensis  d'Orb. 

1845.  Ammonitcs  Rupellentis.  d'Orbigny,  tenr.  jur.  Taf.  205. 
Pazzone,  Brentonico. 

Ein  Exemplar  von  Pazzone  am  südlichen  Abhang  des  Mt.  Baldo  hat 
400mm.  Durchmesser.  Hierher  dürfte  wohl  auch  gehören,  was  Schauroth 
(Verzeichniss  der  Versteinerg.  p.  148)  als  A.  perarmatifortnis  von  Fondi 
in  den  VII.  Comuni  beschreibt  und  auf  Taf.  XXX,  Fig.  4.  a.  b.  nicht  recht 
deutlich  abbildet.  Wenigstens  spricht  er  im  Texte  von  kräftigen,  spitzen 
Knoten  und  der  Umriss  stimmt  ziemlich  mit  dem  von  A.  RupeMensis. 

2  Exemplare. 

Ammonites  cf  perarmatus  Sow. 
EinPerarmat  von  Sella  mit  zwei  Knotenreihen  und  von  gerundetem  Quer- 
schnitt liegt  in  zwei  Exemplaren  vor.  Vielleicht  ist  dies  Catullo's  nodulosus 
(Cat.  Intorno  ad  una  nuova  class.  etc.  Taf.  IV,  Fig.  5).    Meine  Exemplare 
sind  Jugendformen,  gestatten  daher  keine  hinreichend  sichere  Bestimmung. 

Ammonites  polyoleus  Benecke. 

Taf.  VIII,  Fig.  1.  2. 

Fundort  des  abgebildeten  Exemplars:  Sella.  Sonst  bei  Brentonico, 
Roveredo,  Domegliara. 

Dieser  Ammonit  mag  bisher  mit  unter  A.  Zignodianus  d'Orb.  begriffen 
worden  sein,  mit  dem  er  in  derselben  Gruppe  von  Heterophyllen  steht.  Di- 
mensionen: Durchmesser  des  Gehäuses  129  mm.,  Höhe  des  letzten  Umganges 
68  mm.,  Höhe  desselben  in  der  Windungsebene  40  mm.  Seiten  ziemlich 
flach,  Querschnitt  der  Mundöffnung  nicht  aufgeblüht.  Die  auf  dem  Rücken 
theilweis  erhaltene  Schale  zeigt  die,  vielen  Heterophyllen  eigenthümliche  feine 
Streifung.  Auf  den  Umgang  kommen  12—13  Einschnürungen,  die  auf  dem 
Kerne  und  der  Schale  sichtbar  sind.  Dieselben  setzen  gleich  vom  Nabel  an 
scharf  ein,  verflachen  sich  aber  in  der  Mitte  der  Seite,  wo  sie  breiter  werden 
und  in  einer  Ecke  nach  vorn  ausbiegen,  um  dann  etwas  nach  rückwärts 
geschwungen  über  den  Rücken  zu  laufen.  Die  Loben  in  Fig.  2  nach  einem 
anderen  Exemplar  gezeichnet,  unterscheiden  sich  von  denen  beim  A.  Zigno- 
dianus von  d'Orbigny  angegebenen  nicht,  wie  es  ja  auch  bei  so  nahe  stehenden 
Formen  nicht  zu  erwarten  ist,  dass  sich  in  den  Loben  auffallende  Unter- 
schiede finden  werden. 

A.  polyoleus  hat  konstant  mehr  Einschnürungen  als  A.  Zignodianus, 
nämlich  12  —  13  gegen  5  bei  der  d'Orbigny'schen  Art.  Auch  die  Exem- 
plare, welche  ich  im  Diphyakalke  sammelte  und  für  die  ich  den  Namen 
A.  Zignodianus  vorläufig  beibehalte,  haben  nie  mehr  als  8  Einschnürungen. 


Digitized  by  Google 


183 


Auch  ist  A.  Zignodianus  bei  d'Orbigny  bei  Weitem  aufgeblähter  als 
A.  polyolcus.  Eine  Vergleichung  der  betreffenden  Abbildungen  zeigt  die 
Unterschiede  am  besten.  Die  konstante  Verschiedenheit  in  Verbindung  mit 
einem  Vorkommen  in  bestimmtem  Niveau  bewog  mich  zur  Aufstellung  dieser 
neuen  Art. 

6  Exemplare. 

Ehe  ich  zur  Beschreibung  der  nächsten  Art  übergehe,  möchte  ich  Einiges 
über  Ammonites  tatricus  Pusch  bemerken,  denjenigen  Ammoniton,  den  man 
am  häufigsten  als  Leitversteinerung  in  den  rothen  Ammonitenkalken  ange- 
führt findet,  dessen  Fehlen  in  meiner  Liste  daher  auffallend  erscheinen  muss. 
Bekanntlich  bildete  Pusch  einen  Heterophyllen  ziemlich  ungenügend  ab, 
den  er  Ammonites  tatricus  nannte,  und  Buch  verschaffte  demselben  eine 
grosse  Berühmtheit,  indem  er  ihn  als  Leitfossil  für  gewisse  weit  verbreitete 
jurassische  Ablagerungen  angab,  welche  seinem  mittelländischen  Meeresbecken 
angehörten.  Hohenegger  wies  nach  (Jahrb.  geol.  Reichsanst.  VI.  p.  308), 
dass  der  Ammonit,  den  Pusch  A.  tatricus  genannt  hatte,  sehr  wahrschein- 
lich mit  A.  opalin ns  und  A.  Murchisonae  zwischen  Rogoznik  und  Schaf- 
lary  in  denselben  Schichten  liege,  also  dem  unteren  Dogger  angehöre.  Später 
zeigte  derselbe  Forscher  (Jahrb.  geol.  Reichsanst.  VIII.  p.  145),  dass  dieser  A. 
tatricus  Pusch  verschieden  sei  vom  d'Orbigny 'sehen  A.  calypso,  identifizirte 
jedoch  einen  in  weit  höherem  Niveau  liegenden  Iloterophyllen  wiederum  mit 
dem  A.  tatricus.  Kudernatsch,  bei  Beschreibung  der  Ammoniten  von 
Swinitza,  befand  sich  ebenfalls  in  Zweifel,  wie  er  sich  mit  dem  A.  tatricus 
abfinden  sollte.  Keinenfalls  wird  man  in  seiner  schönon  Abbildung  das  ver- 
muthen,  was  Pusch  als  A.  tatricus  abbildete.  Wieder  etwas  anders  deutete 
Hauer  in  den  Heterophyllen  der  österreichischen  Monarchie  den  A.  tatricus, 
den  er  aus  den  Ammonitenkalken  der  Südalpen  zitirt,  von  den  sehr  abwei- 
chenden Angaben  Catullo's  und  Mcneghini's  gar  nicht  zu  sprechen. 
Der  Name  A.  tatricus  war  schliesslich  ein  sehr  weiter  Begriff  geworden,  in 
den  man  die  verschiedensten  Dinge  hineinsteckte.  Bayle  (Bull.  soc.  geol 
18 18/49  p.  325)  ging  am  weitesten  im  Vereinigen,  indem  er  den  A.  tatricus 
vom  Liaa  bis  in  den  obersten  Jura  verbreitet  sein  lies,  den  Arten  Namen 
also  zum  Gruppennamen  machte.  Solchen  Meinungsverschiedenheiten  gegen- 
über bleibt  der  einzig  sichere  Weg,  auf  den  Begründer  der  Art,  also  Pusch 
zurückzugehen.  Da  dieser  seine  Art  nicht  kenntlich  abbildete  und  seine 
Originale,  meines  Wissens,  nicht  erhalten  sind,  muss  man  den  Namen  fallen 
lassen.  Wollte  man  ihn  neu  annehmen,  so  wäre  eine  Uebertragung  wohl 
nur  auf  eine  gleichaltrige  Art  gestattet,  also  etwa  auf  einen  Heterophyllen 
der  Oolithe  von  Cap  S.  Vigilio,  welche  ebenfa'ls  mit  A.  Murchisonae  zu- 


Digitized  by  Google 


184 


sammen  vorkommen.  Für  die  Arten  des  Malm  wird  es,  da  man  nicht  von 
einem  A.  tatricus  Buch  im  Gegensatz  zu  A.  tatricus  Pusch  sprechen  kann, 
gestatten  sein,  neue  Benennungen  zu  wählen,  soweit  sich  dieselben  durch 
Beschreibung  und  erkennbare  Abbildung  gut  charakterisiren  lassen.  Ich  gebe 
aus  dem  mir  vorliegenden  Materiale  vorläufig  folgende  Arten. 

Ammonites  isotypns  Benecke. 

Taf.  VII,  Fig.  1.  >. 
Fundort:  Sella,  Torri. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  Gehäuses  110  mm.,  Höhe  des  letzten 
Umganges  64  mm.,  Höhe  desselben  in  der  Windungsebene  40  mm.,  Quer- 
schnitt des  letzten  Umganges  gerundet  vierseitig.  Rücken  breit,  schwach 
gewölbt,  Seiten  flach,  steil  nach  dem  7  mm.  weiten  Nabel  einfallend.  Kern 
ganz  glatt,  ohno  alle  Spur  von  Einschnürung.  Schale  mit  der  gewöhnlichen 
feinen  Streifung  der  Heterophyllen.  Loben  ziemlich  einfach,  wie  die  des 
A.  heterophyUtis  Sow.,  nicht  nach  Art  des  A.  Zetes  doppelt  zerschlitzt.  A. 
isotypus  gehört  zur  Gruppe  der  echten  Heterophyllen  und  steht  unter  diesen 
wohl  dem  A.  Kudtrnatschi  Hau.  am  nächsten. 

Ausschliesslich  auf  die  Region  de»  Ammonites  acanthiais  beschränkt.  We- 
der unter  den  Heterophyllen  des  Diphyakalkes  noch  auch  in  den  oberliasischen 
Schichten  der  Lombardei  scheint  sich  ein  identischer  Ammoniak  zu  finden. 

6  Exemplare. 

Ammonites  cf.  Kudernatseai  Hau. 
Fundort:  Brentonico,  Roveredo. 

Mehrere  Exemplare  eines  sehr  schönen  Heterophyllen  mit  erhaltener 
Schale  fanden  sich  an  genannten  Orten.  Querschnitt  und  besonders  die 
Art  der  Streifung  stimmen  ganz  überein  mit  A.  Kudernatschi,  von  dem  ich 
denselben  nicht  zu  unterscheiden  vermag.  Die  Dimensionen  eines  grösseren 
Exemplares  von  Brentonico  sind  folgende:  Durchmesser  der  Scheibe 
102  mm.,  Höhe  des  letzten  Umganges  62  mm.,  Höhe  desselben  in  der 
Windungsebene  45  mm. 

Im  Diphyakalk  konnte  etwas  Aehnliches  bis  jetzt  nicht  aufgefunden 
werden.  Was  man  sonst  als  A.  tatricus  aus  dem  südalpinen  rothen  Animo- 
nitenkalke  anführte,  mag  unter  die  beiden  eben  genannten  Arten  gehören 
und  auf  diesen  Horizont  beschränkt  sein.  Die  echten  Heterophyllen  (Gruppe 
des  A.  hetcrophyUus  Sow.)  erreichen  hier  ihr  Maximum  und  treten  in  den 
Diphyakalken  seltener  und  in  eigenthümlichen  Formen  auf,  z.  B.  A.  ptychoi- 
cus  Qu.,  A.  ptychostoma  Benecke,  (s.  unt.  p.  190.) 

8  Exemplare. 


Digitized  by  Google 


185 


Aehnlich  wie  die  Heterophyllen,  erreichen  auch  die  Flexuosen  in  den 
Schichten  des  A.  acanthicus  ihre  grösste  Entwicklung  und  treten  in  den 
beiden  folgenden  sehr  extremen  Formen  auf. 

Ammonites  compsus  Opp. 

1863.    Ammonites  compsus  Opp«l,  pal.  Mitth.  p.  215.   Taf.  57,  Fig.  la.  b. 
Fundorte:  8.  Giacomo,  Roveredo. 
3  Exemplare. 

Ammonites  Strombecki  Opp. 

1846.    Ammonites  lingulatus  nudus  Qu.  Ceph.   Taf.  IX,  Fig.  8. 
1857.    Ammonites  Strombecki  Opp.  Juraf.  p.  687. 

Fundorte:  Sella,  Roveredo. 
3  Exemplare. 

Lineaten  sind  im  Gegensatz  zu  den  beiden  eben  besprochenen  Ammo- 
nitenfamilien  seltener  in  unseren  Schichten  und  finden  sich  häufiger  mit 
T.  diphya,  wo  sie  den  Uebergang  in  Arten  des  Biancone  vermitteln. 

Planulaten  sind  ungemein  häufig,  ihre  Trennung  von  Formen  aus  dem 
Diphyakalk  vermag  ich  aber  nicht  ganz  durchzuführen.    Ausgezeichnet  ist: 

Ammonites  Achilles  d'Orb. 

1845.   Ammonites  Achilles  d'Orbigny.  terr.  jur.   Taf.  207,  Fig.  1.  2. 
Fundort:  Brentonico,  Roveredo  und  sonst  nicht  selten. 
Durchmesser  eines  grossen  Exemplares  von  Brentonico  ca.  300  mm. 
Andere  Planulaten  nähren  sich  dem  A.  biplex  Sow.  Auffallender  Weise 
fehlen  die  echten  Polyplocen. 

Aptychus  cf.  lamellosa«  Voltz. 

So  lange  man  nicht  im  Stande  ist,  die  Aptychen  auf  bestimmte  Amrao- 
niten  zu  beziehen,  scheint  es  nicht  zweckmässig,  andere  als  etwa  sehr  ab- 
weichende Formen  neu  zu  benennen.  Ich  behalte  desshalb  auch  den  Namen 
Aptychus  lamellosus  für  Aptychen  aus  unseren  Schichten  bei,  die  zu  flexu- 
osen  Ammoniten,  etwa  dem  A.  compsiis  Opp.  gehört  haben  dürften. 

Aptychus  cf.  latus  Mnst. 
Fundort:  Sella. 

Aptychen  aus  der  Gruppe  des  A.  latus,  wie  die  mir  vorliegenden, 
gehören  wohl  zu  A.  acanthicus.    (cf.  Oppel  pal.  Mittheilungen  p.  219.) 

Inoceramus  cf.  gigantens  Gldf.  sp. 

Posidonia  gigantea  Gldf.   Taf.  XIV.    Fig.  4. 
Fundort:  Sella,  häufig. 


Digitized  by  Google 


186 


Etwas  mehr  in  die  Länge  gezogene  Formen,  als  die  bei  Goldfuss 
abgebildeten. 

Terebratala  sp. 

Ein  einziges,  schlecht  erhaltenes  Exemplar  einer  TerebrattUa  der  T. 
Bouei  Zeuschm.  nicht  unähnlich  fand  sich  zu  Brentonico. 

b.  Arten  des  Diphyakalk. 

Spbenodus- Zähne. 

Hier  und  da  durch  den  ganzen  Diphyakalk. 

Zähne  von  Lepidotus. 

Gewöhnlich  als  Sphacrodus  aufgeführt. 

Häufig  von  den  Steinbrechern  als  occhi  dem  Sammler  angeboten.  Ein- 
zeln überall,  aber  nicht  zu  häufig. 

Belemnites  cf.  semisulcatns  Mnst. 
Die  beiSerrada  und  anderwärts  besonders  in  oberen  weissen  Diphya- 
kalken  nicht  seltenen  Belemniten,  stehen  dum  B.  semisulcalus  Mnst.  aus 
ausseralpinem  oberen  Jura  nahe. 

Belemnites  cf.  latus  Qu.  (non  Blainv.). 
Breiter  Belemnit,  doch  noch  weit  entfernt  vom  B.  dilatatus  Blainv. 
Es  wird  bei  der  Härte  des  Gesteins  und  der  Zerbrechlichkeit  der  Belemniten 
noch  viel  Zeit  und  Mühe  kosten,  bis  man  diese  alpinen  oberjurassischen 
Belemniten  scharf  wird  fixiren  können  und  doch  bieten  sie  grosses  Interesse 
dar,  da  sie  den  Uebergang  in  echte  Neocorafurmeti  vermitteln. 

Ammonites.  Inflat.  sp. 

Ammoniten  aus  der  Gruppe  der  Inflaten  sind  nicht  selten,  besonders 
in  den  unteren  Lagen  der  Diphyakalke  anzutreffen.  Ich  sammelte  deren 
mehrere  in  Vallunga  bei  Roveredo,  wage  aber  bei  dem  schlechten  Er- 
haltungszustand keine  Bestimmung  vorzunehmen.  Solchen  Inflaten  mögen 
die  Aptychen  vom  Typus  des  A.  gigantis  angehören,  (s.  u.  p.  102.) 

Ammonites  lithographicas  Opp. 

18G4.    Ammonites  Uthogmphicu*  Oppel.    Paläont.  Milth.  p.  J48.    Tnf.  LXVIII, 
Fig.  1-3. 
Fundort:  Vallunga.  Sella. 

Dimensionen  dos  Exemplar  es  von  Vallunga:  Durchmesser  des  Ge- 
häuses 83  mm.,  Weite  des  Nabel«  19  mm.,  Höhe  des  letzten  Umganges 
39  mm.,  Dicke  desselben  ca.  27  mm.  Die  Mundöffnung  mit  dem  Ohre, 
wie  solche  von  Oppel  von  Solenhofcn  nachgewiesen  wurde,  ist  an  den 


Digitized  by  Google 


1_87_ 

Tiroler  Exemplaren  nicht  mehr  erhalten.  Etwas  mehr  als  der  halbe  letzte 
Umgang  ist  Wohnkammer  und  finden  sich  die  Knötchen  sowohl  auf  dem 
gekammerten  als  ungekammerten  Theile.  Die  Suturfläche  fällt  senkrecht 
ab.  Rücken  zu  Ende  des  letzten  Umganges  etwa  8  mm.  breit,  flach. 
Kein  Kiel  zu  bemerken.  Loben  stark  zerschnitten,  ein  langer  erster  Seiten- 
lobus  und  zwei  kürzere  lassen  sich  auf  der  Seite  beobachten. 
2  Exemplare. 

Amnionitis  hybonotus  Opp. 

Taf.  XI,  Fig.  1  a-c! 

1863.    Ammonitca  htßonotus  Opp.   Pal.  Mitth.  p.  254.   Taf.  LXXI,  Fig.  1-3. 
1863.    Ammonites  Autharis  Opp.    Pal.  Mitth.  p.  255.   Taf.  LXXI.  Fig.  4-6. 
Von  Volano. 

In  den  paläontologischen  Mittheilungen  bildete  Prof.  Oppel  A.  hybo- 
notus  und  Autharis  als  zwei  verschiedene  Arten  ab,  da  dieselben  nur  in  Seiten- 
und  Rückentheilen  erhalten  waren,  an  welchen  eine  Zusammengehörigkeit 
beider  sich  nicht  mit  Bestimmtheit  nachweisen  liess.  Das  vollständig  erhal- 
tene Exemplar  von  Volano  gestattet,  beide  Arten  in  eine  einzige  zu- 
sammenzuziehen. 

Dimensionen  des  Exemplares  von  Volano:  Durchmesser  des  Gehäuses 
140  mm.,  Weite  des  Nabels  66  mm.,  Höhe  des  letzten  Umganges  42  mm., 
Dicke  desselben  31  mm. 

Mundöffnung  höher  als  breit,  nahezu  quadratisch.  Auf  dem  Rücken 
verläuft  eine,  am  Ende  des  letzten  Umganges  7  mm.  breite  Rinne,  welche 
von  erhöhten,  mit  feinen  Knötchen  besetzten  Rändern  begrenzt  ist.  Kaum 
bemerkbare  Ausläufer  ziehen  an  der  Basis  nach  hinten,  verschwinden  aber 
bald.  Die  flachen  Seiten  tragen  zwei  Reihen  kräftiger  Knoten,  auf  denen 
sich  einst  starke  Dornen  erhoben,  die  sich  auf  den  inneren  Umgängen,  ge- 
schützt durch  den  je  nächst  folgenden  Umgang,  in  den  sie  sich  einlegten, 
noch  erhalten  haben.  Auf  dem  letzten  Umgang  lassen  sich  auf  der  inneren 
Reihe  IS,  auf  der  äusseren  22  Knoten  zählen.  Die  Nahtfläche  fallt  steil 
ein,  beinahe  senkrecht  gegen  die  Seite.  Breite,  kräftige  Rippen  verbinden 
beide  Knotenreihen  und  sind  noch  am  Ende  des  letzten  Umganges  deutlich 
zu  bemerken.  Die  Knoten  sind  verschieden  stark  und  stehen  nicht  in  ganz 
regelmässiger,  gleicher  Entfernung  von  einander.  Eine  Einschnürung  dicht 
hinter  der  Mundöffnung.  Von  Aptychen,  die  zu  diesen  Ammoniten  gehören, 
wurde  nichts  aufgefunden. 

Ammonites  praecox  Benecke. 

Taf.  IX,  Fig.  2. 

Fundort:  Serrada  in  rothem  Kalke  der  Diphyaschichten. 


Digitized  by  Google 


188 


Dimensionen :  Durchmesser  des  Gehäuses  70  mm.,  Nabelweite  20  mm., 
Höhe  des  letzten  Umganges  über  der  Naht  32  mm.,  Dicke  desselben  21  mm- 
Querschnitt  des  letzten  Umganges  annähernd  4  seitig,  höher  als  breit.  Rücken 
ziemlich  flach,  mit  einer  perlschnurartigen  Reihe  von  Erhöhungen  auf  der 
Medianlinie.  Unter  derselben  tritt  bei  etwas  abgeriebenem  Zustand  der 
Sipho  hervor.  Auf  der  inneren  Hälfte  der  Seiten  des  äusseren  Umganges 
12 — 13  etwas  sichelförmig  nach  vorn  konkave  Anschwellungen,  die  auf  der 
Mitte  der  Seite  mit  ihrer  höchsten  Erhöhung  plötzlich  abbrechen.  Zwischen 
diesen  stärkeren  Rippen  setzen  sich  feinere  (bis  drei  zwischen  zwei  aufein- 
anderfolgenden stärkeren)  ein,  die  in  gleicher  Breite  mit  jenen  ebenfalls 
verschwinden.  Auf  der  Gränze  des  Rückens  und  der  Seite  stehen  auf  dem 
äussersten  Umgang  40  Knoten,  die  in  Rippen  von  der  Grösse  der  schwächeren, 
auf  der  inneren  Fläche  der  Seite  beschriebenen,  verlaufen.  Auch  diese  erreichen 
die  Mitte  der  Seite  nicht  ganz,  so  dass  zwischen  dem  inneren  und  äusseren 
Rippenkranze  auf  der  8eite  ein  glatter  Ring  entsteht.  Die  Loben  am  vor- 
liegenden Exemplar  sind  unkenntlich,  von  der  Wohnkammer  ist  höchstens 
der  Anfang  erhalten. 

Animonites  praecox  ist  eine  zweite  Form  aus  dem  Diphyakalk,  welche 
so  recht  in  der  Mitte  zwischen  Jura-  und  Kreideformen  steht.  (Vergl.  das 
bei  den  Belemniten  gesagte.)  Einerseits  lehnt  er  sich  an  jurassische  Flexu- 
osen  besonders  den  A.  Shombecki  an,  der  denselben  weiten  Nabel  und  ähn- 
liche Skulptur,  aber  den  gerundeten  Flexuosenrücken  und  auch  mehr  Flexu- 
osenform  im  Gesammthabitus  zeigt.  Andrerseits  hat  er  manches  gemeinsame 
mit  dem  A.  asper  Mer.  aus  den  Neokom,  der  ebenfall«  einen  breiten,  aber 
kiellosen  Rücken  und  beiderseits  an  den  inneren  Anschwellungen  deutliche 
Knoten  hat,  während  solche  bei  A.  praecox  nur  nach  aussen  hin  zu  bemer- 
ken sind. 

1  Exemplar. 
Amnionitis  ptychoiens  Quenst. 

1*45.  Ammomtes  latidorsatus  (Mich.)  Cat.  Cenni  «opra  il  <i«tema  cretaced. 

Taf.  III,  Fig.  2'). 

184r>.  A.  ptychoicu»  Qn.    Br.  Leonh.  Jahrb.  p.  (W. 

184ö.  A.  latidorsatm  (Mich.)  Cat.    Memoria  ffeogn.  -  palaeozoica.    Taf.  VII, 

Fig.  2.  p.  1H9. 

184?.  A.  Zignii  Cat.    Appendice  I  alla  memoria  etc.    Taf.  XII,  Fig.  X 

1847.  A.  ptgehoicus  Qu.    Ophalop.    Taf.  XVII,  Fig.  12.  p.  219. 

1853.  A.  Zignii  Cat.    Intorno.   Taf.  IV,  Fig.  X 


')  Vergleiche  über  die  Schriften  Catullo's  den  Anhang  «u  dieser  Arbeit. 


Digitized  by  Google 


189 


Häufigste  und  bezeichnendste  Art  der  Diphyakalke.  Ueberall  in  dem- 
selben verbreitet 

A.  ptychoicus  bekommt  die  Wülste  auf  dem  Rücken  stets  erst,  wenn 
der  Scheibendurchmesser  50  mm.  beträgt.  Durchmesser  eines  der  grossten 
Exemplare,  welches  die  Wülste  noch  hat  110  mm.  Kleine  Heterophyllen 
von  40  mm.,  welche  mir  in  abgeriebenem  Zustande  vorliegen,  sind  wohl 
Jugendformen  von  ptychoicus. 

80  Exemplare. 

Ammonites  geminns  Benecke. 

Taf.  X,  Fig.  3  a.  b. 

Ebenso  verbreitet,  wie  ptydioicus,  aber  nicht  so  häufig. 

Dimensionen  des  abgebildeten,  mit  dem  Mundsaum  erhaltenen  Exem- 
plares:  Durchmesser  des  Gehäuses  45  mm.,  Höhe  des  letzten  Umganges 
über  der  Naht  23  mm.,  Höhe  desselben  in  der  Windungsebene  15  mm. 
Die  Wülste  beginnen  auf  der  Wohnkammer  schon  bei  30  mm.  Scheiben- 
durchmesser, während  dieselben  bei  ptychoicus  erst  bei  50  mm.  Durch- 
messer beginnen  und  sich  zwischen  diesen  beiden  Dimensionen  keine  Ueber- 
gänge  finden.  Das  konstante  Auftreten  dieses  Verhältnisses  veranlasst  mich, 
die  neue  Art  aufzustellen.  Es  ist  ist  nicht  unwahrscheinlich,  dass  A.  geminus 
ausschliesslich  auf  die  unteren  Lagen  des  Diphyakalkes  beschränkt  ist. 

30  Exemplare. 

Ammonites  tortisnlcatns  d'Orb. 

184f>.  Ammonites  tortisulcatus  d'Orbigny.  terr.  jur.  Taf.  CLXXXIX. 
Ich  besitze  nur  ein  kleines,  abgeriebenes  Exemplar  eines  Ammoniten, 
der  sich  als  A.  tortisidcatus  deuten  lässt,  von  Yolano.  Hauer  (Hetero- 
phyllen p.  43)  führt  denselben  von  Monte  Errera  und  Ai  giardini  bei 
Trient  an.  Ausserhalb  der  Alpen  geht  A.  tortisitlcatus  von  der  Region 
des  A.  athleta  bis  in  die  Lochenschichten  (Oppel,  Paläont.  Mitth.  p.  166), 
bleibt  also,  soweit  man  den  ausser  den  Alpen  überhaupt  seltenen  Ammoniten 
kennt,  noch  in  Horizonten  tief  unter  dem  Diphyakalk.  (Kimmeridgien.) 
d'Orbigny  führt  denselben  im  Prodrome  I.  p.  349  aus  dem  Oxfordien  an. 

Ammonites  Zignodianns  d'Orb. 

1845.    Ammonites  Zignodianus  d'Orbigny.  terr.  jur.   Taf.  CLXXXII. 
Von  Vallunga,  Volano,  Monte  Nago. 

Wie  schon  bei  Gelegenheit  des  A.  polyoleus  aus  den  Schichten  des 
A.  acanthkus  erwähnt  wurde,  zeigen  die  zur  Gruppe  des  A.  Zignodianus 
d'Orb.  gehörigen  Ammoniten  aus  dem  Diphyakalk  stets  eine  geringere  An- 


Digitized  by  Google 


190 


zahl  Einschnürungen  (bis  8).  Der  Querschnitt,  sowie  der  Verlauf  der  Ein- 
schnürungen stimmen  aber  mit  der  Abbildung  bei  d'Orbigny,  so  dass  ich 
den  Namen  für  die  vorliegenden  Exemplare  adoptiren  kann.  Zwar  giebt 
d'Orbigny  den  Ammoniten  aus  dem  Callovien  des  südlichen  Frankreich 
an,  allein  diese  Angaben  des  Lagers  sind  wohl,  zumal  bei  alpinen  Vor- 
kommnissen, nur  approximativ  richtig.  Auch  d'Orbigny  spezifische  Be- 
stimmungen ausserfranzösiscber  Vorkommnissen  sind  nicht  immer  genau,  so 
dass  man  auf  seine  Abbildungen  und  Beschreibungen  allein  angewiesen  ist 
Ich  sah  bei  Baron  v.  Zigno  eine  Reihe  von  Exemplaren,  welche  d'Orbigny 
selbst  in  der  Hand  gehabt  hatte,  darunter  echte  A.  Ziyitodiamts,  als  solche 
bestimmt,  dafür  fand  sich  A.  ptychoiats  Qu.  in  deutlicher  Erhaltung  mit 
A.  tortistdeatus  d'Orb.  vereinigt. 
8  Exemplare. 

Ammonites  ptychostnma  Benecke. 

Taf.  X,  Fig.  2  a.  b. 

Das  abgebildete  Exemplar  von  Vallunga,  sonst  zu  Volano,  Monte 
Nago,  Torri. 

Dimensionen  des  abgebildeten  Exemplares:  Durchmesser  des  Gehäuses 
87  mm.,  Höhe  des  letzten  Umganges  über  der  Naht  50  mm.,  Höhe  des- 
selben in  der  Windungsebene  35  mm.,  Dicke  31  mm.  Das  bezeichnende 
Merkmal  dieses  ausgezeichneten  Heterophyllcn  bosteht  iu  der  auf  die 
"Wohnkamraer  beschränkten  Faltung  der  Schale,  eine  Eigentümlichkeit,  die 
A.  ptychostoma  mit  A.  srroplicatus  Hau.  (Heterophyllen  Taf.  I)  aus  alpinem 
Lias  gemein  hat.  Es  fehlt  aber  jede  Andeutung  der  dem  A.  seroplicatus 
eigenthümlichen  Furchten.  Die  Gestalt  des  Gehäuses,  sowie  die  Lobenzeich- 
nung  ist  aus  der  Abbildung  hinreichend  zu  ersehen. 

G  Exemplare. 

Ammonites  Folgariacus  Opp. 

18G3.  Ammonites  Fvtgariacus  Oppel.  PalÄont.  Mitth.  p.  199.  Taf.  LIV,  Pig.  6. 
Von  Volano. 
1  Exemplar. 

Ammonites  birnncinatns  Qu. 

184.r>.    Ammonites  biruncinatwt  Quon«tedt,  Rr.  Leonh.  Jahrb.  p.  6Ä3. 
1848.    Ammonites  biruncinatus  Qaenstedt,  Cephalop.    Taf.  XIX.  Fig.  14. 

Verbreitete  und  sehr  bezeichnende  Art  der  Diphyakalke.  Volano, 
Vallunga,  Monte  Nago  u.  s.  w. 
6  Exemplare. 


Digitized  by  Google 


191 


Ammonites  Volanensis  Opp. 

1863.  Ammonites  Volanensis.  Oppel,  pal.  Mittheilung.  Taf.  LVIII,  Fig.  2  p,  231. 
Etwa«  häufiger  als  A.  bmmcinatus,  mit  dem  er  zusammen  in  den  Samm- 
lungen liegt.    Volano,  Folgaria,  Mt.  Nago. 
10  Exemplare. 

Ammonites  fasciatns  Qu. 

184").  Ammonites  fasciatus  Qu.  Bronn-Leon h.  Jahrb.  p.  «83. 

1848.  Ammonites  fasciatus.  Quenstedt  Cephalop.  Taf.  XX,  Fig.  11,  p.  271. 
Monte  Nago.  Vallunga. 
2  Exemplare 
Ammonites  quinqnecostatus  Cat. 

1817.  Ammonites  quinquecostatus  Catallo.  Memoria  geogn.  palaeoz.  Append.  I. 
p.  1,  Taf.  XII,  Fig.  1. 
Der  ausgezeichnetste  Lineat  unter  mehreren,  schlecht  erhaltenen  Arten 
der  Diphyakalke  ist  als  A.  quinqnecostatus  bei  Oatullo  gut  abgebildet.  Das 
Exemplar  soll  von  Malcesine  stammen,  was  möglich  ist,  aber  nicht  bestimmt, 
da  die  Angaben  der  Fundorte  bei  Catullo  gänzlich  unzuverlässig  sind. 

Ich  sammelte  zwei  Exemplare,  eines  bei  Sella  aus  einem  Blocke,  ein 
anderes  bei  Volano. 

Ammonites  qaadrisuleatas  d'Orb. 

1844.  Ammonites  quadrisvlcatus.  d'Orbigny,  terr.  cret.  Taf.  XXXXIX,  1—3. 
Quenstedt  Cephalop.  Taf.  XX,  Fig.  6. 

Nach  d'Orbigny  stammt  sein  A.  quadrisulcatus  aus  Kreideschichten. 
Es  scheint  aber  bei  manchen  südfranzösischen  Vorkommnissen  zweifelhaft, 
ob  sie  in  der  Kreide  oder  in  dem  obersten  Jura  liegen.  Jedenfalls  lässt  sich 
ein  Lineat,  der  häufig  in  den  Ammonitenkalken  mit  T.  diphya  liegt,  von 
A.  quadrisulcatus  nicht  unterscheiden.    Qucnstedt  hat  denselben  abgebildet. 

Ausserdem  eine  ganze  Reihe  von  Lineaten  in  abgeriebenen  Steinkernen, 
deren  schon  Quenstedt  erwähnt,  besonders  einer  mit  schneller  Windungs- 
zunahme. 

Ammonites  flexuose  sp. 

Taf.  X.  Fig.  1.  a.  b. 
Folgaria  bis  Roveredo. 

Ich  bilde  diesen  Ammoniten  ab,  da  derselbe  den  Beweis  liefert,  dass 
auch  im  Diphyakalk  noch  echt  jurassische  Flexuosen  sich  finden. 
Von  Prof.  Oppel  gesammelt  1861. 

Ammonites  cf.  Achilles  d'Orb. 
Unter  den  sehr  zahlreichen  Planulaten  Bteht  einer  dem  A.  AcJiittcs  d'Orb. 
nahe.  Dass  sich  hier  gar  keine  echten  Polyplocen  finden,  kann  nicht  auffallen,  da 


Digitized  by  Google 


192 


dieselben  im  lithographischen  Schiefer  ebenfalls  fehlen;  dafür  ist  das  Fehlen 
derselben  in  den  Schichten  des  A.  acanfhicus  auffallend  (Oppel  pal.  Mitth.  247). 

Amnionitis  exomatns  Cat. 

1847.  Ammonitts  ejcornatus.  Catullo,  Mem.  geogu.  palaeoz.  Append.  II,  p.  10, 
Taf.  XIII,  Fig.  2. 

Mit  diesem  Namen  hat  Catullo  einen  Planulaten  mit  entfernt  stehenden 
starken  Rippen,  die  sich  gegen  den  Rücken  hin  3  auch  4  fach  gabeln,  belegt. 
Hauer  (Jahrb.  geol.  Reichsanst.  1858.  IX.  Verh.  48)  führt  denselben  eben- 
falls an. 

Nicht  selten  in  den  Schichten  der  T.  diphya. 
Aptychns  enrvatus  Gieb. 

18-18.  Aptychus  «p.  Quenst.  Ccphaiop.  Taf.  22,  Fig.  7. 

I8.V2.  Aptychus  curtatus  Gieb.    Fauna  d.  Vorw.  p.  770. 

18fö.  Aptychus  punetatus  Schaur.    Ver*eichn.  Taf.  IV,  Fig.  \  X 

* 

Häufigster  Aptychus  des  Diphyakalks,  bereits  von  Quenstedt  be- 
schrieben. Etwas  mit  Apt.  exscidptus  Schaur.  (Terz.  Taf.  IV,  Fig.  14) 
Uebereinstimmendes  fand  ich  nicht. 

Aptychus  cf.  gigantis  Qu. 

Quenst.  Cephalop.  Taf.  22,  Fig.  7. 

Hier  und  da,  nicht  selten. 
Terebratnla  diphya  Col.  sp. 

KiOG.  Concha  diphya.  Fab.  Columna  Lvnceus.  Minus  cognitarum  stirpium  tx- 
ipptctt  Taf.  XXXVI. 

Im  Jahre  1852  veröffentlichte  Süss  die  bekannte  Abhandlung  über  T. 
diplnja  (Sitzungsber.  Wien.  Akad.  Bd.  VIII.  p.  533)  und  vereinigte  in  der- 
selben T.  diphya  Col.  sp.  und  T.  triqtwtra  Park.  Ich  halte  diese  beiden 
Arten  noch  auseinander  und  belasse  für  die  dreieckigen,  undurchbohrten 
Formen  den  Namen  T.  triquetra.  Die  von  Catullo  1853  (Intorno  ad  una 
nuova  classificatione  delle  calcare  rosse  ammonitiche,  in  Vol.  V  delle  Memorie 
dell  I.  B.  Ist.  Veneto  etc.  p.  12)  nach  mehrfachen  früheren  Versnchen  noch- 
mals geltend  gemachte  Trennung  in  eine  T.  diphya,  ddtoidm,  anyidata,  an- 
gusta  scheint  mir  jedoch  nicht  begründet.  Einmal  finden  zwischen  diesen 
Formen  l'ebergänge  statt,  dann  ist  auch  die  Vertheilung  nach  dem  Lager, 
die  Catullo  angiebt,  unrichtig.  Die  verschiedensten  Varietäten  finden  sich 
bei  einander,  sogar  ein  Exemplar  der  ganz  offenen,  wie  sie  im  Klippenkalk 
der  Karpathen  häufig  zu  sein  scheinen,  erhielt  ich  bei  Trient. 

Das  oben  erwähnte  Vorkommen  der  T.  diphya  im  Biancone  bezieht 
sich  auf  ein  in  Baron  v.  Zigno's  Besitz  befindliches  Exemplar  von  den 


Digitizjed  by  Google 


193 


Euganeiechen  Hügeln,  das  im  unzweifelhaften  Biancone  liegt.  Möglich, 
das«  es  einer  besonderen  Art,  mit  der  T.  diphyoides  aus  französischem  Neo- 
kom  identisch,  angehört,  ich  konnte  bei  Besichtigung  des  Exemplars  Unter- 
schiede gegen  Formen  des  Diphyakalkes,  z.B.  Fig.  8  Taf.  XXXI  bei  Süss, 
nicht  heraus  finden. 
60  Exemplare. 

Terebratula  triqoetra  Park. 

1811.  Terebratula  triquetra.  Parkiiuon  Organic.  Remains  Vol.  HI.  p.  229  Tab.  XVI, 
Fig.  4. 

Etwas  seltener  als  T.  diphya. 
40  Exemplare. 

Collyrites  cf.  trigonalis  Des. 

Eine  jedenfalls  neue  Art,  die  von  Prof.Desor  in  der  Münchener 
Akademischen  Sammlung  vorläufig  mit  diesem  Namen  belegt  wurde.  Meist 
sohlecht  erhalten. 

14  Exemplare. 

Cellyritos  sp. 

Eine  zweite,  spitz  dreieckige  Art,  die  sich  mit  voriger  nicht  selten  findet. 


13 


Anhang. 

Einige  Nachweise  Aber  diejenigen  Schriften  Catullo's,  in  welchen  jurassische 
Ammonium  der  Sudalpen  abgebildet  sind. 

Es  wurden  bereits  im  paläontologischen  Theil  diejenigen  Schriften  nam- 
haft gemacht,  in  denen  »ich  Arten  aus  südalpinem  Jura  abgebildet  finden. 
Die  in  Deutschland  erschienenen  derselben  sind  einem  Jeden  mehr  oder 
minder  leicht  zugänglich  und  ein  angeführtes  Citat  ist  ohne  weiteren 
Kommentar  verständlich.  Keineswegs  ist  dies  bei  Catullo's  italienischen 
Abhandlungen  der  Fall.  Nicht  uur  sind  sie  in  Zeitschriften  veröffentlicht, 
welche  man  in  deutschen  Bibliotheken  selten  trifft,  auch  die  Art  und  Weise 
der  Publikation  ist  eine  so  eigentümliche,  sonst  nicht  übliche,  dass  es  nicht 
überflüssig  erscheint,  einiges  Genauere  über  dieselben  mitzutheilen.  Ich 
beschränke  mich  jedoch  auf  die  Abhandlungen,  in  denen  nicht  blos  Be- 
schreibungen, sondern  auch  Abbildungen  gegeben  sind.  Diese  allein  haben 
zunächst  Anspruch  auf  weitere  Berücksichtigung,  wenn  es  sich  um  Identifi- 
kationen und  Wahrung  der  Priorität  Catullo's  handelt. 

Im  Jahre  1845  erschien  ein  Aufsatz,  betitelt  Cenni  sopra  il  sistema 
cretaceo,  der  die  Ankündigung  einer  späteren  Abhandlung  enthielt  und 
dem  —  wenigstens  in  manchen  Fällen  —  eine  Reihe  von  7  Tafeln  bei- 
gegeben war,  die  eben  dieser  späteren  Abhandlung  einverleibt  werden  sollten, 
aber  bereits  lithographirt  vorlagen.  In  dieser  Verfassung  erhielt  Bronn 
die  Cenni  und  dio  7  Probe-Tafeln  und  verfertigte  nach  denselben  den  Aus- 
zug im  Jahrb.  184G.  p.  739.  Die  Tafeln  waren  handschriftlich  nummerirt 
und  ich  erhielt  noch  mehrere  derselben  durch  gefällige  Vermittlung  in  Padua. 

Im  Jahre  darauf  erschien  dann  (184G):  Memoria  geognostico  pa- 
laeozoica  sulle  Alpi  Venete.  Inserta  nolla  parte  prima  del 
tomo  XXIV  delle  memorie  della  societä  Italiana  delle  scienze 
residente  in  Modena.    Modena  1846.  con  11  Tav. 

Wie  es  scheint,  auch  1847,  unter  dem  Titel:  Prodromo  di  geognosia 
paleozoica  delle  Alpi  Venete.  Modena  1847.  So  zitirt  wenigstens 
Hauer  in  den  Heterophyllen  der  österreichischen  Alpen  die  Catullo 'sehen 
Ammoniten.  Siehe  auch  Schrauf,  Katalog  der  Bibliothek  des  k.  k.  Hof- 
mineralienkabinet8  in  Wien.  p.  183. 


Digitized  by  Google 


195 


Die  ersten  vier  dieser  11  Tafeln  enthalten  Arten  meist  aus  triadischen 
Schichten  und  haben  für  den  vorliegenden  Zweck  keine  Bedeutung.1)  Die 
Tafeln  5—11  sind  dieselben,  die  bereits  früher  mit  den  Cenni  ausgegeben 
waren  und  führen  natürlich  hier  andere  Nummern.  Die  Nummern  der  ein- 
leben Spezies  stimmen  aber  in  den  Tafeln  der  Cenni  und  denen  der  Me- 
moria überein.  Wir  finden  in  Folge  dieses  Umstände»  dieselben  Dinge 
unter  verschiedenem  Citat,  je  nachdem  dieselben  nach  Cenni  oder  Memoria 
angegeben  werden.  Es  muss  zur  Tafelzahl  der  Cenni  jedesmal 
4  addirt  werden,  um  auf  die  Memoria  zu  kommen.  So  hat  Bronn 
1.  c.  p.  742  A.  Zuppani  Taf.  II.  Fig.  1,  Hauer  in  den  Heterophyllen  p.  8. 
aber  Taf.  VI.  Fig.  1  u.  s.  w. 

Eine  eigene  Gesohichte  hat  noch  Taf.  V  der  Memoria,  resp.  Taf.  I  der 
Cenni.  Dieselbe  wurde  in  Folge  einer  von  anderer  Seite  gemachten  Be- 
merkung über  die  geringe  Uebereinstimmung  der  Abbildung  des  A.  Beudanti 
mit  dem  Original  (Bronn  Leonh.  Jahrb.  1847.  p.  290)  zurückgezogen  und 
der  Ammonit  neu  gezeichnet.  Diese  ältere  Tafel  bekam  ich  ebenfalls  noch 
in  Padua.  Hier  kann  man  also  unter  demselben  Citat  verschiedenes  ver- 
stehen, je  nachdem  man  sich  auf  die  alte  oder  neue  Tafel  bezieht.  Leider 
stimmt  das  in  der  Universitätssammlung  zu  Padua  befindliche  Original- 
exemplar weder  mit  der  einen,  noch  mit  der  anderen  Abbildung. 

Zu  der  Memoria  erschienen  zwei  Nachtrage  unter  dem  Titel:  „Ap- 
pendice  al  Catalogo  degli  Ammoniti  delle  Alpi  Vencte.  Speoie 
neocomiane  con  1  Tav.  l'adova  Maggio  1847.  Socondo  Appen- 
dice  etc.  con  1  Tav.  Fadova  Luglio  1847.  ebenfalls  mit  „specie  neo- 
comiane14 bezeichnet,  jedoch  mit  ebenso  wenig  Recht,  als  die  Tafel  des 
ersten  Appendix.  Diese  Tafeln  sind  der  Memoria  angeheftet  und  führen 
die  Nrn.  XII  und  XIII. 

Sieben  Jahre  später  erschien:  Intorno  ad  una  nuova  classifica- 
tione  delle  calcaree  rosse  amraonitiche  delle  alpi  Venete.  Inserta 
nel  volume  V.  delle  Memorie  dell  I.  R.  Ist.  Veneto  di  Scienze 
Lettere  ed  Arti.  Venezia  1853  con  4  Tav. 

Die  Tafeln  IU  und  rV  dieses  Aufsatzes  sind  jedoch  genau  die  Tafeln 
der  beiden  Appendixe  der  Memoria,  die  vor  6  Jahren  bereits  erschienen 
waren,  und  zwar  ist  III=XIII,  IV=XII. 

Auch  der  Text  hat  nur  geringe  Zusätze  erfahren.  Also  auch  hier  können 
dieselben  Dinge  nach  zwei  Werken  zitirt  werden;  ich  gebe  unten  diese 
doppelten  Citate. 


*)  Auch  tohon  frflher  separat  renandt 

13* 


Digitized  by  Google 


196 

Gehen  wir  nun  die  einzelnen  Arten  der  Reihe  nach  durch;  ich  setze 
bei  allen  Arten,  die  ich  nach  den  Originalen  in  Padua  als  aus  Kreide  stam- 
mend erkannte,  einfach  Kreide  hinzu,  ohne  Rücksicht  zu  nehmen,  ob  die 
Bestimmung  eine  richtige  sei.  Bei  den  jurassischen  Ammoniten  werde  ich 
angeben,  was  in  einem  solchen  Erhaltungszustande  sich  befindet,  dass  es 
einer  weiteren  Berücksichtigung  werth  ist  und  was  wegen  Unbestimmbarkeit 
einfach  als  nicht  vorhanden  anzusehen  ist.  Da  mir  zu  einer  Bestimmung 
der  Mehrzahl  der  Planulaten  das  nöthige  Material  fehlt,  stelle  ich  diese  meist 
unter  eine  Rubrik:  „Planulaten";  dieselben  werden  bei  späteren  Arbeiten  noch 
zu  berücksichtigen  sein.  Baron  t.  Zigno  hatte  die  Güte,  mich  bei  dieser 
Revision  zu  unterstützen  und  befand  ich  mich  mit  ihm  in  Padua  in  voller 
Ueberein8timmung.  Auffallend  erscheinen  mir  daher  einige  seiner  Angaben 
im  Jahrb.  1847.  p.  290,  die  mit  meinen  Notizen  nicht  stimmen,  doch  sind 
es  nur  wenige. 

Bemerken  muss  ich  noch,  dass  die  in  Padua  aufgestellten  Originale  oft 
in  auffallender  Weise  nicht  mit  den  Abbildungen  stimmen,  so  dass  man  bei 
der  Aufstellung  Verwechslungen  zu  vermuthen  geneigt  ist.  Da  dies  aber 
die  einzigen  Originale  sind,  muss  man  sich  eben  an  sie  allein  halten  und 
jetzt  entscheiden,  was  zu  entscheiden  ist,  das  andere  bei  Seite  lassen  und 
als  unbrauchbar  bezeichnen,  wenn  endlich  einmal  die  langen  unverständlichen 
Namenregister  aus  den  Südalpen  beseitigt  werden  sollen. 

Ich  zitire  die  Tafelnummern  wie  folgt:  Memoria  V— XI,  dann  zu- 
gleich Mem.  XII,  XIII  und  Intorno  III,  IV,  endlich  Intorno  I,  II. 

1.  Unbestimmbar  sind: 

Memoria  Taf.    VI,  Fig.  7  Amtnonites  sitnplus  d'Orb. 

Memoria  „   VIII,  „    3  Ammonites  Jitületi  d'Orb. 

Memorial  „   XIII,  „    6  Amtnonites  ptdehettus  d'Orb. 

Intorno  J  „      III,  „    6  Ammonites  ptdeheüus  d'Orb. 

2.  Aus  Lias  stammen: 

Memoria  Taf.  V,  Fig.  3  Amtnonites  bifrons  Brug. 

Memoria     „  VI,  »3  Ammonites  bicingulatus  Cat. 

Memoria     „  VI,  w    6  Ammonites  Hehns  d'Orb.1) 

Memoria     „  IX,  „    3  Ammonites  bicunatiis  Mich. 

Memoria     „  IX,  ,4  Ammonites  Bouchardiatws  d'Orb. 


')  Pieser  und  die  beiden  folgenden  radians-Sbnliohe  Ammoniten  aus 
oberem  Lias  der  Umgebungen  von  Bergamo  und  Brescia  in  der  Lombardei. 


Digitized  by  Google 


197 


Memorial  Tat XII,   Fig.  4    Ammonites  Capitanei  Cat. 
Intorno  /   „     IV,     „4    Ammonites  Capitanei  Cat. 
(bei  Hauer,  Heterophyllcn ,  p.  27,  zu  tatricus  gestellt.) 


Memoria 


Intorno 


Tat XIII,    Fig.  3  Ammomtes 


Venantii  Cat.  =  subcari- 
uatus  Y.  &  B. 
3    Ammonites  Venantii  Cat.  =  subcari- 
natus  Y.  &  B. 

Intorno       „        I,     „    3    Ammonites  Dödcrleinianus  Cat. 

(bei  Hauer  1.  c.,  p.  8,  zu  hcterophylUts  Sow.  gestellt.) 
Intorno     Tat     II,    Fig.  4    Ammonites  Toblinianus  Cat. 
Schöne  Art,  von  Gümbel  aus  dem  Lias  der  bayerischen  Alpen  zitirt. 

3.  Aus  dem  Biancone  stammen: 


Memoria 

Taf. 

vi, 

Fig.  4 

Ammomtes  fascicularis  d'Orb. 

Memoria 

VIII, 

» 

4 

•Ammomfes  semistriatus  d'Orb. 

Memoria 

VIII, 

n 

5 

./Immomfcs  bidichotomus  Leym. 

Memoria 

IX,, 

1 

Ancylcceras  nodosus  Cat. 

Memoria 

1» 

IX, 

n 

2 

Hamites  Labatii  Cat. 

Memoria 

x, 

Sämmtlich  evolute  Cephalopoden. 

Memoria' 

w 

5 

Ammonites  Livianus  d'Orb. 

Intorno  \ 

ni,' 

1» 

5 

Asnmonites  Livianus  d'Orb. 

Memoria 

1: 

XIII, 

1 

7 

?  Ohne  Bezeichnung. 

Intorno  \ 

Hl, 

1 

7 

Amtmmito5  salina  Cat. 

4. 

übrig. 


Es  bleiben  für  den  Malm  die  in  folgender  Liste  vereinigten  Arten 
DieHe,  insoweit  sie  nicht  im  paläontologischen  Theil  dieser  Arbeit 
als  neu  und  selbstständig  anerkannt,  oder  mit  bereits  bekannten  Formen 
identtfizirt  sind,  werden  späterhin  noch  zu  berücksichtigen  sein.    Dass  sich 
Kreide-Namen  wie  Asterianus  für  jurassische  Arten  vergeben  finden,  kann 
nicht  in  Erstaunen  setzen,  da  Catullo  Kreide  und  Jura  nicht  richtig  trennte, 
a)  Planulaten. 
Memoria   Taf.    VI,    Fig.  5    Ammonites  Gazzotae  Cat 
Memoria     „     VII,      „    l    Ammonites  subfascicularis1)  d'Orb. 
(bei  Zigno,  Br.  Leonh.  Jahrb.  1847.  p.  292,  in  die  Kreide  ge- 
stellt.   Was  ich  unter  dieser  Bezeichnung  in  Padua  sah,  war 
aus  dem  Malm.) 
Memoria    Taf.  VII,    Fig.  3    Ammonites  maälcntus  d'Orb. 
(3  c.  ist  etwas  anderes.) 


')  Diese  und  andere  Kreide-Namen  können  natürlich  nicht  beibehalten  werden. 


Digitized  by  Google 


198 


n 

XI, 

» 

1 

XI, 

n 

2 

1 

XI, 

» 

3 

XIII, 

2 

n 

in, 

2 

n 

XIII, 

» 

4 

•» 

m, 

4 

n 

n, 

1 

r? 

n, 

3 

Ammonites  Asterianus ')  d'Orb. 
Ammonites  Ambrosianus  d'Orb. 
yl#wfK>utto  (mntdtdus  8ow. 
Ammonites  biplcz  Sow. 
Ammonites  exomatus  Cat.1) 
Ammonites  exornatus  Cat. 
^w»>w«»7«}  contiguus  Cat. 
Anunonites  contiguus  Cat. 
-4wwwontfe$  Fontana  Cat 
Ammonites  Albertinus  Cat. 


Memoria   Taf.  VIII,    Fig.  1 
Memoria 
Memoria 
Memoria 
Memoria  1 
Intorno  J 
Memoria  | 
Intorno 
Intorno 
Intorno 

b)  Heterophyllen. 

Memoria   Taf.  V,    Fig.  1    .^mroon»*«*  Beudanti  Brug. 

(Original  abgerieben  und  sehr  unkenntlich,3)  vermuthlich  aus  den 

Schichten  des  Ammonites  acanthicus.  Bei  Hauer  Heteroph.,  p.  27, 

zu  hetcrophyüus  Sow.  gestellt.) 
Memoria   Taf.  V,    Fig.  2    Ammonites  Zuppani  Cat. 

(Heterophylle  aus  dem  Malm,  bei  Hauor  1.  c,  p.  8,  zu  hetero- 

phyUus  Sow.) 

Memoria  Taf.  XIII,)  Fig.  1    Ammonites  Benacensis  Cat. 

Intorno       „     III,/    „    1    Ammonites  Benacensis  Cat. 

(Vielleicht  der  von  mir  als  cf.  Kudematschi  aus  den  Schichten 
des  Ammonites  acanthicus  aufgeführt.  Bei  Hauer  1.  c,  p.  27,  zu 
tatricus  gestellt) 

c)  Aus  anderen  Familien: 

Ammonites  strictus  Cat.  =  fasciatus  Qu. 
Ammonites  laditorsatus  Mich.  =  pty- 

choicus  Qu. 
Ammonites  quadrisulcatus.  Ist  richtig. 
Ammonites  qumquecostatus  Cat.  Ist 

eine  gute  Art.4) 
Ammonites  quinquecostatus  Cat. 
Ammonites  Zignii  Cat.  =  ptychoi- 
cus  Qu. 

Ammonites  Zignii  Cat = ptychoicus  Qu. 


Memoria 
Memoria 

Taf. 

VI, 
VII, 

Fig.  2 
■  2 

Memoria 
Memoria 

a 

VIII, 
XII, 

.  2 
.  1 

Intorno 
Memoria 

■ 
• 

IV, 

xn, 

.  1 

,  3 

Intorno 

n 

IV, 

.  3 

*)  Da?  Original  in  Padua  stimmt  nicht  mit  der  Abbildung. 

*)  Siehe  paJaont.  Th.  p.  192. 

')  Siehe  oben  p.  195. 

*)  8iehe  palftont.  Th.  p.  191. 


Digitized  by  Google 


199 


Memorial  Taf.  XII,    Fig.  5    Ammonites  noduiosus  Cat. 

Intorno  J   „     IV,     „5    Ammonites  noduiosus  Cat. 

Ich  vermag  über  diesen  Ammoniten,  der  eine  Jugendform  dar- 
stellt, nicht  zu  entscheiden. 

Intorno   Taf.  I,   Fig.  1    Ammonites  turgescens  Cat. 
Steht  Ufdandi  Opp.  sehr  nahe. 

Intorno   Taf.  I,    Fig.  2    Ammonites  linguiferus  d'Orb. 

Schönes  Exemplar  des  A.  rectelobatus ,  wohl  aus  Posidonomyen- 
gestcin. 

Intorno    Taf.  I,   Fig.  4   Ammonites  perarmatus  Sow. 
Vielleicht  RupeUensis  d'Orb. 

Intorno    Taf.  II,    Fig.  4    Ammonites  Benianus  Cat. 

Aehnliche  Ammoniten  nicht  selten  im  rothen  Ammonitenkalk, 
besonders  mit  T.  diphya,  besonders  im  Museo  civico  zu  Vicenza. 
Ich  wage  nicht,  über  die  Selbstständigkeit  der  Spezies  zu  ent- 
scheiden. 


Digitized  by  Google 


200 


Digitized  by  Google 


201 


•i  1  s !  •     3  s£  °  ~ 

S  t3  s  3  o"p£B) 

slloa-      a  hl 
•s  B  §  a  |  ^  J-e-J 

J  1  7  g  o  |  Igt 

8  „  *  .2  ■§  3             eo  S 
S  bt""  b  ü  ■■      e   j  m  o  o 

Iil^ii  llsll 

Obere   Abtheilung :    entsprechend  dem 
deutschen    Hauptmuschelkalk ,  noch 
nicht  nachgewiesen. 

Untere  Abtheilung:  wahrscheinlich  ent- 
sprechend dem  deutlichen  Wellenkalk: 
Brachiopodenschichten  von  Marcheno, 
Pieve  u.  d.  Umgebungen  von  Recoaro. 

Untere  Gypse  und  Rauchwacken  als  Grenz- 
gebilde gegen  d.  bunten  Sandstein. 

Obere  Abtheilung:  8chiefrige,  glimraer- 
reiohe,  seltner  kalkige,  rothe  u.  grüne 
Sandsteine  mit  Naticella  costata,  Turbo 
rectecostatus,  Poeidonomya  Ciarai. 

Untere  Abtheilung:  Versteinerungsleere 
8andsteine  u.  Conglomerate. 

Kalke  von  Ardeie  (Corioni) 
?Dolomia  di  8.  Difendente 
<     (Stoppani  seit  1864) 

fYon  Btoppani  nicht  unter  - 
1    schieden,  oder  mit  der 
|    Oruppo  di  Öorno  e  Dos- 
(    sena  verwechselt 

Muschelkalk 

1 § 

[Haiistatter  Kalk  (Österreich. 
1  Geol.) 

<  Unterer  alpinischer  Keuper- 

j    kalk  (Oümb.) 

[Oberer  Alpenkalk  (Pichler) 

Schichten  v.  8.  Cassian 
Wenger  Schiefer  im  Besond. 
Partnachschichten  (üümbel) 
zum  Theil 

« 

I 

Jd    *•  .2 

•a  S  .s  o 
|  *  z  JS 
•  *£  a  s 

.2   c  2 

i  de«  ? 

£*|J 

Ii 

'S  » 
£  'S 

«  F 

u 

*  s 

S  E 

1  ° 

1  * 

»«fa^ti  ».«nun  1 

Digitized  by  Google 


202 


Gliederung  des  siidtiroler  Jura. 


E 
<e 

Kimmridge- 
Oruppe 

Dipliyakalke    mit   T.   diphya,    (In  den  Nordalpen:  Schichten 
Amin.     hybonotus ,     litho-       mit  T.  diphya  von  Hab  bei 
irriiuhicuj  DtvchoiiuH  Ziiraa»         Wever    T-twi'n^tpin  AuAHAr- 

dianug  etc.                             halb  den  Alpen:  Lithogra- 
phische Schiefer  von  Solen- 
hofen, Mussplingen,  Cirin) 

Oxford- 
Gruppe 

Nicht  bekannt 

Kelloway- 
Gruppe 

_ 

Nicht  bekannt                         (Vilser  Kalke  deV  Nordalpen. 

Srhirlitrtn    fl    Taf    nala  an. 

k/v> IIIIIIIQU     U>     Ivl)    UMn  |  cm» 

tiplecta,  Rh.  trigona) 

Dogger 

Bath- 
0  nippe 

Posidonomyengestein.    Schich-    (Klausschichten  der  Nordalpen) 
ten  d.  Pos.  alpina,  Terebr. 
curriconcha,  Amm.  rectelo- 
batug  etc.  ' 

Unteroolith 

Schichten  der  Rhynchonella  bi- 
lobata. 

f  Grane  Kalke  mit  T.  firubria, 
fimbriaeformis,  Rotzoana,  he- 
xagonalis  etc. 

Pflanzenlager  Ton  Rotzo,  Per- 
nigotti,  Rovere,  Volano. 

Oolithe  des  Cap.  8.  Ytgilio  am 
Garda-See  mit  Amm.  Mur- 
chisonae ,  fallax,  scissus. 

m 
« 

Oberer 

Rothe  Kalke  von  Entratico  bei 
Bergamo  mit  Amm.  bifroni 
und  »ubcarinatus 

Mittlerer 

Graue  Kalke   mit   verkiesten    Graue  Kalke  vom  Berge  Do- 
Ammonitcn  und  Belemniten       maro  etc.   in   der  Provinz 
von  Val  di  Conzei.  p.  3b\           Brescia  mit  Amm.  margari- 

tatu»,  Taylori. 

Unterer 

Rothe  Kalke  von  8altrio  mit 
Orvphaeu  arcuata. 

Digitized  by  Google 


Inhalt. 


Einleitung. 

Geognostischer  Theil. 

Betreibung  eiliger  Profile   pag.  6 

Das  Monte  Baldo-Gebirge   ,  6 

Umgegend  von  Roveredo                                                            .  ,  22 

Monte  Zara  zwischen  Etachthal  und  Roreredo   „  22 

Umgebung  ron  Nomi   „  25 

Umgebung  ron  Volano   „  27 

Borgo  in  Val  3ugatiH  •   „  29 

Piere  di  Bono  in  Indioarien   „  82 

Gegend  zwischen  8toro  und  dem  Gardasee   ,  34 

Deuting  der  Profile   ,  37 

Bteinkohlenformation   r  39 

Trias   ,  41 

Untere  Trias   „  41 

Obere  Trias   ,  G3 

Lias   »101 

Dogger     »103 

Schichten  der  Terebratuia  fimbria  und  des  Ammonites  Murchisonae      .   .  ,  107 

Schichten  der  Bhynchonella  Irilobata   «113 

Schichten  der  Terebratuia  curviamcha  (Posidonomyengestein,  Klausschichten)  ,  III 

Malm   w  123 

Schichten  des  Ammonites  acanthicus   „  130 

Diphyakalke   „133 

Paläontologischer  Theil. 

Tri«   *  153 

Hallstatter  Gruppe   «153 

Hauptdolomitgruppe   *  155 

l>ogger   ....    ,160 

Graue  Kalke  mit  Terebratuia  fimbria   «160 

Oolithe  mit  Ammonites  Murchisonae   «169 

Schichten  der  Khynchonella  bihbata   «  174 

Posidonomyengestein   «175 

Malm   «180 

Schichten  des  Ammonites  acanthicus   «  180 

Schichten  der  Terebratuia  diphya   «186 

Anhang.    Nachweise  aber  einige  8chriften  CatuUo's   ,191 


Digitized  by  Google 


Druckfehler. 


Pag.    1,  Zeile  17  von  oben:  war  statt  waren. 


6, 

- 

1 

- 

unten:  diphya)  statt  diphya. 

- 

10, 

- 

11 

- 

oben:  verwaschen  statt  verwachsen. 

12, 

« 

18 

- 

oben:  unförmlicher  statt  unförmliches. 

12, 

19 

oben:  Steinkern  statt  8teinkorn. 

- 

13, 

r« 

- 

oben:  hinter  Schichten  fehlt:  des. 

13, 

<• 

.11 

oben:  parallel  statt  parallel. 

- 

Ks 

8 

- 

oben:  Schutthalde  statt  Schutthalle. 

18, 

9 

unten:  einschiebende  statt  einschliessende. 

1 

T1 

n 

unten:  petragraphischen  statt  petographischen. 

23, 

2 

- 

unten:  Atmosphärilien  statt  Athmospharilien. 

35, 

" 

11 

« 

unten:  Lumach.  statt  Lumch. 

* 

49, 

n 

3 

1 

unten:  Pieve  statt  Piere. 

?3, 

n 

3 

unten:  moyenne  statt  myoenne. 

119, 

7 

unten  muss  A.  Maritim  in  den  Unteroolith  gesteUt  w< 

Digitized  by  Google 


ÜBER  DIE  ZONE 


DR- 


AMMONITES  TRANSVERSARIÜS 


VON* 


DR-  ALBERT  OPPEL, 


PROFESSOR  AN  ORR  UNIVERSITÄT  MÜNCH  EX,  COXSERVATOR  DES  PALXONTOI.OOISCHEN  MUSRUM*. 
A  ORU  MITGLIED  DER  KON  10 L.  BAYER.  AKADEMIE  DER  WISSENSCHAFTEN. 


BKKNDET  UND  HKKAUSfiKOKRKN 


VON 


DTi-  W.  WAAGEN, 

DOCKNT  AN  DER  UNIVERSITÄT  MÜNCHEN. 


MÜNCHEN,  1866. 
R.  OLDKNBOURO, 


Digitized  by  Google 


» 


Vorwort 


Die  Malmformation  hat  in  neuerer  Zeit  wohl  mehr  als  irgend  eine 
andere  Abtheilung  des  Jura  die  Aufmerksamkeit  der  Geologen  auf  sich  ge- 
EOgen,  indem  sich  die  Entdeckungen  in  diesem  Gebiete  der  Flötzformationen 
innerhalb  kurzer  Zeit  in  wahrhaft  staunenswerter  Weise  häuften.  Die 
Hauptmasse  derselben  aber  verdanken  wir  den  regen  und  scharfsinnigen 
Forschungen  des  durch  einen  frühen  Tod  der  Wissenschaft  so  bald  ent- 
rissenen Prof.  Dr.  A.  Oppel.  Wie  es  seinen  Studien  gelungen  war,  zuerst 
mit  grosser  Schärfe  und  Sicherheit  die  einzelnen  Unterabtheilungen  der 
unteren  und  mittleren  Region  der  Juraformation  festzustellen  und  in  einem 
grossen  Theile  von  Europa  nachzuweisen,  so  war  es  ihm  auch  vorbehalten, 
die  im  oberen  Jura  herrschenden  Verhältnisse  endlich  aufzuklären  und  so 
die  Geognosie  jener  Gesteinsschichten  auf  die  Stufe  zu  bringen,  die  die- 
selbe gegenwärtig  einnimmt. 

Wie  schwierig  die  Frage,  welche  hier  zu  losen  war,  lässt  sich  am 
besten  aus  Oppels  eigenen  Arbeiten  beurtheilen.  Die  im  Jahre  1858  ver- 
öffentlichte dritte  Abtheilung  seiner  „Juraformation'4  machte  es  sich  zur 
Aufgabe  den  Malm  nach  dem  damaligen  Stande  der  Erfahrungen  in  Unter- 
abtheilungen zu  bringen,  und  dieselben  über  eine  grössere  Erstreckung  zu 
verfolgen.  Das  grösste  Verdienst  erwarb  sich  darin  der  Verfasser  durch 
gründliche  Beseitigung  des  bisher  herrschenden  Irrthumes,  dass  die  Korall- 
rüfe  des  oberen  Jura  immer  als  ein  und  derselben  Bildungsepoche  angehörig 
zu  betrachten  seien:  dagegen  reichten  die  bis  dahin  bekannt  gewordenen 
Thatsachen  nicht  hin,  das  Gleiche  auch  für  die  Spongitenfelder  dieser 
Formationsabtheilung  nachzuweisen.  Dies  Letztere  ist  denn  auch  als  Haupt- 
grund zu  betrachten,  dass  der,  damals  von  Oppel  gegebenen  Eintheilung 
bei  ihrer  Durchführung  in  einzelnen  Gebieten  sich  so  grosse,  ja  theils  sogar 
unüberwindliche  Schwierigkeiten  in  den  Weg  stellten,  und  dass  der,  den 
oberen  Jura  behandelnde  Abschnitt  von  Oppels  „Juraformation''  als  der 
schembar  wenigst  durchgebildete  uns  entgegentritt. 


Digitized  by  Google 


(*) 


208 


Nachdem,  durch  die  Verhältnisse  dazu  geleitet,  Oppel  für  einige  Jahre 
Bein  Hauptaugenmerk  auf  die  Geognosie  alpiner  Bildungen  gerichtet  hatte, 
wurde  erst  im  Jahre  1862  durch  Gümbels  Studien  in  der  Gegend  von 
Streitberg,  sowie  durch  meine  Reise  nach  der  Schweiz  seine  Aufmerksam* 
kcit  wieder  dem  ausseralpinen  oberen  Jura  zugewendet.    Durch  die  eben- 
erwähnten  Forschungen  war  festgestellt  worden,  dass,  wie  Korallenriffe,  so 
*    auch  Scyphienbildungen  in  den  verschiedensten  Niveaus  des  oberen  Jura 
auftreten  können,  doch  war  es  noch  nicht  möglich,  jeder  einzelnen  dieser 
Bildungen  ihren  Platz  mit  Sicherheit  anzuweisen.    Der  damalige  Stand  der 
Erkenntniss  spiegelt  sich  in  einigen  Bemerkungen  auf  pag.  158  und  159 
von  Oppel 8  paläontologischen  Mittheilungen.     Durch  eine  im  Sommer 
1863  nach  Franken,  Württemberg,  Baden  und  einem  Theile  der  Schweiz 
unternommene  Reise  war  Oppel  indess  in  den  Stand  gesetzt,  alle  dort 
herrschenden  Verhältnisse  vollständig  aufzuklären,  und  so  konnte  er  im  Winter 
desselben  Jahres  mittels  mehr  als  100  meist  neu  aufgestellter  Animoniten- 
Arten  vier  neue  Zonen  charakterisiren :  die  Zonen  des  Ammonites  trans- 
versarius,   des  Ammonites  bimammatus,   des  Amnionitis  tenuilobatus  und 
des  Ammonites  steraspis. 

Seitdem  Hess  er  den  oberen  Jura  nicht  mehr  aus  den  Augen.  Reisen 
in  den  tyroler  und  bayrischen  Alpen,  im  südöstlichen  Frankreich  und  der 
Schweiz,  sowie  nach  Galizien  und  Mähren  dienten  dazu,  seine  Kenntnisse 
in  dieser  Beziehung  durch  eine  reiche  Fülle  von  Beobachtungen  zu  er- 
weitern, deren  Ausfluss  denn  auch  einige  Aufsätze:  „Geognostische  Studien 
im  Ardeche  Departement"  und  „Die  tithonische  Etage"  waren.  Letztere 
Abhandlung  sollte  indess  nur  einen  vorläufigen  Bericht  über  ein  erst  zu 
publicirendes  grösseres  Werk  bilden,  zu  dem  bereits  viele  Tafeln  in  Folio 
gezeichnet  waren,  dessen  Ausführung  jedoch  durch  den  raschen  und  uner- 
warteten Tod  Oppels  vereitelt  wurde. 

Aber  noch  ein  Aufsatz  war  aus  diesen  Studien  hervorgegangen :  es  ist 
der  hier  vorliegende  „Uebcr  die  Zone  des  Ammonites  transversarius",  zu- 
gleich der  einzige  aus  dem  Nachlasse,  welcher  vom  Verfasser  selbst  noch 
seiner  Vollendung  nahe  gebracht  war.  So  traurig  es  an  und  für  sich  ist, 
die  Papiere  eines  geliebten  Verstorbenen  zu  ordnen,  so  übernahm  ich  dies 
doch  gerne,  und  hielt  es  für  eine  Gelegenheit,  meiner  tiefgefühlten  Dank- 
barkeit gegen  den  unvergesslichen  Lehrer  und  Freund  Ausdruck  zu  geben, 
indem  ich  aus  dem  Schiffbruche  seines  so  frühe  dahingewelkten  Lebens 
für  die  Wissenschaft  zu  retten  trachtete,  was  zu  retten  möglich  war,  be- 
sonders, da  ich  in  der  glücklichen  Lage  bin,  durch  häufige  Besprechungen 
mit  dem  Verstorbenen  den  Plan,  den  er  bei  dem  vorliegenden  Aufsatze  zu 


Digitized  by  Google 


■ 

209 


0» 


verfolgen  gedachte,  genau  zu  kennen,  und  so  hoffen  darf,  bei  den  nöthig 
gewordenen  Veränderungen  und  Ergänzungen  den  Absichten  des  Verfassers 
gemäss  verfahren  zu  sein.  Die  Ergänzungen  erstreckten  sich  vorzüglich 
auf  einige  Theüe  des  Manuskripts,  welche  entweder  ganz  fehlten,  oder  nur 
durch  einige  flüchtige  Notizen  angedeutet  waren:  namentlich  möchte  ich 
als  grossentheils  von  meiner  Hand  herrührend  bezeichnen  die  Abschnitte 
über  Galizien,  Ungarn  und  Mähren,  über  Franken,  die  schwäbische 
Alp,  Baden,  die  Cantone  Aargau,  Solothurn,  Neuchatel  und 
Vaud,  endlich  das  Dep.  Vaucluse,  Spanien  und  Algier.  Ich  habe 
die  vorhandenen  .Notizen,  sowie  die  Reisetagebücher  des  Verstorbenen  hiebei 
möglichst  sorgfältig  benützt  und  ausserdem,  wo  es  thunlich,  Stellen  aus 
früheren  Publikationen  desselben  wörtlich  angeführt,  so  dass  die  Lücke,  die 
sich  hier  findet,  doch  wie  ich  hoffe  nicht  allzu  fühlbar  werden  wird.  Der 
erste  Grundsatz  aber,  der  mich  bei  alledem  leitete,  war,  das  Vorhandene 
möglichst  unverändert  zu  lassen  und  das  Hinzugefügte  dem  ersteren  mög- 
lichst anzuschmiegen. 

Ich  8chliesse  diese  Vorbemerkungen  mit  dem  lebendigen  Wunsche,  dass 
dies  sein  letztes  Werk,  welches  ich  dem  Publikum  hiemit  vorzulegen  die 
Ehre  habe,  noch  ein  Blatt  in  dem  Lorbeerkranze  bilden  möge,  welchen 
der  als  Gelehrter  wie  als  Mensch  gleich  ausgezeichnete  Verfasser  sich 
während  seines  kurzen  Lebens  durch  seine  unermüdliche,  fruchtbringende 
Thätigkeit  gewunden  hat. 

Um  einen  kleinen  Ueberblick  über  diese  Thätigkeit  zu  gestatten,  füge 
ich  ein  Verzeichnis  sämmtlicher  Publikationen  Oppels  bei. 

München,  im  März  1866. 

Dr.  W.  Waagen. 


Digitized  by  Google 


Chronologisches  Verzeichniss  von  Professor  Oppels 

Publikationen: 

1853.  Der  mittlere  Lias  Schwabens,  neubearbeitet  von  Dr.  Albert  Oppel, 
mit  4  lithographirten  Tafeln,  Württemb.  naturw.  Jahresh.  X.  1854 
p.39.  Separatabdruck.  Stuttgart:  Verlag  von  Ebner  und  Seubert. 
(Gekrönte  Preisschrift.) 

1855.  Ueber  einige  Cephalopoden  der  Juraformation.  (Württemb.  naturw. 
Jahresh.  XII.  Bd.  I.  Heft  pag.  104.) 

1856 — 1858.  Die  Juraformation  Englands,  Frankreichs  und  des  südwest- 
lichen Deutschlands  nach  ihren  einzelnen  Gliedern  eingetheilt  und 
verglichen  von  Dr.  Albert  Oppel,  mit  einer  geognostisohen  Karte. 
(Erschienen  in  den  württemb.  naturw.  Jahresh.  und  zwar 

im  Jahrgang  1856  pag.  1—438, 

„       „        1857    „  439-694, 

„       „        1858    „  695-857. 
Als  selbststandiges  Werk  im  Verlag  von  Ebner  und  Seubert.) 

1856.  (In  Gemeinschaft  mit  E.  Süss):  Ueber  die  mutmasslichen  Aequi- 
valente  der  Kössener  Schichten  in  Schwaben  (Juliheft  des  Jahrg. 
1856  der  Sitzungsbcr.  d.  mathem.  naturw.  Classe  der  kais.  Akad.  d. 
Wissensch,  in  Wien)  mit  2  Tafeln. 

1857.  Weitere  Nachweise  der  Kössener  Schichten  in  Schwaben  und  Luxem- 
burg (Oktoberheft  d.  Jahrg.  1857  d.  Sitzungsber.  d.  mathem.  naturw. 
Classe  der  kais.  Akad.  d.  Wissensch,  in  Wien).  Der  Separatabdruck 
trägt  die  Jahreszahl  1858. 

1858.  Tableau  resume  de  la  Classification  du  terrain  jurassique  (Bulletin 
de  la  aoeiete  geologique  de  France  2.  ser.  t.  XV  p.  657). 

1858.  Ueber  die  geognostische  Verbreitung  der  Pterodacrylen  und  einen  in 
den Posidonienschiefern  von  Boll  gefundenen  Unterkiefer  von  Ptcro- 
dactylus  Banthensis  Theod.  (Vortrag.)  (Württemb.  naturw.  Jahresh. 
Bd.  XIV  pag.  55.) 


Digitized  by  Google 


211  (7) 


1859.  Die  neueren  Untersuchungen  über  die  Zone  der  Avicula  contorta 
mit  besonderer  Berücksichtigung  der  Beobachtungen  M.  Marti  n's 
über  das  Auftreten  dieser  Zone  im  D6p.  Gtte  d'Or.  (Württemb. 
naturw.  Jahresh.  Bd.  XV  pag.  315.) 

1860.  üeber  die  Arten  der  Gattungen  Glyphaea  und  Pseudoglyphaea. 
(Württemb.  naturw.  Jahresh.  Bd.  XVII.  pag.  108.) 

1861.  Ueber  die  Arten  der  Gattungen  Eryma,  Pseudastacus ,  Magila  und 
Etallonia.    (Württemb.  naturw.  Jahresh.  Bd.  XVII  pag.  355.) 

1861.  Ueber  die  weissen  und  rothen  Kalke  von  Vils  in  Tyrol  (Württemb. 

naturw.  Jahresh.  Bd.  XVII  pag.  130)  mit  2  Tafeln. 
1861.  Ueber  die  Brachiopoden  des  unteren  Lias  (Zeitschr.  d.  deutsch. 

geolog.  Gesellsch.  Jahrg.  1861  pag.  529)  mit  4  Tafeln. 

1861.  Entdeckung  von  Kreidegesteinen  in  der  Schichtenfolgc  bei  Vils. 
(Briefliche  Mittheilung  an  Prof.  Bronn.)  (Neues  Jahrb.  etc.  v.  Bronn 
und  Leonhard  1861  p.  674.) 

1862.  Ueber  das  Alter  der  Hierlatz-Schichten.  (Neues  Jahrbuch  von  Bronn 
und  Leonhard  1862  pag  59.) 

1862—1865.  Paläontologische  Mittheilungen  aus  dem  Museum  des  kgl. 
bayerischen  Staates:  Ein  Band  Text  und  ein  Atlas  von  88  Tafeln 
in  8°,  enthält  folgende  Aufsätze: 

I.  Ueber  jurassische  Crustaceen  (Decapoda  macrura)  publicirt 

18G2  pag.  1—120,  tab.  1—38. 
IL  Ueber  F&hrten  in  lithographischen  Schiefer  (Ichnites  litho- 
graphicus)  1862  pag.  121—125,  tab.  39. 

III.  Ueber  jurassische  Cephalopoden  1862  pag.  127—162,  tab. 
40—50;  Fortsetzung  1863  pag.  163—266,  tab.  51  —  74. 

IV.  Ueber  ostindische  Fossilreste  aus  den  sekundären  Ablagerungen 
von  Spiti  und  Gnari-Khorsum  in  Tibet,  Beschreibung  der  von 
den  Herren  Adolph,  Herman  und  Robert  v.  Schlag- 
intweit  während  der  Jahre  1854—1857  gesammelten  Arten, 
1863  pag.  267-288,  tab.  75-82;  Fortsetzung  1865  pag. 
289—304,  tab.  83-88. 

V.  Geognostische  Studien  im  Ardcche  Departement.    1865  pag. 
305—322. 

1863.  Ueber  das  Vorkommen  von  jurassischen  Posidonomyen-Gesteinen  in 
den  Alpen  (Zeitschr.  d.  deutsch,  geolog.  Gesellsch.,  Jahrg.  1863  pag. 
188  tab.  V-VII)  mit  3  Tafeln. 

1864.  Ueber  das  Lager  von  Öeesternen  im  Lias  und  Kcuper.  (Württemb. 
naturw.  Jahresh.  Bd.  XX  pag.  206.) 


Digitized  by  Google 


(8)  212 


1865.  Die  tithonische  Etage.  (Zeitechr.  d.  deutsch,  geolog.  Gesellsch.  Jahrg. 
1805  pag.  535.) 

1 865.  Virgloria-Kalke  bei  Reutte  (Tyrol).  (Briefl.  Mittheilung  an  Prof.  Oeinitz.) 
(Neues  Jahrbuch  etc.  v.  Leonhard  und  Oeinitz,  Jahrg.  1866  pag.  75.) 

1865.  Ueber  die  Zone  des  Ammonites  transversariue,  beendet  und  heraus- 
gegeben von  Dr.  W.  Waagen  (die  vorliegende  Arbeit). 


Digitized  by  Google 


Einleitung. 


Bei  einem  früheren  Versuche,  welcher  den  Zweck  hatte,  die  im  süd- 
westlichen Deutschland  und  einem  Theil  des  Schweizer  Jura  verbreiteten 
oberjurassischen  Spongiten-Kalke  zu  classificiren,  Hess  sich  in  der  untersten 
Region  dieser  Bildungen  ein  paläontologisch  wohl  charakterisier  Horizont 
erkennen,  welcher  nnch  einer  seiner  bezeichnendsten  Arten  die  Benennung 
„Zone  des  Ammonites  transversarius"  erhielt.1) 

Bisher  wurde  diese  Zone  als  solche  in  Franken,  Schwaben,  dem 
Grossherzogthum  Baden,  dem  Aargauer  und  Neuchateier  Jura  bis 
in  die  Departements  Jura,  Cöte  d'Or,  Ain  und  Ardeche  nachgewiesen 
.und  beschrieben.  Für  andere  Gegenden  war  ihr  Vorkommen  durch  das 
Auftreten  von  Spongiten-Kalken  oder  einzelne  bezeichnende  Leitmuscheln 
gleichfalls  angedeutet.  Da  jedoch  ein  eingehenderer  Vergleich  dieser 
Schichten  noch  nie  ausgeführt  wurde,  so  mag  es  zeitgemäss  erscheinen, 
deren  weitere  Verbreitung  nunmehr  im  Zusammenhange  festzustellen.  Es 
geschieht  dies  in  dem  Nachfolgenden  unter  Hinzufügung  einiger  allgemeiner 
Angaben  über  die  Bezeichnungsweisen,  die  Begrenzung  und  die  palaon- 
tologischen  Merkmale  der  Zone. 

Synonymik:  Mergel  und  Kalk  von  Birmensdorf:  Mousson  1840 
geologische  Skizze  der  Umgebungen  von  Baden  pag.  23.  Argovien 
(pars  infin.) Marcou  1846,  Recherches  geol.  sur  le  Jura  salinois  pag.  88. 
Unterste  Muschelreiche  Lagen  des  weissen  Jura  von  Birmens- 
dorf: Quenst.  1847,  die  Cephalop.  (Vergl.  auch  Quenst.  1843,  das 
Flötzgeb.  pag.  498  u.499.)  Assise  calcareo  —  marneuse  avec  couches 
spongiaires  et  calcaire  a  nodules:  Beaudouin  1851.  Bullet  de  la 
Soc.  geol.  de  France  II  tome  8  pag.  594.  Spongitenk alk  (pars): 
Merian  1852,  Bericht  der  naturf.  Ges.  in  Basel  X  pag.  141.  Calcaire 
ä  spongiaires,  etage  argovien:  Albin  Gras  1852,  Catalogue  des 

—  -  , 

')  Paliontolog.  Mittheil.  18tf?/t>3  pag.  159  u.  165. 


Digitized  by  Google 


(10)  214 


corps  organises  fossil»  pag.  20.  Lacunosa-Schichten:  Mosch  1856, 
das  Flötzgebirge  im  Canton  Aargau  pag.  50.  Couches  d'Argovie  ou 
Argovien  (parB.  inf.):  Marcou  1857,  Lettres  sur  les  Roche*  du  Jura 
pag.  37.  Spongitien:  Etallon.  1857,  Eequisee  d'une  description  geol. 
du  Haut  Jura  pag.  29  Soc.  imper.  d'agric.  de  Lyon.  Scyphien-Kalke 
von  Oberbuchsiten,  Trimbach,  Egg,  Birmensdorf:  Oppel  1857, 
die  Juraformation  pag.  680,  681.  Zone  des  Amm.  Arolicus,  des  Amm. 
canaliculatus  oder  des  Amm.  transversarius:  Oppel  1862,  Paläont. 
Mittheil.  pag.  159.  Birmensdorfer  Schichten:  Möach  1863,  Vor- 
läufiger Bericht  pag.  5.  Verhandl.  Schweiz,  naturf.  Gesellsch.  in  Luzern. 
Zone  des  Amm.  transversarius:  Oppel  1863,  Paläont.  Mittheil, 
pag.  165.  Zone  des  Amm.  transversarius:  Waagen  1864,  der  Jura 
in  Franken,  Schwaben  und  der  Schweiz,  pag.  137.  Birmensdorfer 
Schichten:  Heer  1864,  die  Urwelt  der  8chweiz,  pag.  150,  Calcaire  4 
scyphies,  Etage  Argovien:  Desor  1864,  Tableau  des  formations  geol. 
du  Canton  de  Neuchätel.  Birmensdorfer  Schichten:  Merian  1864, 
in  Geinitz  Neues  Jahrb.  pag.  523. 

Begrenzung  der  Zone  des  Ammonites  transversarins.  Gegen  unten 
füllt  es  gewöhnlich  nicht  schwer,  eine  feste  Grenzlinie  zu  gewinnen,  cach 
welcher  sich  die  Zone  des  Ammonites  transversarius  von  den  tieferen  Be- . 
gionen  der  Oxford-Gruppe  abtrennen  lässt.  Ein  verbreiteter  und  längst  be- 
achteter pal&ontologischer  Horizont  bildet  ihre  Grundlage  und  deutet  auch 
an  solchen  Localitäten  das  ungefähre  Niveau  der  Zone  an,  an  welchen 
deren  eigenthümliche  Merkmale  bisher  nicht  nachgewiesen  werden  konnten. 

Dieser  tiefere  Horizont,  welcher  die  Bezeichnungen  „Oxford- Thon, 
Oxford-clay,  Marnes  oxfordiennes"  oder  auch  „Zone  des  Am- 
monites biarmatus"  oder  des  „Ammonites  cordatusu  erhalten  hat, 
besteht  in  manchen  Gegenden  aus  einer  dünnen,  obschon  gewöhnlich  sehr 
versteinerungsreichen  Lage,  während  er  an  anderen  Orten  eine  beträchtliche 
Mächtigkeit  erlangt.  Ist  letzteres  der  Fall,  so  vertheilen  sich  die  fossilen 
Reste  innerhalb  des  Durchschnittes.  Einzelne  derselben  charakterisiren  die 
Basis  der  Schichtengruppc  und  bilden  hier  durch  das  häufige  Vorkommen 
der  Ammonites  Lamberti,  Mariae,  Hersilia,  glabettus,  Sutherlandiae, 
Lalandeanus  u.  s.  w.  eine  paläontologisch  unterscheidbare  Gesteinslage. 
Ihr  gegenüber  zeichnet  sich  ein  etwas  höheres  Niveau  durch  andere 
bestimmbare  Einschlüsse  aus,  unter  welchen  Ammonites  cordatus,  Eucharis, 
scaphoidcs,  Delmontanus,  Christoli,  Bubianus  u.  s.  w.  bereits  an  vielen  Stellen 
als  leitende  Arten  festgestellt  werden  konnten.  Bei  den  meisten  Species 
ist  es  aber  noch  unermittelt,  ob  sie  beiden  Zonen  gemeinsam,  oder  nur 


Digitized  by  Google 


215  (11) 


einer  derselben  angehören.  Bei  genauerer  Kenntnis»  der  einzelnen  Arten 
und  ihres  Vorkommens  wird  sich  die  Fauna  einer  jeden  dieser  beiden  Zonen 
später  gewiss  schärfer  sondern  lassen.  Da  es  sich  jedoch  in  gegenwärtiger 
Arbeit  um  die  Bestimmung  eines  höheren  Horizontes  handelt,  so  dürfen 
wir  hier  die  Aufzählung  der  in  den  Zonen  des  Ämm.  cordatus  und  Lam- 
berti verbreiteten  Reste  in  einer  gemeinsamen  Liste  vornehmen  und  auf 
einige  der  bezeichnenderen  Species  beschränken.  Es  sind  dies  folgende: 
Fossile  Arten  aus  den  Zonen  des  Ämm.  Lamberti  und  des 

imm.  cordatus. 

Die  mit  einem  *  versehenen  Arten  gehen  auch  in  andere  Schichten  über. 

*  1)  Belemnites  hastatVS  Blainv.  1827,  Obs.  tab.  1,  Fig  4. 

*  2)  Belemnites  Sauvanaasns  d'Orb.  1843,  Terr.  jurass.  tab.  21,  Fig.  1—3 

und  6—10. 

3)  Belemnites  laevis  Röm.  1836,  OoL  pag.  165. 

4)  Ammonites  Enehaiis  d'Orb.  1847,  tab.  198,  Fig.  4-6. 

5)  Ammonites  VUiersensis  d'Orb.  1850,  Prodr.  12.52. 

6)  Ammonites  Pidanceti  Coquand.  1853,  Journ.  de  Conch.  tab.  14,  Fig. 
3,  4  und  1856,  Mem.  Soo.  d'Emul  du  Doubs  Bd.  7,  pag.  49,  tab.  5, 
Fig.  18,  19. 

7)  Ammonites  mendax  Seebach  1864,  der  Hannoversche  Jura  pag.  154, 
tab.  9,  Fig.  3. 

8)  Ammonites  Hersilia  d'Orb.  1850,  Prodr.  13.49. 

9)  Ammonites  Henrici  d'Orb.  1847,  Terr.  jurass.  tab.  198,  Fig.  1—3. 

10)  Ammonites  Delmontanns  Opp.  1863,  Pal.  Mitth.  pag.  194,  tab.  54,  Fig.  3. 

11)  Ammonites  Kaoracns  Mayer  1864,  Journal  de  Conchyliologie  tab.  7, 
Fig.  4.  Ämm.  Murchisoriil  Pusch  1837,  tab.  13,  Fig.  5  (non  Fig.  4, 
non  Sow.). 

12)  Ammonites  scabridlis  Opp.  Eine  dem  Ämm.  punetatus  Stahl  nahe- 
stehende Art,  jedoch  durch  breitere,  weniger  zahlreiche  Rippen  und 
flachere  Seiten  davon  unterscheidbar.  Findet  sich  nicht  häufig  in  den 
untersten  Oxford- Schichten  vom  Ursulaberg  bei  Reutlingen 
(Württemberg)  im  Oxford-Thon  von  Chatillon  bei  Delemont 
(Schweizer  Jura)  und  von  la  Fauche  (Haute  Marne).  Collect. 
Greppin  und  Schlumberger. 

13)  Ammonites  glabellns  Leckenby  1859,  Quarterly  Journal  geol.  Soc  24, 
März  1858,  tab.  2,  Fig.  5. 

14)  Ammonites  scaphoides  Coquand  1853,  Journal  de  ConchyL  tab.  14, 
Fig.  9,  10.  Mem.  Soc.  d'Emul.  du  Doubs  1856,  Bd.  7,  pag.  48,  tab.  5, 
Fig.  16,  17. 


Digitized  by  Google 


(12) 


210 


15)  Ammonites  Polonicos  Opp.  Aebnlioh  dem  Amm.  scaptoides  jedoch  mit 
aufgeblähteren  Windungen  und  gerundeteren  Seitenwandungen  ver- 
sehen. Nabel  bei  17  Mm.  Durchmesser  des  Gehäuses  noch  enge  ge- 
schlossen. Steinkern  beinahe  glatt,  nur  gegen  das  Ende  der  beinahe 
einen  ganzen  Umgang  einnehmenden  Wohnkammer  mit  vereinzelten 
radialen  Runzeln  versehen.  Durchmesser  des  grössten  Exemplars 
18  Mm.,  Dicke  7  Mm.  Findet  sich  mit  Amtnonitcs  cordatus  in 
hellgrauem  Kalkmergel  zu  Kobilany  nordwestlich  von  Krakau 
(Galizien). 

16)  Ammonites  Baylei  Coquand  1853,  Journal  de  Conchyl.  tab.  14,  Fig.  5,6 
und  1856  Mem.  Soc.  d'Emul.  du  Doubs  Bd.  7,  pag.  49,  tab.  5,  Fig.  20,  21. 

17)  Ammonites  Rcnggeri  Opp.  1863,  Pal.  Mitth.  pag.  203.  Den  brief- 
lichen Mittheilungen  J.  Marcou's  zufolge,  findet  sich  Amm.  Renggeri 
im  Jura-Departement  zu  Andelot  und  Arc-sous-Montenot  sowohl 
in  der  Zone  des  Ammonites  cordatus  als  in  derjenigen  des  Amm. 
Lamberti,  wodurch  der  Nachweb  einer  direkten  Verbindung  des  Amm. 
audax  mit  den  Dentaten  der  Birmcnsdorfer  Schichten  in  Beziehung 
auf  die  verticale  Verbreitung  dieser  zu  der  gleichen  Ammonitenfamilie 
gehörigen  Arten  hergestellt  wird. 

18)  Ammonites  Brunneri  v.  Fischer  Ooster  1860  in  W.  A.  Ooster  Cata- 
logue  des  Ceph.  suisses  IV.  Partie  pag.  85,  tab.  20,  Fig.  8— 10. 

19)  Ammonites  hirsutns  Opp.  Charakteristische  Art,  welche  sich  im  All- 
gemeinen an  Amm.  flexispituUus  Opp.  anschlie8st,  jedoch  weit  zahl- 
reichere Knoten  besitzt,  indem  dieselben  sowohl  in  der  Medianlinie 
dos  Rückens,  als  zu  beiden  Seiten  dicht  gedrängt  aufeinanderfolgen. 
Wird  noch  etwas  dicker  als  Amm.  ßexispinatus.  Ein  mit  der  Wohn- 
kammer erhaltenes  Exemplar  erreicht  einen  Durchmesser  von  10  Mm., 
wobei  die  Dicke  7Vt  Mm.  beträgt  Zu  Combe  d'Eschert  bei 
Delemont  (Canton  Bern)  in  den  dunkeln  Oxford-Thonen  von  Herrn 
Dr.  Greppin  gesammelt 

20)  Ammonites  Spixi  Opp.  Kleine  Flexuosen-Art,  welche  mit  grössten- 
theils  noch  erhaltener  Wohnkammer  einen  Durchmesser  von  21  Mm. 
erreicht.  Dabei  beträgt  die  Höhe  des  letzten  Umgangs  11  Mm., 
dessen  Dicke  7  Mm.  Rippen  nieder  und  auf  den  innern  Windungen 
kaum  bemerkbar.  Rücken  anfangs  gerundet  auf  dem  letzten  halben 
Umgang  mit  einer  niedern  Medianlinie  versehen.  Nabel  eng  ohne 
Nabelkante,  jedoch  mit  steil  einfallender  Nahtfläche.  Loben  fein  ver- 
zweigt und  nach  Art  der  bei  der  Familie  der  Flexuosen  gewöhnlichen 
Zeichnung  gebildet,  indem  zwischen  Rücken-  und  Naht-Lobus  5  der 


Digitized  by  Google 


217 


(13) 


Reihe  nach  kleiner  werdende  Loben  Platz  nehmen.  Oxford-Thon 

von  Ghätillon  bei  Delemont  (Canton  Bern).    Aus  der  Sammlung 

des  Herrn  Dr.  Greppin. 
21)  Ammonites  Pnschi  Opp.  1863,  Pal.  Mitth.  pag.  216. 
•  22)  Ammonites  tortisnkatus  d'Orb.  1840.    Terr.  crt.  I,  pag.  161,  Terr. 

jur.  1847,  tab.  189. 
*23)  Ammonites  Lamberti  Sow.  1819,  tab.  242,  Fig.  1—3. 

24)  Ammonites  Afariae  d'Orb.  1847,  Terr.  jur.  tab.  179. 

25)  Ammonites  pntealts  Leckenby  1859,  Quarterly  Journal  geol.  Soc. 
24.  März  1858,  tab.  2,  Fig.  8. 

26)  Ammonites  cordatns  Sow.  1813,  tab.  17,  Fig.  2—4. 

27)  Ammonites  Sntherlandiae  Murch.  Sow.  1827,  tab.  563. 

28)  Ammonites  Lalandeanus  d'Orb.  1847,  Terr.  jur.  tab.  175. 

29)  Ammonites  Goliathos  d'Orb.  1847,  Terr.  jur.  tob.  195 -und  196. 

30)  Ammonites  Christoll  Beaudouin.  1851,  Bullet  Soc.  geol.  de  Fr.  Bd.  8, 
pag.  596,  tab.  10,  Fig.  1.  Asnm.  nux  d'Orb.  1850,  Prodr.  13.48. 
Nach  der  Beschreibung  nicht  zu  erkennen. 

31)  Ammonites  eakaratns  Goquand  1853,  Journal  de  Conebyl.  tab.  14, 
Fig.  7,  8.  Mem.  8oc.  geol.  d'Emul.  du  Doubs.  1856,  Bd.  7,  pag.  48, 
tob.  5,  Figs  14,  15. 

32)  Ammonites  perarmatus  Sow.  1822,  tab.  352. 

33)  Ammonites  biarmatss  Ziet.  1830,  tab.  1,  Fig.  6,  Amm.  Babeanus 
d'Orb.  (pars). 

34)  Ammonites  Edwardsianos  d'Orb.  1847,  Terr.  jur.  tob.  188. 

35)  Ammonites  distractns  (Amm.  Backeriae  distractus  Quenst  1857,  Jura 
tob.  71,  Fig.  4). 

36)  Ammonites  torosns  Opp.  Amm.  caprinus  Quenst.  1847,  Geph.  tob.  16, 
Fig.  5  (von  Schloth). 

37)  Ammonites  spissns  Opp.  Schwach  nach  rückwärts  gebogene  Rippen 
erstrecken  sich  von  der  Nahtgegend  über  die  Seiten  und  den  gerun- 
deten Rücken.  Ihre  Zahl,  weit  grösser  als  bei  der  vorhergehenden 
Art,  betragt  auf  der  Rückseite  eines  Gehäuses  von  60  Mm.  Durch- 
messer ungefähr  70;  auf  den  Seiten  ist  dieselbe  etwas  geringer,  da 
einzelne  Rippen,  ehe  sie  den  Rücken  erreichen,  in  zwei  Aeste  gespalten 
sind.  Hiedurch  unterscheidet  sich  die  Art  von  dem  ihr  benachbarten 
Amm.  Arduennetisis ,  dessen  Kippen  sich  bei  Exemplaren  gleicher 
Grösse  der  Mehrzahl  nach  bereits  in  der  Nahtgegend  theilen. 

38)  Ammonites  Ardaennensis  d'Orb.  1847,  Terr.  jur.  tob.  185,  Fig.  4—7. 
30)  Ammonites  Engeni  d'Orb.  1847,  Terr.  jur.  tob.  187. 


Digitized  by  Google 


218 


40)  Ammonites  Constanti  d'Orb.  1847,  Terr.  jurass.  tab.  186. 

41)  Ammonites  plicatilis  Sow.  1817,  tab.  166. 

42)  Aptychns  politus  Pbill.  1829,  tob.  5,  Fig.  8. 

43)  Aptychus  Berno-jnrensis  Thurmann  1851  (Ä.  Thurmatm  VoltzP  1837). 

44)  AptychüS  heteropora  Thurmann  1851  {A.  heteropora  VoltzP  1837). 

45)  Rhynchoteuthis  Coquandianus  d'Orb.  1850,  Prodr.  13,  25. 
4G)  Pleurotomaria  Mfbisteri  Röm.  1839,  Nachtr.  tab.  20,  Fig.  12. 

47)  J'leuromya  sinuosa  Röm,  spec.  1839  (Lutraria  Rom.  Panopoea  d'Orb.). 

48)  Mytilus  cancellatns  Röm.  spec  1836.    Ool.  tab.  4,  Fig.  13. 

*  49)  Mytilus  Villemnsis  Opp.  1857,  Juraform.  Myt.  bipartitus  Goldf.  (non 

Sow.)  Mytüus  imbricattis  d'Orb.  (non  8ow.) 

*  50)  Gervillia  avicnloides  Sow.  1826,  tab.  511. 

51)  Lima  snbantiquata  Röm.  1836,  Ool.  pag.  78. 

52)  Perna  mytiloides  Lam.  1819,  An.  s.  v.  6,  pag.  142. 

53)  Pecten  snbflbrosus  d'Orb.  1850,  Prodr.  13,  423. 

54)  Pecten  vitreis  Röm.  1836,  Ool.  pag.  72. 

*  55)  Oryphaea  dilatata  Sow.  1816,  tob.  149. 

56)  Ostrea  gregaria  Sow.  1815,  tob.  111,  Fig.  1. 

57)  Terebratula  Arduennensis  d'Orb.  1850,  Prodr.  13,  480. 
*P58)  Terebratula  Gallienei  d'Orb.  1850,  Prodr.  13,  47C- 

59)  Terebratula  Baugieri  d'Orb.  1860,  Prodr.  13,  479. 

60)  Terebratula  Bernardiua  d'Orb.  1850.  Manche  Exemplare  lassen  sich 
nur  durch  ihre  etwas  grössere  Oeffnung  im  Schnabel  der  grösseren 
Klappe  von  Terebratula  impressa  unterscheiden,  mit  weloher  die  Spe- 
eles häufig  verwechselt  wird. 

*?61)  Rhynehonella  Thurmanni  Voltz,  Thirria  1833  (Ter.  spatbica  Lam.?). 

62)  Rhynehonella  minnta  Buv.  spec.  1843,  Mem.  Soc.  philom.  Verdun.  ' 
tab.  5,  Fig.  4—6. 

63)  Rhynehonella  Ardnennensts  Opp.  1857,  Juraform.  pag.  G08. 

64)  Pentacrinns  subteres  Goldf.  1831,  tob.  63,  Fig.  5. 

65)  Pentacrinns  Orbignyanus  Opp.  n.  spec  (Pentaorinus  pentagonaUs 
d'Orb.  von  Goldf.) 

*  66)  Millericrinus  verschiedene  Arten. 

67)  Turbinolia  Delmontana  Thurm.  1851,  Gagnebin  tob.  2,  Fig.  24. 
Ammonites  altenmns  fehlt  in  den  unteren  Zonen  der  Oxford -Gruppe 
entschieden1),  sein  verticaler  Verbreitungsbezirk  liegt  etwas  höher,  und  es 
existirt  keine  einzige  sichere  Nachricht  für  dessen  Zusammenvorkommen 

')  Diese  Thateache  durfte  auch  bei  der  Deutung  der  untern  Schichten  Ton  Quliowa, 
in  welchen  4m«.  alternaru  sehr  häufig  gefunden  wurde,  in  die  Wagichale  fallen. 


Digitized  by  Google 


219 


(15) 


mit  Am$nonites  Lamberti  und  eordatus.  Dagegen  wurden  an  einzelnen  Lo- 
kalitäten (insbesondere  zu  Neuwizi  in  den  Ardennen  und  zu  ChAtillon 
bei  Delemont  im  Schweizer  Jura)  noch  viele  ausgezeichnete  Species 
aufgefunden,  welche  hier  unerwähnt  bleiben,  und  deren  genaue  Zusammen- 
stellung eine  sehr  lohnende  Aufgabe  bilden  würde. 

Alierdings,  finden  sich  in  der  Natur  an  aufgeschlossenen  Stellen  des 
Gebirges  häufig  nur  einzelne  Arten  der  vorhergehenden  Liste.  Doch  reichen 
dieselben  zur  Feststellung  ihres  Horizontes  in  den  meisten  Fällen  um  so 
sicherer  aus,  als  die  Zonen  der  Antmottiies  Lamberti  und  cordattts  gewöhn- 
lich durch  ammonitenreiche  Niederschläge  gebildet  werden,  welche  durch 
die  Gleichmässigkeit  und  ausgedehnte  Verbreitung  ihrer  wesentlicheren  Merk- 
male sehr  zuverlässige  Anhaltspunkte  für  die  Alterbestimmung  ihrer  Schich- 
ten liefern. 

Mannigfaltiger  gestalten  sich  dagegen  auf  dem  gleichen  Terrain  die 
Uebergänge  solcher  Arten,  welche  sich  aus  der  Zone  des  Ammonites  trans- 
rersarius  in  höhere  Regionen  erstrecken.  Aus  diesem  Grunde  wurden 
früher1)  die  mächtigen  Mergelkalke  mit  Terebratula  impresso, 
welche  an  vielen  Orten  über  der  eigentlichen  Hegion  des  Ammonites  trans- 
versarius folgen,  mit  diesem  Horizonte  zu  einer  Zone  vereinigt.  Wir  unter- 
scheiden nunmehr  eine  jede  dieser  Abtheilungen  als  besondere  Zone,  da 
sich  bei  wiederholten  Untersuchungen  und  Vergleichen  doch  das  Er- 
gebniss  herausgestellt  hat,  dass  eine  Anzahl  beachtenswerther  paläonto- 
logischer Merkmale  jedem  dieser  Horizonte  ausschliesslich  zukomme.  Es 
hat  sich  gezeigt,  dass  viele  wichtige  Leitmuscheln,  welche  in  der  Zone  des 
Ammonites  transversarius  zum  Theil  eine  grosse  Häufigkeit  erlangen,  hier 
aussterben,  ohne  sich  bis  zu  der  Zone  der  Terebtatuta  impresso  zu  erstrecken. 
Als  Beispiele  führe  ich  hier  folgende  Arten  an :  Bclcmnites  testatus  Blainv., 
Ammomtes  Bruckneri  Opp.,  Amm.  tenuiserratus  Opp.,  Amm.  Anar  Opp., 
Amm.  Gessneri  Opp.,  Amm.  Badiianus  Opp.,  Amm.  Gmelini  Opp.,  Amm. 
Rotari  Opp.,  Amm.  Meriani  Opp.,  Amm.  transversarius  Quenst.,  Amm.  Col- 
iinii  Opp.,  Amm.  Hiemeri  Opp.,  Amm.  Schüli  Opp.,  Amm.  MarteUi  Opp. 
u.  s.  w.  Doch  ist  ihre  Zahl  noch  weit  beträchtlicher,  wie  aus  dem  paläon- 
tologischen Theile  gegenwärtiger  Arbeit  ersichtlich  wird.  Mit  dem  Erlöschen 
der  genannten  Arten  verschwinden  auch  die  für  die  Zone  des  Ammonites 
transversarius  bezeichnenden  Merkmale  und  hiemit  bestimmt  sich  die  Be- 
grenzung des  Horizontes  nach  oben.  Zugleich  dürfen  Belemnites  presstdus 
Quenst.,  Belemnites  Dumortieri  Opp.  und  Terebratula  impresso  Bronn  als 


')  Opp.  1863  PJäontoU.gi*che  Mitteilungen  pag.  1f>f.. 

(2)  15 


Digitized  by  Google 


(lü)  220 

solche  Species  hervorgehoben  werden,  welche  in  der  tieferen  Zone  des  Am- 
monites transversarius  noch  fehlend,  sich  auf  die  eigentlichen  Impressa-Thone 
beschränken. 

Wie  aus  dem  Nachherigen  zu  ersehen  ist,  lässt  sich  diese  Art  der  Ab- 
trennung an  vielen  Profilen  durchfuhren,  o.b  die  Zone  des  Arninonites  trans- 
versarius nun  als  Spongitenkalk  oder  als  eine  den  Charakter  einer  Cepha- 
lopoden-Facies  an  sich  tragenden  Ablagerung  gebildet  ist.  Nur  an  solchen 
Punkten,  an  welchen  sowohl  die  Zone  des  Ammonites  transversarius  als 
der  darüberfolgende  Horizont  in  Form  von  schlammigen  Myacitcn-Schichten 
abgelagert  sind,  blieb  die  gegenseitige  Begrenzung  bisher  meistens  unsicher, 
doch  gelang  es  neuerdings,  wenigstens  an  einem  Punkte  (Aubigne  im 
Sartbe-Departement)  auch  bei  dieser  Art  der  Gruppirung  die  Tren- 
nungslinie zwischen  beiden  Horizonten  noch  mit  einiger  Sicherheit  heraus- 
zufinden. 

Paläontologisene  Merkmale  der  Zone  des  Ammonites  Iransversarins. 

Die  Liste  von  2 1 7  Arten,  welche  im  Anhange  aufgezählt  werden,  trägt  nur 
im  Allgemeinen  dazu  bei,  ein  Bild  über  das  Vorkommen  organischer  Reste 
in  der  Zone  des  Ammonites  transversarius  zu  geben.  Der  eigentliche 
Charakter,  welchen  die  jeweiligen  Faunen  dieses  Horizontes  bei  seiner 
grossen  Verbreitung  über  ein  weites  Gebiet  annehmen,  bleibt  noch  festzu- 
stellen.   Es  soll  dies  hier  versucht  werden. 

Spongiten-Facies.  Man  hat  die  Gruppirung  der  fossilen  Reste, 
unter  welcher  die  Zone  des  Ammonites  transversarius  im  Aargauer  Jura 
und  in  andern  Gegenden  auftritt,  Spongiten-Facies  genannt ')  und  diese  Be- 
zeichnung auf  alle  diejenigen  Bildungen  angewendet,  an  welchen  die  Zone 
eine  an  Cephalopoden,  Br'&chiopoden,  Radiaten  und  Amorpho- 
zoen  reiche  Fauna  enthält.  Eine  Menge  von  Arten,  welche  zumeist  den 
Inhalt  der  nachfolgenden  Liste  bilden,  kommen  in  den  der  Zone  des  Am- 
monites transversarius  angehörenden  Spongiten-Bänken  zum  Theil  in  grosser 
Individuenzahl  vor,  während  hier  Myaciten  und  andere  Bewohner  schlam- 
miger Schichten  fehlen  oder  doch  zu  den  Seltenheiten  gehören.  Kaum 
angedeutet  in  den  tiefern  Lagen  der  Oxford-Gruppe  erlangt  die  Spongiten- 
Facies  ganz  plötzlich  in  den  Schichten  des  Ammonites  transversarius  eine 
ungewöhnlich  grosse  horizontale  Ausdehnung,  um  aber  in  verticaler  Richtung 


*)  Vorgl.  Ober  die  verschiedenen  Faeies  oberjurassischer  Bildungen  die  Schrift 
Gressly'a  1838—1846  Observation«  geoL  sur  le  Jura  Soleurois.  Ferner  Oppel  18f»6— 
iari8  Juraform.  pag.  690.  Waagen  1864,  der  Jura  in  Franken,  Schwaben  und  der 
Schweiz  pag.  98. 


Digitized  by  Google 


221 


(17) 


am  so  rascher  wieder  zu  verschwinden.  Es  ist  auffallend,  dass  ihre  Mäch- 
tigkeit überall  gering  bleibt  und  es  erscheint  diese  Entwicklung  nur  als  ein 
rasch  vorübergehender  Versuch  der  Natur  Spongitenfelder  zur  Entstehung 
zu  bringen,  ihnen  aber  die  Bedingungen  ihrer  Existenz  alsbald  M'ieder  zu 
entziehen. 

Immerhin  bilden  aber  diese  Anfänge  einer  Spongiten-Facies  durch  ihre 
reich  von  Mollusken,  Echinodermen  und  Schwämmen  bevölkerten  Schichten 
wichtige  Anhaltspunkte  für  die  Erkennung  der  Zone  des  Ammonites  trans- 
versarius  und  ihrer  paläontologischen  Verhältnisse.  In  manchen  Fällen 
gründet  sich  sogar  die  Unterscheidung  des  Horizontes  beinahe  ganz  auf  das 
Vorkommen  jener  eigenthümlichen  Facies.  An  folgenden  Lokalitäten  konnte 
die  Art  der  Genossenschaftung  organischer  Reste  in  der  Zone  des  Am- 
monites transversarius  als  Spongiten-Facies  bestimmt  werden: 

Paczaltowice  und  Trzebinia  in  Galizien;  Randen,  Küssaburg, 
Dangstetten:  Grossherzogthum  Baden;  Birmensdorf;  Canton  Aargau; 
Oberbuchsiten,  Günsborg:  Canton  Solothurn;  Locle:  Canton  Neu- 
ch&tel;  Supt,  Chappois  und  St  Claude:  Departement  Jura;  Tenay: 
Departement  Ain;  Trept:  Departement  Isere;  Crussol  b.  Valence  und 
Yoyeuse  b.  Aubenas:  Departement  Ardeche;  Magne  und  Tranchö 
des  grosses  terres  b.  Niort:  Departement  Deux-S6vres. 

Cephalopoden  Facies.  Unzweifelhaft  unter  ähnlichen  Bedingungen 
wie  die  eben  beschriebenen  Spongiten-  Kalke,  entstunden  auch  die  grauen 
Mergel-  und  Ealk-Bänke,  welche  im  fränkischen  und  schwäbischen 
Jura  den  Horizont  des  Ammonites  transversarius  zusammensetzen.  Dennoch 
macht  sich  in  zoologischer  Beziehung  ein  wesentlicher  Unterschied  bemerk- 
bar, indem  die  paläontologischen  Reste  eine  abweichende  Art  der  Grup- 
pirung  zeigen,  als  solche  in  eigentlichen  Spongiten  -  Lagen  vorzukommen 
pflegt.  Die  Amorphozoen,  Radiaten  und  Brachiopoden  fehlen  hier  entweder 
ganz,  oder  sind  es  nur  vereinzelte  Arten,  durch  welche  sie  repräsentirt 
werden.  Ueberhaupt  ist  die  Mannigfaltigkeit  der  Fauna  hier  geringer, 
indem  Cephalopoden  durch  die  Zahl  einzelner  Individuen  die  Oberhand  ge- 
winnen. Durch  ihre  Roste  gelingt  es  trotz  der  Einförmigkeit  der  fossilen 
Vorkommnisse  dennoch  leicht  die  Zone  des  Ammonites  transversarius  auf- 
zufinden und  deren  Niveau  festzustellen.  Ich  nenne  die  Art  der  Gruppirung 
Cephalopoden-Facies.  Nach  diesem  Typus  bildete  sich  die  Zone  des 
Ammonites  transversarius  einerseits  an  den  weiten  Contouren  des  fränki- 
schen Jura  mit  ihrer  südöstlichen  Verlängerung  gegen  Passau  hin,  an- 
dererseits längs  der  schwäbischen  Alp  ungefähr  bis  zur  Badenischen 
Landesgrenze  hin  aus.  Beobachtungspunkte: 

(2*)  15* 


Digitized  by  Google 


(18)  222 


Voglarn  bei  Passau:  Niederbayern;  Streitberg:  Oberfranken; 
Oberhochstadt:  Mittelfranken;  Lautlingen  bei  Balingen:  Schwäbische 
Alp;  Glärnisch  und  Schilt:  Canton  Glarus;  Lafare  und  Grand-Mont- 
mirail  bei  Gigondas:  Departement  Yaucluse;  PRians,  Andon  und 
Cau ss ol:  Departement  Var. 

Myaciten-Facies.1)  Eine  gänzlich  verschiedene  Art  der  Gruppirung 
stellt  sich  dagegen  an  einigen  Lokalitäten  des  untersuchten  Terrains  den 
ebenbeschriebenen  Formen  gegenüber.  Thonige  schlammartige  Niederschläge 
mit  zahlreichen  Austern  und  Myariern  verdrängen  hier  die  Cephalopoden- 
Schichten  und  Spongiten- Kalke  und  bilden  eine  Ablagerung,  welche  als 
seichtere  Uferbildung  eigen thiimliche  zoologische  Charaktere  besass.  Ich 
wähle  hiefür  die  Bezeichnung  Myaciten-Facies.  Es  mag  von  Werth  sein, 
ausser  den  allgemeineren  paläontologischen  Charakteren  für  die  Entwicklung 
der  Myaciten-Facios  in  der  Zone  des  Ammonites  transversarius  noch 
speciellere  Merkmale  hervorzuheben,  welche,  soweit  sie  sich  bisher  zu  er- 
kennen gaben,  in  dem  Vorkommen  folgender  Arten  liegen:  Chemnitzia 
Ileddingtonensis  Sow.,  Pholadom.  parcicasta  Agass.,  loeviusada  Agass., 
Trigonia  sp.  indet.,  Mytilus  Viller sensxs  Opp.,  Ctenostrea  Marcousana  Opp., 
Perna  sp.  indet.,  Pectcn  vimineus  Sow.,  inaegnicostatus  Phill,  Plicattda  sp. 
indet.,  Östren  gryphaeafa  Schloth. 

Diese  Reste  gehen  nicht  in  die  Spongiten-Schichten  über.  Sie  bilden  für 
sich  den  Kern  einer  eigentümlichen  Fauna,  welche  derjenigen  der  Spongiten- 
Facies  parallel  läuft  und  sich  scharf  von  derselben  absondert.  Selbst  manche 
der  sooben  angeführten  Gattungen  (Trigonia,  Permi)  meiden  in  der  Zone 
des  Ammonites  transversarius  sowohl  die  Spongiten  als  die  Cephalopoden- 
Facies  und  beschränken  sich  auf  die  schlammigen  Myaciten*)  und  Austern- 
banke  anderer  Distrikte.  Lokalitäten 

Klein  Lützel  (Canton  Solothurn). 
Chätillon  (Canton  Bern), 
Aubigne  (Sarthe). 

Unzweifelhaft  hat  sich  der  Horizont  mit  Mvaciten  und  Austern-Facies 
auch  an  der  Küste  der  Normandie  und  in  England  ausgebildet.  Auch 

')  Diese  noch  unzureichenden  Ausdrücke  sollen  nur  vorübergehend  der  Kurze  wegen 
in  Gebrauch  treten. 

*)  Eine  von  J.  Marcou  184U  Rech.  geol.  8ur  le  Jura  salinois  pag.  93  gelegentlich 
der  Aufzahlung  zahlreicher  Myaciten  aus  dem  Argovien  des  Jura-Departements  gemachte 
Bemerkung  scheint  mir  hier  besonders  erwahnenswerth.  Dieselbe  lautet:  „II  e«t  a  re- 
marquer  que  dans  les  localites  oü  ceg  Myc«  Bont  reunieB  dang  des  bancs  assez  puissants, 
on  ne  rencontre  pa*  de  polypiers  spongieux,  ces  deux  genres  d'associatioiu  «'excluent 
mutuellement. 


Digitized  by  Google 


223 


(19) 


für  Hannover  lässt  sich  nach  den  Arbeiten  von  Credner  und  Seebach 
eine  ähnliche  Entwicklungsweiso  vermuthen. 

Coral-Faci es.  Die  Untersuchungen  des  Terrain  ä  Chailles  der 
Schweiz,  des  Coralrags  von  Natt  he  im  und  anderer  Corallenriffe  haben 
schon  vielfaches  Licht  über  die  allgemeinen  zoologischen  Verhältnisse  ver- 
breitet, welche  sich  während  der  jurassischen  Periode  mit  den  Ansiedelungen 
von  Cor  allen  verbanden.  Man  kennt  einen  grossen  Theil  der  Echinodermen, 
Acephalen  und  Gasteropoden ,  welche  in  jenen  Zeitläufen  ihre  Wohnsitze 
inmitten  solcher  meerischer  Corallen-Felder ')  hatten  und  welche  nunmehr 
in  Gesellschaft  zahlreicher  Astreeny  Lithodcndren  u.  s.  w.  meist  in  vortreff- 
licher Erhaltung*)  aus  dem  Gesteine  wittern.  Ebenso  weis  man  aus  vielen 
Beobachtungen,  dasa  die  Cephalopoden  hier  seltener  vorkommen. 

Bei  einer  grossen  zoologischen  Verschiedenheit  von  den  Spongiten- 
Schichten  zeigen  die  Corallenriffe  der  Oxford -Gruppe  dagegen  viele  An- 
näherung zu  der  Fauna  der  schlammartigen  Niederschläge  mit  Myaciten 
und  Austernbänken.  Doch  bot  sich  auf  dem  hier  beigezogenen  Terrain  in 
der  Zone  des  Ammonitcs  transversarius  keine  durch  Corallenbildungen 
charakterisirte  Ablagerung  dar. 

Vertheiling  der  Organismen  bei  verschiedener  Meerestiefe.  Die  von 
Forbes  gesammelten  Resultate  über  die  verticale  Verbreitung  lebender 
Thiere  in  verschiedenen  Tiefen  des  Meeres  bieten  wichtige  Anhaltspunkte 
für  das  Verständnis*  der  Vorgänge  wahrend  vergangener  Perioden  unserer 
Erdbiltrang  dar.  Insbesondere  liefern  dieselben  eine  sichere  Grundlage  für 
die  Beurtheilung  und  Erklärung  der  Facies-Erscheinungen,  wie  sie  durch 
die  fossilen  Reste  bei  den  einzelnen  Formataonsabtheilungen  dargestellt 
werden.  Ich  zweifle  nicht  daran,  dass  es  später  gelingen  wird,  bei  dem 
hier  betrachteten  Horizont  geographisch  ziemlich  genau  diejenigen  Distrikte 
zu  bestimmen,  an  welchen  sich  dessen  Niederschläge  in  mehr  oder  weniger 
seichtem  Wasser  absetzten  oder  an  welchen  die  Meerestiefe  beträchtlicher 
wurde.  Es  lässt  sich  annehmen,  dass  die  schlammigen  Bänke  aus  der  Zone 
des  Ammonites  treutsversarius  mit  Austern  und  Pholadomyen,  d.  h.  die 


')  Zu  Riff-Bildungen  kam  es  nicht  immer. 

*)  Es  ist  ein  gewöhnlicher  Fall,  das«  die  Reste  jurassischer  Corallen  rerkieselt  ge- 
funden werden,  ob  dieselben  nun  in  reinerem  Kalkstein,  oder  in  thonigeren  Banken  ein- 
geschlossen sind,  um  so  seltener  bildet  dagegen  Schwefelkies  ihr  Ycrsteinerungsmittel. 
Vergleicht  man  hiemit  die  überaus  häufige  Verkiesung  der  Reste  in  thonigen  Cephalopoden- 
Schichten,  so  gewinnt  es  den  Anschein,  als  stünde  auch  die  Erhaltungsweise  der  fossilen 
Arten  bisweilen  mit  den  früheren  Facies  -  Verhältnissen  mancher  Niederschlage  in  enger 
Verbindung. 


Digitized  by  Google 


(20)  224 

Schichten  mit  Myaciten-Facies  in  geringer  Entfernung  von  dem  Meeres- 
spiegel entstunden  und  dass  auch  die  jurassischen  Corallenriffe  dem 
seichteren  Wasser  ihren  Ursprung  verdanken,  während  die  Spongiten- 
felder  und  noch  mehr  dio  Cephalopoden-Schichten  einer  weit  tieferen 
Region  angehörten.  Allein  es  fehlen  doch  noch  viele  wesentliche  Anhalts- 
punkte, um  es  mit  solchen  Bestimmungen  zu  befriedigender  Sicherheit  zu 
bringen,  wesshalb  wir,  entfernt  von  der  Küste  und  ausser  Möglichkeit  durch 
häufige  Untersuchungen  in  den  jetzigen  Meeren  stets  neue  Vergleiche  für 
die  in  den  Formationen  gemachten  Beobachtungen  ziehen  zu  können,  zu- 
nächst vielleicht  besser  thun  die  Facies- Verhältnisse  der  Schichten  für  sich, 
möglichst  weit  und  sogar  über  das  durch  Analogie  gesteckte  Ziel  einer  ver- 
gleichenden Deutung  hinaus  zu  verfolgen. 

Einfluss  der  Facies -Verhältnisse  auf  den  lebergang  fossiler  Reste 
von  der  Zone  des  Ammonites  transvcrsarius  in  die  nächst  höheren  Forma- 
tionsgüeder.  Die  Erfahrung  hat  gelehrt,  dass  sich  die  fossilen  Faunen  nicht 
selten  durch  mehrere  übereinanderfolgende  Stufen  unserer  festen  Erdrinde 
erstrecken  und  dabei  nur  allmähliche  Veränderungen  erleiden.  Eben  so 
häutig  hat  es  Bich  aber  auch  gezeigt,  dass  an  der  Grenze  oder  inmitten 
zweier  Formationsglieder  ein  rascherer  Wechsel  eintritt,  indem  die  seit- 
herigen Arten  plötzlich  verschwinden,  um  durch  andere  verschiedenartige 
Reste  ersetzt  zu  werden. 

Dieser  Gegensatz  und  scheinbare  Widerspruch  gab  sich  auch  bei  den 
Untersuchungen  zu  erkennen,  welche  über  die  geognostischen  und  paläon- 
tologischen Verhältnisse  der  Zone  des  Ammonites  transversarius  und  der 
zunächst  darüber  folgenden  Horizonte  angestellt  wurden.  Es  wurde  in  dem 
Vorhergehenden  bereits  mitgetheilt,  dass  die  genannte  Zone  des  Ammonites 
transrermritis  in  der  einen  Gegend  als  Cephalopoden-Schicht,  in  der  andern 
als  Spongiten-Kalk ,  ein  drittes  Mal  als  thonige  Bildung  mit  Myaciten  und 
Austern-Bänken  ausgebildet  ist.  Beobachtungen  über  die  fossilen  Einschlüsse 
der  nächst  höheren  Zone  zeigten,  dass  sich  auch  hier  nicht  überall  die 
gleichen  Faunen  ausbreiteten,  sondern  dass  innerhalb  dieser  Zone  in  hori- 
zontaler Richtung  ein  Wechsel  zwischen  Cephalopoden-  und  Myaciten-Facies 
statthatte.  Bei  der  obersten  Zone  der  Oxford -Gruppe,  wo  sich  ähnliche 
Veränderungen  wiederholen,  kommt  ausser  den  drei  ebenerwähnten  Grup- 
pirungen  noch  eine  vierte  hinzu,  welche  sich  an  verschiedenen  Lokalitäten 
als  ausgezeichnete  Corallen -Facies  kund  giebt.  Je  nachdem  nun  Schich- 
ten mit  übereinstimmender  oder  abweichender  Facies  über- 
einanderfolgen,  demgemäss  zeigen  sich  stets  auch  die  Ueber- 
gänge  von  Arten  grösser  oder  kleiner. 


Digitized  by  Google 


225 


(21) 


So  erscheint  z.  B.  die  seitherige  Fauna  plötzlich  abgeschnitten  über 
der  Zuno  des  Ammonites  transversarius  an  dem  Profile  von  Günsberg 
bei  Solothurn,  wo  über  den  Spongitenkalken  mit  Amin.  Arolicus,  cunali- 
culutus,  callicerus;  Terebrat.  bisuffarcinata,  Iihymh.  Arolica  mächtige  Mergel- 
bildungen folgen,  welche  in  ihren  versteinerungsreichen  Lagen  vorwaltend 
Pholadomyen  und  andere  Myaciten  -Arten  bergen.  Keine  einzige  Art  der 
tieferen  Zone  des  Atmn.  tratisversaritts  konnte  in  diesem  Horizonte,  welchen 
wir  der  Zone  der  Terebr.  impresso,  gleichstellen,  wiedergefunden  werden.  — 

Folgen  dagegen  Cephalopoden- Schichten,  wie  sie  in  den  eigentlichen 
lmpressathonen  ausgesprochen  sind,  über  den  Spongitenkalken  des  Amin, 
transversarius,  so  lassen  sich  in  der  That  viele  Uebergänge  constatiren,  und 
es  sind  namentlich  die  Ammoniten,  unter  welchen  zahlreiche  Arten  in  beiden 
Horizonten  gemeinsam  vorkommen.  In  Württemberg  aber  wo  Cephalopoden- 
Facies  über  Cephalopoden-Facies  liegt,  ist  es  nur  eine  kleine  Reihe  von 
Arten,  welche  jedem  der  beiden  Horizonte  eigentümlich  erscheint.  Einige 
sterben  in  der  tiefern  Zone  aus,  ohne  nach  oben  fortzusetzen,  andere  beginnen 
erst  oben.  Die  Hauptmasse  der  Species  aber  findet  sich  bei  der  eben  be- 
rührten Art  und  Weise  der  Facies-Entwicklung  in  beiden  Horizonten,  ohne 
dass  die  Individuen  einer  und  derselben  Art,  je  nachdem  sie  dem  höheren  oder 
tieferen  Horizonte  entstammten  uns  wahrnehmbare  Unterschiede  zeigten. 

Kein  Profil  kennen  wir  aber  bis  jetzt,  an  welchem  über  dem  Spongiten- 
kalke  der  Zone  der  Atmn.  transversarius  unmittelbar  als  nächst  höhere  Zone 
zum  zweiten  Male  ein  Spongitenkalk  auftritt,  um  die  Stelle  des  Impressa- 
thones  einzunehmen.  In  einem  solchen  Falle,  welcher  in  der  Natur  sehr 
wohl  möglich  wäre,  würde  sicher  ein  grosser  Uebergang  von  Arten  statt- 
finden, da  wir  sogar  in  dem  erst  über  der  Zone  der  Ter.  impresso  sich 
einstellenden  Spongitenkalk  der  Zone  des  Atnm.  bimammatus  noch  viele  Arten 
antreffen,  welche  den  Formen  aus  der  Zone  des  Amm.  transversarius  sehr 
nahe  stehen,  oder  mit  solchen  sogar  identisch  sind.  Es  scheint  sonach,  als 
hätten  sich  dieselben  während  der  Ablagerung  der  Cephalopodenmergel  (Zone 
der  Ter.  impresso)  nach  anderen  uns  bis  jetzt  noch  unbekannten  Wohnsitzen 
zurückgezogen,  seien  aber,  nachdem  nun  von  Neuem  durch  Entstehung 
einer  Scyphien- Facies  für  ihre  Existenz  günstige  Bedingungen  eingetreten, 
wieder  in  ihr  schon  früher  innegehabtes  Areal  zurückgekehrt.  Als  Beispiele 
hiefür  könnten  Pect,  subpunetatus ,  Terebrat.  nucleata,  Meyerlea  pectunculus^ 
Eugeniacr.  curiophyüatus,  nutans  und  compressus,  sowie  mehrere  Spongiten 
angeführt  werden,  welche  in  beiden  Regionen  auftreten  und  bei  welchen 
eine  Unterscheidung  verschiedener  Arten  nach  deren  vertikaler  Verbreitung 
als  unmöglich  sich  darthut 


Digitized  by  Google 


(22)  22G 

Dennoch  scheinen  einzelne  dieser  nunmehr  zum  zweitenmale  auftreten' 
den  Typen  während  des  langen  Zwischenraumes  Veränderungen  erlitten  zu 
haben'),  deren  sorgfältige  Prüfung  zu  dem  Resultate  führt,  dass  die  Zahl 
der  sicher  identischen  Species  aus  den  beiden  Zonen  des  Atnm.  transtersarius 
und  Amm.  bimamtnatus  nicht  so  gross  ist,  als  es  früher  den  Anschein  hatte. 
Schon  vor  zwei  Jahren  konnte  ich  nach  Untersuchung  der  Ammoniten  die 
bestimmte  Versicherung  geben,  dass  doch  verhältnissmässig  nur  wenige  Arten 
Bich  aus  der  tiefern  Zone  des  Amm.  transversaritts  in  die  Region  des  Amm. 
bimamtnatus  erstrecken.  Nach  weiteren  Vergleichungcn  der  übrigen  Fossil- 
reste beider  Horizonte,  ergab  es  sich  nun,  dass  auch  aus  den  übrigen  Ab- 
theilungen der  Mollusken,  so  z.  B.  namentlich  unter  den  Brachiopoden, 
sowie  aus  anderen  Klassen  der  niedern  Thiere  zahlreiche  Specien  sich  auf 
eine  der  beiden  Zonen  beschränken. 


Die  folgondo  Tabelle  gestattet  eine  Uebersicht  über  die  Anordnung  der 
einzelnen  Facies  in  einigen  Theilen  des  Verbreitungsgebietes  der  Zone  des 
Amm.  transversaritts. 


')  Ein  Beispiel  hiefür  würden  die  Terebrateln  aas  der  Gruppe  der  Megerlea  loricata 
bilden,  welche  sich  Ton  der  Zone  des  Amm.  trantvtrsariu»  an  durch  verschiedene  Hori- 
zonte bis  in  die  mittlere  und  obere  Region  der  Kimmeridge  Gruppe  erstrecken.  Vergleicht 
man  Exemplare  dieser  Terebratel,  welche  aus  der  Zone  des  Amm.  transversarius  stammen, 
mit  solchen,  die  der  Zone  des  Amm  tenuilobatus  entnommen  sind,  so  bemerkt  man  erheb- 
liche Unterschiede,  welche  zu  der  Abtrennung  der  tiefer  liegenden  Exemplare  (als  Megerlea 
runcinata)  geführt  haben,  während  die  jüngere  Species  aus  der  Zone  de»  Amm.  tenuilobatus 
als  ächte  Megerlea  loricata  identificirt  wurde.  Zwischen  den  Lagern  dieser  beiden  Vor- 
kommnisse existiren  nun  mehrere  Zwischenlager,  in  welchen  gleichfalls  loricate  Terebrateln 
verbreitet  sind.  Die  Form  dieser  letzteren  stimmt  aber  weder  mit  denen  der  höheren 
noch  minderen  der  tieferen  Zone  fiberein,  sondern  steht  in  manchen  Beziehungen  zwischen 
beiden  in  der  Mitte.  Interessant  dürfte  in  dieser  Hinsicht  besonders  ein  Vorkommen  an 
einer  Stelle  der  Lochen  (Württemberg)  sein,  woselbst  sich  in  den  tiefsten  Lagen  der 
Zone  des  A.  bimammatus  wohlerhaltene  Exemplare  einer  loricaten  Terebratel  sammeln 
lassen,  welche  durch  geringere  Knotung  der  Bippen  der  Megerlea  runcinata,  durch  ihren 
starken  Sinus  dagegen  der  Megerlea  loricata  nahe  stehen. 

Es  wird  sich  spater  zeigen,  ob  diese  Zwischenformen  auf  allmähliger  Veränderung  der 
Arten  während  ihrer  horizontalen  und  vertikalen  Wanderungen  beruht.  Um  solche  Beispiele 
in  grösserer  Anzahl  und  Bestimmtheit  zu  erhalten,  dürften  noch  riele  genaue  Beobachtungen 
über  die  Verbreitung  der  Arten  in  unseren  Erdschichten  erforderlich  sein. 


Digitized  by  Google 


227 


(23) 


£3  M 


Facte«. 

Es  wurden  für  dieselbe  nur  solche  Distrikte  gewählt  und  eingetragen, 
deren  Faciesverhültnisse  genau  bekannt  sind,  während  andere  übergangen, 
namentlich  aber  jener  Entwicklungsweise  kein  Ausdruck  gegeben  wurde, 
welche  uns  in  den  Karpathen  als  Klippenkalke,  in  den  Alpen  als 
Aptychen -Schiefer  oder  gefärbte  Marmore  und  Crin oideen-Ge- 
steine  entgegen  treten.  Zu  eigen thümlich  in  ihrer  Erscheinung  gestatten 
diese  über  die  allgemeinen  Verhältnisse,  unter  denen  sie  entstanden  sein 
mögen ,  bis  jetzt  noch  keine  sicheren  Schlüsse. 


■ 


Digitized  by  Google 


Verbreitung  der  Zone  des  Ammonites  transversarius. 


Untersuchungen  über  die  geographische  Verbreitung  der  Zone  des  Am« 
monites  transversarius  haben  das  Ergebniss  geliefert,  dasa  die  Entfernung 
der  entlegensten  Punkte,  an  welchen  das  Vorkommen  der  Zone  durch  eine 
Anzahl  bezeichnender  paläontologischer  Merkmale  constatirt  werden  konnte, 
in  gerader  Linie  über  250  geographische  Meilen  betragt.  Es  ist  die  Distanz 
zwischen  dem  südwestlichen  Theile  von  Polen  und  dem  spanischen 
Jura -Distrikte.  Eine  andere  etwas  kürzere  Linie  Hesse  sich  zwischen 
Krakau  und  Niort  (Deux-Scvres)  oder  le  Mans  (Sarthe)  ziehen.  Auf 
einer  geognostischen  Karte  würde  sich  die  Ausdehnung  der  Zone  über  einen 
Theil  der  Fläche  erstrecken,  welche  dio  Schichten  der  Oxford-Gruppe  ein- 
nehmen. In  dem  Nachherigen  soll  der  Versuch  gemacht  werden,  die  Zone 
nach  ihrer  geographischen  Verbreitung,  soweit  es  zur  Zeit  möglich  ist,  in 
diese  und  jene  Gegend  zu  verfolgen  und  zu  sehen,  welche  Veränderungen 
bei  weiterer  horizontaler  Ausdehnung  eintreten.  Ich  beginne  mit  den  öst- 
lichst gelegenen  Distrikten,  in  welchen  die  Zone  des  Ammonites  transver- 
sarius bisher  erkannt  wurde. 

Südwestliches  Poleil.  Regierungsbezirk  Krakau  (Galizien). 
Nachdem  durch  die  Schriften  PuschV)  und  ZeuschnerV)  schon  früh- 
zeitig manche  schätzenswerthe  Thatsache  über  die  geognostischen  Verhält- 
nisse Polens  und  des  damaligen  Freistaates  Krakau  bekannt  geworden 
war,  veröffentlichte  Beyrich3)  im  Jahre  1844  eine  Abhandlung,  welcho, 
das  Vorhergehende  zusammenfassend,  zum  erstenmale  ein  ebenso  übersicht- 
liches als  richtiges  Bild  des  Auftretens  der  jurassischen  Schichtenglieder 

')  P tisch  1833,  Geognostische  Beschreibung  von  Polen,  2  Bde. 

Pusch  18.17,  Poleng  Paläontologie. 

Pusch  1837,  Geognostischer  Atlas  von  Polen. 
*)  Zeisznera  1841,  O  Formacyi  Jura  nad  brzegami  wisly. 

J)  Beyrich  1844,  Uebcr  die  Entwicklung  des  Flötzgebirges  in  Schlesien.  Karstens 
Archiv  Bd.  18,  pag.  3. 


Digitized  by  Google 


(26) 


in  diesen  östlichen  Gegenden  lieferte.  Während  l'usch1)  kurze  Zeit  vorher 
den  mittleren  Jura  im  westlichen  Polen  noch  für  jünger  gehalten  hatte  als 
den  oberen,  wurde  diese  Ansicht  von  Beyrich  beseitigt,  da  durch  einige  bei 
Lublimitz  angestellte  Bohrversuche  die  Auflagerung  des  weissen  Kalkes 
auf  den  mittleren  Jura  positiv  ermittelt  werden  konnte.  Zugleich  wurde  von 
Beyrich  auf  die  frappirendo  Aehnlichkeit  des  dortigen,  durch  seine  Schwamm- 
corallen  ausgezeichneten  Jurakalkes  mit  den  Bildungen  in  Schwaben  und 
Franken  aufmerksam  gemacht.  Einige  spätere  Aufsätze  Zeuschners 
zum  Theil  in  polnischer  Sprache  geschrieben,  enthalten  speciellcre  Versuche, 
Versteinerungen  und  Schichtenglieder  des  polnischen  Jura  mit  denen  der 
schwäbischen  Alp  im  Einzelnen  in  Uebereinstiramung  zu  bringen.  Wohl 
die  reichhaltigsten  Bei  träge  wären  jedoch  aus  den  langjährigen  Untersuchungen 
des  Direktor  Hohenegg  er  hervorgegangen,  hätte  nicht  dessen  zu  früh 
erfolgter  Tod  dio  Vollendung  der  unternommenen  Arbeit  gerade  vor  ihrem 
Abschluss  unterbrochen.  Eine  in  grösserem  Maassstab  ausgeführte  geo- 
gnostische  Karte  des  Regierungsbezirkes  Krakau  liegt  beinahe  druckfertig 
vor  und  bedarf  nur  weniger  Ergänzungen,  um  zur  Veröffentlichung  gebracht 
werden  zu  können.  Glücklicher  Weise  ist  diese  Aufgabe  in  erfahrene 
Hände  gelegt,  indem  Herr  Schichtmeister  Fall  au  x  in  Teschen  die  Leitung 
und  Herstellung  dos  Werkes  übernommen.  Ihm  verdanke  ich  die  Einsicht- 
nahme und  Benützung  dieser  Karte  auf  einer  unter  freundlicher  Begleitung 
des  Herrn  Ad.  Hohenegger  in  die  Umgebungen  von  Krzeczowice  und 
Trzebinia  westlich  von  Krakau  vom  11.— 13.  April  1 80 5  unternommenen 
Exkursion.  Durch  die  Anschauungen,  welcho  ich  mir  auf  diesen  Ausflügen 
sammelte,  noch  mehr  aber  durch  das  Studium  des  in  der  Hoheneg- 
ge  r 'sehen  Sammlung  befindlichen  ausgezeichneten  Materiales  vermochte  ich 
in  Bezug  auf  Schichtenstellung  des  Jura  der  Umgegend  von  Krakau  zu 
ermitteln: 

1)  dass  oolothische  Kalke,  welche  sich  an  den  von  mir  besuchten  Lo- 
kalitäten als  dünne,  wenig  mächtige  Lage  zwischen  gelben  Sanden  und  den 
holleren  Kalken  und  Mergeln  des  weissen  Jura  ausscheiden,  die  Stellvertreter 
des  braunen  Jura  von  der  Bathgruppe  aufwärts  darstellen,  aber  ausserdem 
auch  noch  die  unterste  Zone  der  Oxfordgruppe,  die  Zone  des  Lamberti  in 
sich  schliessen, 

2)  dass  die  oberen  helleren  Ablagerungen  des  weissen  Jura  mit  der 
Zone  des  Ammoniks  cor  dal  us  beginnen,  höher  die  Zone  des  Ammoniks 
transversarius  als  schwammreiche  Lage  einschliesson,  und  endlich  in  wohl- 

')  Pu»ch:  Polcn's  Paläontologie  pag.  IW. 


Digitized  by  Google 


(27) 


geschichtete  graue  Kalke  mit  Kieselausscheidungen,  welche  noch  keiner  ge- 
naueren Untersuchung  unterzogen  worden  sind,  fortsetzen. 

Diese  Verhältnisse  Hessen  sich  namentlich  deutlich  in  der  Nähe  von 
Paczalto wice  NW.  v.  Krakau,  dann  in  der  Umgegend  von  Krzeszo- 
wice  an  einigen  Punkten  beobachten.  Ein  vorzügliches  Profil  bietet  eine 
Sandgrube  südlich  von  Paczaltowice.  Die  Schichten  liegen  nahezu  hori- 
zontal und  neigen  sich  nur  kaum  bemerklich  nach  BW.  Ich  gebe  hier 
eine  kleine  Skizze  dieses  Profiles 


Sandgrube  südlich  Ton  Paczaltowice,  nw.  von  Krakau, 
a.  Kalke  mit  Spongiten.    b.  graue  Mergel  mit  Amm.  cordatus.    c.  braune  verateinerungs- 

reiche  Oolithbank.    d.  gelber  Sand. 

Die  tiefste  zu  Tage  tretende  Schicht  (d.)  ist  ein  gelber  loser  Sand, 
vollständig  leer  an  Versteinerungen.  Ihm  folgt  eine  wenig  mächtige,  aber 
sehr  fossilreiche  Bank  von  braunem  Eisenoolith  (c),  unter  dessen  Einschlüssen 
sich  namentlich 

Amnionitis  aspidoiths  Opp., 
Ammonites  macrocephalus  Schloth.  und 
Ammonites  Lamberti 

auszeichnen,  vieler  Gasteropoden  und  Pelecypoden  nicht  zu  erwähnen. 

Darüber  beginnen  hellgraue  Mergel,  in  denen  Versteinerungen  nicht  sehr 

häufig:  Bei  hastatus,  Amm.  cordatus  und  Amm.  perarmatus  fanden  sich 

hier  vor. 

Die  letzte  anstehende  Schicht  endlich  ist  ein  weisser,  weicher  Kalk 
mit  vielen  Spongifen  und 

Bei.  testatus  Blainv. 
Ammonites  Arolicus  Opp. 


Digitized  by  Google 


(28) 


232 


Ammonites  subclausus  Opp. 

Ammonites  canalictdatus  Buch. 

Ammonites  Erato  d'Orb. 

Ammonites  Bachianus  Opp. 

Ammonites  Anar  Opp. 

Ammonites  plicatilis  Sow. 

Isoarca  cordiformis  Scheuchz.') 

Rhynchon.  Visulica  Opp. ') 
Aber  noch  viele  andere  Stellen  des  Krakauer  JuragebieteB  zeigen  die 
Zone  des  Ammonites  transversaritis  sehr  reich  an  Ueberresten  ausgestorbener 
Thierarten,  unter  denen  sich  auch  stets  zahlreiche  Spongiton  befinden.  Wohl 
die  artenreichsten  Fundorte  bietet  die  Umgegend  der  Station  Trzebinia 
an  der  Bahn  von  Krakau  nach  Wien. 

Bei.  haStatus  Bl. 

Bei.  Argovianus  K.  M. 

Ammonites  Arolicus  Opp. 

Ammonites  subclausus  Opp. 

Ammonites  canaliculatus  Mnst. 

Ammonites  Erato  d'Orb. 

Ammonites  callicerus  Opp. 

Ammonites  Bachianus  Opp. 

Ammonites  Anar  Opp. 

Ammonites  alternativ  Buch. 

Ammonites  Man/rtdi  Opp. 

Ammonites  crenatm  Brug. 

Ammonites  Oegir  Opp. 

Ammonites  SchilU  Opp. 

Ammonites  Martelli  Opp. 

Ammonites  plicatilis  Sow. 

Isoarca  cordiformis  Scheuchz. 

Mytüus  Studeri  Opp. 

Terebr.  Birmensdorfensis  Escher. 

Terebr.  cf.  bisuffarcinata  Schi. 

Terebr.  nucleata  Schi. 

Megerlea  runcinata  Opp.1) 

Rhynchon.  Visulica  Opp. 

Pseudodiadema  cf.  Langt. 
liegen  von  dort  in  der  Hohen  egg  ergehen  Sammlung. 
')  Vgl.  den  pnlÄontologischen  Theil  dieser  Abhandlung. 


Digitized  by  Google 


233  (29) 


Von  anderen  Lokalitäten  sind  noch  zu  erwähnen: 
Ammonites  transversarius  Quenst.  von  Zalas  westl.  von  Krakau, 
Ammonites  tortisulcatus  d'Orb.  von  Zalas  westl.  von  Krakau, 
Ammonites  CoTlini  Opp.  von  Grojec,  westl.  von  Krakau, 
Ammonites  stenorhynchtts  Opp.  von  Baczyn, 
welche  an  den  obenbezeichneten  Orten  neben  vielen  anderen  Arten  Bich 
finden.  Ueberall  ist  die  Schichtenfolge  der  von  Paczaltowice  sehr  ähnlich. 

Die  höheren  Ablagerungen  werden  durch  meist  wohlgeschichtete  Kalke 
mit  Kieselausscheidungen  gebildet,  doch  gelingt  es  nach  der  vorhandenen 
Literatur  nicht  Aequivalcnte  der  Zone  des  Ammonites  bimamnuitus  u.  s.  w. 
nachzuweisen.  Zeuschner1)  macht  mehrere  Unterabtheilungen  in  diesen 
Jurakalken,  die  er  jedoch  nicht  paläontologisch  charakterisirt;  aus  dem 
Ganzen  geht  aber  doch  hervor,  dass  die  Schichten  des  Krakauer  Jurage- 
bietes, wie  dies  auch  schon  Beyrieh  ausspricht,  in  ihrem  ganzen  Habitus, 
mit  jenen  in  Schwaben  und  Franken  die  grösste  Aehnlichkeit  haben. 
Wie  hier,  so  wird  auch  dort  durch  die  nahezu  horizontalgelagerten  festen 
Jurakalke  der  landschaftliche  Charakter  der  Gegend  bestimmt.  Ziemlich 
weit  ausgedehnte  Plateaus  auf  ihrem  Rücken  tragend,  bilden  sie  an  den 
Rändern  derselben  mauerartige  Abstürze,  zwischen  denen  sich  häufig  enge, 
tief  aufgerissene,  schluchtenartigo  Thüler  hinziehen.  Lias  kommt  indess 
nirgends  vor,  die  obenerwähnten  gelben  Sande  sind  im  Gebiete  der  Krakauer 
Jura  allenthalben  das  tiefste  vorhandene  Juragestein. 

Karpathen  in  Ungarn  und  Galizien  (Umgebungen  von  Neumarkt). 
Um  die  bisherigen  Wahrnehmungen  über  das  Yorkommen  der  Zone  des 
Ammonites  transversarius  in  den  Karpathen  zu  veranschaulichen,  gehen  wir 
von  den  Verhältnissen  einer  Ablagerung  aus,  welcher  schon  frühzeitig  in 
der  Literatur  Beachtung  geschenkt  wurde,  und  welche  durch  Pusch  ihres 
landschaftlichen  Charakters  wegen  die  Benennung  „Kar pathi scher  Klip- 
pen kalk"  erhielt,  indem  „sie  fast  stets  in  mauer-  oder  ruinenförmigen 
steilen  Felsklippen  aus  dem  Sandstein  hervorragt."  Unter  den  zahlreichen 
Versteinerungen,  welche  Pusch')  aus  dem  Klippenkalk  erwähnt,  figuriren 
sehr  bezeichnende  Jura-Ammoniten,  nebst  der  hier  überaus  häufigen  Te- 
rebr.  diphya. 

Eine  noch  reichhaltigere  Liste  von  fossilen  Arten  des  Klippenkalkes 


')  Zeuschner:  Die  Glieder  des  Jura  an  der  Weichsel;  Karatens  Archiv  für  Minera- 
logie etc.  1845,  Bd.  XIX,  pag.  605. 

*)  P lisch:  1836,  Oeognostische  Beschreibung  von  Polen,  II.  Bd.,  pag.  650. 
Pusch:  1«:J7,  Polens  Paläontologie  pag.  170. 


Digitized  by  Google 


(30)  234 

wurde  1855  von  L.  Hohenegger1)  im  Jahrbuch  der  k.  k.  geologischen 
Reiehsanstalt  veröffentlicht.  Atmnoniles  irausrersarius  wird  hier  als  Speoiea 
des  Klippenkalkes  angeführt.  Mit  diesen  palüontologischen  Zusammenstel- 
lungen verband  L.  Hohenegger  in  der  gleichen  Abhandlung  einen  Bericht 
über  die  Lagerungsverhältnisse  des  Klippcnkalkes  in  den  Umgebungen  von 
Neumarkt  in  Galizien,  durch  welchen  die  Stellung  der  eigentümlichen 
Marmorbildung  gegenüber  den  darangrenzenden  Schichtengliedern  bestimmt 
wurde.  Die  von  ihm  angegebene  Reihenfolge  der  Schichten  bei  Marus- 
zynu.  südwestlich  von  Neumarkt  (Galizien)  ist  folgende: 

3)  Neocom:  Dünngeschichtete  gelblichweisse  Kalke  zwischen  weiss- 
grünlichen  Schiefem,  in  denen  er  unter  Anderem  aiuh  Aptychus  Didayi 
anführt. 

2)  Klippenkalk. 

1)  Opalinus-Schichten:  Grünlicher  Mergelsandstein  mit  schwarzen 
bituminösen  Schiefern.  s) 

Es  ist  demzufolge  die  Abtheilung  Nr.  2,  welche  unsere  Aufmerksam- 
keit namentlich  auf  sich  ziehen  muss,  da  allein  die  in  ihr  begriffenen 
Schichten  da«  Lager  von  Arnmonitcs  transrersariwi  bilden  können.  Leider 
hat  es  bisher  noch  Niemand  versucht,  an  Ort  und  Stelle  Unterabtheilungen 
in  dieser  Schichtengruppe  zu  machen,  obwohl  aus  den  in  der  Sammlung 
des  verewigten  L.  Hohenegger  auf  bewahrten  Fossilresten  aufs  deutlichste 
hervorgeht,  dass  in  diesen  Kalken  nicht  weniger  als  drei  ganze  Etagen  der 
Juraformation  enthalten  sind.  Die  oberste  lässt  sich  selbst  in  Handstücken 
mit  ziemlicher  Leichtigkeit  schon  an  der  Gesteinsbeschaffenheit  erkennen, 
indem  ein  wahres  Haufwerk  von  Schalenbruchstücken,  welche  die  Gesteins- 
masse einschliesst,  und  die  zum  grössten  Theile  von  den  Schalen  der  Terebr. 
diphya  herstammen,  eine  Muschelbreccie  darstellt,  deren  charakteristisches 
Aussehen  nicht  leicht  täuschen  kann.  Es  ist  die  Tithon ische  Gruppe, 
welche  durch  diese  oberste  Abtheilung  vertreten  wird. 


')  Hohen  egger:  1H!,;S  Neuere  Erfahrungen  aus  den  Nordkarpathen;  Jahrbuch  d. 
k.  k.  geolog.  Reichsanstalt  pag.  3u4. 

*)  Ausser  den  schon  von  Hohenegger  angeführten  Arten  des  untern  Drogger  finden 
sich  in  dieser  Schicht  Nr.  1  von  Maruszina  auch  noch  mehrere  andere  »ehr  bezeich- 
nende 8peeies.  Offenbar  wurden  einige  dieser  Reste  von  Pusch  unter  den  Benennungen 
Ammmitex  fonticola,  Ammonite«  Schaflariensis  (=opalinus  Rein)  und  Ammomtes  tatrkus 
abgebildet,  und  es  verdient  die  von  Hohenegger  zuerst  richtig  erkannte  Stellung  des  letz- 
tern dieser  Ammoniten  namentlich  beachtet  zu  werden.  Vcrgl.  hierüber  auch  Oppel  in 
Zeitschr.  d.  deutsch,  geol.  Oes.  18bo,  p.  540  und  Benecke:  Briefliche  Mittheilung  an 
Prof.  Leonhard;  Neues  Jahrbuch  f.  Mineralog.  v.  Leonh.  u.  Geinit*  18»,6,  p.  71. 


Digitized  by  Google 


%  235_  (31) 

Die  beiden  tieferen  Gruppen  können  nach  dem  äusseren  Habitus  der 
vorhandenen  Stücke  weniger  leicht  unterschieden  werden,  und  es  sind  hier 
hauptsächlich  die  organischen  Reste,  welche  die  Annahme  der  Vertretung 
beider  als  nothwendig  erscheinen  lassen,  dass  aber  die  Arten  jeder  einzelnen 
Etage  doch  auch  ein  gesondertes  Lager  einnehmen,  ist  wohl  wahrscheinlich. 
Die  Kimmeridge-Gruppe  lüssfc  sich  namentlich  durch  das  nicht  seltene 
Vorkommen  von  Arten  aus  der  Zone  des  Ammonites  tennilobatus ')  nach- 
weisen, während  die  Oxford-Gruppe  Amnionitis  transverseuws  und  andere 
bezeichnende  Spccies  geliefert  hat. 

In  Galizien  ist  wohl  die  Gegend  von  Neumarkt  die  erforschteste, 
und  hier  hat  vor  Allem  wieder  der  Klippenkalk  von  Rogoznik,  durch 
die  eifrigen  Bemühungen  Hoheneggers  eine  reiche  Ausbeute  geliefert, 
und  hier  ist  es  denn  auch,  wo  sich  Ammonites  transversarius  in  mehreren 
Exemplaren  gefunden  hat. 

Aehnliche  Verhältnisse  wie  bei  Neumarkt  zeigt  auch  der  Klippenkalk 
bei  Puchow  an  der  Waag  in  Ungarn.  Leber  diese  Distrikte  bietet 
eine  Arbeit  von  Stur')  sehr  gute  Anhaltspunkte,  und  man  kann  aus  einigen 
seiner  Bemerkungen  mit  ziemlicher  Sicherheit  entnehmen,  dass  die  Muschel- 
breccie  der  tithonischen  Etage  mit  Ter  ehr.  diphya  hier  auch  strati- 
graphisch  deutlich  von  den  tieferen  Abtheilungon  des  Klippcnkalkes  geschieden 
ist.  Diese  tieferen  Abtheilungen  charakterisiren  sich  a.  durch  Infiaten 
(Ammonites  inflatus  ß  binodus  Stur)  und  flexuosen  als  Stellvertreter  der 
Kimmeridge-Gruppe,  b.  durch  Ammonites  transversarius  Quenst,  Oegir 
Opp.,  tortisulcatus  d'Orb. ,  plicutilis  Sow.,  Schilli  Opp.  als  Stellvertreter  der 
Oxford-Gruppe  und  zwar  der  Zone  des  Ammonites  transversarius. 

Die  Unterlage  des  ganzen  Klippcnkalkes  bilden  in  den  "Waag-Gegenden 
allenthalben  Crinoideen  -  Gesteine  mit  Terebr.  pala  also  Vilser  Kalke,  das 
Aequivalent  der  Kelloway-Gruppc. 

In  Mähren  lässt  sich  die  Zone  des  Ammonites  transversarius  nur  ver- 
muthen,  sie  nachzuweisen  ist  vorderhand  noch  nicht  möglich.  Die  meisten 
Anhaltspunkte  bietet  ein  Aufsatz  von  Reuss  über  die  geognostischen  Ver- 
hältnisse Mährens3),  in  welchem  namentlich  eine  dort  beschriebene 


«)  Ueber  dieBtellung  dieser  Zone  Yergl.  Oppel:  Pal.  Mitth.  1863  p.  188  und  Waagen 
18t;r>:  Versuch  einer  allgemeinen  Classification  der  Schichten  des  oberen  Jura. 

*)  8tur  1860:  Geologische  Uebersichtsaufnahme  des  Wassergebietes  der  Waag  und 
Xeutra,  Jahrbuch  der  k.  k.  geolog.  Reichsanstalt  13G0  p.  17. 

>)  Reuas:  Jahrb.  der  k.  k.  geolog.  Reichsaiutalt  1801:  Beiträge  zur  geognostischen 
Kenntnis»  Mährens;  Jura,  p.  679. 

(3)  16 


Digitized  by  Google 


(32) 


230 


Lokalität  für  uns  von  Interesse,  nämlich  Olomuczan  in  der  Kühe  von 
Brunn.  Es  findet  sich,  als  die  tiefste  aufgeschlossene  Juraschicht,  bei  der 
Steingutfabrik  in  der  Nähe  von  Olomuczan  eine  Folge  von  grauen, 
zerbröckelnden,  dünngeschichteten,  sandigkalkigen  Mergeln,  welche  nach 
unten  einige  feste  graue  oder  gelbliche  Kalkbfinke,  nach  oben  aher  Lagen 
sehr  reich  an  Spongiten  einschliessen.  Die  schwammarme  Region  der  Mergel 
beherbergt  viele  andere  Versteinerungen,  unter  denen,  nach  dem  Material 
der  Hohenegger'schen  Sammlung,  eich  folgende  Arten  bestimmen  Hessen: 

Ammonites  cordatun  Sow. 

Ammonites  Greppin*  Opp. 

Ammonites  Arduenncnsis  d'Orb. 

Ammonites  plicatilis  Sow. 

Ammonites  perarmatus  Sow. 

Bei.  hastatus  Blainv. 
Die  Schwammschichten  dagegen  haben  bis  jetzt  nur  Spongiten  geliefert, 
so  das«  man  dieselben  eben  nur,  weil  sie  über  der  Zone  des  A.  cordatus 
unmittelbar  folgen,  als  die  Stellvertreter  der  Zone  des  Amin,  transversarius 
vielleicht  zu  betrachten  berechtigt  ist. 

Niederbayeril  und  Oberpfalz.  Hier  habe  ich  die  Aufmerksamkeit  vor 
Allem  auf  einige  Stellen  am  rechten  Ufer  der  Donau,  westlich  von  Passau 
zu  lenken.  Die  beschränkte  Verbreitung  jurassischer  Schichten  in  diesem 
gegen  Osten  vorspringenden  Theile  Bayerns  ist  aus  der  G Ambe  lachen 
Uebersichtskarte1)  und  einer  ungefähr  gleichzeitig  mit  dieser  erschienenen 
Abhandlung  von  H.  Dr.  Egger*)  zu  ersehen,  in  welcher  eine  Beschreibung 
des  Jurakalkes  bei  Ortenburg  gegeben  wird.  Unter  den  von  Genanntom  zu 
Voglarn  und  Sölden  au  gesammelten  Fossilresten  Hessen  sich  Arten  der 
Zonen  des  Amm.  macrocephaltts ,  des  Amm.  transversarius  und  des  Amm. 
tenuüobatus  leicht  erkennen.  Je  nach  den  einzelnen  Horizonten  unterschei- 
den sich  diese  Reste  zugleich  durch  ihre  Gesteinsmasse  und  ihr  Vorkommen. 
Die  Exemplare  aus  dem  weissen  Kalk  von  Sölden  au,  welche  H.  Dr.  Egger 
mir  neuerdings  zur  Untersuchung  anvertraute,  stammen  beinahe  ohne  Aus- 
nahme aus  der  Zone  des  Amm.  tenuüobatus.  Es  sind  unter  denselben  sehr 
bezeichnende  Arten,  wie  Amm.  canaiiferus,  tennihbatus,  Rupellensis,  circum- 
spinosus,  AUenensis,  iphicertts,  binodus,  plattjnotus,  polypheus  vertreten. 
Andere  Vorkommnisse  in  grauem  hartem  Kalk  (Kieselnierenkalk  Egger*) 


')  G  Um  bei  18f»8:  Geognostische  Karte  des  Königreichs  Bayern. 
*)  Egger  18T>8:  Der  Jura-Kalk  bei  Ortenburg  und  seine  Versteinerungen.  Krstcr 
Jahresbericht  des  naturhistorischen  Vereins  in  Passau. 


Digitized  by  Google 


237 


(33) 


eingeschlossen,  welche  H.  Dr.  Eggor  aus  dem  Steinbruche  von  Voglarn 
erhielt,  erwiesen  sich  als  Leitmuscheln  der  Zone  des  Antm.  transveraarius, 
indem  hier  Amm.  Arolicus,  Armn.  Oegir,  Amm.  plicatilis  bestimmt  werden 
konnten.  An  einzelnen  Stellen  geht  das  kalkige  Gestein  in  glauconitische 
Masse  über,  welche  vermutlich  der  gleichen  Schicht  angehört,  möglicher- 
weise aber  auch  die  tiefere  Zone  des  Amm.  corduttis  repräsentiren  könnte. 
Ausser  Kahlreichen  Bruchstücken  von  Amm.  chloroolithicw*  Guemb.1)  enthielt 
das  dunkel  gefärbte  Gestein  noch  einen  zu  Amm.  Henrici  oder  canaliculuhis 
gehörigen  Ammonitenkern.  Marmorartig  und  sehr  hart  ist  dagegen  die 
Beschaffenheit  des  Kalkes,  in  welchem  Amm.  macrocephaltts  bei  Voglarn 
gefunden  wurde. 

Ein  wohlerhaltenes,  in  der  Münster 'sehen  Sammlung  befindliches  Exem- 
plar von  Amm,  transversarius ,  welches  der  Etiquette  zufolge  bei  Amberg 
gesammelt  wurde,  macht  es  wahrscheinlich,  dass  in  den  Umgebungen  dieses 
Stadtchens  die  Zone  zu  Tage  trete.  Ohno  Zweifel  folgt  dieselbe  über  einer 
braunrothen  Eisenoolith-Schicht,  welche  an  der  sechsten  Station  des  Maria- 
Hilf-Berges  sich  durch  die  Einschlüsse  von  Belemnitcs  hastatus,  Amm. 
Henrici,  perarmatus  und  plicatilis  als  Zone  dos  Amm.  cordatus  kund  gab. 
Grosse  Abweichungen  von  der  horizontalen  Ablagerung  und  plötzliche  Unter- 
brechung der  Profile  haben  bisher  bei  Amberg  und  bei  Ortenburg  dio 
Aufnahme  sämmtlicher  Schichten  der  Juraformation  in  einem  zusammenhän- 
genden Profile  nicht  gestattet  Um  so  vollständiger  gestalten  sich  dagegen 
die  Durchschnitte  in  dem  Jura  Frankens,  Schwabens,  des  Gross- 
herzogthums Baden  und  der  Cantone  Aargau  und  Solothurn.  Es 
konnte  hier  die  geographische  Verbreitung  der  Zone  auf  weite  Strecken 
ermittelt  und  zugleich  die  Ausdehnung  in  verticaler  Richtung  und  die  Be- 
grenzung gegen  oben  und  unten  festgestellt  werden.*)  Ich  entnehme  das 
wesentlichste  über  dio  dortigen  Verhältnisse  den  schon  früher  (Paläont  Mitth.) 
zusammmengestellten  Angaben. 


')  Oümbel  1864:  Die  geognoatiachen  Verhältnisse  der  fränkischen  Alp  pag.  55.  8e- 
pnratnbdruck  aus  Riehl'*  Bararia  III.  Bd.  IX.  Buch. 

•)  Vgl.  MS  geh  1856:  Das  Flötzgebirge  im  Kanton  Aargau  pag.  50. 

Cartier  1861:  Der  obere  Jura  in  Oberbuchaiten.    Verhandl.  der  naturf.  Oes.  zu 

Basel  III,  pag.  48. 
MSsch  1863:  Vorlauf.  Bericht.   Verhandl.  der  naturf.  Oes.  in  Luzern. 
Maller  1863:  Beiträge  zur  geoL  Karte  der  Schweiz  pag.  23. 
Oppel  1863:  Pal.  Mittheil.  pag.  165—174. 

Waagen  1864:  Der  Jura  in  Franken,  Schwaben  und  der  Schweiz  pag.  137—151. 
Merian  1864:  in  Oeinitz  Jahrb.  pag.  520. 

(3*)  16* 


Digitized  by  Google 


238 


In  Franken,  namentlich  in  den  nordöstlichen  Theilen  desselben  ist  die 
Zone  des  A.  transrersarius  nur  durch  eine  sehr  wenig  mächtige  Lage  eines 
sehr  festen  gelblich  weissen  oder  röthüchen  Kalkes,  welcher  sehr  kleine 
pulverfürmige  grünliche  Körnchen  (Glauknit)  oft  in  grosser  Zahl  einBchliesst, 
vertreten.  Gümbel1)  machte  zuerst  auf  diese  Kalke  aufmerksam,  und  hat 
seitdem z)  auch  noch  einen  A.  cloroolithicus  daraus  beschrieben,  welcher  wohl 
für  Franken  das  leitendste  Petrefakt  dieser  Schicht  ist.  Andere  Arten 
sind  selten,  doch  wurden  von  einzelnen  Fundorten  einige  angeführt,  so  Amm. 
hispidus  von  Streitberg 3),  Amm.  Oegir,  plicatilis  MartelU  von  Oberhoch- 
Btadt  bei  Weissenburg4).  An  letzterer  Lokalität  schliesst  sich  die  Zone 
der  Ter.  impresso  mit  verkisten  Petrefakten  sehr  schön  entwickelt  an 
während  je  weiter  man  sich  von  der  schwäbischen  Grenze  entfernt,  diese 
Schichten  immer  undeutlicher  werden.  In  der  Gegend  von  Bamberg  sind 
es  graue  weiche  groboolithische  Kalkmergel,  welche  diese  höhere  Zone 
vertreten,  und  welche  die  Petrefakten  verkalkt  und  sehr  schlecht  erhalten 
einschliessen. 

Die  Zone  des  Amm.  cordatus  in  Franken  gesondert  für  sich  auszu- 
scheiden, ist  bis  jetzt  noch  nicht  gelungen. 

Schwäbische  Alp.  Es  war  hier  lange  Zeit  nur  die  höhere  Zone  der 
Terebr.  impresso,  welche  die  Aufmerksamkeit  der  Forscher  auf  sich  zog 
und  mit  diesen  Schichten  waren  die  eigentlichen  Acquivalente  der  Zone  des 
A.  transversarius  vereinigt  worden.  Die  Zone  ist  aber,  nachdem  einmal 
ihre  Abtrennung  durchgeführt  worden  ist,  überall  leicht  wieder  zu  erkennen, 
da  die  ihr  beizurechnenden  Schichten  hier  schon  bedeutend  mächtiger  ent- 
wickelt sind,  als  diess  in  Franken  der  Fall  ist.  Sie  ist  in  der  ausgepräg- 
testen Cephalopoden-Facies  ausgebildet  und  ausser  Cephalopoden  sind  kaum 
ein  Paar  Arten  niederer  Thiere  bekannt  geworden. 

Die  lehrreichsten  Profile  bietet  bis  jetzt  immer  noch  die  Gegend  um 
Balingen. 

„Die  untere  Region  des  ganzen  Durchschnittes  wird  hier  durch  ein  40 
— 50  Fuss  mächtiges  System  grauer  Kalkbänke  gebildet,  welche  mit  hellen 
Tbonschichten  wechsellagern.  Es  fällt  nicht  schwer,  den  Uebergang  gegen 
unten  in  die  dunkleren  Thonschichten  der  Kelloway-Gruppe  mit  Amm. 
ornatus,  bicostatits,  Baugieri,  flexispinatus,  Fraasi,  athleta,  Orion  u.  s.  w.  zu 

')  Quin  bei:  Die  8treitberger  Schwammlager  und  ihre  Foraminiforen- Einschlüsse, 
Württemb.  naturw.  Jahrcsh.  18fi2  p.  192. 

»)  0  Um  bei:  Die  geognost.  Verh.  der  frankischen  Alp  1864. 
*)  Waagen:  Der  Jura  in  Franken  u.  t.  w.  1804  pag.  139. 
♦)  Oppel:  Paläont.  Mitth.  1863  pag.  174. 


Digitized  by  Google 


239 


(35) 


beobachten,  während  eich  die  dazwischen  liegende  eigentliche  Grenzschicht 
der  Oxford-Gruppe,  eine  Geodenbank  mit  Amm.  Lamberti,  cordatus  und 
perarmatus  an  diesen  Stellen  etwas  schwierig  nachweisen  läset. 

Mit  dem  Verschwinden  der  festeren  grauen  Kalkbänke  gegen  oben  geht 
die  Zone  des  Amm.  transversarius  an  mehreren  von  mir  untersuchten  Stellen 
(Lautlingen,  Wannenthal)  sehr  deutlich  in  die  feinkörnigen,  schlemm- 
baren Thonlagen  mit  Ter.  impresso  über. 

Unter  den  Fossilresten,  welche  sich  in  den  grauen  Kalkbänken  einge- 
schlossen finden,  lassen  sich  mehrero  Arten  unterscheiden,  aus  deren  Vor- 
kommen mit  Bestimmtheit  gefolgert  werden  darf,  dass  die  genannten  über 
den  Lamberti-Knollen  und  unter  den  Impressathonen  abgelagerten  Schichten 
das  gleiche  Alter  besitzen,  wie  die  Spongiten-Lager  von  Birmensdorf.  Es 
wird  bei  längerem  Verweilen  nicht  schwer  fallen,  noch  weitere  Species 
nachzuweisen ;  die  bisher  aufgefundenen  erhielt  ich  in  kurzer  Zeit  an  den 
bei  Lautlingen  und  Wannenthal  aufgeschlossenen  Profilen. 

Es  sind  folgende,  für  die  Zone  des  Amm,  transversarius  bezeichnende 
Fossilrestc  : 

Ammonites  Arolicus  Opp. 

Ammonites  stenorhynchus  Opp. 

Ammonites  subclausus  Opp. 

Ammonites  hispidus  Opp. 

Ammonites  catia&iculatus  Buch. 

Ammonites  plicatüis  Sow. 

Bei,  hastatus  Blainv. 
Man  gewinnt  diese  Arten  durch  Zerschlagen  der  grauen  Kalkbänke,  in 
welche  sie  sich  in  grosser  Menge  in  verkalkten  Exemplaren  eingeschlossen 
finden,  während  die  Fossilreste  aus  den  thonigen  Zwischenlagen  von  selbst 
auswittern,  und  in  verkiestem  Zustande  in  ähnlicher  Erhaltung,  wie  die 
bekannten  Vorkommnisse  der  Impressathone  zusammengelesen  werdon  kön- 
nen.   Ich  fand  in  diesen  Zwischenlagen: 

Ammonites  Arolicus  Opp. 

Ammonites  hispidus  Opp. 

Ammonites  canaliculatus  Buch. 

Ammonites  plicatüis  Sow. 

Bei,  hastatus  Blainv. 

Coliyrites  carinata  Lest 

Pentacrinus  subteres  Gdf."  *). 


')  Oppel:  PalÄont.  Mitth.  pag.  171  und  172. 


Digitized  by  Google 


(36) 


240 


Die  höher  fortsetzenden  weichen  Mergel  der  Tercbrat.  impresso  zeichnen 
sich,  -wie  schon  seit  lange  bekannt,  durch  das  häufige  Vorkommen  der 
ebengenannten  Art  aus,  während  die  meisten  übrigen  Arten,  namentlich 
aber  viele  Cephalopoden,  auch  schon  in  der  Zone  des  Amm.  transversarius 
auftraten.  Amm.  transversarius  nebst  den  in  der  Einleitung  angegebenen 
Species  fehlt  aber  der  Zone  der  Ter.  impressa  vollständig,  und  findet  sich, 
wenn  auch  nicht  sehr  häufig,  so  doch  ausschliesslich  in  den  tieferen  Schich- 
ten. Die  Umgegend  von  Balingen  hat  bis  jetzt  die  meisten  Exemplare 
dieser  Art  geliefert. 

Wie  in  Pranken,  so  ist  es  auch  im  Jura  der  schwäbischen  Alp 
vor  der  Hand  noch  nicht  möglich  gewesen,  die  Zone  des  Amm.  cordatvs 
von  der  des  Amm.  Lamberti  abzutrennen.  Beide  Zonen  werden  durch  eine 
nicht  sehr  mächtige  Lage  dunkelgrauen  Thones  gebildet,  in  dem  an  der 
Oberfläche  braun  erscheinende  Knollen  eines  verhärteten  Steinmergels  liegen, 
welche,  ausgenommen  die  Belemniten,  beinahe  ausschliesslich  die  Versteine- 
rungen in  sich  bergen.  Diese  Knollen  sind  oft  von  sehr  kleinen,  pulver- 
furmigen  Glaukonitkörnchen  durchschwärmt. 

Orossherzogthnm  Baden.  Indem  wir  das  Gebiet  des  Randenberges 
und  der  ihm  benachbarten  Höhenzüge  betreten,  verlassen  wir  wieder  jene 
Gegenden,  in  denen  die  hier  in  Betracht  zu  ziehende  Zone  in  wohl- 
charakterisirter  Cephalopoden-Facies  vertreten  ist.  Ueber  den  Schichten  des 
Amm.  cordatus,  welche  hier  stratigraphisch  von  den  tieferen  Zonen  nicht 
abgetrennt  werden  können,  und  mit  diesen  in  eine  etwa  1 — 1'/,  Fuss  mäch- 
tige Bank  oolithischen  Thoneisensteins  verschmolzen  sind,  begegnen  uns 
allenthalben  Scyphien- Schichten,  reich  an  den  Resten  organischer  Wesen: 
sie  stellen  die  Zone  des  Amm.  transversarius  dar. 

Am  Randen  ist  es  zunächst  die  Umgegend  des  Städtchens  Blumborg, 
welche  an  mehreren  Stellen  gute  Aufschlüsse  der  Zone  bietet.  Hat  man 
hier  am  sog.  Eichberg  die  in  einer  Mächtigkeit  von  15—20  Fussen  an- 
stehende Kelloway-Gruppe  überschritten,  so  stösst  man  unmittelbar  darüber 
auf  die  Zone  des  A.  transversarius,  eine  „versteinerungsreiche,  licht  gefärbte 
Mergel  -  und  Thonablagerung,  mit  der  hier  die  mächtige  Thon-  und  Kalk- 
formation beginnt,  welche  die  Geologen  jener  Distrikte  „weissen  Jura" 
genannt  haben. 

Untor  den  in  der  Zone  des  Amm.  transversarius  am  Eichberg  bei 
Blumberg  gesammelten  Versteinerungen  Hessen  sich  folgende  Cephalopoden- 
Species  bestimmen: 


Digitized  by  Google 


241 


(37) 


Auunonitts  Arolicus  Opp. 

Ammonitcs  steuorhynchus  Opp. 

Amtnonitcs  Brurkncri  Opp. 

Ammonitcs  cwmlkulatus  Buch. 

Ammonites  setniplanus  Opp. 

Ammonites  transvcrsaritts  Quenst. 

Ammonites  plicatüis  Sow. 

Bclemn.  Argoviunus  Mayer. 

Belcmn.  hastatus  Blainv. 
Die  Erhaltungsweise  dieser  Reste,  die  Gesteinsbeschaffenheit  der  nur 
wenige  dünne  Logen  bildenden  Abtheilung,  die  eigentümliche  Facies  und 
das  damit  zusammenhängende  Vorkommen  gewisser  charakteristischer  Arten 
von  Brachiopodcn ,  Radiaten,  insbesondere  aber  von  Spongiten,  zeigen,  dass 
hier  eine  ziemlich  vollständige  Uebereinstimmung  der  Zone  mit  deren  ty- 
pischer Entwicklung  im  Canton  Aargau  besteht. 

Die  über  der  Zone  des  .4«»».  tratisxersarius  folgenden  mächtigen  grauen 
Thune  enthalten  an  einzelnen  Stollen  braune  verkieBte  Reste,  welche  sich 
mit  den  Vorkommnissen  der  Zone  der  Ter.  impresso,  indentificiren  lassen. 
Im  allgemeinen  sind  ihre  ausgedehnten  Aufschlüsse  an  den  Abhängen  des 
Eichbergs  äusserst  arm  an  Versteinerungen.  Gegen  oben  gehen  sie  in 
wohlgeschichtete  weisse  Kalke  über,  welche  einer  höheren  Zone  zuzuthcilen 
sein  werden*  •)• 

Von  der,  schon  in  den  „paläontologischen  Mittheilungen  "  1863*)  er- 
wähnten Lokalität  Siblingen  (westlich  von  8chaffhausen)  haben  neuer- 
lich die  beiden  Herren  Würtenberger  ein  ziemlich  ausführliches  Profil 
gegeben1).  Es  beginnt  mit  den  Schichten  der  Bathgruppe  und  setzt  sich 
von  unten  nach  oben  folgendermassen  zusammen: 

wa)  Mehrere  gelbe,  innen  bläuliche,  unregelmässig  zerfressen  aussehende, 
thonig  sandige  Bänke  mit  Amm.  Württembergicus  Opp.  Mächtig- 
keit 10'. 

b)  Eine  nur  12—15"  mächtige,  unrein  thonig -sandige,  sehr  leicht  in 
Knollen  und  Schutt  zerfallende  Schicht,  welche  häufig  die  schönsten 
Exemplare  der  Ter.  lagenalis  Schloth.  einschliesst. 

c)  Dunkelbraune  oolithische  Bänke,  häufig  Rhytich.  varUuis  Schloth.  sp. 


')  Opp ol:  l'aläont.  Mitth.  pag.  170  u.  f. 

M  Kbend.  pag.  IM*. 

3I  ISliG,  F.  J.  und  L.  W  Qrtenbcrgcr:  I>cr  wcis«o  Jura  im  Klettgau  und  angren- 
zenden Kandengebirg  (Vcrli.  d.  naturw.  Ver.  zu  KurUruhe  II).   8eparatabdr.  pag.  5. 


Digitized  by  Google 


(38) 


242 


einschh'essend;  Amm.  subcosiaritts  Opp.,  Amin,  funatus  Opp. ,  Trig.- 
costata  Park.,  Mcspilocr.  maerocephakis  Quenst. 

d)  Eine  höchstens  1  —  l'/oFuss  dicke  Bank  eines  rostgelbcn,  oolithischen, 
sehr  eisenschüssigen,  thonigen  Gesteins:  Belcmn.  CaUorieiisis  Opp., 
Amm.  denticulatus  Ziet.,  Amm.  cordatus  Sow.  und  Planulaten  ent- 
haltend.   Es  ist  diese  Schicht  theilweise  durch  Schutt  verhüllt. 

e)  Darüber  folgt  eine  gegen  30  Fuss  machtige  Ablagerung  hellasch- 
grauer, thoniger,  6—15"  dicker  Steinmergelbänke ,  welche  vielo 
Spongiten  und  eine  Unzahl  anderer  Petrefakten  einschliessen.  Be- 
sonders findet  man  hier:  Amm.  Arolicus  Opp.,  A.  canalictdat us  Buch., 
A.  crenatus  Brug.,  A.  lophotus  Opp.,  A.  Ginelini?  Opp.,  A.  caüi- 
cerus  Opp.,  A.  Ocgir  Opp.,  A.  Botari  Opp.,  A.  plicatüis  Sow.,  A. 
Murtelli?  Opp.,  Bei.  hustatus  Blainv.,  B.  pressulus  Quenst.,  Bostel- 
laria  bicaritiata  impressae  Quenst.,  Rhynch.  lacunosa  Schi,  sp.1),  Bh. 
triloboidvs  Quenst.,  Terebr.  bisuffarcinata  Schi.,  T.  Orbis  Quenst., 
T.  Birmensdorfcnsis  Escher.,  Cid.  coronata  Gdf.,  ßfograna  Agass., 
Ast.  jurensis  Gdf. ,  Turbinol.  impressae  Quenst.,  Scyph.  obliqua  Gdf., 
Sc.  biparüta  Gdf.,  Spong.  reticulatns  Quenst.,  Sp.  Lochensis  Quenst., 
Ntdlipor.  Hechingensis  Quenst.  sp.  etc.  etc.  Die  Petrefakten  sind 
besonders  in  der  unteren  und  oberen  Region  häufig.  In  der  Mitte 
nimmt  der  Reichthum  der  Schwämme  wie  der  übrigen  Fossile 
etwas  ab. 

f)  Es  folgt  nun  eine  etwa  150—180  Fuss  mächtige  Abtheilung  dünn- 
geschichteter,  bläulichgrauer,  weicher  Thone,  in  denen  sich  von  Zeit 
zu  Zeit  eine  etwas  festere  Bank  zeigt.  Die  Amorphozoen  sind  spur- 
los verschwunden  und  mit  ihnen  fast  alle  andern  Fossilreste.  Wir 
fanden  hier  nichts  Erwähnenswerthes,  als  hie  und  da  eine  Bank, 
die  von  Ntdliporitcs  Hechingensis  Quenst.  sp.  durchzogen  ist.  Na- 
mentlich in  nördlicher  Fortsetzung  sind  dann  direkt  über  diesen 
petrefaktenarmen  Mergelablagerungen  aufgeschlossen : 

g)  feste,  2  —  4'  dicke,  gelblichgraue  Kalkbänke,  die  meist  nach  allen 
Seiten  hin  von  Spongiten  durchzogen  sind.  An  Petrefakten  ist 
hier  wieder  grosser  Reichthum.  Die  Schalen  derselben  sind  fast 
immer  zu  Brauneisenstein  verrostet,  was  für  diese  Schichtenabthei- 
lung  sehr  charakteristisch  ist.  Man  findet  Amm.  cf.  Arolicus  Opp., 
A.  cf.  microdomus  Opp.,  A.  altcrnans  Buch.,  A.  Lochctisis  Opp., 
A.  tricristalus  Opp.,  A.  flexuosus  Mnst.,  A.  sp.  (Quenst.  Jura  T.  74. 


')  Wahrscheinlich  Rhynch.  Arulica  Opp.,  siehe  unten. 


Digitized  by  Google 


243^  (39) 


f.  2  u.  3),  Rhyneh.  lacunosa  Sehl,  sp.,  Terebratelu,  Gasteropoden, 
viele  Pelecypoden,  Echinodermen ,  Bryozoen,  mehrere  Arten  Spon- 
giten  otc.  etc.    Mächtigkeit  dieser  Abtheilung  etwa  30—45'.* 

Soweit  die  Herren  Würte  nberger.  Daus  wir  in  Abthciluiig  e  die 
Zone  des  -4«/»».  traustersarius ,  in  Abtheilung  f  aber  die  der  Tvnbratula 
impresso  vertreten  haben,  unterliegt  keinem  Zweifel.  Auf  zahlreiche  kleine 
verkieste  Ueberreste  von  Amm.  plicatilis,  caUicerus  und  alkrnans  in  letzterem 
Schicbtencomplex  wurde  bereits  in  den  , paläontologischen  Mittheilungen  * 
aufmerksam  gemacht.  Terebratula  impressa  kommt  in  den  grauen  Thonen 
wenigstens  an  benachbarten  Lokalitäten  vor. 

Ein  ebenso  schönes  Profil  wie  das  oben  angeführte  beschreiben  die 
U.  Würtenberger  von  einem  etwas  westlicher  gelegenen  Punkt,  aus  der 
Umgegend  des  Dorfes  Weis  weil.  Die  Verhältnisse  sind  die  gleichen,  wie 
sie  schon  oben  erwähnt  wurden,  wesshalb  ich  mich  begnüge,  darauf  kurz 
hinzuweisen. 

Ausgezeichnet  aufgeschlossen  ist  aber  die  Zone  des  Amm.  transversarius 
in  den  Umgebungen  des  Küssenberges  bei  Bechtersbohl  und  Dang- 
stetten. „Wie  im  Aargauer  Jura  folgt  auch  hier  unmittelbar  über  dem 
rothen  Gestein  mit  A.  Lamberti  und  perarmatus  ein  heller  versteinerungs- 
reicher Spongitcnkalk  oder  Mergel  mit  zahlreichen  für  die  Zone  des  Amm. 
transversarius  charakteristischen  Arten,  in  gleicher  Beschaffenheit  und  mit 
denselben  Merkmalen  der  Facies  ausgestattet  wie  im  Aargauer  Jura.  Der 
westlichste  auf  der  rechten  Rheinseite  gelegene  Punkt,  an  welchem  ich 
diese  Ueberlagerung  antraf,  befindet  sich  ganz  in  der  Nähe  von  Dang- 
stetten an  dem  steilen  Abhang  dea  mit  Conglomeraten  bedeckten  Hügels. 
Mit  zwei  anderen  etwas  günstiger  gelegenen  Stellen  machte  mich  Hr.  Dr. 
Schill  aus  Fr  ei  bürg  bekannt.  Dieselben  waren  von  ihm  schon  zuvor 
bei  den  geognostischen  Landesaufnahmen  ausgebeutet  worden,  doch  fanden 
sich  auch  bei  dem  diessjährigen  Besuche,  den  ich  unter  seiner  freundlichen 
Leitung  unternahm,  noch  einige  der  bezeichnendsten  Ueberreste.  Ich  sam- 
melte an  dem  einen  unweit  der  Kelter  von  Bechtersbohl  am  Fusse  der 
Küssaburg  gelegenen  Punkte  einige  deutliche  Exemplare  von  Amm.  Aro- 
licus,  crenatus,  alternans,  loplwtm,  so  wie  mehrere  Brachiopoden  und  andere 
für  die  Zone  des  Amm.  transversarius  leitende  Arten.*  *) 

Die  über  der  Zone  der  Terebratula  imjtressa  sich  anschliessende  Zone 
des  Amm.  bimammatus  beginnt  nach  Würtenberger  am  Randen  wie  im 
Klettgau  fast  durchgängig  mit  artenreichen  Scyphionbildungen ,  welche 


')  1863,  Oppel;  Paläont.  Mitth.  pag.  IH8. 


Digitized  by  Google 


(40)  244 

indcss  nach  oben  grösstenteils  sehr  bald  in  mächtige  wohlgoschiuhtctc 
Kalkmassen  übergehen. 

fanton  Aargau  und  östlicher  Theil  des  (antun  Solothnrn.   „Es  shd 

vorzugsweise  die  zahlreichen  Versteinerungen  der  Birmcnsdorfer  Spongiten- 
Schiehtcn,  durch  welche  es  möglich  wurde,  die  Zone  des  Amm.  transversurins 
paläontologisch  festzustellen.  Diese  Spongitenschichten  aber  besitzen  nicht 
nur  an  der  typischen  Lokalität  Birmensdorf  selbst,  sondern  auch  an  vielen 
andern  Punkten  des  Canton  Aargau  und  Solothurn  eine  ganz  ausgezeichnete 
Entwicklung.  Die  bekanntesten,  an  denen  bisher  günstige  Aufschlüsse  an- 
getroffen wurden,  sind  Birmensdorf  bei  Baden,  Frickthal  und  Kreis- 
acker nordwestlich  von  Brugg,  Trimbach  bei  Ölten  und  Oberbuch- 
site n.  An  diesen  Punkten  fanden  sich  folgende  Cephalopoden-Species  in 
der  Zone  des  Amnwnitcs  transversariits: 

Anmwnites  Arolicus  Opp. 

Ammonites  stenorhynchus  Opp. 

Ammonites  tnmuryinatus  Opp. 
•  Ammonites  subclausus  Opp. 

Ammonites  canaliadattts  Buch. 

Ammonites  hispidus  Opp. 

Ammonites  alternans  Buch. 

Ammonites  tenuiseiratus  Opp. 

Ammonites  crenattts  Brng. 

Anmionites  jwlitus  Opp.') 

Ammonites  Erato  d'Orb. 

Anvmonites  Anar  Opp. 

Ammonites  Gessneri  Opp. 

Ammonites  ccdlieerus  Opp. 

Ammonites  Bachiamis  Opp. 

Ammonites  semiplanus  Opp. 

Anmionites  Gmelini  Opp. 

Ammonites  Manfrvdi  Opp. 

Aimnonites  totiistdeatus  d'Orb. 

Ammonites  Oegir  Opp. 

Ammonites  Rotari  Opp. 

Ammonites  Meriani  Opp. 

Ammonites  transversarius  Quonst. 

Ammonites  Chapuisi  Opp. 

')  Siebe  den  paliiontologi«chen  Theil. 


Digitized  by  Google 


245  (41) 


Ammonites  Collini  Opp. 
Ammonites  Hicmeri  Opp. 
Ammonites  Schilli  Opp. 
Ammonites  pUcatilis  Sow. 
Ammonites  Marteüi  Opp. 
Bei.  hastatus  Blainv. 
Bei.  Argovianus  Meyer. 
Ausserdem  können  noch  angeführt  werden:  _  . 

Isoarca  cordiformis  Opp. 
Nucula  sp.  indet. 
Hinnites  ef.  velatus  Gdf.  sp. 
Terelnrat.  nucleata  Schloth. 
Terebrat.  Binnensdorfcnsü  Eschor. 
lihynehon.  Arolica  Opp. 
Cidaris  laeviuscula  Agass. 
Cidaris  ßograna  Agass. 
Pseudodiad.  Langt  Des. 
Magnosia  decorata  Agass.  sp. 
CoUyrites  carinata  Leske  sp. 
Eugeniacrinus  nutans  Gdf. 
Eugeniacrinus  compressus  Gdf. 
Eugeniacrinus  coronatus  Quenst. 
Ettgemacrinus  cariophyllatus  Gdf. 
Pentacr.  sttbtcres  Gdf. 

u.  s.  w. 

Gegen  unten  legt  sich  die  Zone  destimm,  transversarius  hnAargauer 
und  Solothurner  Jura  auf  die  Eisenerze  mit  Amm.  Lamberti,  cordatus 
und  peraitnatus,  welche  schon  früher  (Juraformation  pag.  626 — 628)  von 
mir  beschrieben  wurden. 

Zur  Bestimmung  der  oberen  Grenze  enthalten  die  Arbeiten  von  Mosch 
die  ersten  genaueren  Angaben.  Derselbe  weist  in  seinen  interessanten 
Abhandlungen  nach,  dass  die  Birmensdorfer  Spongitenschichten  nach  oben 
in  ein  mächtiges  System  graublauer,  bröckelnder  Thonkalke  übergehen,  mit 
welchen  festere  Kalkbänke  wechsellagern.  Mösch  nennt  diese  Formations- 
Abtheilung,  deren  Mächtigkeit  im  Aargauer  Jura  300 Fuss  beträgt,  Effinger 
Schichton.  Die  darunter  liegenden  Spongitenschichten  von  Birmensdorf 
besitzen  dagegen  nur  einen  Durchschnitt  von  28  Fuss. 

Diese  Effinger  Schichten  stellen  im  Aargauer  Jura  die  Zone  der 
Terebr.  impressa  dar,  wie  die,  wenn  auch  seltenen,  verkiesten  Versteinerungen 


Digitized  by  Google 


24f. 


von  einigen  Fundorten  des  Frickthales  beweisen.  Schon  Quenstedt1) 
führt  Terebr.  impressa  von  dort  an,  und  Mosch  und  Waagen  fügen  noch 
einige  weitere  Arten  hinzu. 

Günsberg:  Canton  Solothurn.  Ich  habe  schon  früher*)  die  ChiBe 
von  B aletal  1  als  einen  Punkt  bezeichnet,  an  welchem  die  untern  Thone 
der  Oxford-Gruppe  durch  Eisenerze  und  Spongitenschichten  ersetzt  werden. 
Ausgezeichnete,  etwas  weiter  westlich  gelegene  Profile,  welche  bei  Güns- 
berg in  der  Nahe  von  Solothurn  blossliegen,  bestätigen  diese  merkwürdige 
Erscheinung  und  zeigen  häufig  in  auffallender  Weise,  wie  hier  die  Oxford- 
Gruppe  in  ihrer  untern  Hälfte  nach  Aargauer  Typus  zusammen  gesetzt 
gegen  oben  in  Pholadomyen-Schichtcn  sowie  in  oolithische  Mergel  übergeht, 
welche  durch  das  Vorkommen  von  Cid.  florigemma,  Hemicid.  crentdaris, 
Glypt.  hieroglyphicus  und  andern  charakteristischen  Arten  des  Terrain  a 
chaillos  die  grösste  Verwandtschaft  mit  den  Corallenschichten  dieser  Bil- 
dung erkennen  lassen. 

Schematisch  dargestellt  zeigen  sich  nämlich  die  Faciesverhältnisse  der 
einzelnen  Schichten  dort  folgendermassen : 


Corallenschichten  mit  Cid.  florigemma 

Corallen-  Facies. 

Pholadomyon  -  Schichten  und  dünnge- 
schichtete graue  Mergel,  den  Impressa- 
Thonen  entsprechend. 

Myarier-  Facies. 

Kalkmergel  mit  Spongiten,  Zone  des 

Amm.  transversarius. 
—  .         __ .« 

Spongiten  -Facies. 

Eisenoolith  mit  Amm.  cordatus. 

Diese  höchst  eigenthümliche  Folge  der  verschiedensten  Entwicklungs- 
formen erschien  mir  boachtenswerth  genug,  um  ihr  auf  der  Tabelle  pag.  227 
eine  besondere  Rubrik  (5)  zu  widmen  und  dieselbe  um  so  deutlicher,  im 
Zusammenhange  mit  den  Faciesverhältnissen  anderer  Lokalitäten  zu  ver- 
anschaulichen. 

Aehnliches  setzt  sich,  wenn  auch  nicht  in  gleicher  Deutlichkeit,  noch 
weiter  gegen  Westen  fort  und  wiederholt  sich  bei  Sa  lins  u.  s.  w. 

Speciellere  und  genauere  Angaben,  als  ich  sie  nach  kurzem  Besuche  der 
durch  die  Arbeiten  von  Gressly,  Müsch  und  Waagen  bereits  früher 

')  Quenstedt:  Flötzgobirge  pag.  iOd. 
*)  Oppol:  Juraform.  pag.  G'JU. 


Digitized  by  Google 


247 


(43) 


bekannt  gewordenen  Lokalität  hier  zusammen  zu  stellen  vermag,  dürfen  wir 
aus  den  in  Aussicht  stehenden  Mittheilungen  des  II.  Müsch  erwarten. 

Nordwestlicher  Theil  des  Canton  Solotiinrn  und  (anton  Bern.  Während, 
wie  wir  sahen,  die  Niederschläge  der  Oxford-Gruppe  von  dem  Aargauer 
Jura  aus  sich  gleichmäßig  durch  einen  Theil  des  Canton  Solothurn,  wie 
auch  des  Canton  Basel  fortsetzen,  so  ändert  sich  dagegen  der  Charakter 
dieser  Bildungen  in  den  nordwestlicheren  Gebirgszügen  wesentlich.  Die 
Spongitenkalke  mit  den  unmittelbar  darunterliegenden  Eisenerzen,  welche 
bei  Oberbuchsiteu  und  der  Cluse  von  Baistall  noch  deutlich  zu  sehen 
waren,  verschwinden  plötzlich  mit  den  Ketten  des  Graitery  u.  Raimereux1). 
An  ihre  Stelle  treten  dunkle  thonige  Schichten  neben  den  kieseligen  Aus- 
scheidungen des  Terrain  ä  Chailles. 

Mit  dem  Erscheinen  dieser  Bildungen  in  den  nördlichen  und  nordwest- 
lichen Theilen  derCantone  Basel,  Solothurn  und  Bern  findet  ein  eigen- 
tümlicher Wendepunkt  statt,  indem  hier  die  mittleren  und  oberen  Schichten 
der  Oxford-Gruppe  gleichzeitig  ihre  Facies,  ihre  Mächtigkeit  und  ihre  Ge- 
steinsbeschaffenheit  verändern.  Die  Zone  des  Amm.  transrersarius  verliert 
bei  diesem  Wechsel  eine  Menge  ihrer  bezeichnendsten  Merkmale,  wesshalb 
ihre  Parallelen  in  diesem  Gebiet  weit  unsicherer  werden  als  in  den  zuvor 
erwähnten  Gegenden.  Thonige  Kalke  mit  Pholadomyen  treten  an  ihre 
Stelle  und  ersetzen  sowohl  die  Spongitenbänke  des  Ammonites  transrersarius 
als  die  mächtigeren  Impressa-Mergel  des  Aargauer  Jura.  Beinahe  unmittelbar 
darüber  folgen  die  Corallriffe  mit  Cidaris  florigemma,  während  die  Basis 
der  Zone  durch  den  wohlbestimmten  Horizont  des  Ammomtes  cordatus  ge- 
bildet wird,  in  dessen  grauen  Thonkalken  Dr.  Greppin  neuerdings  zu  Cha- 
tillon  bei  Delemont  bezeichnende  Fossilreste  wie  Amnionitis  DeJmontanus, 
Christoli  und  cordatus  auffand.  Gegen  unten  werden  die  Schichten  noch 
thoniger,  Ammonites  cordatus  verschwindet  allmäblig  und  es  stellt  sich  die 
artenreiche  in  verkiesten  Exemplaren  erhaltene  Fauna  der  tieferen  Oxford- 
Thone  mit  Ammonites  Lamberti  und  Mariae  ein. 

Aus  der  geringen  Mächtigkeit  des  Durchschnittes  bis  zu  der  Region,  in 
welcher  Cidaris  florigemma  zum  ersten  Male  auftritt,  könnte  die  Wahrschein- 
lichkeit hervorgehen,  dass  in  diesen  Districten  Cidaris  florigemma  zu  einer 
Zeit  erschien,  in  welcher  sich  in  andern  Gegenden  die  obern  kalkigen 
Niederschläge  der  Impressa-Thone  absetzten.  Die  Parallele  zwischen  unteren 
Diceras-Kalken  und  bimaramatus-Schichten  wäre  eine  weitere  Folgerung, 


')  Opp.  lRr>7.    Juraformation  pag.  678—679. 


Digitized  by  Google 


(44) 


248 


welcher  ich  jedoch  auf  der  Tabelle  keinen  bestimmteren  Ausdruck  geben  zu 
dürfen  glaubte,  da  weitere  Beweisgründe  nicht  existiren. 

Für  den  Canton  Nencliätcl  lässt  sich  das  Vorkommen  von  Spongiten  in 
der  Zone  des  Ammonites  transversarius  aus  den  schon  erwähnten  Schriften 
von  Desor,  Gressly  und  Waagen  ersehen.  Die  Lage  soll  bei  la  Chaux- 
de-Fonds  und  im  Val  Travers  boi  Noiraigue  zahlreiche  Fossilreste 
einschliessen ,  unter  welchen  H.  Dr.  Waagen  sehr  bezeichnende  Leit- 
muscheln erkannte ')  und  in  eine  Liste  zusammenstellte,  in  der  neben  einigen 
Cephalopoden  und  Conchiferen  die  Reste  von  Brachiopoden ,  Radiaten  und 
Spongiten  besonders  vorwalten. 

Bei  Locle  wurde  die  Schicht  von  U.  Jaccard  entdeckt.  Sie  liegt 
hier  über  der  Zone  des  Amin,  cordatus,  welch  letztere  entweder  in  der 
Form  von  Eisenerzen  mit  der  Region  des  Amm.  Lamberti  eng  verschmolzen 
(Entre-deux-monts  bei  Locle)  als  wenig  mächtige  Schicht  zu  Tage  tritt, 
oder  sich  von  dieser  durch  ihre  thonige  Beschaffenheit  noch  besonders  ab- 
scheidet (Col-des-roohes  bei  Locle)  und  dann  die  Fossile  in  verkiestem 
Zustand  einschliesst. 

Die  Zone  des  Amm.  transt'ersarit4S  steht  erst  darüber  au  als  versteiner- 
ungsreicher Mergelkalk,  aus  welchem  H.  Jaccard  in  Locle  folgende  Arten 
in  seiner  Sammlung  bewahrt. 

Serpula. 

Bei.  testatus  Blainv. 
Ammonites  Arolicns  Opp. 
Ammonites  canalicuhtus  Buch. 
Ammonites  subclausus  Opp. 
Ammonites  alternans  Buch. 
Ammonites  crenatus  Brug. 
Ammonites  caJlicerus  Opp. 
Ammonites  Anar  Opp. 
Ammonites  Oegir  Opp. 
Ammonites  transversarius  Quenst. 
Ammonites  plicatilis  Sow. 
Lima  sp.  div. 
Nucula  sp. 
Leda  sp. 

Terebratüta  ef.  bisuffareinata  Sch. 
Terebratula  Birmensdorfensis  Escher. 

«)  Waagen  i$C4:  Der  Jura  in  Franken,  Schwalon  und  der  Schweiz  pa;?.  149. 


Digitized  by  Google 


240 


(46) 


Terebratula  Kurri  Opp. 
Cid.  ßlograua  Agass. 
Cid.  propiuqm  Mnst. 
Cid.  coronata  Gdf. 
Magnosia  decorata  Agass. 
Pentacr.  subteres  Gdf. 
Euycniacr.  cariophyllatus  Gdf. 
Sponyiten. 

Arm  an  Versteinerungen,  dagegen  um  so  mächtiger  erheben  sich  die 
nächst  jüngeren  Formationsglicder.  Sie  bilden  einen  Ucbergang  von  Im- 
pressa-Thonen  zu  Pholadomyen-Schichten  mit  zahlreichen  Myacitcn  und 
Östren  yiyphacata.  Erst  60—80  Meter  über  der  Zone  des  Amm.  transrer- 
sarius  beginnt  das  Terrain  a  chailles  mit  Cid.  floriyemma  und  zahlreichen 
anderen  in  der  Sammlung  des  Hrn.  Jaccard  aufbewahrten  Fossilresten. 

Canton  Vaild.  Aehnlich  wie  bei  Locle  mögen  sich  auch  die  Ver- 
hältnisse der  Oxford-Gruppe,  bei  St  Croix  gestalten.  Zwar  fehlen  noch 
eingehendere  Untersuchungen  der  einzelnen  Glieder,  doch  oxistiren  wenig- 
stens paläontologische  Anhaltspunkte  über  die  hier  in  Frage  kommende 
Schicht.  Dieselbe  ist  in  mancher  Beziehung  besonders  günstig  ausgestattet 
und  liefert  manches  ausgezeichnete  Stück,  auch  scheint  hier  Amin,  transver- 
sarius  häufiger  gefunden  zu  werden  als  irgendwo. 

Im  Naturalienkabinet  zu  Lausanne,  in  der  Sammlung  des  H.  Favre 
in  Genf,  sowie  in  anderen  Museen  der  Schweiz  werden  folgende,  der  Zone 
des  Amm.  transversarius  von  St.  Croix  entstammende  Arten  aufbewahrt: 

Belemnites  luistatus  Blainv. 

Ammonites  Arolictts  Opp. 

Ammonites  subclausns  Opp. 

Ammonites  catlicertis  Opp. 

Ammonites  canaliculatus  Buch. 

Anmtonites  crenatus  Brug. 

Ammonites  tenuiserratns  Opp. 

Ammonites  Oeyir  Opp. 

Ammonites  transversarius  Quenst. 

Ammonites  plicatilis  Sow. 

Ferna  sp. 

Pholadom.  sp. 

Goniomya  8p. 

Sponyiten. 


Digitized  by  Google 


(46) 


250 


Tirol,  Alpengebirge  von  Bayern  und  der  Schwell.  Die  von  GümbeP) 
besonders  für  Liaa-Schichten  festgestellte  Thatsache,  dass  in  dem  Gebiete 
der  bayerischen  und  österreichischen  Alpen  gefärbte  Marmorgesteine  und 
Grinoideenkalke  in  mehreren  zum  Theil  von  einander  getrennten  Horizonten 
auftreten,  bestättigt  sich  nicht  allein  vielfach  durch  neuere  Beobachtungen, 
sondern  gewinnt  überhaupt  für  die  Untersuchung  dieses  schwierig  zu  erfor- 
schenden Terrains  immer  mehr  Bedeutung.  Es  ist  die*  vor  Allem  bei  den 
Schichten  des  obern  Jura  der  Fall,  da  es  hier  stets  die  Marmorgesteine 
waren,  in  welchen  dio  bezeichnenden  Fossilresto  in  grösserer  Menge  und 
guter  Erhaltung  eingeschlossen  gefunden  wurden,  während  die  sie  vertretenden 
Schiefer,  einförmig  durch  ihre  wenigen  paläontologischen  Merkmale,  kaum 
geeignet  erscheinen,  eine  speciellere  Gliederung  durchzuführen. 

Es  ist  demnach  zunächst  zu  erwarten,  durch  Erforschung  der  versteiner- 
ungsreichen Jura-Marmore  und  Crinoidecn-Kalke  Aufschlüsse  über  das  Vor- 
handensein und  die  Verbreitung  paläontologisch  bestimmbarer  Zonen  in  den 
obern  Jura-Bildungen  unserer  Alpen  zu  erhalten. 

Die  Beobachtungen  der  letzten  Jahre  haben  denn  auch  in  dieser  Hin- 
sicht viele  Beiträge  hiefür  geliefert.  Es  erwies  sich  das  Brachiopodengestein 
dos  Vilser  Kalkes  immer  mehr  als  ein  weit  verbreiteter,  an  zahlreichen  Tunkten 
unserer  Alpen  wiedererscheinender  geognostischer  Horizont').  Noch  grösser 


')  Gümbel  1861:  Geognostische  Beschreibung  des  bayerischen  Alpcngebirges  pag.  434. 

*)  Die  Zahl  der  Stellen,  an  welchen  die  Vilser  Kalke  aufgefunden  wurden,  ver- 
mehrte sich  in  den  letzten  Jahren  noch  weiter.  Einer  der  ausgezeichnetsten  Punkte,  an 
welchem  heller,  nur  wenig  geschichteter  Kalkstein  mit  den  charakteristischen  Versteine- 
rungen des  Vilser  Kalkes  zu  Tage  ansteht,  liegt  eine  Stunde  nördlich  von  Reichen- 
hall (bayerische  Alpen).  Ich  sammelte  hier  aus  dem  anstehenden  Fels,  auf  welchem  das 
Försterhaus  ßtaufeneck  gebaut  ist,  folgende  Arten:  Lima  spec.  indet.,  Pecten  spec. 
indet.,  Terebratula  Schcnki  Winkl.,  Terebratula  antipUcta  Buch-,  Terebratula  pala  Buch., 
Terebratula  Teissenbergensis  Winkl.,  Terebratula  bifrotu  Opp.,  Terebratula  spec.  indet., 
llhynchonella  trigona  Quenst.,  Rhynehonella  Vilsensi*  Opp..  Obschon  die  Ausdehnung  der 
jurassischen  Schichten  bei  Staufen  eck  gering  ist,  so  trifft  man  die  Andeutungen  dieser 
Ablagerung  dennoch  auch  in  grösserer  Entfernung  von  dem  genannten  Punkte.  Einzelne 
Rollsteine,  welche  aus  den  in  jener  Gegend  an  vielen  ßtellen  entblösstcn  Geschiebmassen 
hervorwittern  und  sich  an  ihrer  lichten  Farbe  und  kalkigen  Beschaffenheit  erkennen  lassen, 
verrathen  durch  ihre  häufigen  Einschlösse  von  Vilser  Terebrateln  und  Rhyncho- 
nellen  ihre  gleichseitige  Entstehung  mit  dem  Gestein,  aus  welchem  die  Felswände  von 
Scbloss  8taufeneck  gebildet  sind.  Auch  der  von  Dr.  Winkler  in  Leonhard  und  Geinitz 
Jahrbuch  1863  pag.  809  beschriebene  Brach  iopoden-KaJkstein  von  Teisendorf  besitzt 
eine  übereinstimmende  Beschaffenheit.  Diese  und  andere  Kalkgesteine,  welche  an  dem 
Nordrusse  unserer  Alpen  aus  jüngeren  Schichten  gegraben  wurden,  erinnern  durch  ihr 
Vorkommen  auffallend  an  die  exotischen  Blöcke  von  Tesehen  in  Schlesien,  welche 


Digitized  by  GooqIc 


251 


(47) 


zeigte  sich  die  horizontale  Aundohnung  des  Diphya-Kalkcs.  Ohne  auf  die 
ganzo  Verbreitung  dieses  merkwürdigen  Schichtengliedes  einzugehen,  fuge 


bei  dem  Werth  des  Kalkes  für  die  Eisenproduction  jener  Gegend  sorgfaltig  auagebeutet 
und  gewöhnlich  vollständig  aus  ihrem  Lager  herausgenommen  werden.  Hohonegger 
erwähnt,  da«  die  dortigen  exotischen  Jura-Blöcke  in  verschiedenen  Horizonten  auftreten 
und  sowohl  in  tertiären  ah  in  Kreide  -  Schichten  (Xeocom,  Oault)  gefunden  werden. 
Hohenegg  er  ISfil,  die  geogn.  Verhältnisse  der  Kordkarpathen  pag.  lö.  Vergl.  ferner: 
Hachmann,  lieber  petrefaktenreiche  exotische  Jurablöcke  im  Flysch  des  Sihlthalg  und  • 
Toggenburgs  1WJ2. 

Während  ich  beim  Begehen  der  am  Nordfusse  des  Staufengebirges  gelegenen  Lokalität 
durch  die  Oümbel'sche  Karte  ron  Bayern  geleitet  wurde,  auf  welcher  nördlich  ton 
Reichenhall  ein  schmaler,  gegen  Schloss Staufeneok  herabziehender  Jurafleck  mit  blauer 
Schraffirung  eingezeichnet  ist,  fand  ich  kurz  nachher  Gelegenheit,  in  Gesellschaft  Bergrath 
Gümbel's  das  Auftreten  von  Vilser  Kalk  an  einer  andern  Stelle  untersuchen  zu  können. 
Eine  gemefhsam  im  Frühjahr  1  St»4  in  die  Vorberge  südlich  vom  Chiemsee  unternommene 
Excursion  führte  uns  unter  andern  Touren  auch, in  die  Gräben  von  Staudach,  woselbst 
sich  der  oberjurassische  Marmor  an  mehreren  Stellen  unserer  Beobachtung  darbot.  Beson- 
deres Interesse  gewährten  die  zu  beiden  Seiten  des  Mühlbaches  aufgeschlossenen  Profile. 
Der  Weg  durchschneidet  verschiedene  liasische  Schichten,  und  fuhrt  zuletzt  zu  einer 
höchst  eigentümlichen  bornsteinreichen  Lage,  deren  verwitterte  Brocken  dem  Auge  nicht 
leicht  entgehen.  Etwas  weiter  nach  aufwärts  bezeichnet  eine  aus  Baumstämmen  zusammen- 
gelegte Brücke  den  Ort,  an  welchem  die  Brachiopodenschichten  des  Vilser  Kalkes  anstehen. 
Dieselben  treten  als  fleischroth  gefärbte  Kalklage  an  dem  schrägen  Rand  des  Weges  her- 
vor, um  sich  von  hier  weiter  gegen  Südwesten  fortzusetzen.  Sie  durchschneiden  hier  den 
kleinen  Waldbach,  welcher  auf  dem  topographischen  Kartenblatt  Beichenhall  die  Bezeich- 
nung Kreuzgraben  trägt.  Der  daneben  führende  Weg  ist  nicht  angegeben.  Wir  sam- 
melten hier  mehrere  charakteristische  Versteinerungen ,  welche  den  rothen  Kalk  des 
Kreuzgrabens  bei  Staudach  (Bayern)  als  Bruchiopoden-Scluchten  der  Kelloway-Gruppe 
entsprechend  dem  weissen  Vilser  Kalke  erkennen  Hessen.  Es  konnten  folgende  Arten 
bestimmt  werden:  Bclemnitea  spec  itvlet.,  Terebratula  antiplecta  Buch.,  Terebratula 
Schenki  Winkl.,  Terebratula  Teissenbergemis  Winkl.,  Terebratula  bifrons  Opp.,  Hhyttclto- 
nella  trigona  Quenst. ,  lihynchonella  Vilsensi*  Opp. ,  Crinoideen-QlieAer.  An  vereinzelten 
Stellen  geht  die  fleischrothe  Farbe  im  Innern  des  Gesteins  sogar  ins  dunkelblaue  Uber, 
häutiger  wird  sie  jedoch  lichter,  indem  sich  manche  der  höhern  und  tiefern  Plattenlagen 
hellgrau  färben.  Die  Bänke  fallen  bei  h  5,7  Str.  unter  79°  nach  Süden  ein  und  bilden 
einen  wohlgeschichteten  Durchschnitt  von  mindestens  30  Fussen,  ohne  sieb  jedoeh 
an  ihrer  obern  Grenze  von  den  darflberfolgenden  Aptychen-8chiefern  durch  irgend  ein 
ausgeprägtes  Merkmal  abzusondern.  Thonige  Schichten  der  Kreideformation,  welche  wegen 
ihrer  Versteinerungen  eine  detaillirtere  Untersuchung  verdienen  würden,  stehen  etwas 
weiter  oben  im  Bache  an.  Gegen  Nordosten  verschwindet  die  Vilser-Knlkschicht  unter 
dem  Boden  des  Waldes,  dennoch  dürfte  es  sich  aber  durch  genauere  Messungen  feststellen 
lassen,  ob  in  ihre  Verlängerung  eine  der  weiter  östlich  beobachteten  Marmor -artigen 
Kalkablagerungen  zu  fallen  kommt.  Jedenfalls  gewinnen  die  schon  früher  von  Emmrich 
gegebenen  Nachweise  über  das  Vorkommen  von  Terebratula  antiplecta  und  Rhynchonella 
concinna  in  einer  Kalkstein -Breccie  der  Bayrer  Alp  durch  die  Erfunde  am  Kreuzgraben 


17 


(48) 


ich  hier  nur  bei,  dass  demselben  nunmehr  nueh  in  unseren  nördlichen  Alpen 
seine  Stelle  eingeräumt  werden  darf,  nachdem  lcrzterzeit  Terebratula  diphya 
von  II.  Dr.  Stelzner  im  jurassischen  Kalke  zu  Losensteiii  gesammelt 
wurde  und  nachdem  es  gleichzeitig  auch  in  d»m  bayerischen  Gebirge  ge- 
lungen ist,  die  charakteristische  Terobratel  mit  zahlreichen  andern  Arten  des 
Diphycn-Kalkes  in  dem  Haselberger  Marmor  bei  Ruhpolding 
aufzufinden 


erneutem  Interesse  Vergl.  E  mm  rieh  Geognost.  Beobachtungen  pog.  11.  Separatubdruek. 
Juhrb.  der  geol.  Reichsanstalt  7.  Jänner  1S:»3. 

Noch  Ton  andern  Punkten  des  bayerischen  Gebirges  wurde  in  letzter  Zeit  das  Vor- 
kommen des  Vilser  Kalkes  festgestellt.  Herr  Professor  Schuthüutl  füiirt  in  der  Lcthäa 
Südbayerns  pag.  -112  verschiedene  Rruchiopoden  aus  den  graulieb  weissen  Kalken  des 
zwischen  den  Stationen  Rosen  he  im  und  Kufstein  gelegenen  4118  par.  Fuss  hohen 
Biedenkopfes  an.  Terebratula  Schenkt  Winkl.,  Terebratula  bifrons  Opp.  und  IthynclioneUa 
myriacantha  Dcsl.  Hessen  sich  unter  diesen  Vorkommnissen  erkennen.  Auch  die  in  der 
Lethfta  tab.  G.">  f.  Fig.  16  aus  dem  rothen  Kalke  von  Hohenschwangau  abgebildete,  zu 
letzterer  Art  gehörige  ßpecies,  kann  als  charakteristische  Leitmuschol  zur  Bestimmung  des 
dortigen  Marmorkalkes  und  dessen  Gleichstellung  mit  dem  weissen  Vilser  Kalke  hinlciten. 

')  Ich  sammelte  im  Sommer  des  verflossenen  Jahres  in  dem  s.  g.  Haselberger 
Marmor  der  Umgebungen  von  Ruhpolding,  südlich  von  Traunstein,  folgende  Arten: 
Sphenodus  spec.  indet.,  Bdemnites  semisulcatus  Münst.,  Belemnites  sjtec.  ituUt.,  Ammonites 
cf.  euylyptus  Opp.,  Ammonites  quinquecostatus  l'atullo,  Ammonites  hybotiotus  Opp.,  Am- 
monites cf.  latus  Opp.,  Ammonites  cf.  acanthicus  Opp.,  Ammonites  ptychoicus  Quenst., 
Ammonites  tortisulcatus  d'Orb.,  Ammonites  Ziynodianus  d*Orb.,  Ammonites  cf.  Achilles 
d'Orb.,  Aptychus  alpino-jurensis  Guemb.,  Aptychus  protensus  Guemb.,  Aptychus  lamellosus 
Guemb. ,  Aptychus  nov.  spec,  Aptychus  cf.  latus  Myr.,  Terebratula  diphya  Col.  von  der 
Form  der  Terebratula  diphoros  Zeuschn.  Heber  dem  Haselberger  Marmor  ändert  sich  die 
Farbe  des  Gesteines,  doch  gehören  bei  vollständigen  Profilen  die  nächst  höheren  Schichten 
noch  zur  Juraformution.  Es  sind  graue  Wetzsteinschiefer,  welche  den  rothen  Marmor  in 
einer  Mächtigkeit  von  40  Fussen  bedecken.  An  den  zahlreichen  Aptychen  von  der  ge- 
wöhnlichen jurassischen  Form  des  Aptychus  aljrinus  Guemb.  {Aptychus  striata -punctalus 
Emmr.)  und  des  Aptychus  protensus  Guemb.  lässt  sich  das  dünngeschichtete  Gestein  als 
muthmassliches  Aequivalent  der  bei  Hohenschwangau  und  Oberammergau  ausge- 
beuteten Aptychen -Schiefer  bestimmen.  Zugleich  erinnert  dasselbe  ungeachtet  seiner 
rauheren  Oberfläche  au  den  lithographischen  Schiefer  von  Solenhofen,  mit  dem  es  auch 
in  der  That  beinaho  da»  gleiche  Alter  besitzt. 

Im  untern Theile  des  Sulzermoosgrabens,  südwestlich  von  Ruhpolding,  steht  diese 
oberste  jurassische  Scbieferzone  über  dem  rothen  Jura-Marmor  deutlich 
an.  Etwas  höher  beginnen  die  untersten  Mergel  und  schieferigen  Thone  der  Neocom- 
Formation  mit  Ammonites  maciletUus,  einer  Species,  welche  nuch  den  mündlichen  Mit- 
theilungcn  Prof.  Hebert's  auch  in  den  provencal'schen  Alpen  stets  in  den  untersten 
Neocom-8chichten  vorkommt.  Abgesehen  von  einzelnen  Schwankungen  und  localen  Ab- 
weichungen scheinen  Jura-  und  Kreide -Schichten  hier  ziemlich  parallel  übereinander 
ju  liegen. 


Digitized  by  Google 


253 


"Wie  durch  den  Vilser  Kalk  die  Basis  der  Malmformntion  in  unsern 
Alpen  angedeutet  wird,  so  ergiebt  sich  durch  die  Unterscheidung  des  Hasel- 
bergcr  Marmors  und  durch  dessen  Bestimmung  als  Zone  der  Terefa-atitlu 
diphya  auch  die  Begrenzung  der  jurassischen  Schichten  gegen  oben.  Nur 
durch  eine  dünne  Schieferlage  von  der  Ncocom- Formation  goschieden,  be- 
stimmen sich  die  Diphya-Kalke  unserer  Alpen  sowohl  nach  Lagerungs- 
verhültnissen  als  nach  Fossilresten  als  eines  der  obersten  Glieder  des 
oberen  Jura').  Obschon  nun  hieraus  die  Folgerung  gezogen  werden 
könnte,  dass  die  Zone  des  Ammonitcs  transtrersarius  als  Glied  der  Oxford- 
Gruppe  ihren  Platz  in  dor  Mitte  zwischen  Vilser  Kalk  und  Ilaselberger 
Marmor  einzunehmen  hätte,  so  ist  es  doch  bisher  nicht  gelungen,  diese 
Horizonte  in  unsern  Alpen  an  einem  und  demselben  Durchschnitt  überein- 
ander anzutreffen,  da  die  geschichteten  Niederschläge  der  Aptychus-Schiefer 
oder  Hornstein  reichen  Kalke  durch  ihre  Armuth  an  Versteinerungen  die 
Unterscheidung  der  Zone  des  Ammonitcs  transversarius  bisher  ebensowenig 
gestatteten,  wie  die  ungeschichteten  massigen  Marmor-Gesteine.  Nur  eine  ein- 
zige Andeutung  für  das  Vorhandensein  wurde  bisher  gewonnen,  indem  die 
charakteristische  Species,  nach  welcher  der  Horizont  benannt  ist :  Ammonitcs 
transversarius  in  den  rothon  Kalken  des  Rottensteins  bei  Vils  (Tirol) 

An  einer  andern  Stelle,  am  Hochorbgraben  westlich  von  Buhpolding,  fehlte  da- 
gegen der  eben  beschriebene  oberste  jurassische  Aptychus-Schiefer  vollständig.  Ich  beob- 
achtete hierdas  unmittelbare  Zusammentreffen  von  Haselberger  Marmor  und 
mergeligen  Neocom-Schichten  mit  Ammonitcs  Astierianus.  Daboi  lies«  sich 
eine  ausgesprochene  Diacordanx  der  Schichten  an  der  Grenze  beider  Formationen  nicht 
verkennen. 

')  Die  überauä  wichtige  Parallele,  welche  zuerst  von  ßenocke  für  den  Diphyen-Ealk 
von  Südtyrol  gezogen  wurde,  erlangt  auch  für  die  übrigen  jurassischen  Diphyen-Kalke 
eine  grosse  Bedeutung.  Aus  den  pag.  233  u.  231  geraachten  Angaben  erhellt,  dass  auch  der 
Diphven-Kalk  oder  Klippenkalk  der  Umgegend  von  Neumarkt  in  Oalizien,  sowie  von 
Puchow  in  Ungarn  dem  obersten  Lager  des  Jura  entspricht.  Dasselbo  gilt  f(lr  den 
Diphyen-Kalk  des  bayerischen  Gebirges,  für  den  Calcaire  de  la  Porto  de  France 
und  fOr  andere  jurassische  Diphyen-Kalke.  Es  ist  nirgends  ein  Grund  vorhanden,  das 
Niveau  der  Terebr.  diphya  in  die  tiefere  Region  der  Oxford-  oder  Kelloway-Gruppe  herab 
zu  versetzen.  Die  Citate  des .4mm.  athleta  in  dem  Diphyen-Kalk  von  Südtyrol  erklären 
sich  durch  Verwechslungen,  zu  welchen  die  eigentümliche  Form  des  Amm.  Volanensis 
Veranlassung  gab.  Wir  dürfen  desshalb  annehmen,  dass  ein  Coral  rag  von  dem  Alter  des 
Corallien  von  Tonnere  unter  dem  Haselberger  Marmor  seinen  Platz  haben,  und 
in  den  Umgebungen  von  Grenoble  unter  dem  Calcaire  de  la  Porte  de  France 
liegen  würde,  womit  die  mehrfach  ausgesprochene  Annahme  hin  wegfallt,  als  h&tten  sich 
die  Wasser  des  Meeres  nach  Absatz  der  Oxford- Gruppe  aus  den  juras- 
sischen Distrikten  der  Dauphin6er  Alpen  zurückgezogen.  Vgl.  Lory:  De- 
sertion geologique  du  Dauphinö  1861  pag.  176  §  150. 

(4*)  M* 


Digitized  by  Google 


(50) 


254 


in  einem  gut  erhaltenen  Exemplare  gefunden  wurde,  welches  ziemlich  nahe 
mit  den  bei  Birmensdorf  vorkommenden  Stücken  übereinstimmt. 

Obschon  immerhin  noch  viele  sorgfältige  Untersuchungen  erforderlich 
sein  werden,  um  die  räthselhafte  Entstehungsweise  dieser  eigentümlichen 
Marmorgesteine  zu  definiren ,  so  ist  eine  Vertretung  der  Zone  des  Ammonites 
transversarius  in  den  Kalken  des  Rottensteins  uro  so  wahrscheinlicher,  als 
ausser  dem  genannten  Ammoniten  auch  noch  andere  Arten  der  Oxford- 
Gruppe  an  der  gleichen  Localität  aufgefunden  wurden. 

In  einem  Theile  der  Schweizer  Alpen  erscheint  eine  Sonderung  der 
Zonen  der  Oxford-Gruppe  um  so  leichter.  Ich  darf  sogar  die  Vermuthung 
aussprechen,  dass  sich  hier  die  Zonen  des  Ammonites  cordatus  und  des  Am- 
monites transversarius  in  Beziehung  auf  ihre  Bildungsweise  auf  da«  Engste 
an  ausseralpine  Verhältnisse  anschliessen. 

Dass  beide  Horizonte  in  den  Schweizer  Alpen  überhaupt  vorkommen 
und  zugleich  allgemein  bezeichnende  Leitmuscheln  enthalten,  ergiebt  sich 
schon  aus  den  Berichten  im  zweiten  Bande  des  inhaltsvollen  Werkes  von 
Studer  über  die  Geologie  der  Schweiz.  Die  späteren  Publicationen 
von  Ooster  in  den  Schweizer  Denkschriften  bestätigen  die  Studerschen 
Angaben  und  fügen  noch  manches  weitere  Thatsächliche  bei.  Ich  entnehme 
denselben  die  Angaben  über  das  Vorkommen  von  Ammonites  Lamberti, 
Mariae,  tortisidcatus,  perarmatus,  Edicardsianus,  canaHadatus  ?,  transversarius 
am  Er  zeck  in  den  Berner  Alpen,  von  Ammonites  Lamberti,  Christoliy 
tortisulcattis,  Brunneri,  Eugeni  an  der  Tannenalp  in  Unterwaiden,  von 
Ammonites  Babeanus,  tortisulcatus,  Eucharis,  Constanti,  plicaitiis,  perarmatus 
Eugeni  zu  Chatel  St  Denis  in  den  Freiburger  Alpen  u.  s.  w. 

Eine  paläontologische  Vertretung  der  3  untern  Zonen  der  Oxford-Gruppe 
lässt  sich  nach  Obigem  nicht  wohl  mehr  bezweifeln.  Dagegen  ist  der  isolirte 
Nachweis  einer  dieser  Zonen  erst  den  neuesten  Untersuchungen  des  streb- 
samen und  kenntnissreichen  Geologen  J.  Bachmann1)  zuzuschreiben,  indem 
derselbe  mehrere  für  das  Niveau  des  Amin,  transversarius  charakteristische 
Leitmuscheln  im  0  an  ton  Glarus  in  einem  gesonderten  Lager  antraf.  Neben 
einigen  nicht  genauer  bestimmbaren  Arten  fanden  sich  Belemnites  hastatus, 
Blainv.  und  Sauvanausus  <f  Ort,  Ammonites  Arolicns,  Gessneri,  calliccrus,  torti- 
sulcatus  in  dem  grauen,  schieferigen  und  knolligen  Kalkgestein,  welches  am 
Glärnisch  und  Schilt  (Glarus)  unmittelbar  unter  dem  mächtigen  Hoch- 
gebirgskalk  hinzieht.  Noch  von  andern  Stellen  der  Glarner  Alpen  wurden 
die  Aequivalente  der  Birmensdorfer-Schichten  von  n.  Bachmann  ange- 


M  Berner  Mitteilungen  November  1863  p»g.  14 X 


255 


(51) 


geben,  während  liier  die  tiefere  Kegion  des  Ammonites  cordatns  und  Lam- 
berti sich  der  Beobachtung  noch  nicht  darbot.  Dagegen  sollen  diese  Zonen 
in  den  Hochgebirgen  von  Untcrwalden,  Bern  und  Freiburg  eine  grosso 
Verbreitung  besitzen.  Nach  Bachmann  werden  dieselben  in  den  Berner 
Alpen  durch  schwarze  glänzende  Schiefer  gebildet,  deren  Fossilresto,  ver- 
gleichbar mit  den  Einschlüssen  der  „Marnee  oxfordiennes"  von  Chatillon  sich 
durch  ihren  verkiesten  Erhaltungszustand  auszeichnen.  Eine  Abtrennung  der 
höheren  Region  des  Ammonites  tranmersarius  ist  jedoch  in  diesem  Gebiete 
bisher  nicht  ausgeführt  worden. 

Haute  Saöne  und  Bonns- Departements.  Nach  den  von  Thirria«)  in 
den  Jahren  1830  und  1Ö33  veröffentlichten  Untersuchungen  zerlegt  sich  dio 
Oxford-Gruppe  im  Departement  der  Haute-Saöne  in  drei  Horizonte,  deren 
oberster  durch  Cidaris  ßorujemma  charakterisirt ,  unter  der  Bezeichnung 
„Terrain  ä  chailles*  seither  allgemeiner  bekannt  geworden  ist,  während 
der  unterste  durch  die  sogenannten  Oxford-Thone  gebildet  wird,  welche  sich 
ähnlich  wie  in  manchen  Gegenden  des  Schweizer  Jura  durch  zahlreiche 
verkieste  Reste  des  Ammonites  cordatns,  biarmatus  u.  s.  w.  auszeichnen. 

Die  mittlere  Parthic  der  dortigen  Oxford -Schichten  legt  sich  als  eine 
12  Meter*)  mächtige  Thonbildung  zwischen  dio  Zono  des  Cidaris  florigemtna 
und  diejenige  des  Ammonites  cordatns  hinein  und  deutet  hiedurch  wenigstens 
indirect  eine  Parallelstellung  mit  den  Horizonten  an,  welche  wir  unter  den 
Bezeichnungen  Zone  der  Tcrebratida  impressa  und  Zone  des  Ammonites 
transversarins  unterscheiden.  Diese  Annahme  entspricht  zugleich  der  Auf- 
fassung J.  MarcouV),  welcher  die  Abtheilung  an  Ort  und  Stelle  unter- 
suchte und  als  Couches  d'Argovie  ou  Argovicn  in  seine  Classification 
jurassischer  Schichten  einreihte. 

In  ähnlicher  Weise  lassen  sich  die  Aequivalente  der  Zonen  des  Am- 
monites transversarius  und  der  Tvrebratida  impressa  in  dem  Departement 
des  Doubs  bestimmen,  indem  wir  aus  der  Feststellung  einer  höhern  und 
einer  tiefern  Zone  auf  das  Alter  der  dazwischen  liegenden  Abtheilung 
schlicssen,  wozu  uns  dio  von  der  geologischen  Gesellschaft  von  Frankreich 
während  ihrer  ausserordentlichen  Versammlung   in  Besancon  gemachten 

')  Thirria  1830—1833:  Statist  .min.  et  g«'oI.  du  D£p.  de  la  Haute-Saöne,  Mem.  de 
la  Soc.  d'hist.  nat.  de  Strassb.  Bd.  I.  Notice  sur  le  terrain  jurass.  du  Dep.  de  la  Haute- 
Saöne  und  Carte  gfol.  du  Dep.  de  lti  Haute-Saöne,  Separatabdr.  pag.  18. 

*)  Nach  Thirria  würde  der  Durchschnitt  dieser  Abtheilung  18 Meter  betragen,  wovon 
jedoch  das  oberste  Drittheil  den  Beobachtungen  J.  Marcou's  zufolge  bereits  der  Zone 
des  Cidaris  florigemtna  entspricht. 

»)  J.  Marcou  18'»7— 18«0:  Lettre?  *ur  le-  Koches  du  Jura  pag.  148-154. 


Digitized  by  Google 


(52) 


256 


Beobachtungen  «lie  Grundlage  bieten1).  Auf  den  am  9.  und  12.  September 
16(10  ausgeführten  Excursionen  erkannte  die  Gesellschaft  in  den  Umgebungen 
von  Larnod  und  Merey-sous-Montrond  (J)oubs)  die  charakteristischen 
Stufen  der  Oxford-Gruppe  in  folgender  Ordnung: 

1)  Oberste  Lage:  Terrain  ä  chailles  mit  Cidaris  ßorigemma,  Phill., 
(ilyptkus  Imroyhjphkus  Agass.  und  anderen  bezeichnenden  Arten 
(Forges  de  Oouille  bei  Larnod). 

2)  Wechsel  dünner  kalkiger  Schichten  und  gelblich  grauer  Mergel  mit 
Auatimi  unduta  d'Orb. ,  Gteaslya  suhosa  Agass.,  Pholadomya  pclu- 
yica  Agass.,  dnyttlata  Agas».,  vardissoides  Agass.,  paucicosta  Rom., 
Uurinsndu  Agass.,  carinata  Goldf.,  umpla  Agass.,  cxaltatu  Agass., 
trupczina  Agass.,  Pa  ten  iimcquistriatus  Phill.,  Jibrosw  Sow.,  Ostrea 
ddututa  Desh.,  lihynehonella  Thurmunni  Voltz  (Merey-sous 
M  ontrond). 

3)  Graue  Mergel  mit  verkalkten  Fossilresten  (Merey-sous-Montrond). 

4)  Unterste  Lage:  Bläuliche  Mergel  (PThone)  mit  zahlreichen  ver- 
kiesten,  oder  in  Brauneisenstein  verwandelten  Versteinerungen  mit 
Ammouites  Jleurici  d'Orb.,  Arditcnmnsis  d'Orb.,  Renyyeri  Opp.,  Ma- 
nnt d'Orb.,  perarmatus  d'Orb.,  tortistdaUus  d'Orb.,  Goliathus  d'Orb., 
cordatus  Sow.,  Belcwnites  Ituxtatus  Blainv.,  Fentacnnus  OrlAgnyanus 
Opp.  und  andere  Arten,  welche  ich  nicht  namentlich  anführe 
(Merey-sous-Montrond). 

Lidern  hier  die  Abtheilungen  2  und  3  die  Stelle  des  Impressa-Thones 
und  der  Zone  des  Amin,  transvet'surius  einnehmen,  wäre  es  denkbar,  dass 
bei  gründlicherer  Ausbeute  der  fossilen  Reste  noch  die  genauem  Nachweise 
für  jeden  dieser  beiden  Horizonte  zu  erlangen  wären.  Aus  den  vorhandenen 
Angaben  lassen  sich  diese  nicht  ableiten,  wohl  aber  die  allgemeinen  Faciea- 
verhältnisse,  nach  welchen  sieh  die  mittlem  und  obem  Oxford-Schichten  in 
den  Umgebungen  von  Bosau  con  abgelagert  haben  und  welche  sich  den 
auf  der  Tabelle  pag.  227  veranschaulichten  Gruppen  6  und  9  anzuschliessen 
acheinen. 

Jura -Departement.  Von  besonderem  Werthe  war  mir  in  letzter  Zeit, 
bei  einem  Besuche  in  Salins  über  die  in  dem  eigentlichen  Marco u'schen 
Ai  govien  vorkommenden  Versteinerungen  durch  eigene  Anschauung  ein 
Urtheil  zu  erlangen.  Es  bot  sich  diese  Gelegenheit  bei  der  Besichtigung 
der  Gervais'schen  Sammlung,  zu  der  ich  durch  die  Vermittlung  meines 
Freundes  J.  Marco  u  Zutritt  erhielt.     Unter  dem  roichen  Inhalt  an  Fossil- 

•)  Bullet  Soc.  geol.  de  France  löai  Bd.  1?  pag.  «2,  S->3,  8  >7  und  N.*. 


Digitized  by  Google 


(53) 


Resten  de*  Jura-Departements  waren  auch  die  wichtigsten  Vorkommnisse 
der  Spongiten-Schichten  von  Andolor.,  Chappois  und  andern  Lokalitäten 
der  Umgebungen  von  Salins  vertreten,  welche  J.  Marcou  1846  *)  seiner 
Aargauer  Etage  (Argovien  Marc.)  zu  Grund  gelegt  hatte.  Die  Fauna 
zeichnet  sich  durch  eine  Menge  grosser  Exemplare  von  Schwammcorallen 
au»,  während  dio  übrigen  Einschlüsse  an  Echinodermen,  Brachiopoden  und 
Cephalopoden  hier  weniger  häufig  zu  sein  scheinen  als  am  Randen  und  im 
Aargauer  Jura.  Doch  konnte  ich  mehrere  charakteristische  Cephalopoden- 
Species  bestimmen,  wie  Annnonitcs  Arolicns,  canaliculatus,  altcmans,  Oe(jh\ 
plicaiilis,  3Iitrti'Ui ,  aus  deren  Vorkommen  sich  die  Gleichstellung  der 
spongitenreichen  Schichten  des  Arjrovicn  Marc,  mit  der  Zone 
des  Ammonitcs  transversarius  ohne  Bedenken  folgern  lässt. 

Die  tieferen  Oxford-Thone,  welche  in  den  Umgebungen  von  Salins 
verkieste  Fossilreste  aus  den  Schichten  der  Ammonites  cordatus  und  Lamberti 
etnschliessen ,  lassen  sich  den  Beobachtungen  J.  Marcou's  zufolge  in  zwei 
paläontologisch  unterscheidbare  Horizonte  absondern,  deren  oberer  sich  bei 
Arc-sous-  Monte  not  durch  die  charakteristischen  Exemplare  der  Ammo- 
nitcs Emharis,  scaphoides  und  cordatus  auszeichnet,  während  hior  wie  bei 
Andelot  an  der  Basis  der  15  Meter  machtigen  Thone  Ammonitcs  Lamberti 
und  Amm.  tortisttkaius  verbreitet  sein  sollen.  Zahlreiche  andore  Arten 
scheinen  auch  hier  beiden  Zonen  gemeinsam  anzugehören. 

Die  über  den  Spongiten- reichen  Lagen  folgenden  Mergel  und  Kalke 
entsprechen  vermuthlich  unserem  Impressa  -  Thone.  Ihre  Mächtigkeit  ist 
jedoch  gering,  denn  es  beginnen  den  Mittheilungen  J.  Marcou's  zufolge 
25  —  30  Fuss  über  der  Zone  des  Ammonites  transversarius  bereits  die  fossil- 
reichen Schichten  der  Conillcn-Oolithes,  in  welchen  Cidaris  florigctnma  und 
Hcmkidaris  crcnuJaris  liegt. 

Andere  Stellen  des  Departements  hat  Etallon  einem  genaueren  Stu- 
dium unterworfen,  und  es  ist  namentlich  St.  Claude  (Jura),  auf  das  wir 
hier  die  Aufmerksamkeit  lenkon  möchten. 

In  einer  Beschreibung  der  geologischen  Verhältnisse  dieser  Lokalität2) 
wurden  von  demselben  viele  paläontologische  Beiträge  niedergelegt,  welche 
die  Kenntnis«  der  in  der  Zone  des  Amm.  trawcrsariifs  ausgesprochenen 
Fauna  wesentlich  vermehren.  Zugleich  erhob  Etallon  diesen  Horizont  zu 
einer  besondern  Etage,  welcher  er  den  Namen  Spongitien  beilegte, 


M  J.  Mtircou  1SIG:  Reclicrelics  sur  le  Jurn  salinois. 

*)  Ktallon  t8T»7:  KsquUse  d'unc  De«ription  geologique  du  Haut-Jura.  8cparatabdr. 
aus  d.  Socict.  iraper.  d'agriculturc  do  Lyon  IT  Juli  18f>7. 


Digitized  by  Google 


258 


während  er  don  früheren  Marcou'schen  Bestimmungen  entgegen  die  Be- 
zeichnung Argovion  auf  diejenigen  höheren  Niederschläge  beschränkte, 
welche  das  ungefähre  Acquiyalcnt  unserer  Impressa-Thone  bilden.  In 
Beziehung  auf  die  tieferen  Lagen  der  Oxford-Gruppe,  äussert  Etallon  die 
Ansicht,  dass  dieselben  die  Spongitensehichten  bisweilen  vertreten1),  und 
dass  letztere  gewöhnlich  auf  Callorien  ruhen. 

Es  ist  nicht  ermittelt,  ob  hier  die  angeblichen  Kelloway  -  Schichten 
Etallon's  nicht  ähnlich  den  Eisenerzen  des  Aargauer  Jura's  zugleich  die 
unteren  Glieder  der  Oxfordgruppe  mit  Amm.  cordatus  und  biarmatus  reprä- 
sentiren.  Wäre  letzteres  der  Fall,  so  würde  das  Aequivalent  der  Oxford- 
Thone  durch  die  Eisenerze  gebildet,  über  wolchen  dann  die  Spongitenkalke 
aus  der  Zone  des  Amm.  transvcrsarius  ganz  regelrecht  folgen  würden. 
Unter  Berichtigung  einiger  Benennungen')  führe  ich  in  der  Liste  die  be- 
zeichnenderen Arten  an,  welche  von  Etallon'  aus  dem  Spongitien  von 
8t.  Claude  erwähnt  werden,  ohne  hier  dessen  ganze  Reihe  der  vorkom- 
menden Fossilreste  wiederzugeben: 

Pühonoton  qttadratum  Etall. 

Pithonoton  gibboswn  Etall. 

Belenm.  Argovianus  Meyer. 

Ammonitcs  Chapuisi  Opp. 

Ammonites  altemans  Buch. 

Ammonitcs  canalictdatus  Buch. 

Ammonitcs  crenatus  Brug. 

Ammonitcs  tortisulcatus  d'Orb. 

Ammonitcs  transvcrsarius  Quenst. 

Pectcn  subpmctatus  Gdf. 

Ostrea  Blandina  d'Orb. 

lAnguta  Ox/ordiana  d'Orb. 

Megerka  pectunctdtis  Schi.  sp. 

Conodictyum  truncatum  Etall. 

Cidaris  ßlograna  Agass. 

Comatula  Claudiana  Etall. 

Eugeniacr.  cariophyllatus  Gdf. 

Etigeniacr.  coromtus  Quenst. 

Eugeniacr.  compressus  Gdf. 

Eugeniacr.  nutans  Gdf. 


')  Etallon  18G0:  Pul6ontostatique  du  Jura.  Separatabdr.  pag.  ?.  Societc  imp6r. 
<1  agriculture  de  Lyon  20  Juli  1860- 

•)  Bei.  Argovianus,  Amm.  Chapuisi  statt  Bei.  Sauvanausus,  Amm.  Acropus. 


259 


(55) 


Pentacr.  subteres  Gdf. 

Pentacr.  cinyidatus  Gdf. 

29  verschiedene  Arten  von  Spongitun. 

Ain-  und  ausseralpiner  Theil  des  IsereDlpartenieiits.  Die  Geologie  der 
Scbweiz  von  Studer1)  enthält  in  ihrem  zweiten  Bande  beachtcnswcrthe  Bestim- 
mungen der  jurassischen  Ablagerungen,  welche  in  den  unmittelbaren  Umgeb- 
ungen von  Nantua  (Ain)  an  einem  nördlich  von  diesem  Städtchen  gelegenen 
Durchschnitte  entblösst  sind.  Ueber  cisenoolithischen  Schichten  liegen  ungefähr 
auf  halber  Höhe  des  Berges  eigentliche  Oxford-Thone,  ausgezeichnet  durch 
eine  unglaubliche  Menge  kleiner  verkiester  Ammoniten,  Belemniten  und 
Pentacriniten.  Es  sind  dies  die  Schichten,  aus  welchen  d'Orbigny  im 
ersten  Theile  des  Prodrome's  Amin,  cordatus,  Arduennensis,  perartnatus,  pli- 
catilis  und  andere  Arten  anführt.  Unmittelbar  darüber  folgen  12—20  Meter 
graue  Mergelschichten  mit  zahlreichen  verkalkten  Versteinerungen.  Studer 
erwähnt  Amm.  plicatilis,  canalicidatus ,  Tcrebrattda  ittsignis  nebst  violon 
Scyphien  aus  dem  unteren  Theile,  während  grosse  Pholadomyen  in  den 
höheren  Lagen  vorherrschen  sollen.  Die  oberste  rings  herum  mauorartig 
abgestürzte  Docke  des  Berges  wird  durch  weissen  Korallenkalk  gebildet, 
welcher  sich  dem  äussern  Rande  des  Gebirges  zu  mit  den  jüngsten  Gliedern 
der  Juraformation  bedeckt. 

Bisher  wurde  nicht  ermittelt,  welchen  Zonen  die  mächtigen  Corallen- 
kalke  von  Nantua  und  besonders  die  versteinerungsreichen  Diceraten- 
Schichten  von  Oyonnax  entsprechen.  Man  theilte  diese  Ablagerung  dem 
Corallien  zu  und  es  bedürfen  die  von  d'Orbigny*)  daraus  beschriebenen 
Versteinerungen  noch  einer  Altersbestimmung.  Dagegen  ist  alle  Wahrschein- 
lichkeit vorhanden,  dass  die  von  Studer  aufgefundenen  Mergel  mit  Spon- 
giten,  mit  Amm.  plicatilis,  catialictdatus  u.  s.  w.,  hier  die  Zone  des  Amm. 
transversarius  darstellen.  Das  Auftreten  von  Amm.  cordalus  in  den  unmit- 
telbar darunter  liegenden  Oxford-Thonen  bekräftigt  diese  Annahme. 

Noch  directere  Belege  für  die  Verbreitung  der  Zone  des  Amin.  trans~ 
versarius  im  Ain-Departement  ergeben  sich  aus  den  von  E.  Dumortier 
bei  Tenay3)  gesammelten  Versteinerungen.  Zahlreiche  Exemplare  der  Er- 
haltung und  Gesteinsbeschaffenheit  nach  mit  den  Fossilresten  von  Streit- 
berg oder  der  Lochen  übereinstimmend  lagen  hier  an  einer  neben  der 

>)  8tuder  1853:  Geologie  der  8chweia  II,  pag.  :Hm»,  ;j<U. 
*)  Pal.  franc.  Terr.  jurass.  Bd.  II. 

■>)  Tenay:  Station  zwischen  Genf  und  Lyon.  Die  Stelle  soll  sich  nach  Aussage  E. 
Dumortieri  auf  dem  Wege  nach  Chaley  am  linken  Abhang  der  Bahnlinie  befinden. 


Digitized  by  Google 


(r>t;>  260 


Bahnlinie  aufgedeckten  Mergclschicht  ausgewittert.  Aus  der  Untersuchung 
der  in  der  Duniortier'scben  Sammlung  befindlichen  Stücke  geht  jedoch  hervor, 
duss  die  Spougitenbank  von  Tonay  (Ain)  der  Zone  des  Amin,  inms- 
rersarins  augehört,  indem  sich  unter  deren  Einschlüssen  folgende  Arten  be- 
stimmen Hessen : 

Antmoiiitcs  Arolicus  Opp. 
Amnionitis  subdimsua  Opp. 
Amman  ites  alUrnans  Buch. 
Amnionitis  Clutpnisi  Opp. 
Ammonitcs  transwrsarius  Quellst. 
l'ectm  subpttnctatiis  Goldf. 
Ostrea  Blandina  d'Orb. 
Tcnbrattda  pectuucidua  Schloth. 
Conodictyum  striatum  Goldf. 
Cidaris  ßlograua  Agass. 
Euyeniauinus  curyophyllalus  Gdf. 
Pentacrinus  subhres  Gdf. 
Spongiten. 

Von  Oxfordthonen  unterlagert,  behält  die  Zone  auch  weiter  gegen  Süden 
ihre  bisherige  Fauna  bei,  leicht  erkennbar  an  den  zahlreichen  Spongiten  und 
den  verkalkten  Cephalopodenresten,  welche  sich  schon  durch  ihr  Aussehen 
von  den  Kieskernen  der  tiefern  Cordatus-Schichten  unterscheiden.  Die  am 
häutigsten  erwähnte  im  südlichsten  Ausläufer  des  eigentlichen  Jura-Gebirges 
befindliche  Lokalität  Trept  (Isere),  welche  schon  vor  Jahren  von  V.  Thiol- 
liere  ausgebeutet  wurde,  lieferte  eine  Menge  bezeichnender  Arten.  Obgleich 
diese  Vorkommnisse  in  der  Literatur  schon  öfters  erwähnt  wurden'),  so  füge 
ich  hier  doch  einige  neuere  Bestimmungen  bei,  welche  ich  im  verflossenen 
Jahre  in  der  nunmehr  dem  öffentlichen  Museum  zu  Lyon  gehörigen  Thiol- 
lier'schen  Sammlung  inachte.  Ich  erkannte  hier  folgende  Arten,  welche  die 
Einreihung  der  Spongitenschichten  von  Trept  (Isere)  in  die  Zone 
des  Amm.  transversarius  gestatten: 


')  Albin  Gra9  lS>2:  Catalogue  des  corps  orgnnis6s  fossil«  pag.  20,  21.  Es  werden 
in  dieser  Schrift  folgende  meist  nach  der  Thiollie re 'sehen  Sammlung  bestimmte  Arten 
von  Trept  erwähnt:  Amm.  hedinus,  Backcriae,  turtisulcattui,  plicatiti«,  canaliculalns, 
(nulatu.s,  Hemitlu'ris  senticom,  Hhynchonella  lacunosa,  Terebratula  tnsigni«.  Verg!.  ferner 
Albin  Oras  18-13 :  Deser.  des  oursins  foss.  du  Dep.  de  Hsere  pag.  79.  d'Archiac 
Histoiro  des  progres  de  la  geologic  VI,  pag.  (ii.»2.  Oppel  18">7:  Juraformation  pag.  GS.». 
Lo ry  1>S(I0:  Deseript.  geol.  du  Dauphin*  pag.  :}('., 


Digitized  by  Google 


261 


(57) 


Belcmnitcs  hastatus  Blainv. 
Belcmnites  unkanaliatlatus  Ziot. 
Belcmnites  Argovianus  Mayr. 
Ammonites  Arolicus  Opp. 
Ammomtcs  mthclattsus  Opp. 
Ammonites  cunaliculutw  Buch. 
Ammonites  hispidns  Opp. 
Ammonites  callicertts  Opp. 
Ammonites  scmiplamts  Opp. 
Ammonites  Buchianus  Opp. 
Ammonites  tortisulcatus  d'Orb. 
Ammonites  Oeyir  Opp. 
Ammonites  tratisversarius  Quenst. 
Ammonites  plicatilis  Sow. 
Pecten  subpundatas  Ooldf. 
Mcgerlea  pedunculns  Schi. 
Bhynchondla  Arolica  Opp. 
Cidaris  ßlograna  Agass. 
Pentacrinus  subteres  Ooldf. 
Zahlreiche  Spongiten. 

Ardeehe -Departement.  Ueber  die  Verhältnisse,  unter  welchen  die  Zone 
des  Amin,  transversarius  am  Berge  Crussol  bei  Valence  und  in  den 
Umgebungen  von  laVoulte  auftritt,  finden  sich  die  wesentlichsten  Angaben 
bereits  in  meinen  paläontologischeu  Mittheilungen  veröffentlicht.  Hier  ver- 
mag ich  noch  die  Liste  der  Vorkommniese  einer  andern  gleichfalls  im  Ar- 
deche-Departement  gelegenen  Lokalität  hinzuzufügen.  H.  Eduard  Du- 
morti er  sammelte  zu  Yoyeuse  bei  Aubenas  (Ardeche)  in  einem  grauen 
mergeligen  Kalke  folgende  Species,  welche  das  Vorhandensein  der  Zone  des 
Amm.  transversarius  an  dem  genannten  Punkte  ausser  Zweifel  stellen: 

Bdemnites  Argovianus  Mayr. 

Ammomtcs  Arolicus  Opp. 

Ammonites  hphotus  Opp. 

Ammonites  Bachianus  Opp. 

Ammonites  callicerus  Opp. 

Ammonites  tortisulcatus  d'Orb. 

Ammonites  plicatilis  Sow. 

Vamluxe,  Yar  -  Departement.  Wie  im  Dop.  der  Ardeche  finden  wir 
auch  hier  die  Bildungen  dieses  Alters  an  alpinen  Typus  erinnernd,  ent- 


Digitized  by  Google 


(58) 


2G2 


wickelt.  Es  sind  namentlich  zwei  Lokalitaten  in  den  westlichen  Ausläufern 
des  zumVaucluse  Departement  gehörigen  Alpengebirges,  welche  häufig 
Arten  aus  der  Zone  des  Amtn.  transversarius  in  verschiedene  Sammlungen 
geliefert  haben:  Lafare  und  Grand  Montmirail  bei  Gigondas.  Ich 
kenne  von  diesen  Fundorten  folgende  Species: 

Asnmonites  Arolicus  Opp. 

Ammonites  trimarginatus  Opp. 

Ammonites  sttbclausus  Opp. 

Ammonites  Erato  d'Orb. 

Ammonites  tortisidcattts  d'Orb. 

Ammonites  transversarius  Quenst. 
welche  im  grauen  mergeligen  Kalk  erhalten  sind. 

Aochtc  Oxford-Thone  mit  Geoden  verhärteten  Steiumergels  bilden  bei 
Grand-Montmirail  die  Zone  des  Amm.  cordatus.  Dieselbe  ist  an  diesem 
Punkte  reich  an  Resten  von  Ccphalopodcn ,  und  ich  vermag  daraus  anzu- 
führen: 

Bd.  hastatus  Blainv. 
Ammonites  Henrici  d'Orb. 
Ammonites  cordatus  Sow. 
Ammonites  Babcunus  d'Orb. 
Ammonites  Eugeni  d'Orb. 
Ammonites  perarmatus  Sow. 
Ammonites'  Constanti  d'Orb. 
Ammonites  Lamberti  Sow. 
Bhynchoteuthis  Coquandianus  d'Orb. 

Für  einen  noch  südlicher  gelegenen  Punkt  dor  provencalischen  Alpen, 
nämlich  für  die  Gegend  von  Rians  (Var)  geben  uns  ebenfalls  die  dort 
vorkommenden  Fossilrestc  Aufschluss  über  das  Vorhandensein  der  Zone  des 
Ammonites  transversarius. 

Einige  der  bezeichnendsten  Arten  der  Zone,  von  Rians  und  Caussol 
stammend,  wurden  von  d'Orbigny  als  Species  der  Oxfordgruppe  beschrie- 
ben. Es  war  mir  durch  die  Gefälligkeit  Vic.  d'Archiac's  gestattet,  diese 
nunmehr  im  Jardin  des  Plantes  zu  Paris  aufbewahrten  Stücke  zu  vergleichen. 
Andere  Exemplare,  von  der  gleichen  Lokalität  herrührend,  sind  schon  seit 
vielen  Jahren  Eigenthum  der  ßcolo  des  mincs.  Auch  in  den  Sammlungen 
von  E.  Hebert  in  der  Sorbonne  und  von  E.  Reynes  zu  Marseille  befinden 
sich  oinigo  Vorkommnisse  von  Rians.  Sämmtliche  an  diesen  Orten  auf- 
bewahrte Reste,  welche  sich  als  Arten  der  Zone  des  Ammonites  transversarius 


Digitized  by  Google 


263  • 


(59) 


erkennen  Hessen,  besitzen  eine  übereinstimmende  Gesteinsbeschaffenheit  und 
bestehen  aus  grauem  mergeligem  Kalke.  Ich  bestimmte  unter  den  Cepha- 
lopoden  von  Rians  zehn  ausschliesslich  für  die  Zone  des  Amm.  transversarius 
leitende  Arten,  deren  Namen  in  dio  Tabelle  eingetragen  wurden.  Andere 
Horizonte  unterscheiden  sich  durch  abweichende  Gesteinsbeschaffenheit  ihrer 
Fossilreste.  So  zeichnet  sich  z.B.  unter  einer  zu  Andon  (Var)  gesammelten 
Serie  von  Arten,  welche  das  hiesige  palüontologische  Museum  der  gefälligen 
Mittheilung  des  H.  L.  Saemann  verdankt,  die  Einschlüsse  ans  der  Zone 
des  Amm.  cordatus  durch  schwarz  gefärbtes  Kalkgestein  aus,  während  die 
von  gleicher  Lokalität  stammendem  Species  aus  der  Zone  des  Amm.  trans- 
nrsarius  in  grauem  Kalkmergel  erhalten  sind.  Eingehendere  Untersuchungen 
nebst  einer  gründlichen  Ausbeute  der  fossilen  Reste  würden  in  diesen  alpinen 
Districten  des  südlichen  Frankreichs  gewiss  noch  viele  interessante  Resultate 
über  die  horizontale  und  verticale  Verbreitung  zahlreicher  Arten,  sowie  über 
die  Gliederung  der  dortigen  Jurabildungen  liefern. 

(töte  d'Gr-,  Yonne-,  Nievre-,  Sadne-  et  Loire-,  Cher-,  Vienne-I)e*partements. 
Aus  einigen  in  den  Schriften  von  G.  Cotteau1)  und  V.  Raulin*)  nieder- 
gelegten Angaben  lässt  sich  ersehen,  dass  die  mergeligen  Oxford-Kalke  von 
Ch4tel-Cen8oire  (Yonne)  die  Wohnsitze  mehrerer  bezeichnender  Arten 
aus  der  Zone  des  Ammonites  transversarius  bilden.  Eigentliche  Schwamm- 
lager wurden  hier  nicht  beobachtet  und  es  scheint,  dass  dieselben  in  den 
nördlicheren  Districten  des  Pariser  Beckens  verschwinden.  E.  Hubert3) 
erwähnt  ausdrücklich,  dass  er  weder  vom  Departement  der  Yonne  bis  zu 
den  Ardennen,  noch  im  Nordwesten  von  Frankreich,  von  der  Loire  an, 
Spongiten-Schichten  angetroffen  habe.  Dagegen  wird  von  J.  Beaudouin4) 
aus  den  Umgebungen  von  Chatillon  (Cöte  d'Or)  die  Anwesenheit  eines 
Schwammlagers  constatirt,  welches,  da  es  unmittelbar  über  den  Eisen- 
Erzen  von  Etrochey6)  auftritt,  unzweifelhaft  in  die  Zone  des  Ammonites 
trausrersarius  fällt.  Kalke  mit  Geoden  und  mergelige  Kalke,  zusammen 
4  Meter  mächtig,  mit  Cephalopodon,  Brachiopoden  und  Spongiten, 
lassen  sich  hier  als  solche  unterscheiden,  während  die  darüber  folgonde 

')  O.  Cotteau  1855:  Notice  sur  Tage  de  couchea  inferieureg  et  moyenues  de  l'etage 
corallien  du  Departem.  de  I'Yonne  Bullet.  8oc.  geol.  de  Fr.  XII,  pag.  093. 

O.  Cotteau  1853— 1857:  Etüde«  sur  leg  mollusques  fossiles  pag.  10,  11. 

*)  V.  Raulin  1853:  Sur  l'oxfordclay  du  Dep.  de  1' Yonne.  Bullet.  8o«\  geol.  de  Fr. 
X,  pag.  485. 

')  Bullet  8oc  geol.  de  France  XV  Bd.  8.  Sept.  1858  pag.  710. 

•)  J.  Beaudouin:  Bullet.  8oc.  göol.  de  Fr.  VIII.  Sept.  18M  pag.  5!>1. 

*)  Opp.  1857:  Juraformation  pag.  «36. 


Digitized  by  Google 


(«0) 


2fi4 


Abtheilung  dem  Impressa-Thono  gleichzustellen  wäre,  ohne  jedoch  genauer 
damit  übereinzustimmen.  Gegen  oben  geht  die  Bildung  in  die  charakteri- 
stischen Cidariten-Schichten  und  Corallriffo  aus  der  Zone  des  Cidaris  flori- 
(jcmma  über.') 

Auch  Tür  das  Nievre -Departement  konnte  aus  dem  auf  der  Vorsamm- 
lung französischer  Geologen  zu  Ncvers  gegebenen  Berichte*)  gefolgert  werden, 
dass  hier  Spongiten-Schichten  in  der  Zone  des  Ammoniks  frans rcrsarius 
auftreten.  Eine  Parallele  der  letztern  mit  dem  Kalke  von  Crussol,  welche 
damals  für  möglich  gehalten  wurdo'),  erscheint  dagegen  nach  den  neuern 
Bestimmungen  nicht  mehr  zulässig. 

Noch  entschiedenere  Nachweise  wurden  seither  von  Th.  Ebray4)  hin- 
zugefügt, welcher  in  einer  interessanten  Abhandlung  zeigte,  dass  in  den 
Departements  der  Nievre  und  Saöne-et- Loire  mergelige  Kalke  mit 
Anmumiks  plicatilis  und  Spongiten-Kalko  zum  Theil  unmittelbar  über 
der  Zone  des  Amtnoniks  cordatus  folgen.  Eine  genaue  Erforschung  der  in 
den  Spongitenkalkcn  verbreiteten  Kesto  wäre  für  diese  Districtc  nicht  minder 
wünschenswerth,  ala  die  weitern  Belege  über  die  bereits  angedeutete  Ver- 
breitung der  Zone  in  den  Departements  Chor  und  Vionno. *) 

SartUe  -  Departement.  Während  die  Zone  des  Amm.  transrcrsarhui  in 
den  Oxford-Bildungen  der  normannischen  Meeresküste  bisher  nicht  nachge- 
wiesen wurde,  so  gelang  es  wenigstens  in  dem  benachbarten  Departement 
der  Sarthe  die  Spuren  des  Horizontes  aufzufinden.  Gelbe  thonige  Kalke, 
welche  in  den  Steinbrüchen  unweit  Aubigne  südlich  von  le  Mans  ausge- 
beutet werden,  setzen  hier  den  obern  Thcil  der  Zone  in  einer  Mächtigkeit 
von  wenigen  Metern  zusammen.  Das  weiche  Gestein  ist  mit  den  Resten 
einer  reichen  Fauna  angefüllt,  welche  den  Charakter  einer  in  schlammigen 
Niederschlagen  des  seichteren  Meeres  entstandenen  Myaciten-  und  Austern- 
Facieß  an  sich  trägt.  Zahlreiche  Loitmuscheln  vermitteln  die  Ueberein- 
stimmung  mit  deu  Ablagerungen  des  Calcareus  Grit  und  Oxford- 
Oolith  der  Normandie  und  des  onglischen  Jura,  während  die  besonderen 
Eigentümlichkeiten  der  Spungiten-Facies  den  Kalken  von  Aubigne  bei- 
.  nahe  ganz  fremd  sind.    Dennoch  fehlen  aber  diejenigen  Koste  keineswegs, 

')  J.  Marcou   |S'»7—  18CO:   Lettre«  sur  los  Roche«  du  Jura  nag.  lf>3  nnd  O.  de 
Nerville,  Legende  explic.  de  la  carte  geol.  du  Dep.  de  la  Cöte  d'Or.  1S'>3. 
*)  Bullet.  Soc.  geol.  do  Fr.  XV.  8  Sept.  ls:>8  pag.  710. 
\)  V.  Thiollicre  ebendaselbst  pag.  711. 

♦|  Th.  ßbray:  Note  sur  la  compo«.  g^ol.  du  sol  des  environa  de  Mdcon.    Bulla.  S«>o. 
geol.  de  Fr.  XVII.  Bd.  1SG0  pag.  M4. 

*)  Gillot  und  ßbray  ebendaselbst  pag.  710. 


Digitized  by  Google 


265  (CA) 


welche  zu  einem  Vergleiche  der  dortigen  Schichten  mit  den  jurassischen 
Schwammlagen  anderer  Districte  führen  können.  Schon  nn  Ort  und  Stolle 
liessen  sich  die  bezeichnenden  Cophulopoden-Spoeies  Ammonitcs  eanaliittlatus, 
Ammonitcs  trunscersarius ,  Amnionitis  MarteUi  erkennen,  aus  deren  Vor- 
kommen sich  der  Synchronismiis  der  Kalko  von  Aubigne  mit  den  Schwnm- 
Lagorn  aus  der  Zone  des  Ammonitcs  transmsorius  als  sehr  wahrscheinlich 
folgern  licss.  Durch  die  mikroskopische  Untersuchung  de8  Gesteins,  wolehc 
in  letzter  Zeit  von  Herrn  C.  Schwager  ausgeführt  wurde,  vermehrte  sich 
die  Zahl  der  übereinstimmenden  Arten  noch  beträchtlich,  indem  besonders 
die  I'orarainiferen  vielfach  mit  nnderwärtigen  Vorkommnissen  aus  gleichem 
Niveau  identificirt  werden  konnten.  Nach  diesen  und  den  vorhergehenden 
Bestimmungen  setzt  sich  die  Fauna  der  gelben  Kalke  von  Aubigne 
(Sarthe)  aus  folgenden  zum  grossen  Thcile  der  Zone  des  Ammonitcs  frans- 
tersarius  angehörigen  Arten  zusammen: 

Cythcridcis  stimnlca  Schwng. 

Bairdia  fabiformis  Schwag. 

Pclemnitcs  hastatus  Blainv. 

Ammonites  eanaliculatus  Buch. 

Ammonitcs  transvcrsariits  Quenst. 

Amnionitis  MarteUi  Opp. 

Chcmnit-ia  Hatdinytononsis  Sow. 

Pholadomya  parckosta  Agass. 

Pholadomya  lacvinscula  Agass. 

Triyonia  spec.  indet. 

Mytilus  Villersensis  Opp. 

Ctenostreon  Marcousanum  Opp. 

Verna  sp.  ind. 

Pcctcn  rimineus  Sow. 

Preten  inacquicostatus  Phill. 

Pccten  spec.  indet. 

Plieatnln  spee.  indet. 

Ostrea  gryphacuta  Schloth. 

Terebrattda  spec.  indet.  , 

Chirodota  vetusta  Schwag. 

Hemicidaris  spec.  indet. 

Hojilostiehe  horrida  Schwag. 

Cornuspiru  tenuissima  Gümb. 

Spiriloculina  panda  Schwag. 

Nodosoria  pistUliformis  Schwag. 


Digitized  by  Google 


(«2) 


2iit> 


Nodosaria  prima?  Torq. 

Dcntalina  Sartliacensis  Schwag. 

Dmtalina  piüuligera  Schwag. 

Vaginulina  raduliformis  Schwag. 

Frondictdaria  linguliformis  Schwag. 

Margimdina  ambigua  Schwag. 

Cristellaria  suprajurassica  Schwag. 

Cristellaria  Sartltacensis  Schwag. 

Cristellaria  sublentictdaris  Schwag. 

Polymorphem  nitidiuscula  Schwag. 

Textilaria  THgeri  Schwag. 

Textilaria  tympaniformis  Schwag. 

Rosalina  parapsis  Schwag. 
Bläulich  graue  Thone  (mit  Belcmnites  unkanaliculatus,  BJiynchonella  spi- 
nulosa und  andern  kleinen  Resten  von  Brachiopoden,  Conchiferen  und  Ra- 
diaten),  welche  in  einem  höher  gelegenen  Theile  des  Steinbruches  entblöst 
waren,  boten  hier  durch  ihren  unmittelbaren  Anschluss  über  der  Zone  des 
Ammonites  tränst  er  sarius  zu  einem  Vergleiche  mit  den  Impressa-Thonen 
Anlass.  Doch  fehlten  anfänglich  die  nöthigen  Anhaltspunkte  für  die  Alters- 
bestimmung mittelst  bezeichnender  patäontologischer  Merkmale.  Dieselben 
ergaben  sich  erst  aus  den  neueren  mikroskopischen  Untersuchungen  Herrn 
C.  Schwagor's,  welche  das  Vorkommen  zahlreicher  Foraminiferen-Arten 
in  den  bläulich  grauen  Thonen  von  Aubigne  entdeckte  und  zugleich  deren 
grosse  Uebereinstimmung  mit  den  in  ojner  früheren  Abhandlung  beschrie- 
benen Arten  des  Impressa-Thones  nachwies. 

Die  Zahl  der  von  Herrn  C.  Schwager  in  den  bläulich  grauen 
Thonen  von  Aubigne  (Sarthe)  aufgefundenen  Foraminiferen-Spccies  be- 
trägt zur  Zeit1)  41,  wovon  sich  die  folgenden  mit  Arten  des  Impressa- 
Thones  von  Schwaben  und  Franken  identificiren  Hessen. 

Haplostiche  horrida  Schwag. 

Cornuspira  temiissima  Gümb. 

Spirilocidina  panda  Schwag. 

Nodosaria  tuberosa  Schwag. 

Dentalina  mutabüis  Schwag. 

Dmtalina  pilluligera  Schwag. 

')  Da  Herr  C.  8chwager  die  Untersuchung  einer  grösser n  Parthie  des  im  Besitze 
der  hiesigen  paläontologischen  Sammlung  befindlichen  schlemmbaren  Materials  Ton  Aubigne 
auszufuhren  beabsichtigt,  so  lässt  sich  voraussehen,  dass  sich  obige  Zahl  später  noch  ver- 
mehren werde. 


Digitized  by  Google 


2G7 


(63) 


Dentalina  fusiformis  Schwag. 

Dentalina  seorsa  Schwag. 

Dentalina  dolioligera  Schwag. 

Dentalina  Quenstedti  Schwag. 

Margintdina  flaccida  Schwag. 

Marginulina  resupinata  Schwag. 

Cristeüaria  suprajurassica  Schwag. 

Cristeüaria  comptula  Schwag. 

Cristeliaria  pauperata  Jones. 

Polymorphina  nmtabüis  Schwag. 

Rotalia  pusilla  Schwag. 
Einige  dieser  Arten  erstrecken  sich  ähnlich  den  übrigen  Einschlüssen 
des  Impressa-Thones  in  die  nächst  angrenzenden  Zonen,  die  Mehrzahl  der- 
selben besitzt  jedoch  keine  grössere  Vertical- Verbreitung.  Zwar  werden 
sich  bei  längerer  Ausbeute  der  ebenbeschriebenen  Lokalität  noch  manche 
bezeichnende  paläontologische  Merkmale  auffinden  lassen,  immerhin  bildet 
aber  schon  jetzt  die  von  Herrn  C.  Schwager  unternommene  Bearbeitung 
der  daselbst  vorkommenden  fossilen  Foraminiferen  einen  interessanten  Ver- 
such für  Bestimmung  und  Unterscheidung  jurassischer  Schichten  mittelst 
ihrer  mikroskopischen  Reste. 

Herr  Triger,  unter  dessen  ausgezeichneter  Leitung  ich  diesen,  südlich 
von  le  Man s  (Sarthe)  gelegenen  Punkt  besuchte,  stellt  die  Schichten  von 
Aubignc  über  dio  Thone  und  Sandkalke  (Zone  des  Amin,  cordatus) 
von  la  Vacherie  bei  Ecommoy  (Sarthe),  während  er  die  Region  des 
Cidaris  florigemma  unweit  der  Station  Ecommoy  über  beide,  d.  h.  noch 
etwas  höher  als  die  thonigen  Lagen  von  Aubigne  einreiht.  Die  Aufein- 
anderfolge der  Schichten  nach  H.  Triger's  Bestimmungen  würde  demnach 
gegenüber  der  paläontologischen  Stufenreihe  anderer  Lokalitäten  keine  Wider- 
sprüche verursachen. 

Mit  den  Co  rolle  nkalken  von  Ecommoy  (Sarthe)  schliesst  in  diesem 
südlichen  Theile  des  Departements  ,der  Durchschnitt  jurassischer  Schichten 
gegen  oben  ab.  Mittlere  Kreide  lagert  sich  direct  und  anscheinend  parallel 
über  den  Muschelbänken,  welche  sich  eng  an  die  Zone  des  Cidaris  flori- 
tjennna  anschließen  und  bei  den  letzten  Häusern  des  Fleckens  Ecommoy 
durch  einen  Steinbruch  cntblösst  werden.  Jüngere  Glieder  der  Jura-Formation 
folgen  mehr  gegen  Norden  und  wurden  schon  früher  aus  den  Umgebungen 
von  Belldme  und  Mortagne  (Orne)  zur  Erwähnung  gebracht. 

Deux-Sevres  und  Vendee.   Das  hiesige  paläontologische  Museum  erhielt 
in  neuerer  Zeit  durch  die  gefällige  Mittheilung  des  Herrn  L.  Saemann  in 
(5)  18 


Digitized  by  Google 


(G4)  268 


Paris  eine  interessante  Suite  jurassischer  Versteinerungen  aus  den  Umgeb- 
ungen von  Niort  (Deux-Sevres),  welche  ursprünglich  einen  Theil  der 
Baugier'schen  Sammlung  bilden.  Unter  den  zahlreichen  als  Species  der 
Oxfordgruppe  bezeichneten  Resten  trennen  sich  besonders  2  Parthien  durch 
verschiedene  Art  der  Erhaltung  von  einander  ab.  Der  eine  Theil  besteht 
aus  bräunlichen  Kieskernen,  unter  welchen  besonders  die  innern  Windungen 
der  gewöhnlichen  Ammoniten  -  Species  aus  der  Zone  des  Amm.  cordatus  zu 
erkennen  sind.  Ohne  Zweifel  wurden  dieselben  an  der  Oberfläche  thoniger 
Logen,  aus  welchen  sie  zuvor  ausgewittert  waren,  zusammengelesen.  Auf 
den  Etiketten  befinden  sich  bei  diesen  aus  der  Zone  des  Amm.  cordatus 
•  der  Umgebungen  von  Niort  (Deux-Sevres)  herrührenden  Arten  folgende 
Lokalitäten  bemerkt:  Magne,  St.  Florent,  Tranche  des  grosses 
terres,  Serreau.    Ich  bestimmte  von  hier 

Belemnites  hastatus  Blainv. 

Amtnonites  Delmontanus  Opp. 

Amtnonites  cf.  Henrici  d'Orb. 

Ammonites  Renggeri  Opp. 

Ammonites  cordatus  Sow. 

Ammonites  cf.  Brunneri  F.  Oost. 

Ammonites  cf.  Eugeni  d'Orb. 

Ammonites  perarmattts  Sow. 

Ammonites  Christoli  Beaud. 

Ammonites  plicatilis  Sow. 

Pleurotomaria  spec.  indet. 

Pentacrinus  Orbignyanus  Opp.  (Pent.  pentagonalis  d'Orb. 
non  Goldf.). 

Die  zweite  Parthie,  durch  verkalkte  Exemplare  gebildet,  und  zum  Theil 
von  den  gleichen  Fundstellen  kommend  (Magn6,  St.  Florent,  Tranche 
des  grosses  terres,  Chamaillard),  entspricht  der  höhern  Region  des 
Amm.  transversarius.  Die  bezeichnenden  Leitmuscheln  dieser  Zone  scheinen 
in  den  Umgebungen  von  Niort  in  einem  eigentlichen  Spongiten-Lager 
vorzukommen ,  da  die  Zahl  und  der  Formenreichthum  der  in  der  Serie  ent* 
haltenen  Schwämme  erheblich  sind.  Zur  Ergänzung  der  in  der  Tabelle 
zusammengestellten  Arten  gebe  ich  hier  eine  vollständigere  Liste  der  aus 
der  Zone  des  Amm.  transversarius  von  Niort  (Deux-Sevres)  erhaltenen 
Fossflreste : 

Serpula  2  verschiedene  Arten. 
Belemnites  hastatus  Blainv. 
Ammonites  AroUcus  Opp. 


Digitized  by  Google 


269  (65) 


Ammonites  trimarginatus  Opp. 
Ammonites  oatudiculatus  Buch. 
Ammonites  subdausus  Opp. 
Amtnonites  Erato  <TOrb. 
Ammonites  tenuiserratus  Opp. 
Ammonites  crenaUis  Brug. 
Ammonites  calliceriis  Opp. 
Ammonites  BacManus  Opp. 
Ammonites  tortistdcatus  d'Orb. 
Ammonites  transversarius  Quenst. 
Ammonites  Oegür  Opp. 
Ammonites  piicaHUs  Sow. 
Aptychus  spec.  indet. 
Natica  spec.  indet. 
Chemnitz™  spec  indet. 
Phasianella  spec.  indet. 
Isoarca  cordiformis  Scheuchz. 
Lima  spec.  indet. 
Pecten  spec.  indet. 

Terebrattda  cf.  bisuffarcinata  Schloth. 
Terebr.  Birmensdor/ensis  Esch. 
Terebrattda  cf.  Orbis  Quenst. 
Megerlea  pectunculus  Schloth  sp. 
Cidaris  fihgrana  Agass. 
Dysaster  cf.  granulosus  Agasa. 
Pentacrinus  subteres  Goldf. 
Eugeniacrinus  compressus  Goldf. 
Verrucospongia  verrucosa  Goldf.  spec. 
Cribroscyphia  Baugieri  d'Orb.  spec. 
Cribroscyphia  obliqua  Goldf.  spec. 
Chenendroscyphia  lamellosa  d'Orb.  spec. 
Gonioscyphia  texturata  Goldf.  spec. 
Gonioscyphia  texata  Goldf.  spec. 
Gonioscyphia  canceUata  Goldf.  spec. 
Gonioscyphia  jurensis  Etall.  spec. 
Iletiscyphia  conica  d'Orb.  spec. 
Cupulochonia  grandis  d'Orb.  spec. 
Cupulochonia  patella  Goldf.  spec. 
Bei  ihrer  weiteren  Verbreitung  nach  Westen  geben  sich  die  Schichten 


Digitized  by  Google 


(66) 


270 


des  Amm.  transversarius  an  der  südlichen  Grenze  des  Vendee-Departe- 
ments  durch  das  Vorkommen  zahlreicher  Fossilreste  kund,  welche  zu  Ile- 
Delle  schon  von  d'Orbigny  gesammelt  wurden  und  als  Arten  der  Oxford- 
Gruppe  in  dem  13.  Kapitel  des  Prodrome's  Erwähnung  fanden.  Es  ist  nicht 
daran  zu  zweifeln,  dass  sich  diese  Zone  als  spongitenreiche  Lage  über  den 
hier  gleichfalls  vorhandenen  Schichten  des  Amm.  cordatus  ausbreitet.  Allein 
ihre  gesonderte  Abtrennung  unterblieb  bisher.  Auch  die  neuesten  Be- 
stimmungen A.  d' Archiac's  *),  welcher  einige  beachtenswerthe  Notizen 
über  die  Ablagerung  von  Oxford-Schichten  im  Westen  von  Ile-Delle 
und  über  die  daselbst  entdeckten  Fossilreste  veröffentlichte,  enthalten 
nur  Bestätigendes  für  die  Annahme,  dass  an  diesem  Punkte  sich  die  beiden 
Zonen  des  Amm.  cordatus  und  des  Amm.  transversarius  der  Untersuchung 
darboten. 

Spanien.  Zu  dem  Ausgezeichnetsten,  was  mir  im  Herbst  des  verflossenen 
Jahres,  während  eines  kurzen  Aufenthaltes  in  Paris  zu  sehe«  vergönnt  war, 
gehören  die  von  E.  de  Verneuil  hergestellten  Sammlungen  spanischer  Ver- 
steinerungen. Wichtige  Beiträge,  welche  diese  Vorkommnisse  zur  Kennt- 
niss  der  geognostischen  Verhältnisse  Spaniens  geliefert  haben,  sind,  wie  be- 
kannt, theils  schon  veröffentlicht,  thcils  werden  dieselben  durch  die  bevor- 
stehende Publikation  der  geognostischon  Karte  dieses  Landes  weiteren  Aus- 
druck gewinnen. 

Während  mir  durch  die  Besichtigung  der  Sammlung  und  die  dabei  von 
E.  de  Verneuil  erhaltene  vielseitige  Belehrung  ein  allgemeines  Bild  über 
das  Auftreten  jurassischer  Faunen  auf  der  iberischen  Halbinsel  gegeben 
wurde,  so  gewann,  ich  zugleich  über  die  Verbreitung  einer  einzelnen  Zone 
genauere  Kunde,  deren  Erwähnung  sich  den  vorhergehenden  Nachweisen 
anschliesst.  E.  de  Verneuil  beutete  an  mehreren  Stellen  ein  graues  Jura- 
Kalk-Mergel-Gcstcin  aus,  dessen  zahlreiche  Fossilreste  sich  ihren  Formver- 
hältnissen nach  als  Species  der  Oxford -Gruppe  zu  erkennen  gaben.  Es 
sind  raoistens  Cephalopodcn,  welche  in  allen  Beziehungen  den  Einschlüssen 
der  Birmensdorfer  Schichten  gleichen  und  auch  im  Einzelnen  mit  Arten  der 
Zone  des  Amm.  transversarius  übereinstimmen.  Ich  vermag  hier  einige  der 
von  E.  de  Verneuil  zu  Frias  aufgefundenen  Species:  AmntonUes  canali- 
culattts,  hispidus,  subclausus,  transversarius,  plkatilis  aus  der  Erinnerung  an- 
zuführen. Aehnliche  Reste  der  gleichen  Schicht  bewahrt  E.  de  Vorneuil 
von  andern  Lokalitäten  auf,  deren  ich  mich  nicht  mehr  genauer  entsinne. 
Sind  desshalb  eingehendere  Angaben  erst  noch  hinzuzufügen,  so  geht  doch 


>)  A.  d'Archiac  1856:  Histoire  des  progre*  de  la  g^ologie  VI,  p«g.  4b$. 


271 


(67) 


ftus  Obigem  die  Gewissheit  hervor,  dass  der  vcrsteinerungsreicho  Horizont 
der  Oxford-Gruppe,  welcher  seither  (entsprechend  Marcou's  Argovien  und 
Etallon's  Spongitien)  als  Zone  des  Amm.  transversarius  in  Frankreich,  der 
Schweiz  und  Süddeutschland  verfolgt  wurde,  auch  in  Spanien  unter  ähn- 
lichen mineralogischen  und  paläontologischen  Verhältnissen  entwickelt  ist. 

Das  Nähere  über  die  Schichtenfolge  und  über  die  Entwicklung  der 
Juraformation  in  diesen  Gegenden  überhaupt  ist  aus  einigen  Aufsätzen  von 
IL  de  Verneuil  und  Ed.  Colomb,  welche  im  Bulletin  der  geologischen 
Gesellschaft  von  Frankreich  enthalten  sind,  zu  ersehen.  Ich  nehme  hier 
namentlich  auf  einige  dort  veröffentlichte  Durchschnitte  Bezug,  welche  sich 
den  genannten  Forschern  in  der  Umgegend  von  Frias  und  Albarracin 
(Arragonien)  darboten.  Die  meisten  derselben  erscheinen  in  ihrer  Glie- 
derung sehr  lückenhaft,  indem  die  Schichten  des  mittleren  Jura  durchgängig 
zu  fehlen  scheinen1).  Bei  Albarracin  ist  es  namentlich  Lias,  welcher, 
durch  eine  Verwerfungsspalte  neben  die  Trias  versetzt,  zu  Tage  tritt  und 
nur  an  einer  Stelle  sogleich  von  Oxfordschichten  bedeckt  wird,  bei  Frias 
dagegen  lii>gt  der  Lias  nirgends  am  Tage,  sondern  das  tiefste  Anstehende 
sind  die  Kalke  der  Oxfordgruppe,  über  welche  Bich  fossilreiche  Mergel  an- 
schliesaen. 

Die  grös8te  Mannigfaltigkeit  an  jurassischen  Schichten  bietet  ein  Durch- 
schnitt zwischen  Frias  und  Villar  del  Cobo,  welchen  ich  desshalb  hier 
wiedergebe. 


1.  \  (  Weisser  Kalk. 

2.  J  Äjrei(le  |  Weisser  Sandstein  und  QuaraU. 

3.  \  l  Oolithischer  Kalk. 

4.  /  \  Oxford -Mergel. 

5.  >  Jura     <  Oxford -Kalk. 

6.  \  I  Oberer  Lias. 

7.  /  v  Mergel  des  mittleren  Lias. 

')  Maren  u;  Lettres  sur  les  roches  du  Jura  p.  223  führt  freilich,  nach  den  Angaben 
Ton  Don  Santjago  Rodriguez  (Revista  minera,  tomo  II  p.  39  Madrid  1851),  aus  der 
Umgegend  von  Albarracin  auch  folgende  Arten  an,  die  vielleicht  auch  noch  in  den  von 
Verneuil  und  Colomb  sogenannten  Oxford-Kalken  ihr  Lager  haben  könnten:  Ammonites 
Humphric3ianus,  TrutlUi,  Tcrebrat.  digona  u.  s.  w. 


Digitized  by  Google 


(68) 


272 


Frias  selbst  liegt  auf  dem  von  Verneuil  und  Colomb  sogenannten 
Oxford-Kalk  (5),  welcher  indess  nach  den  aus  demselben  angeführten  Am- 
monitcn-Arten  auch  die  Kelloway-Gruppe  wenigstens  theilweise  zu  vertreten 
scheint.  Ueber  ihm  folgt  der  graue  versteinerungsreicho  Mergel  (4),  der 
mit  aller  Wahrscheinlichkeit  die  oben  angeführten  Petrefakten  in  sich  schlieast, 
denselben  überlagert  ein  oolithischer  Jurakalk  (3)  noch  unbestimmten  Altere, 
mit  welchem  zugleich  die  Juraformation  ihren  Abschluss  erhält.  Die  Schichten 
1  und  2  stellen  bereits  Glieder  der  Kreideformation  dar.  An  der  anderen 
Abdachung  des  Berges,  gegen  Villar  delCobo,  haben  sich  bereits  die 
beiden  höheren  Juraschichten  3  und  4  wieder  ausgekeilt  und  unmittelbar 
unter  den  Gliedern  der  Kreide  steht  hier  der  „Oxford-Kalk"  an,  unter  dem 
sich  sogleich  die  Kalke  des  oberen  Lias  (6)  zeigen,  die  Sohle  des  Thaies 
aber  nimmt  der  mittlere  Lias  (7)  ein.  Aehnlich  erscheint  die  Zusammen- 
setzung des  Jura  allenthalben  im  nördlichen  Spanien,  bis  gegen  Burgos  hin'). 

Algerien.  Die  neueren  wichtigen  Entdeckungen  im  oberen  Jura  der 
südalpinen  Distrikte  haben  auch  für  die  geognostischen  Verhältnisse  Algiers 
manche  Aufklärung  gebracht  und  es  lässt  sich  vermuthen,  dass  sich  in  den 
oberjurassischen  Schichten  des  Atlas  in  kurzer  Zeit  die  Mehrzahl  jener 
Unterabtheilungen  erkennen  lassen  werde,  welche  in  ausaeralpinen  Jura- 
distrikten Deutschlands  und  Frankreichs  gemacht  worden  sind.  Die  Art  und 
Weise  des  Auftretens  dieser  Ablagerungen  ist  am  besten  ersichtlich  aus  dem 
schönen  Profile,  welches  Coquand*)  vom  Foum  Islamem  oder  Ravin 
bleu  nordwestlich  von  Batna  (Prov.  Constantine)  veröffentlicht  hat 
Dasselbe  stellt  sich  folgendermassen  dar: 


Djebel  Chellalah  Batna 

o  M 


')  Vergl.  18f>2  Coup  cToeil  sur  la  Constitution  g£ologique  de  quelque  provinces  de 
l'Espagne  parM.  M.  do  Terneuil  et  Ed.  Colomb:  Bai.  soc.  geoL  de  France  10  pag.  61. 
18T>6  de  Verneuil  et  Colomb:  Observations  geologiques  et  barometriques  faites  en 
Espagne  cn  18Ö5.   (Hierin  einige  Notizen  Ober  den  Jura  in  Sud-Spanien.) 

*)  18Ü0  Coquand:  Geologie  et  Paläontologie  de  la  region  aud  de  la  Pro*,  de  Con- 
stantine pag.  19—23. 


Digitized  by  Google 


273 


(63) 


Wenn  man  von  Bat  na  den  Weg  nach  dem  Djebel  Chellaläh  verfolgt, 
schreitet  man  erst  über  ein  Plateau,  welches  in  seiner  Unterlage  von  grauen 
Mergeln  (L)  mit  Uemiaster  Africanus  und  Inoceramus  problemuticus,  die  von 
Coquand  seiner  Etage  carantonien  zugetheilt  werden,  in  seinen  ober- 
flächlichen Schichten  aber  von  Kalken  (M)  mit  Radiolites  cornu-pastoris,  zur 
Etage  angoumien  gehörig,  gebildet  wird.  Die  Schichten  liegen  horizontal 
und  setzen  mit  einer  Verwcrfungsspalte  gegen  die  aufgerichteten  Lager  des 
Jura  ab. 

Die  Reihe  der  jurassischen  Gesteine  beginnt: 

A.  mit  mächtigen  Ablagerungen  von  Kalk  und  Dolomit  in  dicken  Bän- 
ken, aus  denen  keine  bestimmbaren  Versteinerungen  aufzufinden  waren.  Die 
Schichten  stellen  ein  aufgebrochenes  Gewölbe  dar,  in  dem  die  mittelsten 
Bänke  auf  dem  Kopfe  stehen,  die  höheren  Lagen  aber  nach  beiden  Seiten 
abfallen.  Das  Profil  in  nordwestlicher  Richtung  fortsetzend,  schliessen  sich  an 

B.  Graue  Mergel,  etwa  12m  mächtig,  welche  Amm.  lunula  und  Amin. 
Imnidus  geliefert  haben. 

C.  Rothe  eisenschüssige  Kalke  mit  Bei  latesukatus,  Amm.  anceps,  Amin. 
Backeriae  (diese  Schichten  werden  von  Coquand  mit  den  Eisenerzen  von 
La  V o ul t e  parallelisirt). 

D.  Grünliche  Kalke  von  muachligem  Bruch  mit  Kieselausscheidungen 
ohne  bestimmbare  Fossile. 

E.  Rothe  grüngefleckte  Kalke  mit  rothen  Mergelzwischenlagen  in  nicht 
sehr  dicke  Bänke  abgetrennt  9  — 12n>  mächtig,  schon  von  den  Alten  als 
Marmor  verwendet:  Bd.  hastatus,  Sauvanausus ,  Amm.  biplex,  tortistdeatus, 
Homairei,  Eucharis,  Viator,  tatricus  einschliessend. 

F.  Graue  Mergel  und  Kalkbänke  sehr  mächtig  mit  Atnm.  plkatüis  in 
Massen. 

G.  Graue  in  ihrer  Struktur  den  lithographischen  Steinen  ähnliche,  com- 
pakte  Kalke  mit  Terebratula  diphya. 

Die  nächste  petrographisch  unterscheidbare  Schicht  gehört  schon  der 
Kreideformation  an.  Es  folgt  nämlich  ein  harter  gelber  Sandstein  (H.)  mit 
Zwischenlagen  von  Thon,  in  dem  sich  an  dieser  Stelle  keine  Versteiner- 
ungen auffinden  Hessen.  Darüber  schliessen  sich  blaue  von  knolligen  Kalk- 
lagern durchzogene  Mergel  (I.)  an,  die,  nicht  sehr  hart,  ziemlich  leicht  ver- 
wittern; sie  beherbergen:  Bei.  latus,  dilatatus,  bipartitus,  sub/ttsi/ormis,  Amm. 
diphyllus,  Ncocomiensis,  Aptychus  Didayi.  Sie  sind  von  einigen  Bänken  eines 
Sandsteins  (J.)  ohne  Versteinerungen  bedeckt.  Ueber  diesen  Sandsteinen 
erheben  sich  gelbliche  dulomitische  Kalke  (K.)  in  grosser  Mächtigkeit,  welche 
die  Hauptmasse  des  Djebel  Chellaläh  zusammensetzen.  Versteinerungen 


274 


Rind  bis  jetzt  noch  nicht  darin  aufgefunden,  doch  lassen  sich  diese  Dolomite 
mit  ziemlicher  Sicherheit  als  das  Aequivalent  des  Urgonien  betrachten. 

Für  uns  sind  in  diesem  Augenblick  nur  die  Schichten  von  A— G  von 
Wichtigkeit.  WelcheB  Niveau  die  Kalke  und  Dolomite  A  innerhalb  des 
mittleren  Jura  einnehmen  mögen,  wollen  wir  dahingestellt  sein  lassen,  mit  B 
aber  beginnt  die  Formation  des  Malm  und  zwar  lassen  sich  in  B  und  C  die 
Aequivalente  der  Kelloway-Gruppe  erkennen.  D  mag  vielleicht  die  unteren 
Oxford-Schichten  darstellen,  während  E  die  Oberregion  der  Oxford-  und  die 
Unterregion  der  Eimmeridge-Oruppe  in  sich  zu  bergen  scheint.  Es  lässt  sich 
diess  schon  theil weise  aus  den  von  Coquand  angeführten  Arten  schliessen, 
noch  mehr  aber  aus  den  von  Escher  und  Desor  von  dort  mitgebrachten 
Stücken,  welche  nun  im  Züricher  Museum  aufbewahrt  werden.  Sie  sind  in 
einem  rothen  Kalke  erhalten  und  stammen  mit  vieler  Wahrscheinlichkeit  aus 
Schicht  E;  es  Hessen  sich  unter  denselben  erkennen: 

Ammonites  plicatüis  Sow. 

Antntonites  tortisuHeatus  d'Orb. 

Ammonites  fimbriat  sp. 

Ammonites  iphicerus  Opp. 

Ammonites  acanthicus  Opp. 
Eine  Notiz  über  das  Vorkommen  von  Amm.  transvcrsariits  Quenst. 
(A.  Toucasianus  d'Orb.)  in  einem  gelben  mergeligen  Kalk  der  Umgegend  von 
Batna  verdanke  ich  der  freundlichen  Mittheilung  des  H.  Prof.  Coquand; 
auch  das  Lager  dieser  Art  glaube  ich  in  irgend  eine  Region  der  Schicht 
E  versetzen  zu  müssen. 

Dass  die  Schichten  mit  Amm.  transversarius  im  nördlichen  Afrika  eine 
grössere  Verbreitung  besitzen,  beweist  ein  zweites  Exemplar  dieser  Art, 
welches  in  einem  rothen  Kalk  bei  Ouarencenis  (Prov.  Algier)  ge- 
funden wurde. 

Die  Abtheilungen  F  und  G  des  Profiles  stellen  die  höheren  Kimmeridge- 
Schichten  und  endlich  die  Ablagerungen  der  tithonischen  Gruppe  dar. 


Die  fossilen  Arten  der  Zone  des  Ammonites 

transversarius. 


Herr  C.  Schwager  unterzog  das  von  mir  im  letzten  Jahre  gesammelte  achlemmbare 
Material  einer  besondern  Untersuchung  unter  dem  Mikroskope,  bei  der  ea  ihm  gelang,  eine 
Anzahl  neuer  und  merkwürdiger  Reite  Ton  Cruataceen,  Badiaten  und  Foraminifcren  zu 
entdecken.  Ich  füge  in  dem  Nachherigen  die  mir  von  Herrn  ßchwager  mitgeteilten 
Bestimmungen  und  Abbildungen  bei. 

Herr  de  Fromentel  hatte  die  Freundlichkeit,  die  ron  mir  zusammengestellte  Liste 
der  in  der  Zone  de«  Ammonites  transversarius  verbreiteten  Amorphozoen  zu  revidiren  und 
zu  ergänzen  und  deren  richtige  Einreihung  bei  den  nunmehr  unterschiedenen  Gattungen 
auf  Grundlage  seiner  neuerdings  veröffentlichten  Classification  auszuführen. 

1.  Notidanus  Münster!  Agass. 

1833-1843.   Notidanus  Münsteri  Agass.    Rech,  sur  les  poiss.  fo«s.  p.  222. 
Tat  XXVII,  Fig.  2,  3. 

Zone  des  Ammonites  transversarius.    Chapois  bei  Salins  (Jura). 

2.  Sphenodns  longidens  Agass. 

1833  —  1843.  Sphenodus  (Lamna)  longidens  Agass.   Rech,  sur  les  poiss.  foss. 
DJ,  p.  298.   Tab.  XXXVII,  Fig.  24—29. 

Zone  des  Ammonites  transversarsius.  Birmensdorf  (Canton  Aargau), 
St.  Claude  (Jura).    Findet  sich  auch  in  hohem  und  tiefern  Schichten. 

3.  Pithonoton  gibbosum  EtalL 

1857.  Pithonoton  gibbosum  Stall.  Esq.  d'une  Descr.  geoL  du  Haut-Jura  p.  32. 
1857.  Pithonoton  gibbosum  EtalL   Bullet,  8oc  geoL  de  Fr.   Bd.  XVI,  p.  179. 

Zone  des  Ammonites  transversarius  von  Ie  Pont  et  bei  St.  Claude 
(Jura). 

4.  Pithonoton  qnadratnm  EtalL 

1857.  Prosopon  quadratum  EtalL   Esquisse  geol.  Haut-Jura  p.  32. 

1858.  Pithonoton  quadratum  EtalL   Bullet.  8oc.  geoL  de  Fr.  XVI,  p.  177. 
1861.  Pithonoton  quadratum  EtalL   Notes  sur  les  crustaces  jurass.  p.  9. 

Mit  der  vorhergehenden  Art 


Digitized  by  Google 


(72)  276 

5.  Oytliereis  stimulea  Schwager  M.  S. 

Fig.  L 


Schale  länglich  mit  nahezu  parallelem  Bauch-  und  Kückenrande.  Vorder- 
Rand  schräge,  oben  und  unten  gerundet.  Der  niedere  Hauptkörper  fallt 
rasch  gegen  den  Bauchrand  ab,  langsam  gegen  den  Kückenrand.  Die  Schale 
läuft  in  eine  hohe  scharfe  Spitze  aus,  deren  schief- hufeisenförmige  Ba»Ls 
gegen  vorne  mit  einer  kleinen  Erhöhung  endigt.    Länge  0,45  Mm. 

Mit  Atnmonitcs  transiersarius  Quenst.  (Toucasiuuus  d'Orb.)  in  den  thonigen 
Kalken  der  Oxford-Gruppe  zu  Aubigne  (Sarthe). 

b.  Bairdia  fabiformis  Schwager  M.  S. 

Fig.  2. 


Gehäuse  länglich  mit  höckerigem  Kücken,  eingebogenem  Bauchrande, 
an  den  sich  der  kurze  gewölbte  Vorderrand  nahezu  unter  einem  rechten 
Winkel  anschliesst.  Die  Oberfläche  ist  glatt,  ziemlich  rasch  gegen  den 
Bauchrand  abfallend,  nach  dem  Rücken  gleichmässig  abschüssig.  Im  Innern 
der  Schale  befindet  sich  unter  dem  Rande  eine  Lamelle,  welche  auf  der 
Vorder-  und  Hinterseite  weiter  hervortritt,  als  gegen  unten,  an  dem  Rücken- 
Rande  jedoch  verschwindet.    Länge  0,5  Mm. 

Mit  der  vorigen  Art  zu  Aubigne  (Sarthe). 


Dy  Google 


277 


7.  Terebella  ef.  lapüloides  Goldf. 
Etallon  vereinigt  eine  im  Spongitien  (Zone  des  Amtnonites  transversarius) 
von  St.  Claude  (Jura)  vorkommende  Terebella  mit  der  von  Goldfuss  aus 
höheren  Jura-Schichten  beschriebenen  Art. 

8—17.  Serpula  spec.  div. 
Etallon  zählt  7  verschiedene  Serpula- Arten  aus  dem  Spongitien  (Zone 
des  Amtnonites  transversarius)  von  St.  Claude  (Jura)  auf,  wozu  Cartier 
noch  3  bei  Oberbuchsiten  (Canton  8olothurn)  in  gleichem  Niveau  vor- 
kommende Species  fügt.  Auch  zu  Birmensdorf  (Canton  Aargau)  und  zu 
Niort  (Deux-Sevres)  fanden  sich  mehrere  meist  auf  Schwämmen  sitzendo 
Exemplare. 

18.  Belemnites  hastatns  Blainv. 

1827.  BdemniU»  hastatut  Blaiur.  M£m.  mr  leg  Bolemn.  Tab.  I,  Fig.  4. 
Belcmmtes  Iwutatw  setzt  sich  aus  den  obersten  Lagen  der  Kelloway- 
Gruppe  bis  zur  Zone  des  Anmonites  transversarius  fort  und  erlischt  hier 
unter  besonders  häufigem  Vorkommen  von  Formen,  wie  sie  d'Orb.  Tab.  XIX, 
Fig.  8 — 10  zeichnet  In  tiefern  Lagen  sind  die  Exemplare  schlanker  und 
beinahe  ohne  Ausnahme  symmetrisch  gebildet.  Es  ist  desshalb  nicht  un- 
wahrscheinlich, dass  diese  angeblichen  Monstruositäten  mit  eigentlichen  Spe- 
cies-Unterschieden  zusammenhängen.  Zone  des  Amtnonites  transversarius 
von  Paczaltowice  und  Trzebinia  (Galizien),  Oberhochstadt,  Tbal- 
mäsaing,  Streitberg  (Bayern),  Lautlingen  (Württemberg),  Zollhaus, 
Sieblingen,  Küssaburg  (Baden),  Birmensdorf  (Canton  Aargau), 
Firstwand  am  Glärnisch  und  Schilt  (Glarner  Alpen),  St.  Claude 
(Jura),  Trept  (Isere),  Berg  Crussol  bei  Valence  (Ardeche),  Niort 
(Deux-Seres). 

19.  f  Belemnites  latesuloatlts  (Voltz)  Thurmann. 

Ich  führe  diese  zweifelhafte  Art  nur  an,  um  einen  Theil  der  Wider- 
sprüche zu  beseitigen,  welche  sich  an  die  Bezeichnung  Belemnites  latesulcatus 
allmählig  geknüpft  haben.  Nach  Thurmann 's  erstmaliger  öffentlicher  Er- 
wähnung (Essay  1832,  p.  27)  gehört  die  Voltz'sche  Species  den  Oxford- 
Thonen  an,  wofür  auch  die  späteren  Angaben  Etallon's,  welcher  die  Art 
aus  demOxfordien  und  Spongitien  von  St.  Claude  (Jura)  angibt,  sprechen. 

Es  sind  vielleicht  nur  die  mit  besonders  breiter  Furche  versehenen 
Exemplare  darunter  zu  vorstehen,  welche  bisher  gewöhnlich  mit  Belemnites 
hastatus  vereinigt  wurden. 


Digitized  by  Google 


(74) 


273 


Dass  die  Speoies  von  d'Orbigny  (Prodr.  XII,  2)  richtig  gedeutet  wurde, 
welcher  dieselbe  in  das  Callovien  versetzt,  und  die  Abbildung  eines  im 
Buchhandel  nicht  existirenden  Werkes  citirt,  ist  unwahrscheinlich. 

20.  Belemnites  nnicanalicnlatns  Ziet. 

1832.  Belemnites  unkanaliculatus  Ziet.   Tab.  XXIV,  Fig.  a 
Eichberg  bei  Blumberg  (Baden),  Trept  (Isere),  Berg  Crussol 
bei  Yalence  (Ardeche).  Beginnt  in  der  Zone  des  Amnwnites  transversarius^ 
erstreckt  sich  jedoch  bis  zur  mittlem  und  obern  Region  der  Malmformation. 
Vermuthlich  wird  es  später  gelingen,  mehrere  Arten  zu  unterscheiden. 

21.  Belemnites  Argovianns  Mayer. 

1843.  Belemnites  Sauvanausus  (pars)  d'Orb.  Pal.  fr.  Terr.  jurass.  I.  Tab.  XXI, 
Fig.  4,  5. 

1862.  Belemnites  Argovianus  Majer.  Liste  des  Belemn.  jurass.  p.  14. 
Trzebinia  (Galizien),  Eichberg  bei  Blumberg  (Baden),  Frick- 
thal  und  Birmensdorf  (Canton  Aargau),  St.  Claude  (Jura),  Trept 
(Isere).  Doch  weicht  die  gewöhnliche  Form  der  an  genannten  Lokalitäten  in 
der  Zone  des  Amnwnites  transversarius  verbreiteten  Species  von  derjenigen 
der  d'Orbigny'schen  Figur  wesentlich  ab.  Scheint  auch  in  höhere  Schichten 
überzugehen. 

22.  Belemnites  Sauvanansns  d'Orb. 

1843.  Bekmnites  Sauvanausus  (pars)  d'Orb.   Pal.  fr.  Terr.  jurass.  1.  Tab.  XXI, 
Fig.  1—3. 

1862.  Belemnites  Saucanausus  Mayer.   Liste  des  Belemn.  jarass.  p.  8. 
Vereinzelt  in  der  Zone  des  Ammonites  transversarius.    Schilt  in  den 
Glarner  Alpen  und  Kuchen  stock  in  Unterwaiden  (Schweizer  Hochgebirge). 
Findet  sich  auch  in  tieferen  Zonen  der  Oxford-  und  Kelloway-Gruppe. 

23.  Nautilus  spee.  indet. 

Zone  des  Ammonites  transversarius  zu  Birmensdorf  (Canton  Aargau). 

24.  Rhvnehoteuthis  spec  indet. 

Zone  des  Atnm.  transversarius.    Berg  Crussol  bei  Valence  (Ardeche). 

25.  Peltarion  Argorianum  Opp. 

Hierher  gehören  die  in  der  Zone  des  Amnwnites  transversarius  vorkom- 
menden Exemplare  von  Peltarion ,  deren  Existenz  zuerst  durch  die  Schriften 
von  Mösch  (1856  Flötzgeb.  im  Canton  Aargau  p.  53)  und  von  Etallon 
(Eaq.  d'une  Descr.  g6ol.  du  Haut-Jura  p.  36)  bekannt  wurde.    Die  Art  wird 


Digitized  by  Google 


279 


(75) 


daselbst  unter  der  Bezeichnung  Problematicum  Quenst.  von  Zeihen  (Aar- 
gauer  Jura)  und  von  8t.  Claude  (Jura)  angeführt.  Doch  wurde  bisher 
nicht  untersucht,  ob  die  Exemplare  der  verschiedenen  Spongitenhorizonte 
zu  derselben  Species  gehören.  Ueber  die  weitere  Verbreitung  der  Gattung 
Poltarion  Deslongch.  (Scaphanidia  undCyclidia  Rolla)  vergl.  Quenst. 
1852,  Handb.  Tab.  55,  Fig.  45.  Quenst.  Jura  Tab.  81,  Fig.  8.  Des- 
longchamps  1858,  Bullet.  Soc.  Linn,  de  Norm.  III,  p.  48.  Deslongch. 
1863,  Notes  paleontol.  p.  23.  Rolle  18G2,  Ueber  eine  neue  Cephalopoden- 
Oattung.  Sitzungsbericht  der  kaiserl.  Akad.  der  Wissenschaften  Bd.  45, 
p.  119.  Moore  1861,  Quarterly  Journal  of  the  geoL  Society,  Tab.  XVI, 
Fig.  28. 

26.  Aptychus  spec.  indet. 

Die  gerippten  Aptychen,  welche  in  der  Zone  des  Ammonites  transver- 
sarius  nicht  selten  vorkommen,  und  welche  vermuthlich  den  Familien  der 
Flexuosen,  Canaliculaten  und  Trimarginaten  angehören,  konnten 
den  einzelnen  nach  der  Form  ihres  Gehäuses  unterschiedenen  Ammoniten- 
Arten  bisher  nicht  zugetheilt  werden.  Sie  fanden  sich  am  Eichberg  bei 
Bluiuberg  (Baden),  Birmonsdorf  (Canton  Aargau),  St.  Claude  (Jura), 
Berg  Crussol  bei  Valence  (Ardeche). 

27.  AptychtLs  Oegir?  Opp. 

Uebergänge  in  der  Form  und  allgemeine  Uebereinstiminung  der  Loben- 
Zeichnung  zwischen  Perarinaten,  Biarmaten  und  Bispinosen- Ammo- 
niten  machen  es  wahrscheinlich,  dass  die  Aptychus-Rcste  mit  celluloser 
Structur,  welcho  in  der  Zone  des  Ammonites  transversarius  gefunden  wer- 
den, zu  Ammonites  Oegir  (Perarmat)  gehören.  Sollte  sich  diese  Vermuthung 
bestätigen,  so  würde  Aptychus  Oegir  als  besondere  Art  zu  streichen  und 
mit  der  gleichnamigen  Ammoniten-Species  zu  vereinigen  sein.  Eichberg 
bei  Blumberg  (Baden),  St.  Claude?  (Jura),  Berg  Crussol  bei  Valence 
(Ardeche),  Niort  (Deux-Sevres). 

28.  Ammonites  Arolicns  Opp. 

18ß2.  Ammonites  AroHcus  Opp.    Pol.  Mittheil.  p.  160  und  p.  188.    Tab.  M, 
Fig.  1,  2. 

Zone  des  Ammonites  transrersarius  von  Pac/.altowice  und  Trzebinia 
(Gali/.ien).  Voglarn  bei  Passau  (Niederbayern),  Wannenthal  und  Laut- 
lingen (Württemberg),  Blumberg,  Fützen,  Sieblingen,  Bechters- 
buhl  (Baden),  Birmensdorf,  Frickthal,  Bötzen  (Canton  Aargau), 
Oberbuchsiten  (Canton  Solothurn),  Noiraigne  im  Val  Travers  (Canton 


Digitized  by  Google 


(76) 


280 


Neuchatel),  Schilt  und  Walenstadt  (Schweizer  Alpen),  Umgebungen  von 
Salins  (Jura),  Tenay  (Ain),  Trept  (Isere),  Berg  Crussol  bei  Valence 
und  Yoyeuse  bei  Aubenas (Ardeche),  Gigondas  (Vaucluse),  StMaixent 
und  Niort  (Deux-8evres).    Erstreckt  sich  bis  zu  der  Zone  des  Ammonites 

29.  Ammonites  stenorhynchus  Opp. 

1863.  Ammonites  stenorhynchus  Opp.    PaL  Mitth.  p.  189.   Tab.  52,  Fig.  1. 
Zone  des  Antmonites  transversarius  zu  Baczyn  (Galizien),  Lautlinge  n 
und  Wannenthal  (Württemberg),  Blumberg  (Baden),  Frickthal  und 
Birmensdorf  (Cant.  Aargau).    Erstreckt  sich  vermuthlich  noch  etwas  hoher 
bis  in  die  mergeligen  Schichten  der  Terebratuia  impresso. 

30.  Ammonites  trimarginatns  Opp. 

1862.  Ammonites  trimarginatus  Opp.   Pal.  Mitth.  p.  159.   Tab.  50,  Fig.  2. 
Ursprunglich  aus  den  geschichteten  Kalken  des  Ammonites  Haufßanus 

vom  Hundsrück  bei  Balingen  beschrieben,  wurde  die  Species  seither  auch 
in  der  tiefern  Zone  des  Ammonites  transversarius  an  folgenden  Lokalitäten 
nachgewiesen:  Birmensdorf  (Cant.  Aargau),  Gigondas  (Vaucluse),  Niort 
(Deux-Sevres). 

31.  Ammonites  subclansns  Opp. 

1863.  Amtnonites  subclausus  Opp.   Pal.  Mittb.  p.  19a   Tab.  52,  Fig.  3. 
Zone  des  Ammonites  transversarius  zu  Paczaltowice,  Trzcbinia 

und  Grojec  (Galizien),  Wannenthal  und  Lautlingen  (Württemberg), 
Blumberg  (Baden),  Frickthal  und  Birmensdorf  (Aargau),  Tenay 
(Ain),  Gigondas  (Vaucluse),  Rians  (Var),  Niort  (Deux-Sevres),  Frias 
(Spanien).   Reicht  bis  in  die  untere  Region  des  Impreasa-Thones. 

32.  Ammonites  Bruckneri  Opp. 

1863.  Ammonites  Bruckneri  Opp.   Pal.  Mittb.  p.  192.  Tab.  54,  Fig.  4  a. 
Zone  des  Ammonites  transversarius :  B 1  u  m  b  6  r  g  ( Baden),  Berg  C  r  u  s  s  o  1 
bei  Yalence  (Ardeche). 

33.  Ammonites  canalienlatas  Buch. 

1831.  Ammonites  canaliculatus  Bach.   Recveil  de  Planches  de  Petrific.  remarq. 
Tab.  I,  Fig.  6—8. 

Zone  des  Ammonites  transversarius:  Paczaltowice  und  Trzebinia 
(Galizien),  Wannenthal  und  Lautlingen  bei  Balingen  (Württemberg), 
Eichberg  bei  Blumberg  (Baden),  Frickthal  und  Birmensdorf  (Gant. 
Aargau),  Oberbuchsiten  (Cant. Solothurn),  Umgebungen  von  Salins  und 


Digitized  by  CjOOqIc 


281 


(77) 


von  St.  Claude  (Jura),  Nantua  (Ain),  Trept  (leere),  Rians  (Var), 
Aubigne  (Sarthe),  St.  Maixent  und  Niort  (Deux-Sevres),  Frias  (Spa- 
nien).   Reicht  bis  in  die  untere  Region  des  Impressa-Thones. 

34.  Ammonites  hispidus  Opp. 

1863.  Ammonites  hispidus  Opp.  Pal.  Mittheil.  p.  193.  Tab.  52,  Fig.  2. 
Zone  des  Ammonites  tratisversarit4S  zu  Streitberg  in  Oberfranken 
(Bayern),  Lajutlingen  bei  Balingen  (Württemberg),  Bechtersbohl  bei 
Thiengen  (Baden),  Frickthal  und  Birmensdorf  (Aargau),  Trept  (Isere), 
St.  Maixent  (Deux-Sevres),  Frias  (Spanien).  Findet  sich  auch  rostgelb 
verkiest  in  den  thonigen  Lagen  an  der  Basis  der  Zone  der  Terebr.  impresso. 

35.  Ammonites  alternans  Buch. 

1831.  Ammonites  alternans  L.  v.  Bach.   Reoaeil  de  Planches  des  Petrification« 

rem.    Tab.  VII,  Fig.  4. 
1837.  Ammonites  alternans  Posch.   Pol.  Pal.  p.  155.   Tab.  XIII,  Fig.  12. 

Von  Pusch  aus  dem  Jura  von  Hloszowa  (Krakau)  erwähnt,  woselbst 
sie  von  Zeuschner  gesammelt  wurde,  fand  sich  die  Art  spater  noch  an 
zahlreichen  Lokalitäten  des  Polnischen  Jura.  Ausserdem  Bechtersbohl  bei 
Thiengen  (Baden),  Birmensdorf  (Cant.  Aargau),  Umgebungen  von  Saline 
und  von  St.  Claude  (Jura),  Tenay  (Ain),  Berg  Crussol  bei  Valence 
(Ardeche).  Beginnt  in  der  Zone  des  Amm.  transversarius  und  setzt  sich 
gegen  oben  bis  in  die  mittlere  Region  der  Kimmeridge-Gruppe  fort 

36.  Ammonites  tenniserratns  Opp. 

1863.  Ammonites  tenuiserratus  Opp.    Pal.  Hitth.  p.  200.  Tab.  53,  Fig.  2  a — o. 
Zone  des  Ammonites  transversarius.  Hornussen,  Kreisacker  und 
Birmensdorf  (Aargau),  Berg  Crussol  bei  Valence  (Ardeche),  Rians 
(Var),  Niort  (Deux-Sevres). 

37.  Ammonites  crenatns  Brug. 

1792.  Ammonites  crenatus  Brug.    Encycl.  meth.  I,  p.  37. 
Zone  des  Ammonites  transversarius.  Trzebinia  (Galizien),  Bechters- 
bohl bei  Thiengen  (Baden),  Birmensdorf  (Aargau),  St.  Claude  (Jura), 
Berg  Crussol  bei  Valence  (Ardeche),  Rians  (Var),  Niort  (Deux-Sevres). 
Erstreckt  sich  gegen  oben  bis  zu  der  Zone  der  Terebratula  impressa. 

38.  Ammonites  politns  Opp. 

1863.  Ammonites  lophotus  (pars)  Opp.  Pal.  Mitth.  Tab.  53,  Fig.  4  (nonFig.  3). 
Zone  des  Ammonites  transversarius  zu  Bechtersbohl  bei  Thiengen 
(Baden),  Birmensdorf  (Aargau),  Yoyeuse  bei  Aubenas  (Ardeche). 


(78) 


2S2 


89.  Ammonites  Hyaeinthus  d'Orb. 

1818-  Ammonites  Hyaeinthus  d'Orb.   Pal.  franc.  Terr.  jarass.  I,  p.  672  (pars). 
1851.  Ammonites  Hyaeinthus  d'Orb.   Prodr.  XIII.  50  (pars). 

Eine  dem  Ammonites  microdomus  Opp.  nahestehende  Art  aus  der  Zone 
des  AmmoniUs  transversarius  von  ftiort  (Deux-Sevres).  Der  im  Prodrome 
von  Neuvizi  erwähnte  Ammonit  gehört  zu  einer  verschiedenen  Species, 
dagegen  findet  sich  Ammonites  Uyacinthus  zweifelsohne  auch  in  den  Spon- 
gitenschichten  von  Birmensdorf  (Canton  Aargau.) 

40.  Ammonites  Erato  d'Orb. 

1848.  AmmoniUs  Erato  d'Orb.  PaL  fr.  Terr.  jorasj.  Tab.  201,  Fig.  3-6. 
Zone  des  Ammonites  transversarius :  Paczaltowice  und  Trzebinia 
(Ualizien),  Birmensdorf  (Canton  Aargau),  Berg  Crussol  bei  Valence 
(Ardeche)  Gigondas  (Vaucluse),  Iii  ans  (Var),  Kiort  (Deux-Sevres).  Er- 
streckt sich  auch  in  tiefere  und  höhere  Lagen,  doch  ist  der  verticale  Ver- 
breirungsbezirk  dieser  Species  noch  nicht  genauer  ermittelt. 

41.  Ammonites  Anar  Opp. 

1863.  Ammonites  Anar  Opp.   Pal.  Mitth.  p.  207.   Tab.  55,  Fig.  1  a— d. 
Zone  des  Ammonites  transversarius:  Trzebinia,  Grojec  (Galizien), 
Birmensdorf,  Thalheim,  Frickthal  (Canton  Aargau),  Berg  Crussol 
bei  Valence  (Ardeche). 

42.  Ammonites  öessneri  Opp. 

1863.  Ammonites  Gesaneri  Opp.   PaL  MittheiL  p.  208.  Tab.  51,  Fig.  2  a — d. 
Zone  des  Ammonites  transversarius:  Birmensdorf  (Canton  Aargau), 
First  wand  am  Glärnisch  (Canton  Glarus). 

43.  Ammonites  Bachianns  Opp. 

1803.  Ammonites  Bachianus  Opp.   Pal.  MittheU.  p.  208.   Tab.  :»:.,  Fig.  j. 
Zone  des  Ammonites  transversarius:  Trzebinia,  Mloszowa,  Grojec 
(Galizien)  Frickthal,  Birmensdorf  (Canton  Aargau),  Oberbuchsiten 
(Canton  Solothurn),  Trept  (Isere),  Yoyeuse  bei  Aubenas,  la  Voultc, 
Berg  Crussol  bei  Valence  (Ardeche),  Rians  (Var),  Niort  (Deux-S^vrcs). 

44.  Ammonites  semi planus  Opp. 

1803.  Ammonites  semiplanus  Opp.   Pal.  Mittheil.  p.  209.   Tab.  i>:>,  Fig.  4. 
Zone  des  Ainmonites  transversarius:   Birmensdorf  und  Frickthal 
(Canton  Aargau),  Trept  (Isöre),  Rians  (Var). 


283 


(79) 


45.  Amnionitis  («llfeerus  Opp. 

Ammonites  callicerm  Opp.  Pal.  Mitthell.  p.  210.  Tab.  55,  Fig.  2,  3. 
Zone  des  Antm.  transversarius:  Trzebinia  (Galizien),  Birmensdorf, 
Thalheira  und  Frickthal  (Cant.  Aargau),  Oberbuchsiten  (Cant  Solo- 
thurn),  Firstwand  am  Glärnisch  (Glarner  Alpen),  Trept  (Isere),  Yoyeuse 
bei  Aubenas  und  Berg  Crussol  bei  Valence  (Ardeche),  Rians  (Var), 
Niort  (Deux-Sevres). 

46.  Animonites  G  nielin  i  Opp. 

1863.  Ammonites  Gmelini  Opp.   Pal.  Mittheil.  p.  210.  Tab.  54,  Fig.  7  a— c. 
Zone  des  Amm.  transversarius :  B  i  r  m  e  n  s  d  o  r  f  (Cant.  Aargau ),  1  a  V  o  u  1 1  e 
und  Berg  Crussol  bei  Valence  (Ardeche),  Rians  (Var). 

47.  Ammonites  Maufredi  Opp. 

1863.  Ammonites  Manfredi  Opp.   Pal.  Mittheil.  p.  215.  Tab.  57,  Fig.2a-c. 
Zone  des  Anm.  transversarius  von  Trzebinia  (Galizien),  Bechters- 
bohl  bei  Thiengen  (Baden),  Kreisacker  bei  Brugg,  Birmensdo rf  (Cant 
Aargau),  Berg  Crussol  bei  Valence  (Ardeche).    Erstreckt  sich  auch  in  die 
darüberliegende  Zone  der  Terebraitda  impresso. 

48.  Ammonites  tortisnleatns  d'Orb. 

1840.  Ammonites  tortisulcaius  d'Orb.   Terr.  cfet.  I,  p.  162.  Tab.  51,  Fig.  4-6. 
Terr.  jutmi.  I,  1847  p.  189. 

Zone  des  Anm.  transversarius:  Zalas  westl.  von  Krakau  (Galizien), 
Birmensdorf  (Cant  Aargau),  Firvtwand  amGlärnisch  und  Walenstadt 
(Schweizer  Hochgebirge),  St.  Claude  (Jura),  Trept  (Isere),  Yoyeuse 
bei  Aubenas,  la  Voulte,  Berg  Crussol  bei  Valence  (Ardeche),  Gigondas 
(Vaucluse),  Niort  (Deux-Sevres).    Geht  in  höhere  und  tiefere  Lagen  über. 

49.  Ammonites  spec.  indet.  (Fimbriat), 

Zone  des  Amin,  transversarius:  Berg  Crussol  bei  Valence  (Ardeche).. 

50.  Ammonites  Oegir  Opp. 

1863.  Ammonites  Oegir  Opp.  Pal.  Mittheil.  p.  226.  Tub.  63,  Fig.  2. 
Zone  des  Amm.  transversarius:  Trzebinia  (Galizien),  Puchow  (Un- 
garn), Voglarn  bei  Passau  und  Oberhochstadt  bei  Weissenburg  (Bayern), 
Birmensdorf,  Frickthal,  Trimbach  (Cant.  Aargau),  Umgebungen  von 
Salins  und  von  St.  Claude  (Jura),  Trept  (Isere),  Berg  Crussol  bei 
Valence  (Ardeche),  Niort  (Deux-Sevres). 

(6)  19 


Digitized  by  Google 


(80) 


284 


51.  Amnionites  Rotnri  Opp. 

1863.  Ammonites  Rotari  Opp.   Pal.  Mittheil.  p.  227.   T»b.  63,  Fig.  3. 
Zone  de»  Amm.  transversarius :  Bozen  bei  Brugg  (Cant.  Aargau). 

52.  Ammonites  Meriaui  Opp. 

1803.  Ammonites  Meriaui  Opp.    Pal.  Mittheil.  p.  230.   Tab.  65,  Fig.  1. 
Zone  des  Amm.  transversarius:  Frickthal  und  Birmensdorf  (Cant. 
Aargau). 

53.  Ammonites  tnnsversarins  Quenst 

1847.  Amnionitis  transversarius  Quenst    Ceph.  p.  199.   Tab.  XV,  Fig.  12. 
1847.  Ammonites  Toueasianus  d'Orb.  p.  508.   Tab.  190. 

Zalas  und  Mirow  westlich  von  Krakau  und  Rogoznik  in  Galizien, 
Puchow  in  Ungarn  (Oesterreich),  Amberg  in  der  Oberpfalz  (Bayern), 
Lautlingen  (Württemberg),  Pützen,  Blumberg  (Baden),  Birmens- 
dorf  (Cant.  Aargau),  St.  Croix  (Cant.  Vaud),  Erzcck  übor  Engstlen  Alp 
(Berner Oberland),  Rottenstein  (Tiroler  Alpen),  St.  Claude  (Jura),  Tenay 
(Ain),  Gigondas  (Yaucluse),  Rians  und  Caussol  (Var),  Chatel-Censoir 
(Yonne),  Aubigne  (Sarthe),  Niort  (Deux-Sevres),  Frias  (Spanien),  Batna 
und  Ouarenccnis  (Algier). 

54.  Ammonites  Cliapnisi  Opp. 

1847.  Ammonites  mierostoma  impressae  Quenst  Ceph.   Tab.  XV,  Fig.  6. 
1857.  Ammonites  Chapuisi  Opp.   Juraform.  p.  605. 

Zone  des  Amm.  transversarius:  Birmensdorf  (Cant.  Aargau)  und 
vermuthlich  St.  Claude  (Jura),  wie  'aus  der  von  Etallon  erwähnten 
d'Orbigny 'sehen  Art  Amm.  Aeropus  hervorzugehen  scheint.  Da  sich  die 
Kieskerne  aus  den  Tmpressa-Thonen  von  Reichenbach  bei  Boll  früher 
ausschnüren  und  kleiner  bleiben  als  die  verkalkten  Exemplare  von  Birmens- 
dorf, so  ist  es  nicht  unwahrscheinlich,  dass  letztere  einer  besondern  Art 
angehören,  für  welchen  Fall  ich  die  Species  Ammonites  glomns  nenne. 

55.  Ammonites  Collinii  Opp. 

1863.  Ammonites  Cottinii  Opp.    Pal.  Mittheil.  p.  235.   Tab.  65,  Fig.  3,  4. 
Zone  des  Ammonites  transversarius  von  Grojec  im  Reg. -Bez.  Krakau 
(Oesterreich)  und  von  Birmensdorf  (Canton  Aargau). 

56.  Ammonites  Hiemeri  Opp. 

1863.  Ammonites  Hiemeri  Opp.   Pal.  MitttteiL  p.  243.   Tab.  65,  Fig.  6. 
Zono  des  Amm.  transversarius :  Birmensdorf  (Cant.  Aargau). 


Digitized  by  G 


285  (31) 


57.  Ammonit«s  Schill!  Opp. 

1863.  AmmoniUt  SckOli  Opp.   PaL  MittheU.  p.  215.   Tab.  65,  Fig.  7. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Trzebinia  und  Grojcc  Reg.-Be*. 
Krakau  (Galizien),  Puchow  an  der  Waag  (Ungarn),  Kreisacker  nord- 
westlich von  Brugg*  (Cant.  Aargau). 

58.  Ammonites  plicatilis  Sow. 

1817.  Ammonites  pliaUÜis  8ow.  Min.  Coach.  Tab.  CLXTI. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Trzebinia,  Mloszowa  und  Pa- 
caaltowice  bei  Krakau  (Galizien),  Puchow  an  der  Waag  (Ungarn), 
Voglarn  bei  Tassau  und  Amberg  in  der  Oberpfalz,  8treitberg  und 
Oberhochstadt  in  Franken  (Bayern),  Lautlingen  bei  Balingen  (Würt- 
temberg), Zollhaus,  Fütaen,  Sieblingen  (Baden),  Birmensdorf, 
Frickthal  (Cant.  Aargau),  Oberbuchsiton  (Cant  Solothurn),  Rüchen- 
stock  in  Unterwaiden  (Schweizer  Hochgebirge),  Umgebungen  von  Salin» 
und  von  St  Claude  (Jura),  Kantua  (Ain),  Trept  (Isdre),  Yoyeuse  bei 
Aubenas  und  Berg  Crussol  bei  Valence  (Ardeche),  Niort  (Deux-Sevres), 
Frias  (Spanien).  Weit  verbreitete  Art,  welche  sich  in  höhere  und  tiefere 
Zonen  erstreckt 

59.  Amnionitis  chluroolitkicus  GümbeL 

1864.  AmmomU»  chlorooUthicus  GümbeL   Oeagn.  Verb,  der  frank.  Alp  p.  55. 
8eparatabdr.  au*  EiebU  Bararia  Bd.  III,  Buch  IX. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Streitberg  und  Oberhochstadt 
in  Franken  (Bayern).  Es  wäre  möglich,  dass  auch,  noch  andere  bei  der 
vorigen  Species  angeführte  Lokalitaten  sich  auf  Vorkommnisse  des  Ammonites 
chlorooUthicus  bezögen. 

60.  Ammonites  Martelli  Opp. 

1863.  AmmoniUs  Martelli  Opp.  Pal.  Mitthefl.  p.  247. 
Zone  des  Amm.  transversarius.  Polnischer  Jura  westlich  von  Krakau 
zu  Trzebinia.  Eines  der  besterhaltenen  Exemplare  wurde  von  Herrn 
Schichtmeister  Fallaux  in  dem  Jurakalk  zu  Tenczy  unweit  der  Station 
Crzeszowice  gesammelt  Oberhochstadt  bei  Weissenburg  in  Mittelfranken 
(Bayern),  B ö  z  e  n  bei  Brugg  (Cant  Aargau),  Umgebungen  von  S  a  1  i  n  s  (Jura), 
Aubigne  (Sarthe). 

61.  (hemnitzia  Heddingtonensis  Sow.  apec. 

1813.  Mtlania  Heddingtonenns  Sow.   Hin.  Concb.   Tab.  XXXIX,  Fig.  2. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Aubigne  (Sarthe).   Geht  auch  in 
die  zunächst  angrenzenden  Zonen  über. 

(6*)  19» 


Digitized  by  Google 


(82)  286 


62.  Chemnitzia  spec.  indet 

Zone  des  Amm.  trunsversarius  von  Niort  (Deux-8evrea>.  Steinkern, 
vielleicht  zu  Chemniteia  Blandina  d'Orb.  gehörig. 

63.  Natica  cf.  (Hytia  d'Orb. 

185a  Natica  Clytia?  dOrb.    Prodr.  XIII,  9  » 

im.  Natica  Clytia  (pars)  d'Orb.  Terr.  jur.  II,  p.  2(X).  Tab.  292,  Fig.  3-4. 
Einige  Steinkerne  von  Niort  (Deux-Sevres).    Ich  vermuthe,  das» 
d'Orbigny  mehrere  Arten  unter  der  Bezeichnung  Natica  Clytia  vereinigte. 

64.  Neritopsis  albida  Scheuchz.  spec. 

1752.  Neritite*  albidtut  u.  s.  w.  Bcbeuchx.    Natur-  Hietorie  des  Schweizerlande« 
III,  p.  275,  Fig.  59. 

Zone  des  Amm.  traiisversarius  von  Birmcusdorf  (Cant.  Aargau). 
Scheuchzer  erwähnt  diese  Art  vom  Lägernberg. 

65.  Pleuroiomaria  spec.  indet 

Unvollständig  erhaltene,  verschiedenen  Species  angehörige  Steinlierne, 
von  welchen  schon  1708  in  Lang's  Hist.  Lap.  Tab.  XXX  und  1752  in 
Scheuchzer  Nat.  H.  Fig.  64,  65  mehrere  angeblich  vom  Lägern  her- 
rührende Stücke  abgebildet  wurden,  finden  sieb  nicht  selten  in  den  ver- 
steinerungsreichen Mergel-Schichten  des  Amm.  transversaritts  zu  Bir Hiens- 
dorf (Cant.  Aargau),  woselbst  ohne  Zweifel  auch  die  Lnng'schen  und 
Schcuchzer'schen  Exemplare  gesammelt  wurden. 

66.  Pholadomya  parcicosta  Agass. 

1842.  Pholadomya  parcicosta  Aga».  Myei  Tab.  VI,  Fig.  7—8,  Tab.  VI  b,  c. 
Klein  Lützel  (Cant.  Solothurn),  Umgebungen  von  Salins  und  St. 
Claude  (Jura),  Nantua  (Ain),  Aubigne  (Sarthe).  Wurde  in  den  spon- 
gitenreichen  Lagen  der  Zone  des  Amm.  transversarius  bisher  nicht  aufge- 
funden, charakterisirt  dagegen  die  thonigen  Niederschläge,  welche  sich  in 
der  obern  Hälfte  der  Oxford-Gruppe  als  schlammige  Uferbildung  in  vielen 
Gegenden  ausbreiten.  Doch  beginnt  diese  eigentümliche  Facies  gewöhnlich 
erst  über  der  Zone  des  Amm.  transversarius. 

67.  Pholadomya  laevi&scula  Agas». 

\m.  Pholadomya  laeviuscula  Aga«.   Mye«  p.  131.   Tab.  VIII,  Fig.  13-15, 
Tab.  VI',  Fig.  8-1U. 

Umgebungen  von  Salins  (Jura),  Aubigoe  (Sarthe).  Findet  sieh  in  den 
gleichen  Schichten  wie  die  vorhergehende  Species. 


Digitized  by  Google 


287 


(«») 


r.».  l'holadoinya  rf.  coiioentriea  Rom. 

183t».  Pholadomya  concentriea  K3m.  Ool.  p.  I».  Tab.  XVI,  Fig.  2. 
Häufig  zu  Chappois,  Supt  und  Montmarlon  in  den  Umgebungen 
von  Sali  na  (Jura).  Marco u  führt  ausser  Phol.  parcicostu,  cardissoides  und 
tumida  noch  zahlreiche  andere  Pholadomyen -Arten  aus  dem  Argovien  des 
Jura-Departements  an.  Seinen  Beobachtungen  zufolge  fehlen  die  Spongiten 
da  wo  die  Myaciten  häutiger  auftreten  und  umgekehrt. 

69.  Pholadomya  ringulata  Agass. 

18*2.  Pholadomya  cingulat«  Agus.  Jfyes  p.  133.  Tab.  VI  . 
Mehrere  benachbarte  Arten,  welche  sich  an  Pholadomya  cingulata  an- 
schliessen,  wie  Pholadomya  aaminata  Ziet.  Pholadomya  clathrata  Ziet.  und 
Quenst.  werden  in  der  Literatur  von  verschiedenen  Lokalitäten  erwähnt,  an 
welchen  dieselben  in  der  Zone  des  Ammonites  transversarius  vorkommen. 
Da  es  mir  an  Vergleichsmaterial  fehlt,  so  unterbleibt  eine  genauere  Prüfung 
ihrer  Morkmale  vorläufig.  Aargauer  Jura  und  Umgebungen  von  Satins 
und  St.  Claude  (Jura).  Vergl.  1846  Marcou  Rech,  sur  le  Jura  Snlinois 
p.  93.  Mösch  1856  Plötzgeb.  im  Cant.  Aargau  p.  53.  Etallon  1857  Esq. 
dune  Descr.  geol.  du  Haut  Jura  p.  34.  Waagen  1864  Der  Jura  in  Fran- 
ken, Schwaben  und  der  Schweiz  p.  198. 

70.  Trigonia  npec.  indet. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Aubigne  (Sartbe).  Die  seltenen 
Vorkommnisse  von  Trigonien,  welche  bisher  in  der  Zone  des  Amm.  trans- 
versarius nachgewiesen  werden  konnten,  beschränken  sich  auf  diejenigen 
Lokalitäten,  an  welchen  dieser  Horizont  in  Myaciten  und  Ausrern-Facics 
entwickelt  sich  zeigt;  während  an  den  Lokalitaten,  an  denen  Spongitenfacics 
herrscht,  wie  in  den  höheren  jurassischen  Scyphien kalken,  so  auch  in  der 
Zone  des  Amm.  transversarius  die  Reste  von  Trigonien  gänzlich  fehlen. 

71.  Cyprina  Calliope  d'Orb. 

1K»0.  Gyprina  Calliope  d'Orb.    Prodr.  XIII,  279. 
Eine  vermuthlich  aus  der  Zone  des  Amm.  transversarius  stammende 
Muschel,  welche  d'Orbigny  von  Fontenelay  bei  Besancon  (Doubs)  und 
von  Niort  (Deux-Sdvres)  anführt. 

72.  I  nicardium  globosnm  Agass.  spec. 

Mactromya  globosa  Ajjmj.   Myes  p.  2<H).   Tab.  IX  d,  Fig.  !)—  Ii. 
l.HjO.  Vnicardium  globoxum  d'Orb.    Prodr.  XIII,  313. 

Oünsberg  (Cant.  Solothurn),  Brillat  bei  Pont  de  fil-de-fer  und  St. 

Claude  (Jura).    Den  Bestimmungen  J.  Marcou's  und  Etallon's  zufolgn 

dürfte  das  Niveau  dieser  Muschel  der  Zone  der  Terebrattda  impresso-  entsprechen. 


Digitized  by  Google 


(84) 


238 


73.  Isocardia  Schüli  Opp. 

Höhe  28  Hm.,  Länge  29  Mm.,  Dicke  26  Mm.  Wirbel  kräftig  und  stark 
fibergebogen,  beinahe  zusammenstossend.  Gleicht  der  von  d'Orbigny  Terr. 
cret.  Tab.  250,  Fig.  9  — 11  abgebildeten  Isocardia  Neocomiensis,  doch  ver- 
jüngt sich  das  hintere  Ende  rascher  als  das  bei  letzterer  Art,  auch  ist  die 
Aussenseite  des  Steinkerns  von  Isocardia  Sckitti  schon  in  der  Wirbelgegend 
mit  feinen  radialen  Streifen  bedeckt,  welche  sich  jedoch  leicht  vorwischen. 
Wurde  von  H.  Dr.  Schill  in  der  Zone  des  Anmonites  transversarius  an 
der  Wannensteige  bei  Zollhaus  (Baden)  angefunden.  Isocardia  tenera 
Etailon  (von  Sow.)  aus  dem  Spongitien  von  8t.  Claude  (Jura)  und  Iso- 
Cftrdia  elongata  (PZiet.),  welche  Mosch  aus  dem  Aargauer  Jura  anfuhrt 
(Mosch  Flötzgeb.  p.  53),  durften  zu  der  gleichen  Species  gehören. 

74.  Isoarca  cordiformfa  nov.  spec. 

1752.  Concha  cordi formt*  u.  s.  w.  8cbeuchz«r.   Natur -Historie  des  Schweiler- 
Landes  III,  p.  292.   Fig.  80. 
)&)?.  Isocardia  truncata  P  Etall.    Esq.  geol.  du  Haut- Jura  p.  34  (nou  Ooldf.). 
18G1.  Isoarca  Lochcnsis?  Cartier,  Verband!,  der  naturf.  Ges.  iu  Basel  III,  p.  53. 

Zone  des  Amtn.  transversarius  von  Trzebinia  (Oalizien),  Birmens- 
dorf  (Cant.  Aargau),  St  Claude  (Jura),  Niort  (Dcux-Sevres). 

75.  Leda  spec.  ladet, 

1857.  Leda  nuda  (pars)  EtaUon.   Esq.  d'une  Descr.  geol.  da  Haut-Jura  p.  34 
(Young  *  Birdf). 

8pongitien  (Zone  des  Amm.  transversarius)  von  St.  Claude  (Jura). 

76.  Nacnla  spec.  ladet. 

Zono  des  Amm.  transversarius  von  Fützen  (Baden),  Birmensdorf 
(Cant.  Aargau).  Vergl.  N.  Calliope  d'Orb.  von  Etallon  Esq.  d'une  Descr. 
geol.  du  Haut -Jura  p.  34  aus  dem  Spongitien  von  St.  Claude  (Jura) 
angeführt. 

77.  Area  spec,  lud. 

Steink  ern  einer  kleinen  Art  mit  aufgeblähten  Wirbeln  von  Niort 
(Deux-Sevres). 

78.  MytilDs  ef.  Villerseasis  Opp. 

Vergl.  im  Vorhergehenden  p.  218(14).  Zone  des  Amm.  transrersarius 
von  Aubigne  (Sarthe). 


(85) 


79.  MytiliLs  Stnderi  Opp. 

Von  ähnlicher  Form  und  Umfang  wie  Modiola  tetmstriata  Ooldf.,  doch 
ist  die  Oberflüche  der  Schale  statt  mit  feineren  Streifen  mit  unregelmässigen 
Runzeln  bedeckt.  Zone  des  Amm.  transversarius  von  Trzcbinia  westlich 
von  Krakau  (Galizien).  Von  IL  C.  Möse h  wurde  die  Speciea  in  zahlreichen 
Exemplaren  an  mehreren  Punkten  des  Aargauer  Jura  gesammelt,  loh 
benenne  dieselbe  Herrn  Professor  Stüde r  in  Bern  zu  Ehren. 

80.  Lima  Niortoosta  Opp. 

Kleine  Muschel  von  23  Mm.  Länge  mit  glänzender  Schale,  deren  Ober- 
fläche eine  ähnliche  Punktation  zeigt,  wie  die  von  Goldfuss  Tab.  101,  Fig.  2 
abgebildete  Speciea.  Doch  fehlen  bei  Linkt  Niortensis  die  feinen  concen- 
trischen  Vertiefungen,  indem  sich  nur  vereinzelte  Anwachsringe  in  unregel- 
mässigen Zwischenräumen  bemerklich  machen.  Zone  des  An»»,  transversarius 
von  Niort  (Deux-Sevres). 

81.  Lima  (Ctenostrea)  Marronsana  Opp. 

1846.  Lima  tuhrtriata  Marco u.   Roch.  geoL  gar  le  Jura  salinois  p.  92.  M6tn. 
8oc.  g&ri  de  Fr.  T  Bd.  I.  (non  Ooldf.). 

Eine  von  Lima  pectini/ormis  verschiedene  Art,  welche  ich  ihrer  eigen- 
tümlichen blättrigen  Schalenbeschaffenheit  und  anderer  bezeichnender  Merk- 
male wegen  mit  der  fitchwald'tscaen  Gattung  Ctenostreon  vereinige.  Iläufig 
in  der  Zone  des  Atnmonites  transversarius  zu  Aubigne  (Sarthe),  seltener 
im  Argovien  von  Supt  (Jura).  Ein  Exemplar  von  Supt,  welches  mir  von 
J.  Marco u  mitgctheilt  wurde,  stimmt  mit  den  bei  Aubigne  gesammelten 
Stöcken  vollständig  aberein. 

82.  Ferna  spee  indet. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Aubigne  (Sarthe).  Dieses  Genus 
acheint  der  Myaricr-Faciea  ausschliesslich  eigenthümlich  zu  sein. 

83.  Pecten  spee.  indet. 

Kleine  Speciea,  deren  beinahe  glatte  Oberfläche  feine  concontrische 
Linien  zeigt    Zone  des  Amm.  transversarius  von  Aubigne  (Sarthe). 

84.  Peeten  sabpunetatus  Goldf. 

1833.  PtcUn  $ubpnnctatua  Ooldf.  II,  p.  48.   Tab.  IX,  Fig.  13. 

1861.  PecU*  subpumeiatus  Cartier.    Verhandl.  n«t.  Oo».  in  BaieL  III,  p.  53. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Eichberg  bei  Blumberg  (Baden), 
Oberbuchsiten  (Cant.  Solothurn),  Noiraiguo  im  Val  Travers  (Canton 


Digitized  by  Google 


(86) 


2yu 


Neuchätel),  St.  Claude  (Jura),  Tenay  (Ain).  Erstreckt  sich  bis  zu  der 
Zone  des  Ammonites  bimammutus,  aus  welcher  die  Species  zuerst  beschrie- 
ben wurde. 

85.  Pecten  vimineus  Suw. 

1826.  Pecten  vimineu»  8ow.  Tab.  .>C(,  Fig  1,  2. 
Fehlt  in  den  Cephalopoden  -  reichen  Spongitenachichtcn  der  Zone  dos 
Ammonites  transversarius,  findet  sich  dagegen  in  Bildungen  gleichen  Alters, 
jedoch  verschiedener  Facies  zu  Aubigne,  südlich  von  le  Mans  (Sarthe). 
Gegen  oben  erstreckt  sich  Pecten  vimineus  bis  zu  der  höheren  Zone  des 
Cidaris  florigemma  oder  des  „Coralbne  Ooliteu,  aus  welchem  die  Spccics 
zuerst  beschrieben  wurde. 

86.  Pecten  Inaeqnicostatus  Phill. 

1829.  Pecten  inaequicostatus  Phill.   Tab.  IV,  Fig.  tO. 
1836.  Pecten  octocoetattu  Röm.   Ool.  Tab.  III,  Fig.  18. 

Mit  der  vorigen  Art,  sowie  zu  Mesmay  bei  Quingey  (Jura). 

87.  Hinnites  cf.  velatns  Goldf.  spec. 

1836.  Spondylus  txlatus  Goldf.  Tab.  CV,  Fig.  4,  p.  94. 
Zone  des  Amm.  transiersarius  von  Birmensdorf  (Cant.  Aargau), 
Xoiraigue  im  Val  Travers  (Cant.  Neuchätel),  St.  Claude  (Jura).  Beschränkt 
sich  nicht  auf  die  einzige  Zone,  sondern  erstreckt  sich  auch  in  höhere 
Schichten ,  doch  wurde  der  verticale  Verbreitungsbozirk  dieser  Species  bisher 
nicht  mit  Genauigkeit  ermittelt. 

88.  Plicatula  spec.  indet. 

Mösch  erwähnt  eine  noch  unbestimmte  Art  der  Gattung  Plicatula  aus 
den  Birmensdorfer  Schichten  des  Aargauer  Jura,  während  Etallon  eine 
Species  als  Plicatula  tubifera  aus  gleichem  Niveau  von  St.  Claude  (Jura) 
anführt.  Auch  in  den  thonigen  Schichten  von  Aubigne  (Sarthe),  welche 
sich  dorten  in  der  oberen  Kegion  der  Zone  des  Ammonites  transvetsarius 
ausbreiten,  findet  sich  eine  durch  ihre  schuppige  Oberfläche  charakterisirte 
Art  nicht  selten.    Desgleichen  zu  Niort  (Deux-Sevres). 

89.  Ostrea  Blandina  d'Orb. 

Diese  Species  nebst  mehreren  anderen  zweifelhaften  Arten  wie  Crania 
porosa  Goldf.,  Sitondylus  pygmueus  Quensr.,  PKmtula  indet.  Quenst. 

Jura  Tab.  78,  Fig.  5,  finden  sich  ziemlich  spärlich  in  der  Zone  des  Am- 
monites  transversarius  zu  Birmensdorf  (Cant.  Aargau),  Noiraigue  im 


Digitized  by  Google 


(87) 


Val  Travers  (Cant.  Neuchatel),  8t.  Claude  (Jura),  Tenay  (Aiu),  Niort 
(Deux-Sevres),  Aubigne  (Sarthe).  Doch  erstrecken  sich  die  gleichen  Formen 
auch  in  höhere  Schichten. 

90.  Ostrea  gryphaea  tt  Schloth  spec. 

1820.  Ostracite*  gryphaeatu*  Sohloth.  p.  235. 

18G4.  Gryphaea  cotUroversa  Waagen.  Der  Jura  in  Fr.  u. «.  w.  p.  153  (non  Koem). 
Erinnert  an  Gryphaea  dilatata,  besitzt  aber  eine  flachere  unregelniäs- 
sigere  Form,  indem  zugleich  die  Krümmung  des  Schnabels  beinahe  vollständig 
hinwegfällt.  Findet  sich  sehr  häufig  zu  Aubigne  (Sarthe)  in  der  Zone  des 
Ammomtes  transversarius  oder  an  deren  oberer  Grenze.  Marcou  erwähnt 
die  Art,  aus  dem  Argovien  von  Poupet  und  Supt  bei  Salins  (Jura) 
unter  Hinweis  auf  deren  Verschiedenheit  von  Gryphaea  dilatata  (Vergl. 
Marcou  Jura  Salinois  p.  92,  Anm.).  Es  scheint,  das»  die  Muschel  hier  ein 
etwas  höheres,  den  Impressa-Thonen  ungefähr  entsprechendes  Niveau  ein- 
nimmt, desgleichen  zu  St.  Claude  (Jura).  Im  Schweizer  Jura  besitzt  die 
Art  eine  weite  Verbreitung.  Ziemlich  selten  in  den  untern  Schichten  des 
Terrain  a  chailles  findet  sie  sich  dagegen  in  grosser  Häufigkeit  unter 
den  durch  Cidaris  florigenmu  und  Heniiädaris  creitularis  charakterisirten 
Kalken  von  der  Stelli  bei  Ölten  (Cant.  Solothurn).  Dass  der  „Jurakalk- 
stein der  Gegend  von  Aarau",  aus  welchem  Schlotheim  diese  Species 
zuerst  erwähnt,  der  Zone  des  Amm.  biimtmirnttus  oder  einer  der  beiden  von 
Müsch  unterschiedenen  Formationsabtheilungen  der  „Geisberg-Schichten  und 
Crenulnris-Schichten44  in  der  That  entspricht,  scheint  aus  den  tabellarischen 
Zusammenstellungen  des  letzteren  (Verhandl.  der  Schweiz.  Naturf.  Ges.  1863) 
hervorzugehen. 

91.  Ostrea  ef.  rastellaris  Goldf. 

1833.  Ottrea  ratteUaris  Mttnit.  Goldf.   Tab.  LXXIV,  Fig.  3 
Zone  des  Amm.  transversarim  von  Oberbuchsiten  (Cant.  Soluthurn). 

92.  Terehratula  ef.  binuffamnata  Schloth.  spec. 

1820.  TerebrattUUes  bisuflarcinatus  Schloth.    Petrefk.  I,  279. 

1856.  Ttrebratula  büuflarcinata  Möscli.    FlStzgeb.  Cnnt.  Aarg.  p.  53. 

1857.  Terebratula  bicanalieulata  Etat).    E»q.  geol.  Haut-Jura  p.  35. 

1801.  Terebratula  büuffarcinata  Curtier.  Verh.  naturf.  Oes.  in  Basel  p.  53. 
Biplicate  Terebratel,  ähnlich  der  in  höheren  Schichten  vorkommenden 
Terebratula  bisuffarcinata  Schloth.  (Ziet.  Tab.  IV,  Fig.  3)  oder  mit  derselben 
übereinstimmend.  Zone  des  Amm.  transversarius  von  Trzebinia  u.  Grojec 
bei  Krakau  (Galizien),  Blumberg  (Baden),  Birmensdorf  (Cant.  Aargau), 
Oberbuchsiten  (Cant.  Solothurn),  Locle,  Noiratgue  im  Val  Travers 
{Cant.  Xeuch&tel),  St.  Claude  (Jura),  Niort  (Deux-Sevres). 


Digitized  by  Google 


(88)  292 


93.  Terebratula  Birmnisdorfensin  Escher. 

Terebratula  Birmensdorfensi«  K scher  von  der  Linth.  M.  8. 
1864.  Terebratula  Birmensdorfensi»  Waagen.  Württemb.  narurw.  Jahresh.  Der 
Jura  in  Franken,  Schwaben  und  der  Schwei!  p.  199. 

Bleibt  etwas  kleiner  als  die  vorige  Species  und  unterscheidet  sich  von 
dieser  durch  ihre  schmalere  Form.  Zone  des  Amm.  transversaritts  von 
Trzebinia  und  Mloszowa  bei  Krakau  (Galizien),  Eichberg  bei  Blum- 
berg und  Bechtersbohl  bei  Thiengen  (Baden),  Frickthal,  Birmens- 
dorf  (Cant  Aargau),  Locle  (Cant  Neuchdtel),  Niort  (Deux-Sevres). 

94.  Terebratula  cf.  orbls  Quenst.  (Waldheimia.) 

1857.  Terebratula  orbü  Quenatedt.  Jura  p.  639.  Tab.  79,  Fig.  23—29. 
Kleine  Terebratel  von  breiter  Form,  mit  deutlicher  Medianleiste  auf 
der  kleineren  Klappe.  Da  die  Exemplare  viele  Aehnlichkeit  mit  der  aus 
höheren  Lagen  beschriebenen  Terebratula  orbis  Quenst.  Jura  Tab.  79, 
Fig.  23 — 28  zeigen,  so  führe  ich  dieselben  unter  dieser  Bezeichnung  an. 
Mit  Ammonites  transversarius  in  den  Umgebungen  von  Fützen  und  Blum- 
berg (Baden),  Ober  buch  siten  (Cant  Solothurn),  Noiraigue  im  Val 
Travers  (Cant  Neuchatel),  Niort  (Deux-Sevres). 

95.  Terebratula  cf.  gutta  Quenst 

1857.  Terebratula  gutta  Quemtedt.  Jura  p.  639.  Tab.  79,  Fig.  21  u.  22. 
Diese  von  Quenstcdt  Jura  p.  039,  Tab.  79,  Fig.  21,  22  aus  der  Zone 
des  Ammonites  bunammatus  beschriebene  und  abgebildete  Art  wurde  neuer- 
dings von  H.  Dr.  Waagen  auch  in  der  Zone  des  Amm.  transversarius  zu 
Birmenadorf  (Cant.  Aargau),  und  zu  Noiraigue  im  Val  Travers  (Cant 
Neuchatel)  aufgefunden. 

96.  Terebratula  nicleata  Schloth  spec. 

1820.  Terebratulitet  nucUatus  8chloth.   Petrefk.  p.  281. 
Findet  sich  bei  Trzebinia  (Galizien),  Eichberg  bei  Blumberg  (Ba- 
den) und  zu  Birmensdorf  (Cant  Aargau)  in  der  Zone  des  Ammonites 
transversarius  und  erstreckt  sich  von  hier  bis  in  die  untere  Region  der 
Kimmeridge-Gruppe. 

97.  Terebratula  Karri  Opp. 

1820.  Terebratulites  rtticulatus  (pars)  Schloth.  p.  269- 

1852.  Terebratula  reticulata  Quenst.    Handb  Tab.  37,  Fig.  20  (non  Will.  8mith, 
non  Sow.). 

1857.  Terebratula  Kurri  Opp.   Juraform.  p.  688. 
Beginnt  in  der  Zone  des  Amm.  transversarius,  aus  welcher  mir  mehrere 
Exemplare  von  H.  Pfarrer  Cartier  in  Oberbu chsi ton  (Cant  Solothurn) 


Digitized  by  Google 


293  (89) 

mitgetheilt  wurden.  H.  Dr.  Waagen  sammelte  die  Art  zu  Noiraigue 
(Cant.  Neuch&tel).  Häufiger  in  der  Zone  de»  Anm.  bimammatus,  durch 
welche  sich  die  Art  bis  zu  der  Zone  des  Anm.  tenuilobatus  erstreckt.  Je 
nach  ihrem  Vorkommen  zeigen  die  einzelnen  Exemplare  Unterschiede  in 
der  äussern  Form,  welche  jedoch  bisher  nicht  zu  der  Abtrennung  mehrerer 
Arten  geführt  haben.  Von  der  als  Terebratula  retiadata  Suess  Brach,  der 
Stromberger  Schichten  Tab.  IV,  Fig.  1  abgebildeten  Art,  weichen  jedoch 
die  aus»eralpinen  Vorkommnis«;  sehr  wesentlich  ab,  wesshalb  ich  die  kleine 
Muschel  vom  Stramberg  als  besondere  neue  8pecies  benenne:  Terebratula 
seahrosa. 

98.  Megerlea  runefnata  Opp. 

1856.  Terebratula  loricata  MSscfa.   Flötxgeb.  Cant  Aar*,  p.  5.1  (  non  gchlolh). 

1857.  Terebratella  loricata?  Btallon.  Eiq.  d'nne  Descr.  geol.  doHant-Jara  p.  35. 
1861.  Terebratula  loricata  Cartier.  Verliandl.  naturf.  Oe«.  in  Basel  III,  p.  53. 
1864  TcrtbrateUa  loricata  Waagen  Der  Jura  in  Franken,  Schwaben  etc.  p.  143. 

Diese  bei  Birmensdorf  häufige,'  auf  die  Zone  des  Anmonites  trans- 
versarius  beschrankte  Art  unterscheidet  sich  Ton  Megerlea  loricata  durch 
geringere  Ausbildung  des  mittlem  Sinus  und  Wulstes,  durch  schwächere 
oder  beinahe  fehlende  Knotung  der  Radialrippen,  durch  eine  etwas  schma- 
lere Form  sowie  noch  andere  Merkmale,  welche  die  leicht  erkennbare 
Muschel  besitzt  und  welche  ich  später  durch  eine  besondere  Abbildung  zu 
veranschaulichen  gedenke.  Zone  de«  Ammonites  transversarius  von  Blum- 
berg und  Bechtersbohl  bei  Thiengen  (Baden),  Birmensdorf  (Aargau), 
St.  Claude  (Jura).  Beträchtlichere  Unterschiede  zeigt  die  von  Zieten 
Tab.  XL  III,  Fig.  6  als  Terebratula  truncata  abgebildete,  von  der  Sowerby'- 
schen  wie  von  der  Gmelin'schen  Terebratula  truncata  abweichende  Art  au» 
dem  Nattheimer  Coralrag,  für  welche  ich  die  Bezeichnung  Megerlea  Guenibeli 
wähle.  Quenstedt  Jura  p.  743  fuhrt  diese  Art  unter  der  Bezeichnung 
Terebratula  loricata  truncata  an. 

99.  Megerlea  minima  Lang.  sp.  Meg.  pectancnliu  versch.  Aut. 

1708.  Pectunculut  minimtu  Lang.  H.  L.   Tab.  XLV,  Fig.  1,  2  ip.  147). 
Meytrlta  oder  Terebr.  pectunculus  rersrhiedener  Autoren. 

Ich  habe  in  den  vorhergehenden  Listen  die  Bezeichnung  Megerlea  pec- 
tunvulus  beibehalten,  richtiger  würdo  aber  in  Zukunft  die  Lang'sche  Species- 
bezeichnung  zu  wählen  sein,  da  die  Abbildung  der  vom  Lägern  berg  zuerst 
erwähnten  kleinen  Muschel  in  dem  Lang'schen  Werke  die  mit  Megerlea 
pectunculus  identische  Art  wohl  erkennen  Iässt.  Zone  des  Anm.  transversa-' 
rius  von  Birmensdorf  (Cant.  Aargau),  Oberbuchsiten  (Cant.  Solothurn), 
8t.  Claude  (Jura),  Tenay  (Ain),  Trept  (Isere),  Niort  (Deux-Sevres). 


Digitized  by  Google 


(90) 


294 


100.  Metrie*  tmbtrigonella  Opp. 

Charakteristische  Art  ähnlich  der  Teicbrattda  trinyonella ,  jedoch  von 
breiterer  Form,  mit  hohen  Radialrippen  versehen,  zwischen  welchen  sich 
zahlreiche,  dem  Rande  parallel  laufende  Qucrfalten  legen.  Breite  16  Mm., 
Länge  13  Mm.,  Dicke  7  Mm.  Da  ich  es  nicht  für  unmöglich  halte,  das» 
Spiriyera  sitbtrigonella ,  welche  Etallon  (Esq.  geol.  Haut-Jura  p.  35)  aus 
den  Spongitenschichten  von  St.  Claude  (Jura)  erwähnt,  zu  der  gleichen 
Species  gehört,  so  wähle  ich  eine  hiemit  vereinbare  Bezeichnung.  Einzelne 
Exemplare  der  Muschel,  bei  welchen  die  symmetrische  Stellung  der  radialen 
Erhöhungen  durch  Einschiebung  von  Zwischcnfalten  verloren  geht,  nähern 
sich  ihrer  äussern  Form  nach  der  vorher  gehenden  weit  kleineren  Species, 
wesshalb  ich  die  Muschel  nach  den  für  T.  pectunetdus  gegebenen  Suess'schen 
Bestimmungen  zu  der  Gattung  Megerlea  stelle.  Findet  sich  ziemlich  selten 
zu  Birmensdorf  (Cant.  Aargau). 

101.  Theridiom  ef.  antiqunm  üoldf. 

Eine  kleine  als  Tlteeidea  aniiqua  und  Thccidea  Virdunensis  in  den 
Schriften  von  Waagen  und  Etallon  angeführte  Art  findet  sieh  nicht  selteu 
in  der  Zone  des  Ammonitcs  trunsrersaritts  zu  Oberbuchsiten  (Cant.  Solo- 
thurn),  zu  St.  Claude  (Jura)  und  zu  Aubigne  (Sarthe). 

102.  Rfaynehoiiella  Arolira.  Opp. 

18Ü6.  Terebratula  laeunosa  Hö*ch.  Flßtzgeb.  Cant.  Aargmi  p.  5  5  (non  8chloth. >. 
]»57.  Bhynchonella  lacunota  Etall.   Esq.  d'une  Deicr.  geol.  du  H.-Jura  p.  35 
(non  8cbJoth.). 

1664.  Rhyndwnclla  sparsicosta  (pars)  Waagen.    Jura  in  Franken,  Schwaben 

und  der  8chweiz  p.  199  (non  Opp.). 
186-1.  JthynchoneUa  laeunosa  (pars)  Heer.   Die  Urwelt  der  8chweix  p.  137. 

Fig.  87  (non  Schloth.). 

Unterscheidet  sich  von  Rhynchonella  laeunosa  durch  stärkere,  weniger 
zahlreiche  Falten,  welche  zu  dreien  (ausnahmsweise  auch  2  oder  4)  auf  dem 
hohen  Wulst  der  kleiueren  Schale  angebracht  sind,  während  auf  beiden 
Seiten  gewöhnlich  je  2  etwas  schwächere  Rippen  verlaufen.  Von  Rhyncho- 
nella  sparsicosta  weicht  die  Species  dadurch  ab,  dass  ihre  Falten  nicht  erst 
auf  der  Mitte  der  Schalen,  sondern  in  der  Wirbelgegend  beginnen.  Ich 
beziehe  mich  auf  die  neuerdings  von  H.  Prof.  Heer  veröffentlichte  Ab- 
bildung, indem  ich  die  in  der  Zone  des  Amnionitis  trausrersarius  ver- 
breitete Species  Rhynchonella  Arolica  nenne.  Sie  findet  sich  am  Zollhaus 
und  zu  Bechtersbohl  bei  Thiengen  (Baden),  Birmensdorf  und  Frick- 
thal  (Cant.  Aargau),  Oberbuchsiten  (Cant.  Solothuru),  Noiraigue  im 


Digitized  by  Google 


295 


(91) 


Val  Travcn  (Cant.,  Neuchafel),  ?St.  Claude  (Jura),  Trept  (Isere),  Berg 
Crussol  bei  Valence  (Ardeche).  Eine  grossere  Varietät  von  RkynehoneUn 
Arolira,  welche  im  Krakauer  Jura  an  vielen  Lokalitäten  in  der  Zone  des 
Ammonites  transversarius  vorkommt  und  von  Hohenegger  insbesondere 
zu  Trzebinia  in  grosser  Menge  gesammelt  wurde,  unterscheide  ich  als 
Rh.  Visnliea. 

104.  Rhyiifhonflla  ef.  striocineta  Quenst.  spec. 

1852.  Terebratula  striocineta  Quenst.  Handb.  p.  455.  Tab.  36,  Fig.  24. 
Zone  des  Ammonitrs  transversarius  von  Birmensdorf  (Cant.  Aargau), 
Ober  buch  siten  (Cant.  Solothurn),  Noiraigue  im  Val  Travers  (Cant. 
Neucbatel),  St,  Claude  (Jura).  Doch  wird  erst  eine  genauere  Untersuch- 
ung der  in  der  Zone  des  Amm.  transversarius  vorkommenden  Exemplare 
lehren,  ob  dieselben  in  der  That  mit  der  aus  höheren  Schichten  beschrie- 
benen Quenstedt'schen  Art  vollkommen  übereinstimmen. 

105.  Rhynchonella  ef.  strioplieata  Quenst. 

1852.  Terebratula  strioplieata  Quenst.  Handb.  p.  455.  Tab.  36,  Fig.  23. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Oberbuchsiten  (Cant.  Solothurn), 
St.  Claude  (Jura).  Auch  bei  dieser  Species  ist  die  Identität  zwischen  den 
Exemplaren  der  höhern  und  tiefern  Schichten  noch  nicht  sicher  erwiesen. 

10G.  Rhynchonella  rf.  triloboides  Quenst.  spec. 

1852.  Terebratula  triloboides  Quenat.  Handb.  p.  455.  Tab.  36,  Fig.  29. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Eichberg  bei  Blumberg  (Baden). 

107.  Rhynchonella  ef.  Hpinolosa  Opp. 

1856.  Terebratula  spinosa  Moesch.  Flfttzgeb.  im  Cant.  Aargau  p.  53. 

1857.  Rhynchonella  spinulosa  Opp.    Juraform.  p.  608. 

1857.  Hemithiris  senticosa  Etall.   Esq.  Descr.  geol.  du  Haut-Jura  p.  35. 
1861.  Terebratula  senticosa  Cartier.    Verh.  naturf.  Oes.  au  Basel.  III,  p.  53. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Birmenadorf  (Cant  Aargau),  Ober- 
buchsiten (Cant.  Solothum),  St.  Claude  (Jura),  Aubigne  (Sarthe). 
Aehnliche  Formen  finden  sich  auch  in  höheren  und  tieferen  Lagen. 

108.  Craula  ef.  aspera  Goldf. 

1841.  Crama  aspera  Mngt.,  Gdf.  Petrof.  Germ.  II,  p.  297.  Tab.  163,  Fig.  7. 
Diese  von  Goldfuss,  Tab.  163,  Fig.  7  aus  höhern  Jura  -  Schichten 
beschriebene  Art  wurde  neuerdings  von  H.  Dr.  Waagen  in  der  Zone  des 
Amm.  transversarius  bei  Oberbuchsiten  (Cant Solothurn)  undzuNoiraigue 
im  Val  Travers  (Cant.  Neucbatel)  nachgewiesen.  Vergl.  W.Waagen  1864 
der  Jura  in  Franken,  Schwaben  und  der  Schweiz  p.  148  und  p.  150. 


Digitized  by  Google 


(M) 


29(5 


108*.  Disrina  Moeachi  Opp. 

1856.  Orbicula  radiata  Mösch.    Das  Flötzgebirge  im  Canton  Aargau  p.  51 
{Orb.  radiata  PhilU). 

Zone  des  Amm.  transversarius  im  Canton  Aargau. 

109.  Lingula  Oxfordiana  d'Orb. 

1850.  Lingula  Oxfordiana  d'Orb.    Prodi-.  XIII,  155. 

1857.  Lingula  Oxfordiana  Etall.   Eiq.  geol.  Haut-Jura  p.  35. 

1862.  Lingula  Oxfordiana  Deslongeh.   Et  crit  aur  les  Brach,  nour.  p.  37. 
Tab.  VI,  Fig.  15,  16.  * 

Wird  von  Etall on  aus,  dem  Spoogitien  von  St.  Claude  (Jura)  er- 
wähnt. Das  Exemplar  der  d'O  rb  ig  ny 'sehen  Sammlung  stammt,  wie  Des- 
longchamps  angiebt,  von  Lagrange-Lapraille-de-Charnix,  Um- 
gebungen von  Nantua  (Ain),  aus  mergeligem,  hartem,  rauchgrauem  Kalk- 
stein, welcher  vermuthlich  der  gleichen  Zone  angehört 

110.  Cellepora  orbiculata  Goldf. 

1831.  Cellepora  orbiculata  Ooldf.  I,  p.  28.   Tab.  XII,  Fig.  2. 
1850.  Diastopora  orbiculata  d'Orb.    Prodr.  XIV,  403. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Oberbuchsiten  (Cant.  Solothurn), 
Aubigne  (Sarthe).  Findet  sich  auch  in  den  höheren  Spongiten-Schichten 
der  Zone  des  Ammonites  bimammatusy  aus  welcher  die  Species  zuerst  be- 
schrieben wurde. 

111.  Stomatopora  cf.  eorallina  d'Orb.  spec. 

1831.  Äulopora  dichotoma  Ooldf.  p.  218.  Tab.  LXV,  Fig.  2  (non  Lamouroux). 
1848.  Stomatopora  dichotoma  Bronn.    Index  p.  1201. 
1850.  Alecto  eorallina  d'Orb.   Prodr.  XIV,  401. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Oberbuchsiten  (Cant.  Solothum). 

Bei  Streitberg  findet  sich  die  Species  in  höheren  Schichten. 

112.  Ceriopora  clavata  Goldf. 

1831.  Ceriopora  clavata  (pan)  Ooldf.  p.  36.  Tab.  X,  Fig.  15  o— f  (noo  Fig.  15  a,  b). 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Noiraigue  im  Val  Travers  (Cant. 
Neuch&tel).  Von  Goldfuss  aus  jurassischen  Schichten  unbestimmten  Alters 
beschrieben. 

113.  Ceriopora  compada  Quenst 

1857.  Ceriopora  compada  Quenst   Jura  p.  665.  Tab.  81,  Fig.  62,  63. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Oberbuchsiten  (Cant  8olothurn). 
Die  Schichten  vom  Böllart,  aus  welchen  die  Species  von    uenste dt  be- 
schrieben wurde,  gehören  der  Unterregion  der  Zone  des  Amm.  bimammutus  an. 


297 


(93) 


114.  Ceriopora  radiciformis  Ooldf. 

1831.  Ceriopora  radiciformin  Ooldf.  I,  p.  34.   Tab.  X,  Fig.  8. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Oberbuchsiten  (Cant.  Solothurn), 
St  Claude  (Jura).    Die  Goldfuss'schen  Originalexemplare  stammen  aus 
verschiedenen  Horizonten  der  Oxford-  und  Kimmeridge-Oruppe. 

115.  Chirodota  vetusta  Schwager.  M.  8. 

Fig.  3. 


Mikroskopisch  kleine,  in  der  Zone  des  Amm.  transversarius  vorkom- 
mende  Kalkräder  einer  Holothurie  von  ähnlicher  Form  wie  sie  bei  den 
Chirodoten  vorkommen.')  Die  Räder  werden  von  einem  Ringe  gebildet, 
auf  welchem  sich  sieben,  gegen  die  Peripherie  ziemlich  deutlich  begronzto, 
mit  einem  stumpfen  Stiele  versehene  Speichen  abheben,  welche  sich  in  der 
Mitte  zu  einer  flachen  vertieften  ungetrennten  Platte  vereinigen.  Die  Unter- 
seite ist  entsprechend  gewölbt  mit  sternförmig  ausstrahlenden,  kurzen,  ge- 
rundeten, den  Speichen  parallel  laufenden  Leisten  versehen.  Der  Zwischen- 
raum der  Speichen  ist  ausgefüllt,  doch  Hess  sich  nicht  entscheiden,  ob  er 
erst  'später  incrustirte  oder  ob  er  ursprünglich  geschlossen  war.  Findet  sich 
nicht  selten  in  der  Zone  des  Amm.  transversarius  zu  Aubign6  (Sarthe) 
und  Crussol  bei  Valence  (Ardeche). 

116.  Cidaris  propinqua  Goldf. 

1831.  CidariUs  propinquus  Goldf.  1,  p.  119.   Tab.  XL,  Fig.  1. 
Zone  des  Amm.  transversarius:  Frickthal,  Birmensdorf  (Cant.  Aar- 
gau), Oberbuchsiten  (Cant.  Solothurn),  St.  Claude  (Jura),  erstreckt 
sich  auch  in  höhere  Zonen. 

117.  Cidaris  oenlata  Agass. 

1840.  Cidaris  oculata  Agass.   Descr.  Ech.  s.  II,  p.  63.  Tab.  XXI  a,  Fig.  15—17. 
Soll  nach  Des or  Syn.  aus  dem  Argovien  vom  Randen  (Baden)  stammen. 


')  Chirodota  violacea  Peters  ton  Mosambique.  Bronn  Clasa.  und  Ordn.  des  Thier- 
reichs p.  372.  Tab.  XLV,  Fig.  9. 


Digilized  by  Google 


(94) 


298 


118.  Oidaris  laevigata  Des. 

iar)8.  Cidaris  laevigata  Desor.  8yn.  p.  10. 
Nach  Desor  aus  dem  Argovien  von  Birmensdorf  und  Weesen- 
berg bei  Mandach  (Cant.  Aargau). 

119.  Cidaris  coronata  Goldf. 

1831.  Cidaritcs  coronatus  Ooldf.  I,  p.  119.   Tab.  XXXIX,  Fig.  8. 
Zone  des  Amm.  transvcrsarius  von  Birmensdorf  (Cant.  Aargau),  Ober- 
buchsiten  (Cant.  Solothurn),  Noiraigue  im  Val  Travers  (Cant.  Neu- 
chätel),  St.  Claude  (Jura).    Erstreckt  sich  bis  in  die  Corallriffe  der  Ki- 
meridge-Gruppe. 

120.  Cidaris  laevinsmla  Agass. 

1840.  Cidaris  Uieciuscula  Agass.  Descr.  Ech.  s.  II,  p.  64.  Tab.  XXI  a,  Fig.  18-20. 
Zone    des  Amm.  transvcrsaritts  von  Birmensdorf  (Cant.  Aargaul, 
Oberbuchsiten  (Cant.  Solothurn). 

121.  Cidaris  fllograna  Agass. 

1840.  Cidaris  ßograna  Agass.   Descr.  Ech.  s.  II,  p.  77.  Tab.  XXI  a,  Fig.  11. 
Zone  des  Amm.  transvcrsarius  von  Birmensdorf  (Cant.  Aargau), 
Oberbuchsiten  (Cant.  Solothurn),  Noiraigue  im  Val  Travers  (Cant. 
NcuchÄtel),  St.  Claude  (Jura),  Trept  (Isere),  Niort  (Deux-Sevres). 

122.  Cidaris  Cartieri  Dos.  M.  S. 

1861.  Cidaris  Cartieri  Carl.    Verb,  naturf.  Ges.  in  Basel  III,  p.  53. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Oberbuchsiten  (Cant.  Aargau). 

123.  Cidaris  semiaspera  Des.  M.  S. 

1861.  Cidaris  semiaspera  Cart.    Verb,  naturf.  Oes.  in  Basel  III,  p.  53. 
Zone  des  Amin,  transversarius  von  Oberbuchsiten  (Cant.  Aargau). 

124.  Rhabdocidaris  prismatica  Des. 

1858.  Hhabdocidari«  prismatica  Desor.    Syn.  p.  437. 
Nach  Desor  aus  kalkigen  Schichten  der  Oxford-Gruppe  vom  Bützberg 
(Cant.  Aargau).    Lager  unsicher. 

125.  Rhabdoddaris  Remos  Desor. 

1858.  Hhabdocidaris  Remus  Desor.   8yn.  p.  43. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  St.  Claude  (Jura).    Wird  auch 
aus  tieferen  Schichten  angeführt. 


Digitized  by  Google 


299_  (95) 

126.  Hemicidaris  Hegii  Desor.  M.  S. 

1861.  Hemicidaris  Hugii  Cartier.    Verh.  naturf.  Oes.  in  Basel  III.  p.  53. 
Zone  des  Amin,  transversarius  von  Oberbuchsiten  (Cant.  Solothurn). 

127.  Pseadodiadema  tangi  Desor. 

1858.  Pseudodiadema  Langt  Desor.    8jn.  p.  65. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Trzebinia  (Galizien),  Bir Hiens- 
dorf und  Kreisacker  (Cant.  Aargau). 

128.  Pseudodiadema  priscnm  Agass.  spec. 

1840.  Diadema  priscum  Agas«.    Descr.  Ech.  foss.  8.  II,  p.  21.   Tab.  XVII, 
Fig.  11—13. 

1859.  Pseudodiadema  priscum  Cottoau  &  Trig.   Eohin.  du  Dep.  de  la  SarUie 
p.  93.   Tab.  XXI,  Fig.  1-4. 

Findet  sich  nach  Cotteau  in  den  Oxfordkalken  vonAubigne  (Sarthe), 
während  Etallon  die  Species  aus  dor  Zone  der  Terebratuia  imjyressa  von 
St.  Claude  (Jura)  anführt.  Greasly  sammelte  die  Art  in  den  bekannten 
Oxfordschichten  vom  F  ringe  Ii  (Cant.  Bern).  Vermuthlich  liegt  dieselbe 
unmittelbar  über  der  Zone  des  Amm.  transversarius. 

129.  Magnosia  derorata  Agass.  spec. 

1846.  Eucosmus  decorat  us  Agass.    Cat  rais.  p.  52.   Tab.  XV,  Fig.  12,  13. 
1858.  Magnesia  decorata  Desor.    Syn.  p.  116. 

Zone  des  Amm.  transversarius  vom  Randen  (Baden)  und  von  Bir- 
mensdorf  (Cant.  Aargau).  Es  ist  noch  unentschieden,  ob  Echinus  nodulosus 
Quenst.  aus  der  Zone  des  Ammonites  bimammatus  zu  der  gleichen  Art  gehört. 

130.  Disaster  granulöses  Goldf.  spec. 

1831.  Nudeolües  granulosus  Goldf.  I,  p.  138.   Tab.  43,  Fig.  4. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Niort  (Deux-Sevres).    Besitzt  eine 
grössere  verticale  Verbreitung,  welche  jedoch  bisher  nicht  genauer  fest- 
gestellt wurde. 

131.  Collyrites  carinata  Leske  spec. 

1839.  Disaster  carinatus  Agass.   Descr.  Echin.  s.  II,  p.  4.  Tab.  IV,  Fig.  4—6. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Lautlingen  (Württemberg),  Bir- 
mensdorf  (Cant.  Aargau). 

132.  Astropecten  spee.  indet 

Einzelne  Tafeln  von  ähnlicher  Form,  wie  sie  Goldfuss  als  Asterias 
jurensis  abbildet  Eichberg  bei  Blumberg  (Baden),  Birmensdorf 
(Cant.  Aargau). 

(7)  20 


Digitized  by  Google 


(96) 


300 


133.  I'edice Ilaria  (Astropecten)  Sarthaceiwis  Schwag.  M.  S. 

Fig.  4. 


Gleicht  der  Pedicellaria  von  Goniaster  imprcssus  Quenst.  (vergl.  Schwa- 
ger Beirr,  zur  Kenntniss  der  mikrosk.  Fauna  jurassischer  Schichten,  Separat- 
Abdr.  Württemb.  naturwissensch.  Jahresh.  18G5  Heft  1,  Tab.  VII,  Fig.  27), 
ohne  jedoch  vollständig  damit  übereinzustimmen.  Dagegen  könnten  diese 
Theile  sehr  wohl  zu  der  vorhergehenden  Art  gehören.  • 

Basis  erweitert,  in  der  Mitte  etwas  eingedrückt,  Stiel  kantig,  gegen 
oben  von  gleichmässiger  Dicke.  Der  zangenförmige  Körper  besitzt  eine 
breite,  dreieckige,  spatolförmige ,  durch  scharfe  Ränder  begrenzte  Gestalt. 
Länge  0,3  Mm. 

Mit  Amm.  transversarius  in  den  thonigen  Kalken  von  Aubigne  (Sarthe). 

134.  Comatnla  Claudiana  Erall. 

1857.  Comatuia  Claudiana  Etall.   E*q.  d  une  d*scr.  geol.  da  Haut-Jura  p.  116. 
Wird  von  Etallon  aus  dem  Spongitien  von  St.  Claude  (Jura)  ohne 
genauere  Bestimmung  der  Speciesmerkmale  angeführt. 

135.  13G.  Solanocrinos  2  Spec 

Herr  Pfarrer  Cartier  erwähnt  zwei  Arten  der  Gattung  Solanocrinus 
als  S.  scrobiculaUts  und  S.  asper  (1803  Verhandl.  der  naturf.  Ges.  III,  p.  52) 
aus  den  Spongitenschichten  von  Oberbuchsiten  (Cant.  Solothurn). 

137.  Engeniacrinos  carvophyllatus  Goldf. 

1752.  Cqryophyllu*  lapideu*  8cheuchz.  Natur-Historie  des  8chweizerlandcs  III, 

p.  330.    Fig.  164-1 6ß. 
1813.  Encriwtes  caryophyllites  Schloth.   Taschenb.  p.  50. 
1822.  Eugemacrinites  quinquanoulari*  Schlot».    Nachtr.  p.  8G. 
1831.  Eugeniacrinites  caryophyllatus  Goldf.  I,  p.  16,1.   Tab.  T>0,  Fig.  3. 

Zone  des  Amm.  transversarius  vom  Randen  (Baden),  Frickthal, 
Birraensdorf  (Aargau),  Xoiraigue  im  Val  Travers  (Cant.  Neuchätel), 
St.  Claude  (Jura),  Tenay  (Ain).  Aus  gleicher  Lage  scheinen  die 
Scheuch  zergehen  Exemplare  zu  stammen.  Es  wird  sich  bei  genauerer 
Untersuchung  ermitteln  lassen,  ob  die  in  höhern  Zonen  vorkommenden 
Exemplare  zu  derselben  Species  gehören,  wie  bisher  angenommen  wurde. 


Digitized  by  Google 


301 


(97) 


138.  EUgeniacrinaä  coronatus  Quenst. 

1852.  Eugeniacrinites  coronatus  Quentt.   Handb.  p.  615.   Tab.  53,  Fig.  45. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Birmensdorf  (Cant.  Aargau),  St. 
Claude  (Jura). 

139.  Eugeniacrinns  nntans  Goldf. 

1831.  BugtntacnmUs  nutans  Ooldf.  I,  p.  164.   Tab.  50,  Fig.  4. 
Zone  de«  Amm.  transversarius  von  Birmensdorf  (Cant  Aargau),  Noi- 
raigue  im  Val  Travere  (Cant.  Neuchatel),  St.  Claude  (Jura).  Aehnliche 
Formen  erstrecken  sich  von  der  Zone  des  Ammonites  Lamberti  an  bis  in 
die  untere  Region  der  Kirameridge-Gruppe. 

140.  Engeniacriniis  comp  renalis  Goldf. 

1752.  Scyphoida  lapiüus  pedanculo  carens  8cheochz.    Natura,  des  Sobweiaerl. 

UI,  p.  33a    Fig.  176. 
1831.  Eugmiacrimte.»  compressus  Ooldf.  I,  p.  164.   Tab.  50,  Fig.  5. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  St.  Claude  (Jura),  Niort  (Deux- 
Sevres).    Reicht  bis  zu  der  Zone  des  Ammonites  tenuäobatus. 

141.  EngeniaeriiMs  Hoferi  Goldf. 

1831.  Eugeniacrinites  Hoferi  Ooldf.  I,  p.  166.   Tab.  60,  Fig.  9. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Oberbuchsiten  (Cant.  Solothurn). 
Häufiger  findet  sich  diese  Art  in  der  Zone  des  Ammonites  bimatnmatus. 

142.  Tetracrinus  moniliformis  Goldf.  spec. 

1831.  Eugeniacrinites  moniliformis  Ooldf.  I,  p.  165.   Tab.  60,  Fig.  8. 
1839.  Tctracrinus  moniliformis  Mttnst.  Beitr.  I,  p.  88.   Tab.  IX,  Fig.  3,  4. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Birmensdorf  (Cant  Aargau), 
Noiraigue  im  Val  Travers  (Cant.  Neuch&tel),  St  Claude  (Jura).  Er- 
streckt sich  bis  zu  der  Zone  des  Ammonites  bimatnmatus. 

143.  Pictetierinos  parasitier  Etall. 

Wird  von  Etall on  (Esq.  d'une  Descr.  geol.  du  Haut-Jura  p.  36)  aus 
dem  Spongitien  von  St  Claude  (Jura)  ohne  Angabe  von  bezeichnenden 
Merkmalen  erwähnt. 

144.  PentaoriniLS  cingulatus  Goldf. 

1831.  Pentacrimte*  cingulatus  Ooldf.  I,  p.  174   Tab.  53,  Fig.  1. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Birmensdorf  (Cant  Aargau), 
Oberbuchsiten  (Cant  Solothurn),    Noiraigue  im  Val  Travers  (Cant 
Neuchatel),  St  Claude  (Jura).  Säulenglieder  von  ähnlicher  Form  erstrecken 
(7*)  20* 


Digitized  by  Google 


(98) 


302 


sich  durch  die  Spongitcnkalkc  der  Zone  des  Ammomtcs  Inmantmatus  bis  in 
die  untere  Region  der  Kimmeridge-Gruppe. 

M.r).  Pentacrinos  subteres  Ooldf. 

1831.  Pentacriuites  ȟbleres  Ooldf.  I,  p.  J  70.    Tab.  53,  Fig.  5. 
1845.  lialanocrinu«  subteres  Desor.    Bullet.  Keuch,  p.  178. 

Zone  des  Amm.  transversarius  vom  Randen  (Baden),  Frickthal, 
ßirmensdorf  (Cant.  Aargau),  Oberbuchsiten  (Gant.  Solothurn),  Noi- 
raigue  im  Val  Travers  (Cant.  Neuchätel),  St.  Claude  (Jura),  Tenay 
(Ain),  Trept  (Isere),  Berg  Crussol  bei  Valence  (Ardeche),  Niort  (Deux- 
Sevres).  Man  kennt  nur  Säulenglieder,  welche  jedoch  in  ähnlichen  Formen 
auch  in  höheren  und  tieferen  Schichten  gefunden  werden. 

14(5.  Pentaerinns  cf.  paradoxes  Ooldf. 

1831.  Pentacrinus  paradoxus  Ooldf.  I,  p.  200.   Tab.  CO,  Fig.  II. 
Soll  den  Angaben  Etallons  zufolge  im  Spongitien  von  St  Claude 
(Jura)  vorkommen.    Weit  verbreiteter  ist  diese  Art  dagegen  in  der  Zone 
des  'Amm.'  bimamtmtus.     Qucnstedt  vereinigt  dieselbe  neuerdings  mit 
Enyeniacrinus  caryophyüatus. 

147.  148.  Sphaerites  2  Species. 
Es  ist  anzunehmen,  dass  die  von  H.  Mosch  (1856  Flötzgeb.  im  Cant, 
Aargau  p.  52)  als  Asterias  scututa  und  von  Herrn  Pfarrer  Cartier  (1861 
Verhandl.  der  naturf.  Ges.  in  Basel  III,  p.  5)  als  Sphaerites  punetatus  und 
Sphaerites  tabulatus  erwähnte  Vorkommnisse  zweien  Arten  angehören,  bei 
welchen  durch  Vergleich  mit  den  Exemplaren  von  Streitberg  und  Hei- 
ligenstadt  zu  entscheiden  sein  wird,  ob  dieselben  mit  den  aus  höheren 
Lagen  beschriebenen  Resten  übereinstimmen  oder  ob  durch  sie  besondere 
Species  gebildet  werden. 

149.  Goniolina  spee.  ludet. 

St.  Claude  (Jura).    Von  Etallon  aufgefunden. 

150.  Conodictyum  trnncatam  Etall. 

1857.  Conodictyum  truncatum  Etall.   Esq.  g6ol.  Haut- Jura  p.  35. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  St.  Claude  (Jura). 

151.  Conodictyum  striatnm  Goldf. 

1830.  Conodictyum  ttriatum  Goldf.  I,  p.  104.   Tab.  37,  Fig.  1. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Tenay  (Ain),  St.  Claude  (Jura). 


ized  by  Google 


303 


(99) 


152.  Orbulina  Oxfordiensis  Etall. 

18o7.  Orbulina  Oxfordiensis  Etall.    Esq.  gcol.  Haut-Jura  p.  3r>. 
Zone  des  Amm.  trausversarius  von  8  t.  Claude  (Jura). 

153.  Haplostiolic  horrida  Schwag. 

18t>3.  MaplosticJte  Itorri da  8chwager.  Beitrag  zurKenntniss  der  mikroskopischen 
Fauna  jurassischer  Schiebten.  Scparutabdruck  p.  92,  Tab.  II,  Fig.  2.  Würt- 
tetnb.  naturwisscnschaftl.  Jahreshefte,  2 Ister  Jahrgang  18G5,  Heft  I. 

Zone  des  Amin,  trausversarius  von  Bechtersbohl  bei  Thiengen 
(Grossherzogthum  Baden).  Erstreckt  sich  bis  zu  der  Zone  der  Terebratula 
impresso,  aus  welcher  die  Species  ursprünglich  beschrieben  wurde. 

154.  Plecaninm  depravatnm  Schwag. 

1863.  l'Ucaniuin  depravatum  Schwag.  1.  c.  p.  93.  Tab.  II,  Fig.  3. 
Die  in  der  Zone  des  Atmn.  transversarius  am  Berge  von  Crussol  bei 
Valence  (Ardeche)  vorkommenden  Exemplare  gleichen  den  von  C.  Schwa- 
ger in  höhern  Lagen  aufgefundenen,  früher  beschriebenen  Stücken,  besitzen 
jedoch  bauchigere,  durch  schärfere  Nähte  getrennte  Kammern.  Es  ist  dess- 
halb  zu  vermuthen,  duss  dieselben  einer  besondern,  von  Pkcauutm  depra- 
vatum verschiedenen  Art  angohören. 

155.  Cornnspira  temiissima  Günib.  sp. 

J.s(i>.  Spiritlina  temiissima  Oucmb.  Die  Streitbergcr  Schwummlager  und  ihre 
Foraminiferen-Einiclilüsse  p.  214.  Tab.  IV,  Fig.  12.  Württemb.  naturwissensch. 
Jahre sh.  Jahrg.  18. 

ISÜl!.  Cornuspira  tenuissima  8chwag.  I.  c.  p.  94. 

Häufig  in  der  Zone  des  Amm.  transtersaritts  von  Bechtersbohl  bei 
Thiengen  (Baden),  Berg  von  Crussol  bei  Valence  (Ardeche),  Aubigne 
(Sarthe).  Oeht  bis  zu  der  Zone  des  Ammonites  bimammatus,  in  welcher  die 
Species  zuerst  bei  Streitberg  nachgewiesen  wurde. 

156.  Spiriloculina  panda  Schwag. 

'  18G.5.  Spiriloculina  panda  Schwag.  I.  c.  p.  95.  Tab.  II,  Fig.  6. 
Zono  des  Amm.  transrersaritts  von  Bechtersbohl  bei  Thiengen 
(Baden),  Berg  von  Crussol  bei  Valence  (Ardeche)  und  Aubigne  (Sarthe). 
Erstreckt  sich  von  hier  aus  durch  den  Imprcssa-Thon  bis  zu  der  Zone  des 
Anuuouitcs  bimammatus  und  findet  sich  in  diesen  beiden  Horizonten  an  ver- 
schiedenen Lokalitäten  der.  schwäbischen  Alp  und  des  fränkischen  Jura. 

157.  Xodosaria  pistilliforuiis  Schwag.  M.  S. 

Länge  0,25  Mm.,  Gehäuse  von  kurzer  keulenförmiger  Gestalt,  aus  6 — 8 
bauchigen  Kammern  gebildet,  welche  durch  tief  eingeschnittene  Nahtlinien 


Digitized  by  Google 


(100) 


Fig.  b. 


von  einander  abgetrennt  werden.  Ueber  die  Oberfläche  des  Gehäuses  ver- 
laufen je  11  —  14  scharfe  Rippen,  welche  jedoch  auf  der  ersten  Kammer 
verschwinden.    Zone  des  Amm.  transversarius,  von  Aubignä  (Sarthe). 

158.  Nodosaris  prima  Terq. 

1858.  Nodosaria  prima  Terq.   Mein.  Acad.  Mets  p.  29.   Tab.  I,  Fig.  6. 
Einige  in  der  Zone  des  Amt*,  transversarius  zu  Aubigne  (Sarthe) 
gesammelte  Exemplare  stimmen  ihrer  äussern  Form  nach  so  nahe  mit  der 
von  Ter  quem  aus  basischen  Schichten  des  Mosel-Departements 
benen  Species  überein,  dass  eine  Trennung  zur  Zeit  nicht  ausführbar 

159.  Dentalina  Sarthacensi*  Schwag.  M.  S. 

Fig.  6. 


Länge  0,4  Mm.  Das  schlanke  Gehäuse  wird  durch  5 — 6  elliptische 
ziemlich  lange  Kammern  gebildet,  welche  gegen  abwärts  langsam  und  regel- 
mässig an  Grösse  abnehmen  und  unter  einander  durch  deutlich  ausgespro- 
chene Nähte  abgetheilt  werden.  Mündung  klein,  undeutlich  gestrahlt.  Zone 
des  Ammonites  transversarius  von  Aubigne  (Sarthe). 

160.  Deutßlina  pilluligera  Schwag. 

1863.  Dentalina  pültüigtra  Schwag.  I.  c.  p.  107.   Tab.  III,  Fig.  14  und  15. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Aubignä  (Sarthe). 


305 


(101) 


161.  Vaginalina  raduliformh  Sckwag.  M.  S. 

Fig.  7. 


Gehäuse  0,32  Mm.,  kurz,  spateiförmig,  nach  unten  gerundet  und  aufge- 
trieben, nach  oben  erweitert,  schräg  abgestumpft.  Septalnuche  zugeschärft. 
Auf  jeder  Seite  erheben  sich  3 — 4,  anfänglich  scharfe  gegen  oben  all- 
mählig  verschwindende  Längsrippen,  welche  sich  unterhalb  der  ersten 
Kammer  in  einem  Punkte  vereinigen.  Nähte  undeutlich.  Kammerscheide  - 
wände  beinahe  parallel.  Mündung  abgesetzt,  gestrahlt.  Zone  des  Amtnoniles 
transversarius  von  Aubigne  (Sartho). 

162.  Frondicularia  linguliformis  Schwag.  M.  S. 

18G3.  Frondicularia  linguliformis  Schwag.  1.  c.  p.  113.   Tab.  IV,  Fig.  11. 
Zone  des  Amin,  transrersarius  von  dem  Berge  von  Crussol  bei  Va- 
lence  (Ardeche)  und  von  Aubigne  (Sarthe).    Erstreckt  sich  bis  zu  der 
Zone  der  Terebratida  impresso,  aus  welcher  die  Species  zuorst  vonC.  Schwa- 
ger beschrieben  wurde. 

163.  Marginnlina  ambigna  Schwag. 

Fig.  8.  » 


Länge  0,34  Mm.  In  Beziehung  auf  die  iiussoren  Formverhültnissc 
zwischen  Marginulina  und  Cristellaria  in  dor  Mitte  stehend.  Gehäuse 


I 


(102)  30G 


ziemlich  lang,  aus  schiefen,  wenig  divergirenden,  massig  gewölbten  Kammern 
gebildet,  welche  durch  vertiefte  Nahtlinien  von  einander  abgetheilt  werden. 
Letztere  schneiden  auf  der  gewölbteren  ßauchscite  weiter  ein  als  auf  der 
etwas  schmäleren  Rückseite.  Mündung  gestrahlt.  Zone  des  Ammonitcs  trans- 
rersariits  von B echte rsboh 1  bei  Thiengen  (Baden),  dem  Berg  von  Crussol 
bei  Valence  (Ardeche)  und  von  Aubigne  (Sartho). 

164.  Cristellaria  trimarginata  Schwag.  M.  S. 

Fig.  9. 


Länge  0,42  Mm.  Eine  eigenthümliche,  sehr  verlängerte  Rhabdogonienartig 
aufgebaute  Cristellarie,  deren  wenig  divergirende  massig  hohe,  schiefe  Kam- 
mern, etwas  hinter  der  Mitte  geknickt  erscheinen,  in  Folge  dessen  sie  mit 
drei  Armen  an  dem  gekielten  Rücken,  sowio  an  den  scharfen  vorgezogenen 
Rändern  der  Septalfläche  herablaufen.  Seiten  und  Septalfläche  vertieft  und 
nur  in  der  Mitte  schwach  gewölbt.  Nähte  undeutlich,  durch  sehr  niedrige 
Rippen  gekennzeichnet.  Mündung  klein,  rund  im  Carinalwinkel  gelegen. 
Fand  sich  sehr  sparsam  in  der  Zone  des  Ammonites  transversarius  am  Berge 
von  Crussol  bei  Valence  (Ardeche). 

165.  Cristellaria  Sarthacensis  Schwag.  M.  S. 

Fig.  10. 


Dy  Google 


307 


(103) 


Länge  oder  grösster  Durchmesser  des  ovalen  Umkreises  0,3—0,4  Mm. 
Spirale  gewöhnlich  vollkommen  geschlossen,  indem  sich  die  letzten  Kammern  nur 
bei  ausgewachsenen  Exemplaren  von  dem  vorhergehenden  Umgang  abtrennen. 
Seiten  abgeflacht,  rasch  gegen  den  flflgelartig  erweiterten  Kiel  abfallend. 
Man  unterscheidet  10 — 11  Kammern,  auf  deren  gemeinschaftlichen  Rändern 
sich  hohe,  schwach  gebogene  Rippen  erheben,  Septaltiächc  der  letzten 
Kammer  leicht  gewölbt,  mit  einem  Rande  versehen,  dessen  Seheitel  die 
massig  grosse  dreieckige  Mündung  einschliesst.  Zone  des  Antmonites  truns- 
rermriun  von  Bcchtersbohl  bei  Thiengen  (Baden),  dem  Berge  von 
Crussol  bei  Valence  (Ardeche)  und  von  Aubigne  (Sarthe). 

l»iü.  CriMtellaria  sublenthiilari»  Schwag.  M.  S. 

Fig.  11. 


m 

Vr 


Durchmesser  des  linsenförmigen  Gehäuses  0,25—0,3  Mm.;  Seiten  ge- 
wölbt, ziemlich  rasch  gegen  den  kielartig  vorspringenden  Rücken  abfallend. 
Den  Kammern  entsprechend  tritt  die  spirale  Umfangslinie  an  einzelnen 
Stellen  schwach  hervor,  zugleich  erheben  sich  auf  den  Seiten  niedere  radiale 
Erhöhungen.  Septalfläche  der  letzten  Kammer  flach,  dreieckig,  wenig  aus- 
geschnitten, von  zwei  Leisten  eingefasst,  unter  deren  Scheitel  die  grosse, 
gerundet -dreieckige  Mündung  liegt.  Zone  des  Atmnonites  trunMxrsarius  vom 
Berge  von  Crussol  bei  Valence  (Ardeche)  und  von  Aubigne  (Sarthe). 
Erstreckt  sich  an  letzterem  Punkte  auch  in  die  blaugrauen  Thone,  welche 
p.  2(io  (62)  als  mutmassliches  Aequivalcnt  des  Impressa- Thunes  bestimmt 
wurdon. 

167.  Cristellaria  paupei'ala?  Jones  und  Park. 

IStiO.  Cristellaria  paujterata  Jone«  &  Purker.    Quart.  Journ.  gt'ol.  Soc.  f.  Hbi. 
Tab.  XX,  Fig.  3«J. 

Selten  in  der  Zone  de»  Amm.  iransversarim  am  Berge  Ton  Crussol 
bei  Valence  (Ardeche).  Wird  sich  vielleicht  später  bei  grösserem  Material 
von  der  aus  angeblichen  Trias-Schichten  von  Chcltenham  beschriebenen 
Art  unterscheiden  lassen. 


Digitized  by  Google 


(104) 


308 


168.  Cri stellaria  suprajurassiea  Schwag. 

1863.  Oristellaria  suprajuratnca  Schwag.  L  c.  p.  130.    Tab.  VI,  Fig.  1!  u.  12. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Aubigne  (Sarthe).    Geht  auch  in 
höhere  Lagen  über  und  findet  sich  sowohl  in  den  Impresaa-Thonen ,  als  in 
den  zu  der  Zone  des  Amtnonites  bimammatus  gehörigen  Spongiten-Schichten 
des  fränkischen  Jura  und  der  schwäbischen  Alp. 

169.  Polymorphie  nitidinscula  Schwag.  M.  S. 

Fig.  12. 


Gehäuse  0,3  Mm.,  seitlich  comprimirt,  von  ovaler,  an  den  Enden  etwas 
verlängerter  Form,  aus  3—5  Kammern  bestehend,  welche  sich  durch  ver- 
tiefte Nähte  in  schräger  alternirender  Linie  von  einander  abtheilen.  Seiten- 
ränder zugeschärft,  oder  mit  einem  eigentlichen  Kiele  versehen.  Mündung 
gerundet,  von  geringer  Grösse  und  nahezu  in  der  Mitte  der  obern  Ränder 
befindlich.    Zone  des  Ammonites  transversarius  von  Aubigne  (Sarthe). 

170.  Polymorphie  mutabili»  Schwag. 

1863.  Polyinorphina  mutabilis  Bchwog.  L  c.  p.  138.    Tab.  VII,  Fig.  l'J,  13. 
Zone  des  Amm.  transversarius  vom  Berge  von  Crussol  bei  Yalence 
(Ardeche).    Erstreckt  sich  bis  zu  der  Zone  der  TerebraUda  impressa,  aus 
welcher  die  Species  von  IL  Schwager  neuerdings  beschrieben  wurde. 

171.  Textilaria  Trigeri  Schwag.  M.  S. 

Fig.  13. 


Digitized  by  Google 


(105) 


Länge  0,3  —  0,35  Mm.  Im  abgebildeten  Zustande  besitzt  das  Gehäuse 
eine  schlanke  unten  gerundete,  seitlich  comprimirte  Gestalt.  Es  besteht  aus 
zahlreichen  durch  horizontale  Nähte  geschiedenen  Kammern,  welche  in  der 
Jugend  flach  beginnen,  später  sich  jedoch  starker  wölben  und  eine  kugelige 
Form  annehmen.  Die  Mündung  bildet  eine  breite  elliptische  Spalte,  welche 
sich  am  Rande  der  letzten  Kammer  senkrecht  zur  grössten  Durchschnitts- 
fläche  öffnet.  Findet  sich  häufig  in  den  gelben  Kalken  aus  der  Zone  des 
Amtnonites  transversarius  von  Aubigne  (Sarthe)  und  erstreckt  sich  von 
hier  in  die  grauen  unmittelbar  darüber  folgenden  Thone.  Herrn  Triger 
in  le  Man s  zu  Ehren  benannt. 

172.  Textilaria  Dumortieri  achwag.  M.  8. 

Fig.  Ii. 


Länge  0,35  Mm.  Erinnert  ihrem  Oesammthabitus  nach  an  die  von  Prof. 
Keuss  aus  der  Kreide  "Westphalens  beschriebene  Gaudryina  oxycotia,  ohne 
jedoch  damit  übereinzustimmen.  Gehäuse  verkehrt  kegelförmig,  rasch  an- 
wachsend mit  schräg  gegen  einander  geneigten  Septalflächen  der  beiden 
letzten  Kammern.  Die  Mündung  besteht  aus*  einer  niedrigen  breiten  Spalte, 
welche  unmittelbar  über  den  Inuenrand  der  letzten  Kammer  verläuft.  Naht- 
linien schief  nach  innen  und  abwärts  gerichtet,  wonig  vortieft,  regelmässig 
alternirend.  Ziemlich  häufig  in  der  Zone  des  Anmwnite»  tratisversarius  von 
Aubigne  (Sarthe).    Herrn  E.  Duraortier  in  Lyon  zu  Ehren  benannt. 

173.  Rotalia  pnsllla  Schwag. 

Itotalia  pwilla  Schwag.  1.  c.  p.  141.  Tab.  VII,  Fig.  20. 
Zone  des  Amm.  transveisarius  von  Bechtersbohl  bei  Thiengen 
(Baden),  vom  Berg  von  Crussol  bei  Valcnce  (Ardeche)  und  von  Aubigne 
(Sarthe).  Fand  sich  zuerst  in  der  Zone  der  TerebraUda  impresso,  zu  Gruib- 
ingen  bei  Boll,  von  wo  die  Species  schon  früher  von  Herrn  C.  Schwager 
beschrieben  wurde. 


Digitized  by  Google 


(IOC) 


31U 


174.  Kolalia  tympauiforwis  Schwag.  M.  S. 

Fig.  J.r». 


Der  grösste  Durchmesser  des  ziemlich  stark  gewölbten,  convex-eoncaven 
Gehäuses  beträgt  0,2  —  0,25  Mm.  und  liegt  zwischen  den  Rindern  zweier 
einander  gegenüberstehender  Kammern.  Man  unterscheidet  auf  dem  letzten 
Umgang  im  Ganzen  nur  vier  bis  fünf  Kammern,  welche  auf  der  Obenseite 
des  Gehäuses  nur  undeutliche  Spuren  hinterlassen,  während  sie  auf  der 
untern  Fläche  durch  vertiefte,  radial  verlaufende  Nähte  bestimmter  abgetheilt 
werden.  Mündung  unbekannt.  Zone  des  Amnwnites  transrersarius  vom  lierg 
von  CrUBSol  bei  Valence  (Ardeche)  und  von  Aubigne  (Sarthe). 

175.  Rosalina  parapsls  Schwag.  M.  8. 

Fig.  16. 


Das  0,45  Mm.  lange,  unregelmäßig  elliptische,  oben  wenig  gewölbte-, 
unten  flache  oder  coneave  Gehäuse  zeigt  auf  dem  letzten  Umgang  6,  durch 
vertiefte  Nähte  von  einander  abgetheilte  Kammern.  Während  das  abgebildete 
Exemplar  auf  seiner  Unterseite  von  Gesteinsmasse  bedeckt  ist,  so  zeigen 
dagegen  einige  Bruchstücke  von  Rosalina  parapsis  diesen  Theil  noch  deutlich 
erhalten.   Die  ersten  Kammern  Bchliessen  sich  nicht  vollständig  an  einander 


zed  by  Google 


311 


(107) 


an,  sondern  bilden  einen  un regelmässig  sternförmigen  Zwischenraum.  Nur 
die  letzte  Kammer  sendet  eine  zungenförmige  Verlängerung  gegen  die  Mitte, 
uhne  jedoch  die  Lücke  zu  schlieasen,  wodurch  die  Stellung  dieser  Art  bei 
der  Gattung  Rosalina  bestimmt  wird.  Zone  des  Ammonites  transversarius 
von  Aubigne  (Sarthe). 

I7G.  Siplionocoelia  corrngata  Fromentel  M.  S. 
Zone  des  Amm.  transversarius  voii  Le  Pont  et  bei  St  Claude  (Jura). 

177.  Yerrncospongia  verrucosa  (Goldf.  spec)  Fromentel. 

1830.  Scyphia  verrucosa  Goldf.  I,  p.  91.  Tab.  33,  Fig.  8. 

1850.  Hippalimus  verrucosus  d'Orb.    Prodr.  XIII,  Fig.  2. 

18W).  Verrucocoelia  verrucosa  Ktall.    8oc.  jurass.  d'Emul.  185S,  p.  14"». 

t.SfJ».  Verrucvspongia  verrucosa  Fromentel  M.  S. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura), 
Saint  Maixent,  Niort  (Deux-Sevres).  Erstreckt  sich  auch  in  höhere  Zonen. 

173.  Yerncospongia  nvacformbj  (Etall.  spec.)  Fromentel. 

1830.  Scyphia  verrucosa  und  uvaeformis  Goldf.  p.  91.  Tab.  33,  Fig.  8  a,  b. 
1860.  Yerrucocoeiia  uvaeformis  Etall.   8oc  jurass.  d'Emul.  1858,  p.  145. 
I8»i[>.  rerrucosjtonffia  uvaeformis  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

179.  Yerrucoscyphia  insignis  Fromentel  M.  S. 

Xone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

180.  Orlbrescynbia  Raigieri  (d'Orb.  spec.)  Fromentel. 

1850.  Cribrospongia  Baugieri  d'Orb.   Prodr.  Xm,  662. 
18fö.  Cribroscyphia  Baugieri  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  der  Umgebungen  von  Nantua  (Ain), 
Saint  Maixent,  Niort  (Deux-Sevres). 

181.  Cribroscyphia  obliqua  (Goldf.  spec.)  Fromentel. 

1830.  Scyphia  obliqua  Goldf.  I,  p.  9.    Tab.  III,  Fig.  1  (non  Fig.  1  a). 

1850.  Cribrospongia  obliqua  d'Orb.    Prodr.  XIII,  649. 

1800.  Cribrocotlia  obliqua  EtalL    8oe.  jur.  d'Emul.  1858,  p.  141. 

1805.  Cribroscyphia  obliqua  Fromentel  H.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Noiraigue  im  Yal  Travers  (Cant 
Neuch&tel),  le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura),  Niort  (Deux-Sevres).  Er- 
streckt sich  bis  zu  der  Zone  des  Amm.  bimammatus,  aus  welcher  die  Species 
zuerst  beschrieben  wurde. 


Digitized  by  Google 


(108) 


312 


182.  Cribroscyphia  reptans  (Etall.  spec.)  Fromentel. 

1860.  Cribrocoelia  reptans  Etall.   Soc.  jur.  d'Emul  1808,  p.  141. 
1865.  Cribroscypttia  reptans  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

183.  Cribroscyphia  Favrei  (Etall.  spec.)  Fromentel. 

1860.  Goniocoelia  Favrei  Etall.    So«,  jur.  d'Emul  1858,  p.  142. 
1865.  Cribroscyphia  Favrei  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

184.  Cribroscyphia  intermedia  (Etall.  spec.)  Fromentel. 

1860.  Goniocoelia  intermedia  Etall.   8oc.  jur.  d'Emul  1858,  p.  142. 
1865.  Cribroscyphia  intermedia  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  traiisversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

185.  Cribroscyphia  clavaeformis  (Etall.  spec.)  Fromentel. 

1860.  Goniocoelia  clavaeformis  Etall.    Soc.  jur.  d'Emul  1858,  p.  142. 
1865.  Cribroscyphia  clavaeformis  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

186.  Cribroscyphia  Coqnandi  Fromentel  M.  S. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

187.  Cribroscyphia  digitalis  Fromentel  M.  S. 

Zone  dea  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

188.  Chenendroscyphia  clivosa  (Etall  spec.)  Fromentel. 

1860.  Cribrocoelia  clivosa  Etall.    Soc.  jur.  d'Emul  1858,  p.  141. 
1865.  Chenendroscyphia  clivosa  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

189.  Chenendroscyphia  porata  (Quenst  spec.)  Fromentel. 
ia57.  Spongites  poratus  Quenst.   Jura  p.  687.  Tab.  83,  Fig.  4. 
1860.  Cribrocoelia  porata  Etall.   Soc.  jur.  d'Emul.  1858,  p.  141. 
1865.  Chenendroscyphia  porata  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 
Erstreckt  sich  bis  zur  Zone  des  Amm.  bimammatus,  aus  welcher  die  Specics 
zuerst  beschrieben  wurde. 

190.  Chenendroscyphia  crateriformis  (Etall.  spec.)  Fromentel. 

1860.  Cribrocoelia  crateriformis  Etall.   Soc.  jur.  d'Emul  1858,  p.  141. 
1865.  Chenendroscyphia  crateriformis  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  8t.  Claude  (Jura). 


Digitized  by  Google 


313  (109) 

191.  Chenendroseyphta  infrarostata  (Etall.  spec.)  Fromentcl. 

1860.  Cribrocodia  iufracostata  Etall.   Soo.  jur.  d'Emul  1858,  p.  141. 
1865.  Chenendroscyphia  infracostata  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Am/m.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  8t.  Claude  (Jura). 

192.  ('henendroscyphia  dolata  (Etall.  spec.)  Fromentel. 

1860.  l'orospongia  dolata  Etall.    Soc.  juras.  d'EmuL  1858,  p.  143. 
1865.  Chenendroscyphia  dolata  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

193.  Chenendroacypkia  eomplanata  (d'Orb.  spec.)  Fromentel. 

1850.  Chenendopora  eomplanata  d'Orb.   Prodr.  XIII,  709. 
1865.  Chenendroscyphia  eomplanata  Fromentel  M.  8. 

Zone  den  Amm.  transversarius  von  Sain  t -Maix ent  und  Niort  (Deux- 
Sevres). 

194.  CheneadroMcyphia  lamellosa  (d'Orb.  spec.)  Fromentel. 

1850.  Chenendopora  lamellosa  d'Orb.   Prodr.  XIII,  710. 
1865.  Chenendroscyphia  lamellosa  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Niort  (Deux-Sevres) ,  Ile  Delle 
(Vendee). 

195.  Chenendrom  phia  punctata  Fromentel  M.  S. 

Zone  des  Auw*,  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

196.  Oonioscyphia  Münster!  (Goldf.  spec.)  Fromentel. 
1830.  Seyphia  Münsteri  Goldf.  I,  p.  89.  Tab.  32,  Fig.  6. 
1850.  Cribrospongia  Münsteri  d'Orb.   Prodr.  XIII,  655. 

1860.  Gonioceelia  Mimteri  Etall.    Soc.  jur.  d'Emul.  1858.  p.  142. 
1865.  Gonioscuphia  Münster»  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  LePontet  bei  St  Claude  (Jura). 
Erstreckt  sich  auch  in  höhere  Zonen. 

197.  Gonioscyplüa  snbclathrata  (Etall.  spec.)  Fromentel. 

186a  Goniocoelia  subelathrata  Etall.   8oe.  jur.  d'Emul.  1858,  p.  142. 
1865.  Qonioscyphia  subclathrata  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 


Digitized  by  Google 


Cuo) 


314 


198.  Gonioseyphia  texturata  (Goldf.  spec.)  Fromentel. 

1830.  Scyphia  texturata  (pars)  Goldf.  I,  p.  88.  Tab.  II,  Fig.  9  (mra  Tab.  36. 
Fig.  6). 

1850.  Cibrospongia  texturata  d'Orb.   Prodr.  XIII,  656. 

1860.  Ooniocoelia  texturata  Etall.    8oc.  jur.  d'Emul.  1858,  p.  142. 

1860.  Ooniocoelia  decorata  Etallon  ibid.  (Goldfuss?). 

1860.  Goniocoeiia  parallela  Etall.  ibid.  (Goldfuss?) 

1865.  Gonioscyphia  texturata  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  tratisversaritts  von  Birmensdorf  (Aargauer  Jura),  Le 
Pontet  bei  St.  Claude  (Jura),  La  Latte  und  Apremont  bei  Nantua 
(Ain),  Ile- Delle  (Yendee),  Niort  (Deux-Sevres).  Erstreckt  sich  auch  in 
höhere  Schichten. 

199.  Gonioscyphia  texata  (Goldf.  spec.)  Fromentel. 

1830.  Scyphia  texata  (pars)  Goldf.  I,  p.  7.   Tab.  II,  Fig.  16  (non  Tab. 
Fig.  4). 

1850.  Cribrospongia  texata  d'Orb.    Prodr.  XIII,  645. 

1860.  Dictyonocoelia  subtexata  Etall.   8oo.  jur.  d'Emul  1858,  p.  142. 

1865.  Gonioscyphia  texata  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  Lägern  (Aargau),  Le  Pontet  bei  St. 
Claude  (Jura),  la  Latte  bei  Nantua  (Ain),  Niort  (Deux-Sevres)  Ile* 
Delle  (Vendee). 

200.  Gonioscyphia  jnrensis  (Etall.  spec.)  Fromentel. 

1860.  Dictyonocoelia  jurensit  Etall.    8oc.  jur.  d'Emul.  1858,  p.  143. 
1860.  Porospongia  intermedia  Etall.  ibid. 
1865.  Gonioscyphia  jurensis  Fromentel  J*.  S. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 
Es  kann  sich  fragen,  ob  Porospongia  intermedia  d"Orb.  Prodr.  XIII,  668 
von  St.  Maixent  und  Niort  (Deux-Sevres)  zu  der  gleichen  Art  gehört. 

201.  Gonioscyphia  eancellata  (Goldf.  spec.)  Fromentel. 

1&30.  Scyphia  eancellata  Goldf.  I,  p.  89.  Tab.  33,  Fig.  1. 

1850.  Cribrospongia  eancellata  d'Orb.  Prodr.  XIII,  637. 

1860.  Dictyonocoelia  eancellata  Etall.   8oc.  jur.  d'Emul.  1858»  p.  143. 

1865.  Gonioscyphia  eancellata  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura), 

la  Latte  bei  Nantua  (Ain),  Saint  Maixent  und  Niort  (Deux-Sevres). 

Erstreckt  sich  bis  zu  der  Zone  des  Amm.  bimammatus. 

202.  Gonioscyphia  parva  (Etall.  spec.)  Fromentel. 

1860.  Dictyonocoelia  parva  Etall.   8oc.  jur.  d'Emul.  1858,  p.  143. 
1865.  Gonioscyphia  parva  Fromentel  M.  8. 
Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 


Digitized  by  Google 


315 


203.  Goniosn  pitia  tlclformis  Fromentol  M.  S. 

Zone  des  Amin,  transvtrsnrius  von  Le  Pontet  hei  St.  Claude  (Jura). 

204.  Retiscyphia  reflexa  (d'Orb.  spec.)  Fromentel. 
lÄjn.  Perispongia  reflexa  d'Orb.   Prodr.  XIII,  tu!). 
1865.  Retiscyphia  rtfle.ro,  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transrcrsarius  von  Saint  Maixcnt  (Ik'ux-Scvrcs), 
Ile-Delle  (Vendee). 

205.  Retiscyphia  conica  (d'Orb  spec.)  Fromentel. 
1850.  Perispongia  conica  d'Orb.    Prodr.  XIII,  1580. 
1865.  Retispongia  conica  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Anm.  transversarius  von  Saint-Maixent  und  Niort  (Deux- 
Sevres). 

206.  Cameroscyphia  reflexa  (Etall.  spec.)  Fromentel. 

1860.  Camerocoelia  reflexa  Etall.   8oc.  jur.  d'Emul.  1858,  p.  Iii. 
1865.  Cameroscyphia  reflexa  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Lo  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

207.  Cameroscyphia  Gresslyi  Fromentel  M.  S. 

Zone  des  Amm.  transversaritts  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

208.  Porostoma  Mareoa  (Etall.  spec.)  Fromentel. 

1860.  Cribrocoelia  Marcou  Etall.    8oc.  jur.  d'Emul  1858,  p.  141. 
1865.  Porostoma  Marcou  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

209.  Porostoma  marginata  (Goldf.  spec.  pars)  Fromentel. 

1830.  Manon  marginatum  (pars)  Goldf.  I,  p.  91.  Tab.  34,  Fig.  9  d,  e,  f,  g  (non 

Fig.  a,  b,  c,  b,  i). 
1850.  Porospongia  marginata  d'Orb.   Prodr.  XIII,  666. 
1860.  Porospongia  marginata  Etall.   8oo.  jur.  d'Emul.  1858,  p.  143. 
1865.  Porostoma  marginata  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Birmensdorf  (Cant.  Aargau),  Le 
Pontet  bei  St.  Claude  (Jura),  Saint-Maixent  und  Niort  (Deux- 
Sevres).    Erstreckt  sich  bis  zur  Zone  des  Ammonitcs  bimammatus. 

210.  Polyseyphia  flabellnm  (Etall.  spec.)  Fromentel. 

186a  Adelphocoelia  flabettum  Etall.   8oo.  jur.  d'Emul.  18r;8,  p.  146. 
1865.  Polyseyphia  flabellum  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transrcrsarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

(8)  21 


Digitized  by  Google 


(112) 


31G 


211.  Clipulodionia  Oppeli  (Etall.  spec.)  Fromontcl.  ' 
l.siio.  Cupulo&tdia  Oppeli  Etall.    8oc.  jur.  d'Emul.  ls:>8.  p.  Itl4. 
18M),  Cupuhnhonia  Oppeli  Fromentel  iL  8. 

Zone  <ic*  Amm.  iransnrsurius  von  Lo  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

212.  (upulorhonia  Brandis  (d'Orb.  spec.)  Fromontcl. 

KS'.O.  Cupulotpongiu  grandis  d'Orb.    Prodr.  XIII,  7L\). 
W>b.  CupultK-hoHta  grandi»  Fromontcl  M.  8. 

Zone  fe»  Amin,  transversarius.  Umgebungen  von  Nantua(Ain),  Niort 
(Deux-Sevres). 

213.  Cupulorhonia  patella  (Ooldf.  spec.)  Fromentel. 

1830.  Tragus  patella  Ooldf.  I,  p.  14.  Tab.  V,  Fig.  10,  Tab.  :i;>,  Fig.  >. 
18"iü.  Cupulospongia  patella  d'Orb.    Prodr.  XIII,  715. 
1865.  Cupulochonia  patella  Fromentel  M.  8. 

Zone  dea  Amm.  transversurius  von  Birmensdorf  (Cant.  Aargau),  Noir- 
aigue  im  Val  Travers  (Cant.  Neuehatel),  Niort  (Deux-Sevres).  Erstreckt 
»ich  bis  zu  der  Zone  des  Ammonites  bimammatus. 

214.  Dischonia  jnrensis  Fromentel  M.  S. 

Zone  des  Amin,  transversarius  vonLe  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

215.  Aniorpliofnnjsna  anguinea  (Etall.  spec.)  Fromentel. 

1800.  Amorphocotlia  anguinea  Etall.    8oc.  jura«.  d'Emul.  1858.  p.  146. 
1805.  Amorphofungia  anguinea  Fromentel  M.  S. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Ciaudo  (Jura). 

216.  Amorphofungia  ine  ras  (ans  (Etall.  spec.)  Fromentel. 

1860.  Amorphocotlia  inermtans  Etall.    Soc.  juras.  d'Emul.  1858,  p.  146. 
1865.  Amorphofungia  incrustans  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amm.  transversarius  von  Le  Pontet  bei  St.  Claude  (Jura). 

217.  Amorphofüngia  porosa  (d'Orb.  spec.)  Fromentel. 

1850.  Amorphospongia  porosa  d'Orb.   Prodr.  XIII,  728. 
1805.  Amorphofungia  porosa  Fromentel  M.  8. 

Zone  des  Amin,  transversarius  von  Niort  (Deux-Sevres). 


Digitized  by  Go 


Inhalt 

Vorwort   pag.  ?07  (3) 

Chronologisches  Verzeichnis*  von  Prof.  Oppeln  Publikationen   ,  210  (6) 

Einleitung. 

8ynonymik    ,  213  (8) 

Begrenzung  der  Zone  des  Amm.  transversarius   ,  214  (10) 

Paläontologischc  Merkmale  der  Zone  des  Amm.  transversarius     ...  ,  220  (IG) 
Vertheilung  der  Organismen  bei  verschiedener  Heerestiefe     ....  „  223  (19) 
Einfluß  der  FaciesvcrhiUtnisse  auf  den  Ueborgang  fossiler  Reste  Ton 
der  Zone  des  Amm.  transrersarios  in  die  nächst  hSheren  Formations- 
glieder   ,224  (20) 

Verbreitung  der  Zone  des  Amm.  transversariu». 

Südwestliches  Polen   »  229  (25) 

Karpathen    „233  (29) 

Mähren   ,  235  (31) 

Niederbayern  und  Oberpfalz   ,  236  (32) 

Franken   ,  238  (34) 

Schwäbische  Alp   238  (31) 

Grossherzogthum  Baden   ,  240  (36) 

Canton  Aargau  und  östl.  Tlieil  des  Canton  Solothurn   ,  244  (40) 

N.W.  Theil  des  Canton  8olothurn  und  Canton  Bern   ,  247  (43) 

Canton  NouchAtel   ,  248  (44) 

Canton  Vaud    ,  249  (45) 

Tyrol,  Alpengebirge  von  Bayern  und  der  Schweiz   ,  250  (16) 

Haute  8a6ne  und  Doubu-Departements   255  (51) 

Jura-Departement   ,  256  (52) 

Ain-  und  ausseralpincr  Theil  des  Isere-Dcpartements   ,  259  (55) 

Ardeche-Departcment   ,  261  (57) 

Vaucluse-,  Var-Departements   ,  261  (57) 

Cöte  d"Or-,  Yonne-,  SaAono  et  Loire-,  Cher-,  Vienne-Departcnicuts  .    .  „  263  (59) 

Sarthe-Departement    ,  264  (60) 

Dcux-8evrc  und  Vcndec   ,  267  (63) 

Spanten   ,  270  (66) 

Algerien   ,  272  (68) 

Die  fossilen  Arten  der  Zone  des  Amm.  transyersariiw    .   .   pag.  275  (71)  -  316  (112) 


(8*)  21* 


Digitized  by  Google 


Druckfehler. 


Pag.  215  (11) 

Zeile 

8 

von 

unten:  ChAtillon  statt  Chatillon. 

„    217  (13) 

i 

12 

unten:  non  statt  von. 

*    218  (14) 

n 

8 

oben:   Panopoca  statt  Panopoea. 

,  218(14) 

« 

10 

* 

unten:  fehlt  *  vor  Pentacr.  ȟbt  eres. 

»    234  (30) 

8 

* 

unten:  Dogger  statt  Drogger. 

•    238  (34) 

9 

oben:  fohlt  das  Comma  nach  plicatilis. 

•    258  (54) 

1 

unten:  A.  Aeropus  statt  Acropus. 

„    261  (57) 

2 

unten:  Yaucluse  statt  Vancluse. 

»    263  (59) 

i» 

8 

unten:  moyennes  statt  moyenues. 

•    265  (61) 

R 

15 

« 

oben:  Cythereia  statt  Cy therideis. 

•    266  (62) 

» 

22 

1» 

oben:  welcher  statt  welche. 

*    266  (62) 

4 

r 

unten:  Partie  statt  Parthie. 

.    275  (71) 

II 

8 

w 

unten:  1858  statt  1857. 

»    280  (76) 

w 

1 

» 

oben:  Neuchatel  statt  Neuchatel. 

,    288  (84) 

10 

oben:  non  statt  von. 

•    296  (92) 

1 

2 

1 

unten:  Quenstedt  statt  uenstedt. 

Digitized  by  Google 


Ul 


png.  263  (59). 


pag.  264  (60). 


:.  267  (63). 


pag.  270  (66). 


pag.  272  (68). 


t«l  Cöte  d'Or- 
'*)•  Departement. 


Sarthe- 

Departemont. 


Deux-Sevres- 

D^partement. 
Umgebungen  von 
Niort. 


Spanien. 


Algerien. 


ra-  Kalke. 


>rnllicn. 


Untere»  Coralrag 

Cid.  florieemma 
Olypt.  hltrajIypKitu» 
Mtgrrlta  prc/wncuJtu 
Sution  K  c  o  m  m  o  jr. 


Helle  Kjüke,  nicht  ge- 


Nicht 


unter- 


Rothe Kalke  mit 

x  all  Ire  Ich  en 
Exemplaren  von 
Amin,  acanthirus. 
Von  Ii a I na, 
Provinz  C  o  n  - 
» t  a  n  1 1  n  e. 


Blaulieh 
mit 


graue  Thone 


a  • 

ua  -  groupe  (opvrieur 
\Bcaudouln'*). 
je  100  Meter  mächtige, 
aus  Uergeln  mit  vie- 
len Geoden  und  Kalk 

alt 
(tut, 
n<i- 


Hellgraue ,  mergelige 

Kalke  mit 
Utlemnitrr  htittatut 

trimuryinattu 


>o n g  l  te n -  Lag e  r 
'in  untersten  Theilc  v. 
^J»«u(louin'i  Soui- 
^oupc-tupt'ricur. 


Oelbe  thonige  Kalke  mit 
KeUcmn.  Htukitm 
Amm.  canaUculalut 
,,  traiurertwrlu* 


IIa 


„  plieatiliM 
Pholatlumya  ptireictitla 
Ptcteu  cf.  rdni'neu» 

„  iwjtifuico*talu4 
Otlrea  gryphatata. 
Von  Aubigne-  Büdlich 

von  le  M  an«. 


HibcUlUMUt 

Eraiu 

tcnvAnerraltu 


„  BaeMantu 
„  lortitulcutus 
„  (Vp<r 
,,  plieuUlit 
Sollen,  (AemitiMa 

tianella,  Lima,  /iuurcu 
Terror,  liirmetudorftn- 

tU,  tp<'t- 
MegtrUa  prtfuncttJui 
Cidarit  ßlogrma 

lubttrts 
eompreitui 
Zahlreiche  Sjxmyiten. 
M  a  g  n  e*    und  Tran- 
en«?   de«  grutt«! 
terrea  bei  Nlort. 


Oraae 
mit 

hhpidus 

..     fruiu  rerjari tu 

„  llttClf«')! 

von  Frlas. 


K»Jk- 


HeUchrother  Kalk 
mit  vi  mm.  /rotu  ■ 

rtriaria*  von 
Ouarancenii. 
Prov.  Algier. 
Gelblicher  Kalk 
mit  .lim».  Iroiu- 

rtrmriat  von 
Bilm,  Provinz 
Conatatitinc. 


ICK 

>el 


imi.  cordalu*,  Chrittnli, 
il^»^tni    mit  lablrei- 
Arten  tieferer 
Ionen. 

us  •  groupe  •  Infe'ricur 
[B  eau  d  o  u  I  n'i >. 


Graue  Thone  und  Kalke 
mit  ftclewHi.  haitahu, 
Amm,  Bahetmtu ,  öo- 
lUUhut.Cotulanli,  Oerr. 
aciculoidtt  von  I  a 
V  a  c  b  e  r  i  c  bei 
K  c  o  in  m  o  y. 


Callovicn. 


Amm.  cordaXu» 
„  Otlmontanu* 
„  Rtnggtri 


.,  CHrltl'M 
u.  *.  w.   in  verldeaten 


Calluvien. 


gitized  by  Google 


Digitized  by  Goo  g 


tle 


ZUR  FAUNA 

»KR 

HALLSTÄDTER  KALKE. 

- 

NOVA  AU8  DER  8AMMLUNO 

I>ES  I1KRRK 

HOFRATHES  DR  VON  FISCHER  IN  MÜNCHEN. 

vos 

DR  ALPHONS  VON  DITTMAR. 


MÜNCHEN,  1866. 
R.  OLDENBOURG. 

- 

Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


Die  Fuuna  der  Hallstüdtcr  Kalke  gehört  trotz  des  kurzen  Zeitraumes 
seit  ihrer  Entdeckung  und  trotz  der  vielfachen  Schwierigkeiten,  die  sich 
ihrer  Ausbeutung  und  Aufsammlung  entgegensetzten,  dennoch  in  Folge  der 
anerkenncnswerthen  und  ununterbrochenen  Bemühungen  einiger  weniger 
ebenso  fleißiger  als  einsichtsvoller  Sammler  und  durch  die  Aufzeichnungen 
einer  Reihe  unserer  hervorragendsten  Paläontologen  schon  jetzt  mit  unter 
die  besterforschten  Stufen  organischen  Lebens  in  dem  Gebiete  der  Alpen. 
Die  Mühe,  die  der  Forscher  an  die  Untersuchung  der  Hallstädter  Kalke 
wendet,  hat  sich  aber  auch  stets  reich  belohnt,  denn  die  Fossilien,  die  man 
hier  findet,  sind  nicht  nur  immer  rund  und  voll  und  bis  in  die  feinsten 
Verzierungen  erhalten,  —  sie  bieten  auch  vom  paläontologischen  Gesichts- 
punkte aus  eine  Fülle  der  interessantesten  Daten,  denn  wir  finden  hier 
unter  jeder  Reihe  neu  entdeckter  Formen  immor  wieder  neue  Verbindungs- 
glieder zwischen  vor-  und  nach -triadischen  Mollusken  —  Arten  —  Gattungen 
—  Gruppen,  —  wir  sehen  eine  Reihe  von  Beziehungen  und  Verknüpfungen 
vor  unsern  Augen  hergestellt,  deren  Möglichkeit  wir  kaum  vermuthet  hätten. 
Auch  die  vorliegende  Arbeit  wird  dafür  einige  Proben  geben  können,  die 
nicht  bloss  für  die  specielle  Paläontologie  von  Interesse  sind. 

Herrn  Hofrath  Dr.  v.  Fischer  in  München,  dessen  reichhaltige 
Sammlung  schon  mehreren  Autoren  ganze  Reihen  von  schönen  neuen  Arten 
geliefert  hat,  verdanke  ich  sowohl  die  Anregung  für  den  vorliegenden  pa- 
läontologischen Versuch  als  auch  dio  Ausrüstung  mit  dem  dafür  erforder- 
lichen Material. 

Dio  Aufgabe  schien  bei  der  nicht  zu  ausgebreiteten  Literatur  anfangs 
leichter,  als  sie  sich  in  der  Folge  herausstellte,  denn  in  der  That  sind  die 
Verhältnisse  von  Variabilität  und  Constanz  der  Formen  hier  verwickelter 
als  ich  sie  bisher  anderswo  kennen  lernte.  Diese  Schwierigkeit  ist  auch 
schon  von  geübteren  Paläontologen  empfunden  worden  und  ihre  Consequenzcn 
gipfeln  sich  in  der  Streitfrage,  dio  sich  um  die  Definition  des  Atnmonites 
Aon  Mü.  bewegt,  obgleich  dieser  Fall  von  Unsicherheit  durchaus  nicht  ver- 
einzelt dasteht.    Aber  gerade  hier  ist  die  Differenz  besondors  auffallend, 


Digitized  by  Google 


(4) 


322 


da  die  Einen  den  Namen  Aon  als  Bezeichnung  für  eine  ganze  Familie 
oder  Gruppe  von  sehr  verschiedenen  Formen  nehmen'),  während  andere 
diese  verschiedenen  Formen  als  eine  und  dieselbe  Species  auffassen,  deren 
Varietäten  ohne  bestimmbare  Grenze  in  einander  übergehen.  Das  hindert 
sie  aber  nicht,  diese  Varietäten  dennoch  zu  unterscheiden  und  zu  benennen, 
weil  sie  keine  Möglichkeit  sehen,  die  Species  durch  eine  allgemein  stich- 
haltige Diagnose  zu  charakterisiren  8).  Die  grossen  Schwierigkeiten  bei  der 
Sache,  die  ich  keineswegs  verkenne3),  haben  mich  gleichwohl  nicht  abge- 
halten, mich  an  die  Lösung  der  Aon-Frage,  die  man  seit  einiger  Zeit  mit 
einer  gewissen  Scheu  auf  sich  beruhen  lässt,  zu  wagen. 

Es  möge  mir  gestattet  sein,  hier  in  kurzen  Zügen  die  Principicn 
anzudeuten,  von  denen  ich  mich  bei  Behandlung  dieser  so  wie  der  Species- 
Frage  überhaupt  leiten  Hess. 

Der  Begriff  der  Species,  ursprünglich  ein  künstlicher,  von  dem  man 
jedoch  nicht  zweifelte,  dass  er  den  Erscheinungen  in  der  Natur  vollständig 
angemessen  sei,  sollte  in  seiner  ersten  Bedeutung  wohl  nur  solche  Formen 
umfassen,  die  unter  sich  in  allen  Stucken  übereinstimmten.  Dem  gegenüber 
verlangte  man  für  das  Genus  nur  mehr  eine  Uebereinstimmung  in  einzelnen 
allgemeineren  Charakteren. 

Da»8  man  bei  Untersuchung  der  Merkmale  anfangs  nicht  eben  scrupulös 
zu  Werke  ging,  ist  sehr  wahrscheinlich.  Mit  dem  Fortschreiten  der  Beob- 
achtung musste  man  aber  bald  bemerken,  dass  zwischen  die  solchermassen 
festgestellten  Species  sich  immer  mehr  neue  Zwischenformen  eindrängten, 
die  man  dann  als  neue  Species,  als  Subspecies,  als  Varietäten,  als 
abweichende  Individuen  in  das  früher  gewonnene  Schema  einzuschalten 
versuchte.  Endlich  sah  man  aber  doch  ein,  dass  die  ganze  Begrenzungsart 
der  früheren  Species  eine  willkürliche,  ja  zufällige,  z.  Th.  nur  von  dem 
Umfange  des  in  Betracht  gezogenen  Materiales  abhängige  gewesen  sei  und 
dass  man  somit  nach  neuen  stichhaltigeren  Principicn  für  die  Behandlung 
der  Sache  sich  umsehen  müsse.  In  Folge  der  dadurch  hervorgerufenen 
Bestrebungen  nun  haben  sich  zwei  ziemlich  entgegengesetzte  Richtungen 
geltend  gemacht.  Die  eine,  die  den  Begriff  der  Species  als  einen  in  der 
Natur  der  Dinge  wesentlich  begründeten  erfasst,  sieht  »ich  genöthigt,  wegen 


')  t.  Hauer:  Keue  Cephal.  von  Hallstadt  und  Ausaee,  in  Haidungcr*  naturw.  Abb. 

1Ö40,  Bd.  Ii,  p.  8  u. 

»)  Quenstedt:  Opbalopoden  p.  1KU  ff. 

*)  Es  heisst  sich  du?  Sache  leicht  machen ,  wenn  mun  joden  kleinen  Unterschied  ab- 
bildet,  benennt,  ohne  darüber  nachzuforschen,  wio  diese  mannigfaltigen  Glieder  zusammen- 
hingen.  Quenstcdt:  Cephalopoden  p.  236  f. 


323 


(5) 


deB  namentlich  bei  niedern  Organismen  in  den  häufigsten  Fällen  zu  beob- 
achtenden vollständigen  U eberganges  verwandter  Formen  in  einander,  die 
Grenzen  der  Species  so  weit  auszudehnen,  bis  in  dem  vorhandenen  Bcob- 
achtungsmaterial  solche  Uebergangsformen  zu  den  nächstverwandten  Gestalten 
nicht  mehr  gefunden  werden.  Diese  Begrenzungsweise,  so  natürlich  sie 
scheinen  mag,  ist  demnach  nur  eine  willkürliche,  da  wir  wohl  nicht  mit 
Gewissheit  annehmen  dürfen,  dass  die  Natur  diese  scheinbar  fehlenden 
Formen  wirklich  nicht  kenne,  so  lange  namentlich  dio  paläontologischen 
Aufsammlungcn  nicht  weiter  als  zu  der  gegenwärtigen,  verhältnissmässig 
immer  noch  sehr  geringen  Ausdehnung  gediehen  sind. 

Die  andere  Art  der  Auffassung  nimmt  dagegen  den  Begriff  der  Species 
von  vorn  herein  als  einen  durchaus  künstlichen,  als  einen  Wissenschaft- 
liehen  Behelf,  der  zur  Erkenntniss  der  Wahrheit  erst  führen  soll,  —  als  eine 
jener,  gleichviel  ob  richtigen  oder  unrichtigen  Hypothesen,  denen  die  Natur- 
Wissenschaften  seit  jeher  ihre  bedeutendsten  Fortschritte  zu  danken  haben. 
Von  dieser  8eite  könnte  der  Speciesbegriff  selbst  dann  noch  beibehalten 
werden,  wenn  der  bestimmte  Nachweis  geliefert  würde,  dass  er  in  der 
Natur  nicht  begründot  soi.  Wenn  der  Begriff  somit  als  ein  künstlicher 
aufgefasst  wird,  so  darf  natürlich  auch  seine  Begrenzung  eine  künstliche  sein 
und  der  weite  Spielraum  individueller  Ansichten  wird  allein  in  Rücksicht 
auf  die  Zweckmässigkeit  zu  reguliren  sein.  Ob  nun  zwar  von  Niemandem 
bestritten  werden  kann,  dass  eine  scharfe  Unterscheidung  der  (künstlichen) 
Species,  namentlich  in  der  Geognosie,  sich  auch  praktisch  als  nützlich  be- 
währt hat,  so  hat  doch  die  consequente  Durchführung  einer  solchen 
Scheidung  (Speciesmacherei?)  mannigfachen  mehr  oder  weniger  gravirenden 
Vorwürfen  nicht  entgehen  können,  die  im  Allgemeinen  darauf  hinauslaufen, 
dieselbe  als  etwas  Unnützes  hinzustellen.  Ich  meinestheils  glaube  aber,  dass 
die  sog.  Speciesmacherei  für  den  Geognosten  nur  dann  unnütz  sein  würde, 
wenn  man  Ursache  hätte  anzunehmen,  dass  ihre  Anwendbarkeit  auf  bathro- 
logische  Vergleiche  und  Unterscheidungen  sich  auf  die  bisher  beobachteten 
Punkte  beschränken  müsste. 

So  lange  das  nicht  dor  Fall  ist,  so  lange  ferner  nicht  geradezu  be- 
hauptet oder  erwiesen  wird,  dass  die  Grenzen  der  Species  als  Inbegriff 
ähnlicher  Formen  genau  mit  den  bisher  angenommenen  Grenzen  der  geo- 
logischen Formationen  und  Formationsglieder  zusammenfallen  müsse,  so  lange 
endlich  die  Verthcidiger  der  natürlichen  Species  uns  überhaupt  keine  stich- 
haltigen Anhaltspunkte  für  die  Auffindung  der  natürlichen  Grenzen  der  Species 
anzugeben  vermögen,  —  insolange  werden  wir  fortfahren  dürfen,  alle  Varia- 
tionen der  Form  getrennt  zu  halten,  welche  sich  sicher  in  einer  Reihe 


Digitized  by  Google 


324 


übereinstimmender  Individuen  ausprägen  und  die  wir  durch  Wort  und  Bild. 
Anderen  kenntlich  zu  machen  im  Stande  sind,  ohne  Köcksicht  darauf,  oh 
auch  gleich  im  Augenblick  interessante  Resultate  unsere  Bemühungen  belohnen. 

Ob  den  solchermassen  fixirten  Variationen  der  organischen  Form  dann 
noch  der  Namen  der  Species  in  der  hergebrachten  Bedeutung  zukomme,  ist 
eine  andere  Frage,  welche  für  Systematiker  einige  Wichtigkeit  haben  mag. 
Für  die  Praxis  scheint  es  mir  bequemer,  einen  derartigen  allgemeinen 
Ausdruck  anzuwenden,  statt  zwischen  Species,  Subspeeies,  Varietät  etc. 
ängstlich  zu  unterscheiden,  denn  man  vermeidet  damit  den  schwerfälligen, 
unbequem  zu  handhabenden  Apparat  der  Doppel-  und  mehrfachen  Namen, 
welche  man  sonst  consequenter  Weise  ebenfalls  annehmen  müsste. 

Wendet  man  nun  diese  Betrachtungen  beispielsweise  auf  den  Amnionitis 
Ami  Mfl.  an,  auf  eine  Gruppe  von  Formen,  die  kaum  in  einem  Punkte 
mit  einander  übereinstimmen,  nemlieh  in  der  vertieften  Bauchrinne'),  die 
aber  dennoch  von  den  Vertheidigern  der  natürlichen  Species  bisher  als  eine 
einzige  Species  betrachtet  Wurden,  so  ist  es  einleuchtend,  dass  auf  Grund- 
lage des  künstlichen  Spcciesbegriffcs  hier  eine  Reihe  von  Formvariationen 
unterschieden  werden  muss.  Von  den  Cassianer  Vorkommnissen  sind  die- 
selben schon  durch  Münster  und  Klipstein  angedeutet  und  aus  den  Hall- 
städter Schichten  habe  ich  in  der  vorliegenden  Abhandlung  17  Formarten 
festzustellen  versucht,  von  denen  die  meisten  in  beträchtlichen  Reihen  von 
Individuen  eine  auffallende  Constanz  beweisen.  Wenigstens  noch  ebensoviel 
habe  ich  einstweilen  unbeschrieben  gelassen,  weil  einerseits  das  .Material 
nicht  mehr  die  Sicherheit  der  Anhaltspunkte  gewährte,  andererseits  mir  der 
Raum  zu  eng  zugemessen  ward.  Es  war  mir  dabei  nicht  unerwünscht,  dass 
mit  den  beschriebenen  Formvariationen  beim  Aon  sich  auch  parallellaufende 
bestimmte  Verschiedenheiten  im  bathrologischen  Lager  in  Einklang  zeigten, 
und  die  es  befürworten  mögen,  dass  es  unbeschadet  der  Zusammengehörig- 
keit der  Gruppe  keine  so  ganz  müssige  Aufgabe  gewesen  sein  dürfte,  die 
wahrgenommenen  Verschiedenheiten  der  Form  zu  fixiren.  Dass  auch  inner- 
halb der  Hallstädter  Schichten  paläontologisch  unterscheidbare  Horizonte 
vorhanden  seien,  wäre  schon  a  priori  wahrscheinlich,  selbst  wenn  sie  nicht 
schon  von  den  Herren  v.  Fischer2)  und  Süss  ')  angedeutet  worden  wären. 

')  Ich  bezeichne,  in  Folge  der  von  Herrn  l'rof.  Süss  gegebenen  Anregung,  bei  den 
Cephalopoden  diejenige  Seite,  «n  welcher  der  Si|»ho  liegt,  ah  Bauch,  die  entgegengesetzte 
uls  Kücken. 

')  Bei  v.  Hauer:  Beiträge  zur  KenntnUs  der  Ccphalopodenfauna  der  Hullstüdler 
Schichten.    Denkschriften  der  Wiener  Akad.  IS.'».»,  Bd.  !»,  p.  II.»  (.>). 

J)  Bei  v.  Hauer:  Nachtrüge  zur  Kenntniss  der  l'ephalopodenfauna  der  Hnlhtfldter 
Schichten.    SiU.-Ber.  der  Wiener  Akad.  IStiO,  Bd.  41,  p.  113,  114  (l,  1). 


Digitized  by  Google 


325 


(7) 


Wenn  diese  Horizonte  bisher  noch  nicht  genauer  fixirt  wurden,  so  geschah 
das,  glaube  ich,  weniger  aus  dem  Grunde,  weil  man  die  Durchführung  einer 
paläontologischen  Niveaubestimmung  überhaupt  für  unmöglich  gehalten  hatte, 
als  vielmehr,  weil  man  die  paläontologischen  Beobachtungen  noch  für  unzu- 
reichend erachtete.  Ein  weiterer  Grund  möchte  aber  wohl  in  den  Schwierig- 
keiten liegen,  die  sich  dem  Besuche  der  Fundörter  entgegenstellen  und  in 
Folge  deren  nur  in  den  seltensten  Fällen  die  paläontologischen  Aufsamm- 
lungen an  Ort  und  Stelle  von  Fachmännern  geleitet  wurden. 

Da  auch  ich  nicht  in  der  Lage  war,  die  nöthigen  Studien  an  den  Fund- 
stellen selbst  zu  machen,  die  uns  hier  beschäftigen,  so  steht  es  natürlich 
auch  nicht  in  meiner  Macht,  die  Art  der  Vertheilung  der  Organismen  auf 
verschiedene  Niveaus  der  Hallstädter  Schichten  festzustellen.  Ich  habe  blos 
die  Absicht,  eine  Beleuchtung  der  bisher  gemachten  Beobachtungen  zu  ver- 
suchen, um  zu  sehen,  ob  nicht  schon  diese  uns  einige  Folgerungen  gestatten, 
einige  Schlüsse  auf  die  Verhältnisse,  wie  sie  wahrscheinlich  da  sind. 

Was  zunächst  die  Petrefactenfunde  von  St.  Oassian  betrifft,  so  ist  die 
Annahme  wohl  nicht  sehr  gewagt,  dass  nicht  alle  von  hier  beschriebenen 
Formen  wirklich  nur  einem  bestimmten  Schichtensystem  entnommen  sind. 
Hier,  wo  Buchensteiner  Kalk,  Wenger  Schiefer,  St.  Cassianer  Tuffe  und 
•  Kalke  und  Schierndolomit  recht  nahe  bei  einander  liegen,  hat  das  Volk  die 
„Kurretsch",  wie  sie  von  Graf  Münster  und  Klipstein  beschrieben  wurden, 
in  Bachrissen  etc.  zusammengelesen.  Münster  hat  sich  nun  allerdings  selbst 
davon  überzeugt1),  dass  cino  bemerkbare  Aenderung  der  Fauna  in  den 
verschiedenen  Schichten  nicht  stattfindet.  Weit  entfernt  davon,  diese  Beob- 
achtung anzugreifen,  mache  ich  nur  darauf  aufmerksam,  dass  Münster's 
Originale  wahrscheinlich  lediglich  aus  den  Tuffen  von  Cassian  stammen, 
wovon  man  sich  leicht  an  seiner  hinterlassenen  Sammlung  überzeugen  kann. 
Anders  Klipstein,  üier  fällt  schon  an  den  Abbildungen  die  ungewöhnliche 
Grösse  einiger  Arten  auf.  Es  sind  das  Ammonites  Johannis  Anstriae  (nur 
ein  Exemplar  aus  der  Sammlung  des  Erzherzogs  Johann)  Amin.  Gaytnni, 
Amin,  nodidosocostatiis,  Amm.  Credneri  und  Amm.  acquinodosits.  Da  ich  die 
Klipstein'schen  Originale  nicht  kenne,  so  wäre  es  eine  blosse,  wenngleich 
naheliegende  Vermuthung,  dass  diese  grösseren  Arten  nicht  in  den  Tuffen, 
sondern  wahrscheinlicher  in  Kalkbänken  lagen,  wenn  nicht  Klipstein  selbst 
schon  eine  dahin  zielende  Bemerkung  ausgesprochen  hätte').  Es  ist  dies 
aber  um  so  interessanter,  da  gerade  diese  Arten  es  sind,  die  neben  noch 


')  Münster:  BeitrSge  B<1.  I,  p. 
»)  Klipute  in:  BoitrBgc.  p.  f»0. 


Digitized  by  Google 


(8) 


326 


einigen  anderen  auch  in  den  Hallstädter  Kalken  gefunden  wurden1),  und 
es  wäre  darum  um  so  Wünschenswerther,  die  relative  Lage  des  Niveaus  zu 
kennen,  in  dem  sie  sich  bei  St.  Gassi  an  finden.  Obgleich  es  nicht  un- 
wahrscheinlich ist,  dass  dieses  Niveau  repräsentirt  wird  durch  die  gegen  oben 
überhandnehmenden  Kalkbänke,  die  den  St.  Cassianer  Tuffen  eingelagert 
sind,  so  möchte  ich  das  doch  nicht  als  Behauptung  hinstellen,  da  die  Fol- 
gerungen, die  sich  daran  knüpfen  müssen,  zu  wichtig  sind  und  ich  den 
sichern  Boden  der  Empirie  darum  nicht  ohne  Noth  verlassen  mag. 

Ausser  den  genannten  Ammoniten  werden  als  den  Cassianer-  und 
Hallstädter  Schichten  gemeinsame  Formen  von  verschiedenen 
Autoren  noch  citirt: 

Ammonitcs  Metternichi  Hau. 

Amtnonites  Aon  Mü. 

Ammonitcs  Achclous  Mü. 

Ammonitcs  Ruppclli  Kl. 

Ammonitcs  pisum  Mü. 

Ammonitcs  Jarbas  Mü. 

Ammonitcs  Eryx  Mü.*) 

Orthoccras  stdiundattm  Mü. 

Phasianella  variabilis  Kl.  sp. 

Natica  pseudospirata  Orb. 

Natica  impressa  Mü.*) 

Mttrchisonia  tricarinata  Klipst.  sp. 

Turbo  decoratus  Mü. 

Pcctcn  alternam  Mü. 

Inoceramtts  aretus  Braun. 

Mytilus  Münsteri  Kl.8) 

Cidaris  alata  Mü. 

ddaris  transversa  Mey.*) 

Stromatopora  porosa  Kl. 

Chaetetes  Münsteri  Ed.  et  Haime. 

Cladophyllia  subdichotoma  Mü.  sp. 
und  aus  den  Wenger-  und  Hallstädter  Schichten 

Ilalobia  Lommeli  Wissm. 

Wir  haben  also  bis  jetzt  27  identische  Arten,  die  uns  die  nahe  Ver- 
wandtschaft der  Ablagerungen  von  8t.  Cassian  und  von  Hallstadt  ver- 


'.)  Ueber  Amm.  aequinodosus,  siehe  weiter  unten. 
*)  Vgl,  weiter  unten  den  palflontologUchon  Thcil. 


Digitized  by  Google 


327 


bürgen.  "Wenden  wir  uns  nun  zu  den  letzteren.  Die  typische  Gegend  bei 
Hallstadt  und  Aussee  zählt  eine  ganze  Reihe  verschiedener  Fundorte, 
von  denen  die  meisten  sehr  reiche  Ausbeute  an  Versteinerungen  geliefert 
haben.  Es  sind  das:  der  vordere  Sandling,  die  Teltschenalp,  der 
Leislingkogel,  der  Raschberg,  Hallstädter  Salzberg,  Sommerau- 
und  Steinbergkogel,  der  von  Rossmoos  gegen  den  Hallstädter  See 
hinabführende  Graben,  der  Taubenstein  im  Gosauthalc,  der  Moosberg, 
der  Hundskogel  bei  Ischel  und  die  Pötzschenhöhe  bei  Geisern.  Dio 
Reihenfolge  steigt  von  den  reichston  zu  den  ärmeren  Fundstätten  herab. 
Nehmen  wir  den  ganzen  Complex  der  hier  vertretonen  Schichten  zum  Typus 
der  „Hallstädter  Schichten",  was  er  ohnstreitig  ist,  so  füllt  uns  bei 
der  Durchsicht  der  paläontologischen  Erfunde  eine  gewisse  Verschiedenheit 
in  der  Vertheilung  der  Organismen  auf,  die  entschieden  nicht  in  dem  Maasse 
stattfinden  könnte,  wenn  an  allen  diesen  Stellen  genau  dieselben  gleichzei- 
tigen Ablagerungen  vertreten  wären.  Man  würde  wenigstens  vergebens  nach 
einem  Grundo  forschen,  welcher  ein  Gesetz,  das  überall  beobachtet  würde, 
gerade  für  die  Gegend  von  Hallstadt  illusorisch  machen  sollte.  Dass  diess 
auch  gar  nicht  der  Fall  ist,  müssen  Sammler  häufig  genug  zu  ihrem  grossen 
Missvergnügen  erfahren,  wenn  die  andauernde  und  fleissige  Ausbeutung 
eines  Punktes  ihnen  fast  nur  eines  der  häufigsten  Petrefacte  in  reicher, 
alles  übrige  verdrängender  Fülle  liefert.  Es  sind  also  auch  gar  nicht  die 
selteneren  Arten  allein,  die  eine  ungleichförmige  Vertheilung  über  die  ge- 
nannten Lokalitäten  bemerken  lassen,  im  Gegentheil,  selbst  die  häufigsten 
und  überall  als  Leitfossilien  der  Hallstädter  Kalke  anerkannten  Species  sind 
nur  an  einzelnen  der  Fundorte  vertreten,  während  sie  an  anderen  fehlen. 
So  suchen  wir  am  Rossmoos  vergebens  den  Asnm.  Jarbas  MüM  am  vordem 
Sandling  den  Amm.  Oaytani  KI.,  Amm.  Morloti  Hau.  und  Amm.  Simonyi 
Hau.;  auf  der  Teltschenalp  fehlt  Amm.  neojurensis  Qu.,  am  Leisling  Amin, 
respondens  Qu.,  am  Raschberg  Amm.  subumbilicatus  Br.,  Amm.  Gaytani  Kl. 
und  Amm.  galeiformis  Hau.  Ich  halte  es  darum  für  unbestreitbar,  dass, 
wo  ein  solcher  Ausfall  vorliegt  (der  natürlich  nicht  durch  unzureichende 
Aufsammlung  bedingt  sein  darf),  auch  folgerichtig  auf  das  Nichtver tre- 
ten sein  eines  gewissen  Schichtensystems  geschlossen  werden  muss. 

Aber  in  der  Regel  erschwert  die  gleichförmige  petrographische  Beschaffen- 
heit der  Schichten  die  Auffassung  der  stratigraphischen  Verhältnisse  in  hohem 
Grade.  Nur  an  wenigen  bevorzugten  Lokalitäten  erleidet  dieser  Umstand 
glücklicherweise  eine  Ausnahme.  Das  ist  der  Fall  am  vordem  Sandling 
bei  Aussee  und  am  Sommeraukogel  und  Raschberg  bei  Hallstadt. 
Wir  haben  über  die  geognostischen  Verhältnisse  des  vordem  Sandling 


Digitized  by  Google 


(10) 


328 


sehr  werthvolle  Beobachtungen  von  Herrn  Hofrath  v.  Fischer1)  und  von 
Herrn  Prof.  Süss1),  die  uns  den  Schlüssel  zur  Lösung  wenigstens  eines 
Theiles  der  Frage  liefern  werden,  die  uns  hier  beschäftigt. 

Ich  gebe,  der  leichtern  TJebersicht  wegen,  die  Schichtenfolgc  (von  oben 
nach  unten)  in  dem  beistehenden 

Profil  der  Hallstädter  Schichten  am  vordorn  Sandling  bei 

Aussee  (nach  Süss)3). 


Haselgebirge  und  Schutt 


9. 

lichrrother  Kalkstein  mit  sehr  vielen  kleinen  Globosen,  mit  einge- 
backenen  Particen  von  dunkelröfblichgrauem  Kalk,  worin  ebenfalls 
zahlreiche  kleine  Globosen.  Im  untern  Theil  dieser  Bank  ist  Rhyn- 
chonella  longicollis  Süss  häufig. 

8. 

röthlicher,  stellenweise  grauer  Kalkstein,  etwa  3°  mächtig,  petre- 
factenleer. 

7. 

dunkelrotber  Kalkstein.  Amm.  Jarbas  und  respondens,  Amm.  Morloti 
(oder  neojureusis),  viele  Globosen,  Holopclla. 

Jj. 

kleinere  Lage  lichtrothen  petrefactenleeren  Kalksteines. 

5. 

dunkelrother  Kalkstein,  wie  Nr.  7  Amm.  respondens,  Amm.  Jarbas, 
Nautilus  brevis  (liegt  nur  hier),  Globosen,  Cochloceras  (nur  hier), 
lihMuceras ,  Holo2>ella  und  sehr  viele  Gasteropoden. 

4. 

3. 

Unterbrechung  (wahrscheinlich  durch  Verdeckung)  an  einer  Stelle,  gegen 
Norden,  folgt  nun 

„Fasselschicht"  (nom.  vulg.)  gelbe  Kalkank,  wenig  mächtig,  voll 
Petrefacten.  Ammonites  subbullatns,  Sandlingensis,  retictdalns  (erina- 
ceus  sp  n.?),  semiglobosus,  Aulacoceras  ef.  reticulatum  (alveolare?  Qu.) 
und  sehr  viele  andere  Arten,  die  in  andern  Lagen  nicht  sind. 

2. 

Verdeckung,  darauf  zerstreute  Blöcke  von  weissem  Kalk  mit  Nerita 
div.  sp.,  Rhabdoceras,  Amm.  bicornis,  andere  voll  Monotis  salinaria. 

1. 

mächtiger  lichtgrünlicher  Kalkstein,  ähnlich  jenen  vom  Stcinbergkogel 
bei  Hallstadt.  Grosse  Crinoidenstiele,  grosse  Globosen  und  Heterophyllen. 

')  r.  Hauer:  Beiträge  aar  Kenntnisi  der  Cepbalopoden-Fauna  der  Hallst&dter  Schichten. 
Donkochr.  der  Wiener  Akad.  1855,  Bd.  9,  p.  142  (2). 

*)  v.  Hauer:  Nachträge  zur  Kenntniss  etc.    Sitzber.  der  Wiener  Aknd.  ISÖO,  Bd.  il, 

p.  1 1  i  en 

^)  Bei  Stls«  1.  e.  i*t  die  Reihenfolge  der  Schichten  scheinbar  umgekehrt,  al9  Folge 
der  Lagerunggvcrh&ltnisse.    Die  Schichten  fallen  nach  Süss  steil  SSW  und  streichen  OSO. 


Digitized  by  Google 


32i> 


(II) 


Bis  auf  die  Blöcke  Nr.  2  wurden  alle  Schichten  anstehend  gefunden; 
das»  auch  diese  so  ziemlich  an  der  rechten  Stelle  eingeschaltet  sind,  lässt 
sich  vermuthen,  da  nach  mir  vorliegenden  Handstücken  Ammonites  bieomis 
mit  einigen  bezeichnenden  Arten  der  Fassclhchicht  zusammenliegt.  AVenn 
wir  daher  vorläufig  von  den  Kalken  Nr.  1  absehen,  deren  Fossilien  wir 
noch  nicht  genauer  kennen,  so  dürfen  wir  sowohl  nach  petrographisehen, 
wie  paläontologischen  Indicien  3  Horizonte  unterscheiden,  nämlich  1)  den 
Horizont,  wo  Halobia  Lommili  ihr  Hauptlager  hat  (Blöcke  Nr.  2);  2)  darüber 
den  Horizont  des  Ammonitcs  subbullatus  mit  einer  Reihe  weiterhin  zu  speci- 
ficirender  charakteristischer  Arten  (Schicht  Nr.  3),  und  3)  die  Gasteropoden- 
Kalke  (Schicht  Nr.  5  und  7).  Ob  ein  Horizont  mit  IlhymhoiulUi  longicollis 
sich  noch  darüber  festhalten  lässt,  wage  ich  nicht  zu  entscheiden;  ich  habe 
diese  Art,  wenngleich  spärlich,  auch  in  den  Gastcropodenkalkcn  angetroffen 
und  sonst  fehlen  uns  ausser  Amm.  spinescens  Hau.,  der  auch  in  Schicht  9 
zu  liegen  scheint,  die  paläontologischen  Anhaltspunkte  für  eine  Abtrennung. 

Wohl  zu  bemerken  ist  übrigens,  das»  die  Gastcropodenkalke  von  der 
Schicht  mit  Amm.  subbul latus  durch  die  Ablagerungen  Nr.  4  getrennt  wer- 
den, deren  Mächtigkeit  mir  nicht  bekannt  ist,  ebensowenig  wie  ihre  paläon- 
tologischen Charaktere. 

Wegen  der  petrographisehen  Verschiedenheit  unserer  angenommenen 
Horizonte  wird  es  möglich,  hier  auch  ohne  directe  Beobachtungen  an  dem 
Fundorte  selbst,  schon  in  einer  Sammlung  die  Vertheilung  der  Organismen 
mit  Sicherheit  zu  erkennen.  Ich  habe  nach  eingehendem  Studium  der  be- 
bekannten reichen  Sammlung  des  Herrn  Hofratiis  von  Fischer  folgende 
Ergebnisse  feststellen  können: 

In  der  „Fasselschicht4'  (Profil  Schicht  Nr.  3)  finden  sich:  ') 
s.  *Rhabdoceras  Suessi  Hau. 
h.    Orthoceras  latiseptatum  Hau. 
h.    Aulacoceras  alveolare  Qu.  sp. 
hh.    Ammonites  subbullatus  Hau. 
88.    Ammonites  Janus  n.  sp. 
sä.    Ammonites  Phoebus  n.  sp. 
hh.    Ammonites  Satumus  n.  sp. 
s.    Ammonites  Jokehji  Hau. 
ss.    Ammonites  attetus  n.  sp. 
88.    Ammonites  minimus  Hau. 


')  hh  =  sehr  hSufig,  h  =  häufig,  a  =.  ?olten,  =  selir  selten.  Mit  einem  •  sind 
die  beiden  Niveaus  gemeinsamen  Arten  bezeichnet. 


Digitized  by  Google 


(12) 


330 


88.  Ammonites  caducus  n.  sp. 

s.  Ammonites  Sandlingensis  Hau. 

h.  Ammonites  velox  n.  sp. 

hh.  Ammonites  Agriodus  n.  8p. 

hh.  Ammonites  Pamphagws  n.  ap. 

h.  Ammonites  Oribasus  n.  sp. 

8.  Ammonites  erinaceus  n.  sp. 

88.  Ammonites  foliaceus  n.  sp. 

88.  *Ammonitcs  Ehrlich*  Hau. 

h.  Ammonites  altcrniplicafus  Hau. 

ss.  Ammonites  modiens  n.  sp. 

hh.  Ammonites  Henseli  Oppol. 

h.  Ammonites  nasturtiwn  n.  sp. 

a.  ,4rom<>m/es  semiglobosus  Hau. 

b.  Ammonites  elevatus  n.  sp. 
h.  Ammonites  inermis  Hau. 

s.  *Ammonitcs  Ausseanus  Hau. 

s.  *Ammonites  tornatus  Broun. 

h.  Ammonites  bicomis  Hau. 

ss.  Ammonites  cicer  n.  sp. 

h.  *^mmom7«f  Jarbas  MQ. 

h.  *Atnmonites  imperator  Hau. 

hh.  RhyticJwnella  dilatata  Ss. 

h.  Pleurotomaria  turbinata  Hörn. 

s.  *Pecten  cutiformis  Hörn. 

8.  Pecten  scutella  Hörn. 

8.  Monotis  lineata  Münst 

s.  *H(dobia  Lommcli  Wissm. 

Dagegen  liegen  in  den  Gasteropodenschichten  Kr.  5—7  folgende 
Arten  : 

b.  Ammonites  Meternichii  Hau. 

8.  *Ammonites  imperator  Hau.' 

h.  *  Ammonites  distinetus  Gieb. 

h.  Ammonites  sttbumbilicatus  Br. 

hh.  Ammonites  Johannis  Austriae  Kl. 

hh.  Ammonites  gakiformis  Hau. 

8.  *  Ammonites  Ausseanus  Hau. 

ss.  Ammonites  diffisus  Hau. 


Digitized  by  Gc 


331 


(13) 


hh.  *Ammonites  tomatus  Br. 

hh.  Ammonites  respondcns  Qu. 

hb.  *Ammonitcs  Jurbas  Münst. 

hh.  Ammonites  ncojurensis  Qu. 

8.  Amtnonites  Ramsaueri  Qu. 

88.  Ammonites  Eryx  Mü. 

s.  Ammonites  geniadatus  Hau. 

8.  Ammonites  Ehrlkhii  Hau. 

88.  Ammonites  atrossus  n.  sp. 

88.  Ammonites  Asbolus  n.  ep. 

88.  *Ammonit€s  Harpahts  n.  sp. 

s.  Ammonites  delphinocephoitts  Hau. 

s.  Nautilus  brevis  Hau. 

8.  *RJtabdoceras  Sttessi  Hau. 

s.  Cochloceras  Fischeri  Hau. 

s.  Cochloceras  canalictdatwm  Hau. 

8.  CocMoceras  breve  Hau. 

h.  Natica  pseudospirata  Orb. 

h.  Natica  KUpsteini  Hö. 

h.  Natica  impressa  Mü. 

hh.  Loxonenut  clegans  Hö. 

hh.  Ilolopella  grandis  Hö. 

s.  Holopella  tumida  Hö. 

es.  Tttrbonilla  stdndata  n.  8p. 

s.  Scoliostoma  fasciatum  Hö. 

8.  Scoliostoma  monili/erum  Hö. 

h.  Nerita  austriaca  Hö. 

8.  Nerita  Klips  tedni  Hö. 

8.  Nerita  Munsteri  Hö. 

s.  Neritopsis  compressa  Kl. 

s.  T«r6o  decoratus  Mü. 

sp. 

h.  Phasianella  rariabilis  Kl. 

8.  Phasianella  acuminata  Hö. 

8.  Trochus  sinistrorsus  Hö. 

8.  Trochus  strobiliformis  Hö. 

88.  Platystoma  Suessi  Hö. 

88.  Platystoma  Hörnesi  n.  sp. 

ss.  Delphimda  sulcifera  Hö. 
(2)  22 


Digitized  by  Google 


3:r2 


Ii.    Pleurototnuria  Fi  schert  Hö. 

s.    Plvttrototnariu  perreraa  Hö. 

s.    Pleurototnuria  Iieussi  Hö. 

h.    Pleurototnuria  ncxilis  Hö. 

h.    Pleurototuaria  Hatten  Hö. 
ss.    Pleurototnuria  Daphne  n.  sp. 
as.    Mutrhisonia  triatrittata  Kl.  sp. 

s.    Citrus  suj/erbtt8  Hö. 
*s.    Patclla  cotttdus  Hö. 

s.    Porullia  abnonnis  Hö. 

Ii.    Porcdlia  Fischeri  Hö. 

s.    Inoceramus  arätts  Braun. 
hs.    Miftiltts  Münsteri  Kl. 

h.    Monotia  salinaria  Br. 

Ji.  *  Preten  cutifurmis  Hö. 

s.    Paten  tenuicostatus  Hö. 

h.    Pcctcn  concentrkestriatus  Hö. 

Ii.  *JIalobia  Lomtneli  \Vi. 
sä.    Lingida  Fischen  Süss. 

s.  llhynchonellu  retrocita  Ss. 
Diese  Listen  dürften  fast  vollständig  die  bisher  am  vordem  Sandling 
gemachten  Erfunde  wiedergeben.  Ich  habe  sie  mit  möglichster  Sorgfalt 
zusammengestellt,  doch  w  erden  kleine  Irrthümer  vielleicht  nicht  vollkommen 
ausgeschlossen  sein,  da  ich,  wenn  mein  Material  nicht  ganz  ausreichte,  auch 
Citate  aus  der  Literatur  beigezogen  habo,  sofern  dieselben  durch  Angabe 
petrographischer  Charaktere  dazu  geeignet  erschienen.  Die  angeführten  90 
Arten,  wenngleich  sie  schon  ein  ganz  ansehnliches  Contingent  von  der  ge- 
sammten  Hallstüdter  Fauna  repräsentiren ,  erschöpfen  dieselbe  jedoch  noch 
keineswegs,  wie  man  leicht  ersieht,  —  ja  wir  vermissen  sogar  einige  der 
häufigeren  Formen,  wie  Amin.  Sitnonyi,  Morloti,  Guytani,  die  meisten 
Orthoceren ,  Nuutilen  und  noch  manches  andere.  Wenn  diesclbon  hier  vor- 
handen wären,  so  wäro  es  wenigstens  sehr  auffallend,  dass  dio  gemachten 
sorgfältigen  und  umfassenden  Aufsammlungen  sie  nicht  nachweisen  konnten. 
Allerdings  könnte  mau  einwenden,  dass  der  Gipfel  des  vorderen  Sandling 
(Schichtcncomplcx  Nr.  1  des  Profile«  und  ebenso  die  Schichten  Nr.  4)  noch 
fast  gar  nicht  durchsucht  worden  ist  und  dass  hier  ja  wohl  noch  manche 
der  vermieten  Arten  stecken  könnte.  Zugcgebon,  aber  wenn  man  das  Gesuchte 
nun  wirklich  hier  findet,  dann  haben  wir  auch  einen  willkommenen  Beweis 
mehr  für  eine  schichtweise  Vertheilung  der  Hallstädter  Fauna. 


:m  (15) 


Dass  die  beiden,  von  uns  unterschiedenen  Horizonte  nicht  illusorisch 
oder  blos  lokal  sind,  beweist  der  Sommeraukogel  westlich  von  Kallstadt 
mit  dem  daneben  liegenden  Raschbergc  und  Sälzberge.  Und  zwar 
finden  wir  am  Raschberg  die  Schichten  mit  A mm.  subbullatus  vollkommen 
typisch  ausgeprägt,  ja  sogar  in  ihror  petrographischen  Beschaffenheit  genau 
übereinstimmend  wieder.  Es  ist  darum  gewiss  nicht  sehr  gewagt 4  wenn 
man  von  allen,  oben  aus  der  beregten  Zone  angeführten  Arten  annimmt, 
dass  sie  sich  auch  am  Raschberge  finden  müssen.  Ebenso  ist  anzunehmen, 
dass,  wenn  der  betreffende  Thcil  des  Sommeraukogels  mit  der  an- 
dauernden Sorgfalt  untersucht  sein  wird,  wio  sie  dem  vordem  Sandling 
namentlich  durch  Herrn  Hofrath  v.  Fischer  zugewandt  wurde,  dass  sich  dann 
auch  sämmtliche  Arten  der  Gasteropodensehichten  vom  Sandling  am  Sommerau- 
kogel finden  werden.  Dafür  spricht  der  Umstand,  dass  an  der  letztern  Lo- 
kalität unter  and  er  m  auch  schon  viele  der  Arten  nachgewiesen  wurden, 
die  am  Sandling  sich  auf  das  Niveau  der  Gasteropodensehichten  zu  be- 
schränken scheinen.  Da  in  der  Sammlung  des  Herrn  Ilofrath  v.  Fischer, 
die  ich  allein  bei  meinen  Studien  benutzen  konnte,  die  Fauna  des  Sommerau- 
kogels nur  verhültnissmüssig  sparsam  vertreten  ist,  da  ferner  in  der  werth- 
vollen tabellarischen  Ueborsicht  des  Vorkommens  von  Ilallstädter  Versteine- 
rungen, die  Herr  von  Hauer  im  Jahre  1855  veröffentlichte1),  dio  einzelnen 
Fundorte  bei  Hallstadt  und  Aussee  weiter  nicht  auseinandergehalten 
sind,  so  wäre  ich  ausser  Stande,  eine  Verglcichung  mit  genügender  Sicher- 
heit vorzunehmen,  hätte  nicht  Herr  von  Hauer  selbst  mit  der  liebenswür- 
digsten Bereitwilligkeit  mich  auf  meine  Bitte  mit  den  erforderlichen  Angaben 
ausgestattet.  Ich  verdanke  seiner  Güte  die  vollständige  Liste  der  Vorkomm- 
nisse vom  Sommeraukogel,  vom  Ste inbcrgkogel  und  von  der Teltschen- 
alp  (zum  Theil),  wie  man  sie  in  der  weiter  unten  angefügten  Tabelle  finden 
wird.  Aus  diesen  Angaben  und  aus  den  Citaten  bei  Hörnes*)  wurde  es 
mir  allein  möglich  zu  constatiren,  dass,  wie  schon  gesagt,  die  Gastero- 
podenkalke  vom  Sandling  auch  am  Sommeraukogel  vorkommen  müssen, 
denn  von  den  in  denselben  auftretenden  Arten  finden  wir  hier: 

Ammonitcs  Metkrnichi  Hau. 

Ammomtes  imperaior  Hau. 

')  Hauer:  Beitrüge  zur  Kenntnis«  der  Cephalopodenfauna  etc.  Dcnknehr.  der 
Wiener  Akud.  lH.'»."»,  Bd.  9,  p.  IG-f  (,'h  ff. 

*)  H Arnes:  Oasteropoden  und  Acephalcn  der  Hnlhtildter  Schichten  in  Denkschriften 
der  Wiener  Akad.  tiSY»,  Bd.  <t,  p.  X\  ff. 

Hörnes:  Oasteropoden  am  der  Trias  der  Alpen  in  Denkschr.  der  Wiener  Akad.  18r><;, 
Bd.  12,  p.  21  ff. 

(2*)  22* 


(16)  334 


Ammonites  distinctus  Oieb. 
Ammonites  subutnbilicatus  Br. 
Amnionitis  guleifonnis  Hau. 
Atnmonites  tornatm  Br. 
Amnionitis  respondens  Qu. 
Atnmonites  tieojurcnsis  Qu. 
Atnmonites  liamsaueri  Qu. 
Atnmonites  Ehrlichi  Hau. 
Natica  pseudospirata  Orb. 
Loxonema  elegans  Hf>. 
Holopella  grandis  Hö. 
Monotis  Satinaria  Br. 
Monotis  lineata  Mü. 
JrVrfrn  concentricestriatus  Hü. 

Dass  die  Zahl  der  Gnsteropodenarten  hier  so  gering  ist,  wird  uns  kaum 
Wunder  nehmen,  wenn  wir  wissen,  wie  grosse  Sorgfalt.  Aufmerksamkeit 
und  Ausdauer  auch  am  vordem  Sandling  zu  ihrer  Aufsamrolung  erforder- 
lich war.  Es  sind  eben  nur  die  häufigsten  und  dabei  glatten,  leicht  aus 
dem  Gestein  lösbaren  Formen,  die  uns  bis  jetzt  vom  Sommeraukogel 
bekannt  sind.    Die  anderen  folgen  gewiss  mit  der  Zeit  noch  nach. 

Auffallender  aber  ist  der  Mangel  von  Amnionitis  Jarhas  und  Amnionitis 
Johannis  Auxtriat ,  die  doch  am  Sandling  zu  den  häufigsten  zählen  und, 
wie  ich  mich  an  Handstücken  überzeugen  konnte,  mit  den  Gastoropoden, 
namentlich  mit  Holopella  und  Loxonema,  in  nächster  Berührung  stehen. 

Ausser  den  genannten  Arten  finden  sich  nun  aber  am  Sommeraukogel 
noch  weiter  eine  Reihe  von  anderen,  die  am  vordem  Sandling  bisher  noch 
nicht  nachgewiesen  wurden. 

Es  sind  das: 

Orfhoeeras  dtdiium  Hau. 
Qrthoceras  convergens  Hau. 
Ort  honras  depressttm  Hau. 
Orfhoveras  salinarium  Hau. 
Anlacoccras  stdeatum  Hau. 
Nautilus  Quensfedti  Hau. 
Nautilus  liamsaueri  Hau. 
Nautilus  Salisburgcusis  Hau. 
Nautihts  mesodicus  Qu. 
Nautilus  Simonyi  Hau. 


Digitized  by  Google 


()<) 


Nautilus  reticulatus  Hau. 
Nautilus  Goniatitcs  Hau. 
Nautilus  trapezoidalis  Hau. 
Amnionitis  Hörncsi  Hau. 
Ammonitcs  scaphitiformis  Hau. 
Ammonitcs  decoratas  Hau. 
Ammonites  pseudoaries  Hau. 
Ammonitcs  robustus  Hau. 
Ammonitcs  Breunneri  Hau. 
Ammonitcs  Simonyi  Hau. 
Amnwnitcs  globus  Qu. 
Ammonitcs  semiplicatus  Hau. 
Ammonites  Pöschli  Hau. 
Ammonitcs  JRüpelli  Hau. 
Ammonitcs  rarestriatus  Hau. 
Ammonites  bicrenatus  Hau. 
Chemnitzia  salinaria  Hö. 
Pachyrisma  columbclla  Ho. 
Avicula  conciana  Hö. 

You  diesen  Kaden  sich  einige  auch  noch  an  andern  Lokalitäten,  nämlich 
am  Loisling,  Kossmoos,  an  der  Tcltsehenalp  und  am  Stein bergkngel,  und  zwar 
an  der  Teltsc Ii enalp: 

Aulacoceras  sukulum  Hau. 
AmMonitcs  rarestriatus  Hau. 
Aricula  conciana  Ilo. 
?  Pachyrisma  columbclla  Hö. 
am  Leisling: 

Ammonitcs  Simonyi  Hau. 

am  Stoinbergkogel  und  Rossmoos: 
Nautilus  mesodicus  Qu. 

und  am  Steinberg  und  Leisling: 

Ürtltoccras  converycns  Hau. 

Es  wird  darum  nöthig  sein,  zu  untersuchen,  in  welchor  Vergesellschaftung 
von  Organismen  wir  diese  Arten  an  den  letztgenannten  Lokalitäten  antreffen, 
und  namentlich,  ob  wir  an  diesen  Orten  sichere  Andeutungen  für  das  Yer- 
tretensein  der  Sandlinger  Horizonte  und  welcher  Schicht  namentlich, 
nachweisen  können. 

Was  zunächst  den  Leislingkogel  betrifft,  so  begegnen  uns  hier, 


(18) 


abgesehen  von  den  Arten,  die  wir  bisher  nur  von  dieser  Loka- 
lität kennen1),  folgondo  Formen: 

1)  Ammonites  galeiformis  Ilau. 
Ammonites  ncojurensis  Qu. 
Amnionitis  subumbiliealus  Br. 
Ammonites  Johannis  Austritte  Kl. 
Ammonites  Ramsaucr^i  Qu. 
Ammonites  delphinocephalus  Hau. 
Rhynchonella  lonyicollis  Sa. 
Forcellia  Fiseheri  Ho. 

(als  Repräsentanten  der  Fauna  der  Sandlinger  Gasteropodenschichton). 

2)  Ammonites  altcrniplicatus  Hau. 
(am  Sandling  mit  Amm.  snbbullatus). 

8)  Ammonites  tornatus  Br. 
Ammonites  Jurhas  Mü. 
Ammonites  distinetus  üieb. 
Ammonites  Aasseanus  Hau. 
(beiden  Sandlinger  Horizonten  gciuoinsam). 
4)  Ammonites  Gaytani  Kl. 
Ammonites  Simonyi  Hau. 
Nautilus  Simonyi  Hau. 
Nautilus  RamsaueH  Hau. 
Nautilus  Salisburgcnsis  Hau. 
Orthoceras  convergens  Hau. 
Tenbrutula  Ramsaueri  Ss. 
(am  Sandling  noch  nicht  nachgewiesen). 

Weiter.  Der  Steinbcrgkogel  hat,  nach  den  gütigen  Mittheilungen 
von  Herrn  Bergrath  v.  Hauer  bisher  die  folgenden  Arten  geliefert: 

1)  Ammonites  galeiformis  Hau. 
Ammonites  neojttrensis  Qu. 
Ammonites  subumbilicatus  Br. 
Ammonites  Metterniehi  Hau. 
Ammonites  respondens  Qu. 

2)  Aidaeoceras  alveolare  Qu.  sp. 
Pleurotomaria  turbinata  Hö. 

(Subbullatus-Horizont). 

V)  Wir  werden  uiicu  iu  den  folgendeu  Zusammenstellungen  von  solcherlei  Arten  ab- 
gehen können. 


Digitized  by  Google 


337_  O») 

3)  Amtnonitcs  tornattis  Br. 
Jmmonitcs  dislinctus  Gicb. 
Amtnonitcs  impcrator  Hau. 
Amtnonitcs  Ehrlkhi  Hau. 
Uhabdoccras  Surssi  Hau. 

(am  Sandling  in  beiden  Horizonten  vorkommend). 

4)  Amtnonitcs  reticulatus  Hau. 
Nautilus  salisburgcn.sis  Hau. 
Nautilus  mesodicus  Qu. 
Nautilus  Goniatites  Hau. 
Nautilus  heterophyllua  Hau. 
Nautilus  acutus  Hau. 
Orthoccras  comergens  Hau. 
Orthoccras  satinariitm  Hau. 

(nm  Sandling  nicht  nachgewiesen). 
Vom  Rosamoos  (Graben  gegen  den  Halhtiidter  See)  kenne  ich  aus 
der  Fi  scher1  sehen  Sammlung: 

1)  Ammonitcs  galciformis  Hau. 
Amtnonitcs  neojttrensis  Qu. 
Amtnonitcs  respondens  Qu. 
Amtnonitcs  subnmbilicatiis  Br. 
Ammonitcs  Johannis  Austriae  KI. 
Amtnonitcs  Metternichs  Hau. 

*•  (Gaateropodenhorizont). 

2)  Aulacoceras  alveolare  Qu.  sp. 

(Subbullatua  -  Schichten). 
;})  Ammonitcs  tornatus  Br. 
Ammonitcs  imperator  Hau. 
(in  beiden  Sandlinger  Horizonten). 
4)  Ammonitcs  Gatjtani  Kl. 
Ammonitcs  reticulatus  Hau. 
Nautilus  mesodicus  Qu. 
Natttilus  Simonyi  Hau. 
Nautilus  acutus  Hau. 
Spirigcra  nut  Ss. 

(fehlen  am  Sandling). 
Endlich  erübrigt  noch  die  Teltachenalp.    Hier  finden  sich  nach  den 
gütigen  Mittheilungen  von  Herrn  von  Hauer,  die  ich  nach  dem  Überaua 
reichen  Material  von  diesem  Fundort,  das  in  der  Sammlung  von  Herrn 


ized  by  Google 


(20) 


338 


Hofrath  vou  Fischer  liegt,  in  manchen  Punkten  vervollständigen  konnte, 
folgende  Formen  vor: 

1)  Ammonites  yaleiformis  Hau. 
Amnionitis  respondens  Qu. 
Ammonites  sitbumbilkatus  Br. 
Amnionitis  Johannis  Austriae  Kl. 
Ammonites  Iiamsaueri  Qu. 
Ammonites  Attsseanus  Hau. 
Ammonites  dclphinocephalus  Hau. 
Ammonites  diffisus  Hau. 
Nautilus  brevis  Hau. 
Cochlocerus  Fischeri  Hau. 

Turbo  dicoratus  Mü. 
Trochus  sinistrorsus  Hö. 
Plcurotomaria  Jieussi  Hö. 
Pleurotomaria  FiscJteri  Hö. 
(Gasteropodenaehichten.) 

2)  Ammonites  alter nipiicatus  Hau. 
Ammonites  Jokelyi  Hau. 
Ammonites  bkornis  Hau. 
Orthoceras  latiseptatitni  Hau. 
Atdacucetas  alveolare  Qu.  ap. 
(Zone  des  Amm.  subbullatus). 

3)  Ammonites  tornatus  Br. 
Ammonites  Jarbas  Mü. 
Ammonites  distinetus  Gieb. 
Ammonites  Ehrlichi  Hau. 

(beidun  Horizonten  gemeinsam). 

4)  Ammonites  Gaytani  Kl. 
Ammonites  Sinwnyi  Hau. 
Ammonites  Morloti  Hau. 
Amnionitis  tili2)liet4s  Hau  sp. 
Ammonites  rarestriutus  Hau. 
Ammonites  nodtdosocostatus  Kl. 
Ammonites  Cndneri  Kl. 
Ammonites  furcatus  Mü. 
Ammonites  Eryx  Mü. 
Nautilus  mesodicus  Qu. 
OrtJiocaas  convergeus  Hau, 


33!* 


(Jl) 


Aulacoceras  sulcatttm  Hau. 

Aulacoceras  reticulatum  Hau. 

Pleurotomaria  subscaluriformis  Hü. 

Avictda  eoncianu  Hü. 

Paihyrisma  columbella  Hü.  % 
(am  Sandling  nicht  nachgewiesen  ). 
Es  scheint  demnach,  dass  an  allen  4,  soeben  betrachteten  Lokalitäten 
sich  beide  Sandlinger  Horizonte  rinden,  —  ein  für  unsere  Zwecke  nicht 
günstiges  Resultat,  insofern  es  uns  jegliche  Yermuthung  über  das  Lager 
eines  Theiles  der  am  Sommeraukogel  gefundenen  Arten  abschneidet.  Dus 
gänzliche  Fehlen  eines  der  beiden  Horizonte  hätte  uns  einen,  wenn  auch 
nur  indirekten  Fingerzeig  in  dieser  Richtung  gewähren  künnen. 

Wir  bleiben  also  mit  unseren  Fragen  ganz  auf  den  Sommerau kogel 
selbst  angewiesen  und  hier  spricht  der  absolute  Mangel  einer  bestimmten 
Andeutung  der  Schichten  mit  Amin,  subbullatus,  welche  dagegen  in  der  Xiihe 
am  Raschberg  vollkommen  typisch  auftreten,  mit  Wahrscheinlichkeit  dafür, 
dass  wir  wenigstens  einem  Theil  der  Fauna  vom  So nunerauk oge  1 
ein  Niveau  vindiciren  können,  welches  höher  liegt,  als  die 
Oasteropodenschichten  vom  vordem  Sandling.  Für  diejenigen 
Species,  die  der  Sommeraukogel  mit  dem  Leisling,  dem  Steinberg,  Rossmooa 
und  der  Teltschen  gemeinsam  hat,  muss  es  einstweilen  noch  zweifelhaft 
bleiben,  ob  auch  sie  diesem  höheren  Niveau  oder  jenem  angehüren,  das 
wir  am  Sandlinger  Profil  mit  Nr.  4  bezeichnet  haben.  Es  sind  demnach: 
Arten  vom  Sommeraukogcl,  die  wahrscheinlich  hüher  liegen,  als  die 
Gasteropodenschichten  vom  vordem  Sandling: 

Orthoceras  emvergens  Hau. 

Orthoca  as  dtpresstun  Hau. 

Orthoceras  saliuarium  Hau. 

Aulacoceras  sulcatmn  Hau. 

Nautilus  Quenstedti  Hau. 

Nautilus  Hamsaueri  Hau. 

Nautilus  salisburyaisis  Hau. 

Nautilus  Simon yi  Hau. 

Nautilus  reticulatus  Hau. 

Nautilus  goniatites  Hau. 

Nautilus  trapczoidalis  Hau. 

Ammonites  Hörnesi  Hau. 

Atmnonites  scaphitiformis  Hau. 

Ammonites  decoratus  Hau. 


Digitized  by  Google 


■ 


(22)  340 

Ammonitcs  pseudoarivs  Hau. 

slmmonites  robustus  Hau. 

Ammonitcs  Breunneri  Hau. 
Ammonitcs  ylobns  Qu. 

Ammonitcs  semiplicatus  Hau. 

Amnionites  Göschli  Hau. 

Ammonitcs  liüpclli  Kl. 

Amnionites  bkrauttus  Hau. 

Chemnitzia  salinariu  Hörn. 

Uis  ho  weit  mochten  die  bisherigen  Beobachtungen  uns  zu  Folgerungen 
verlocken,  ja  man  könnte,  gewiss  mit  einigem  Recht,  sagen,  dass  schon 
diese  Folgerungen  zu  weit  getrieben  seien.  Aber  es  bleibt  uns  immer  noch 
viel  des  Wissenswerthen  übrig,  was  keine  grübelnde  Combination  ohne  vor- 
herige sorgfältige  Eokalstudien  zu  beantworten  vermag.  Dazu  gehört  auch 
die  Feststellung  der  Grenzen  der  verticalen  Verbreitung,  namentlich 
der  häufigeren  Hallstädter  Arten.  Wir  haben  bisher  wegen  der  weiten 
horizontalen  Verbreitung  mancher  Faunen,  namentlich  der  Globosen, 
einiger  Heterophvllen  und  der  Aon-Arten  mit  Recht  annehmen  müssen,  dass 
diese  Formen  auch  in  den  meisten,  wenn  nicht  allen  Niveaus  der  Hall- 
städter Kalke  vorkommen.  Aber  wo  liegen  die  verticalen  Grenzen  der  ein- 
zelnen, wo  berühren  sich  die  Grenzen  verschiedener  Arten,  wie  weit  greifen 
sie  in  einander  über?  Das  sind  Fragen,  die  erst  eine  Jahre  lange  aufmerk- 
same Forschung  an  Ort  und  Stelle  zu  lösen  im  Stande  sein  wird,  auf 
die  wir  aber  jetzt  noch  kaum  eingehen  können.  Eine  Ueberzeugung,  die 
vielleicht  mehr  als  ein  blosses  Vorurtheil  ist,  erlaube  man  mir  jedoch  hier 
zu  wiederholen:  die  als  Amnionites  Aon  aut.  bisher  wenig  unterschiedenen 
Formen,  mögen  sie  auch  nur  blosso  Varietäten  einer  und  der  selben  Art 
auf  ihrem  Entwicklungswege  darstellen  —  sie  werden  uns  in  den  Variationen 
ihrer  Form  innerhalb  gewisser  Grenzen  gewiss  ein  verschiedenes  Alter 
der  Schichten  dokumentiren,  in  denen  wir  sie  finden.  So  weit  meine  Beob- 
achtungen reichen,  habe  ich  diese  Ansicht  bestätigt  gefunden.  Mögen  Andere, 
wenn  sie  nicht  durch  l'rincipien  daran  verhindert  werden,  die  Untersuch- 
ungen in  dieser  Richtung  weiter  führen.  Einstweilen  stellt  sich  aber  schon 
das  interrcssantc  Resultat  heraus,  dass  am  vordem  Sandling,  dessen  Gastcro- 
poden  und  Bivnlven  in  dem  rothen  Marmor  für  eine  nahe  Verwandtschaft 
mit  den  Ablagerungen  von  St.  Cussian  sprechen,  bisher  keine  einzige  von 
den  Gassianer  Aon-Arten  gefunden  wurde.  Dagegen  stimmen  viele  von  den 
Äonen,  von  der  Teltschcnalp  auf  das  vollständigste  mit  manchen  Casaianer 


Digitized  by  Google 


(•23) 


Alton.  Während  wir  demnach  einen  Theil  der  Ablagerungen 
von  St.  Cassian  mit  dem  Gastcropodenmnrmor  vom  Sandling  in 
genaue  Parallele  stellen  dürfen,  werden  wir  ein on  andern  ebenso 
gewiss  mit  einem  Theil  der  Teltschcner  Marmore  auf  gleiches 
Niveau  setzen  müssen.  Und  das  ist  wieder  ein  Beweis  mehr,  dass  in 
den  „Cassiancr  Schichten*  sich  mehr  als  ein  guter  paläontologisehcr 
Horizont  versteckt.  Dass  der  Nachweis  der  Details  seine  grossen  Schwierig- 
keiten haben  mag,  ist  gewiss  —  ebenso  gewiss  ist  es  jedoch,  dass  fort- 
dauernde vergleichende  Beobachtungen  und  Studien  an  Ort  und  Stelle  das 
Problem  zu  lösen  im  Stande  sein  werden. 


Um  den  Ueberblick  über  die  Vertheilung  der  Organismen  auf  die 
typischen  Ilallstädter  und  Ausseer  Fundorte  zu  erleichtern,  habe  ich  die 
beifolgende  Tabelle  zusammengestellt.  Man  wird  aus  ihr,  besser  noch  als 
aus  den  vorhergegangenen  Bemerkungen  ersehen  können,  in  wie  weit  die 
Resultate  der  bisherigen  Aufsammlungeu  eine  zonenweise  palüontologischo 
Verschiedenheit  der  betreffenden  Ablagerungen  befürworten.  Die  Daten 
über  die  anderweitigen  Vorkommnisse  au  wenig  ergiebigen  oder  sonst  nicht 
typischen  Fundorten  habe  ich  aus  der  schon  oben  erwähnten  Uebersichts- 
tabelle  bei  v.  Hauer  entlehnt.  Sie  finden  unter  kurzer  Zahlenbezeichnung 
ihre  Stelle  in  einer  allgemeinen  Rubrik  und  bedeutet  dabei: 


1.  St.  Cassian. 

15. 

Brandstatt  bei  Klein-Zell. 

2.  Rnibl. 

IG. 

Klein-Reifling. 

3.  Bleiberg. 

17. 

Pötaehenhöho  bei  Goisern. 

4.  Wochein. 

18. 

Hundskogel  bei  Ischl. 

5.  Berg  Obir. 

19. 

Moosbcrgkogcl  bei  Aussee. 

ü.  Agordo. 

20. 

Salzberg  bei  Hallstadt. 

7.  Val  Trompia. 

21. 

Raschberg  bei  Hallstadt. 

8.  Schwarzenbach. 

22. 

Taubenstein  im  Gosauthal. 

U.  Idria. 

23. 

Hall  in  Tyrol. 

10.  Val  Scalve. 

24. 

Halleiu  und  Berchtesgaden. 

11.  Steinbaur  bei  Wcidmannsfild. 

25. 

Spital  am  Pyhrn. 

12.  Ilornungsthal  bei  Buchberg. 

2<i. 

Neuberg. 

13.  Donuerswand  bei  Frein. 

27. 

Hornstein. 

11.  Wildalpenberg. 

2s. 

Hin ter-Schaf  borg  a.  Wolfgangsee. 

Digitized  by  Google 


(-24) 


l 

l 

Li 

r 

_i 

Amlr  Ii- 

■  ;l 

ix 

'- 

■ 

1'  Utlilul  ti' 

1 

t 



K.  1. 

/ 

■7. 

] 

1  • 

—        -- .                 -  ^=-_i 

(  i  i'  t  ii  i  if ,   i " .'  J           //iW.nJj.y      1  1  •  i  1 1 

i  fim  i  j  \        a  '{ifiitttf    1  1  •(  M . 

1 

■ 

X 

• 

■) 

■  * . 

l'H  ist  jil'll  illll    J  1  .III , 

Sillium  tum  Hau. 

X 

• 

V.' 

* 

1 

1  i  /  //  r    /.  i  '/  /  j  Mll          1    1  'III 

..                 )>l(<<  l'<  U  1(111     1  1  .III . 

X 

* 

-, 

1  ' 1  II (  (  1  i/i  II ö     1  1  <IU. 

,           <  / '  j '  y  i  .s  >  f  /  y  y '   1 1 « 1 1 1 . 

: 

>; 
X 

X 

7. 

1  JtttH  t  n  f  Ii  i  \     i  i  1  f  /  \ ) !  <  1 1  t     {  )  1 1  (Ml s  t 

X 

X  x 

1  /   / J j    J /// 1 ?  i  !  !  1 1  ll'lll 
,  ,                            /((ti  tH'tiffil'       1  I  <(  II  . 

. '  • 

v////  d  1  i/m  Min 

X 

; 

1  <i. 

Ikliftiitlot'fi'tl  \'     .S' Ht ■  s  VJ  ll'lll 

1   •  f  *  (  »  f.*  1 1  '  »  1     f     f     1  '  ■  ~           '     MI"    .  T  ■  ~  f           J     I   •  1  l  l  . 

X 

X 

X 

•>•) 

—  —  ■ 

Ii. 

Coill/w  r  >'<<.-.    lislhilt  Hill). 

X 

♦ 

* 

• 

• 

1  ' 

*  —  . 
J  ■  '  . 

r  1 1 1 1 1 1 1  1 1  /t  f  *  r  ^  tl  l  u  ll'lll 
/  .  :  ■  i  i  ■  j  •  ll'itr 

Xn 

X 

* 

* 

1  1 

\jttif*jji\.    liiti-.iiiititi    1 1  '*m 
*  > »  / m t n iffftf  mmt  *    i  i  <  i  c  j  . 

• 

1  •  J  . 

.,                1  l.u  if  I.^tl  H\  i  i  JlilH. 

)■) 

x  — -  > 

i  \, 

fit  1  *  1  ''Jf/ttfU  /f-*)     I  1  «1  LI . 

• 

. 

X 

1  7 
i  j  . 

i lau. 

• 

• 

♦ 

X 

X 

J  >  i  *  U  i/  !(*  t  t    J  l  >J  U. 

i\  t  i) i ( i i  t  /i  J  lllll) 
,  ,                 i  .'  ( lit  tf  t(  ff  >  llilll. 

"> 

X 

■  >  1 1 
•_>  ] 

tti'1  t'lsi      l  [  ■"  1  l  I  . 

ii 

(ljnii-<i{itti  ll'lll 

•  «                   i^'ili  /h'H  Im  <       I  1  1 1  1  1  . 

X 

. ,  .i 
-  ..>. 

p':<lll(l:di  Klf Iis  Hall. 

„         X.iiish.ini,  ;/v/s-  Hau. 

! 

X 

V  X 

Li;.. 

.,        /'<  tu  uhtiit*  1  [ au. 

X 

* 

Sitttfnn  Hau. 

> ' 

• 

■6. 

->  ~~ 
_  i  . 

ridtiut/iti'ins  Hau. 

• 

-X 

„        (jasli-tjit'iiiiits  Hirtin. 

x 

•jy. 

sj)ir<ili)})ii:<  Diitm. 

• 

:>o. 

si  i  (u  is  Hin  in. 

: 

X 

Ijn>ittit,/<S  Hau. 

X 

• 

X'. 

'/■<7^  -.mihtlis  Hau. 

X 

■ 

,  und  liciU-uh  t  tt  «l»«-  Schichten  mit  Ann». 
<  Jii«leio|.üiloiiM-liicl.leii   uml   wh-   liii  r  nu<  h 


(-,"'  > 


n. 
;j. 

:i7. 

:;'.). 
40. 
4  1. 
12. 

\:>. 
1 1. 

4  "<. 
4L. 
17. 
4>. 

41». 

no. 
f.). 

:-■>. 
f.:i. 

'.1. 

r»7. 
.">:-». 
.v.i. 

)iO. 

os. 

(.4. 
C5. 
C<>. 
«17. 


■ 


-- 

- 


- 
■ 

■ 


Awvtouitts     ihrorutns  Hau. 

ifriin  idutus  iliiu. 
*/ri>»isai>s  Hau. 
nhoHiitis  DtJil. 
/v'/i/.r  Mii. 

ilvtphinoo  )iluth(s  I  lau 
rUiji(ici(s  II ;iu. 
i[iiiuh(it){)nliis  Hau. 
liinitiis  Htm. 
rnisstfrstti  Drin. 
fnlinrrus  ])tm. 
rostfit ns  Hau. 


! 


hiodiiits  |)hn. 
-ifwatiis  Dt  in. 

nastm-timn  \)U\\. 


l{(ii<li»</ni  Hau. 
unnltsttts  Huc]]. 

Nr  tt)>lltllf<»  uns  Hau. 

tu  st  Hau. 
f>s<  mlciii  Ks  Hau. 
/WA//  Hau. 
Dnrvnts  Dittm. 
1,'nlim  I ) ms. 
lltjiartnr  Htm. 
•Il'u/Hihrs  Htm. 
(htiius«s  Htm. 
yViofi.»'  ]»fni. 
Asln>h<s  Ihm, 
l'ttmphwjns  \hm. 
Anru><l<is  ihm. 
Arth)  l)tm. 
Uromas  Dfiii. 
fiurntu.s  Müust. 
.vi  utuosus  Ihm. 
strinto/tih  (it/ts  llnu. 


T3  w 


2 
- 

E 

- 


I  * 


A  ntlfc«' 
I''iiim1oi  fc. 


- 


X 


X 


X 
X 


.  X 


X 


• 

x 

X 

X 

X 

x 

X 

X 

* 

• 

x 

X 

.  X 

X 

X 

X 

X 

X 

• 

X 

• 

• 

>- 

X 

X 

X 

x 

Digitized  by  Google 


(2»i) 


344 


= 

— • 

'_ 
IT 

- 

1  * 

i 

i. 

i 

= 

i 

-7 

— 

= 

| 

Andere 
r  unuoi  ro. 

> 

1. 

i 

ji. 

h. 

i 

Ii  9. 

Amnionitis 

bt:tnlinus  Drin. 

• 

• 

~  ~ 

X 

* 

70. 

nodulosorostuttis  Dt  in. 

* 

X 

\  ' 

'  1. 

71. 

<• 

Cmlurri  K  Ii  pst. 

■ 

• 

X 

♦ 

1  . 

1.  2.  21. 

72. 

•  < 

*-ltm  Müiist. 

• 

« 

• 

. 

1.  5.  II.  7?  10? 
15?  Iii? 

73. 

rriuaccus  Dt  in. 

X 

71. 

M 

Thrroii  Drni. 

X 

* 

75. 

M 

/'!()■(  iifittt.s  Hau. 

■ 

: 

x 

s  X 

7I>. 

•> 

Saiidlunfatsis  Hau. 

X 

21. 

77. 

i> 

rarext  flatus  Hau. 

x 

X 

. 

78. 

" 

IiiipjH'llt  Klipst. 

• 

X 

1. 

7!). 

•• 

hipmirtuhis  Qu. 

; 

. 

! 

«0. 

<• 

robust  tu*  II  UM. 

• 

x 

20. 

81. 

(iithctt  Hau. 

■ 

82. 

«,s7cr  Hau. 

■ 

..,  V 

83. 

semiplicatits  Hau. 

- 

• 

• 

x 

84. 

1" 

(Ie<  i  *  sei  )/s  Hau. 

• 

• 

85. 

tiltcntiplttutus  Hau. 

• 

so. 

" 

cttdtaits  Dtm. 

• 

87. 

8C». 

V 

f Iii  WIHO  ns  Dt  in. 

sc>ni(floho.\/is  1  lau. 

X 

• 

: 

* 

: 

. 

«9. 

Juniisaiari  Qu. 

• 

X 

X 

x 

X 

II.  19.  27. 

90. 

ViV/k/h  Hau. 

X 

X 

x.x 

20. 

SM. 

•  y 

(/lollllS  Qu. 

X 

'.»2. 

1* 

subrtiiihiltcatus  Mr. 

x 

x 

X 

X 

13.  17.  18.22.24. 

9.;. 

M 

(lOf/tuni  Klipst. 
vl«.v,smH».v  Hau. 

x 

X 

1.  2. 

IM. 

*i 

X 

x> 

X 

X 

■ 

22. 

95. 

distiiiitus  (iicb. 

X 

X 

X 

X 

17.  21.  22. 

9«. 

fitfontis  Hau. 

X 

97. 

thtfiüHS  1  l;lli. 

X 

X 

98. 

lilojssissoricm  1 1 au. 

X 

99. 

ijatcolus  Hau. 

X 

• 

100. 

V 

(MO 7*  Dt  in. 

X 

101. 

turbinu  Dtm. 

X 

102. 

./ü/k  Austritte  Kl. 

X 

xxx 

1.  3.  s.  9.  21. 

i 

22.  23. 

103. 

uaiiifnrmis  Hau. 

♦ 

• 

X 

X 

X 

X 

1 

X 

X 

1.  7..  9.  11.  IS. 

22.  21.  27. 

Digitized  by  Google 


345 


(27) 


1c 

-r 

_ 

1 

Ändert1 

j  » 

!= 

* 

i  unuoi tc. 

ii. 

Ii. 

1  *  

10  4. 

Amnionitis  uni/'tiitutits  Hr. 

I 

105. 

f/M  ■/  ///es  J  I  «in* 

X 

100. 

/*j>  Htifii v    1  1  itu 

("/  /Mm  K.i       1  liill. 

X 

X 

X 

X 

XX 

x 

-^x 

x 

'  x 

18.   22.  24 

■>7 

107. 

M 

//  tf'tl  1 1  i      1  J  'Iii 

Xv- 

X 

• 

X 

1 

10b. 

f  ^.5  Ulli). 

x^ 

X 

1 

10!). 

H/HtlS     l  l.lli. 

X-' 

X 

1  10. 

X^ 

X 

XX 

1.  3.  12.  21. 

22. 

21.  2  7. 

1  11. 

1  1  USSt  I  tll  IHHI  fls  llilll. 

X 

1  12. 

•  i 

SltflHltHS  Dtlll. 

X 

• 

. 

1  1 3. 

1* 

uh'osstis  Dtlll. 

X 

• 

114. 

M 

7ii/^l  /  /.(iiirtiik.'ji.1       1  lull 

J  Llli>(  III  llrltSIS  IIIIII. 

X 

1  15. 

" 

rcctiiiitfulut  is  1  lau. 

X  - 

X 

• 

11«. 

UUfl'f  Dtlll. 

x. 

X 

117. 

l  Cl  HlrfUS   Ul  III. 

X 

1  In. 

IIL'II  1  Uli    1 1  Uli . 

xN. 

• 

: 

im. 

tti OjUl'l'IISlS  Qu. 

. 

X 

X 

X 

X 

18.10.21.22.24. 

120. 

« i 

\  <ti)>üi  iii  ll*iii 
O  IJH'Hllfl    1  l.lll. 

: 

X 

X 

X 

121. 

V 

J-/'  V  tili  llfll'lt  <  Oll 
1  1  &[/<>IU  II,  IIS  »fll. 

X 

X 

X  XX 

13.  14.22.24. 

27. 

122. 

Laym  Hau. 

: 

. 

X 

123. 

tmjieiittui  1  lau. 

X  X 

X 

X 

X 

12  1. 

V 

Mtitiruuhi  Hau. 

X 

X 

X 

1.  22.  21. 

125. 

V 

litriiiimn  Hau. 

x 

12i.. 

V 

rduuhüus  Iliiu. 

t 

• 

: 

• 

X 

X 

24. 

•> 

subbnlhitus  1  lau. 

X 

-  *.y 

• 

12-v 

1» 

jforiilns  Wulfen. 

x 

• 

3.  5.  23. 

12!). 

Sutanm*  Dtm. 

X 

1  30. 

Photbus  Dtm. 

X 

• 

131. 

Janas  Dtm. 

X 

132. 

tni iti hi ns  Hau. 

X 

133. 

iicutimnlis  Hau. 

* 

X 

134. 

1' 

latriduisutus  Hau. 

.  1 

135. 

11 

cuauijHsbtlus  Hau. 

X 

13(5. 

Xatita 

pscudospiraia  Orb. 

X 

X 

1. 

137. 

Ktipsttihi  Hö. 

X 

.. 

48. 

13S. 

•o 

imjn  essti  Mü. 

X 

1. 

139. 

Loxomma  ileyans  Hü. 

| ! 

x 

Xi 

110. 

C/wnutitziu  mlhutria  Ho. 

x 

X 

Digitized  by  Google 


(■>*) 


340 


• 

1 
C 

'J. 

s 

tc 
o 

-4 
3 

Andere 

w 

c 

TT. 

u 

c 

1 

c 

*- 

1 

Fundorte. 

; 

,..  1.. 

I 

1 

III. 

Unlopdla  yrandis  Hü. 

X 

X 

• 

i  12. 

tuniiila  IIü. 

X 

• 

143. 

TurboniUa  subuhtUi  Dtm. 

X 

1  iL 

Satliostom«  f'isrtafum  Iii'.. 

• 

X 

* 

1  1 5. 

Scoliostontn  DKOiilifvrtnn  Hü. 

X 

14»;. 

Nvrita  (i  ms  triftet  Iii». 

X 

14  7. 

Klipsttini  Uii. 

X 

• 

1  1 

Miiuahri  Hü. 

X 

• 

'20. 

140. 

Xrritopsis  rompirssu  Kl. 

X 

1. 

l  r,n. 

YV* >y>*>  tlt'tutdtus  Mü. 

X 

X 

1. 

151. 

i»flntn*  Dtm. 

X 

1-VJ. 

153. 

Dtm. 

Pli((sui)icH((  rariabilis  Kl. 

X 

X 

« 

1.  21. 

151. 

wuminniti  Hö. 
2V«rAM,s  fiinisimrsH«  Hü. 

X 

• 

155. 

X 

X 

15<;. 

.,      strobilijormis  Hö. 

X 

• 

157. 

Kouinrki  Hü. 

X 

1  :.s. 

Platt/ st<)wa  Suessi  Hü. 

•  1 

X 

15!». 
1I>0. 
IM. 

„         1  luiiicst  Dtm. 
Ih  tjiliiititla  strli  ifrra  Hü. 
PlriirtituDtaria   tnrbtuata  Hü. 

. 

x 

• 

V 

X 

• 

X 

Ii. 2. 

Fisdtcri  Hü. 

XX 

)l!3. 

per  ms«  Hü. 
Jirttssi  Hü. 

• 

X 

• 

X 

i  t  •  ■)  . 

nr.rilts  Hü. 

• 

x 

• 

IOC 

llaurri  Hü. 

X 

• 

IGT. 

1  IpS. 

JJuitris  Dtm. 
Dtipiiiw  Dtm. 

• 

X 

X 

1119. 

s>ihs<nl(trifon»is\[v. 

X 

170. 

Mm-rh, soiii«  tiiairiimta  KI.  sp. 

X 

■ 

: 

1. 

171. 

Citrus  sui></btis  Hü. 

X 

• 

1  7J. 

Pftttlld  tuiiulus  Hü. 

X 

17  3. 

l\>inVtu  (ibmtrmis  Hü. 

x 

174. 

F'scheri  Hü. 

x 

: 

17;.. 

Pt/i  Itt/riswa  ctilmubt  tla  llü. 

X 

1  7(1. 

Intii  t  rumus  arrtus  liraun. 

X 

• 

1. 

177. 

Mtftilns  Mannten  KI. 

X 

1. 

17s. 

(irrnlln,  amonui  Dtm. 

i" 

x 

Digitized  by  Go 


347 


(29) 


6C 

a 
et 

s 

"3 

SP 

■a 

es 

rgkogel 

Andere 

OD 

e 

Teltoch« 

bc 

u 

« 

c 
x> 

B 

g 

fr 

Fundorte. 

o 

*■ 

m 

3 

O 

OD 

'S 

A 

oa 

179. 

Avictda  quadrata  Dtra. 

x 

• 

• 

180. 

„     concinna  Hö. 

• 

X 

• 

x  . 

181. 

Monotis  salinaria  Br. 

x 

• 

• 

x 

X 

11.13.14.16.17. 
25.  25.26.27. 

182. 

„       lineata  Mu. 

x 

x 

• 

• 

• 

11.  27. 

183. 

Halobia  Ijommeli  Wittm. 

x 

x 

• 

X 

• 

1.  7.  10.  23.  27. 

184. 

Lima  Jlamsaueri  Hö. 

X 

185. 

Pecten  cutiformis  Hö. 

X 

x 

x 

• 

186. 

„     tenuicostotus  Hö. 

X 

187. 

„     concentricestriatus  Hö. 

• 

X 

x 

• 

X 

188. 

„     8cutella  Hö. 

X 

# 

X 

• 

• 

189. 

Cyprina  simplex  Htm. 

• 

• 

X 

• 

190. 

Opis  globata  Dtm. 

X 

191. 

Terebrattda  Ramsaueri  Ss. 

• 

X 

X 

X 

* 

- 

192. 

Spirigera  Deslongchampsi  Ss. 

X 

193. 

„        Strohmuyri  Ss. 

27. 

194. 

„        ?  nux  Ss. 

• 

X 

1  e 

X 

Thörlstein  am 
äussern  Salzberg. 

195. 

Rhynchonella  laevis  Ss. 

» 

• 

• 

X 

« 

Thörlstein. 

196. 

„          retrooita  Ss. 

X 

197. 

„          dilatata  Ss. 

X 

22. 

198. 

„          ?  longicoUis  Ss, 
IAngtda  Fischen  Ss. 

* 

X 

X 

» 

27. 

199. 

• 

X 

Die  Aufzählung  der  in  den  Hallstädter  Kalken  vorkommenden  Spon- 
gitarien,  Polyparien ')  und  Kadiarier  unterlasse  ich  hier,  da  die  betreffenden 
Beobachtungen  noch  gar  zu  vereinzelt  dastehen  und  zu  der  Vervollständig- 
ung des  Ueberblickes  über  die  Vertheilung  der  Fauna  daher  nur  wenig 
beitragen  möchten. 

Ceratites  euryomphedus  Ben.  und  Ammonites  gibbus  Ben.  dagegen,  welche 
von  Dr.  Benecke*)  als  aus  der  „Hallstädter  Gruppe"  stammend  angegeben 


')  Vergl.  Reu  ss :  Zwei  neue  Antbozoen  aus  den  HallstSdter  Schichten.  Sitz.-Ber.  der 
"Wiener  Aknd.  1865.  Bd.  15,  p.  1. 

*)  Beneeke:  Triaa  und  Jura  in  den  Sudalpen  1866,  p.  154,  T.  2,  F.  1.  2. 

(3)  23 


Digitized  by  Google 


(HO) 


348 


wurden,  gehören  nach  neueren  brieflichen  Mittheilungen  von  demselben 
wahrscheinlich  in  ein  tieferes  Niveau.') 


Die  folgende  Beschreibung  einer  Reihe  von  neuen  Arten  wird  ebenso 
wie  das  oben  gegebene  Register  einen  Mangel  nicht  verbergen  können,  den 
Mangel  an  ay s t ein n tischer  Aneinanderreihung  und  Oruppirung  der 
Amnion itenspecies.  Es  zeigt  eich  hier  immer  deutlicher,  dass  die  bisher 
angenommenen  Gruppen  für  die  Einreihung  der  Hallstädter  Vorkommnisse 
nicht  ausreichen.  Da  es  mir  nicht  gelingen  wollte,  mit  dem  vorhandenen 
Material  die  Aufstellung  neuer  Gruppen  durchzuführen,  so  habe  ich  die 
Arten  jetzt  blos  nach  ihrer  üusserlichen  Aehnlichkeit  aneinander  gereiht. 
Es  steht  wohl  zu  erwarten,  dass  die  neuesten  systematischen  Arbeiten  von 
Herrn  Prof.  Süss  die  naturgemässo  Einordnung  auch  dieser  Formen  er- 
leichtern werden.  Zur  unbedingten  Annahme  dos  von  Herrn  v.  Hauer 
vorgeschlagenen  genus  Clydonites  habe  ich  mich  noch  nicht  entschliessen 
können,  weil  ich  seine  Grenzen  nicht  genau  festzuhalten  vermag.  Scheinbar 
ganzraudige  Lobenlinien  zeigen  unter  der  Luppe  zuweilen  schon  eine  feine 
Zühnelung  oder  bekommen  auch  bei  vorgerücktem  Alter  Zacken.  Ob  die 
tiefere  Lage  des  Sipho  in  einer  besondern  Düte  wesentlicher  Charakter  des 
genus  sei,  hat  Herr  v.  Hauer  nicht  bestimmt  ausgesprochen.  In  diesem 
Falle  wäre  von  den  weiter  unten  behandelten  Formen  fast  nur  Amin,  crassi- 
testa  sp.  n.  ein  entschiedener  Clydonit. 

In  Betreff  meiner  Terminologie  der  Cephalopoden  erinnere 
ich  wiederholt,  das*  ich  die  von  Quenstedt  und  neuerdings  von  Süss 
vertretene  BozeichnuugKweiHe  adoptirt  habe  und  infolge  dessen,  dem  bis- 
herigen Gebrauch  entgegen,  die  S ip hon al seit»-  als  Hauch,  die  ent- 
gegengesetzte als  Rücken  benenne. 

')  H«-rr  I>r.  !><ne«ke  •rlin'ibi  mir  darüber:  „Die  mit  (fr.  euryomplurfius  und  Amt», 
ijtbbus  bei  Co  lere  und  Prezzo  gefundenen  Halobien  scheinen  mir  nach  wiederholter 
Untersuchung  von  der  echten  llal.  Loinnicli  W.  abzuweichen,  welche  allerding*  an  den 
nämlichen  Fundftrtern  ebenfalls  Torkommt,  wahrscheinlich  aber  erst  in  höheren  Schichten 
ihre  Heimat  hat. 

.Die  OesteintbeschafTenheit  ist  nämlich  in  beiden  Niveaus  so  übereinstimmend,  dass 
sie  gar  keine  Anhaltspunkte  cur  Unterscheidung  derselben  bietet.  —  Nach  neueren  Nach- 
richten scheint  es  mir  auch  unzweifelhaft,  dass  mein  Amm.  gibbus  mit  Amm.  Studeri  Hau. 
identisch  sei,  obgleich  er  mir  nach  der  Abbildung  abweichend  erscheinen  musste.  Auch 
den  Cer.  binodonu»  Hau.  habe  ich  neuerdings  aufgefunden.  Derselbe  ist  in  den  italienischen 
Angaben  mitunter  mit  Amm.  Pemphix  Mer.  verwechselt.  * 


Digitized  by  Google 


349 


(31) 


Aulacoceras  reticnlatom  Hauer.  Tab.  13,  Fig.  3— 10. 

Hauer  in  W.  Haidinger's  naturw.  Abhandl.  1817,  Bd.  1,  p.  258,  T.  S,  F.  11  —  11. 
t.  Hauer  in  Denkschr.  der  Wiener  Akad.  185[»,  Bd.  9,  p.        (21)  ff.,  T.  :t,  F.  7— IC. 

Die  abgebildeten  Stücke,  von  denen  zwar  keines  in  directem  Zusammenhang 
mit  der  von  Herrn  v.  Hauer  beschriebenen  Form  aufgefunden  wurde,  scheinen 
gleichwohl  mit  Sicherheit  denselben  zugerechnet  werden  zu  müssen,  und 
zwar  werden  sie  als  die  von  Herrn  v.  Hauer  noch  nicht  gekannten  Spitzen 
seines  Aulacoceias  zu  betrachten  sein.  Die  Form  ist,  wie  schon  Herr  von 
Hauer  richtig  vennuthete,  eine  keulenartige,  wie  bei  Bei.  semihastattis, 
doch  nicht  ganz  so  regelmässig.  Der  Querschnitt  und  die  Lage  des  Sipho 
stimmen  vollständig  mit  der  Hauer'schen  Art.  Ebenso  die  fein  längs* 
gestreifte  Oberfläche  der  Schale  an  dem  gekammerten  Ende.  Wo  die 
Kammern  innen  aufhören,  werden  jedoch  aussen  diese  Längstreifen  wellig 
und  runzlig  und  verschwinden  zuletzt  auf  der  Keule  in  einer  lederartig 
krausen  Sculptur,  die  durch  engBtehende,  unregelmässige,  vertiefte  Quer- 
streifen bedingt  wird.  Schon  diese,  nicht  von  Verwitterung  herrührende 
Oberflächenbeschaffenheit  lässt  die  Form  leicht  von  Belemniten  unterscheiden, 
—  sicherer  noch  wird  der  Unterschied  durch  die  kri  stallinisch  späthige,  nicht 
radialfaserige  innere  Structur  der  Keule  erwiesen.  Die  tiefen,  paarigen,  je 
zwischen  zwei  scharfen  feinern  Nebenfurchen  herablaufenden  Seitenfurchen, 
deren  auch  Herr  v.  Hauer  erwähnt,  werden  gegen  die  Keule  zu  allraälig 
flacher  und  verschwinden  endlich  da,  wo  diese  ihre  grösste  Dicke  erreicht, 
oder,  bei  andern  Exemplaren  erst  ganz  kurz  vor  der  8pitze.  An  keiner 
Stelle  beeinträchtigen  sie  die  vollkommene  Kegelform  der  Alveole. 

Denkt  man  sich  die  Peripherie  des  Querschnittes  in  3  gleichweit  von 
einander  entfernten  Punkten  getheilt,  so  liegt  in  dem  einen  derselben  der 
Sipho,  in  den  beiden  andern  die  erwähnten  Längsfurchen.  Der  Sipho  ist 
sehr  fein  dorsal  randlich  und,  nach  Herrn  v.  Hauer,  in  dem  ganzen  Zwischen- 
räume zwischen  zwei  Kammern  sichtbar.  Bei  einem  Längschliffe  an  dem 
Exemplar  Fig.  10,  der  in  der  Ebene  des  Sipho  geführt  wurde,  ging  der- 
selbe leider  verloren  und  bei  dem  Schliffe  Fig.  3  konnte  die  Lage  des  Sipho 
überhaupt  nicht  nachgewiesen  werden. 

Die  Kammerwände  der  Alveole  sind  regelmässig  nach  unten  convex 
und  stehen,  bei  einem  Durchmesser  der  untern  Wand  =  100  Um  45  von 
einander  ab  —  genau  dieselbe  Entfernung,  die  Herr  v.  Hauer  bei  seiner 
Orth,  retiadatum  angibt  Bei  dem  Schliff  Fig.  3  stehen  sie  weiter,  bis  60 
von  einander  entfernt  Die  Alveole  selbst  ist  vollkommen  kegelförmig  zu- 
gespitzt, —  eine  erste  kugelige  Kammer,  wie  bei  Belemniten,  ist  nicht 
vorbanden. 

(3*)  23* 


Digitized  by  Google 


(32) 


350 


Dimensionen.  Ganze  Länge  des  Stückes:  Fig.  3  =  0"Ofifi.  Länge 
der  Alveole:  0m029.  Orösster  Durchmesser  der  Keule:  Fig.  10  =  0m0095. 
Kleinster  Durchmesser  des  Stieles  =  0W006. 

Fundort:  Teltschen  bei  Aussee  (4  Exemplare). 

Bemerkungen.  Die  vorliegenden  Stücke,  von  denen  es,  wie  ich 
oben  gezeigt  habe,  höchst  wahrscheinlich  ist,  dass  sie  zu  Aulacoceras  reti- 
culatum  Hau.  gehören,  machen  diese  Form  somit  zur  bisher  noch  nicht  ge- 
kannten Vermittlerin  zwischen  Orthoceras  und  Belemnites.  Für  Orthoceras 
spricht  die  lange  Reihe  von  Luftkammern,  umgeben  von  einer,  im  grössern 
Theil  ihres  Verlaufes  parallelwandigen  Schale,  welche  von  radial fasrigrer 
Structur  keine  Spur  zeigt,  —  für  Belemnites  der  feine  randliche  Sipho  und 
die  keulenförmige  Anschwellung  an  der  Spitze,  zum  Theil  wohl  auch  der 
von  Herrn  v.  Hauer  beschriebene  Verlauf  der  ringförmigen  Schalenzeich- 
nung. Als  Eigentümlichkeit  des  Genus  Aulacoceras  bleibt  dann  aber  immer 
noch  1)  die  kryllinische,  nicht  strahlige  Structur  der  Keule;  2)  die  centrale, 
nicht  seitliche  Lage  der  Spitze  der  Alveole;  3)  die  seitliche  Lage  der  beiden 
Längsfurchen-  und  Längsstreifen  -  Systeme;  4)  die  lederartige  Runzelung 
der  Epidermis  auf  der  Keule,  —  Charaktere,  die,  wenn  sie  auch  nicht  allo 
dem  ganzen  Genus  zukommen  mögen,  doch  blos  in  diesem  auftreten. 

Es  ist  gewiss  der  Beachtung  nicht  unwerth,  dass  das  Genus  Aulacoceras 
sich  in  den  Hallstädtcr  Schichten,  im  Keuper  zeigte,  da  wo  die  letzten 
Orthoceren  erscheinen  und  noch  keine  Belemniten  vorhanden  sind.  Ich  kann 
mich  der  Muthmassung  nicht  verschliessen ,  dass  auch  in  andern  marinen 
Keuperabsätzen  sich  dieselbe  Form  wohl  noch  finden  werde,  namentlich 
dass  das,  was  man  aus  den  Kössner  Schichten  bisher  als  Belemniten  deutete, 
hieher  zu  stellen  sei,  denn  so  viel  mir  bekannt,  hat  noch  keiner  der  Kössner 
Belemniten  im  Innern  die  strahlige  Structur  gezeigt,  wie  sie  bei  wirklichen 
Belemniten  nirgend  vermisst  wird.  Auch  jener  Orthoceras  (Mclia)  sp.  Hau. 
cet.  auet,  der  im  Lias  von  Adnet,  Enzesfeld,  Hierlatz,  Varese  etc.  auf- 
gefunden wurde,  wird  wohl  zu  Aulacoceras  gehören. 

Nautilus  gasteroptyehus  Dittmar.   Tab.  12,  Fig.  l.  2. 

Gehäuse  eiförmig  aufgebläht.  Die  fast  vollkommen  umhüllenden  Win- 
dungen lassen  einen  tiefen,  sehr  engen  Nabel  offen.  Sie  nehmen  rasch  an 
Höhe  zu,  —  jede  nachfolgende  übertrifft  die  vorhergegangene  um  mehr  als 
da»  4fache.  Die  Mundöffnung  hat  ihren  grössten  Breitendurchmesser  in  der 
Nähe  des  Nabels.  Von  hier  fallen  die  Seiten  gegen  den  Nabel  plötzlich, 
gegen  den  Bauch  allraälig,  beiderseits  mit  vollkommner  Rundung  ab;  sie 
gehen  auch  mit  gerundeter  Kante  in  die  Wölbung  des  Bauches  über.  Auf 


Digitized  by  Co 


351 


(33) 


dem  letztern  machen  sich  breite  wellige  Erhöhungen  bemerkbar,  die  gegen 
die  Seite  sehr  bald  verschwinden.  Man  zählt  ihrer  15  auf  dem  letzten  Um- 
gänge. Die  ziemlich  dicke  Schale  ist  mit  dichten,  äusserst  feinen  Anwachs- 
streifen  bedeckt.  Auf  dem  Bauche  weit  nach  hinten  greifend,  schwingen 
sie  sich  von  hier  in  weitem  Bogen  nach  vorwärts;  ob  sie  aber  nicht,  ehe 
sie  den  Kabel  erreichen,  noch  eine  Rfickbeugung  erfahren,  Hess  sich  an 
dem  vorliegenden  Stücke  nicht  nachweisen.  So  weit  sich  ihr  Verlauf  sicher 
erkennen  Hess,  ist  die  Linie  in  der  Begrenzung  des  Mundrandes  angedeutet 
worden.  Die  Lobcnlinie  ist  zweimal  geschwungen.  Der  Bauch-  (extern-) 
Lobus  flacher,  als  der  Seitenlobe.  Die  Sättel  gleich  hoch,  der  zweite  Lateral 
breiter  als  der  erste.  Auf  einen  Umgang  kommen  etwa  1 6  Kammern.  Das 
vorliegende  Stück  hat  noch  keine  Wohnkamraer.  Die  Lage  des  Sipho  konnte 
nicht  ermittelt  werden. 

Dimensionen:  Ganzer  Durehmesser  =  0"086.  Für  einen  Durch- 
messer =  100  ist 

die  Hohe  der  letzten  Windung       =  65 
„  Breite  „       „  „  =  54 

„  Höhe  „  vorletzten  Windung  =  15 
„  Breite  „        „  „         =  26 

„  Weite  des  Nabels  =  0. 

Fundort:  Rossmoos  bei  Aussee  (1  Exemplar). 
Bemerkungen.  Durch  die  Faltung  des  Bauches  steht  dieser  Nautilus 
dem  Amm.  Mojsissoricsx  Hau.  parallel,  er  unterscheidet  sich  jedoch  durch 
denselben  Charakter  bestimmt  von  allen  bisher  beschriebenen  Hallstädter 
Nautilen. 

Nautilus  securis  Dittra.  Tab.  12,  Fig.  3,  4. 

Obgleich  der  einzige  vorliegende  Steinkern  durch  unvorsichtiges  An- 
schleifen und  Verwitterung  gelitten  hat,  so  liessen  sich  doch  alle  wesent- 
lichen Charaktere  vollständig  genug  erkennen,  um  darauf  eine  neue  Art  zu 
gründen.  Das  Gehäuse  ist  hochmündig,  vollkommen  involut,  in  der  Gegend 
des  sehr  engen  Nabels  am  dicksten.  Von  hier  fallen  die  Seiten  flach  ge- 
wölbt gegen  den  schmalen,  kantigen  Bauch.  Die  Windungen  nehmen  sehr 
rasch  an  Höhe  zu,  in  einem  Umgange  fast  um  das  vierfache.  Schalen- 
Hculprur  unbekannt.  Die  Lobenlinie  erhebt  sich  zu  2  hohen  Lateralsütteln 
und  einem  flachen  Bauchsattel.  Der  erste  Lateral  zungenförmig,  der  zweite 
breiter  gerundet.  In  die  um  */.«  verkleinerte  Abbildnng  Bind  schon  die 
letzten  Lobenlinien  eingetragen.  Man  zählt  ihrer  bis  24  auf  einen  Unigang. 
Lage  des  Sipho  unbekannt. 


Digitized  by  Google 


(3-1) 


Dimensionen:  Ganzer  Durchmesser  «e  0mH7;  für  einen  Durch- 
mesBcr  =  100  ist 

die  Höhe  der  letzten  Windung       =  66 
„    Breite  „       „  „  =  38 

„  llöhc  der  vorletzten  Windung  =  18 
„    Breite  „        „  „  =15 

„    Weite  des  Nabels  =  0. 

Fundort:  Leisling  bei  Aussee  (1  Exemplar). 

Nautilus  spirolonns  Dittm.  Tab.  13,  Fig.  1,  2. 

Die  dicke,  kuglig  geblähte  Schale  ist  mit  starken,  auf  den  Seiten  nach 
vorn  geschwungenen  Anwachsringen  geschmückt,  welche  sich  jedoch  am 
Bauche  schwach  nach  hinten  beugen.  Bauch,  Seiten  und  Nabel  gehen  in 
vollkommener  Bogcnlinie  in  einander  über.  Die  grüsste  Dicke,  die  sogar 
die  Höhe  der  Windung  übertrifft,  liegt  ganz  nah  an  dem  tiefen  trichter- 
förmigen Nabel.  Die  Umgänge  sind  vollständig  involut.  Sie  wachsen  sehr 
schnell  in  Höhe  und  Breito  an.  Die  Lobenlinie  ist  zweimal  geschwungen 
und  bildet  einen  tiefern  breiten  Seitenlobus  und  einen  kürzern,  mit  dem  Seiten- 
lobusder  folgenden  Linie  auf  gleicher  Höhe  stehenden  Bauchlobus.  Die  Aussen- 
seite  des  Laterallobus  schliesst  sich  vollkommen  der  Spiralrichtung  an  und 
da  die  aufeinander  folgenden  Lobenlinien  sich  hier  berühren,  so  entstehen 
hier  zn  beiden  Seiten  des  Bauches  2  geschlossene  Spirallinien.  Dies  Ver- 
halten bleibt  in  allen  Stadien  des  Wachsthums  unverändert  dasselbe.  Der 
feine  Sipho  liegt  in  dem  innern  Viertel  der  Mündungshöhe.  Ein  die  Ab- 
bildungen noch  um  */.,  an  Durchmesser  übertreffendes  Exemplar  zeigt  noch 
keine  Wohnkammer.    Auf  einen  Umgang  kommen  nur  15  Luftkammern. 

Dimensionen:  Das  grösste  vorliegende  Exemplar  hat  einen  Durch- 
messer von  0",127;  für  den  Durchmesser  =  100  ist 


die  Höhe  der  letzten  Windung  =  Gl) 

„  Breite  „  „  =  80 

„  Höhe  der  vorletzten  Windung  =  18 

„  Breite  „         „  „  =  20 

„  Weite  des  Nabels  =  0. 


Fundort:  Rossmoos  bei  Aussee  (2  Exemplare). 

Bemerkungen.  Als  nächste  Verwandte  unsrer  Art  sind  zu  betrachten: 
Ximtiltui  Stmpt-n  Hau.,  N.  Goiiiotitcs  Hau.  und  X.  nt'mdiütts  Hau.  Von 
den  beiden  erstem  unterscheidet  sie  »ich  durch  den  Verlauf  der  Lobenlinie. 
X.  tfluulalus  mit  ähnlichen  Loben  ist  dagegen  weniger  involut,  nicht  so 
kugfig  gewölbt  und  durch  die  gegitterte  Schale  unterschieden. 


Digitized  by  Google 


(35) 


Amiiioiiites  (Olydoiiiles)  erassitesta  Dittm.  Tab.  13,  Fig.  19—21. 

Die  sehr  wenig  involuten  Umgänge  nehmen  langsam  an  Höhe  und 
Breite  zu,  so  das«  ein  weiter  flacher  Nabel  sichtbar  bleibt.  Mündung  nahezu 
quadratisch,  wobei  jedoch  die  Seiten  ein  wenig  gegen  den  gerundeten  Bauch 
convergiren.  Nahtkanten  rechtwinklig  gerundet.  Die  Schale  zeigt  auf  den 
verschiedenen  Umgängen  abweichende  Sculpturen.  Während  die  3  innern 
Windungen  mit  relativ  groben  Rippen  versehen  sind,  von  denen  sich  einige 
V  formig  an  der  Naht  schon  spalten,  bemerkt  man  , auf  den  äussern  Um- 
gängen nur  noch  allmälig  mehr  und  mehr  sich  verflachende  Wellen,  die  an 
der  Naht  am  stärksten  sind,  sich  aber  auf  der  Mitte  dor  Seiten  schon  ganz 
verlieren.  Dagegen  macht  sich  nun  auf  und  zwischen  ihnen  eine  äusserst 
feine  sichelförmige  An  wachsstreif ung  bemerklich.  Ist  die  ziemlich  starke 
Schale  entfernt,  so  gewahrt  man  eine  sehr  einfach  geschwungene  Loben- 
linie,  die  sich  zu  3  gleich  hohen  runden  Sätteln  erhebt,  während  von  den 
ebenfalls  runden  Loben  der  erste  Lateral  der  tiefste  ist.  Der  Sipho  liegt 
ein  wenig  vertieft,  wie  es  scheint,  in  einer  besondern  Düte  der  Kammer- 
wände. Auf  der  Abbildung  sind  schon  die  letzten  Lobenlinien  eingetragen. 
Man  zählt  hier  auf  einen  Umgang  gegen  30.  Die  Wohnkammer,  in  der 
Länge  fast  eineB  ganzen  Umganges  erhalten,  hat  noch  keinen  Mundsauin. 

Dimensionon:  Ganzer  Durchmesser  =  0m027;  für  einen  Durch- 
messer =  100  ist 

die  Höhe  der  letzten  Windung  =  36 

„  Breite  „       „  „  =  3« 

„  Höhe  der  vorletzten  Windung  =  '20 

„  Breite  „        „  „  =  2<i 

„  Weite  des  Nabels  =  45. 

Fundort:  Teltschenalp  bei  Aussee  (2  Exemplare). 

Bemerkungen.  Die  vorliegende  Species  reiht  sich  durch  ihre  ein- 
fachen ungezackten  Lobon  dem  Hauer'schen  Geschlecht  Clydonitcs  an,  sie 
unterscheidet  sich  dadurch  bestimmt  von  den  äusserlich  sehr  verwandton 
Formen  Amm.  Morloti  Hau.  und  Am».  Simonyi  Hau.,  welche  beide  bereits 
in  dem  entsprechenden  Alterszustando  die  charakteristischen  Heterophyllen- 
loben  zeigen.  Als  nächst  verwandte  Form  ist  Amm.  crassccanimtns  Hau. 
zu  betrachten.  Die  Unterschiede  liegen  in  dem  sicheligen  Verlauf  der  An- 
wachsstreifen und  in  dem  viel  frühern  Verschwinden  der  Rippen  auf  den 
innern  Windungen,  hier  bei  einem  Durchmesser  des  Nabels  von  12""",  dort 
bei  21". 


Digitized  by  Google 


(36) 


354 


Ammonites  (Clydoniies)  elevatns  Dittmar.  Tab.  12,  Fig.  16-18. 

Diese  Art  scheint  in  der  Grösse,  wie  sie  abgebildet  wurde,  ausgewachsen 
zu  sein,  denn  die  letzten  Lobenlinien  stehen  bereits  sehr  eng  hintereinander. 
Die  Wohnkammer,  soweit  sie  erhalten  ist,  nimmt  nur  einen  halben  Umgang 
ein.  Wahrscheinlich  wird  sie  auch  nicht  länger.  Sie  ist  mit  sichelförmigen 
Strahlenbündeln  geschmückt,  die  auf  der  übrigen  Schale,  wenn  nicht  fehlen, 
so  doch  wegen  ihrer  Feinheit  verschwinden.  Die  Windungen  nehmen  rasch 
an  Höhe  zu,  ihre  Involubilität  ist  gering,  daher  der  Nabel  flach,  offen.  Die 
ganze  Schale  macht  nur  2  Umgänge.  Der  Bauch  ist  etwas  abgeflacht.  Die 
Seiten  Bchliessen  sich  an  ihn,  wie  an  den  Nabel  in  sanfter  flacher  Wölbung. 
Die  Lobenlinie  einfach,  scheinbar  glatt,  doch  zeigt  sich  unter  der  Loupe 
der  Beginn  einer  Kerbung  der  Loben.  Die  Dunstkammern  stehen  sehr 
gedrängt  ca.  30  auf  einen  Umgang. 

Dimensionen:  Ganzer  Durchmesser  =  0"012;  für  einen  Durch- 
messer =  100  ist 

die  Höhe  der  letzten  Windung  =48 
„    Breite  „       „         „  =  36 

„  Jlöhe  der  vorletzten  Windung  =  22 
„    Breite  „        „  „        =  22 

„    Weite  des  Nabels  =  25. 

Fundort:  Die  Fasalschicht  (Zone  des  Amm.  subbullatus  Hau.)  am 
vordem  Sandling  (5  Exemplare). 

Ammonites  (Clydonites?)  roodiotLs  Dittm.  Tab.  14,  Fig.  1-3. 

Windungen  flach,  ziemlich  hoch.  Die  schwach  gewölbten  Seiten  gehen 
gerundet  in  Nabel  und  Bauch  über.  Die  Umgänge  wachsen  langsam  in 
Höhe  und  Breite,  sie  sind  zu  einem  Drittel  involut.  Die  dünne  Schale  ist 
in  büschelförmigen  Sichelwcllen  von  verschiedener  Höhe  gerunzelt,  zwischen 
denen  sich  die  Einsenkungen  nur  am  Bauche  scharf  markiren.  Auf  dem 
Steinkerne  erscheint  dieselbe  Zeichnung,  nur  etwas  flacher.  Lobenlinie  sehr 
einfach,  Clydonitenartig.  Jederseits  stehen  3  gleich  hohe  Sättel.  Der  erste 
Lateral  doppelt  so  gross  als  der  zweite.  Ein  Umgang  mag  etwa  25  Dunst- 
kammern enthalten.  Die  Wohnkammer  beträgt,  soweit  sie  erhalten  ist, 
*fh  eines  Umganges.    Die  innern  Umgänge  sind  nicht  erhalten. 

Dimensionen:  Ganzer  Durchmesser  =  0"02;  für  einen  Durchmesser 
=  100  ist 

die  Höhe  des  letzten  Umgangs  =37 
„    Breite  „       „  „  =  27 


Digitized  by  Google 


355 


(37) 


die  Höhe  des  vorletzten  Umgangs  =  20 
„    Breite  „         „  „       =  14 

„    Weite  des  Nabels  =27. 
Fundort:  Fasslschicht  (Zone  des  Amm.  aubbullatus)  am  vordem 
Sandling  (l  Exemplar). 

Bemerkungen.  Trotz  des  grossen  Materials  von  Amm.  Henseli  Opp. 
haben  sich  keine  Uebergänge  zu  dieser  verwandten  Art  gefunden,  die  durch 
die  Schärfe  und  Einfachheit  ihrer  Radialfurchen  so  ausgezeichnet  ist  Noch 
näher  steht  Amm.  Eryx  Mü.,  er  ist  jedoch  durch  seine  einfachen,  regel- 
mässigen Sichelfalten  und  den  Mangel  der  scharfen  Kerbung  der  Bauchseite 
unterschieden.  Auch  Amm.  dccresceiis  Hau.  ist  eng  verwandt,  weicht  aber 
durch  die  erst  beim  letzten  Unigange  auftretende  Evolubilität  durch  gerun- 
detere  Windungen  und  viel  schwächere  Faltung  ab. 

Animonites  (Cl ydonites?)*  eomatns  Dittm.  Tab.  14,  Fig.  4— 6. 

Das  vermuthlich  klein  bleibende  Ochäuse  besteht  aus  4,  bis  zur  Hälfte 
involuten  Umgängen,  dio  in  der  Jugend  rundlich,  später  rasch  an  Höhe 
zunehmen.  Die  Seiten  wölben  sich  gleichmässig  gegen  Nabel  und  Bauch, 
letzterer  ist  gerundet.  Der  Nabel  ist  ziemlich  eng.  Die  starke  Schale  ist 
mit  einfachen,  gleichmassigen  Sichelwellen  bedeckt,  die  am  Bauche  mit  einer 
runden  Beugung  nach  vorne  von  beiden  Seiten  zusammenlaufen.  Sie  sind 
auch  auf  dem  Steinkerne  sichtbar.  Die  Lobenlinie  ist  fein,  aber  deutlich 
in  Sätteln  und  Loben  gekerbt.  Sie  bildet  jederseits  3  Sättel  von  gleicher 
Höhe.  Ob  die  eingetragenen  Linien  die  letzten  sind,  konnte  nicht  sicher 
ermittelt  werden,  es  ist  jedoch  wahrscheinlich.  Man  zählt  ca.  20  Kammern 
auf  einen  Umgang. 

Fundort:  die  Teltschcnalp  bei  Aussee  (5  Exemplare). 
Dimensionen:    Durchmesser  des  grössten  Stückes  =  0m0145.  Für 
einen  Durchmesser  =  100  ist 

die  Höhe  der  letzten  Windung  =49 
„    Breite  „       „  „  =  34 

„  Höhe  „  vorletzten  Windung  =  21 
„    Breite  „        „  „  =21 

„  Weite  des  Nabels  =27. 
Bemerkungen.  Diese  Art,  die  der  Quenstedt'schen  Gruppe  der 
Capricorni  polymorph  angehört,  wurde  trotz  ihrer  zahlreichen  Verwandten 
in  den  Cassianer  Schichten  von  denselben  fern  gehalten,  weil  sie  doch  mit 
keiner  einzigen  vollständig  übereinstimmt.  In  der  That,  mit  demselben 
Recht,  mit  welchem  man  sie  zu  GonuUiics  Dufrenoyi  Kl.,  G.  iiifrafurcatns 


(38) 


Kl.,  G.  Bcaumontii  Kl.  oder  G.  Eryx  Mii.  aus  Cassianer  Schicliten  stellen 
wollte,  müsste  man  sie  auch  mit  Ammonites  hybrida  Orb.  oder  A.  polymor- 
j)hus  costatus  Qu.  au»  dem  J,ias  y  und  mit  einer  Reihe  anderer  identificiren. 
Bei  genauer  Betrachtung  finden  wir  aber,  dass  sich  Amm.  comatus  von 
allen  den  genannten  bestimmt  durch  den  viel  engeren  Nabel,  die  größere 
Involubilitat  und  die  Schnelligkeit  der  Höhenzunahme  unterscheidet. 

Ammonites  (Clydonites?)  oboliniLS  Dittm.  Tab.  14,  Fig.  7—9. 

Das  ziemlich  flache  Gehäuse,  dessen  Umgänge  anfangs  rasch  an  Höhe 
zunehmen,  hört  beim  Beginn  der  Wohnkammer  in  dieser  Richtung  zu 
wachsen  auf.  Während  daher  die  ersten  stark  involuten  Umgänge  in  dem 
engen  Nabel  kaum  sichtbar  worden,  evolvirt  sich  die  Wohnkammer  so  stark, 
dass  ein  offner  flacher  Nabel  sichtbar  wird.  Die  Schale  ist  mit  zahlreichen 
flachen  Sichelfalten  bedeckt,  die  aus  Bündeln  sehr  feiner  Sicholstrcifen 
bestehen  und  an  dem  schmalen  gerundeten  Bauche  am  deutlichsten  aus- 
geprägt sind. 

Die  fein  gezähnelte  Lobenlinie  erhebt  sich  zu  3,  gegen  den  Nabel 
stark  an  Grosse  verlierenden  Sätteln.  Man  zählt  ca.  30  Kammern  auf  einen 
Umgang.  Ob  die  Wohnkammer  ganz  erhalten  sei,  ist  nicht  zu  entscheiden. 
So  weit  sie  vorhanden,  beträgt  sie  einen  halben  Umgang. 

Dimensionen:  Ganzor  Durchmessor  =  0m02 ;  für  oinen  Durch- 
messer =  100  ist 


Fundort:  Teltschenalp  bei  Aussco  (1  Exemplar). 
Amnionitis  (llydonites?)  Eryx  Münster  sp.  Tab.  3,  Fig.  10,  11. 

Goniatites  Eryx  Münster  Beitr.  Bd.  IV,  p.  I  J8,  T.  14,  V.  !). 
Ich  glaube,  dass  man  die  abgebildete  Form  aus  den  Hallstädter  Schichten 
wohl  mit  der  Münster'schen  Art  von  St.  Cassian  identificiren  darf,  da  mit 
alleiniger  Ausnahme  der  geringem  Schärfe  und  Erhabenheit  der  Sichelrippen, 
alle  übrigen  Charaktere  vollständig  übereinstimmen.  Auf  dem  besterhaltenen 
meiner  Exemplare  macht  sich  ausserdem  noch  eine  feine  Spiralstreifung  der 
Schale  an  der  Bauchseite  bcmerklich.  Die  Lobenlinie  konnte  nicht  blos- 
gelegt  werden. 


die  Höhe  des  letzten  Unigangs 

„  Breite  „       „  „ 

„  Höhe  „    vorletzten  Umgangs 

„  Breite  „         „  „ 

„  Weite  des  Nabels 


40 

22 
20 
15 
25. 


Digitized  by  Go 


357 


(39) 


Dimensionen:  Ganzer  Durchmesser  =  (T013;  für  einen  Durch- 
messer =  100  ist 

die  Höhe  des  letzten  Umgangs      =:  38 

„  Breite  „       „  „  =31 

„  Höhe  des  vorletzten  Umgangs  =  20 

„  Breite  „        „  „  =21 

„  Weite  des  Nabels  =  40. 

Fundort:  Teltschenalp  bei  Aussee  (2  Exemplare). 
Amuionites  (Clydon  yten  ?)  Henseli  Oppel.  Tab.  14,  Fig.  16—20. 

Oppol:  Pol.  Mitth.  1802,  Nr.  III,  p.  132,  T.  41,  F.  3. 
Das  Originalstüek  von  Amm.  Henseli  Opp.,  ein  blosses  Fragment,  er- 
hielt Herr  Professor  Oppel  von  Herrn  Hofrath  von  Fischer  angeblich 
aus  Hierlatzsehichten.  Es  blieb  als  solches  ein  Unicuni.  Die  Angabe  des 
Horizonte»  beruhte  aber  jedenfalls  auf  einem  Irrthum.  Dieselbe  Form,  die 
ich  nach  einem  Abguss  des  Originals  in  der  OppeTschen  Sammlung  iden- 
tificiron  konnte  (das  Original  selbst  ging  verloren)  findet  sich  nemlich  in 
solcher  Häufigkeit  in  der  Zone  des  Amm.  subbullatus  (Fasslschicht)  am 
vordem  Sandling  in  Hallstädter  Kalken,  dass  ohne  Zweifel  hier  ihre  wirk- 
liche Heimath  zu  suchen  ist.  Es  ist  demnach  Amm.  Henseli  aus  der  Fauna 
der  Hierlatzsehichten  zu  streichen.  Ich  habe  die  Art  noch  einmal  abbilden 
lassen,  weil  sie  bei  Oppel  nach  einem  Steinkerne  nicht  ganz  richtig  rc- 
stauriit  ist.  Die  Rippen,  die  dort  rund  erscheinen,  sind  nemlich  im  Durch- 
schnitt rechtwinklig  und  durch  scharfe  eckige  Furchen  getrennt,  die  unten 
und  oben  gleich  breit  sind.  Schale  verhältnissmäsaig  diek,  doch  prägen  sich 
auch  auf  dem  Steinkerne  noch  die  Furchen  scharf  aus.  Die  Lobenlinie  mit 
jederseit»  3  auf  gleicher  Linie  stehenden  Sätteln  ist  fein,  aber  deutlich  ge- 
zähnt. Das  Fig.  21,  22  abgebildete  Stuck  ist  das  grösste  vorhandene,  scheint 
aber  noch  nicht  ausgewachsen.  Die  jungen  Exemplare  weichen  in  nichts  von 
der  Form  der  ältern  ab. 

Dimensionen  des  Excmplares  Fig.  21.  22.  Durchmesser  =  0"'023. 
Für  einen  Durchmesser  =  100  ist 

die  Höhe  der  letzten  Windung  =  38 

.    Breite  ,  „  -  22 

„    Höhe   „  vorletzten  „  =  20 

„    Breite  „  „  =11 

„    Weite  des  Nabels  =41. 

Fundort:  Fasslschicht  am  vordem  Sandling  (70  Exemplare). 


Digitized  by  Google 


(40) 


358 


Bemerkung.  Es  ist  nicht  leicht,  Amm.  Hensdi  mit  irgend  einer 
andern  bekannten  Form  zu  verwechseln.  Amm.  modicus  Dittm.  sieht  ihm 
äusserlich  zwar  ähnlich,  unterscheidet  sich  jedoch  durch  dünne  Schale,  wellige 
ungleiche  Falten  und  ungezackte  Loben.  Amm.  nastwtittm  Dittm.  ist  schon 
näher  verwandt,  namentlich  erfordert  die  Unterscheidung  der  jungen  Indi- 
viduen einige  Aufmerksamkeit.  Auch  Amm.  Didayanus  Orb.  (terr.  cret. 
tome  I  Tab.  108  Fig.  4.  5)  ist  zu  vergleichen.  Doch  ist  da  der  Rücken 
kantig,  flach,  die  Rippen  sind  grober,  die  Involubilität  bedeutender. 

Ammonites  (Clydonites?)  nasturtiuni  Dittm.  Tab.  14  Fig.  24—37. 

Gehäuse  wenig  involut,  aber. ziemlich  rasch  anwachsend,  so  dass  der 
Nabel  nicht  ganz  flach  ist.  Die  Windungen,  von  ziemlich  kreisförmigem 
Durchschnitt  sind  auf  der  Wohnkammer  mit  unregelmässig  stehenden,  ver- 
schieden starken,  groben  runden  Rippen  versehen,  die  sich  in  höherem 
Alter  sogar  kragenartig  erheben.  Die  innern  Umgänge  sind  dagegen  ganz 
regelmässig  berippt.  Sie  unterscheiden  sich  von  jungen  Amm.  Hensdi  durch 
ihre  gedrungene  Form  und  durch  die  gerundeten  Rippen.  Die  Schale  ist 
dick.  Die  sehr  gedrängten  Lobenlinien,  an  denen  eine  Zähnelung  nicht 
bemerkt  werden  konnte,  bestehen  jederseits  aus  zwei  runden  Sätteln. 

Dimensionen  des  grössten  vorhandenen  Stückes  Fig.  3Ü.  40.  Durch- 
messer 0"017;  für  einen  Durchmesser  =  100  ist 

die  Höhe  des  letzten  Umgangs    =  35 

,    Breite  „       „  „         =  35 

„    Höhe   „  vorletzten    „  =18 

»    Breite  „      „  „         =  24 

„    Weite  des  Nabels  =  38. 

Fundort:  Fasslschicht  am  vordem  Sandling  (30  Exemplare). 

Ammonites  (Clydonites?)  foliaceus  Dittm.  Tab.  15,  Fig.  10-12. 

Diese  sehr  eigenthümliche  Form  hat  ein  so  fremdartiges  Aussehen,  dass 
man  sie  kaum  für  einen  Ammoniten  ansehen  möchte.  Die  rasch  anwach- 
senden Umgänge  sind  gar  nicht  involut,  ihr  Durchschnitt  bildet  ein  Trapez, 
dessen  längere  Parallele  die  Bauchseite  einnimmt.  Die  Seiten  sind  also 
flach  und  umschliessen  einen  offenen  vertieften  Nabel,  der  Bauch  ist  ein 
wenig  gewölbt  und  schliesst  sich  mit  kaum  abgerundeten  Kanten  an  die 
Seiten.  Auf  diesen  nun  macht  sich  eine  durch  verschiedene  Beugung  der 
Anwachsstreifen  bedingte  blattförmige  Zeichnung  bemerklich.  Die  Blätter, 
deren  8  auf  einen  Umgang  kommen,  enden  spitz  an  der  Bauchkante  in 


Digitized  by  Go 


350 


oder  kurz  vor  einem  langen  etwas  nach  vorn  gebogenen  Dorn.  Diese  Dor- 
nen, die  natürlich  entweder  beim  Herausschlagen  des  Ammonites  aus  dem 
Gesteine  oder  auch  schon  früher  leicht  abbrechen,  hinterlassen  merkwür- 
digerweise keine  eigentliche  Narbe,  man  erkennt  ihre  frühere  Stelle  nur  an 
einer  länglichen  Erhebung  der  Schale,  sie  scheinen  daher  nur  der  äussersten 
Schalenschicht  anzugehören.  Die  Stacheln  correspondiren  zu  beiden  Seiten 
des  Bauches  und  werden  mit  einander  verbunden  durch  Systeme  von  oft 
ziemlich  tiefen,  stark  nach  vorn  geschwungenen  Falten.  Die  Schale  ist  sehr 
dünn.  Die  Lobenlinie  eingezackt,  Clydonitenartig.  Sie  bestehet  jederseits 
aus  2  schmalen  Sätteln  und  dazwischenliegenden  breiten  Loben.  Der  Sipho 
liegt  jedoch  nicht  vertieft.  Die  Wohnkammer  betrug  wahrscheinlich  nicht 
mehr  als  einen  halben  Umgang. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  grössten  Exemplares  (Fig.  10.  11) 
=  0*019.    Für  den  Durchmesser  =  100  ist 

die  Höhe  des  letzten  Umgangs    =  37 
„    Breite  „       „  „  =  42 

,,    Höhe  „    vorletzten  „  =  24 

„    Breite  „       „  „  =  26 

„    "Weite  des  Nabels  —  32. 

Fundort:  Fasslschicht  am  vordem  Sandling  (17  Exemplare). 

Ammonites  Mojssissoricsi  Hau. 

Nachtr.  Ceph.  Hallst.  8ch.  in  Sitaber.  der  Wiener  Akad.  1860.  Bd.  41,  p.  141  (29),  T.  4, 

F.  1-3. 

Diese  Art,  deren  Fundort  Herr  von  Hauer  zur  Zeit  ihrer  Aufstellung 
nicht  kannte,  fand  Herr  Hofrath  von  Fischer  neuerdings  in  den  Hallstädter 
Kalken  an  der  Teltschenalp  bei  Aussee  auf. 

Ammonites  cieer  Dittm.  Tab.  13,  Fig.  11-15. 

Von  dieser  interessanten  kleinen  Art  wurde  bisher  nur  1  Exemplar 
aufgefunden,  welches  jedoch  in  vollkommnera  Erhaltungszustande  befindlich 
ist.  Durch  einen  Querschnitt  wurde  constatirt,  dass  dasselbe  ein  Ammonit 
sei,  kein  Heteropode,  wie  nach  der  Schalensculptur  vielleicht  zu  argwöhnen 
war,  namentlich  da  wegen  der  Länge  der  Wohnkammer  durch  Aetzen 
der  Oberfläche  keine  Lobenzeichnung  zu  erhalten  war.  Die  Loben  stehen 
weit  von  einander  ab.  Es  kommen  nur  5 — 6  auf  einen  Umgang.  Die  äus- 
sere Form  ist  fast  vollkommen  kuglig,  die  niedern  breiten  Windungen  ganz 
umhüllend,  der  Nabel  daher  nicht  tief,  aber  deutlich  eingesenkt.  Der  Mund- 
rand ist  gerundet  und  kaputzenförmig  eingeschnürt. 


Digitized  by  Google 


(42)  360 

Sehr  eigentümlich  int  die  Schalensculptur.  Diese  bestellt  aus  feinen 
gerundeten  Spiralleisten  mit  gleich  breiten  Furchen  dazwischen,  die  in  sehr 
schräger  Linie  vom  Nabel  bis  zur  Mittellinie  des  Hauches  nach  vorn  ziehen. 
Hier  treffen  die  Leisten  von  beiden  8citcn  unter  sehr  spitzem  "Winkel  zu- 
sammen, ohne  dass  sich  ein  Kiel  oder  eine  Furche  bemerklich  machte. 
Vom  Nabel  bis  zum  Bauch  zählt  man  jederseits  1 1  solche  Leisten,  um  jedoch 
vom  Nabel  bis  zum  Bauch  zu  gelangen,  braucht  jede  Leiste  fast  einen 
ganzen  Umgang  der  Schale.  An  der  Einschnürung  des  Mundes  verschwinden 
die  Leisten  plötzlich  und  lassen  diesen  selbst  glatt. 

Dimensionen:  Ganzer  Durchmesser  =  Om0O8;  für  einen  Durch- 
messer ä  100  ist 

dio  Höhe  der  letzten  Windung  =  50 
„  Breite  „  „  „  92 
„  Höhe  „  vorletzten  „  =41 
„    Breite  „       „  „  =  78 

„    Weite  des  Nabels  :=  0. 

Fundort:  Schichten  mit  Amm.  stibbuilatus  am  vordem  Sandling 
(1  Exemplar). 

Ammonites  Simoiiyi  Hauer.  Tab.  12,  Fig.  22—24. 

Haidinger'i  naturw.  Abhandl.  1817,  Bd.  1,  p.  270,  T.  9,  F.  4-6. 

Als  Beitrag  zur  Kenntnis  dieser  interessanten  Form  habe  ich  ein  junges 
Individuum  abbilden  lassen,  da  es  eine  Verschiedenheit  der  Schalensculptur 
auf  den  innern  Umgängen  zeigt,  welche  der  ganzen  Art  zukommt.  Dieselbe 
besteht  in  6  scharf  abgesetzten  Ringeln,  die  jede  der  4  innern  Windungen 
in  gleichen  Abständen  zieren.  Weiter  hinaus  markiren  sich  dieselben  als 
immer  flacher  werdende  Wülste,  die  auf  dem  fünften  Umgang  bereits  ganz 
verschwinden,  um  den  scharfen  sichelförmigen  Streifen  Platz  zu  machen. 
Diese  sind  auf  den  4  ersten  Windungen  nicht  zu  sehen. 

Fundort:  Teltschenalp  bei  AuBsee. 

Bemerkungen.  Der  verwandte  Amm.  Morloti  ist  auf  den  innern 
Windungen  vollkommen  glatt.  Amm.  eleguns,  schon  durch  die  Lobirung 
unterschieden,  zeigt  nie  die  Schärfe  der  Sichelstrcifen,  wie  Amm.  Simouyi. 

Ammonites  Imperator  Hauer.  Tab.  14,  Fig.  12.  13. 

t.  Mauer:  Nene  Cephalopoden  Ton  Aassee  1849,  in  Hnidinger*  naturw.  Abhandlungen, 

Bd.  3,  p.  21,  T.  6,  F.  1-3. 

An  dem  angeführten  Ort  gibt  Herr  v.  Hauer  die  Abbildung  eines 
Bruchstückes  von  einer  äussern  Windung  eines  grossen  Exemplare*.  Ich 


Digitized  by  Google 


301 


(43) 


gebe  nun  eine  Darstellung  der  inneren  Umgänge,  hauptsächlich  um  den 
Unterschied  von  jungen  Individuen  des  Amm.  lMyeri  Hau.  zu  constatiren. 
Dass  diess  wirklich  die  Gestalt  eines  jungen  Amm.  imperator  sei,  davon 
konnte  ich  mich  an  einem  gut  erhaltenen  grossen  Individuum  dieser  Species 
aus  rothem  Marmor  des  vordem  Sendling  überzeugen.  Ich  wählte  die  ge- 
ringe Grösse,  um  die  Dimensionen  zu  versinnlichen,  in  denen  diese  Art, 
allerdings  ohne  erhaltene  Wohnkammer,  in  der  Schicht  mit  Amm.  subbtd- 
latns  am  vordem  Sandling  auftritt,  in  welcher  sie  häufig  ist.  Die  wesent- 
lichen Charaktere  hat  schon  Herr  v.  Hauer  genügend  festgestellt.  Ich 
kann  mich  deshalb  hier  darauf  beschränken,  zur  Unterscheidung  von  jungen 
A.  Layeri  darauf  aufmerksam  zu  machen,  dass  letztere  bei  dem  Durchmesser 
meiner  Abbildung  noch  vollkommen  involut  sind,  einen  punktförmigen  Nabel 
zeigen  und  eist  später  sich  ausrollen.  Bei  dem  A.  imjterator  sieht  man 
dagegen  das  Gewinde  bis  in  die  erste,  merkwürdiger  Weise  kuglige  Zelle 
(nucleiis)  geöffnet. 

Dimensionen:  Der  Durchmesser  des  abgebildeten  Stückes  beträgt 
0roo28.    Setzen  wir  denselben  =  100,  so  ist 

die  Höhe  der  letzten  Windung     =  54 
„    Breite  „       „  „  7 

„    Höhe  „  vorletzten     „  =14 
n    Breite  „       „  „  =  3.5 

„    Weite  des  Isabels  =  20. 

Fundort:  Die  Schichten  mit  Amm.  subbuttatus  am  vordem  Sand- 
ling (20  Exemplare).  Grössere  Individuen  hegen  in  dem  Gasteropoden- 
marmor  am  vordem  Sandling,  ferner  am  Sommeraukogel,  Steinbergkogel, 
am  Rossmoos  und  Taubenstein  (im  Gosauthale). 

Ammoiiites  taducns  Dittm.  Tab.  14,  Fig.  14.  15. 

Eine  kleiue  glatte,  ganz  evolute  Art  mit  erhöhtem  viereckigen  Durch- 
schnitt der  sehr  langsam  wachsenden  Windungen.  Auf  dem  Bauche  bemerkt 
man  einen  sehr  flachen  stumpfen  Kiel,  der  eben  nur  durch  seinen  Schatten 
erkennbar  ist.  Nabel  weit,  flach ;  man  sieht  5  Umgänge.  Die  Wohnkammer 
beträgt  mehr  als  einen  Umgang.    Die  Lobenlinie  nicht  bekannt. 

Dimensionen:  Durchmesser  =  0"0 13.  Für  einen  Durchmesser  =  1 00  ist 
die  Höhe  des  letzten  Umgangs     =  34 
„    Breite  „       „  „  =  28 

„  Höhe  „  vorletzten  „  =16 
„    Breite  „       „  „  =  14 

„    Weite  des  Nabels  =  49. 


Digitized  by  Google 


(44) 


302 


Fundort:  Fasslschicht  am  vordem  San  düng  (6  Exemplare). 

Bemerkungen.  Clyd.  glaucus  Mnst.  sp.  ist  von  St  Cassian,  steht  dem 
Amm.  caditctts  nahe ,  hat  jedoch  keine  Andeutung  eines  Kieles  und  wächst 
auch  rascher;  an  dem  Amm.  caducus  fehlen  dagegen  die  feinen  Sicheln. 

Ammonites  fulniinaris  Dittm.  Tab.  14.  Fig.  21—23. 

Das  einzige  vorliegende  Exemplar,  obgleich  nur  Steinkern,  zeigt  von 
allem  bekannten  so  abweichende  Charaktere,  dass  es  wohl  der  Beschreibung 
werth  escheint.  Das  Gehäuse  ist  stark  involut,  es  bleibt  nur  ein  enger 
Nabel  offen.  Die  Windungen,  von  fast  rein  elliptischem  Querschnitt  zeigen 
auf  den  Seiten  in  ungleichen  Entfernungen  flache  Rippen,  von  denen  sich 
einzelne  (9—10)  auf  einem  Umgange  gegen  den  Bauch  zu  Dornen  erheben, 
von  welchen  aus  tiefe  Falten  in  wechselnder  Anzahl  nach  vorn  geschwungen 
über  den  Bauch  laufen.  Von  diesen  Falten  gehen  die  äusseren  auf  der 
gegenüberliegenden  Seite  wieder  zu  einem  alternirenden  Dorn,  die  mittlem 
verflachen  sich  getrennt  auf  der  halben  Höhe  der  Seite.  Uebrigens  herrscht 
auch  hierin,  wie  in  der  ganzen  Anordnung  der  Rippen  keine  Regelmiissigkeit. 
Die  Schale,  an  einigen  Stellen  erhalten,  ist  dick  und  ohne  äussere  Sculpturen. 
Die  Loben,  ringsum  gezackt,  erheben  sich  jederseits  zu  4  auf  gleicher  Höhe 
stehenden  Sätteln,  die  eine  gerundete  fast  blattförmige  Spitze  zeigen  und 
so  an  monophyllische  Heterophyllen  erinnern,  zunächst  jedoch  mit  den  Loben 
des  Amm.  inermis  zu  vergleichen  wären. 

Dimensionen:  Durchmesser  =  0"038.  Für  den  Durchmesser  =  100 ist 
die  Höhe  des  letzten  Umgangs     =  53 
„    Breite  „      „  „  =  32 

„    Höhe  „  vorletzten    „  =  24 

„    Broite  „      „  „  =14 

„    Weite  des  Nabeb  =  8. 

Fundort:  Teltschen  bei  Aussee  (1  Exemplar). 

Ammonites  inermte  Hauer  Tab.  15,  Fig.  1-7. 

Hauer:  C«pbalop.  Hallst,  fleh.,  in  Denkschr.  mach.  natw.  Cl.  der  Wiener  Akad-,  Bd.  9, 

p.  161  (21),  T.  5,  F.  24-27. 

Ich  bin  in  der  Lage,  gestützt  auf  ein  reiches  Material,  zu  dieser  Art 
einige  Nachträge  zu  liefern,  die  nicht  ohne  Bedeutung  für  die  Charakteri- 
sirung  derselben  sind.  Anknüpfend  an  die  von  Hauer  am  angeführten  Orte 
gegebene  Diagnose  ist  zu  erwähnen,  dass  der  Durchschnitt  der  Windungen 
bei  weiterem  Wachsthum  sich  beträchtlich  erhöht,  dass  also  die  Kreisform 
sich  verliert,  ferner  ist  aber  die  Kreisform  auch  bei  Exemplaren  von  der 


Digitized  by  Google 


Grösse,  wie  sie  Herr  von  Hauer  abbildet,  nicht  Regel,  sondern  Aus- 
nahme, im  allgemeinen  herrscht  auch  hier  schon  die  erhöhte  elliptische 
Mundöffnung.  Ausser  den  sehr  flachen  und  in  ihrer  Spaltung  schwer  zu 
▼erfolgenden  Radialfalten  (in  der  Zeichnung  Fig.  1  ist  die  Deutlichkeit  dieser 
Falten  etwas  fibertrieben)  verläuft  ferner  über  die  ganze  Schale,  bei  gut 
erhaltenen  Exemplaren  eine  dichte  wellige  Spiralstreifung.  Die  Wohn- 
kammer beträgt  beinahe  einen  ganzen  Umgang. 

Dimensionen:  Bei  kleineren  Exemplaren  von  0"022  (11'")  Durch- 
messer ist  das  gewöhnlichere  Verhältniss  für  den  Durchmesser  =*  100 
die  Höhe  des  letzten  Umgangs     =  55 
«    Breite  „       „  „  =41 

„    Höhe  „  vorletzten    „  =23 
,,   Breite  =23  . 

„    Weite  des  Nabels  =  14. 

Herr  von  Hauer  fand  bei  einem  Exemplare  von  9"' Durchmesser  und  von 
der  Form  der  Fig.  3.  4  für  den  Durchmesser  =  100  gesetzt,  die  Höhe  der 
letzten  Windung  =  47,  die  Breite  derselben  =  55,  die  Weite  des  Nabels  =  16. 

Das  grösste  Exemplar  Fig.  5.  ß  hat  einen  Durchmesser  =*  0"072. 
Dann  ist  für  den  Durchmesser  =  100 

die  Höhe  der  letzten  Windung  =  69 
„    Breite  „       „  „  =  33 

„    Höhe  „  vorletzten    „  =  22 

„    Breite  „       „  „  =  15 

„    Weite  des  Nabels  =  8. 

Fundort:  Fasslschicht  am  vordem  Sandling  (65  Exemplare). 

Ammonitcs  atropus  Dittm.  Tab.  15,  Fig.  13-15. 

Das  Gehäuse  ähnelt  im  Ganzen  dem  Amm.  foliaceus ,  doch  sind  die 
Windungen  noch  breiter  und  niedriger.  Von  den  Seiten  erheben  sich  gegen 
die  Bauchkanten  zu  in  unregelmässigen  Entfernungen  und  wechselnder  An- 
zahl (ca.  5  auf  einem  Umgange)  breite  lappenförmigc  Dornen,  die  auf  den 
innern  Windungen  an  die  nächstfolgende  angelehnt,  gewöhnlich  erhalten 
sind  und  so  den  Umgängen  eine  unregelmäßige  eckige  Gestalt  verleihen. 
Zwischen  ihnen  stehen  je  3 — 5  kleinere,  ebenfalls  in  stumpfe  Dorne  endigende 
Falten.  Von  allen  diesen  Dornen  aus  laufen  hier  nach  ihrer  Grösse  eine 
oder  mehrere  tiefe  Falten  stark  nach  vorn  gerichtet  zu  der  glatten,  deutlich 
begrenzten  breiten  Furche  auf  der  Mitte  des  Bauches,  die  sie  unter  spitzem 
Winkel  treffen.  Die  Dornen  von  gleicher  Stärke  correspondiren  zu  beiden 
Seiten  des  Bauches  gewöhnlich  nicht  Schale  sehr  dünn.  Die  Lobenlinie 
(4)  24 


Digitized  by  Google 


3G4 


zeichnet  sich  beiderseits  durch  4  schmale,  hohe,  wenig  gekerbte  Sättel  una 
entsprechende  spitze  Loben  aus.  Die  Wohnkammer  nimmt  an  dem  abgebil- 
deten Stück  3/4  eines  Umganges  ein,  doch  fehlt  ihr  noch  der  Mundsaum. 
Dimensionen:  Durchmesser  =  0"02.  Für  den  Durchmesser  =  100  ist 


die  Höhe  des  letzten  Umganges  =  40 

„  Breite  „       „  „  =  60 

„  Höhe  „  vorletzten    „  =  20 

„  Breite  „       „  „  =  30 

„  Weite  des  Nabels  =  45. 


Fundort:  Gasteropodenachichten  am  vordem  Sandling. 

Bemerkungen.  Amm.  atropus  und  foliaceus,  im  äussern  Ansehen 
scheinbar  verwandt,  sind  gleichwohl  durch  die  Loben  wie  durch  die  Be- 
schaffenheit der  Bauchseite  weit  von  einander  getrennt  Unter  welche  Gruppe 
von  bekannten  Ammoniten  man  Amm.  foliaceus  am  natürlichsten  einreihen 
könnte,  ist  mir,  da  ich  die  Clydoniten  nicht  festzuhalten  vermag,  nicht  recht 
klar  geworden.  Ebensowenig  möchte  ich  aber  auch  der  bisherigen  Praxis 
folgend,  Amm.  atropus  in  die  Gruppe  des  Aon  stellen,  blos  weil  er  eine 
Furche  auf  dem  Bauche  hat  (vergl.  Quenstedt  die  Cephalopoden  p.  237). 

Auimonites  signatns  Dittm.  Tab.  15,  Fig.  8,  9. 

Gehäuse  mit  einem  breiten,  scharf  abgesetzten  Kiel  versehen,  von  dem 
aus  die  flachen  Seiten  sich  rasch  zu  ihrer  grössten  Breite  erheben.  Abfall 
gegen  den  Nabel  noch  kürzer  gerundet.  Die  Involubilität  ist  gering,  sie 
erstreckt  sich  nur  auf  den  Bauch  der  Schale:  und  da  das  Gehäuse  sehr 
langsam  m  die  Breite  wächst,  bo  entsteht  ein  flacher  weiter  Nabel.  Die 
Schale,  im  allgemeinen  glatt,  trägt  an  der  Naht  auf  jeden  Umgang  etwa 
20  scharfe  Erhebungen,  die  mit  den  stark  nach  vorn  gebogenen  Anwachs- 
streifen in  Verbindnng  stehen  und  in  derselben  Richtung  sich  allmälig  ver- 
flachen. Die  Wuhnkammer  beträgt  wahrscheinlich  mehr  als  einen  Umgang, 
denn  auf  der  letzten  Windung  konnten  keine  Loben  nachgewiesen  werden. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  abgebildeten  Stückes  =  0*022.  Für 
den  Durchmesser  =  100  ist 

die  Höhe  des  letzten  Umganges     =  36 
„    Breite  „      „  „  =27 

„  Höhe  „  vorletzten  „  =18 
,,    Breite  „      „  „  =  18 

„    Weite  des  Nabels      „  —  36. 

Fundort:  Telt sehen  bei  Aussee  (3  Exemplare). 


Digitized  by 


305 


Ammonites  verraetus  Dittra.  Tab.  15,  Fig.  20,  21. 

Die  glatten,  langsam  in  Höhe  wie  in  Breite  wachsenden,  zu  einem 
Drittel  involuten  Umgänge  lassen  einen  flachen,  treppenförmig  vertieften  Nabel 
offen.  Die  flachen  Seiten  fallen  gegen  denselben  kurz,  aber  scharf  ab ;  auch 
der  Abfall  zu  dem  starken  hohen  Kiele  ist  plötzlich,  doch  ohne  scharfe 
Kantenbildung.  Die  sehr  feinen  Anwachsstreifen  verlaufen  auf  den  Seiten 
radial,  gegen  den  Kiel  zu  machen  sie  eine  starke  Biegung  nach  vorn.  Diu 
Schale  ist  sehr  dick.  Die  Lobenlinie  besteht  jederseits  aus  3,  auf  gleicher 
Höhe  stehenden  gerundeten  Sätteln  und  2  dazwischen  liegenden  Loben.  Sie 
ist  einfach,  glatt.  Die  Wohnkammer  betrug  wahrscheinlich  mehr  als  einen 
Umgang. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  abgebildeten  Stückes  =  0*017. 
Für  den  Durchmesser  —  100  ist 

die  Höhe  der  letzten  Windung     =  35 
„   Breite  „      „  „  =  33 

„  Höhe  „  vorletzten  „  =25 
„    Breite  „      „  „  =  25 

„   Weite  des  Nabels  =  38. 

Fundort:  Teltschenalp  bei  Aussee  (2  Exemplare). 

Ammoiiites  niger  Dittm.  Tab.  15,  Fig.  16—19. 

Die  rasch  in  die  Höhe  wachsenden  glatten  Windungen  sind  etwas  mehr 
als  zur  Hälfte  involut,  lassen  aber  dennoch  nur  einen  kleinen  Nabel  offen. 
Ihr  Durchschnitt  verflacht  sich  gegen  den  scharfen  Kiel  hin  in  allmäliger 
Rundung  und  bedingt  so  eine  vollkommene  Linsenform  des  ganzen  Gehäuses. 
Wenn,  wie  ich  glaube,  die  Gestalt  Fig.  18,  19  nur  einem  weitern  Entwick- 
lungsstadium der  Species  Fig.  16,  17  zukommt,  so  ist  damit  zugleich  eine 
weniger  rasch  in  die  Höhe  wachsende  Varietät  gegeben,  die  sich  am  Ende 
auch  noch  deutlich  evolvirt.  Es  stellt  sich  hier  noch  auf  den  letzten  3/4 
des  letzten  Umganges  (der  Wohnkammer)  zu  beiden  Seiten  des  Kieles  eine 
stumpfe,  aber  deutliche  Kante  ein.  Die  sehr  feinen  Anwachsstreifen  biegen 
sich  gegen  den  Kiel  stark  nach  vom.  Es  gelang  mir  leider  nicht,  Loben 
zu  präpariren. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  8tückes  Fig.  16,  17  =  0"012.  Für 
den  Durchmesser  =  100  ist  hier 

die  Höhe  des  letzten  Umganges    =  54 
,,   Breite  ,,       ,,  „  =  33 

„   Höhe  „  vorletzten     „  =25 
(1*)  24* 


Digitized  by  Google 


(48) 


'MW 


die  Breite  des  vorletzten  Umganges  =  25 

die  Weite  des  Nabels  =  23. 
Durchmesser  des  Stückes  Fig.  18,  19  =  0~01G.    Hier  dagegen  ist  für 
den  Durchmesser  =  100 

die  Uöbe  des  letzten  Umganges  —  41 

„    Breite  „      „  „  =  31 

„    Höhe  „  vorletzten     „  =31 

„    Breite  „       „  „  =31 

„    Weite  dos  Nabels  =  25. 

Fundort:  Teltschen  (4  Exemplare). 

Bemerkungen.  Diese  Art,  wie  auch  wohl  die  beiden  vorherbeschrie- 
benen, sind  mit  Amm.  scaphitiformis  Hau.  verwandt  sowohl  durch  die  äussere 
Form,  als  durch  die  starke  Vorwärtsbeugung  der  Anwachslinien  am  Bauche 
und  durch  die  einfache  Lobenlinie  (bei  Amm.  vermetus  beobachtet).  Dio 
Unterschiede  Wegen  in  der  Involubilität  und  in  den  Verzierungen  der  Schale. 

Ammonites  tnrbiiia  Dittm.  Tab.  15,  Fig.  22,  23. 

Diese  hübsche  Form,  die  vielleicht  der  Familie  der  Globosen  anzureihen 
wäre,  hat  ein  ziemlich  aufgeblähtes  Gehäuse,  welches  stark  involut,  nur 
einen  engen  Nabel  sehen  lässt.  Die  Windungen,  von  einem  starken  Kiel 
umspannt,  haben  einen  nahezu  kreisförmigen  Durchschnitt  und  sind  auf 
jodem  Umgange  mit  4  tiefen  kreuzständigen  radialen  Einschnürungen  ver- 
sehen, die  sich  erst  am  Bauche  stark  nach  vorn  krümmen,  um  den  Kiel 
eine  Strecke  weit  als  sehr  flache  Furchen  zu  begleiten.  Die  Schale  ist  sehr 
dünn.  Die  Wohnkammer,  soweit  sie  erhalten,  beträgt  3/4  eines  Umganges. 
Die  feingezackte  Lobenlinie,  die  wegen  der  Geateinsbeschaffenheit  nicht  mit 
genügender  Schärfe  zur  Abbildung  zu  bringen  war,  besteht  jederseits  aus 
4  allmälig  kleiner  werdenden  Sätteln  mit  den  entsprechenden  Loben  da- 
zwischen. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  abgebildeten  Stückes  =  0"0 13.  Für 
den  Durchmesser  =  100  ist 

die  Höhe  der  letzten  Windung  =61 
„   Breite  „       „  „  =  Ül 

„    Höhe  „  vorletzten     „  —  29 

„    Breite  „       „  „  =  22 

„    Weite  des  Nabels  =  8. 

Fundort:  vord.  Sandling  tiefste  Lage  (3  Exemplare). 


Digitized  by  Google 


(40) 


Ammenites  Jokelyi  Hauer. 

Hauer:  Beitr.  Ceph.  Hallst.  Schichten  in  Denksclir.  der  Wiener  Akad.  iSb\  Bd.  % 

p.  151  (11),  Tab.  4,  F.  1—7. 

Bei  einem  Durchmesser  von  0B073  entbehrt  dos  vorliegende,  Ausgezeich- 
net erhaltene  Exemplar,  welches  sonst  genau  mit  Amin.  Jokelyi  überein- 
stimmt, der  Dornen  auf  dem  letzten  Umgange.  Und  zwar  verschwinden 
zuerst  bei  einem  Durchmesser  von  0m04  die  Dornen  an  der  Bauchkante 
und  bald  darauf  allmälig  verflachend  auch  die  Erhöhungen  an  der  Nabel- 
kante.   Die  Rippen  bleiben  jedoch  bis  ans  Ende  deutlich  ausgeprägt. 

Fundort:  die  Teltschenalp. 

Zugleich  möchte  ich  hier  noch  einer  verwandten  Form  erwähnen,  die 
zwar  nur  in  einem  einzigen  Exemplare  von  0m056  Durchmesser  vorliegt. 
Sie  stimmt  in  den  meisten  Charakteren  mit  Atnm.  Jokelyi  überein,  nur  tritt 
hier  auf  der  Mitte  zwischen  dem  Kiel  uud  den  an  der  Involutionsspiralu 
stehenden  Dornen  des  Amm.  Jokelyi  eine  weitere  Spiralreihe  von  Dornen 
oder  Knoten  auf,  an  der  sich  die  bisher  meist  einfachen  Rippen  regelmässig 
in  2  stark  vorwärtsgebogenen  Aeste  theilen.  Diese  Knoten  sind  an  Zahl 
und  Stärke  jenen  ziemlich  gleich.  Für  diese  Art,  die  am  vordem  Sandling 
im  graugelben  Kalke  mit  RJi.  dilaiata  Ss.  zusammen  vorkommt,  schlage  ich 
den  Namen  Amm.  auettts  n.  sp.  vor. 

Ammonites  Satnrnns  Dittm.  Tab.  16,  Fig.  1—8. 

Nach  wiederholter  genauer  Prüfung  des  nicht  unbedeutenden  Materials 
habe  ich  mich  überzeugen  müssen,  dass  die  ziemlich  verschiedenen  Varia- 
tionen dieser  Form,  wie  ich  sie  zur  Abbildung  gebracht  habe,  naturgemäss 
einer  und  derselben  Art  zuzurechnen  sind,  da  die  Extreme  durch  vollständige 
Uebergänge  verbunden  erscheinen.  Gleichwohl  Hessen  sich  von  jeder  dieser 
Varietäten  ganze  Reihen  übereinstimmender  Individuen  in  den  verschieden- 
sten Stadien  des  Wachsthums  zusammenstellen,  so  dnss  es  fast  scheinen 
möchte,  als  hätten  wir  hier  die  Andeutungen  der  verschiedenen  Geschlechter 
einer  Art. 

Am  häufigsten  treten  die  starkberippte  Varietät  Fig.  1—3  und  die 
Varietät  Fig.  4—6  mit  flacheren  Rippen  auf.  Exemplare  von  der  Grösse  der 
Fig.  5  sind  selten,  gewöhnlich  werden  sie  in  der  Grösse  der  Fig.  2  ange- 
troffen. Zu  bemerken  ist  dazu,  dass  Fig.  5  durchaus  nicht  blos  ein  höheres 
Altersstadium  von  Fig.  2  darstellt,  denn  die  ältern  Individuen  der  Varietät  2 
ändern  ihr  Aussehen  in  keiner  Hinsicht  mit  Ausnahme  der  Grösse,  während 
auch  die  jungen  Individuen  von  Fig.  5  ganz  den  ausgewachsenen  ähnlich 
sehen.    Die  Varietäten  Fig.  7  und  8  treten  am  seltensten  auf. 


Digitized  by  Google 


(50) 


Der  gemeinschaftliche  Charakter  in  allen  diesen  Formen  liegt  in  der 
starken  Involubilität,  die  den  engen  Nabel  bedingt,  in  dem  langsamen  An- 
wachsen und  in  den  Bcrippungsverhältnissen  der  dünnen  Schale.  Die  runden 
starken  Rippen  bleiben,  wenn  sie  auch  sonst  verflachen,  an  dem  hohen 
Kiel  immer  deutlich  ausgeprägt  und  machen  eine  starke  sichelförmige  Krüm- 
mung nach  vorn.  Sie  sind  nie  einfach,  sondern  spalten  sich  entweder  gleich 
am  Nabel  oder  auf  der  halben  Höhe  der  Umgänge  mehrmals.  Die  Gestalt 
des  Querschnittes  ist  nur  geringen  Variationen  unterworfen.  Er  ist  gewöhn- 
lich rechteckig,  mit  ganz  flachen  oder  nur  schwach  gewölbten  Seiten.  An  der 
Naht  ist  der  Abfall  deutlich  rechtwinklig,  am  Bauche  rundet  er  sich  etwas 
ab.  Die  Lobenlinic  zeigt  bei  kleineren  Exemplaren  jederseits  3,  bei  grös- 
seren 4  schwach  gekerbte  Sättel  und  die  entsprechenden  Loben  ziemlich 
stark  geschlitzt.  Die  Kerbung  wird  bei  altern  Individuen  bedeutender,  doch 
tritt  nie  eine  wirkliche  Verästelung  ein. 

Die  Wohnkammer,  noch  nicht  vollständig  erhalten,  beträgt  an  einem 
ausgewachsenen  Exemplare .  der  Var.  Fig.  2  mehr  als  einen  Umgang.  Bei 
Fig.  5  ist  sie  fast  in  der  Länge  eines  Umgangs  erhalten. 


Dimensionen:    Die  Exemplare 

Fig.  1.  2 

Fig.  4.  5 

Fig.  7 

Fig.  8 

zeigen  einen  Durchmesser  von 

0»02 1 

0-044 

0-033 

0-082 

Für  einen  Durchmesser 

100 

100 

100 

100 

ist  die  Höhe  des  letzten  Umganges 

52 

50 

49 

50 

}  J    Bl*GltG    yy               yy  yy 

46 

43 

49 

40 

„  Höhe  „  vorletzten  „ 

24 

30 

24  • 

25 

„  Breite  „       ,,  „ 

24 

30 

33 

30 

der  Durchmesser  des  Nabels 

19 

16 

19 

22 

Fundort:  Die  Zone  des  Amtnonitcs  sitbbullutus  vom  vordem  Sand- 
Ii  ng  bei  Aussee  (80  Exemplare). 

Bemerkungen.  Amin.  Satumus  gehört  in  die  Gruppe  des  subbidlatus 
und  ist  wie  dieser  ziemlichen  Variationen  der  Form  unterworfen.  Bei  dem 
grossen  Material,  das  mir  auch  von  Amm.  subbnllatus  vorliegt,  habe  ich  mich 
jedoch  überzeugen  können,  dass,  obgleich  bei  Hauer  noch  lange  nicht  dio 
extremsten  Varianten  abgebildet  sind,  zwischen  den  beiden  Arten  kein 
Uobergang  stattfindet.  Wir  werden  Amm.  Saturn us  in  Zweifelfällen  stets 
an  der  starken  sichelförmigen  Vorbeugung  seiner  Rippen  wiedererkennen, 
die  einen  spitzen  Winkel  gegen  den  Kiel  beschreibt.  Auch  der  Nabel  wird 
nie  so  tief  und  weit,  wie  bei  Amtnoniics  subbullutus^  wo  bei  weggebrochenen 
äussern  Umgängen  die  Ausfüllungsmassc  des  Nabels  gern  ähnlich  einem 
Radzapfen  stehen  bleibt.  Noch  grössere  Aehnlichkeit  besteht  zwischen  Anm. 


Digitized  by  Google 


369  (51) 


Saturnus  und  dem  sogleich  näher  zu  beschreibenden  Amm.  Phoebits  spec. 
Doch  fehlen  auch  hier  Uebergünge,  so  daas  der  letztere  durch  seinen  offenen 
Nabel  gut  charakterisirt  bleibt. 

Ammonites  Phoebus  Dittm.  Tab.  16,  Fig.  9—11. 
Die  etwa  zur  Hälfte  eingerollten  Windungen  nehmen  sehr  langsam  an 
Hohe  und  Breite  zu  und  lassen  daher  einen  ziemlich  flachen  Nabel  offen. 
Der  Durchschnitt  der  Windungen  bildet  ein  Rechteck  mit  etwas  gerundeten 
Kanten.  Die  Schale  ist  mit  groben  Bippen  bedeckt,  die  gleich  an  dem 
Nabel  und  weiter  hinauf  sich  spalten  und  mit  stark  sichelförmiger  Biegung 
nach  vorn  an  den  hohen  scharfen  Kiel  laufen.  Nach  Entfernung  der  dünnen 
Schale  bemerkt  man  eine  ganzrandige  Lobenlinie  von  jederseits  3  gleich 
hohen  Sätteln.  Der  erste  Lobe  ist  sehr  tief,  unten  schwach  geschlitzt,  der 
zweite  dagegen  flach  und  glatt.  Die  eingetragene  Lobenlinie  ist  wahr- 
scheinlich die  letzte.  Die  Wohnkammer  nicht  vollständig  erhalten,  beträgt 
*/3  eines  Umganges. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  grössten  (abgebildeten)  Stückes 
=  0"029.    Für  einen  Durchmesser  =  100  ist 

die  Hohe  der  letzten  Windung       =  42 
„    Breite  „       „  „  =  38 

„  Höhe  „  vorletzten  „  =21 
„    Breite  „  „  =21 

Durchmesser  des  Nabels  =  31. 

Fundort:  Der  vordere  Sandling;  Zone  des  Amm.  subbuUaius 
(5  Exemplare). 

Ammonites  Janas1)  Dittm.  Tab.  16,  Fig.  12—14. 
Diese  interessante  Form  ist  je  nach  den  Stadien  ihrer  Ausbildung  ziem- 
lich bedeutenden  Variationen  unterworfen.  Ist  sie  ausgewachsen,  was  schon 

bei  einem  Durchmesser  von  0"022  (das  abgebildete  Stück)  der  Fall  zu  sein 

 .  .  • 

')  Da  der  obige,  sowie  noch  zwei  andere  schon  weiter  oben  im  Text  gegebene  Namen : 
Amm.  crassitesta  p.  353  (3y)  und  Amm.  foliaceus  p.  358  (40),  ersterer  durch  Simpson 
und  Stoliczka,  Iesterer  durch  Aldrovandi,  Amm.Janus  aber  durch  Hauer  für  andere 
Arten  bereits  in  Anwendung  gebracht  sind,  so  wäre  es  wohl  angezeigt,  im  Falle  die  be- 
treffenden Arten  aufrecht  erhalten  werden, 

statt  Amm  crassitesta  Dittm  Amm.  densitesta  Waagen, 

„     Amm.  foliaceus  Dittm  Amw.  foliosus  Waagen, 

„     Amm.  Janus  Dittm  Amm.  vagus  Waagen 

zu  schreiben.  Leider  war  H.  Dr.  Dittmar  vor  Beendigung  des8atzes  nicht  mehr  brieflich 
zu  erreichen,  um  von  ihm  selbst  Angaben  betreffs  der  neu  zu  gebenden  Namen  sa  erholen. 

A.  II 


Digitized  by  Google 


370 


scheint,  so  treten  auf  der  letzten  Windung  dichotomirende  tiefe  Falten  auf, 
die  in  vorwärt«  gekrümmten  Bogen  über  den  gekielten  Bauch  laufen  und 
dabei  auch  eine  Einaeukung  des  Kieles  verursachen.  Die  Form  des  Mund- 
randes entspricht  diesem  "Verlaufe  der  Falten.  Die  Wohnkammer  verengt 
sich  ausserdem  und  gewinnt,  indem  sie  sich  ausschnürt,  an  Höhe.  Aber 
schon  in  der  ersten  Hälfte  des  letzten  Umganges  gewährt  die  Schale  einen 
ganz  andern  Anblick.  Die  Falten  sind  schwächer  und  nur  noch  am  Nabel 
gut  ausgeprägt.  Den  breiten  glatten  von  2  tiefen  Furchen  begrenzten  Kiel 
erreichen  sie  nur  noch  als  scharf  nach  vorn  gebogene  Anwachsstreifen. 
(Diese  laufen  auch  nicht  mehr  im  Bogen  über  den  Bauch,  sondern  stossen 
in  spitzem  Winkel  an  den  Kiel.)  Je  weiter  wir  nun  aber  die  Windungen 
in's  Innere  verfolgen,  desto  breiter  und  niedriger  werden  sie,  so  dass  bald 
die  vollständige  Fassform  erscheint,  über  welche  der  Kiel  gleichsam  als 
Reifen  Bich  schliesst.  Dabei  bleiben  aber  die  Nabelkanten  gerundet,  der 
Nabel  eng.  Nach  Entfernung  der  dünnen  Schale  erscheint  eine  Ceratiten- 
artige  Lobenlinie  mit  jederseits  2  Sätteln  auf  gleicher  Höhe.  Der  gezähnelte 
Laterallobus  ist  fast  noch  einmal  so  tief  als  der  Bauch  (Extern-)  Lobus. 
Die  Länge  der  Wohnkammer  beträgt  wahrscheinlich  mehr  als  einen  Umgang. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  abgebildeten  Stückes  =  0"022.  Für 
den  Durchmesser  =  100  ist 

die  Höhe  des  letzten     Umganges  =  50 

„  „  „  vorletzten  „  =25 
„  „  „  drittletzten  „  =14 
„  Breite  „    letzten  „  =  70 

„      „      „    vorletzten       „  =  64 

„      „      „    drittletzten     „  =  50 

Durchmesser  des  Nabels  im  letzten  Unigang       =  32 
„         „      „      „  vorletzten  Umgang  =  18. 
Fundort:  der  vordere  Sandling  bei  Aussee  in  der  Zone  des  Amin, 
subbullatus  (2  Exemplare). 

Amnionitis  Theron  Dittm.  Tab.  16,  Fig.  15—17. 

Diese  Art  kennzeichnet  sich  leicht  als  Verwandte  des  Anmwnitts 
Sandlingensis  Hau.  Gleichwohl  ist  der  Unterschied  in  der  Höhenzunahme 
des  Gewindes  auffallend  genug,  um  eine  Trennung  zu  rechtfertigen.  Auch 
der  Querschnitt  der  Windungen  ist  hier  bedeutend  schmäler,  bei  überwie- 
gender Höhe.  Herr  von  Hauer  führt  bei  der  Diagnose  des  Amm.  Sand- 
lingensis an,  dass  der  Bauch  (Rücken)  desselben  „durch  eine  schmale  ebene 
.Flache,  die  von  2  sehr  wenig  vorstehenden  Linien  begrenzt  wird,  wie 


Digitized  by  Google 


371  (53) 

abgeschnitten"  erschiene  und  dass  ein  deutlicher  Kiel  erst  nach  Entfernung 
der  Schale  am  Steinkerne  bemerkbar  werde.  Das  ist  nun  bei  Atmn.  Therm 
nicht  der  Fall:  die  dünne  Schale  verbirgt  hier  den  hohen  schmalen  Kiel 
nicht  im  geringsten.  Allerdings  habe  ich  auch  an  Stücken,  die  ich  für 
Atmn.  Sandlingensis  Hau.  halte,  das  oben  angegebene  Verhalten  nicht 
beobachten  können,  ebensowenig  ist  es  in  der  von  Herrn  von  Hauer  gege- 
benen Abbildung  ausgedrückt. 

Als  ein  weiterer  Unterschied  ist  noch  anzuführen,  dass  der  Nabel  von 
Amm.  Theron  bedeutend  enger  ist  und  dass  die  flachen  leistenartigen  Rippen 
durch  scharfe  winklige  Furchen  von  einander  getrennt  werden,  was  bei 
Amm.  Sandlingensis  der  Fall  nicht  ist.  In  allen  übrigen  Punkten,  auch 
was  die  Loben  betrifft,  stimmt  unsere  Form  mit  Sandlingensis  überein.  Wer 
die  Trennung  dieser  beiden  Arten  nicht  gelten  Hesse,  müsste  unbedingt 
auch  Amm.  Sandlingensis  Hau.  mit  Atmn,  Polygonius  Zieten  vereinigen. 

Dimensionen:  Das  abgebildete  Stück  ist  noch  keines  von  den  grösHten. 
Es  hegt  ein  Bruchstück  eines  Individuums  vor,  welches  etwa  0*08  Durch- 
messer erreicht  haben  mag. 

Für  einen  Durchmesser  =  100  ist 

die  Höhe  des  letzten  Umganges     =  78 
„    Breite  „  =  22 

„  Höhe  „  vorletzten  „  =35 
„    Breite  „       „  „  =  10 

Durchmesser  des  Nabels  =  8. 

Fundort:  am  vorderen  Sandling  bei  Aussee  in  der  Zone  des 
Amm.  subbullatus  (37  Exemplare). 

Amnion i (es  Asbolns  Dittm.  Tab.  16,  Fig.  18,  19. 

Das  stark  involute  Gehäuse  wächst  ziemlich  rasch  in  die  Höhe,  lang' 
sam  in  die  Breite.  Daher  der  kleine  Nabel  nicht  tief  erscheint.  Der  Quer- 
schnitt der  Windungen  ist  fast  rein  elliptisch,  also  ohne  kantigen  Abfall 
gegen  Nabel  und  Bauch.  Die  Seiten  sind  mit  groben,  runden,  glatten,  vor- 
wärts gekrümmten  Rippen  bedeckt,  die  sich  durch  Einschaltung  auf  der 
halben  Höhe  des  Gehäuses  vermehren.  Die  Einschaltung  findet  ziemlich 
regelmässig  je  nach  der  zweiten  Rippe  statt.  Am  Bauche  enden  die  Rippen 
correspondirend  an  einer  tiefen  gerundeten  Furche.  Auf  den  Seiten  werden 
sie  von  feinen  welligen  Spiralstreifen  durchkreuzt,  ähnlich  wie  wir  sie  bei 
Amm.  Tlieron  sp.  n.  und  Amm.  Sandlingensis  Hau.  und  anderen  finden.  Die 
Wohnkammer  beträgt  wahrscheinlich  mehr  als  einen  Umgang,  wenigstens 


ized  by  Google 


(54) 


372 


konnten  an  dorn  einzigen  vorliegenden  Stöcke  auch  am  Anfang  der  letzten 
Windung  keine  Loben  nachgewiesen  werden. 

Dimensionen:  Durchmesser  =  0"035.  Für  einen  Durchmesser  =  100 
ergibt  sich 

die  Höhe  der  letzten  Windung  =  54 
„  „  „  vorletzten  Windung  =  20 
„    Breite  „    letzten  „         =  34 

„      „      „    vorletzten       „  =  20 

Durchmesser  des  Kabels  =  14 

Fundort:  vord.  Sandling,  Oasteropodenmarmor  (1  Exemplar). 

Ammonites  Pamphagus  Dittm.  Tab.  K>,  Fig.  20—22. 
Diese  allerliebste  kleine  Art  hat  ein  ziemlich  flaches,  linsenförmiges 
Gehäuse.  Die  Umgänge  sind  fast  elliptisch ,  fallen  jedoch  gegen  den  Nabel 
rechtwinklig  ab  und  tragen  an  der  Bauchseite  eine  tiefe  eckige  Furche. 
Sie  sind  zu  drei  Vierteln  involut,  so  dass  ein  ziemlich  enger  Nabel  entsteht. 
Die  Seiten  sind  mit  verhältnissmässig  breiten  gerundeten  Rippen  bedeckt, 
welche  stark  dichotomiren.  Aus  jedem  der  flachen  Wärzchen,  welche  die 
Kabelkante  zieren,  strahlen  gewöhnlich  3  Rippen  aus  und  diese  spalten  sich 
weiter,  unterhalb  der  Mitte  der  Seiten  noch  einmal,  so  dass  an  der  flachen 
Kante  gegen  den  Bauch  zu  nun  etwa  5  Rippen  auf  jene  3  kommen.  Unter 
starker  Beugung  nach  vorn  verflachen  die  Rippen  jetzt  gegen  die  Mittel- 
furche hin,  die  beiderseits  zopfartig  von  engstehenden  Zähnchen  begrenzt 
ist,  deren  Zahl  sich  zu  jener  der  Rippen  (an  der  Bauchkantc)  wie  5:3 
verhält.  An  der  Bauchkante  und  auf  der  Mitte  der  Seite  ist  jede  der  Rippen 
mit  einem  scharfen  Querleistchen  geziert  und  diese  Querleistchen  bilden 
aneinandergereiht  2  sägenartige  Spirallinien,  die  in  Verbindung  mit  den 
Zähnchen  neben  der  Bauchfurche  die  zierlichste  Schalensculptur  bilden.  Die 
einfach  gekerbte  Lobenlinie  besteht  jederseits  aus  3  Sätteln  und  den  ent- 
sprechenden Loben,  ziemlich  genau  zwischen  den  respectiven  Radien.  Die 
Wohnkammer  eines  der  grössten  vorliegenden  Stücke  beträgt  nur  einen 
halben  Umgang.  Die  Grösse  des  abgebildeten  Stückes  ist  die  gewöhnliche, 
grössere  sind  selten. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  grössten  vorliegenden  Exeraplares 
=s  0W026.    Setzen  wir  den  Durchmesser  =  100  so  ist 
die  Höhe  des  letzten  Umganges     =  56 
„    Breite  „       „  ,,  =  33 

„    Höhe  „    vorletzten    ,,  =  28 

„    Breite  „       „  „  =  23 

„    Weite  des  Nabels  =  17. 


Digitized  by  Gpogle 


373 


Fundort:  der  vordere  Sendling  bei  Aussee  in  der  Zone  des 
nwnites  subbullatus  (65  Exemplare). 

Amwonites  Agriodns  Dittm.  Tab.  16,  Fig.  23—25. 

Die  Unterschiede  dieser,  von  der  vorherbeschriebenen  Art  sind  zwar 
nicht  gross,  jedoch  in  allen  mir  vorliegenden  Exemplaren  so  constant,  dass 
ich  keinen  Anstand  nehme,  darauf  eine  selbstständige  Species  zu  gründen. 
Das  Gehäuse  des  Amm.  Ayriodus  ist  stets  flacher  als  das  von  Amm.  Pam- 
phayus  und  mit  weniger  scharfen  Sculpturen  geziert.  Die  "Windungen  wachsen 
ziemlich  rasch  in  die  Höhe,  bei  geringerer  Breitenzunahme.  Die  wenig 
gewölbten  Seiten  fallen  in  rechtem  Winkel  gegen  den  engen  Nabel  ab, 
während  sie  am  Bauch  scharf  gegen  eine  tiefe  breite  Furche  stossen.  Die 
Kippen  dichotomiren  stark,  doch  ist  das  Verhältnis«  der  Theilung  wegen 
des  flachen  Reliefs  schwer  festzustellen.  Vom  Nabel  bis  an  die  Bauchkante 
spaltet  sich  jede  Rippe  in  verschiedenen  Höhen  etwa  in  5  Aeste  und  von 
hier  bis  an  die  Zähnchen  zu  beiden  Seiten  der  ßauchfurche  noch  weiter  im 
Verhältniss  von  2 : 3.  Die  bei  der  vorigen  Art  beschriebene  Knotcnspirale 
auf  der  Mitto  der  Seiten  fehlt  gänzlich  oder  ist  bei  einigen  Exemplaren 
kaum  bemerkbar  angedeutet.  Die  Loben  ähneln  sehr  denen  des  Amm. 
Sandlinyeims  Hau.  und  Amm.  Theron  Dittm.  Sie  haben  die  Form  der 
Zähne  einer  Schrotsäge.  Zu  jeder  Seite  stehen  3  Sättel.  Die  Wohnkammer 
beträgt  bei  einem  der  grössten  vorliegenden  Exemplare  kaum  einen  halben 
Umgang.  Die  Schale  ist  äusserst  dünn,  und  gleich  der  der  vorigen  Art 
mit  feinen  welligen  Spirallinien  geziert. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  grössten  der  vorliegenden  Stücke 
=  U"Ü36.    Setzen  wir  denselben  =  100,  so  ist 

die  Höhe  der  letzten  Windung  =57 
„    Breite  „       „  „        =  25 

„  Höhe  „  vorletzten  „  =18 
„    Breite  „  „  =14 

Durchmesser  des  Nabels  =  14. 

Fundort:  die  Zone  des  Amm.  subbuHatus  am  vorderen  Sandling 
(100  Exemplare). 

Bemerkungen.  Bei  Vergleichung  der  Figuren  könnte  es  scheinen 
als  gehöre  die  vorliegende  Species  zu  Amm.  Aon.  punvtatus  Qu.  von  St. 
Cassian.  Dem  widerspricht  jedoch  der  Text  bei  Quenstedt  (Cephalopoden 
p.  236)  durch  die  Angabe,  dass  von  den  Rippen  nur  selten  eine  sich  spaltet 
und  dass  auf  der  Hinterseite  derselben  sich  sehr  feine  Stacheln  fiudeu, 
ähnlich  denen  der  RhynchoneUa  senticom. 


(56)  374 


Ammonites  Afcllo  Dittm.  Tab.  17,  Fig.  l.  2. 

Das  Gehäuse  ist  im  Allgemeinen  dem  von  Amm.  Agriodus  ähnlich,  die 
flach  gewölbten  Seiten  fallen  steil  gerundet  zum  Nabel,  während  sie  auf  der 
entgegengesetzten  Seite  unmittelbar  an  die  Ränder  der  tiefen  eckigen  Bauch- 
Furche  stossen.  Der  Nabel  aber  ist  weit  offen,  da  die' Umgänge  nicht 
ganz  bis  zur  Hälfte  involvirt  werden.  Auf  den  Seiten  verlaufen  breite, 
flache,  sichelförmige  Rippen,  die  sich  nur  wenig  durch  Einschaltung  ver- 
mehren. Die  Bauchfurche  wird  durch  2  Reihen  feiner  engstehender  Knöt- 
chen begrenzt,  welche  die  Zahl  der  Rippen  wohl  um  das  dreifache  über- 
wiegen. Die  Lobenlinie  konnte  nicht  mit  genügender  Schärfe  zur  Darstellung 
gebracht  werden.  Sie  besteht  jederseits  aus  3  hohen,  ziemlich  ganzrandigen 
Sätteln  und  den  entsprechenden  Loben.  Die  Wohnkammör  scheint  kaum 
einen  halben  Umgang  zu  betragen. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  grössten  vorliegenden  Stückes  = 
0-039.    Für  einen  Durchmesser  =  100  ist 

die  Höhe  des  letzten  Umganges  =  46 
„    Breite  „       „  „        =  28 

„  Höhe  „  vorletzten  „  =23 
„    Breite  „       „  „  =14 

Durchmesser  des  Nabels  =  31. 

Fundort:  Tcltschen  (Rotheistein)  bei  Aussee  (2  Exemplare). 

Ammonites  Dromas  Dittm.  Tab.  17,  Fig.  3—5. 

Dieser  Ammonit  beginnt  häufig  mit  so  unregelmäasig  wulstigen  Um- 
gängen, wie  Amtn.  armatocingulatus  Kl.  oder  Amnu  mirabilis  Kl.,  jedoch 
mehr  dem  erstem  genähert,  aber  oft  treten  diese  Unregelmässigkeiten  erst 
später  ein  und  sind  dann,  je  später  sie  sich  einstellen,  um  so  weniger  deut- 
lich ausgeprägt.  Diess  ist  z.  R.  an  dem  abgebildeten  Exemplare  der  Fall, 
wo  die  zwei  innern  Windungen  mit  ziemlich  feinen  runden  Rippen  bedeckt 
sind.  Leider  gestattete  der  mir  spärlich  zugemessene  Raum  nur  die  Ab- 
bildung dieses  einen,  besterhaltenen  Stückes.  Es  zeigt  kaum  zur  Hälfte 
involvirte  ziemlich  flache,  an  den  Seiten  kaum  gewölbte  Umgänge,  die  am 
Nabel  am  breitesten,  hier  mit  steiler  Rundung  abfallen.  Die  Breite  de« 
Bauches  wird  auch  hier  ganz  von  einer  tiefen  eckigen  Furche  und  den  die- 
selbe begrenzenden  schiefgestellten  Knoten  eingenommen.  Die  Seiten  werden 
von  groben  unregelmässigen  Rippen  bedeckt,  von  denen  sich  erst  etwa  die 
dritte  in  der  Nähe  des  Bauches  in  2  Acste  spaltet.  Die  Knotung  wird 
scheinbar  durch  vertiefte  Spirallinien  hervorgebracht  und  hat  das  eigen- 


Digitized  by  Google 


375  (57) 

thüniliche,  dass  sie  nicht  über  eine  gewisse  centrale  Zone  hinausreicht,  wir 
sehen  daher  an  dem  abgebildeten  Exemplare  die  Kippen  immer  mehr  und 
mehr  von  aussen  nach  innen  sich  glätten.  Diese  Glättung  tritt  oft  schon 
sehr  früh  ein,  selten  später  als  an  unserer  Figur.  Die  Zahl  der  die  Bauch- 
furche einfassenden  Knoten  steht  zu  jener  der  Rippen  im  Verhältniss  von 
2:1.  Ihr  Zusammenhang  mit  dem  Verlauf  der  Rippen  ist  wenig  aus- 
geprägt, doch  noch  erkennbar.  Nach  Entfernung  der  ziemlich  dicken  Schale 
erscheint  eine  Ceratitenartige  Lobenlinie,  nur  mit  dem  Unterschiede,  dass 
der  zweite  Lateral  spitz  ist.  Die  3  Sättel  scheinen  vollkommen  ungezähnt. 
Die  Wohnkammer  beträgt,  so  weit  sie  erhalten  ist,  einen  halben  Umgang, 
die  eingetragene  Lobenliuie  ist  nicht  die  letzte. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  grössten  vorhandenen  Exemplares 
=  O-OK,  des  abgebildeten  Stückes  =  0™049. 
Für  einen  Durchmesser  =  100  ist 

die  Höhe  des  letzten  Umganges     =  41 
„    Breite  „       „  „  =27 

„  Höhe  „  vorletzten  „  =19 
„    Breite  „       „  „  =19 

„    Durchmesser  des  Nabels  =  35 

Fundort:  Telt sehen  (Rötholstein)  bei  Aussee  (10  Exemplare). 

Ammoiiites  senticosus  Dittm.  Tab.  17,  Fig.  9,  10. 

Die  Umgänge  sind  zur  Hälfte  umhüllend.  Da  sie  aber  ziemlich  rasch 
an  Höhe*  und  Breite  wachsen,  so  entsteht  ein  offener  tiefer  Nabel.  Der 
Durchschnitt  der  Windungen  nähert  sich  einer  Ellipse,  die  Einsenkung  gegen 
den  Nabel  ist  jedoch  steil  gerundet.  Ueber  den  Bauch  zieht  eine  glatte 
luänsig  vertiefte  Furche,  begrenzt  von  schiefgestellten,  einen  lockeren  Zopf 
darstellenden  Knötchen.  Diese  stehen  in  direktem  unzweifelhaften  Zusammen- 
hange mit  den  einfach  gespaltenen  Bparrigen  Rippen,  welche  die  Seiten  be- 
decken. Die  Rippen  sind  scharf  und  ziemlich  regelmässig  in  der  Nähe  des 
Nabels  in  2  Aeste  gespalten.  Eine  weitere  Spaltung  tritt  erst  wieder  kurz 
vor  der  Bauchfurche  ein,  wo  sich  unter  starker  Beugung  der  Rippen  nach 
vorn  etwa  jede  3.  in  2  Aestchen  theilt.  Auf  den  Seiten  gewahren  wir  zwei 
Spiralen  von  kleinen  Höckern,  die  auf  den  Rippen  sich  erheben,  sie  scheinen 
jedoch  nicht  etwa  die  Narben  von  abgebrochenen  Dornen  zu  sein.  Am  Nabel 
und  an  der  Rundung  gegen  den  Bauch  zu  schwellen  die  Rippen  ebenfalls 
ein  wenig  an,  ohne  jedoch  eigentliche  Höcker  zu  bilden.  Die  Lobenlinie 
konnte  nicht  mit  genügender  Schärfe  dargestellt  werden.  Man  bemerkt 
jederseits  3  ziemlich  hohe  Sättel,  die  ganzrandig  oder  doch  nur  sehwach 


Digitized  by  Google 


(58)  376 

gekräuselt  zu  sein  scheinen.  Die  Wohnkammer,  so  weit  sie  erhalten,  betragt 
einen  halben  Umgang. 

Dimensionen:  Durchmesser,  des  grössten  Stückes  =  0"020.  Setzen 
wir  den  Durchmesser  =  100,  so  ist 

die  Höhe  des  letzten  Umganges     =  45 
„    Breite  „       „  „  =32 

„    Höhe  „  vorletzten     „  =  20 

„    Breite  „       „  „  =18 

Durchmesser  des  Nabels  =  23. 

Fundort:  Teltschen  (Röthelstein)  bei  Aussee  (7  Exemplare). 
Bemerkungen.  Die  Zahlenverhältnisse  der  Rippentheilung  so  wie  die 
Zahl  der  Höckerspiralcn  ist  einigen  Variationen  unterworfen  (von  den  letzten 
wurden  bis  fünf  beobachtet,  aber  sie  können  auch  ganz  fehlen).  Dennoch 
lässt  sich  die  Art  gut  fixiren,  wenn  man  als  bleibende  Charaktere  festhält: 

1)  die  allgemeine  Form  des  Gehäuses  (Involubilität,  Windungszunahme), 

2)  die  Spaltungsweise  der  Rippen,  nur  in  der  Nähe  des  Nabels  und  kurz 
vor  den  die  Bauchrinne  begleitenden  Knötchen  und  3)  den  deutlichen  Zu- 
sammenhang dieser  Knötchen  mit  den  Rippen. 

Ammonites  foreatus  Münster.  Tab.  17,  Fig.  6,  7. 

Ä.  furcatua  Münster.  Beitrage  Tab.  15,  F.  29. 
A.  nodocostatus  Klipstein.  Beitrage  Tab.  6,  F.  12. 
Ä.  aequinodosut  Klipstein  1.  o.  Tab.  7,  F.  1. 

Nach  Vergleichung  des  abgebildeten  Exemplares  mit  dem  Mfinster'- 
schen  Originale  habe  ich  mich  von  der  Identität  beider  vollkommen  über- 
zeugt. Die  Münater'sche  Abbildung  gibt  die  speeiflschen  Charaktere  nicht 
vollständig  wieder,  daher  Klipstein  eine  neue  Art  aus  derselben  Form 
machte.  Doch  wenn  ich  mich  auch  nicht  darin  zu  irren  glaube,  dasa  die 
Figuren  Tab.  6,  F.  12  und  Tab.  7,  F.  1  bei  Klipstein  den  Atm%.  fttreatus 
Mü.  darstellen  sollen,  so  sind  sie  dennoch  ebenfalls  nicht  gerade  als  gelungen 
zu  betrachten  und  aus  diesem  Grunde  lies«  ich  dieselbe  Art  noch  ein  Mal 
abbilden. 

Das  Gehäuse  ist  flach.  Die  Seiten  der  Umgänge  convergiren  schwach 
gegen  aussen  und  fallen  gegen  den  Nabel  steil  gerundet  ab.  Der  Bauch 
trügt  eine  deutliche  Furche  von  groben,  runden  Knoten,  nicht  zopfartig 
eingefasst.  Die  Umgänge  sind  etwa  zur  Hälfte  involut,  der  Nabel  flach, 
weit.  Die  groben,  nach  vorn  sichelförmig  gebogenen,  gerundeten  Rippen 
spalten  sich  auf  der  Hälfte  der  Seiten  ziemlich  regelmässig  in  2  Aeste, 
deren  Endpunkte  weiter  nicht  getheilt,  als  grobe  Knoten  die  Bauchfurche 


Digitized  by  Google 


377 


(59) 


begrenzen.  Ausser  diesen  tragen  die  Rippen  noch  G — 7  Knotenspiralen  von 
ziemlich  gleicher  Starke,  und  zwar  sind  die  Knoten  grob,  flach,  gewölbt 
und  in  der  Richtung  der  Spirale  verlängert,  so  dass  sie  auf  den  Rippen 
quergestellt  erscheinen.  Die  Zahl  dieser  Spiralen  scheint  durch  Einschiebung 
nicht  vermehrt  zu  werden.  Die  Lobenlinic  zu  präpariren,  gelang  nur  un- 
vollständig. Sie  ist  derjenigen  des  Amm.  Giebdi  liau.  am  nächsten  ver- 
gleichbar, und  besteht  jederseita  aus  3  gekerbten  runden  Sätteln  und  ent- 
sprechenden langgezahnten  Loben.  Die  Wohn kammer  mag  die  Hälfte  eines 
Umganges  betragen. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  grössten  Exemplares  0"065.  Setzen 
wir  denselben  =  100,  so  ist 

die  Höhe  des  letzten  Umganges    =s  40 
„    Breite  „       „  „  =  25 

„  Höhe  „  vorletzten  „  =17 
„    Breite  „  „  =15 

Durchmesser  des  Nabels  =  32. 

Fundorte:  Teltschen  (Röthelstein)  bei  Aussee  (4  Exemplare), 
St.  Caasian. 

Ammeniten  betulfnas  Dittm.  Tab.  17,  Fig.  10,  11. 

Ich  habe  diesen  Namen  für  die  vorhegende  Art  gewählt,  weil  in  der 
That  die  erhaben  gerundeten  knotigen  Rippen  jungem  Birkenreisig  sehr 
ähnlich  sehen.  Dieselben  sind  in  der  Regel  auf  den  Seiten  einfach,  nur 
selten  spaltet  sich  eine,  gleich  in  der  Nühe  des  Nabels  in  2  Aeste.  Eine 
zweite  Spaltung,  an  der  fast  alle  Rippen  theilnehmen,  findet  erst  unmittelbar 
vor  der  Bauchfurche  statt.  Auf  jeder  Rippe  erheben  sich  5  runde  Knoten, 
wie  gewöhnlich  in  Spiralreiheu  geordnet.  Die  scharfe  Bauchfurche  wird 
von  der  üussersten  derselben  eingefasst,  die  Knoten  stehen  auch  hier  noch 
ziemlich  entfernt  von  einander.  Die  Umgänge,  annähernd  von  quadratischem 
Querschnitt,  sind  nur  sehr  wenig  involut,  der  Nabel  daher  weit  und  offen. 
Die  Umgänge  wachsen  langsam  in  Höhe  und  Breite.  Wegen  der  rauhen 
Oberfläche  gelang  es  nicht,  Loben  zu  präpariren.  Die  Grösse  des  abgebil- 
deten Stückes  ist  die  gewöhnlichste,  grössere  Exemplare  lagen  mir  nicht  vor. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  abgebildeten  Stückes  =  0"020. 
Für  einen  Durchmesser  =  100  ist 

die  Höhe  des  letzten  Umganges  =  45 
„    Breite  „       „  „  =  40 

„    Höhe   „  vorletzten     „  =  20 


Digitized  by  Google 


OiO)  37» 


die  Breite  des  vorletzten  Umganges  =  25 
Durchmesser  des  Nabels  —  35. 

Fundort:  Te Hachen  (Röthelstein)  bei  Aussee  (10  Exemplare). 

Ammonites  nodnlosocostatus  Klipst.  Tab.  17,  Fig.  12—14. 

Klipst:  Beitrage  pag.  123,  T.  7,  F.  i>  und  T.  9,  F.  3  (non  F.  2). 

Schon  Herr  von  Hauer  citirt ')  diese  Art  aus  den  Hallstädter  Kalken, 
bemerkt  jedoch,  dass  sie  durch  Uebergänge  mit  Ammonites  Credneri  Klipst. 
verbunden  sei.   Ich  vermag  Klipsteins  A.  Credneri  nicht  sicher  zu  deuten. 
Wenn  ich  jedoch  die  von  Herrn  von  Hauer1)  gegebene  Abbildung  als  A. 
Credneri  annehme,  so  kann  ich,  nach  sorgfältigem  Studium  des  reichhaltigen 
mir  vorliegenden  Materiales  constatiren,  dass  in  demselben  kein  so  vollkom- 
mener Uebergang  beider  Formen  in  einander  angedeutet  ist,  dass  man  bei 
der  Einreihung  der  Individuen  je  in  Zweifel  gerathen  könnte.    Im  Gegen- 
theil  will  es  mir  scheinen,  als  wäre  Amm.  nodidosocostatus  eine  recht  gut 
festzuhaltende  Form  aus  der  Aongruppe.    Ich  habe  die  Art  noch  einmal 
abbilden  lassen,  weil  die  klip  st  einWien  Figuren  ihre  Charaktere  nicht 
recht  vollkommen  wiedergeben.    Der  Querschnitt  der  Windungen  stellt  un- 
gefähr eine  in  der  Längenachse  halbirte  Ellipse  dar.  Die  mässig  gewölbten 
Seiten  schliessen  sich  daher  mit  vollkommener  Rundung  der  flach  gefurchten 
Bauchseite  an,  während  sie  an  dem  Nabel,  wo  sie  den  grössten  Querdurch- 
messer  haben,  steil,  rechtwinklig  und  tief  abfallen,  daher  der  Nabel  treppen- 
förmig  vertieft  erscheint.  Die  Involubilität  des  Annn.  nodidosocostatus  reicht 
bis  zur  halben  Höhe  der  Seiten  hinab  (bei  Credneri  stets  weiter,  bis  */»)• 
Der  Nabel  bleibt  daher  weit  offen.  Der  Durchmesser  der  Windungen  nimmt 
rasch  zu,  jedoch  noch  rascher  in  Höhe  als  in  Breite.    Die  Grenzen  der 
vorkommenden  Variationen  von  Höhen  und  Breiten  Verhältnissen  werden 
weiter  unten  angegeben  werden.    Die  Ornamente  der  Schale  bestehen  aus 
Kippen  und  auf  denselben  stehenden  spiral  geordneten  kurzen  Dornen. 
Erstere  sind  flach  gerundet,  längs  gestreift,  sie  laufen  über  den  Bauch  in 
schwach  vorwärts  gekrümmten  Bogen  und  dichotomiren  nur  schwach.  Gegen 
den  Nabel  verschwimmen  sie  zuweilen  so  sehr  in  einander,  dass  man  nicht 
weiss,  ob  man  ihre  fernere  Zertheilung  als  Spaltung  oder  als  blosses  Aus- 
einanderrücken ansehen  solL    Vom  Bauche  aus  findet  nur  eine  sparsaruo 


')  Neue  Cephalopoden  aus  den  Marmorschichten  ton  Hallstedt  und  Aussee  in  Haidin- 
gers Natw.  Abhdlg.  1849,  Bd.  3,  p.  9. 

')  Neue  Cephalopoden  aus  dem  rothen  Marmor  ron  Aussee  in  Haidingers  Natw.  Abhdlg. 
1847,  Bd.  1,  p.  275,  T.  9,  F.  11—13. 


Digitized  by  Google 


370 


(<;i) 


Einschaltung  statt,  so  zwar,  dass  je  nach  der  3.  bis  5.  Hauptrippe  eine 
Secundärrippe  sich  einschiebt.  Die  Zahl  der  Knotenspirale  nimmt  mit  dem 
Alter  zu.  Sehen  wir  von  den,  zu  beiden  Seiten  der  Bauchfurche  befind- 
lichen Doppelknotcn  ab,  so  beträgt  ihre  Zahl  z.  B.  beim  Beginne  der  letzten 
Windung  des  abgebildeten  Exemplares  9,  weiterhin  10  und  am  Ende  11 
Spiralreihen.  Die  Stärke  der  Dornen  ist  je  nach  den  verschiedenen  Spiralen 
eine  verschiedene  (was  leider  auf  der  Figur  nicht  ganz  vollkommen  wieder- 
gegeben ist)  und  zwar  ist  die  aus  den  schwächsten  Dornen  bestehondo 
Spirale  stets  die  jüngste,  letzteingeschobene.  Hiebei  stellt  sich  bei  sorgfäl- 
tiger Beobachtung  das  interessante  Oesetz  heraus,  dass  die  Einschaltung  der 
(Augiliar-)  Knotenspiralen  zuerst  am  Bauch,  weiterhin  immer  mehr  dem 
Nabel  genähert  stattfindet.  Die  Folge  davon  ist.  dass  die  Entfernung  der 
dem  Nabel  am  nächsten  liegenden  Spiralen  von  einander  eine  weit  beträcht- 
lichere ist  als  die  Distanzen  zwischen  den  übrigen.  Je  Wucher  das  Exem- 
plar, desto  rascher  vermehren  sich  die  Knotenreihen;  ich  konnte  deren  an 
manchen  Stücken  bis  17  zählen. 

Die  Schale  ist  nicht  sehr  stark.  In  Figur  14  habe  ich  die  letzte  Lo- 
benlinie  eines  Exemplares  von  0m117  Durchmesser  abbilden  lassen,  welche« 
der  Sammlung  der  Münchner  Akademie  gehört.  (Siphonallobus  unsicher 
ergänzt.)  Dieselbe  weicht  nicht  unerheblich  von  der  Gestalt  jüngerer  Loben, 
sowie  auch  von  der  Klips tein'schen  Zeichnung  derselben  ab.  Der  erste 
Latoralsattel  ist  auffallend  lang  gefingert,  der  zweite  zeigt  Neigung  zu  blatt- 
artiger Endung;  drei  Hülfasättcl  nehmen  reissend  an  Grösse  ab,  sie  liegen 
schon  innerhalb  des  Nabels.  Die  letzten  Lobenlinien  stehen  an  dienern  Stück 
schon  sehr  gedrängt,  es  scheint  demnach,  als  sei  das  Individuum  ausge- 
wachsen.   Die  Länge  der  "Wohnkammer  unbekannt. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  grössten  Stückes  0"117.  Ich  gebe 
ferner  die  Maasse  von  1  ziemlich  extrem  ausgebildeten  Individuen. 


I 

II 

in 

IV 

Durchmesser 

0m072 

0m069 

0»040 

0m038 

für  einen  Durchmesser 

100 

100 

100 

100 

die  Höhe  des  letzten  Umganges 

47 

54 

50 

50 

„    Breite  „  „ 

36 

35 

50 

39 

„    Höhe  „  vorletzten  „ 

18 

22 

20 

21 

„    Brcito  „       „  „ 

19 

19 

30 

27 

der  Durchmesser  des  Nabels 

26 

20 

25 

24 

Man  ersieht  daraus,  dass  nicht  nur  mit  dem  Alter  das  Vcrhältniss  von 
Höhe  zur  Breite  wächst,  sondern  dass  es  auch  Stücke  gibt,  die  schon  in 
(5)  25 


Digitized  by  Google 


380  • 


der  Jugond  hochmündiger  sind  als  andere.  Diese«  Verflachen  ist  allerdings 
ein  Charakter,  der  einen  1 'ebergang  zu  Atnm.  Crvdntri  Kl.  andeutet.  Um 
jedoch  das  Verhaltniss  vollkommen  zu  erläutern,  in  welchem  beide  Formen 
zu  einander  stehen,  gebe  ich  auch  die  Maasse  von  4  Extremen  des  Amm. 
Crcthieri  (KU  Hau. 

I         II        III  IV 

Bei  einem  Durchmesser  von  0-110    0"975    0m065  0"047 

ist,  wenn  wir  denselben  =    100       100       100  100 

setzen,  die  Höhe  der  letzten  Windung  =      55         41)         57  53 
„    Breite  „       „  „       =      2G         29         32  29 

„  Höhe  „  vorletzten  „  =  20  17  21  15 
.,    Breite  „  =      17         IG         17  12 

„    Weite  des  Nabels  =18         21         14  17 

Nr.  III  gibt  die  Maasse  der  Abbildung  bei  Hauer. 
Es  versteht  sich,  dass  bei  Vergleichung  der  Proportionen  beider  Arten 
stets  Stücke  von  nahezu  gleichem  Durchmesser  beizuziehen  sind.  In  diesem 
Falle  wird  sich  denn  aber  auch  stets  die  grösstc  Differenz  herausstellen. 

Fundort:  Teltschen  (Köthelstein)  bei  Aussee  (115  Exemplare). 
St.  Cassian. 

Bemerkungen:  Es  wird  nicht  unnütz  sein,  noch  auf  einige  weitere 
Merkmale  zur  Unterscheidung  von  Amm.  Crcdneri  aufmerksam  zu  machen. 
Amm.  Ordnen  ist  im  Allgemeinen  gegen  den  Bauch  vollkommen  abgeflacht, 
daher  scheinbar  hochmündiger,  der  Bauch  schmal,  nie  gewölbt,  die  schmale 
Bauchfurche  von  schiefgestellten  gedrängten  Knoten  begrenzt,  daher  auch 
der  Schein  einer  Communication  der  beiderseitigen  Kippen  aufgehoben.  Die 
Kippen  sind  stets  schärfer,  rauh,  gedrängt  und  stark  dichotomirend.  Der 
Nabel  eng,  nie  so  tief,  wie  bei  Amm.  nodtdosocostatus.  Ich  konnte  zur 
Vergleichung  35  Exemplare  von  Anm.  Ordnen  benutzen. 

Animoiiites  eriiiaceus  Dittm.  Tab.  17,  Fig.  15-17. 

Das  stark  geblähte  Gehäuse  zeigt  in  der  Jugend  eine  fast  kreisförmige 
Mundöffnung,  die  sich  jedoch  im  Alter  zu  einer  Ellipse  erhöht  (das  abge- 
bildete ist  kein  ausgewachsenes  Exemplar).  Die  Wölbung  der  Seiten  gegen 
Bauch  und  Nabel  ist  vollkommen  und  durch  keine  Kante  unterbrochen.  Die 
Involubilität  reicht  bis  über  die  Hälfte  der  Seiten,  daher  und  wegen  dos 
raschen  Wachsthums  erscheint  der  Nabel  eng  und  tief.  Auf  der  Sckalen- 
oberflächo  erheben  sich  24  (auf  jeder  Seite  12)  Spiralreihen  kurzer  scharfer 
gleichmässiger  Dornen,  die  gegen  aussen  gedrängter  stehen  als  am  Nabel. 
Die  Bauchfuichc  zeichnet  sich  nicht  durch  grössere  Breite  aus.    Die  Zahl 


Digitized  by  Google 


381 


(63) 


der  Spiralreihen  ist  bei  allen  von  mir  untersuchten  Individuen  constant,  sie 
vermehrt  sich  auch  im  Fortwachsen  nicht  Eigentliche  Rippen  sind  nicht 
vorhanden.  Die  Lobenünie  ist  einfach  und  kurz  gczähnelt,  sie  besteht  aus 
einem  schmalen  kurzen  Ventralsattel  und  jederseits  3  (der  vierte  versteckt 
sich  im  Nabel)  Lateralsätteln  von  nahezu  rechteckiger  (iestalt  mit  den  ent- 
sprechenden Loben.  Die  Entfernung  der  Lobenlinien  von  einander  ist  auf- 
fallend gross.  Die  Länge  der  Wohnkammer  konnto  ich  nicht  constatiren. 
Die  Schale  ist  sehr  dünn. 

Dimensionen:  Das  grösste  vorliegende  Exemplar  I.  erreicht  einen 
Durchmesser  von  0"056,  das  abgebildete  Stück  II.  0ra031.  Auf  einen 
Durchmesser  =  100  bezogen  ist 

für  I    für  II 

die  Höhe  der  letzten  "Windung       54  55 
,,    Breite  „       ,,  „  46  05 

Höhe  „  vorletzten    „  2G  23 

„    Breite  „       „  „  26  32 

„    Weite  des  Nabels  22  16. 

Fundort:  der  vordere  Sandling  bei  Ausseo,  mit  Amin.  subbitUatus 
(20  Exemplare). 

Bemerkungen.  Amm.  erhiaceus  steht  in  manchor  Hinsicht  dem  Amm. 
retktdatus  Hau.1)  nahe.  Es  ist  jedoch  nicht  möglich,  beide  zu  verwechseln 
1)  wegen  der  constanten  Zahl  der  Dornenspiralen  und  2)  wegen  der  Be- 
schaffenheit der  Dornen.  Die  Knoten  des  Amin.  reticuiaUts  sind  innig  mit 
der  Radial-  und  Längsfaltung  verbunden,  erscheinen  daher  in  der  Richtung 
bald  dieser  bald  jener  ausgezogen.  Die  Dornen  von  Amm.  crinaccus  zeigen' 
dagegen  eine  auffallende  Selbstständigkeit.  Sie  stehen  auf  verlängert  vier- 
eckiger Basis  und  ragen  starr  und  schroff  empor,  man  möchte  sagen,  wie 
die  gesträubten  Stacheln  eines  Igels.  Am  vordem  Sandling  kommen,  eben- 
falls mit  Amm.  subbullatus  Formen  vor,  die  dem  Amm.  retktdatus  ziemlich 
ähnlich  sehen,  die  jedoch,  wie  es  scheint,  durch  vollkommne  Uebergänge 
mit  Amm.  inermis  und  Atnm.  atterniplkatus  verbunden  sind.  Ob  das  Citat 
von  Amm.  retktdatus  bei  Süss1)  sich  auf  diese  oder  auf  Amm.  crinaccus 
bezieht,  wage  ich  nicht  zu  entscheiden. 


')  r.  Hauer:  Ueber  neue  Cephalopoden  aus  den  Marmorsohicliten  yon  Hallstadt  und 
Auaiee  in  Haidinger1»  naturw.  Abhandl.  J84ft,  Bd.  III,  p.  16,  Tab.  5,  Fig.  1—3. 

*)  t.  Hauer:  Nachtrage  zur  Kenntnis!  der  Cephalopodenfauna  der  Hallstadtor  Schich- 
ten in  8it*.-Ber.  der  Wiener  Akad.  1860,  Bd.  41,  p.  114. 

(5*)  25* 


Digitized  by  Google 


(04) 


382 


AmmoilitCS  Ladoll  Dittm.  Tab.  18,  Fig.  1,  2,  2  a. 

Gehäuse  flach,  Windungen  nur  zu  ein  viertel  involut,  langsam  anwach- 
send, daher  der  Nabel  flach  und  weit  offen.  Man  sieht  in  ihm  5  Umgänge. 
Mund  Öffnung  höher  als  breit,  im  Allgemeinen  rechteckig,  mit  parallelen 
Seiten  und  gegen  Bauch  und  Naht  abgerundeten  Kanten.  Am  Hauch  eine 
Furche ,  von  2  hohen  schmalen  Leisten  begrenzt.  Auf  den  Seiten  erheben 
.sich  flache,  breite,  gegen  den  Hauch  zu  stark  nach  vorn  gekrümmte,  un- 
geteilte, längsgestreifte  Kippen.  Die  Schale  ist  dick.  Die  eingetragene 
Lobcnlinie,  die  schon  zu  den  letzten  zu  gehören  scheint,  zeigt  jederseits  2 
hohe  schrotsägcznhnartige  Sättel  und  geschlitzte  Loben.  In  Fig.  2  a  ist  die 
stark  abweichende  Lobcnlinie  eines  jüngern  Individuums  (bei  einem  Durch- 
messer =  0m02)  wiedergegeben.  Der  erste  Lateralsattel  und  Lobus  sind 
ganz  Ceratitenarfig  gebildet,  der  zweite  Sattel  spitz  zungenförmig. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  abgebildeten  Stückes  =  Om043. 
Für  den  Durchmesser  =  100  ist 

die  Höho  der  letzten  Windung  =  33 
„    Breite  „       „  „  =  23 

„  Höhe  „  vorletzten  „  =21 
„    Breite  „       „  „  =14 

„    Weite  des  Nabels  =  38. 

Fundort:  Te Hachen  (Röthelstein)  bei  Aussee  (2  Exemplare). 

Ammonites  Hylactor  Dittm.  Tab.  18,  Fig.  3—5. 

Diese  Art  zeichnet  sich  vor  allen  ihren  Verwandten  aus  der  Gruppe 
des  Aon  durch  die  starken  hohen  Dornen  aus,  die,  an  der  lnvolutionsspirale 
stehend,  sich  fest  an  die  Nabelflächc  des  nächstfolgenden  Umganges  anlehnen. 
Stärkere  wechseln  mit  weniger  starken  ab.  Das  abgebildete  Stück  zeigt 
die  extremste  Entwicklung  der  Dornen,  die  mir  in  dieser  Species  bekannt 
ist.  Von  jedem  Dorn  zum  Nabel  verläuft  auf  den  äussern  Umgängen  eine 
verhältnissmässig  schwache  Rippe  (bei  den  grössten  Dornen  2—3  Rippen) 
mit  kleinen  Wärzchen  von  wechselnder  Anzahl  besetzt.  Die  2  —  3  inneren 
Umgänge  lassen  keine  deutliche  Berippung  erkennen.  Gegen  den  Bauch 
zu  entwickeln  sich  von  jedem  Dorn  je  nach  seiner  Stärke  1  —3  nach  vorn 
gebogene  Rippen,  die  an  der  etwas  geschlängelten  flachen  Bauchfurche 
gewöhnlich  nicht  genau  correspondiren.  Jede  Rippe  endet  hier  mit  einem 
Doppelknoten.  Dio  Zahl  der  Knoton,  die  sich  sonst  noch  auf  den  Rippen 
vorfinden,  wechselt  nach  den  Individuen.  Das  Gehäuse  ist  durch  seine 
niederen,  breiten  Ilmgänge  ausgezeichnet,  dio  beim  Fortwachsen  nur  eben 


383 


(65) 


den  Hauch  der  vorhergehenden  Windung  bedecken.  In  der  Jugend  sind 
die  Umgiingo  breiter  als  hoch,  ihre  Seiten  parallel  oder  nach  innen  con- 
vergirend.  Weiterhin  jedoch  werden  sie  höher,  runden  sich  gegen  den 
Bauch  zu  mehr  ab  und  erreichen  die  grosste  Breite  am  Nabel,  zu  dem  «ie 
steil  abfallen.  Der  Nabel  ist  daher,  obgleich  weit  offen,  treppenförmig  ver- 
tieft. Dies  die  typische-  Entwicklung  dor  Art.  Es  liegon  mir  aber  auch 
Exemplare  vor,  die  durch  grössere  Feinheit  der  Dornen  und  Rippen,  sowie 
durch  weniger  rasche  Zunahrao  dor  Breite  der  Umgänge  abweichen,  den- 
noch aber  mit  den  vorherbeschriebenen  Formen  durch  Uebergängo  verbun- 
den sind.  Man  möchto  hiebei  gern  an  eine  Verschiedenheit  der  Geschlechter 
denken,  denn  die  wesentlichen  Charaktere  sind  noch  dieselben:  die  geringere 
Involubilität,  der  starko  Abfall  der  Seiten  zum  Nabel  uud  die  hier  ange- 
lehnten, wenn  auch  schwächeren  und  gleichmäßigeren  Dornen. 

Die  Lobenlinie  ist  kaum  mehr  typisch  Aonartig,  da  die  Sättol  nicht 
zugespitzt,  auch  nicht  in  der  Richtung  der  Spirale  gebogen  erscheinen. 
Wir  zählen  jedorseits  3  kleinblättrige  Sattel  und  die  entsprechenden  Loben. 

Dirne  nsionon:  Das  grösste  vorliegende  Exemplar  hat  einen  Durchmesser 
von  0*095.  Vergleichen  wir  die  Dimensionen  der  abgebildeten  Varietät 
mit  denen  der  flacheren,  erstere  an  einem  Stücko  von  0"038,  letztere  an  einem 
von  0m049  Durchmesser,  so  finden  wir,  diesen  Durchmesser  =  100  gesetzt, 

1  II 

die  Höhe  des  letzten  Umganges    =  39  37 
„    Breite  „       „  „  =  58  37 

„    Höhe  „    vorletzten    „  =19  21 

„    Breite  „       „  „  =  37  27 

„    Weite  des  Nabel«  =  37  37 

Fundort:  Toltschcn  (Rörhelstcin)  bei  Aussoo  (15  Exemplare). 
Bemerkungen.  Als  nächsten  Verwandten  der  vorliegenden  Art  haben 
wir  wahrscheinlich  Ammonites  infundiOiliforrnis  Klipst.  (Beitr.  Tab.  8,  Fig.  1) 
von  St.  Gass i an  zu  betrachten,  mit  dem  wir  ihn  wohl  nicht  leicht  ver- 
wechseln können.  Von  ausseralpinen  Vorkommnissen  Hesse  sich  manche 
Art  aus  der  Gruppo  der  Coronaten  vergleichen  z.  B.  Amm.  corona  Qu. 
Eine  nähere  Verwandtschaft  liegt  aber  wohl  auch  hier  nicht  vor. 

Ammouitcs  Harpalos  Dittm.  Tab.  18  Fig.  G,  7. 

Das  Gehäuse  zeigt  bis  zu  einem  Durchmesser  etwa  von  2  Mm.  niedre, 
breite  Umgänge  mit  Hachgewölbtem,  gegen  die  parallelen  Seiten  eckig  ab- 
fallendem Bauche.  Die  Seiten  sind  mit  einfachen,  geraden,  gerundeten, 
entferntstehenden  Rippen  bedeckt,  die  sich  an  der  Kante  gegen  den  Bauch 


Digitized  by  Google 


(ö«)  384 

zu  nicht  sehr  hohen  Dornen  erheben  und  von  lüer  aus  in  der  Regel  in  zwei 
sohr  stark  nach  vorn  gebogene  feinere  Aeste  gespalten  zu  den  die  Bauch- 
furche begrenzenden  hohen,  glatten  Leisten  ziehen.  Die  Involubilität  ist 
gering,  sie  reicht  nur  bis  an  die  seitlich  am  Bauche  stehenden  Dornen.  Im 
Fortwachsen  gewinnen  die  Windungen  mehr  an  Höhe,  die  Baucbsoite  ver- 
schmälert sich  und  geht  gerundet,  ohne  Kante  in  die  Seitenflächen  über. 
Die  Dornen  werden  immer  schwächer  und  verschwinden  endlich  bei  2'/*  Mm. 
Durchmesser,  doch  bleibt  die  Spaltung  der  Hippen  wie  bisher;  die  Involu- 
bilität dagegen  vermehrt  sich  durch  die  Hebung  und  Verschmälerung  der 
Bauchseite,  so  dass  sie  sich  am  Ende  des  abgebildeten  Exemplares  wahr- 
scheinlich schon  bis  auf  die  Hälfte  der  "Windung  erstrecken  würde.  Der 
Nabel  ist  weit  und  nicht  sehr  tief.  Die  Gestalt  der  Lobenlinie  konnte  leider 
nicht  ermittelt  werden. 

Dimensionen:  Durchmesser  des  abgebildeten  Stückes  =  (T025. 
Für  einen  Durchmesser  =  100  ist 

die  Höhe  des  letzten  Umgangs       =  38 
„    Breite  „      „  „  =  4ü 

„  Höhe  „  vorletzten  „  =21 
„    Breite  „       „  „*  =29 

„    Weite  des  Nabels  =  38. 

Fundort:  Teltschcn  (1  Exemplar). 

Bemerkungen.  Die  vorliegende  Art  zeigt  manche  Achnlichkeit  mit 
Amm.  psctidoarics  Hau.  Gegen  eine  Idcntificirung  spricht  1)  das  Vorhan- 
densein dor  im  Nabel  sichtbar  bleibenden  Knoten  der  jungem  Umgänge, 
2)  die  Gabelung  der  Rippen,  und  3)  die  bei  gleichem  Durchmesser  ungleich 
grössere  Mundöffnung,  die  eine  geringere  Anzahl  von  Umgängen  bedingt. 

Amiuuiiites  Üribasus  Dittm.  Tab.  18,  Fig.  8-10. 

Die  Windungen  sind  halbumhüllend,  von  erhöht  viereckigem  Durch- 
schnitt, wobei  jedoch  sowohl  Bauch-  als  Nabolkanten  abgerundet  erscheinen. 
Dor  wenig  vertiefte  offene  Nabel  lässt  (Fig.  9)  7  Windungen  erkennen. 
Die  Figur  10  zeigt  unrichtig  nach  aussen  convergirende  6tatt  parareller  Sei- 
ten. Die  mit  Dornen  und  Knötchen  gezierten  Umgänge  werden  weiterhin 
glatter;  dieser  Uebergang  ist  in  Fig.  8  und  9  vergegenwärtigt.  Während 
sich  auf  den  innern  Umgängen  starke  Rippen  an  der  Naht  der  folgenden 
Windungen  zu  hohen  Dornen  erheben,  verschwinden  diese  Dornen  späterhin 
und  auch  die  Rippen  worden  flacher,  sio  zeigen  nun  am  Nabel  die  stärkste 
Anschwellung.  Die  Rippen  vermehren  sich  stark  durch  Spaltung  und  Ein- 
schiebung,  und  zwar  im  Verhältnis»  etwa  von  4:1;  eine  jedo  erhebt  sich 


Digitized  by  Google 


385 


(07) 


am  Bauohe  zu  2  kleine  Knötchen,  die  Mittellinie  des  Bauches  selbst  bleibt 
glatt,  ohuo  merklich  vertieft  zu  sein.  Beim  Fortwachsen  (Fig.  8)  verschwin- 
den nun  aber  auch  diese  Knötchen  und  die  Kippen  laufen  mit  beträchtlicher 
Beugung  nach  vorn,  gewöhnlich  aber  nicht  genau  corrospondirend,  über  den 
Jiauch  hinüber.  Die  Lobenlinie  konnte  nur  undeutlich  erkannt  werden.  Sie 
besteht  jederseits  aus  3  flach  gerundeten,  kaum  gekerbten  Sätteln  und  ent- 
sprechenden Loben. 

Dimensionen:  Die  Grösse  des  abgebildeten  Stückes  ist  die  gewöhn- 
lichere, doch  liogt  auch  ein  Exemplar  von  O"022  Durchmesser  vor.  Für 
den  Durchmesser  100  ergibt  sich 

die  llöhe  der  letzten  Windung       =  47 
„    Breite  „       „  „  =  33 

„    Höhe  „  vorletzten    „  =  20 

„    Breite  „       „  „  =  20 

„    Weite  des  Kabels  =  33. 

Fundort:  vord.  San  düng,  mit  Amin,  sttbbuilatus  (25  Exemplare). 
Bemerkungen.  Amm.  Oribasus,  der  in  der  Jugend  durch  die  glatte, 
von  Knötcheu  begrenzte  Bauchliuie  den  Aones  ähnlich  sieht,  nähert  sich 
im  Fortwachsen  auffallend  den  Formen  des  Ceratites  Modestus  Buch,  und 
Amm.  Hörnest  Hau.,  bildet  also  ein  Uobergangsglied  zwischen  beiden  Grup- 
pen. Ich  glaube  jedoch  nicht,  dass  Atmn.  Oriöasus  nar  ein  junges  Indivi- 
duum von  Ceratites  modestus  ist,  dem  er  sonst  am  ähnlichsten  wird.  Die 
Grösse  ist  denn  doch  wohl  eine  zu  constant  verschiedene. 

Aiiimonites  Thons  Dittm.  Tab.  18,  Fig.  11—13. 

Die  Umgange,  schmäler  als  hoch,  zeigen  gerade,  nur  wenig  gegen  aussen 
convergirende  Seiten,  die  mit  steilem  Abfall  gegen  den  flachen  weiten  Nabel, 
allmähliger  gerundet  gegen  den  Bauch  zu  abfallen.  Die  Windungen  wachsen 
rascher  in  die  Höhe  als  in  die  Breite,  sie  sind  zur  Hälfte  involut.  Die 
Schale  ist  mit  groben  runden  Kippen  bedeckt,  die  in  der  Kegel  einfach  und 
ziemlich  glatt  sind,  und  in  ihrem  Verlauf  mit  den  Anwachslinicn  überein- 
stimmen. Sie  sind  am  Bauche  nur  schwach  vorgebogen  und  endigen  hier 
jede  in  einem  groben  gerundeten  Knoten  an  der  glatt  bleibenden  nicht  ver- 
tieften Mittellinie.  Einen  weiteren  Knoten  trägt  jede  Kippe  an  der  Bauch- 
Seitenkante  und,  namentlich  in  der  Jugend,  an  der  Involutionsspirale.  "Weitere 
Unebenheiten  fehlen  in  der  Kegel,  oder  sind  doch  stets  nur  schwach  ange- 
deutet. Die  Schale  ist  dick.  Nach  ihrer  Entfernung  stellt  sich  uns  eine 
Lobenlinie  dar,  die  im  Allgemeinen  mit  der  des  Amm.  inermis  Hau.  ver- 
glichen werden  darf.    Wir  haben  joderseits  3  Sättel,  die  eine  Annäherung 


Digitized  by  Google 


(60) 


zu  blattförmig  gerundeter  Zackung  zeigen.  Von  den  scharfgezahnten  Loben 
ist  der  erste  Lateral  sehr  breit,  der  zweite  auffallend  schmal.  Die  Länge 
der  Wohnknmmcr  konnte  ich  nicht  sicher  ermitteln,  kuinonfalls  beträgt  sie 
jedoch  mehr  als  einen  halben  Umgang. 

Dimensionen:  Der  Durchmesser  des  grösston  vorliegenden  Exemplar» 
betrügt  Ü"0G.    Setzen  wir  denselben  =s  100,  so  ist 

die  Höhe  des  lotzton  Umgangs  =  44 
„    Breite  „       n  „  =  30 

„    Höhe  „  vorletzten    „  =  24 

„    Breito  „       „       .    „  =  20 

„    Weite  dos  Nabels  =  30. 

Fundort:  Teltschen  (Röthelstein)  bei  Aussce  (15  Exemplaro). 
Bemerkungen.    Unsere  Art  ist,  abgesehen  von  Bauchfurche  und 
Loben,  dem  Clydonites  ycnicttlatus  Hau.  im  Allgemeinen  ähnlich,  auch  durch 
das  stellenwcis  bemerkbare  engere  Zusammenrücken  der  Rippen. 

Amnionitis  Bönens  Dittm.  Tab.  18,  Fig.  14— IG. 

Von  dieser  ausgezeichneten  Art  liegt  zwar  blos  ein  Exemplar  vor,  doch 
erlaubt  dasselbe,  alle  charakteristischen  Merkmale  gut  festzustellen.  Die 
Windungen,  zu  */3  involut,  nehmen  rasch,  namentlich  an  Hohe  zu.  Während 
an  der  vorletzten  die  Seittm  allmäh lig  gegen  den  immerhin  noch  breiten 
Bauch  convergiren,  erscheinen  sie  auf  der  letzten  beinahe  parallel  und  fallen 
steil  gerundet  gegen  Nabel  und  Bauch  zu  ab.  Neben  einer  glatten  Bauch- 
furchc  stehen  2  hohe  schmale,  fast  glatte  Leisten,  an  denen  man  jedoch 
bei  einiger  Aufmerksamkeit  leicht  die  vorgebogeno  Anwaclisstreifung  bemer- 
ken kann,  welche  mit  den  am  Bauche  gleichfalls  bedeutend  vorwärts  ge- 
bogenen Rippen  im  Zusammenhange  steht.  Auf  den  Seiten  verlaufen  die 
Rippen  fast  ganz  gerade  in  radialer  Richtung.  Sie  erscheinen  hier  als  hohe, 
gerundete,  gedrängt  stehende  Leisten,  die  sich  gegen  den  Bauch  zu  nur  in 
soweit  durch  Einschiebung  vermehren,  als  zur  Erhaltung  eines  gleichen 
Abstände«  zwischen  ihnen  nöthig  ist. 

Nach  Entfernung  der  ziemlich  starken  Schale  zeigt  sich  eine  ringsum 
gezahnte  Lobenlinie,  die  eine  Uebercinstitnmung  mit  der  des  Aon  nicht 
verkennen  laust.  Wir  haben  am  Beginne  dos  letzten  Umganges  jederseits 
3  Sättel,  die  beiden  inneren  kurz  und  aneinanderged rängt,  und  durch  die 
entsprechenden  Loben  getrennt.  Die  Längo  der  Wohnkammer  konnte  nicht 
t  onstatirt  worden. 

Dimensionen:  Der  Durehmosser  des  einzigen  vorliegenden  Stückes 
mag  0,n113  betragen  Imbun. 


387 


(69) 


Für  oincn  Durchmesser  von  100  haben  wir  ungefähr 
die  Höhe  des  letzten  Umgangs      =  38 
„    Breite  „       „  „  =  26 

„    Höhe  „  vorletzten    „  =15 
„    Breite  „      „         „  =13 
„    Weite  des  Nabels  =41. 
Fundort:  Telf sehen  bei  Aussco  (1  Exemplar). 
Bemerkungen.    Als  Verwandte  der  vorliegenden  Art  könnten  dem 
äussorn  Verhalten  nach  Cer.  Hcrnösi  Hau.,  Cer.  Iiüppeüi  (Klipst.)  Hau.  und 
Anttn.  Ladon  n.  sp.  betrachtet  werden.    Mit  keinem  ist  jedoch  eine  Ver- 
wechslung denkbar.    Amm.Flurli  Gümb.  (geogn.  Besch r.  von  Bayern  Bd.  1, 
p.  859  Anm.  2)  von  Bommstein  bei  Berchtesgaden  steht  noch  näher,  unter- 
scheidet sich  jedoch  durch  engerstehende,  mehr  sichelförmig  geschweifte 
zierlichere  Rippen.    Die  Beschreibung  der  Art  bei  Gümbel  1.  c.  p.  257 
lässt,  wahrscheinlich  durch  einen  Druckfehler  (es  ist  nur  ein  Kiel  angege- 
ben), den  Irrthum  zu,  als  hätte  man  es  mit  einer  dem  Amm.  Sandlingensis 
Hau.  verwandten  Art  zu  thun. 

Plenrotoraaria  Rancis  Dittm.  Tab.  19,  Fig.  3. 

Gehäuse  breit,  niedrig,  Gowindowinkel  100°,  Umgängo  bauchig,  rund. 
Das  deutliche  quorgestreifte  Band  liegt  fast  unmittelbar  über  'der  Naht; 
gegen  die  Spitze  zu  folgen  dann  5— G  feine  Spiralstreifen,  während  wir  deren 
am  letzten  Umgang  auf  der  Basalwölbung  etwa  25  zählen.  Die  Spiral- 
Btreifen  werden  von  gleich  starkon  ziemlich  dichton  Anwachastreifen  gekreuzt, 
die  gegen  das  Band  zu  sich  doutlich  uach  hinten  ziehen.  Nabel  offen. 
4  Umgänge. 

Bemerkungen:  Von  den  St.  Cassianer  Pleurotomarien  ist  die  PL 
cancellata  Kl.  unserer  Art  am  nächsten  verwandt,  sie  unterscheidet  sich 
jedoch  ebensowohl  durch  die  äussero  Form  als  durch  die  abweichende  Lage 
des  Bandes. 

Fundort:  Teltschen  bei  Aussec  (1  Exemplar). 
Dimensionen.    Höbe  0"020,  Breite  0B,022,  Höhe  des  letzton  Um- 
ganges im  Verhältniss  zur  Höhe  der  ganzen  Schalo  te/l00. 

Plenrot omaria  Dapline  Dittm.  Tab.  19,  Fig.  4,  5. 

Die  3 — 4  Umgänge  dieser  hübschen  Form  umhüllen  sich  stark.  Ausser 
dem  obeu  abgeflachten  Theil  bleibt  nur  ein  schmaler  Saum  der  sich  an- 
schliessenden untern  bauchigen  Wölbung  sichtbar.  Der  abgeflachte  Theil 
ist  an  der  Naht  mit  engste  he  nden  Längswülsten  gesekmückt.  Dieso  spalten 


Digitized  by  Google 


(70) 


388 


sich  an  einer  Spiralfurche,  die  etwa  auf  halber  Höhe  verläuft,  je  in  3  bis  4 
feinere  nach  rückwärts  laufende  Fältchen.  An  der  scharf  ausgeprägten  Kante 
gegen  den  gewölbten  Theil  der  Schale  folgt  nun  das  schmale,  glatte  Plou- 
rotomarienband.  Die  Kante  selbst  ist  glatt,  oder  bei  einer  Varietät  mit 
Knötchen  versehen.  Der  gewölbte  Theil  beginnt  mit  einem  oder  ein  Paar 
scharfer  Spiralstreifen,  dann  folgt  ein  breiter  glatter  Saum,  über  den  man 
blos  die  äusserst  feinen  Anwachsstreifen  in  starkem  vorwärtsgekrümmten 
Bogen  verlaufen  sieht  und  endlich  wieder  eine  scharfabgesetzte  Zone  von 
Spiralstreifon,  die  gegen  den  offenen  Nabol  zu  immer  mehr  an  Stärke  ver- 
lieren, wo  sie  dann  von  einer  feinen  aber  scharfen  Längskerbung  durch- 
kreuzt werden.  Gewindewinkel  120".  Bei  dem  grössten  der  untersuchten 
Exemplare  verlässt  der  letzte  Umgang  die  regelmässige  Spiralrichtung. 
Der  8piralwinkel  wird  grösser  und  es  treten  daher  die  frühern  Umgänge 
weiter  heraus. 

Fundort:  vorderer  Sandling  im  rothen  Marmor  (3  Exemplare). 
Dimensionen:  Länge  des  abgebildeten  Stückes  0m012,  Breite  O-OH, 
Höhe  des  letzten  Umganges  zur  Höhe  der  ganzen  Schale  76/IOo- 

Tnrhe  gutta  Dittm.  Tab.  19,  Fig.  8—9. 

Dos  kleine  zierliche  Gehäuse  besteht  aus  5,  sich  nur  wenig  umfassenden 
Umgängen  von  gedrückt  sechseckigem  Durchschnitte,  die  einen  deutlichen 
Nabel  offen  lassen.  Die  vorstehende  Kante  des  Sechseckes  ist  mit  zierlichen 
gespaltenen  Knötchen  geschmückt,  auf  den  2  anstossenden  Seiten  verlaufen 
je  4  Spiralleistchen.  Die  Basalfläche  um  den  Nabel  ist  mit  feinern  Spiral- 
streifen verschen.  Die  feinen  Anwachsstreifen  biegen  sich  in  der  Mitte  der 
"Windung  nach  vorn.    Gewindewinkel  90°. 

Dimensionen:  Höhe  0"004,  Breite  0™004,  Verhältniss  der  Höhe  des 
letzten  Umgangs  zur  Höhe  der  ganzen  Schale  *"/,(,,,. 

Fundort:  Teltschen  (Köthelstein)  1  Exemplar. 

Bemerkungen.  Plcurotomtuia  subsiulariformis  Hörn,  sieht  unserer 
Art  sehr  ähnlich  (  nur  trügt  sie  gerade  da  das  Schlitzband,  wo  Turbo  gutta 
diademartig  mit  Knötchen  versehen  ist.  Fast  zum  Verwechseln  stimmt  da- 
gegen Turbo  (Mphinuloidcs  (Arch.)  Orb.  aus  dem  Grossoolith,  nur  seine 
radialen  Wülsto  unterscheiden  ihn. 

Murihlsouia  tricariiiata  Klipst.  sp.  Tab.  19,  Fig.  1,  2. 

Klipstoin:  Beiträge  p.  171,  Tab.  II,  Fig.  31. 

Geliäusc  thurmförmig,  mit  einein  Gewiudcwinkel  von  40*',  so  weit  es 
erhalten,  zählt  man  11  Umgänge  von  trapezförmigem  Durchschnitt.  Nabel 


Digitized  by  Google 


(71) 


weit  offen,  wahrscheinlich  bis  in  dio  Spitze  reichend.  Die  grösste  Breite  der 
eckigen  Windungen  Hegt  in  der  Mitte  ihrer  Höhe.  Auf  dieser  Kanto  ver- 
läuft eine  zierliche  Ornamentik,  die  das  Band  der  Murchiaonio  zu  repräsen- 
tiren  scheint,  obgleich  die  Schale  hier  am  dicksten  ist.  Sie  besteht  aus 
feinen,  rückwärts  gekrümmten  Wülstchen  mit  entsprechenden  Kerben  da- 
zwischen, über  deren  Mitte  ein  feiner  Kiel  verläuft.  Von  hior  rfus  laufen 
die  äusserst  feinen  Anwachsstreifen  beiderseits  mit  starker  Krümmung  nach 
vorn  auseinander.  Die  Baaalseite  der  Windungen  lässt  4  gleichmässig  ver- 
theilte starke  Spiralstreifen  sehen,  die  Apicalscite  dagegen  scheint  glatt  bis 
auf  einen  oder  2  Spiralstreifen,  die  unmittelbar  an  der  Naht  liegen. 

Dimensionen:  Ganze  Höhe  0"021,  Breite  0"013,  Höhe  des  letzten 
Umganges  zur  Höhe  der  ganzen  Schale  ""'/„jo-  Durchmesser  des  Nabels  0m004. 

Fundort:  vorderer  Sandling  im  rothen  Marmor  (1  Exemplar). 
St.  Cassian. 

Bemerkungen.  Ucber  die  Richtigkoit  der  Idcntificirung  des  vorlie- 
genden Stückes  habe  ich  keinen  Zweifel.  Ich  wähle  jedoch  den  Genus- 
Namen  Murchisonia,  weil  derselbe  eben  für  die  thurm förmigen  Plcurotoma- 
rien  angenommen  ist. 

Turbo  indnlns  Dittm.  Tab.  10,  Fig.  ü.  7. 

Gehäuse  niedrig  kreiseiförmig,  aus  drei  bauchigen  glatten  Umgängen 
bestehend,  die  nur  an  der  Apicalseite  eine  stumpfe  Kante  zeigen.  Unmit- 
telbar an  der  obern  Naht  verläuft  eine  Spiralleiste.  Mundöffnung  unbekannt. 
Gewindewinkol  80°. 

Dimensionen:  Höhe  QmQ0b,  Breite  0ra005,  Höhe  dos  letzten  Umganges 
im  Verhältniss  zur  Höhe  der  ganzen  Schale  tu/int. 

Fundort:  Teltschcn  bei  Aussee  (l  Exemplar). 

Tnrhonilla  snhulata  Dittm.  Tab.  19,  Fig.  10.  11. 

Das  zierliche  spitze  Gehäuse  lässt  13  Umgiinge  erkenuen,  die  in  stets 
gleichbleibenden  Abständen  mit  verhältnismässig  groben,  nach  unten  an- 
schwellenden Qucrwulstcn  vorsehen  sind.  Die  4  ersten  Umgänge  scheinen 
glatt  zu  bleiben,  die  nächsten  tragen  5,  (>,  dann  7  und  8,  der  letzte  endlich 
10  Wülste.  Eine  lineare  Uebereinandcrstellung  der  Wülsto  findet  daher 
nicht  statt.  Die  Anwachsstreifen  biegen  sich  an  der  Bnsalseite  stark  nach 
vorn.  Ausser  ihnen  macht  sich  auch  eine  feine  Spiralstreifung  auf  dem 
obern  Theil  der  Umgänge  geltend.  Mundöffnung  gerundet.  Gewindr- 
winkel I.V. 


ized  by  Google 


(72) 


Bemerkungen:  In  Caasinner  Schichten  finden  sich  sehr  nahe  Ver- 
wandte unserer  Art,  nämlich  Turritella  Hauen  KL,  tornutu,  Kl.,  Goldfusi  Kl., 
Cerithiutn  Brandis  Kl.,  C.  Albirti  Kl. ;  sie  unterscheiden  sich  jedoch  sämmt- 
lich,  abgesehen  von  anderen  Charakteren,  durch  grössere  Menge  und  ge- 
drängtere Stellung  der  Knötchen. 

Dimensionen:  RöheO-Oll,  Breite  Om003,  Höhe  des  letzten  Umganges 
zur  ganzen  Höhe  l0/l00. 

Fundort:  vord.  San  düng  im  rothen  Marmor  (l  Exemplar). 

Platystoma  Höinesi  Dittm.  Tab.  19,  Fig.  12—14. 

Windungen  in  cinor  Ebene  aufgerollt,  sehr  langsam  wachsend,  gar  nicht 
umhüllend,  jede  nachfolgende  bedeckt  nur  den  Hucken  der  vorhergehenden. 
Das  Gehäuse  ist  daher  flach  und  symmetrisch,  ammonitenartig.  Der  Durch- 
schnitt der  Windungen  ist  trapezförmig,  nähert  sich  jedoch  sehr  dem  Qua- 
drat. Der  Kücken,  anfangs  sehr  wenig  gewölbt,  rundet  sich  auf  dem  letzten 
Umgange  und  erhebt  sich  sogar  zuletzt  zu  einem  stumpfen  Kiel.  Mündung 
nicht  erhalten.  'Die  Seiten  der  Windungen  sind  mit  zahlreichen  flachen 
Qucrfalten  (25  auf  einem  Umgang)  von  nicht  ganz  gleicher  Stärke  versehen, 
über  welche  eine  feine  Avellige  Längsstreifung  verläuft.  Die  beiden  Kücken- 
kanten  sind  durch  je  eine  dichte  Reihe  feiner  Körnchen  bezeichnet,  welche 
auf  der  letzten  Windung  mit  den  Querfalten  zugleich  orst  da  verschwinden, 
wo  dieselbe  sich  kiolartig  erhebt.  Ueber  den  Kücken  laufen  ausser  den 
welligen  Längsstreifen  nur  noch  einfache  gerado  Anwachslinien.  Von  einem 
Schlitzbande  ist  keine  Spur. 

Bemerkungen.  Obgleich  das  einzige  vorliegende  Exemplar  die  charak- 
teristische Mimdöffnung  nicht  erhalten  zeigt,  auch  wohl  wegen  der  verän- 
derten Form  der  letzten  Windung  nicht  ganz  mit  der  von  Humes  gegebenen 
Diagnose  der  Platystoma  übereinstimmt,  so  glaubte  ich  doch  dasselbe  zu 
Platystoma  stellen  zu  sollen  wegen  der  vollkoramonou  Symmetrie  des  Ge- 
häuses sowohl,  als  wegen  Mangels  eines  Schlitzbandcs.  Diese  Charaktere 
Hessen  die  Einreibung  unter  die  nächstverwandten  Gattungen  Straparollus 
und  Porcellia  nicht  zu.  Ich  erlaubte  mir  die  Art  nach  dem  Begründer  der 
Gattung  Platystoma  zu  benennen. 

Dimensionen:  Durchmesser  der  Scheibe  (P  Ol  9,  Höhe  des  letzten  Um- 
ganges (grössto  Höhe  der  Scheibe)  (TUOO,  Breite  des  letzten  Umganges  IT 004. 

Fundort:  Teltschonalp  (l  Exemplar). 


Digitized  by  Google 


39 1 


(73) 


<!yprina  simplex  Dittm.  Tab.  19,  Fig.  1»— 17. 

Der  Umriss  der  vollkommen  glcichklnppigen  Schale  ist  vorn  und  unten 
gerundet,  hinten  dagegen  fast  gerade  abgestutzt,  so  dass  das  hintern  Ende 
des  Unterrandes  ziemlich  einen  rechten  Winkel  bildet.  Der  Schlossrand 
stösst  beiderseits  ntumpfwinklieh  an  die  Seiten.  Der  breite  aufgeblähte 
Schnabel  ist  nach  vorn  gekrümmt  und  endet  im  vordem  Viertel  der  Schale. 
Von  hier  verläuft  eine  gerundete  Kante  zum  hintern  Eck  der  Schale.  Vom 
Schlosstheile  konnte  bloss  jederseits  ein  bogiger  langer  Kreis  blossgolegt 
werden,  der  vom  Schnabel  an  die  Seitenränder  zieht.  Zahl  und  Stellung 
der  mittlem  Schlosszähne  war  nicht  zu  ermitteln,  daher  die  Bestimmung 
des  Genus  unsicher  bleiben  musste.  Die  Schale  ist  solid,  mit  deutlichen 
Anwachsstreifen  verseben.  Auf  den  Steinkernen  erkennt  man  zahlreiche 
vom  Wirbel  bis  zum  Mantelrand  strahlende  scharfe  Radialstreifen.  Der 
Aussenrand  bleibt  glatt.  Der  Mantelrand  zeigt  keinerlei  Ausbuchtung, 
schwache  Muskeleindrücke  liegen  beiderseits  in  nächster  Nähe  des  Schnabels. 

Dimensionen:  Länge  Om023,  Breite  0ra0i. 

Fundort:  Tclt  sehen  bei  Aussee  (6  Exemplare). 

Opis  slobata  Dittm.  Tab.  19  Fig.  18-20. 

Da  die  Charaktere  des  Schlossbaues  dieser  Art  leider  nicht  ermittelt 
worden  konnten,  so  habe  ich  sie,  von  der  allgemeinen  äusseren  Form  ge- 
leitet einstweilen  zu  Opis  gestellt,  ohne  doch  für  die  Tüchtigkeit  dieser  Be- 
stimmung einstehen  zu  wollen.  Die  geblähte  Schale  ist  nicht  sehr  dick, 
concentrisch  gestreift.  Von  dem  dicken  vorwärts  gekrümmten  Sehnabel 
zieht  eine  schmale,  scharfe,  bogige  Leiste  an  den  Vorderrand.  Dieselbe 
macht  sich  auf  der  Innnenseite  als  Furche  geltend.  Sic  begrenzt  so  einen 
Schalentheil,  den  man  vielleicht  als  Mondchen  (lunula)  deuten  könnte, 
obgleich  er  sonst  nicht  eingesenkt  erscheint.  Die  hintere  Seite  des  Schna- 
bels verläuft  in  regelmässiger  hoher  Wölbung  in  die  angrenzenden  Schalen- 
theile. 

Dimensionen:  Länge  0"'013,  Breite  0m011. 

Fundort:  vorderer  Sandling  im  rothen  Marmor  (1  Exemplar). 

Bemerkungen.  Da  ich  unter  den  bekannten  Conchiforen-Oeschlech- 
tem  keines  finde,  welches  die  vordere  Leiste  zeigt,  so  glaube  ich  fast,  dass 
wir  hier  den  Repräsentanten  eines  neuen -Genus  haben,  dessen  Schloss- 
charaktere übrigens  noch  nachzuweisen  bleiben. 


Digitized  by  Google 


(74) 


392 


Avioula  quadrata  Dittm.  Tab.  19,  Fig.  21—23. 

Der  Umriss  der  Schale  ist  nur  wenig  schief  nach  hinten  gezogen,  ihre 
Länge  und  Breite  ziemlich  gleich.  Vor  dem  gewölbten,  nach  vorn  geboge- 
nen Schnabel  macht  sich  ein  deutliches  Ohr  bemerklich,  in  welches  die 
scharfen  engegestellten  Anwachsstreifen  zusammenlaufen.  Der  hintere  Flügel 
ist  nur  wenig  verlängert,  der  Schlossrand  schwach  gekrümmt,  hinten  mit 
einer  deutlichen  Längsleiste  versehen. 

Dimensionen:  Länge  CT 020,  Breite  0ro018. 

Fundort:  Teltschenalp  (1  Exemplar). 

Gervillia  amoena  Dittm.  Tab.  19,  Fig.  24. 

Schale  nur  mit  concentrischen  Anwachsstreifen  versehen,  kräftig,  eiförmig 
gerundet,  nach  hinten  verlängert.  Der  kleine  hohe  Schnabel  liegt  weit 
nach  vorn.  Der  Rücken  ist  deutlich  aber  schwach  gedreht  Der  Steinkern 
zeigt  hinten  einen  grossen  starken  Muskeleindruck  und  einen  ganzrandigen 
Mantelsaum.  Eine  radiale  Fältelung  der  nächst  anliegenden  Schalentheilc 
ist  zwar  vorhanden,  doch  lange  nicht  so  stark  ausgeprägt,  als  die  Abbildung 
sie  darstellt.    Der  Bau  der  Schlosstheile  war  nicht  nachzuweisen. 

Dimensionen:  Länge  0m0ü3,  Breite  0"057. 

Fundort  die  Teltschenalp  (1  Exemplar). 

Mytilns  Miilisteri  Klipstein  Tab.  19,  Fig.  25—26. 
Klipätein:  Beitrüge  p.        T.  17,  F.  12. 

t 

Diese  kleine  Art  scheint  in  Umriss,  Faltung  und  Grösse  so  wenig  von 
der  KlipsteLn'schen  Art  verschiedenes  zu  bieten,  dass  ich  nicht  anstehe,  sie 
damit  zu  vereinigen. 

Dimensionen:  Länge  0™005,  Breite  O'üülö. 

Fundort:  Am  vorderen  Sandling,  in  dem  dunkelrothen  Marmor 
mit  Gasteropoden  (1  Exemplar).   St.  Cassian, 

Poromnus  iiov.  gen. 

Obgleich  es  bei  Crinoideen  immer  gewagt  ist,  ohne  Kenntnis»  der  Krone 
eine  Bestimmung  des  Genus  vorzunehmen,  so  zeigen  doch  die  schon  am 
Stiel  zu  beobachtenden  Charaktere  einer  kleinen  Reihe  von  Arten  so  viele, 
von  allem  bekannten  verschiedene  Eigentümlichkeiten,  dass  die  Aufstellung 
eines  neuen  Genus  wohl  zu  rechtfertigen  ist.  Die  vorliegenden  Formen 
zeichnen  sich  sämmtlich  dadurch  aus,  dass  statt  eines  einzigen  centralen 
Nahruiigskaiiale«  sehr  viele  feine  runde  Kanäle  vorhanden  sind  (Fig.  1 7,  1.2), 


Digitized  by  Google 


393 


(75) 


Kig.  17. 


1 

B 

E 

1  und  2.  Schliffe  durch  die  OclenkflRche,  ;;.  Läng^chliff,   1.  Ein  zwischen  iwci  längsten 
Radien  liegendes  System  der  Oclenkflficlienkanftle  */,. 

deren  Anzahl  von  der  Grösse  des  Durchmessers  des  Stieles  abhängt.  Sio 
durchziehen  den  Stamm  in  scinor  ganzen  Länge'  und  nehmen  zwischen  je 
zwei  Stielgliedern,  wo  sie  sich  spitz  nach  aussen  biegen,  feine  Seitenkanäle 
auf,  so  dass  also  in  jeden  Längskanal  ebensoviel  Seitenkanäle  munden,  als 
der  Stiel  Glieder  hat  (Fig.  1 7,  3).  Der  centrale  Kanal  zeigt  allein  keine  seit- 
liche Abzweigungen,  er  ist  desshalb  auch  ganz  gerade.  Wegen  der  grosson 
Zahl  der  Längskanälo  ist  natürlich  auch  die  Zahl  der  auf  den  Gelenkflächen 
der  Stielglieder  sichtbaren,  von  den  Seitenkanälen  hervorgebrachten  radialen 
Furchen  bedeutend.  Man  bekommt  aber  die  natürlichen  Gelenkflächen  nur 
selten  zu  sehen,  da  die  Glieder  sehr  fest  an  einander  haften.  In  Tab.  20, 
Fig.  2  ist  eino  solche  dargestellt  und  man  bemerkt  auf  ihr  zahlreiche  bündel- 
förmige  Radialfurchen,  über  welche  eine  unrcgelmässig  welligo  concentrischo 
Runzelung  verläuft.  Es  ist  einleuchtend,  dass  die  Radialsculpturen  benach- 
barter Gelcnkflächen  mit  einander  correspondiren  und  nicht  alternirond 
ineinandergreifen,  weil  sonst  für  die  seitlichen  Kanäle  kein  Raum  überbliebe. 
Verschafft  man  sich  nun  einen  Schliff,  der  genau  zwischen  2  Gelenkflächen 
durchgeht,  so  erhält  man  wegen  der  in  concctitrischen  Systemen  wechselnden 
Länge  der  radialen  Kanäle  ganz  das  Bild  einer  Korallenzelle,  mit  dem 
Unterschiede,  dass  natürlich  die  Grundzahl  5  nicht  6  ist.    Aber  auch  dio 


Digitized  by  Google 


(7fi) 


Gcsctzo  dor  Einschaltung  scheinen  verschieden  zu  sein.  Da  ich  über  die- 
selbe trotz  mehrfacher  Versuche  nicht  in's  Klare  kommen  konnte,  so  habt» 
ich  in  Fig.  17,  4  die  genau  bemessenen  Längcnvcrhültnissel  Vergrößerung  =  */■) 
eines  zwischen  2  längsten  Radien  liegenden  Systems  ('/*  Kreis)  von  Poto- 
crinus  caudex  n.  sp.  abgebildet.  Auch  die  Figg.  17,  1  u.  2  sind  mit  grösster 
Genauigkeit  in  natürlicher  Grösse  nach  Originalen  ausgeführt,  nicht  schematisirt. 

Unter  dem  Mikroskop  erweist  sich  die  Hauptmasse  des  Cönenchjms  als 
sehr  engmaschig,  —  nur  die  nächste  Umgebung  der  Kanäle  zeigt  weitere 
Zellen.  Zwischen  je  zwei  Kanälen  sieht  man  ferner  parabolische  Cöncnchym- 
freie  Linien,  deren  Scheitol  dem  Centrum  zugewendet  ist,  —  möglicherweise 
Verbindungskanäle  (?). 

Bemerkungen.  In  welcher  Beziehung  die  als  Kanäle  aufgefassten 
Bänder  von  Porocrinus  zu  den  von  Joh.  Müller  als  Sehnen  gedeuteten  Or- 
ganen stehen,  wage  ich  nicht  zu  entscheiden.  Die  übereinstimmende  Stärke 
sowie  die  Gleichartigkeit  der  Infiltration  des  centralen  evidenten  Nahrungs- 
kanalcs  und  der  seitlichen  oben  beschriebenen  Organe  führte  mich  zu  dem 
Schluss  der  Gleichartigkeit  ihrer  Functionen.  Etwas  sicheres  liisst  sich 
darüber  wohl  nicht  eher  aussprechen,  als  bis  wir  eine  grössero  Zahl  von 
Beobachtungen  über  den  inuern  Bau  der  Crinoidecn  werden  vergleichen 
können.  Einstweilen  verweise  ich  auf  die  von  ausgezeichneten  Abbildungen 
begleitete  interessante  Notiz  von  Herrn  Stelzner  in  den  neuen  Jahrbüchern 
p.  5ü5  ff.  • 

Als  nächstverwandte  Geschlechter  haben  wir  zu  betrachten  Cyathoainus 
[ruyosus  Mill.),  Rhodocrinus  (quinquepartitus  Gdf.)  und  Cuprcssocnnus  (tes- 
scrat na  Gdf.),  sämratlich  paläozoische  Formen.  Die  creteren  beiden  haben 
radiale  Seitenkanäle,  die  jedoch  in  den  Stielgliedern,  nicht  zwischen  ihnen 
liegen,  dabei  einen  einfachen  Nahrungskanal.  Ciqyressocrinus  dagegen  zeigt 
eine  Annäherung  durch  seine  5  Nahrungskanäle.  Noch  näher  steht  vielleicht 
Klipsteins  Fldbcllocrinus,  doch  niuss  die  Identität  noch  ungewias  bleiben, 
solange  man  die  inneren  Merkmale  dieses  Genus  nicht  kennt 

Porocrinus  caudex  Dittm.  Tab.  20,  Fig.  1,  2. 

Dicker  'Stamm  mit  sehr  niederen,  gleich  hohen,  oft  ein  wenig  unregol- 
mässig  wellig  gebogenen  Gliedern.  Von  den  Mündungen  der  Seitenkanäle  be- 
merkt man  an  der  Aussenfläche  nicht  viel,  sie  treten  jedoch  deutlich  an  Schliffen 
und  Bruchstellen  hervor.  Die  Zahl  der  Seitenkanüle  ist  wegen  des  bedeu- 
tenden Durchmessers  dieser  Art  sehr  gross.  Sie  beträgt  an  der  Peripherie 
am  untern  Ende  des  abgebildeten  Stückes  ca.  140,  oben  etwa  100. 

Fundort:  Teltschonalp  bei  Aussee  (3  Stücke). 


Digitized  by  Google 


(77) 


Foroerinns  rctienlatiis  Dittm.  Tab.  20,  Fig.  3— 

Dieso  Art  unterscheidet  sich  von  der  vorigen  durch  geringeren  Durch- 
messer des  Stiele»  und  durch  höhere  Glieder.  Unter  sich  sind  die  Glieder 
alle  gleich  hoch.  Die  Oberfläche  erscheint  ausserdem  gitterartig  sculpirt, 
da  die  Mündung  der  Seitenkanäle  regelmässig  vertieft  ist.  Je  dünner  die 
vorliegenden  Stücko,  desto  weniger  erhaben  tritt  diese  Sculptur  hervor.  Ob 
das  in  Fig.  f>  abgebildete  Wurzelstück  einem  jüngeren  Individuum  unserer 
Art  angehört,  lässt  sich  nicht  sicher  entscheiden.  Wie  am  Wurzclende 
gewöhnlich,  sind  die  Glieder  hier  noch  sehr  unrogelmässig  gebaut. 

Fundort:  Teltschen  bei  Ausseo  (7  Stücke). 

Poroerinas  ornatns  Dittm.  Tab.  20,  Fig.  <»— 8. 

Der  vorliegende  Stiel  zeichnet  sieh  durch  seine  verschieden  hohen 
Glieder  aus,  von  denen  die  höheren  auch  weiter  in  die  Breite  ausgedehnt 
und  gewölbt  erscheinen.  Auch  hier  findet  sich  eine  gitterartige  Sculptur, 
die  jedoch  deutlich  durch  eine  Längsfurchung  hervorgebracht  wird,  von 
welcher  nur  die  breitesten  (und  höchsten)  Glieder  nicht  getroffen  werden. 
Ich  glaube,  dass  das  in  Fig.  7  abgebildete,  in  Fig.  G  von  oben  gesehene, 
dem  Kelche  bereits  offenbar  sehr  nahe  liegende  Sticlstück  derselben  Art 
angehört.  Die  Analogie  der  vorigen  Art  würde  die  geringere  Ausprägung 
der  Sculpturen  erklären,  die  immerhin  in  der  Zeichnung  (Fig.  7)  viel  zu 
glatt  gcrathen  sind.  Dieses  Stück  zeigt  einen  öeckigen  centralen  Nahrungs- 
Canal,  der  durch  das  Verschmelzen  der  5  innersten  Kanäle  entstanden  ist. 

Fundort:  Teltschen  bei  Ausseo  (2  Stücke). 

Cidaris  lamellaris  Dittm.  Tab.  20,  Fig.  9,  10. 

Ein  gegen  oben  zusammengedrückter  Stachel,  dessen  Rander  scharf 
gezahnt  sind. 

Fundort:  vorderer  Sandling  im  Gasteropodenmarmor  (2  Stücke). 

Cidaris  transversa  Meyer. 

H.  t.  Meyer:  Paläontographica  18T.1,  Bd.  1,  p.  27t',,  T.  32,  F.  28-30. 

Im  rothen  Marmor  des  vorderon  Sandling  fanden  sich  2  Exemplare 
von  einer  Form ,  die  kaum  von  der  citirten  zu  unterscheiden  sein  wird,  ob- 
gleich diese  aus  dem  obersten  Muschelkalkc  stammt.    Es  sind  dünne  runde 
Stacheln  mit  kurzen  unregelmäßigen  wirtalständigen  Abzweigungen. 
(6)  26 


Digitized  by  Google 


(78) 


I 

39G 


Rliizocorallium  Tab.  20,  Fig.  14,  15. 

Vom  untersten  Muschelkalk  bis  in  den  obersten  Keuper  ausserhalb  der 
Alpen  hat  man  ähnliche  schlcifenformigc  Formen  von  ungewisser  Bedeutung 
angegeben.  Auch  aus  den  Hallstädter  Kalken,  wo  man  sie  bisher  noch 
nicht  gefunden  hatte,  liegt  mir  ein  sehr  gut  erhaltenes  Exemplar  vor,  das 
sehr  vollständig  mit  den  regelmässigeren  Gestalten  des  lihie.  Jenense  Zenk. 
übereinstimmt.  Bei  diesem  so  wie  bei  fränkischen  Exemplaren  suchte  ich 
vergebens  nach  etwaiger  innerer  Structur  in  dünnen,  für  die  Beobachtung 
mit  dem  Microscop  präparirten  Schliffen. 

Fundort:  Teltschenalp  bei  Aussce  (1  Exemplar). 

Koralle.  Tab.  20,  Fig.  11-13. 

Einzelzelle  von  Ungewisser  Stellung.  Mit  starker,  nach  unten  verdickter 
Wand,  die  äusserlich  längs  gerippt  erscheint  und  an  ihrer  Ba*»is  eine  deut- 
lich umgrenzte,  kuglige  Zelle  einschliesst.  Der  Längsschliff  Fig.  1 3  schneidet 
die  Form  ein  wenig  schief,  er  entfernt  sich  gegen  oben  am  weitesten  von 
der  Achse.  Der  Querschliff  Fig.  12  zeigt  dennoch  augenscheinlich  eine  zu 
grosso  Zahl  von  unregelmässig  gegabelten  Sternlamelkn  —  man  sieht  es 
dem  Bilde  leider  an,  wie  wenig  der  Zeichner  auf  diesem  Felde  geübt  war. 
Ein  centrales  Säulchen  ist  nicht  vorhanden.  Ob  zwischen  den  Sternlamellen 
Querbiilkchen  liegen  ist  nicht  bestimmt  zu  entscheiden.  Auf  dem  Quer- 
schliff  12  fehlen  sie  entschieden,  während  der  Längsschliff  13  ein  Confluiren 
einzelner  Lamellen  paare  bemerken  lässt.  Böden  sind  nicht  vorhanden.  Ob 
der  Oberrand  der  Sternlamellen  gezähnt  war,  konnte  an  dem  einzigen  vor- 
liegenden Stücke  nicht  nachgewiesen  werden. 

Bemerkungen.  Da  ich  den  vorliegenden  Fossilrest  als  neu  erkannte, 
hatte  ich  ihn  abbilden  lassen,  war  jedoch  nachher  nicht  im  Stande  ihm  seine 
Stelle  in  dem  bisher  aufgestellten  zoologischen  System  anzuweisen.  Herr 
Trofessor  Rcuss  in  Wien  hatte  die  ausnehmende  Güte  mir  auf  meine  Bitte 
einige  werthvolle  Belehrungen  über  das  fragliche  Objekt  (nach  den  über- 
sandton Abbildungen)  zukommen  zu  lassen.  Obgleich  wegen  der  ungenü- 
genden Erhaltung  eine  sichere  Einreihung  nicht  möglich,  so  scheint  das 
Stück  am  nächsten  mit  Montlivaltia  verwandt  Es  müsste,  um  das  Erscheinen 
fiusserlicher  Rippen  zu  erklären,  nur  nachgewiesen  werden,  dass  die  Epithek 
verloren  gegangen  sei,  was  auch  mitunter  vorkommen  soll.  Die  kugelförmige 
Zelle  an  der  Basis  der  Form  sei  wahrscheinlich  etwas  bloss  zufälliges,  viel- 
leicht eine  mit  Steinmasso  ausgefüllte  Bohrhöhle  (?)  —  jedenfalls  finde  sich 
was  ähnliches  weder  bei  einer  lebenden  noch  bei  einer  fossilen  Koralle. 

Fundort:  Gastoropodenraarmor  am  vordem  Sandling  (1  Exemplar). 


Digitized  by  Google 


397 


(79) 


Cristellaria  sp. 

Ein  für  microscopische  Untersuchung  gefertigter  Gesteinsschliff  von 
Teltschener  Marmor  zeigte  in  überraschender  Schönheit  einen  prächtigen 
Längsdurchschnitt  durch  die  ßpiralebene  einer  Cristellaria,  die  am  nächsten 
mit  Cr.  Tergucini  Orb.  (aus  Lias  von  Metz)  und  mit  Plantilaria  elongata 
Ehrbg.  (aus  Schreibkreide  des  Mississippigebietes)  verwandt  ist.  Von  der 
letztern  unterscheidet  sie  sich  nur  durch  die  schmälere  Form  und  durch 
weniger  centripctale  Kammerschcidewändc.  Das  Stück  fand  sich  leider  erst 
nach  Beendigung  der  übrigen  lithographischen  Abbildungen. 

Fundort:  Teltsctienalp  (1  Exemplar.) 


Digitized  by  Google 


Druckfehler. 

Png.  3f>4  (36)  Zeile  1  tob  oben:  Tab.  13  statt  Tab.  12. 

3:>G  (38)    „      9    „    unten:  Tab.  H  statt  Tal».  3. 

3G0  (42)    „  •  19   .    obon :  Tab.  13  statt  Tab.  12. 


Digitized  by  Google 


ÜBER  DIE  BBACHIOPODEN 


l»EK 

NORDDEUTSCHEN 


CENOMAN- BILDUNGEN. 


VON 

DR  URBAN  SCHLOENBACH. 


■ 


MÜNCHEN,  1807. 

R.  OLDENBOURO. 


Digitized 


Die  Arbeit,  welche  ich  dem  wissenschaftlichen  Publicum  mit  der  Bitte 
um  eino  gleich  nachsichtige  und  wohlwollende  Aufnahme,  wie  sie  meinen 
bisherigen  Publicationen  zu  Theil  geworden  ist,  hiermit  vorlege,  gründet 
sich  theils  auf  das  in  meiner  eigenen  Sammlung  befindliche,  ziemlich  um- 
fangreiche Material,  welches  von  meinem  Vater,  und  bezw.  von  mir,  in  den 
letzten  zehn  Jahren  zusammengebracht  worden  ist,  theils  auf  mehre  grössere 
und  kleinere  Suiten  von  Cenoman-Brachiopoden  aus  öffentlichen  und  Privat- 
sammlungen, die  ich  zu  untersuchen  Gelegenheit  gehabt  habe.  Für  die 
ausserordentliche  Liberalität,  mit  welcher  mir  die  unumschränkte  Benutzung 
dieser  letzteren  gostattet  wurdo,  bin  ich  den  Herren 

Professor  Beyrich  in  Berlin 

Dr.  Ewald  in  Berlin 

Dr.  von  Koenen  in  Berlin 

Professor  Dunker  in  Marburg 

Professor  Hosius  in  Münster 

Cammerrath  von  Strombeek  in  Braunschweig 

Bergrath  A.  Roemer  in  Clausthal 

Senator  H.  Roemer  in  Hildesheim 

Forstmeister  von  Unger  in  Seesen  (Brschw.) 

Dr.  Griepenkerl  in  Königslutter  (Brschw.) 

Dr.  A.  Fritsch  in  Prag 

Director  Hörnes  in  Wien, 
ganz  besonders  aber  Herrn 

Professor  Gcinitz  in  Dresden, 
der  mich  auch  sonst  vielfach  mit  Rath  und  Belehrung  unterstützt  hat,  zu 
grösstem  Danke  verpflichtet.  —  Ueberall,  wo  sich  die  Angaben  im  Text 
auf  Exemplare  aus  jenen  Sammlungen  gründen,  habe  ich  den  betreffenden 
Namen  stets  ausdrücklich  angeführt;  wo  dies  nicht  geschehon  ist,  beziehen 
sich  dio  Angaben  auf  Exemplare  meiner  eigenen  Sammlung. 

■ 


Digitized  by  Google 


(4) 


40  t 


Das  literarische  Material,  welches  bei  der  Ausarbeitung  der  Schrift 
benutzt  wurde,  ist  im  Wesentlichen  dasselbe,  wie  bei  meinen  im  vorigen 
Jahre  erschienenen  „kritischen  Studien  über  Kreide-Brachiopoden" ');  auch 
die  gebrauchten  Abkürzungen  sind  dieselben,  die  ich  dort  angewendet  habe, 
und  ich  darf  deshalb  einfach  auf  die  einleitenden  Bemerkungen  zu  jener 
Schrift  mich  beziehen. 


')  Beiträge  zur  Paläontologie  der  Jura-  und  Kreidefonnation  Im  nordwestlichen  Deutsch- 
land; 2.  8tück  (Palaeontographica  XIII,  6). 

* 

Salzgitter  (Hannover),  17.  März  1867. 


Dr.  Urban  Schloenbach. 


Digitized  by  Google 


Einleitung 


Der  Schichtenooniplex,  au«  dem  die  auf  den  nachstellenden  Blättern 
beschriebenen,  bezw.  einer  kritischen  Prüfung  unterworfenen  Brnchiopoden- 
Arten  stammen,  ist  in  Norddeutschland  in  verschiedener  Weise  entwickelt; 
in  Folge  dessen  sind  dio  einzelnen  Schichten  von  den  Autoren,  welche  sich 
damit  beschäftigt  haben,  nicht  nur  mit  verschiedenen  Namen  belegt  worden, 
sondern  zum  Theil  auch  in  verschiedener  Weise  zu  einander  und  zu  den 
analogen  Bildungen  fremder  Kreidegebiete  in  Parallele  gebracht.  —  Es 
dürfte  daher,  bevor  ich  zur  Beschreibung  der  Arten  übergehe,  erforderlich 
sein,  zum  leichteren  Verständnisse  der  gebrauchten  Schichtcn-Bezoichnuiigen 
einige  Bemerkungen  über  die  stratographischen  Verhältnisse  vorauszuschicken. 

Unter  dem  Namen  „Ccnoman -Bildungen'4  oder  „unterer,  cenomaner 
Pläner'4  begreife  ich  alle  jene  Schichten,  welche  über  den  obersten  Ab- 
lagerungen des  Gault  (Flammen-Mergel,  Thon  mit  Bekinnites  minimus  List.) 
und  unter  den  ältesten  durch  Inoceramus  labiatus  Schloth.  sp.,  Bronyniarti 
Sow.,  Tercbratula  semiylobosa  Sow.,  Bhynchoneüa  Cuvieri  Orb.  charakteri- 
sirten  Ablagerungen  des  sogenannten  „oberen  Plänen"  (etage  turonien,  craic 
marneuse,  Lower  Chalk,  etc.)  liegen.  Dieser  untero  oder  cenomane  Pläner 
tritt  in  Norddeutschland  hauptsächlich  in  zweierlei  Entwicklungsforraen  auf, 
von  denen  die  erste  in  dem  westphälischen  Kreidebusen  zwischen  Rhein 
und  Weser  und  im  Gebiete  zwischen  Elbe  und  Weser  im  Norden  des  Harzes 
ausgebildet  ist,  während  als  Typus  der  zweiten  dio  Kreide  Sachsens  be- 
trachtet werden  kann.  Diese  beiden  Kreide-Meere  scheinen  nur  gering  mir 
einander  communicirt  zu  haben. 

I*  Das  westphüliHch-subherc^yni&clie  Oebiet- 

Dic  genauesten  und  ausgedehntesten  Untersuchungen  über  die  Cenoman- 
Bildungen  Westphalens  vordanken  wir  Prof.  Ferd.  lloemcr ')  und  Caminer- 

')  Zeitschr.  geol.  Ge*.  1851,  VI,  p.  l>'.l  ff. 


Digitized  by  Google 


406 


rath  von  Strom  bock1).  Dem  Letzteren  gelang  es  zuerst,  im  westlichen 
Theile  —  in  der  Ruhr-Gegend  eine  Gliederung  dieser  Schichten  nachzu- 
weisen, welche  mit  der  von  ihm  für  das  Gebiet  zwischen  Elbe  und  Weser 
aufgestellten*)  sich  in  Einklang  bringen  Hess.  In  neuester  Zeit  war  es 
Schlüter3)  vorbehalten,  auch  für  don  südöstlichen  Theil  —  namentlich 
in  den  jüngeren  Cenoman- Schichten  —  die  Uebereinstimmung  mit  dem 
östlich  von  der  Weser  liegenden  Gebiete  darzuthun.  Nach  ihm  und  Strom- 
beck gliedert  sich  in  Westphalcn  der  untere  Pläner  in  folgender  Weise 
(von  oben  nach  unten): 

c)  Schichten  mit  Ammonites  Rotoiuagensis.  Im  Südosten  mergelige 
Schichten  und  feste  weiaso  Kalke;  im  Westen  (an  der  Ruhr)  fehlt  dies 
Glied.  Zu  den  wichtigsten  Petrcfacten-Fundorten  gehören:  Lichtenau  und 
an  der  Chaussee  zwischen  Buke  und  Altenbeken;  die  bezeichnendsten 
Petrefacten  sind: 

Ammonites  Rotomtgensis  Dcfr. 
Ammonites  varians  Sow. 
Ammonites  navicularis  Mnnt. 
Scaphitcs  obliquus  Sow. 
Turrilites  costatus  Lam. 
Turrilites  Scheuchzeranus  Bosc. 
Nautilus  clegans  Sow. 
lnoceramus  striatus  Mant. 
Pecten  Beaveri  Sow. 
Plicalida  inflata  Sow. 
Ttrebratula  bi plicata  Sow. 
RhyncJionclla  Mantellana  Sow.  sp. 
Disco'idea  cylindrica  Lam.  sp. 
Holaster  sidjglobosus  Leske  sp. 

b)  Schichten  mit  Ammonites  varians,  Mantel  Ii  nnd  Pecten  Beaveri. 

Im  Osten:  bläulicher  fester  Kalk  in  dicken  Bänken;  an  der  Ruhr:  Grünsand 
ohne  Thoneisensteinskörner.  Die  Hauptfundorto  sind  Altenbeken,  Rheine, 
Bochum,  nördlicher  Steinbruch  des  Forstorts  „Uebingsonu  bei  Fröh- 
mern,  Steinbruch  der  „Hohen  Weide11  bei  Drei  hausen,  sowie  zwischen 
Wilhelmshöhe  und  Billmerich.    Wichtigste  Petrefacten: 


M  Zeitschr.  geol.  Oes.  lHfiO,  XI,  p.  27  ff. 

')  Ebenda,  1857,  IX.  p.  415  ff.  and  Neue«  Jahrb.  18.17,  p.  78',. 
*,»  Ebenda.  1806,  XVIII,  p.  ffi  ff. 


Digitized  by  Google 


407 


(7) 


Ammonites  varia>is  Sow. 

Amnionitis  MantclU  Sow. 

Ammonites  Rotomagensis  Defr.  (nach  Schlüter) 

Turrüitcs  tuberculatus  Bosc. 

Turrilites  Scheuchzeranus  Boge. 

Inoceramus  striaius  Mant. 

Pctrfen  Beaveri  Sow. 

Plkatula  inflata  Sow. 

Terebratula  biplicata  Sow. 

RhynchoneUa  ManteUana  Sow.  sp. 

Epiaster  distinetus  Ag.  sp.  (nach  Schlüter) 

Holaster  subglobosus  Leske  sp.  var. 

Holaster  nodtdosus  Goldf.  sp. 

a)  Schichten  mit  Pcctcn  asper,  Ostrea  diluviana,  RhynchoneUa  dimi- 
diata,  Tercbratella  Beanmonti.  Im  Osten  gehört  hierher  wahrscheinlich 
Schlüter'*  versteinerungsarmer  Plänermergel ,  im  Westen  Strorabeck's 
unterer  Grünsand  mit  Thoneisensteinskörnern  (Orünsand  von  Essen,  Tour- 
tia,  A.  Roemer's  Hilsconglomerat  von  Essen).  Hauptfundorte:  Stein- 
brüche und  Kohlenschächte  der  Umgebungen  von  Essen  a.  d.  Ruhr,  Spell- 
dorf  unw.  Mühlheim  a.  d. Ruhr,  Fröhmern,  Billmerich,  wahrschein- 
lich auch  der  Steinbruch  an  der  Waterlappe  östlich  vom  Dorfe  Bremen 
bei  Werl.    Die  wichtigsten  Petrefacten  sind: 

Ammonites  Mantelli  Sow. 
Ammonites  varians  Sow. 
Turrüites  tuberetdatus  Bosc. 
Nautilus  elegans  8ow. 
Glawotomark*  texta  Münst. 
Isoaren  obesa  Orb. 

Mytilus  Cottai  Roem.  (=  M.  linmfus  Auct.) 

Pecten  asper  Lam. 

Pect  eil  comans  Roem. 

Janira  quinquecostata  Sow.  sp. 

Janira  notabilis  Münst.  sp. 

Spondylus  striatus  Goldf. 

Ostrea  conka  Sow.  sp. 

Ostrea  lateralis  Nilss. 

Ostrea  heüiotidkka  Sow.  sp. 

Ostrea  earinata  Lam. 


Digitized  by  Google 


(8) 


Ostrm  diltmana  Goldf.  (Linne?) 

Tervbratida  Tornacensis  Arch. 

Terebratula  depressa  Lam. 

Terebratulina  chrysalis  Schloth.  sp. 

Terebratella  Metiardi  Lam.  sp. 

Terebratella  (?)  Beaumonti  Arch.  sp. 

Megerlda  Htna  Defr.  sp. 

Thecidium  digiiatum  Sow. 

Bhynchonelfa  dimidiata  Sow.  sp. 

Bhynchonelfa  Alantelfana  Sow.  sp. 

Hofaster  nodtdosus  Ooldf.  sp. 

Catopygns  carinatus  Ag. 

Codiopsis  dotna  Desm  sp.  (nach  Roemer) 

Cidaris  vesicidosa  Ooldf. 

Cidaris  velifera  Bronn 

CAdaris  Sorigneti  Desor 

Micrabacia  coronula  Gf.  sp. 
nebst  zahlreichen  Bryozoen-  und  8pongitarien  -  Arten ,  welche  letzteren  von 
A.  Roemer  kurzlich  neu  bearbeitet  wurden.  Diese  Spongitarien  waren  es 
besonders  gewesen,  welche  die  irrthümliche,  durch  Geinitz  beseitigte  An- 
sicht hervorgerufen  hatten,  dass  die  Essener  Grünsand-Schichten  dem  eben- 
falls an  solchen  sehr  reichen  Hilsconglomerat  der  Gegend  von  Schöppen- 
stedt etc.  in  Braunschweig  entsprächen. 

Durch  die  unermüdliche Thätigkeit  Strom beck's  wurden  auch  zwischen 
Elbe  und  Weser  im  Norden  des  Harzes  die  Cenoman-Schichten  zuerst 
genauor  bekannt  und  in  Unterabteilungen  getheilt.  Das  kurz  zusammen- 
gefasste  Resultat  dieser  Untersuchungen  ist  niedergelegt  in  dem  Aufsätze: 
„Die  Gliederung  des  Pläners  im  nordwestlichen  Deutschland  nächst  dem 
Harze" ').  Danach  besteht  in  diesem  Gebiete  der  untere  Pläner  aus  fol- 
genden "Abtheilungen  von  oben  nach  unten: 

4.  Arme  Rotoniafceusis  -  Schichten.  Schmutzig -weisse,  feste,  massige 
Kalke;  organische  Reste  wie  in  der  folgenden  Schicht,  jedoch  viel  seltener. 

3.  Rotomageiigis  •  Schichten.  Graue  Kalke  oder  Kalkmcrgel  mit 
Mergellagen  abwechselnd;  selten  weisser,  kreidiger  Mergelkalk.  Hauptfund- 
orte:  Zeltberg  bei  Lüneburg  (Hannover),  Rethen  bei  Sarstedt  (Han- 
nover), Broitzen  bei  Braunschweig,  Umgebungen  von  Salzgitter 


M  Zeitsclir  geol.  Oos.  1*.%7  IX,  p.  lir.  ff  und  Nour«  J.thrb.  18'.7.  p  78\ 


Digitized  by  Google 


109 


(9) 


(Hannover),  Neuwallmodon  (Braunschw.),  Langelsheim  am  Harz 
(Braunschw.).  —  Wichtigste  Petrefacten: 

Ammonites  Rotomagensis  Defr. 

Ammonites  varians  Sow. 

Lima  elongata  8ow. 

Inoceramus  striatus  Mant. 

Plicatula  inflata  Sow. 

Terebratula  biplicata  Sow. 

Rhynchonella  Mantellana  Sow.  sp. 

Holaster  subglobosus  Leske  sp. 

Discoidea  cylindrica  Lam.  sp. 

Salenia  petalifera  Desm.  sp. 

Pdtastes  clathratus  Ag.  sp. 
Unter  dieser  Schicht  zeichnet  sich  an  gewissen  Localitäten,  z.  B.  na- 
mentlich bei  Broitzen1)  eine  Schicht  aus,  welche  offenbar  ein  Uebergangs- 
glied  zur  folgenden  bildet  und  viele  Petrefacten,  besonders  Amtnonites  va- 
rians, Inoceramus  striatus,  Plicattda  inflata  und  namentlich  Turrilites  costatits 
enthält,  an  der  Basis  auch  Turrilites  tuber  culutus. 

2.  Varians -Schichten.  Gesteinsbesehaffenheit  wie  bei  der  vorher- 
gehenden Schicht,  von  der  sie  überhaupt  schwer  trennbar  ist.  Die  Fundorte 
sind  sehr  zahlreich;  als  die  hauptsächlichsten  sind  zu  nennen:  Wrisberg- 
holzen bei  Alfeld  (Hannover),  Sarstedt  (Hannover),  Broitznn  (Braun- 
schw.),  Burgdorf  unw.  Schladen  (Hannover),  Umgebungen  von  Salz- 
gitter (Hannover),  Neuwallmoden  (Braunschw.),  Langelsheim 
(Braunschw.),  u.  8.  w.  —  Die  wichtigsten  Versteinerungen  sind: 

Ammonites  varians  8ow. 

Ammonites  Mantelli  Sow. 

Ammonites  falcatus  Mant.  (sehr  selten) 

Scaphites  aequalis  Sow. 

Baculites  baculoides  Mant. 

Turrilites  tuberculatus  Bosc. 

Inoceramus  striatus  Mant. 

Pecten  Beaveri  Sow. 

Plicatula  inflata  Sow. 

Terebratula  biplicata  Sow. 

Terebratulina  rigida  8ow.  8p. 

Megerleia  Uma  Defr.  sp. 


l\  ßtrorabeck,  über  PtlUute*  clathratun,  in  Zeitächr.  geol.  Oo?.  XV,  p.  «43. 


Digitized  by  Google 


(10) 


RhifHchonella  Manteüana  Sow.  sp. 
Rhynchonella  Grasana  Orb. 
Rhynchonella  Martini  Mant.  sp. 
Hemiaster  bufo  Brongn.  sp. 
Hemiaster  Griepenkerli  Stromb. 
Holaster  subglobosus  Leske  sp. 
Holaster  nodtdosus  Goldf.  sp. 
Salenia  petalifera  Desm.  sp. 

I.  Tourtia,  (irünsand.  Die  Basis  dos  unteren  Pinners  übor  dem 
Flammenmergel  bilden  meistens  chloritische  Mergel  oder  Mergelthone;  be- 
sonders deutlich  sind  oder  waren  früher  dieselben  zu  beobachten  im  Gold- 
bachsthal  unweit  Halberstadt  (Prov.  Sachsen),  am  Langenberge  und 
bei  der  Steinholzmühl o  (Poder  Helmstein),  sowie  am  Sülzebrunnen 
bei  Quedlinburg  (Prov.  Sachsen),  bei  Langelsheim  am  Harz  (Braun- 
schw.),  im  Chaussee-Einschnitt  am  Flöteberge  bei  Liebenburg  (Han- 
nover), bei  Wolfenbüttel  ( Braunsen w.).  Petrefacten  finden  sich  darin 
im  Allgemeinen  sparsam,  doch  haben  die  Umgebungen  von  Quedlinburg 
eine  ziemlich  grosse  Anzahl  von  theilweise  neuen  Arten  (namentlich  Gastro- 
poden und  Brachiopoden)  geliefert,  von  denen  die  letzteren  unten  beschrieben 
sind,  wahrend  eine  Beschreibung  der  übrigen  organischen  Einschlüsse  dieser 
Ablagerung  durch  die  kundige  Feder  des  Herrn  Dr.  Ewald  zu  erwarten 
steht.    Die  wichtigsten  und  verbreitetsten  Arten  sind: 

Belenmites  ultimus  Orb. 
Ammonites  varians  Sow. 
Ammonites  Mantelli  Sow. 
Turrüites  tuberculutus  Boso. 
Atncula  gryphaeo'ides  Sow. 
Janira  quinquecostata  Sow.  sp. 
Ostrea  carinata  Lam. 
Terebrutula  biplicata  Sow. 
Terebratula  Tornacensis  Arch. 
Terebratidina  chrysalis  Schloth  sp. 
Terebratulina  rigida  8ow.  sp. 
TerebrakUa  (?)  Beaumonti  Arch.  sp. 
JÜegerleia  lima  Defr.  sp. 
Hemiaster  bufo  Brongn.  sp. 

Die  Parallelisirung  dieser  Schichten  mit  den  obon  beschriebenen  west- 
phälischen  ergiebt  sich  fast  von  selbst.    Die  paläontologisch  nicht  zu  tren- 


Digitized  by  Google 


411  (11) 


nenden  Schichten  3.  und  4.  entsprechen  zusammen  der  Schicht  c)  in  West- 
pbalen,  2.  der  8chicht  b),  1.  der  Schicht  a). 

Nahe  Beziehungen  zu  diesen  Bildungen  zeigen  die  östlich  der  Elbe  in 
Meklenburg  vorkommenden  Cenoman -Schichten,  deren  Petrefacten  Boll1) 
beschrieben  hat.  Das  genauere  Niveau  derselben  dürfte  sich  jedoch  danach 
noch  nicht  mit  Sicherheit  feststellen  lassen. 

II.  1  >a.s  sächsische  Iir*eide-Grel>iet. 

Die  cenomnnen  Bildungen  dieses  Gebietes  zeigen  ziemlich  bedeutende 
Abweichungen  von  dem  eben  beschriebenen  Typus  und  sind  dagegen  in 
ganz  ähnlicher  Weise  entwickelt,  wie  in  Böhmen  und  Schlesien;  auch  die 
Kreide  von  Regens  bürg  ist  offenbar  aus  demselben  Meere  abgelagert*); 
alle  diese  letzteren  mit  Ausnahme  der  sächsischen  liegen  jedoch  ausserhalb 
des  Bereichs  dieser  Arbeit,  und  sind  nur  hie  und  da  die  darin  vorkommenden 
Brachiopodcn-Arten  zur  Vergleichung  herbeigezogen. 

Die  genauesten  Nachrichten  über  die  sächsischen  Ereidebildungen  finden 
sich  in  den  Arbeiten  von  Geinitz  und  sind  namentlich  übersichtlich  in 
dessen  bekanntem  Werke :  „Das  Quadersandsteingebirge  oder  Kreidegebirge 
in  Deutschland"  (1849—50)  zusammengestellt.  Danach  ist  die  Reihenfolge 
der  auf  krystallinischen  Gesteinen  ruhenden  sächsischen  Cenoman-Bildungen 
von  oben  nach  unten  eine  sehr  einfache:  Unter  dem  „Plänerkalk"  (von 
Strehlen,  Weinböhla,  etc.)  folgt  zunächst  der  „mittlere  Pläner"  mit 
IiwccratuHS  labiaUts  Schloth.  sp.,  den  Geinitz  jetzt3)  als  obere  Schichten 
des  unteren  Pläners  bezeichnet,  der  aber  nicht  mehr  zum  cenomanen 
Pläner  in  dem  oben  von  mir  bezeichneten  Sinne  zu  rechnen  ist.  Unter 
diesem  liegt 

2)  der  eigentliche  „untere  Pläner",  welcher  in  verschiedener,  je 
nach  den  localen  Verhältnissen  sehr  wechselnder  Gesteinsbeschaffenheit  auf- 
tritt. Bald  sind  es  dünnplattige  Kalke,  welche  den  Namen  für  den  ganzen 
Schichten-Complex  (Pläner)  geliefert  haben;  bald  mergelige  Conglomerate, 
welche  letztoren  meist  sehr  petrefactenreich  sind  und  besonders  die  Spalten 
des  krystallinischen  Gesteins,  t.  B.  des  Syenits  im  Plauen 'sehen  Grunde 

*)  Archiv  des  Verein»  der  Freunde  der  Xaturgesch  in  Mecklenb.  1853,  VII,  p.  71, 
und  1856,  X,  p.  31. 

')  Ich  kann  mich  nur  vollständig  dieser  in  neuester  Zeit  von  O Grabe I  ausgesprochenen 
Ansicht  (ßitzungsber.  d.  kSn.  Akad.  d.  Win.  in  München,  J8»>6,  II,  p.  179)  anschliesien, 
wahrend  Zittel  (Bivalven  d.  Oosaugeb.  p.  88)  annahm,  dass  die  Regensburger  Kreide  der 
Gösau-Provinz  des  alpinen  Kreide-Reiches  angehörte. 

1 1  Quaderiandsteingebirge  etc.,  p.  19. 


Digitized  by  Google 


(12)  412^ 

bei  Dresden  ausfüllen;  bald  ist  es  ein  grünsandartiger,  dunkelgrüulicher 
Mergel,  wie  im  Tunnel  von  Oberau  nordwestlich  von  Meissen  und  im 
Eibstollen  zwischen  Zaukerode  und  Priessnitz,  der  dann  stets  da« 
tiefste  Niveau  unmittelbar  über  dem  unteren  Quadersandsteine  einnimmt, 
während  über  ihm  noch   andere  Gesteine  des  unteren  Planere  folgen. 
Hauptfundorte  befinden  sich  im  Plauen'schen  Grunde  bei  Dresden,  na- 
mentlich oberhalb  Plauen,  bei  Roschütz  und  bei  Teltschen,  ferner 
bei  Kauscha,  Goppeln,  Rippien,  Welschhufa,  bei  Gross-Sedlitz, 
Cunnersdorf  südlich  von  Dresden;  auch  der  sogenannte  „Serpula-Sand" 
von  Banne witz  bei  Dresden  ist  nach  Geinitz  ein  Aequivalent  des 
unteren  Pläners,  da  er  unmittelbar  dem  unteren  Quader  aufgelagert  ist. 
Die  bezeichnendsten  und  häufigsten  Petrefacten  sind: 
*Serpula  septemsukata  Reich. 1) 
*  Nautilus  elegans  Sow. 
Ammonites  ManteU*  Sow. 
TurrittUa  granulata  Sow. 
Nerinea  Gdnitei  Gf. 
Avellana  cassis  Orb. 
Natica  canaliculata  Mant.  sp.P 
Nerita  nodosa  Gein.  sp. 
*Nerita  dichotoma  Gein.  sp. 
Nerita  costulata  Roem. 
*  *Pleurotomaria  texta  Münst. 
Cerithium  Bircki  Gein. 
Gastrochaena  Ostreae  Gein. 
Protocardia  Hillana  Sow.  sp. 
Opis  bicornis  Gein. 
Crassatella  subgibbosula  Arch. 
*Trigonia  Buch*  Gein.  *) 
Pectunculus  obsoletus  Gf. 
*Arca  tricarinata  Gein. 
Area  Gaüiennei  Orb. 
Mytüus  Galliennei  Orb. 
**Mytüus  Cottai  Roem.  (=  peregrinus  Orb.,  linea- 

tus  Auct.) 

Mytihss  Neptun*  Gf.  sp. 

')  Die  Arten,  vor  denen  ein  *  steht,  kommen  in  8achsen  im  Grttniunde,  nicht  aber 
im  eigentlichen  „unteren  PlÄner"  ror;  die  mit  **  versehenen  in  beiden  Schichten. 
»)  Ist  vielleicht  nicht  verschieden  von  Trig  eulcatoria 


Digitized  by  Google 


413 


(13) 


Aviculu  anomala  Sow. 

Perna  hnceolata  Gein. 
**Jnoceramtts  striatus  Mant. 
**Pecten  orbicularis  Sow. 
*Pecteti  comans  Roem. 

Pecten  acttminatus  Gein. 

Pecten  Brongniarti  Arch. 
** Pecten  elongatus  Lam. 
*Pectcn  asper  Lam. 

7amrr<  tuqwostnta  Lam.  sp. 
**Janira  notabilis  Milnst.  8p. 

Zw»»<»  /w/a  Goldf. 

*  *Lima  licichenbachi  Gein. 

Lwta  elongata  Sow.  sp. 
**IAma  omata  Orb. 
**Spondylus  striatus  Sow.  sp. 
**Ostrea  carinata  Lam. 

*  *6Wrea  (Wwrtana  Goldf.  (PLinn.) 

Ös/ra»  lateralis  Nilss. 
**Ostrea  conica  Sow.  sp. 

Ostrea  haliotididea  Sow.  sp. 

*Jladiolites  agariciformis  Delam.  sp. 
**Terebratula  biplicata  Sow. 
**Terebratula  phaseolina  Lam. 

*Terebrutttla  capillata  Arch. 

Tcrebratulina  clurysalis  Schloth.  sp. 

*TercbrateUa  Mcnardi  Lam.  sp. 

Thecidium  digitatum  Sow. 

Thecidittm  vermiculare  Schloth  sp. 
**Rhynchonella  dimidiata  Sow.  sp. 
**(/idans  vestcwZosa  Gf. 

Cidaris  Sorigncti  Desor. 

Codiopsis  Dorna  Desm.  sp. 

Holaster  suborbicularis  Defr.  sp. 

Pyrina  Desmoulinsi  Arch. 

Micrabacia  coronula  Gf.  sp. 

Zahlreiche  Spongitarien. 
Den  Uebergang  von  dieser  Schicht  zur  folgenden  bildet  da,  wo  kein 
Grünsand  auftritt,  häufig  ein  sehr  grobes  anscheinend  versteinerungsleeres 


Digitized  by  Google 


414 


Congloiuerat ;  namentlich  läset  sich  dies  gut  am  Gehänge  des  Plauen'schen 
Grundes  unterhalb  Roschütz  beobachten,  wo  in  demselben  Blöcke  des  die 
Unterlage  der  dortigen  Kreideschichten  bildenden  Syenits  bis  zu  Kopfgrösse 
enthalten  sind. 

1)  Der  untere  Quadersandstein,  dessen  obere  Lagen  oft  grün* 
sandartig  werden,  ist  meist  von  weisser  Farbe  und  von  verschiedenem,  in  der 
Regel  ziemlich  feinem  Korn.  Häufig  wechsellagert  er  an  der  Basis  mit  Schiefer- 
thonen,  die  Pflanzenreste  enthalten,  wie  namentlich  bei  Niederschöna 
unw.  Tharandt.  Auch  der  berühmte  „Muschelfelsen*'  von  Roschütz  am 
Südabhange  des  Plauen'schen  Grundes  ist  nur  eine  ganz  locale  Facies 
des  unteren  Quaders,  anscheinend  der  Rest  einer  Spalten -Ausfüllung  im 
Syenit.  Einige  der  wichtigsten  Aufschlusspunkte  des  unteren  Quaders  sind: 
Lückendorf  unw.  Zittau,  Weissig,  Bila'er  Grund,  Kotta,  Banne- 
witz, Rippien,  Pirna,  Rabenau,  Dippoldiswalda,  Cunnersdorf, 
Wendisch-Carsdorf,  Tharandt,  u.  s.  w.  Die  bezeichnendsten  Petre- 
facten  des  sächsischen  unteren  Quaders  sind: 

Nautiius  ekgans  Sow. 

Ammonites  MarUfMi  Sow.1) 

Baculites  baculöides  Mant.  sp. 

TnrriteUa  granuiata  Sow. 

Nerinea  Geinitzi  Gold  f. 

Natka  canalictdata  Mant.  sp. 

Gastrochaena  Ostreae  Gein. 

Pholas  Sclerotites  Gein. 

Protocardia  HiUana  Sow.  sp. 

Trigonia  stdcataria  Lam. 

Pectunculus  obsolettts  Gf. 

Area  Ligeriensis  Orb. 

Pinna  Cottai  Gein. 

Pinna  düuviana  Schloth.  sp. 

Mytilus  Galliennei  Orb. 

MytUtts  Cottai  Roem. 

Mytihis  Neptuni  Gf.  sp. 


')  Auch  Ammonites  Botomagetuüt  Defr.  wird  au«  deni  unteren  Quader  Sachsens  und 
Schlesiens  angefahrt;  doch  möchten  die  so  bezeichneten,  gewöhnlich  sehr  grossen  und  roh 
erhaltenen  Exemplare  um  so  mehr  einer  genaueren  Prüfung  noch  bedürfen,  als  nach  den 
neueren  Untersuchungen  Pictet's,  Renevier's  und  8harpe's  eine  ganze  Reihe  ähnlicher 
Arten  aus  dieser  Gruppe  unterschieden  werden  mUssen,  welche  fflr  rerschiedene  Schichten 
bezeichnend  sind. 


Digitized  by  Google 


415 


(15) 


Avicula  anomaUi  Sow. 
Inocerumus  striatus  Mant 
Pecten  cotnans  Koem. 
Pecten  acttminatm  Gein. 

Pecten  asper  Lam.  (nach  Geinitz  sehr  vereinzelt» 

Janira  aequicostuta  Lam.  sp. 

/antra  quinquecostata  Sow.  sp. 

«/antra  notaUlia  Münst.  sp. 

Ltma  fccfa  Of. 

£iwa  pseudocardium  lieuss. 

Lümu  multicosUtta  Gein. 

Spondylon  striatus  Sow.  sp. 

Ostrea  carinata  Lam, 

Ostrea  dduvuinu  Goldf.  (Linn.?) 

Üirtrca  laterulis  Nils«. 

Osfra*  colutnbu  Lam.  sp. 

0*<ra*  kulioUndea  Sow,  sp. 

Terebrattdu  phuseolina  Lam. 

likt/HcJumcIla  dhnidiata  Sow.  sp. 

Catopyyus  carinattts  Gf.  sp. 

Uuhister  subwbictdaris  Dofr.  sp. 

Asterüts  Schuhet  Cotta  &  Reich. 
Man  sieht  aus  diesem  Verzeichnisse,  dass  in  Bezug  auf  die  organischen 
Einschlüsse  der  untere  Pläner  und  der  untere  Quader  Sachsens  nicht  sehr 
wesentlich  von  einander  abweichen;  nur  ist  ereterer  sowohl  an  Arten-  als 
an  Individuen-Zahl  in  der  Regel  weit  reicher. 

Dass  die  Schicht  2)  der  westphälischen  Schicht  a)  und  somit  auch  der 
Schicht  1.  im  Norden  des  Harzes  entspricht,  geht  aus  der  Gemeinsamkeit 
zahlreicher  charakteristischer  Arten  hervor;  dio  Schicht  1)  dürfte  dann  als 
eine  locale  tiefere  Entwickelung  desselben  paläontologischen  Horizontes  zu 
betrachten  sein,  deren  Aequivalent  in  den  übrigen  norddeutschen  Kreide- 
gebieten noch  nicht  nachgewiesen  werden  konnte,  die  aber  ganz  entsprechend 
in  Niedersehlcsien  vorhanden  ist.  Kuntb1)  meint,  dass  sich  vielleicht  je 
nach  dem  Vorhandensein  oder  Fehlen  des  Pecten  asper  in  der  Tourtia  zwei 
Horizonte  unterscheiden  lassen  könnten;  von  diesen  würde  dann  derjenige 
mit  Pecten  asper  der  tiefere  sein,  da  der  „untere Pläner"  von  Plauen  etc., 
in  welchem  diese  Art  fehlt,  über  dem  „unteren  Quader"  und  dem  Grün- 


'I  Zeitschr.  g.  Üe*.  lw.3,  XV,  p.  730. 

12)  21 


Digitized  by  Google 


(16) 


416 


sande  des  Elbstollens  liegt,  in  welchem  sie  vorkommt;  diesem  tieferen 
Horizonte  wurde  auch  der  „Grünsand  von  Essen"  (Sch.  a))  angehören, 
während  die  Tourtia  des  nördlichen  Harzrandes  dem  oberen  Horizonte,  dem 
Plfiner  von  Plauen  entspräche.  Indessen  sprechen  doch  auch  manche 
Gründe,  für  deren  Erörterung  hier  nicht  der  Ort  ist,  gegen  eine  solche 
Trennung,  die  jedenfalls  für  jetzt  noch  nicht  allgemeiner  durchführbar 
»cheint.  Andererseits  scheinen  in  Sachsen  die  oberen  Cenoman-  Schichten 
zu  fehlen;  wenigstens  ist  es  noch  nicht  gelungen,  ihre  Aeqaivalente  nach- 
zuweisen. Dasselbe  gilt  von  Böhmen ;  denn  die  dort  zunächst  auf  die  Acqui- 
valente  der  Tourtia  folgenden  Schichten  (Plänersandstein),  Exogyrensandstein 
und  Grünsandstein)  gehören  meiner  Ansicht  nach  nicht  mehr  zu  den  Ceno- 
man -  Bildungen ,  sondern  sind  ein  Acquivalent  der  unteren  (Brongniarti-) 
Schichten  des  Strombeck'schen  „oberen  Pläners*'  und  der  französischen 
Turon -Bildungen '). 

Zur  Vergleichung  mit  den  obigen  kurz  charakterisirten  Cenoman-Bildungen 
Norddeutschlands  werden  vorzugsweise  die  übrigen  nördlich  von  der  Linie 
der  Alpen  gelegenen,  und  zwar  namentlich  diejenigen  Belgiens,  des  nörd- 
lichen und  westlichen  Frankreichs  und  Englands  in  Betracht  zu  ziehen  sein. 

Die  belgischen  Cenoman-Bildungen 

mit  ihrem  grossen  Reichthum  an  wohlcrlmltenen  Petrofacton  in  den  unteren 
Schichten  sind  öfter  Gegenstand  geognostischer  sowohl  als  paläontologischer 
Arbeiten  gewesen8).  Die  geologischen  Verhältnisse,  die  Gliederung  diese» 
Schichtencomplexes  sind  besonders  in  der  8chrift  von  Horion  ausführlich 

M  Die  in  den  obigen,  vor  14  Tagen  niedergeschriebenen  Zeilen  dargelegte  Ansicht 
über  die  unteren  Schichten  der  böhmischen  Krude,  hatte  ich  bei  meinen  Exemtionen  in 
der  Gegend  zwischen  Teplitz.  Latin  und  Postelherg  in  den  Sommern  18<>4  und  18i>". 
mir  gebildet  und  brieflich  und  mündlich  bereits  wiederholt  —  namentlich  auch  gegen 
•Herrn  Dr.  A.  F ritsch  und  Herrn  Prof.  Geinitz  —  ausgesprochen.  Vor  wenigen  Tagen 
habe  ich  nun  durch  die  Gefälligkeit  des  nerrn  Dr.  Fritsoh  bei  meiner  Durchreise  durch 
Prag  Gelegenheit  gehabt,  die  durch  diesen  in  Gemeinschaft  mit  Herrn  Prof.  Krejci 
aufgesammelten  reichen  Petrefakten-VoirStbe  aus  der  böhmischen  Kreide  zu  sehen  und 
dabei  meine  obige  Ansicht  durchaus  bestätigt  gefunden:  mich  ist  es  mir  gelungen,  die 
Herren  Prof.  Krejci  und  Dr.  Fritsch  für  die  gleiche  Anschauung  zu  gewinnen.  — 
Wien,  am  2*».  Milrz  18t>7.   U.  8chl. 

*)  Unter  den  wichtigsten  sind  zu  nennen: 

Vic.  d'Arrhioc.  Rapport  «ur  lea  Fossile*  du  Tourtia,  in  Mfa.  geol.  Fr..  - ,  II, 
p.  291;  1818. 

P.  de  Ryckliolt,  Melanges  paleontologique?  II,  lt».">4 ;  III,  18»i<>~ (!2. 

<Jh.  Horion,  Nottee  sur  le  torrnin  erfaer  de  Hclgique,  in  Bull.  geol.  Fr.  2,  XVI, 

p.  «n;.;  1859.  > 


Digitized  by  Google 


417 


dargelegt,  der  folgende  Schichten  von  oben  nach  unten  unterscheidet. 
Unter  dem  „Systeme  senonien"  Dumont's  (mit  Bhynchonella  vespertilio, 
SpoHtlylus  spinosus  etc.,  also  wahrscheinlich  etwa  der  craie  de  Villcdieu  des 
westlichen  Frankreichs  und  dem  norddeutschen  „Scaphiten-Pläner"  oder  der 
Zone  des  Scaphites  Geinitzi  entsprechend)  folgt  Dumont's  „Systeme  ner- 
vien'S  welches  nach  Horion  Orbigny's  etage  turonien  und  cenomanien 
umfasst.  Die  oberen  Schichten  des  „Systeme  turonien"  bei  Horion  werden 
durch  Inoceramus  labiatus  und  Cidaris  clavigcra  charnkterisirt,  während  die 
unteren,  welche  unter  dem  Localnaraen  „dieves"  als  grünlichblaue  oder 
grüne  Mergel  bei  Möns  und  Tournay  bekannt  sind,  RhynchoticUa  com- 
pressa  Lam.  sp.,  Tcrebratula  biplicata  (Sow.?)  Defr.  und  Ostrea  lateralis 
führen.  Letztere  dürften  daher  vielleicht  schon  als  oberste  Schicht  des 
Cenomans  in  unserem  Sinne  zu  betrachten  sein.  Horion 8  „Systeme  ceno- 
manien  ou  Tourtia",  welches  nun  folgt,  umfasst  die  beiden  von  Duraont 
als  „Tourtia  nervien"  (obere)  und  „Tourtia  hervien"  unterschiedenen 
Schichtencomplexe ,  deren  Oleichalterigkeit  Horion  für  erwiesen  hält;  Un- 
terabtheilungen werden  darin  nicht  weiter  unterschieden.  Hauptfundorte 
sind:  Tournay,  Montignies-sur-Roc,  Baudour,  Luuviere,  Mai- 
ziere und  Möns;  letztere  Localität  repräsentirt  Dumont's  „Tourtia  ner- 
vien", während  die  übrigen  der  „Tourtia  hervien"  angehören.  Taläonto- 
logisch  sollen  beide  nicht  unterscheidbar  sein.  Einige  der  bezeichnendsten 
Petrefacten,  von  denen  sich  vollständigere  Listen  in  dem  Werke  von  Archiac 
und  in  Omalius  d'Halloy's  „Geologio  de  Belgique"  finden1),  sind. 

Ammonites  varians  Sow. 

Ammonitts  Manteüi  Sow. 

Turrilites  costatus  Bosc.  [PJ 

Scaphites  aequalis  Sow. 

Cerithium  belgicum  Münst. 

TurriteUa  Nejrtum  Münst. 

Aveüana  Prevosti  Arch. 

Pleurotomaria  texta  Ooldf. 

Pleurotomaria  perspectiva  Orb. 

Turbo  Lcblanci  Aroh. 

Trochus  Leymcriei  Arch. 

Trochus  Buneli  Arch. 

Delphtnula  Bonmrdi  Aroh. 

M  Zahlreiche  neue,  z.  Th.  sehr  interessante  Arten  finden  sich  lutmeutlich  in  dem 
3.  Theile  von  Ryckholt's  Melanies  paleontologique*.  wozu  leider  der  Text  noch  nicht 
erschienen  ist. 

(2*)  27* 


Digitized  by  Google 


41« 


Pileolus  (?)  subcentralis  Arch.  sp. 

Panopoea  substriata  Orb. 

Pholadomya  gigas  Orb. 

Astarie  striata  Sow. 

Crassatella  sultgibbosula  Arch. 

Trigonia  sulcataria  Lam. 

Isoarca  obesa  Orb. 

Mytilus  Cottai  Roem. 

Mytilus  Gattiennci  Orb. 

Myocomha  cretacea  Orb. 

Lima  lleiclunbachi  Gein. 

Pecten  acuminatus  Oein. 

Pecten  cretosus  Defr. 

Sinmdyltts  duplicatus  Ooldf. 

Osfrea  can>Mi<a  Lam. 

Otfmi  cWurtana  Goldf. 

Terebraiula  depressa  Lam. 

Tercbratula  Tornacensis  Arch. 

Terebraiula  phaseolina  Lam. 

Terebrattda  biplicata  Sow. 

Terebraiula  Hobertoni  Arch. 

Terebraiula  capillata  Arch. 

Terebrattdina  chrysalis  Schloth.  »p. 

Tercbratelh  (?)  Beamwnti  Arch. 

Megerle't'a  lima  Defr.  ap. 

Thecidium  digitatum  Sow. 

Hhynchonella  dimidiata  Sow.  sp. 

Bhynchonella  Mantellana  8ow.  sp. 

Hhynchonella  Grasana  Orb.  sp. 

Holaster  nodtdostts  Of.  sp. 

Catopygus  eoltmbarius  Lam.  dp. 

Codiopsis  doma  Dcsm.  sp. 
Unter  der  Tourtia  folgt  das  sogenannte  „Systeme  oacbenien"  Dum., 
dessen  Altersbestimmung  noch  streitig  zu  sein  scheint;  die  obersten  Schichteu 
desselben  werden  durch  die  sogenannte  „meule"  der  belgischen  Steinbruchs- 
arbeiter  gebildet,  welche  ausser  Protocardia  (Cardium)  Hillana  nur  Gault- 
Arten  onthalten  soll.  An  den  meisten  Legalitäten  ruht  jedoch  die  Tourtia 
direct  auf  paläozoischen  Schichten. 

Uebrigens  darf  ich  nicht  unterlassen  zu  bemerken,  das*  manche  Ueo- 


Digitized  by  Google 


419 


(19) 


logen  die  Schichtenfolge  der  belgischen  Cenoman-Bildungen  anders  auffassen 
und  an  den  zweierlei  Tourtia-Horizonten  von  verschiedenem  Alter  festhalten. 
Mehrere  Aufsätze,  die  für  diese  Fragen  von  Interesse  sind,  finden  sich  im 
16.  Bande  der  2.  Serie  des  Bulletin  de  la  Societe  geologique  de  France. 
Es  würde  zu  weit  führen,  wenn  ich  hier  näher  darauf  eingehen  wollte. 

Ueber  die 

französischen  Genoman-Bildungen 

besitzt  die  Literatur  eine  ziemlich  grosse  Anzahl  specioller  Aufsätze,  von 
denen  die  älteren  in  dem  betreffenden  Bande  von  Archiac's  Histoire  des 
Progres  de  la  Geologie  mit  vielen  eigenen  Beobachtungen  sorgfältig  ver- 
arbeitet sind.  Aus  neuerer  Zeit  sind  namentlich  viele  in  den  Bänden  des 
Bulletin  de  la  Societe  geologique  de  France  enthalten.  Zu  den  wichtigsten 
darunter  müssen,  ausser  den  Arbeiten  von  Orbig ny  und  den  Erläuterungen 
zu  der  geologischen  Karte  von  Frankreich  (von  Dufrenoy  und  Elie  de 
Beaumont),  wohl  diejenigen  von  Hebert,  Triger  und  Goquand  ge- 
zählt werden,  welche  es  sich  zur  Aufgabe  gemacht  haben,  die  oberen 
Kreidebildungen  des  nördlichen  und  mittleren,  des  westlichen  und  südlichen 
Frankreichs  in  möglichst  genaue  und  naturgemässe  Abtheilungen  und  Unter- 
abtheilungen einzutheilen  und  deren  Beziehungen  zu  einander  und  zu  denen 
anderer  Gebiete  darzulegen. 

Im  nordöstlichen  Frankreich  schliesst  sich  die  Entwickclung  der 
Cenoman-Schichtcn  nach  Meugy  und  Gossel  et')  noch  eng  an  den  bel- 
gischen Typus  an.  Anders  ist  dies  schon  im  nordwestlichen  Theilc  des 
Pariser  Beckens,  auf  welchen  sich  besonders  Hebert's  Untersuchungen 
beziehen.  Ein  kurzes  Resume  seiner  Beobachtungen  gibt  derselbe  *)  in  fol- 
gender Gliederung  der  Genoman  -  Schichten  (craio  glaueonieuse)  des  nord- 
westlichen Seine -Beckens:  Unter  der  durch  eine  scharfe  Domarcationslinie 
abgegrenzten  tiefsten  Schicht  der  „craie  marnouso"  mit  Inoceramus  labiatus 
Schloth.  sp.  folgen 

H.  Graue,  harte  und  oben  conglomerirte  Kreide. 

G.  Graue  homogene  Kreide,  arm  an  Petrefacton. 

F.  Graue  homogone  Kreide  mit  Feuersteinen  und  Holaster  subylobosm. 

E.  Graue  Kreidebank  mit  kleinen  braunen  Knauern,  charakterisirt  durch 
zahlreiche  Scaphites  acqualis. 

D.  Sehr  knollige,  gewöhnlich  in  wahren  Sandstein  übergehende  Kreide 
mit  zahlreichen  Holaster  (carinatus)  nodtdostis  u.  Terebrattda  biplkatu. 

')  Bulletin  ghol  Fr.  2,  XVI,  p.  201  ff.;  1859. 

*)  Comptes  rendus  bebdomadaires  etc.,  7  mar»  I8«4. 


Digitized  by  Google 


(20)  420 


C.  Grünsand,  in  die  graue  Kreide  übergehend  und  mit  schwarzen 
Feuerstein-Schichten  wechselnd,  versteinerungsarm. 

K.  Dunkler  Grünsand  mit  schwarzen,  gerollten,  oft  sehr  grossen  und 
von  Bohrmuscheln  durchbohrten  Kieseln  erfüllt ;  reich  an  Petrefacten. 

A.  Schwarzer,  blauer  oder  grüner,  oft  sehr  glimmeriger,  glaueonitischer 
Sand  mit  Feuerstein-Schichten,  welche  in  kieselige  Kalke  oder  glau- 
conitischen  Sandstein  übergehen.  Lager  des  Holaster  suborbicularis 
Brongn.  sp. 

Die  Vertheilung  der  zahlreichen  namentlich  an  den  Fundorten  der 
Hegend  von  Rouen,  Hävre,  Fecamp,  Rougefort,  ßtretat  vorkom- 
menden Versteinerungen  in  diesen  einzelnen  Schichten  ist  noch  nicht  allge- 
mein genauer  festgestellt;  nur  von  einzelnen  Localitäten,  wie  z.  B.  von 
Rouen  (Colline  Sainte  -  Catherine)  sind  vollständigere  Petrefacten -Listen 
bekannt  geworden. 

Für  das  westliche  Frankreich,  besonders  für  das  Sarthe-Departe- 
ment  hat  Triger  eine  Gliederung  der  dortigen  Cenoman  -  Schichten  ausge- 
führt, wie  wohl  noch  keine  minutiösere  bekannt  gemacht  ist;  dieselbe  ist 
auf  einer  Tabelle  dargestellt,  welche  seine  eben  so  sorgfältig  ausgeführte 
geologische  Karte  jenes  Departements  begleitet1).  Dieser  ausserordentlich 
scharf  beobachtende  Geologe  unterscheidet  hier  unter  der  zum  Turon  (craie 
marneuse)  gehörenden  Gruppe  des  Inocerumus  labiatus  (problemaiicus  Orb.) 
zwei  zum  Cenoman  gehörige  Hauptgruppen  mit  6*  Zonen  und  34  „assises"', 
welche  siimmtlieh  sowohl  petrographisch  wie  palaontographisch  gut  charakte- 
risirt  sind,  wie  ich  mich  selbst  bei  den  unter  seiner  Führung  unternommenen 
Excursionen  an  Ort  und  Stelle  überzeugen  konnte.  Es  kann  hier  natürlich 
nicht  der  Ort  sein,  diese  ganze  Gliederung  in  extenso  zu  reproduciren  und 
beschränke  ich  mich  nur  darauf,  dieselbe  in  flüchtigen  Umrissen  zu  skizziren, 
soweit  sie  für  die  Vergleichung  mit  unseren  äquivalenten  Bildungen  von 
Interesse  ist. 

II.  Die  Gruppe  des  Amtn.  naricularis,  die  oberste  der  Cenoman-Schichten, 
besteht  aus  der  Zone  der  Ostrea  biauricidata  und  der  der  Rhynchonella  cotn- 
pressa.  In  letzterer  befindet  sich  auch  das  Hauptlager  der  TcrebraieUa 
Menardi,  welche  jedoch  schon  in  tieferen  Schichten  anfangt. 

L  Einen  weit  grösseren  und  mannigfaltiger  gegliederten,  auch  petre- 
factenreicheren  Schichtencomplex  umfasst  die  Gruppe  des  Perlen  asper.  Die 
Unterabtheilungen  derselben  sind 


M  Division*  senr'-nilos  ,\o  In  Cnrt*  cfiolo^iqn«*       U  Stirtlio. 


Digitized  by  Google 


421 


1.20 


d.  die  Zone  des  Turrilites  costatus  Lara.,  welche  ihrerseits  wieder  zer- 
fällt in  folgende  sieben  Lager  (assises): 

7)  Lager  des  Thecidium  rugosüm  Orb. 

6)     „  der  Trigonia  spinosa  Park. 

5)     „  der  Archiacia  sandalina  Arch.  sp. 

1)  „  des  Ammonitcs  Rotomagensis  Defr. 
3)     „  des  Scaphites  aequalis  Sow. 

2)  „  der  Trigonia  dacdaUa  Park. 

1)     „     des  Nautilus  Largilliertanus  Orb. 

Von  diesen  sind  von  besonderem  Interesse  die  Lager  des  Amin.  Roto- 
magensis und  des  Scaphites  aequalis^  von  denen  ersteres  in  jeder  Beziehung 
dem  Hauptniveau  des  Amin.  Rotomagensis  im  Norden  des  Harzes,  letzteres, 
welches  ausser  dem  Scaphiten  besonders  Ammonites  varians  Sow.,  Tunilites 
costatus  Lam.,  Baculites  baculoides  Mant.,  AvcUana  cassis  Orb.  und  Holaster 
subglobosus  Leske  sp.  führt,  dem  zunächst  darunter  liegenden  von  Strom- 
beck besonders  bei  Broitzen  nachgewiesenen  Hauptlager  der  Turriliten 
und  des  Scaphites  aequalis  entspricht  Zugleich  schliesse  ich  mich  Triger's 
und  Strombeck's  Ansicht  an,  dass  diese  Schicht  das  wahre  Aequivalent 
der  petrefactenreichen  Schicht  von  Rouen  ist  (Schicht  E.  der  Eintheilung 
Hebert's,  s.  o.  —  eine  Ansicht,  die  von  Hebert  nicht  getheilt  wird, 
welcher  die  ganze  Reihenfolge  der  Cenoman- Schichten  des  Sarthe-Departe- 
ments  für  jünger  hält  als  die  chloritische  Kreide  des  nordlichen  Frankreichs. 
Für  die  übrigen  Lager  durften  die  Aequivalente  nicht  mit  gleicher  Scharfe 
nachzuweisen  sein. 

c.  Zone  des  Pygurus  lampas  Dclabeche  sp.  Diese  dürfte  in  ihrer  Ge- 
sammtheit  der  Tourtia  von  Essen  entsprechen,  in  der  es  bis  jetzt  noch 
nicht  gelungen  ist,  weitere  Unterabtheilungen  nach  der  Vertheilung  der 
Petrefacten  in  verticaler  Richtung  nachzuweisen;  Triger  unterscheidet  da- 
gegen im  Sartho-Departement  sieben  Lager,  welcho  er  nach  den  fast  sämmt- 
lieh  auch  in  der  norddeutschen  Tourtia  vorkommenden  Arten  benennt: 

7)  Lager  des  Turrilites  undulatus  und  Catopygus  columbarius 
(wahrscheinlich  nicht  speeifisch  verschieden  von  Cat.  cariwitus). 
t>)  Lager  der  Trigonia  sulcatariu  Lam. 
5)     „     des  Pecten  etongatns  Lam. 
4)     „     der  Zamien  und  Terebratula  nvata  Sow. 
3)     ,     der  Perna  lanceolata  Oein. 
2)     „     der  Lima  ReicJtenbachi  Gein. 
1)     ,     des  Ammonites  falcatus  Mant. 


Digitized  by  Google 


(22) 


422 


Aussnrdem  gehören  zu  den  bezeichnendsten  Arten  dieser  Zone: 
Pleurotomaria  Mailleana  Orb. 
Turritella  Cenomanensis  Orb. 
Varigera  Guerangeri  Orb. 
Pterodonta  inflata  Orb. 
Pitonellus  Archiacanus  Orb. 
Mytilus  Cottai  Roem.  (peregrinus  Orb.) 
Janira  aequieostata  Lam.  sp. 
Lima  subconsobrina  Orb. 
Linux  tecta  Gf. 
Lima  rapa  Orb. 
Ostrea  columba  Desh. 
Ostrea  lateralis  Xilss. 
Terebratula  phaseolina  Lam. 
Terebratclla  Mcnardi  Lam.  sp. 
Rhynchonella  Lamarcki  Orb. 
(Maris  vesiculosa  Goldf. 

i 

Qodiopsis  doma  Desm.  sp. 

Anorthopygus  orbictdaris  Deaor.  sp. 

Holaster  suborbicularis  Ag. 

Spongytarien  und  Bryozoen. 
b.  Die  Zone  des  Turrilitcs  tuberculatus  Bosc.  durfte  mit  der  vorigen 
Zone  noch  zu  demselben  Schichtencomplexe  gehören,  der  in  Norddeutsch- 
land durch  die  Tourtia  repräsentirt  wird.    Hier  ist  das  Hauptlager  von 

Nautilus  elegans  Sow. 

Ammonites  ManttUi  8ow. 

Ammonites  Beaumonti  Orb. 

Turrilites  tuber ctdatus  Bobc. 

Pleurotomaria  Mailleana  Orb. 

Panopaea  mandibula  Sow.  sp. 

Protocardia  (Cardium)  Hillana  Sow.  sp. 

Mytilus  Ligeriensis  Orb. 

Janira  quinquecostata  Sow.  sp. 

Jantra  longicauda  Orb. 

Pecten  asper  Lam. 

Osfrea  carinata  Lam. 

Osfrea  lateralis  Nilss. 

Ostrea  haliotoHdea  8ow.  sp. 

Holaster  nodulosus  Goldf.  sp. 


Digitized  by  Google 


423  (23) 


Epiaster  distinctus  Ag. 

Hemiaster  bufo  Brongo.  8p. 

Orbitolina  concava  Lam. 
Auch  in  dieser  Zone  unterscheidet  Triger  sechs  verschiedene  Lager, 
von  denen  das  des  Hemiaster  bufo  das  tiefste  ist. 

a.  Triger's  unterste  Zone  ist  die  der  Ostrea  vesiouiosa  Lam.,  welche 
aus  zwei  verschiedenen  Grünsandschichten  besteht,  von  denen  die  obere  nur 
Ostrea  veskuksa  Lam.  fahrt,  die  andere  versteinerungsleer  ist;  dieselben 
könnten  nach  Triger's  Ansicht  vielleicht  schon  die  jüngsten  Schichten  des 
Gault  darstellen.  Es  sind  die  ersten  marinen  Niederschläge,  die  sich  im 
Sarthe-Departement  nach  der  Bildung  der  Aatartensohicbten  des  oberen  Jura 
abgelagert  haben. 

Ganz  ähnlich  wie  im  Sarthe-Departement  sind  die  Verhältnisse  der 
Kreideschichten  in  dem  nahen  Departement  Loir-et-Cher,  denen  eine  Arbeit 
von  Bourgeois1)  gewidmet  ist.  So  werden  wir  allmählich  hinübergeführt 
zu  den  Departements  Charente,  Gharente-in ferieure  und  Dordogne, 
die  sich  dann  zunächst  an  die  alpine  Kreide  *)  anschliessen.  Ueber  die  drei 
letztgenannten  Departements  handelt  eine  grössere  Abhandlung  vonCoquand3). 
Derselbe  unterscheidet  dort  in  der  Kreideformation  folgende  Etagen: 

Dordonien 

Campanien 

Santonien 

Coniacien 

Provencieti 

Augoumien 

Carentonien 

Gardonien 

Rotomagicn 

')  Distribution  des  espeees  dans  leg  terrains  eretaces  de  Loir-et-Cher,  in  Mem.  geol. 
Fr..  2,  XIX,  p.  652;  1862. 

»)  Ueber  die  alpinen  Kreidebildongen  des  südlichen  und  südöstlichen  Frankreichs, 
welche  ich  hier  nicht  mit  in  Betracht  gesogen  habe,  giebt  die  im  Jahre  1861  erschienene 
Arbeit  des  Dr.  Heynes:  „Etndes  sur  le  synchronisme  et  la  delimitation  des  terrains  ere- 
taces dn  sud-est  de  la  France;  Paris  1861*  übersichtliche  Auskunft;  Tgl.  auch  desselben 
Verfassers  8chrift:  „De  l'etage  dans  la  formation  cretacee;  Marseille  1864*. 

*)  Synopsis  des  animaux  et  des  Teg6taux  fossiles  obserrees  dans  la  formation  cretacee 
da  sud-oaest  de  la  France,  in  Bull,  geol.  Fr.  2,  XVI,  p.  945  ff.,  1859;  auch  mit  etwas 
erweitertem  Inhalt  separat  erschienen  unter  dem  Titel:  Synopsis  des  Animaux  et  des  Ve- 
getaux  fossiles  des  departements  de  la  Charente,  de  la  Charente-inferieure  et  de  la  Dor- 
dogne, 1860. 


Digitized  by  Google 


» 


(24)  424 


Die  letztgenannte  Etage  kommt  indessen  in  jener  Gegend  nicht  vor 
und  von  den  übrigen  kommen  nur  das  Carentonien  und  das  Gardomen  in 
iietracht,  da  die  anderen  nicht  mehr  der  cenomanen  Kreide  angehören. 

b)  Das  Carentonien  Coquand's  umschliesst  nach  Triger's  Ansieht  seine 
beiden  untersten  Zonon  der  Ornppe  des  Inoceramus  labiatus,  sowie  von  der 
Gruppe  des  Ammonites  naincularis  die  Zone  der  Ostrea  Mawictdata  nebst 
der  obersten  8chicht  (Lager  der  Globiconcha  rottmdata)  der  folgenden  Zone. 
Die  bezeichnendsten  der  von  Coquand  angeführten  Arten,  ineist  von  den 
Fundorten:  Angouleme,  St.  Trojan,  Bagnolet,  Martrou,  Ile  d'Aix, 
Chateauneuf,  sind  folgende: 

Nautilus  triangularis  Montf. 

Ammonites  naincularis  Sow. 

Ammonites  Woollgarei  Mant. 

Globiconcha  rotundata  Orb. 

Actaeonella  laevis  Orb. 

Nerinea  mcnUifera  Orb. 

Nerinea  Bauga  Orb. 

Vatigera  carentonetisis  Orb. 

Pterodonta  inflata  Orb. 

Trigonia  sinuata  Park. 

Panopaea  substriata  Orb. 

Arcopagia  discrepans  Orb. 

Jüyoconcha  cretacea  Orb. 

Mytilus  Liyeriensis  Orb. 

Inoceramus  labiatus  Schloth.  sp.i* 

Lima  intermedia  Orb. 

Pecten  dongatus  Lam. 

Janira  laevis  Coq. 

Ostrea  columba  Desh. 

Ostrea  diluviana  Goldf. 

Ostrea  haliotoidea  Sow.  sp. 

Ostrea  flabeUa  Orb. 

Ostrea  carinata  Lam. 

Ostrea  lateralis  Nilss. 

Ostrea  biauriculata  Lam. 

Sphaerulites  foliaceus  Lam. 

Sphaerulites  polyconüites  Orb.  sp. 

Caprina  adver sa  Orb. 

Caprina  costata  Orb. 


Digitized  by  Google 


(25) 


Terebratulu  phaseolina  Lam.  (biplkata  Orb.) 
TerebrateUa  Menardi  Lam.  sp. 
Terebrateüa  carentonensis  Orb. 
TerebrateUa  pectita  Sow.  sp. 
Rhynchoneüa  compressa  Lam.  sp. 
Rhynchoneüa  Lamarcki  Orb. 
Goniopygus  Menardi  Ag. 
Caratomus  rostratus  Ag. 
Catopygus  columbarius  Lam.  sp. 
Pyyurus  lampas  Delabeche  sp. 
Archiacia  sandalina  Arch.  sp. 
Holaster  nodulosus  Ooldf.  sp. 

a)  Das  Gurdonien,  welches  Triger  als  Aequivalent  des  mittleren  Theils 
seiner  Zone  der  Rhynchoneüa  compressa  betrachtet,  enthält  fast  nur  Pflanzen - 
reste  an  der  Localität  Ile  d'Aix.  Das  Rotomagien,  welches  die  darunter 
folgenden  Schichten  des  Sarthe-Departements  reprasentirt,  fehlt,  wie  oben 
gesagt,  in  dem  Gebiete,  über  welches  diese  Coquand'sche  Schrift  handelt. 

Die  englischen  Cenuman -Bildungen 

»chliessen  sich  in  ihrem  ganzen  Verhalten  eng  an  die  nordfranzösischen  des 
Pariser  Beekens  an.  Sie  sind  zuerst  von  Fitton  und  von  Phillips 
genauer  studirt.  Die  gebräuchlichste  und  in  fast  allen  paläontologischen 
Arbeiten  der  Engländer  zu  Grunde  gelegte  Eintheilung  ist  jene,  auch  in 
Davidson's  Brachtopoden- Werke  adoptirte,  nach  welcher  unter  dem  eigent- 
lichen Chalk  (Senon,  obere  Kreide) 

Lotcer  Chalk  und  Chalk  Marl 

Chloritic  Marl 

Upper  Green  Sand 

und  dann  die  Schichten  des  Gatüt  folgen;  doch  scheinen  diese  Abtheilungen 
nicht  immer  mit  gleicher  Schärfe  begrenzt  zu  werden  und  ersetzen  sich 
wohl  auch  gegenseitig  theilweise  an  verschiedenen  Loealitäten.  Einen  inter- 
essanten Versuch,  alle  Abtheilungen  der  Kreide  in  England  von  Osten 
nach  Westen  in  ihrem  ganzen  Verlaufe  im  Zusammenhange  zu  verfolgen, 
hat  kürzlich  Mr.  C.  J.  A.  Meyer  veröffentlicht1).  Für  die  Cenoman-Bil- 
dungen  sind  dabei  namentlich  die  Umgebungen  von  Folkstone,  Maidstone, 
Sevenoaks,  Nutfield,  Farnham,  Insel  Wight,  Warminster  und 
Blackdown  berücksichtigt.    Genauere  und  zuverlässige  Angaben  über  die 

—  _ 

•>  TW  Oeolopica!  Magazine,  III,  No.  XIX,  Jan.  18»>R. 


Digitized  by  Google 


(26) 


■426 


verticale  Verbreitung  der  Petrefacten  in  diene r  Bchichtenfolge  liegen  mir 
besonders  bezüglich  der  Cephalopoden  (nach  Sharpe's  leider  durch  den 
Tod  des  Verfassers  abgebrochener  Monographie)  und  der  Brachiopoden  vor 
(nach  David son's  Monographie  der  britischen  Kreide-Brachiopoden). 

4.  Der  Lower  Chalk  gehört  nach  den  daraus  angeführten  Petrefacten 
seinem  grösseren  Theile  nach  wohl  nicht  mehr  den  Genoman -Bildungen, 
sondern  schon  der  nächst  jüngeren  Etage  an;  indessen  werden  doch  auch 
charakteristische  Cenoman -Arten,  wie 

Nautüus  Largüliertanm  Orb. 

Ammonites  Rotomagensis  Defr. 

Ammonites  varians  Sow. 

Turrilites  costatus  Lam. 

Terebratula  biplicata  Sow. 

Terebratula  so 

RhynchoneUa  Mantdlana  Sow.  sp. 
daraus  angeführt,  welche  es  in  hohem  Grade  wahrscheinlich  machen,  das» 
auch  Schichten  cenomanen  Alters  in  den  Lower  Chalk  mit  eingerechnet 
werden;  auch  wird  er  von  den  englischen  Geologen  immer  als  eng  zusam- 
menhängend in  seinen  Verhältnissen  mit  dem  folgenden  Chalk  Marl  dar- 
gestellt. 

3.  Der  Chalk  Marl  und  Grey  Chalk  gehören  schon  entschieden  dem 
Cenoman  an.  Wiest1)  hat  diese  Schicht  besonders  bei  Chard  und 
Ohardstock  genauer  studirt;  er  bezeichnet  dieselbe  dort  als  „Discoidean 
Stratum"  und  nennt  als  besonders  bezeichnende  Petrefacten 

Ammonites  Mantelli  Sow. 

Disco'idea  cylindrica  Lam.  sp. 

Holaster  subglobosus  Leske  sp. 

Davidson  führt  folgende  Brachiopoden  -  Arten  an,  die  er  von  dort 
daraus  untersucht  hat: 

Terebrattda  semiglobosa  Sow. 

Terebratula  squamosa  Mant. 

Terebratula  arcuata  A.  Roem.  (rugulosu  Morr.) 

TerebrateUa  incerta  Dav.  (Trigonosemus) 

Mynchonella  laiissima  und  compressa  Dav. 

RhynchoneUa  Cuvieri  Dav. 


')  Bei  Davidson,  Cret  Brach.,  p.  114,  1855;  —  and  Quenst  ,  Epochen  d.  Natur, 

p.  629. 


Digitized  by  Google 


427  (27) 


Ausserdem  werden  aua  dem  Chatk  Marl  besondere  folgende  Arten 
angegeben: 

Turrilites  costatus  Lam. 
Pecten  Beaten  8ow. 
Uolaster  subglobosus  Leske  sp. 
Hemiastcr  Morris*  Forb. 
Galerites  castanea  Brongn.  sp. 

2.  Der  CMoritic  Marl  und  Chalk  with  Süiceous  yrains,  welche  nach 
der  gewöhnlichen  Annahme  einander  ersetzen,  scheinen  einen  deutlichen 
Uebergang  von  der  vorigen  Schicht  zur  folgenden  zu  bilden,  in  paläonto- 
logischer Beziehung  Bich  aber  enger  an  den  Chalk  marl  anzuBchliessen. 
Hierher  wird  Wiest's  „Scaphites  Bed"  zu  stellen  sein,  in  welchem 

Nautilus  triangularis  Montf. 

Nautilus  Fleuriauanus  Orb. 

Nautilus  laevigatus  Sow. 

Ammonites  varians  8ow. 

Ammonites  obtectus  Sharpe 

Scaphites  aequalis  Sow. 

Terebratula  squamosa  Mant. 

Terebratula  arcuata  Roem.  (rwjulosa  Morr.) 

Terebratella  Memrdi  Lam. 

BhynchoneUa  dimidiata  8ow.  sp. 
ihr  Lager  haben.  —  Unter  den  übrigen  aus  dem  CMoritic  Marl  anderer 
Localitäten  citirten  Petrefacten  sind  die  wichtigsten: 

Ammonites  Bamsayanus  Sharpe 

Ammonites  Salteri  Sharpe 

Ammonites  curvatus  Mant. 

Ammonites  hippocastanum  Sow. 

Ammonites  Botomagensis  Defr. 

Ammonites  Coupei  Brongn. 

Inoceramus  striatus  Mant. 

Janira  quinepiecostata  Sow.  sp. 

1.  Der  Upper  Green  Sand  ist  die  fossilreichste  Abtheilung  des  eng* 
lischen  Cenomans;  zu  ihm  scheinen  die  drei  untersten  Schichten  Wiest's 
von  Chardstock  gerechnet  werden  zu  müssen,  nämlich: 

c.  Green  Bed,  welches  sich  deutlich  von  dem  Scaphites  Bed  abtrennt 
und  zahlreiche  charakteristische  Arten  des  Upper  Green  Sand  enthält.  Unter 
den  Brachiopoden  sind  besondere  zu  nennen: 


Digitized  by  Google 


(28)  428 


Terebrututa  ovata  Sow. 
Megerlcia  litna  Defr.  sp. 
Terebratella  pectita  Sow.  8p. 
Lyra  Meadi  Comb. 
Rhynchonella  dimidiata  8ow.  »p. 
Rhynchonella  depressa  Sow.  sp.(P) 
Rhynchonella  Grasana  Orb. 
b.  Crustaceati  Stratum  mit  zahlreichen  Crustaceenresten ,  mehren  Arten 
von  Pecten  und 

Terebratella  pectitu  Sow.  sp. 

Lyra  Meadi  Cumb. 

RhynchoneUa  Grasana  Orb. 
a.  Nautilus  laevigatus  Layer,  eine  petrefactenarme  Sandschicht  mit  dem 
genannten  Nautilus. 

Nach  Meyer  würden  die  „Firestone-beds"  von  Godstone  und  Reigate, 
der  „Malmrock"  des  westlichen  Sussex  und  die  „Chert-beds"  der  Insel 
Wight,  sowie  der  „yellowish - brown  sandstone  with  Chert  -searas"  von 
Lyme- Regia  ebenfalls  dem  Upper  Green  Sand  angehören. 

Zu  den  charakteristischsten  und  häufigsten  Arten  des  Upper  Grten  Sund 
gehören  folgende: 

Nautilus  Fittoni  Sharpe 

Ammonites  nuvicularis  Mant. 

Ammonites  planulatus  Sow. 

Ammonites  Austeni  Sharpe 

Ammonites  varians  Sow. 

Ammonites  falcatus  Mant. 

Turritella  granuluta  Sow. 

Solarium  ornatum  Sow. 

Area  glabra  Park.  sp. 

Area  carinata  Sow. 

Trigonia  Archiaci  Orb. 

Tftetis  major  Sow. 

Cyprina  orbiculata  Roem. 

Cyprina  globosa  Sharpe 

Protocardia  Hillana  Sow.  sp. 

Panopaea  mandibula  Sow.  sp. 
Gervilleia  vesiculosa  Sow. 
Inoceramus  cuneifortnis  Orb. 


Digitized  by  Google 


429  (29) 

Pinna  Galliennei  Orb. 

Spondylus  striatus  Sow.  sp. 

Plicatula  inflata  Sow. 

Avicula  gryphacöides  Sow. 

Janh'a  aequicostata  Lam.  sp. 

Janira  quinquecostata  Sow.  sp. 

Pecten  asper  Lam. 

Prr/c»  elongatus  Lam. 

Pec/ew  orbictdaris  Sow. 

Lima  cenomanensis  Orb. 

LtMia  simplex  Orb. 

Liw«  semtormi/a  Orb. 

Osfrea  canalicuiata  Sow.  sp. 

Ostrea  conica  Sow. 

Ostrea  haJioto'idea  Sow.  8p. 

Catepygtts  carinatus  Goldf.  sp. 

Holaster  nodulosus  Goldf.  sp. 

Peltastes  clathrattts  Ag.  sp. 

Saleuia  petalifera  Defr.  sp. 

d'rtam  insignis  Gras. 
Eine  Frage,  deren  Entscheidung  für  die  ßeurtheilung  der  Verbreitung 
der  eenomanen  Brachiopoden-Arten  von  besonderem  Interesse  wäre,  ist  die 
über  das  Alter  der  petrefactenreichen  Schwammschichten  von  Farringdon 
(..Farringdon  Spange  Gravel  and  Sand"),  da  dieselben  eine  besonders  grosse 
Anzahl  von  Brachiopoden  enthalten.  Leider  ist  aber  gerade  die  Beantwortung 
dieser  Frage  noch  eine  sehr  zweifelhafte ;  es  stehen  sich  in  dieser  Beziehung, 
wie  ich  schon  an  einer  anderen  Stelle1)  kurz  erwähnt,  drei  verschiedene 
Ansichten  gegenüber :  Sharpe1)  kam  vom  rein  paläontologischen  Stand- 
punkte aus  zu  dem  Resultate,  dass  diese  Schichten  nur  als  Aequivalente 
der  Tuffkreide  von  Maestricht  betrachtet  werden  konnten.  Da  diese  An- 
sicht jetzt,  wie  es  scheint,  von  sämmtlichen  englischen  Geologen  als  eine 
irrthümliche  erkannt  ist,  so  darf  sie  auch  hier  wohl  unberücksichtigt  bleiben; 
es  handelt  sich  daher  nur  noch  um  die  beiden  anderen,  deren  Hauptvertreter 
einerseits  Davidson  und  andererneits  C.  J.  A.  Mover  sind.  Davidson') 
gründet  seine  Ansicht,  dass  die  Schichten  von  Farringdon  dem  Upper 
Green  Sand  gleichalterig  seien,   vorzugsweise  auf  diu  Untersuchung  der 

• »  Zeitwhr.  g.  Oei.  XVTI1.  p.  371 ;  18fiH. 
T»  Quart.  Journ.  OeoL  8oc.  X,  p.  17«. 
Monogr.  Cret.  Br.  p.  U-9  ff.;  1855. 


Digitized  by  Google 


(30)  430 


Brachiopoden ,  welche  neben  den  Schwämmen  für  jene  Schichten  besonder« 
charakteristisch  und  häufig  und  daher  zur  Yergleichung  um  so  mehr  geeignet 
sind,  als  keine  andere  Thierklasse  aus  der  englischen  Kreide  genauer  be- 
kannt und  sorgfältiger  studirt  ist;  im  Gegensatz  dazu  sind  die  Schwämme 
der  englischen  Kreideformation  noch  sehr  ungenügend  bekannt.  Zu  der 
gleichen  Ansicht  wie  Davidson  ist  auch  Renovier1)  durch  die  Unter- 
suchung der  Fossilien  von  Farringdon  gelangt,  dessen  Urtheil  bei  seiner 
genauen  Kenntnis«  nicht  nur  der  englischen,  sondern  auch  der  französischen 
und  westschweizerischen  Kreidebildungen  und  der  darin  vorkommenden 
Petrefacten  gewiss  nicht  unterschätzt  werden  darf.  Dagegen  steht  an  der 
Spitze  der  anderen  Geologen,  welche  die  fraglichen  Schichten  von  Far- 
ringdon als  Aequivalente  des  Lower  Green  Sand  betrachten,  C.  J.  A. 
Meyer*),  welcher  diese  Frage  mit  grossem  Eifer  verfolgt  und  immer 
grösseres  Material  zur  Beurtheilung  derselben  herbeizuschaffen  bemüht  ist. 
Schon  früher  haben  Godwi n -Austen  und  die  Geologen  der  britischen 
Landesaufnahme,  Hull  und  Whitaker,  die  gleiche  Ansicht  gehabt,  für 
welche  in  neuerer  Zeit  auch  Evans-1)  sich  ausgesprochen  hat.  Meyer 
stützt  sich  theils  auf  stratographische,  theila  auf  paläontologische  Gründe. 
Wenn  aber  vermittelst  der  ersteren  wegen  der  schwierigen  localen  Verhält- 
nisse, namentlich  wegen  fehlender  grösserer  Aufschlüsse  bis  jetzt  ein  stricter 
Beweis  noch  nicht  geführt  zu  sein  scheint,  so  dürften  auch  die  paläonto- 
logischen Gründe  noch  nicht  nach  der  einen  oder  anderen  Seite  hin  ent- 
scheidend sein.  Denn  neben  einer  Anzahl  von  Arten,  welche  als  bezeich- 
nend für  den  Lower  Green  Sand  gelten,  sollen  bei  Farringdon  auch 
einige  sehr  charakteristische  Cenoman-Arten  vorkommen.  Zu  den  letzteren 
gehören  namentlich  Terebrattda  Tornacensis  Arch.,  depressa  Lam.,  Hobertoni 
Arch.,  Terebratella  Menardi  Lam.  sp.,  lihynchomila  ditnidiutu  Sow.  sp.; 
freilich  sollen  diese  zum  grossen  Theile  —  namentlich  die  wichtigsten  und 
am  leichtesten  erkennbaren:  T.  depressa,  Robertoni  und  Terebratella  Menardi 
—  in  England  auch  in  entschiedenem  Lower  Green  Sand  vorkommen  4)  und 
andererseits  werden  einige  der  von  Davidson  von  Farringdon  citirten 
Arten  von  Meyer  anders  gedeutet.  Ausserdem  kann  Herr  Meyer  zu  den 
auch  von  Davidson  anerkannten  charakteristischen  Lower  Green  Sand- 
Arten  von  Farringdon  (T.  tatnarindus,  Terebratella  (?)  oblonya)  noch  einige 

')  Zufolge  einer  gefälligen  brieflieben  Mittbeüung  an  mich. 
*)  The  Geologist,  Jan.  1HJ-1,  p.  5. 

J)  Proceedings  of  the  Oeologists'  Association  of  London,  p.  33. 

«)  Nach  gefalliger  brieflicher  Mittheilung  Herrn  Meyer'?,  in  dem  tu  der  oberen 
Abtheilung  ( Follwtone  Reds )  de«  Lower  Green  8and  gehörigen  sogenannten  „Burgate  Stone". 


Digitized  by  Google 


431 


(31) 


weitere  eben  so  charakteristische  hinzufügen,  nümlich  besonders  Lingttla 
trttncata  Sow.  und  Ilhynchonella  Gibbsana  Sow.  sp.  —  So  scheint  es  für 
jetzt,  wenn  man  keine  Gelegenheit  hat,  selbst  Exemplare  von  Farringdon 
mit  unseren  Arten  zu  vergleichen,  noch  nicht  thunlich,  sich  für  eine  oder 
die  andere  dieser  beiden  entgegengesetzten  Ansichten  zu  entscheiden.  Es 
dürfte  sich  daher  empfehlen,  im  Nachfolgenden  bei  der  Vergleichung  unserer 
norddeutschen  Cenoraan-Brachiopoden  mit  den  Arten  von  Farringdon  mit 
doppelter  Vorsicht  zu  Werke  zu  gehen;  es  wäre  nicht  unmöglich,  dass  bei 
der  Uebereinstimroung  der  Facies  der  Schichten  von  Farringdon  mit  der 
derTourtia  von  Essen  und  Tournay  die  Identität  gewisser  Arten  nur  eine 
scheinbare  wäre,  indem  bei  genauerer  Vergleichung  die  Arten  sich  nur  als 
ähnliche,  aber  nicht  identische  erwiesen.  Träfe  diese  Voraussetzung  wirk- 
lich zu,  so  würde  hier  ein  ähnlicher  Fall  vorliegen,  wie  die  langjährige 
Verwechselung  der  verschiedenen  Scyphien-Schichten  des  oberen  Jura,  welche 
erst  in  neuoster  Zeit  durch  die  schlagendsten  und  überzeugendsten  strato- 
gniphischen  und  paläontologischen  Beweise  aufgeklärt  ist;  auch  hier  hat 
man,  nachdem  durch  die  stratographischen  Verhältnisse  das  Vorhandensein 
zweier  verschiedener  Horizonte  wahrscheinlich  gemacht  war,  lange  ange- 
nommen, dass  die  Mehrzahl  der  organischen  Reste  beiden  Horizonten  ge- 
meinsam sei,  bis  Oppel  zuerst  durch  seine  Untersuchung  der  Ammoniten ') 
und  sodann  auch  der  übrigen  Petrefacten *)  nachwies,  dass  in  den  meisten 
Fällen  die  vermeintliche  Identität  der  Arten  in  Wirklichkeit  nicht  existirte. 
—  Ist  doch  auch  unser  cenomaner  Grünsand  von  Essen  selbst  so  lange 
Zeit  mit  dem  neocomen  Hilsconglomerat  verwechselt! 


Ich  schliesse  diesen  kurzen  Ueberbliok  über  die  Entwicklung  der 
Cenoman-Schichten  im  Norden  der  Alpen  mit  dem  Versuch,  den  Synchronis- 
mus der  verschiedenen  in  den  oben  besprochenen  Gegenden  diesen  Complex 
bildenden  Schichten  auf  einer  Tabelle  zur  Anschauung  zu  bringen. 


»)  Oppel,  Peiiontologijche  Mitteilungen,  II,  p.  163  ff.;  1863. 

')  Oppel,  in  geogn.-palüontol.  Beitr.  I,  2,  p.  213  ff.;  1866.    Siehe  besonder«  p.  226. 


(3)  28 


Digitized  by  Google 


-o 

 ^ 


B 


c 

o 

'S 
o 
-e 
i- 

P 
g 


1-2 

^  E 


1 


:  ■  a 
s  -S 

a 

5  " 

5  «  tc 
«In 


o 
<s 

B 


43 

Ii 

3 


S 


-o 

■4 


3 
1 

% 
c 


I 

£ 


a  — 

«•So*  g  ? 
2 


^  ^  o 
w  S  'S 

2  e  « 


|  |  3  f.  | 
'  1-3  S  S  S-S'S 


"3!.2  irJS'S 

1 1  El  -  o  - 


a 

u 

o 

2 


1  ni}«i800  f.nüujn^ 
np  9aoz'  T> 


np  ouoz  •<> 


•s 

B 


•  H*t 

■i»|A«n  | 

»Ja'  '■■0 


jsds«  aai90([  np  adnojo 


o 


12  »  . 
•     .22  *! 
O  ©  «1 


c 


"S.  2  «  0 
I 


.38  B  Bö 

O  00 


41  o 
2  * 

o  S 


CO 


aa 


I 


ij  &l* 

■ts  h     5  >■  j 


jiunfl  n»9if>  jadd^ 


03  r- 


T3 
= 
3 


_2_ 


U3 

I 


JX 

o 


I 


uaiunjn)  91 


Iii 


.2  _r 


sl'il.s| 


0J 
3 

er 
I 


b 
'3 
fc 

•»IS 

na  a. 

• — «  ^ 


I 


1 


3 


3 

O 

S3 


£ 

_ 


S 


..  B 

a  «j 
Off 


•     J  tc 

Iiis 


rdl.  von  Hätz 

nach 
rombeck  und 
Ewald 

Oberer  Pläner 

mit  inoc. 
lo^iahM  oder 
mittler  Pläner 

=  1  .2 
E  —     •»  c 
ou      ß  a> 

4>  •*» 
O  —  SiC'-S 

** 

Ii  I* 

Turriliten- 
Schicht 

Varians- 
1  Schichten 

***     *  ■ 

5  =  ä-|£3 

•»  5  3  r  e  O 

-5 

&  - 

E  ~ 

=  3 
in  3 
E  S 

a  - 

m 

WC  CO 

J  9  U  «  1  J  J( 

►  i  a  |  u 

1 

_,  N 

is-?  *  i 

Unterer 
PWner 

OrQnsand 
und  Con- 
glomerat 

Unterer 
Quader- 
« andstein 

Die  Unter- 
lage bilden 

kry  italie- 
nische 

Oesteine 

«  s 

B)  « 

Sd  'S 
*  1 

S    3  * 

•  1  3 

« §  = 

»§  I-3 

«  5  u 

2  «^S. 

Im 

•»  B  to 

J  «  3  5  5 

S'S  5 

e«»5'; 
0  S  F  ~  ~ 

u  9  8  u 

t>  P  1  !  a  - 

u  «  ra  0  u  9  f) 

Digitized  by  Google 


Terebratula  biplicata  Sow.  1815. 

T.  21  (I),  l  1—6. 
1815.   Terebratula  biplicata  Sow.,  M  C.  I,  p.  201,  t.  90. 
1825.         -        biplicata  Sow.,  M.  0.  V,  p.  53,  t.  437,  f.  2,  3. 

—  —        obtusa  Sow.,      —    —    p.  53,  t,  437,  f.  4. 

1836.  —        fdba  Sow.  in  Tranjact  OeoL  Soo.  IV,  p.  338,  t.  14,  f.  10. 

1889.  —        ovoides  Oein.,  Charakt  I,  p.  17,  t.  8,  f.  5  (nicht  oooii.  Sow  ) 

1841.  —        curvirostris  A.  Boom.,  Kreid.,  p.  42  (nicht  curvir.  Nilss.). 

—  —        ovoides  A.  Roem.,  ibid.  p.  42. 

—  —        biplicata  A.  Room.,  ibid.  p.  43,  e.  Th.  (Fundorte:  Water. 

läppe  bei  Werl  und  England). 

1847.  -        sulcifera  Morr.  &  Dar.,  Ann.  Hag.  XX,  p.  254,  t.  18,  f.  7. 

—  —        Dutempleana  Orb.,  Cret.  IV,  p.  93,  t.  511,  f.  1—8. 
1850.  —        ovoides  Oein.,  Quaders,  p.  215,  *.  Th. 

—  —        biplicata  Oein.,  Quaders.,  p.  216  *.  Tb.  (Fundort:  Eisen 

«.  Th.  (Waterlappe  bei  Werl). 

1852.  —        obesa  Dar.,  Cret.Br.,  p.  53  *.Th.,  t.5,  f.  16  (nicht  f.  18— 15). 

1855.  —        biplicata  Dar.,  Cret.  Br.,  p.  55,  t.  6,  f.  1—44  (nicht  f.  45—49). 

—  —  .tato'/era  Dar.   —    —   p.  64,  t.  7,  f.  17—20. 

1856.  -        biplicata  Boll.,  in  Meld.  Arch.  X,  p.  41. 

—  —        biplicata  vor.  obtusa  Boll.,  in  Mekl.  Arch.  X,  p.  41. 
1863.  —        obesa  Stromb.  in  Zeitschr.  g.  0.  XV,  p.  111. 

Beschreibung.  Ton  mittler  Grösse  bis  sehr  gross,  länglich  ova), 
meist  etwas  gerundet  fünfeckig;  die  grösste  Breite  in  der  Mitte  oder  etwas 
näher  nach  der  Stirn  zu,  die  grösste  Dicke  ungefähr  in  der  Mitte  oder 
etwas  näher  nach  dem  Schnabel;  die  Oberfläche  ist  mit  deutlichen,  zuweilon 
dicht  stehenden  und  stark  markirten  Zuwachslinien  versehen  und  nach  Da- 
vidson's  Beobachtungen  mit  dichten  strahlenförmigen  Farbenstreifen  un- 
regelmäßig verziert;  gegen  die  Ränder  hin  treten  zuweilen  auch  bei  beson- 
ders guter  Erhaltung  der  Oberfläche  feine  erhabene  Radiallinien  hervor.  — 
Die  ungefähr  gleich  stark  gewölbten  Klappen  vereinigen  sich  an  den  Rändern 
in  einer  nach  der  Stirn  zu  gewöhnlich  ziemlich  stark  gekrümmten  Linie, 
welche  an  der  Stirn  selbst  oft  zwei  starke  Bogen  nach  der  Seite  der  kleinen 
(3*)  28* 


Digitized  by  Google 


Klappe  besitzt.  Die  grössere,  stärker  gekrümmte  Ventrulklappe  ragt,  ent- 
sprechend diesen  Bögen  an  der  Stirn,  meist  ziemlich  weit  über  die  durch 
die  übrigen  Kanten  gelegte  Fläche  vor,  und  besitzt  meist  einen  flachen 
Sinus  von  grösserer  oder  geringerer  Breite,  der  dann  durch  eine  mittlere 
stumpfe  Falte  in  zwei  Theile  getheilt  wird.  Die  kleinere  Rückenklappe  ist 
in  der  Regel  viel  weniger  gleichmässig  gewölbt,  indem  sich  etwa  von  der 
Mitte  ab  nach  den  Ecken  der  Stirn  zwei  sehr  deutliche  und  oft  ziemlich 
hohe,  manchmal  durch  eine  tiefe  Furche  von  einander  getrennte  Falten  in 
divergirender  Richtung  hinziehen,  den  beiden  flachen  Furchen  im  Sinus  der 
anderen  Klappe  entsprechend.  Der  Schnabel  der  Bauchklappe  ist  sehr 
stumpf  und  so  stark  übergebogen,  dass  das  Dcltidium  oft  kaum  sichtbar 
bleibt;  er  wird  parallel  zur  Axe  oder  etwas  schräg  von  einem  massigen 
Foramen  abgestutzt,  welches  nach  vorn  (der  Stirn  zu)  von  einem  niedrigen, 
aber  ziemlich  breiten  Deltidium  begrenzt  wird.  Die  Schnabelkanten  sind 
ganz  abgerundet.  —  Die  Schale  ist  von  regelmässigen,  sehr  feinen  und 
dichten  Toren  durchbohrt. 

Der  Brachialapparat  ist  kurz  und  erreicht  nur  etwa  '/3  der  Länge  der 
kleinen  Klappe.  Er  besteht  aus  zwei  kräftigen,  breiten,  von  der  Schloss- 
platte vortretenden  Lamellen,  welche  ziemlich  stark  divergiren  und  nahe 
ihrem  Anheftungspunkte  mit  kurzen  kräftigen  Fortsätzen  versehen  sind;  die 
ebenfalls  sehr  breiten  rückkehrenden  Lamellen  schliessen  sich  in  spitzem 
Winkel  an  diese  an  und  stossen,  nach  der  Bauchklappe  aufgebogen,  ohne 
eine  horizontale  Brücke  in  einem  abgerundeten  Winkel  zusammen.  Die 
Schlossplatte  ist  nur  schwach  entwickelt.  Die  Muskel-  und  Gcfäss-Eindrücke 
sind  bei  jüngeren  Exemplaren  schwächer,  bei  älteren  stärker  markirt.  In 
der  grossen  Klappe  sind  die  Male  der  Adductor-,  Retractor-  und  Feduncular- 
Muskeln  in  einer  seichten,  rundlichen  Vertiefung  vereinigt;  in  der  kleinen 
Klappe  machen  sich  besonders  die  Adduetor-Male  bemerklich,  welche  durch 
einen  schmalen,  erhöhten  Zwischenraum  getrennt  sind,  der  durch  eine  ver- 
tiefte Mittellinie  in  zwei  Theile  getheilt  wird. 

Bemerkungen.  In  Bezug  auf  diese  vielgenannte  Art  schliesse  ich 
mich  im  Allgemeinen  der  Auffassung  Davidson's  an,  dem  ein  sehr  grosse» 
rntersuchungs-Material  zu  Gebote  gestanden  hat.  Indessen  habe  ich  doch 
einige  Bemerkungen  beizufügen. 

Die  Synonymik  betreffend  ist  Davidson  1855  in  der  zweiten  Abthei- 
lung seiner  Monographie  der  britischen  Kreido-Brachiopoden  (p.  55)  zu  der 
Ansicht  gekommen,  dass  Brocchi's  Aconita  bipheatu  und  Soworby'»  7>- 
rcbratula  biplicata  wahrscheinlich  eine» und  dieselbe  Art  seien,  während  er 
1  >Sf>2  in  der  er.sfon  Abtheiltmg  (p.  53)  sich  Orbigny  angeschlossen  hatte. 


Digitized  by  Google 


435 


(35) 


welcher  uniiimnit,  dass  beide  Arten  um  einander  verschieden  seien,  und 
demgemäss  für  die  mit  der  Sowcrby'schen  Form  identische,  im  franzö- 
sischen Oault  vorkommende  Art  den  neuen  Namen  Terebratula  Dutempleana 
einführt.  —  Inzwischen  ist  diese  Frago  auf  einen  anderen  Standpunkt  ver- 
setzt durch  einen  interessanten  Aufsatz1),  welchen  wir  den  Herren  Triger 
und  dem  seinen  zahlreichen  Freunden  und  einer  unermüdlichen,  für  die 
Wissenschaft  ausserordentlich  erfolgreichen  Thütigkeit  leider  zu  früh  ent- 
rissenen L.  Saeman  verdanken.  Diese  beiden  Herron  sind  durch  Unter- 
suchung des  Broc duschen  Original-Exemplars  der  Anomia  biplicata,  welches 
sie  auch  Herrn  Eug.  Deslongchamps  zur  Untersuchung  vorlegen  konnten, 
zu  der  Ueberzeugung  gelangt,  dass  dasselbe  nicht,  wie  Brocchi*)  angiebt, 
von  San  Quirico  in  Toscana  stammt,  sondern  dass  der  italienische  Gelehrte 
das  Exemplar  höchst  wahrscheinlich  aus  dem  Lias  des  westlichen  Frank- 
reichs erhalten  und  später  verwechselt  hatte.  Nach  Doslongchamps's 
Ansicht  würde  das  Exemplar,  welches  Saeman n  und  Triger  n.  a.  O.  von 
Neuem  haben  abbilden  lassen,  wahrscheinlich  mit  der  hämischen  T.  indentata 
Sow.  übereinstimmen,  und  kann  daher  jetzt  von  der  Identität  der  Typen 
Brocchi's  und  Sowerby's  um  so  weniger  die  Rede  sein,  als  beide  sogar 
verschiedenen  Scctionen  oder  Untergattungen  von  Terebratula  (im  weiteren 
Sinne)  angehören.  Da  indessen  die  speeifische  Uebereinstimmung  der 
Brocc hi'schen  Art  mit  T.  indentata  Sow.  nicht  mit  voller  Sicherheit  fest- 
zustellen ist  (cf.  Eug.  DesL,  Pal.  franc.,  terr.  jur.,  Brach.,  p.  136),  so 
dürfte  der  Brocchi'sche  Name  Anomia  biplicata  am  Zweckmäßigsten  ganz 
unberücksichtigt  bleiben,  so  dass  die  Sowerby'sche  Terebratula  biplicata 
ganz  unbeanstandet  diesen  Namen  behalten  kann.  Wenn  nun  so  auch  ein 
Theil  der  Schwierigkeiten,  welche  die  Synonymik  unserer  Art  darbietet, 
beseitigt  ist,  so  ist  dieselbe  damit  doch  noch  keineswegs  vollständig  klar 
gestellt.  Vielmehr  stellt  sich  jetzt  die  Frage  entgegen,  ob  Orbigny  und 
Davidson  dieselben  Arten  vor  Augen  gehabt  haben;  die  Beantwortung 
dieser  Frage  scheint  nicht  ganz  leicht  und  einfach.  Orbigny  betrachtet 
ab  ident  mit  Brocchi's  Anomia  biplicata  eine  Art,  welche  er  als  Terebra- 
tula biplicata  in  sein  „etage  cenomanien"  stellt,  während  diejenige  Art, 
unter  deren  Synonymik  er  Terebratula  biplicata  Sow.  aufzählt,  aus  dem 
,, etage  albien"  stammt.  Dass  diese  beiden  Orbigny'schen  Namen  wirklich 
zwei  verschiedene  Arten  bezeichnen,  scheint  kaum  zweifelhaft;  ebenso  dürfte 
nach  dem  Obigen  feststehen,  dass  Orbigny'a  Ter.  biplicata  nicht  dem 

')  Sur  le«  Anomia  biplicata  et  vespertilio  de  Brocchi,  im  Bull.  glol.  Fr.,  2,  XIX, 
p.  IHO,  t.  2. 

»)  Couchol.  foss  »ubapp.,  p.  »f,9,  t.  10,  f.  8. 


Digitized  by  Google 


(3G) 


436 


Brocchi'schen  Typus  entspricht.  Wie  verhalten  sich  nun  aber  diese  beiden 
französischen  Arten  zu  der  englischen P  Davidson  betrachtet  mit  Orbigny 
des  Letzteren  T.  Dutempleana  aus  dem  Albien  als  ident  mit  der  englischen 
biplicata,  welche  er  aus  dem  englischen  Gault,  Upper  Green  Sand,  Lower 
Chalk  citirt,  zweifelhaft  sogar  schon  aus  dem  Lower  Green  Sand.  Indessen 
scheinen  mir  die  abgebildeten  Exemplare  aus  der  letzteren  Schicht  durch 
ihren  geraden  Schnabel  genügend  als  abweichend  und  mehr  in  die  Ver- 
wandtschaft der  Ter.  scüa  gehörig  charakterisirt.  Dagegen  liegt  mir  eine 
Anzahl  englischer  Exemplare  aus  dem  Gault  von  Cambridge  (also  von 
der  von  Sowerby  citirten  Localität)  vor,  welche  ich  allerdings  in  keiner 
Weise  von  den  verschiedenen  in  unseren  cenomancn  Schichten  vorkommen- 
den V arietaten  zu  unterscheiden  weiss.  Zwar  zeigen  dieselben  ebenso,  wie 
Davidson's  Abbildungen  die  grösste  Breite  der  Schale  mehr  aus  der  Mitte 
nach  der  Stirn  gerückt,  als  dies  bei  T.  Dutempleana  gewöhnlich  der  Fall 
zu  sein  scheint;  indessen  erweist  sich  dies  Merkmal  als  durchaus  inconstant 
und  kann  daher  nicht  zur  specifischen  Unterscheidung  beider  Formen  Ver- 
anlassung geben.  Ich  schliesse  mich  daher  Davidson  an,  der  Teretnbratula 
Btäempleana  Orb.  als  Varietät  von  biplicata  Sow.  betrachtet 

Für  entschieden  abweichend  von  der  So  werby 'sehen  Art  halte  ich  in 
Uebereinstimmung  mit  Davidson  und  mit  Orbigny  selbst  die  typische 
Orbigny 'sehe  sogenannte  T.  biplicata,  von  der  mir  zahlreiche  schöne 
Exemplare  von  mehren  französischen  Localitäten  zur  Yergleichung  vorliegen. 
Davidson  ßtellt  diese  mit  einigem  Zweifel  als  Synonym  zu  seiner  T.  Tor- 
nacensis  var.  Boemeri;  indessen  dürfte  sie  doch  von  dieser  verschieden  und, 
wie  ich  unten  zeigen  werde,  vielmehr  dieselbe  Art  sein,  welche  Lamarck 
als  Terebr.  phaseolina  bezeichnet  und  von  welcher  Archiac  verschiedene 
Formen  als  Terebratula  revokda  etc.  beschrieben  hat 

Demnach  würden  meiner  Ansicht  zufolge  —  abgesehen  von  den  ober- 
jurassischen  und  neocomen  Arten,  deren  Verschiedenheit  von  den  meisten 
Autoren  seit  lange  anerkannt  ist  —  hauptsachlich  drei  verschiedene  Arten 
vorliegen,  welche  bei  den  Erwägungen  über  die  Synonymik  des  Namens 
Terebr.  biplicata  in  Betracht  zu  ziehen  waren : 

1)  Anotnia  biplicata  Brocchi,  eine  liasische  Art,  wahrscheinlich  =  Ter. 
indentata  Sow. 

2)  Terebratula  biplicata  Sow.,  Dav.,  aus  englischem  Gault,  Upper 
Green  Sand,  etc.,  nebst  der  synonymen  Ter.  Dideinpleana  Orb.  aus 
französischem  Gault. 

3)  Terebratula  biplicata  Orb.  aus  französischen  Cenoman  -  Schichten, 
welche  als  synonym  mit  Ter.  phaseolina  Lam.  zu  betrachten  ist. 


Digitized  by  Google 


J37 


Von  diesen  ist  die  zweite  als  Typus  beizubehalten.  —  Es  könnte  hier- 
nach den  Anschein  gewinnen,  ah  wäre  die  in  England  und  Deutschland  so 
häutige  Ter.  bipUcata  in  den  französischen  Cenoman  -  Schichten  gar  nicht 
vorhanden,  was  jedenfalls  eine  auffallende  Thatsache  wäre.  Indessen  ist 
dies  eben  nur  anscheinend,  indem  meiner  Ansicht  nach  in  Frankreich  die 
echte,  der  englischen  entsprechende  bipUcata  unter  dem  Orbigny'schen 
Namen  bipUcata  gewöhnlich  mit  einbegriffen  wird;  auch  Orbigny  selbst 
wird  dies  wahrscheinlich  gethan  haben,  denn  es  ist  kaum  anzunehmen,  dass 
er  die  echte  T.  bipUcata,  die  im  französischen  Cenomanien  durchaus  nicht 
selten  ist,  nicht  gekannt  hätte.  Viele  französische  Paläontologen  sind  sich 
wohl  bewusst,  dass  man  dort  zwei  verschiedene  Arten  unter  einem  Namen 
vereinigt;  so  unterschied  z.  B.  Saemann  bei  seinen  Versendungen  in  den 
letzten  Jahren  sehr  wohl  zwischen  dem  Orbigny'schen  Typus  der  bipUcata 
und  der  echten  Sowerby'schen  Art,  von  der  mir  eine  grössere  Anzahl 
theilweise  durch  Saemann  erhaltener,  deutlicli  charakterisirter  Exemplare 
aua  cenomanen  Schichten  des  nördlichen  Frankreichs,  z.  B.  von  Fecamp, 
Cap-la-Heve  bei  Havre,  Rougefort  bei  Licques  (Pas-de-Calais), 
etc.  vorliegen. 

Dass  Terebrattda  obtma  und  faba  Sow.  (nicht  faba  Orb.)  von  Ter.  bi- 
pUcata nicht  zu  trennen  sind,  halte  ich  durch  Davidsons  Beobachtungen 
für  erwiesen.  Ebenso  schliessc  ich  mich  vollständig  dessen  Ansichten  über 
das  Yerhältnias  zu  Ter.  semiglobosa  Sow.,  praelonga  Sow.,  seUa  Sow.  und 
Tornacensis  Arch.  an,  wie  er  dieselben  bei  Besprechung  der  betreffenden 
Arten  auseinander  gesetzt  hat;  ich  halte  dieselben  sämmtlich  für  gut  cha- 
rakterisirto  Species.  Wenn  Dr.  Herrn.  Cred  ner  nicht  nur  Ter.  Carteronana 
und  seUa,  sondern  auch  die  jurassischen  Arten  T.  subseUa,  bisuffarcinata 
und  selbst  X.  humeralis  nicht  scharf  davon  trennen  zu  dürfen  glaubt,  von 
denen  die  letzte  meiner  Auffassung  zufolge  einer  ganz  anderen  Gattung 
oder  wenigstens  Untergattung  (Macandreicia  King  —  Waldheimui  Eug.  Desl., 
nicht  Waldh.  King)  mit  sehr  verschiedener  innerer  Organisation  angehört, 
so  würde  man  demgemäss  auf  epeeifische  Unterscheidungen  zwischen  den 
sogenannten  biplicaten  Terebrateln,  ja  schliesslich  überhaupt  zwischen  allen 
ungerippten  Terebrateln  gänzlich  verzichten  müssen  —  eine  Ansicht,  die 
unter  denjenigen  Paläontologen  und  Zoologen,  welche  den  Begriff  der  Species 
nicht  ganz  leugnen,  wohl  kaum  Anhänger  finden  dürfte. 

Auch  0 oster  vereinigt  in  seiner  übrigens  sehr  verdienstlichen  Schrift 
über  die  Brachiopoden  der  Schweizer  Alpen1)  allerlei  Formen  mit  Terebr. 


')  W.  A.  Oonter,  Synopsis  des  Brachiopoden  foaiilos  do.<  Alpes  Suisses,  p.  22. 


Digitized  by  Google 


(38) 


438 


biplicata,  die  gewiss  nicht  dazu  gerechnet  werden  dürfen ;  so  z.  B.  die  Mehr- 
zahl der  auf  t.  6  abgebildeten  Exemplare,  die  sich  durch  ein  ausserordentlich 
grosses  Foramen  auszeichnen,  wie  es  in  den  entsprechenden  Altersstufen  bei 
der  echten  biplicata  Sow.  nicht  vorkommt;  t.  7,  f.  9  gehört  ihrem  inneren 
Pnu  nach  gar  nicht  zu  den  echten  Terebrateln  im  engeren  Sinne,  u.  s.  w. 

Schwierig  ist  das  Verhältniss  zwischen  Ter.  biplicata  und  obesa  Sow. 
Tcrebrattüa  obesa  wurde  ursprünglich  von  Sowerby  aus  der  oberen  Belem- 
niten-Kreide  (ChaJk)  von  Norton  Bevant  bei  "Warminster  beschrieben1) 
und  Davidson  gibt  an,  dass  ganz  übereinstimmende  Exemplare  in  der 
gleichen  Schiebt  sich  bei  Norwich  finden,  bildet  auch  drei  Exemplare 
(1.  c.  t.  5,  f.  13—15)  von  dieser  letzteren  Localität  ab.  Zugleich  vereinigt 
er  aber  mit  dieser  Art  ein  Vorkommen  aus  dem  Upper  Green  Sand  von 
Warminster  (I.e.  t.  5,  f.  16),  dessen  Zugehörigkeit  mir  aus  verschiedenen 
eirunden  zweifelhaft  erscheint.  Zunächst  muss  es  schon  einiges  Bedenke» 
erregen,  anzunehmen,  dass  eine  Art  in  zwei  ihrer  Ablagerungszeit  nach  so 
weit  aus  einander  liegenden  Bildungen,  wie  der  Upper  Green  Sand  (unterer 
Pläner)  und  CJudk  (obere  Kreide  mit  Bchtnmtes  mucronatus)  in  gleicher 
Weise  verbreitet  sein  sollte,  während  wedor  sie  selbst  noch  eine  ihr  wenig- 
stens sehr  nahestehende  Art  in  den  Zwischenschichten,  die  im  Uebrigcn 
sehr  reich  an  Brachiopoden  sind ,  vorhanden  ist;  an  die  Erklärung  einer 
solchen  Erscheinung  durch  die  Theorie  der  Colonien  kann  man  in  diesem 
Falle  nicht  wohl  denken.  Indessen  selbst  abgesehen  von  diesem  Umstände 
Hcheint  nach  dem  mir  vorliegenden  Materiale  die  Art  der  oberen  Kreide 
auch  durch  ihre  äusseren  Merkmale  wohl  unterscheidbar,  namentlich  durch 
den  Bau  des  Schnabels.  Während  dieser  bei  den  Formen  aus  dem  unteren 
Pläner,  welche  die  grösste  Aehnlichkeit  mit  Davidson's  t.  5,  f.  16  zeigen, 
plumper  und  breiter,  auch  weniger  schräg  abgestutzt  ist,  als  bei  denen  aus 
der  oberen  Kreide,  die  den  Figuren  13 — 15  entsprechen,  ist  bei  letzteren 
der  Theil  des  Schnabels,  unter  welchem  sich  das  Deltidium  befindet,  stark 
zungenförmig  vorgezogen;  zugleich  verdickt  sich  dabei  der  innere  Hand  des 
Foramens  sowie  das  Deltidium  ausserordentlich  stark,  so  dass  ein  Foramen 
von  8  Millim.  äusserem  Durchmesser  nur  eine  3  Mm.  weite,  trichterförmig 
nach  aussen  sich  öffnende  Röhre  für  den  Fussmuskel  besitzt.  Dazu  kommt, 
dass  bei  der  Art  der  oberen  Kreide  beide  Klappen  gewöhnlich  einen  weniger 
stumpfen  Schlosskanten-Winkel  besitzen  und  dass  überhaupt  ihre  ganze  Ge- 
stalt schlanker,  namentlich  im  Verhältniss  zur  Länge  weniger  breit  ist,  als 
in  der  Regel  bei  der  Art  des  unteren  Pläners.   Auch  die  Aufbiegung  der 


M  Sowerby,  Min.  Conch.  V,  p.  51,  t.  438,  f.  1;  1825. 


Digitized  by  Google 


439 


(3») 


Stirn  nach  der  Seite  der  kleinen  Klappe  und  die  zwischen  den  Falten  der 
letzteren  befindliche  Furche  bildet  sich  nicht  so  stark  aus  wie  gewöhnlich 
bei  der  Art  aus  dem  tieferen  .Niveau.  Ich  möchte  daher  beide  Formen  für 
speeifisch  von  einander  verschieden  halten,  und  zwar  würde  für  die  jüngere 
(aus  der  oberen  Kreide),  welche  übrigens  bereits  von  A.  Roemer !)  richtig 
erkannt  und  dann  von  Hagen ow  als  T.  Sowerbyi  sehr  gut  beschrieben 
ist1),  nach  Davidsons  Darstellung  der  Name  T.  obesa  beizubehalten  sein, 
während  es  mir  kaum  zweifelhaft  erscheint,  dass  die  betreffenden,  auch  bei 
uns  sehr  seltenen,  aber  z.  B.  in  der  Tourtia  bei  Dresden  in  ausgezeich- 
neter Weise  vorkommenden  grossen  Exemplare  der  Genoman  -  Schichten  ah 
Riesen  formen  zu  Terebr.  biplicata  gezogen  werden  müssen;  auch  Davidson 
hielt  seiner  Zeit  diese  Ansicht  schon  für  sehr  wahrscheinlich.  Solche  Riesen- 
formen finden  sich  in  gleicher  Weise  auch  in  den  cenomanen  Bildungen, 
welche  in  Belgien  über  der  Tourtia  folgon  {inanies  nerxiemes  Dumont),  wie 
ein  mir  von  dort  mitgetbeiltes  Exemplar  beweist.  —  Wenn  Hagenow  a. 
a.  0.  die  Art  der  rügianischen  Kreide  für  ganzlich  verschieden  von  T.  obesa 
Sow.  erklärt,  so  kommt  dies  wahrscheinlich  daher,  dass  er  sie  mit  der  in 
Frankreich  gewöhnlich  als  T.  obesa  bezeichneten  Art  verglich  (vide  Boll 
in  Mekl.  Arch.  X,  p.  43),  die  gerade  für  die  oben  besprochene  grosse 
Varietät  der  biplicata  wird  gehalten  werden  müssen.  —  Auch  Strombeck 
ist  der  Ansicht ,  dass  sich  die  typische  Form  der  oberen  Kreide  von  der- 
jenigen des  unteren  l'läners  gut  abscheidet,  behält  dabei  jedoch  einstweilen 
für  beide  den  Species-Namcn  obesa  bei;  früher  begriff  er  die  dem  Lager 
nach  ältere  Form  mit  unter  dem  Namen  biplicata,  und  nur  als  Varietät 
dieser  Art  muss  auch  ich  die  mir  augenblicklich  vorliegenden  Exemplare 
aus  dem  Eisenbahndurchstiche  bei  Neu  wallmoden  betrachten,  welche  ihm 
zu  der  Bemerkung  (a.a.O.  p.  111  unten)  Veranlassung  gegeben  habon;  die 
Unterschiede  dieser  Varietät  von  der  typischen  biplicata  scheinen  durchaus 
nicht  constant.  —  Oberbergrath  Heinr.  Credner4)  lässt  die  Formen  ver- 
schiedener Schichten  ebenfalls  noch  unter  dem  Namen  T.  obesa  vereinigt 


')  Kreideg.,  p.  13;  1841. 

*)  Hagenow  ^im  „neuen  Jahrb., *  1842,  p.  541)  beschreibt  namentlich  die  Radial- 
linien dieser  Art,  die  auch  Davidson  so  schön  zur  Darstellung  gebracht  hat,  sehr  treffend. 
Die  feine  Körnung  der  Schalenoberfläche,  die  er  ausserdem  erwähnt,  wird,  wie  mir  vor- 
liegende Typen  von  Rügen  beweisen,  durch  die  punktirte  Schalenstructur  hervorgebracht, 
indem  die  sehr  feinen  Poren,  wenn  die  oberste  Schalenlage  entfernt  ist,  von  einem  er- 
habenen Rande  umgeben  erscheinen. 

3)  Zeitschr.  d.  deutsch,  geol.  Oes.  18G3,  XV,  p.  111  und  160. 

*')  Erläuterungen  zur  geogn.  Kurte  Acr  Umgegend  v.  Hannover,  p.  40;  \M\b. 


Digitized  by  Google 


(40) 


440 


und  fuhrt  dagegen  T.  biplicata  aus  der  Gegend  von  Hannover,  wo  ich 
sie  z.  B.  im  unteren  Planer  mit  Amtnonites  Rototnagensis  bei  Rethen  sehr 
charakteristisch  gesammelt  habe,  gar  nicht  an.  Terebr.  obesa  citirt  er  aber 
ausserdem  auch  aus  dem  (oberen)  „Brongniarti- Pläner",  in  welchem  ich 
zwar  Tausende  von  Exemplaren  der  Ter.  semiglobosa  Sow.,  die  Credner 
nur  aus  dem  „Rotomagensis-Pläner"  kennt,  gesammelt  habe,  aber  nie  eine 
Spur  von  Ter.  obesa.  Sollte  dabei  vielleicht  eine  Verwechselung  mit  der 
allerdings  manchmal  der  Ter.  obesa  etwas  ähnlich  werdenden  Ter.  Garten 
Dav.  untergelaufen  sein,  welche  in  unserem  norddeutschen  „Brongniarti- 
Pläner"  nicht  sehr  selten  vorkommt? 

Eine  Form  muss  ich  noch  hervorheben,  welche  Davidson  als  selbst- 
ständige Art  betrachtet,  die  ich  aber  nach  dem  mir  vorliegenden  Materiale 
nur  als  eine  Varietät  der  Ter.  biplicata  ansehen  kann.  Ich  meine  Ter.  sul- 
eifera  Morris.  Zwar  liegen  mir  keine  englischen  Typen  dieser  Art  vor, 
doch  habe  ich  das  Modell  eines  englischen  Exemplars  (im  Museum  zu 
Dresden)  sowie  französische  Exemplare  untersucht,  welche  von  den  fran- 
zösischen Paläontologen  als  ident  mit  der  Morris' sehen  Art  betrachtet 
werden;  diese  stimmen  sehr  genau  mit  gewissen,  im  Grünsaride  von  Essen 
(Berl.  Mus.)  und  Uebingsen  (Mänst.  Akad.)  in  Westphalen,  bei  Qued- 
linburg (Ew.  Samml.)  und  in  der  Tourtia  der  Umgegend  von  Dresden 
(Dresd.  Mus.,  Schloenb.  Samml.),  besonders  im  Tunnel  von  Oberau  auf- 
gefundenen Exemplaren  überein,  welche  ich  wegen  der  deutlichsten  vor- 
handenen Uebergangsformen  auf  T.  biplicata  zurückfuhren  zu  müssen  glaube. 
Geinitz  bezeichnete  solche  früher  als  Ter.  ovoides  und  hat  eine  den  Fi- 
guren Davidson's  ausserordentlich  ähnliche  Abbildung  derselben  veröffent- 
licht. Nicht  ohne  Bodenken  reihe  ich  hier  noch  einige  Formen  an,  von 
denen  mir  nur  geringe«  Material  zu  Gebote  steht;  ich  meine  namentlich  die 
von  A.  Roemer  als  Ter.  curvirostris ')  beschriebene  Art,  von  der  mir  da» 
kleine,  schlanke,  mit  einem  sehr  stark  übergebogenen  Sohnabel  versehene 
Original -Exemplar  aus  der  Römer'schen  Sammlung  vorliegt.  An  dieses 
dürften  sich  einige  grössere  Exemplare  aus  dem  Grünsande  von  Fröhmern 
bei  Unna  zunächst  anschliessen.  Alle  diese  zeichnen  sich  theils  durch  ihre 
flachen  Klappen,  theils  durch  die  nicht  deutlich  biplicate  Stirn  in  eigen- 
tümlicher Webe  aus. 

Die  übrigen  Varietäten  sowie  die  verschiedenen  Altersstufen  der  Ter. 
biplicata  hat  Davidson  ausführlicher  beschrieben,  so  dasa  ich  nicht  mehr 
näher  darauf  einzugehen  brauche. 


>  A.  Roem.  Kreideg.  p.  42. 


Digitized  by  Google 


(41) 


Vorkommen.  Terebratula  biplicata  ist  in  der  cenomanen  Kreide 
ausserordentlich  verbreitet  und  kommt  darin  fast  überall,  wo  dieselbe  nach- 
gewiesen ist,  ziemlich  häufig  vor.  Auffallender  "Weise  ist  sie  in  dem  Grün- 
sande der  Umgebungen  von  Essen  selbst  sehr  selten;  namentlich  habe  ich 
die  typische  Form  von  dort  noch  nicht  gesehen.  Dagegen  findet  sie  sich 
Hehr  deutlich  und  charakteristisch  z.  B.  im  Grünsande  von  Schelk  bei 
Unna  (Münst.  Ak.),  sowie  bei  der  "Wate r läppe  unw.  Werl  in  Westphalen. 
Im  Grünsande  des  Harzes  ist  sie  ungemein  häufig,  und  zwar  findet  sie  sich 
dort  in  den  mannigfaltigsten,  zum  Theil  sehr  eigentümlichen  Formen.  In 
der  Tourtia  der  Gegend  von  Dresden  kommt  sie  nicht  häufig,  aber  in 
sehr  ausgezeichneten  Exemplaren  vor,  welche  theils  den  von  Davidson 
unter  Ter.  obesa  mit  einbegriffenen,  theils  den  als  Ter.  stdeifera  Morr.  un- 
terschiedenen Varietäten  entsprechen.  Ausser  dem  Grünsande  findet  sie  sich 
überall  im  eigentlichen  unteren  Pläner  mit  Atrnn.  varians  und  ManteUi,  so- 
wie in  dem  mit  Amrn.  Itotomagensis.  Aus  jüngeren  Schichten  dagegen  habe 
ich  sie  noch  nie  gesehen,  wie  sie  bei  uns  auch  noch  nicht  im  Gault  auf- 
zutreten scheint.  Zwar  giebt  neuerdings  Fischer-Benzon1)  Ter.  biplicata 
auch  aus  dem  dänischen  Faxekalken,  also  aus  den  jüngsten  Schichten  der 
Kreideformation  an;  doch  ist  darunter  wahrscheinlich  T.  obesa  zu  verstehen, 
die  dieser  Autor  nicht  erwähnt,  die  aber  nicht  sehr  selten  darin  vorzukommen 
scheint,  wie  ein  mir  vorliegendes  sehr  ausgezeichnetes  und  charakteristisches 
Exemplar  aus  der  Sammlung  des  Iierrn  Prof.  Dunker  zu  Marburg,  sowie 
einige  andere  im  Museum  zu  Dresden  und  im  Hof-Mineralien-Cabinet  zu 
Wien  befindliche  beweisen. 


Terebratula  phaseolina  Lam.  1819. 

1819.    Terelrratula  phaseolina  Lam.,  An.  s.  Vert.  VI,  p.  251. 

1841.  —  sella  A.  Roem.,  Kreid.  p.  43  z.  Th.  (Fundort:  Essen). 

1843.  —  sella  Gein.,  Charakt.  IV,  p.  17. 

1846.  ?  —  lentoidea  Rexist,  Verst.  II,  p.  58,  t.  26,  f.  13. 

1847.  —  biplicata  Orb.,  Cret  IV,  p.  95,  t.  611,  f.  9—15. 

—  —  phaseolina  Orb.,  Cret  IV,  p.  105. 

1848.  —  revoluta  Aroh.,    in  Mem.  geol.  Fr.  2,  II,  p.  322,  1. 19,  f.  3. 

—  —  Boytii  et  var.  Arch.        —      —   —  p.  321,  t.  19,  f.  4, 6. 

—  —  Virleti  Arch.  —      —    —  p.  321,  t.  19,  f.  6. 

—  —  aubpectoralis  Arch.  —      —   —  p.  325,  1. 19,  f.  9. 

—  —  Tchihatcheffi  et  var.  Arch.  -  -  -  p.  828,  t.  20,  f.  8, 9. 
-P  —  UveilUi  Arch.  -      —   -  p.  329,  t.  20,  f.  11. 


M  Ueber  das  rclatire  Alter  de*  Faxekalkes,  18M,  p.  1P. 


Digitized  by  Google 


(42)  442 


185".    Terebrahda  bucculcuta  Gein.,  Quadersandst.,  p.  21»".. 
—  —        phaseolina  Dav.,  in  Ann.  Mag.  2,  V,  p.  439,  t.  13,  f.  29. 

Eine  genauere  Beschreibung  dieser  Art  zu  geben,  nachdem  dieselbe 
von  Orbigny  und  Archiac  mehrfach  abgebildet  und  beschrieben  ist,  darf 
ich  unterlassen,  und  beschränke  mich  daher  auf  einige 

Bemerkungen  über  die  Synonymik  und  das  Verhälrniss  zu  den 
nächstverwandten  Arten.  Nachdem  der  Name  Terebrahda  phaseolina  harn. 
von  den  Geognosten  des  westlichen  Frankreichs  oft  gebraucht  war,  vielleicht 
ohne  daas  man  immer  dieselbe  genau  begrenzte  Art  darunter  verstand, 
stellte  Orbigny,  welcher  diesen  L am arck 'sehen  Namen  als  Synonym  von 
Anomia  biplicata  Brocchi  betrachtete,  die  Art  unter  dem  Namen  Ter.  bipli- 
cata bestimmter  fest.  Gleichzeitig  wurde  Archiac's  Abhandlung  über  die 
Fossilreste  der  belgischen  Tourtia  verfasst,  worin  die  ganze  Reihe  der  Va- 
rietäten, welche  unsere  Art  bildet,  unter  mehren  neuen  Speciesnamen 
beschrieben  sind,  während  der  alte  Lamarck'sche  Name  unberücksichtigt 
geblieben  ist.  Nicht  lange  nachher  hatte  Davidson  Gelegenheit,  die  Ori- 
ginale der  Lamarck'schen  Brachiopoden-Arten  zu  untersuchen;  er  erkannte 
hierbei,  dass  die  Art,  zu  welcher  Orbigny  T.  phaseolina  als  Synonym 
gestellt  hatte,  allerdings  der  Lamarck'schen  Art  entspricht,  verwarf  aber 
mit  Recht  den  von  Orbigny  angenommenen  Brocchi'schen  Namen,  den 
er  als  sehr  ungenügend  bekannt  und  sehr  zweifelhaft  bezeichnete;  man  ver- 
gleiche darüber  das  bei  T.  biplicata  Sow.  Mitgetheilte.  In  neuerer  Zeit  hat 
man  im  westlichen  Frankreich  —  wahrscheinlich  in  Folge  jener  Arbeit 
Davidson's  —  den  Lamarck'schen  Typus  sehr  richtig  erkannt;  es  ist 
eine  Form,  welche  vorzüglich  in  den  jüngsten  Cenoman-Schichten  zunächst 
unter  der  Zone  des  Inoceramus  labiatus  —  z.  B.  in  den  Umgebungen  von 
Man s  (Sarthe)  —  ziemlich  häufig  vorkommt,  und  welche  allerdings  der 
Abbildung  des  Lamarck'schen  Typus,  die  Davidson  veröffentlicht  hat, 
vollkommen  entspricht.  Indessen  scheint  diese  Form  nicht,  wie  man  häufig 
annimmt,  auf  diesen  oinen  Horizont  beschränkt;  denn  in  den  Schichten, 
welche  durch  Turrtiites  undulatus  und  Trigonia  sulcataria  bezeichnet  werden, 
kommt  eben  dort  in  Menge  eine  Art  vor,  welche  der  Typus  der  Orbigny'- 
schen  T.  biplicata  ist.  Diese  Form  stimmt  in  ihren  zahlreichen  Varietäten 
so  sehr  mit  dem  Typus  und  den  Varietäten  der  phaseolina  in  der  höheren 
Schicht  überein,  dass  ich  beide  nicht  von  einander  zu  unterscheiden  vermag. 
Zwar  zeigen  seine  Typen  aus  den  älteren  Schichten,  zumal  bei  grossen 
Exemplaren,  meist  etwas  stärkere  und  höhore  Falten;  doch  kommt  das 
auch  bei  den  jüngeren  Typen  der  phaseolina  ebenso  vor,  und  umgekehrt 
fehlt  dieser  Charakter  oft  bei  dem  Orbigny 'sehen  Typus.    Zudem  finden 


Digitized  by  Google 


443 


(43) 


sich  gleiche  Formen  auch  in  den  zwischenliegenden  Schichten,  so  dass  die 
verticale  Verbreitung  der  Art  keineswegs  unterbrochen  erscheint. 

In  Deutschland  hat  man  unsere  Art  bisher  oft  verkannt;  A.  Roemer 
scheint  dieselbe  zur  Zeit  der  Ausarbeitung  seiner  „Versteinerungen  des 
norddeutschen  Kreidegebirges"  ganz  fremd  geblieben  zu  sein.  Reuss  hat 
ein  junges  Exemplar  aus  dem  böhmischen  unteren  Pläner,  welcher  der 
Tourtia  entspricht,  als  Ter.  lentoidea  Leyra.  abgebildet,  ein  Name,  dessen 
richtige  Deutung  nicht  ganz  sicher  festzustehen  scheint,  da  derselbe  von 
verschiedenen  Autoren  zu  verschiedenen  (meist  Neocom-)  Arten  als  ßynonym 
gerechnet  wird.  Geinitz,  der  anfanglich  unsere  in  Rede  stehende,  im 
unteren  Planer  (Tourtia)  von  Plauen  bei  Dresden  häufig  vorkommende 
Art  für  ident  mit  Ter.  sella  Sow.  hielt,  glaubte  später  zu  erkennen,  das» 
dieselbe  am  Genauesten  mit  Sowerby's  Abbildung  der  Ter.  bucculenta 
übereinstimmte,  zu  welcher  er  auch  T.  pectoraJis  A.  Roem.  zog.  Indessen 
wurde  ja  seitdem  durch  Morris  und  namentlich  durch  Davidson  nach- 
gewiesen, dasa  T.  bucculenta  Sow.  eine  ganz  verschiedene  jurassische  Art 
ist,  während  T.  pectoralis  A.  Roem.  mit  Negerleia  lima  Defr.  sp.  zusammen- 
fällt. (Vgl.  unten  diese  Art.)  —  Uebrigons  findet  man  unsere  Art  in  deutschen 
Schriften  wenig  erwähnt,  da  sie  im  Allgemeinen  nicht  sehr  verbreitet  und 
häufig  ist. 

Die  nächsten  Verwandten  der  T.  phaseolina  sind  wohl  unstreitig  T.  sella, 
T.  Tornacensis  und  T.  biplicata.  Die  Unterschiede  von  ersterer  Art  hat 
Ürbigny  angegeben.  Es  ist  nicht  zu  leugnen,  dass  gewisse  Formen  beider 
einander  ausserordentlich  nahekommen,  doch  scheint  der  längere,  ganz  ge- 
.  rundete  und  nicht  mit  Kanton  versehene  Schnabel,  welcher  weiter  vorsteht 
und  ein  ziemlich  hohes  Deltidium  sichtbar  lässt,  bei  der  Art  der  unteren 
Kreide  (Neocoui  und  Gault)  ein  constantes  Merkmal  zu  sein;  ich  glaube 
mich  deshalb  nicht  der  Ansicht  Dr.  Herrn.  Credner's  anschliessen  zu 
dürfen,  der  Ter.  sella  mit  biplicata  —  worunter  er  ohne  Zweifel  auch  For- 
men wie  T.  j)haseolina  begreift  —  vereinigt.  —  Auffallender  sind  schon  die 
Unterschiede  von  T.  Tornacensis :  die  Form  der  letzteren,  wie  sie  bei  Essen 
vorzugsweise  vorkommt  (var.  lioemeri  und  ci'assa)  steht  der  phaseolina  durch 
ihren  nicht  sehr  langen  und  massig  vorragenden  Schnabel  naher,  während 
sie  sich  durch  ihre  weniger  eckigen  Umrisse  und  die  mehr  divergirenden 
Falten  unterscheidet;  dagegen  ist  die  typische  Form  der  Tornacensis  der 
Lamarck'schen  Art  in  Bezug  auf  die  Gestalt  und  die  Falten  ähnlicher, 
weicht  aber  durch  den  langen,  fast  geraden  Schuabol  sehr  ab.  Zudem 
besitzen  beide  Formen  der  Tornacensis  ein  viel  grösseres  Fornmen.  Auch 
Davidson  (Cret.Rr.  p.  02)  hält  die  speeifische  Identität  der  Lamarck'schen 


Digitized  by  Google 


(44) 


444 


Art  mit  T.  Tornaeensis  für  sehr  zweifelhaft  und  spricht  sich  namentlich 
gegen  die  Vereinigung  der  letzteren  mit  T.  revoluta,  Virleti  etc.  aus,  welche 
ich,  wie  schon  oben  erwähnt,  nicht  von  der  Lamarck 'sehen  phaseolitia 
speeifisch  zu  trennen  vermag.  —  Von  der  typischen  So werby'schen  T. 
biplicata  ist  T.  pliaseolina  durch  ihre  meist  sehr  ausgesprochen  fünfeckige, 
breite  Gestalt,  durch  ihre  schmalen  und  oft  hoch  vorragenden,  fast  parallelen 
Falten  und  schmale  Stirn,  durch  den  nicht  so  stark  übergebogenen  und  fast 
immer  mit  deutlichen,  wenn  auch  stumpfen  Kanten  versehenen  Schnabel 
leicht  zu  unterscheiden.  —  Von  anderen  ähnlichen  Arten  wäre  etwa  noch 
T.  Carteri  Dav.  zu  nennen;  indessen  lässt  eine  Vergleichung  der  Abbildung 
dieser  Art  bei  Davidson  die  abweichenden  Merkmale  leicht  erkennen. 

Vorkommen.  T.  phaseolina  Lam.  findet  sich  ziemlich  selten  (und 
zwar  vorzugsweise  in  der  von  Archiac  als  T.  revoluta  bezeichneten  Form) 
in  der  Tourtia  von  Essen  (Bcrl.  Bergak.)  und  nur  ganz  vereinzelt  in  der- 
jenigen der  Gegend  von  Quedlinburg  (Goldbachsthal  bei  Langenstein). 
Dagegen  kommt  sie  häufig  und  in  allen  Varietäten,  namentlich  aber  in  den 
dem  Typus  Lamarck's  entsprechenden  Formen  vor:  im  „unteren  Pläner" 
von  Plauen  und  von  Oberau  unw.  Dresden  (Dresd.  Mus.);  in  dem  die- 
sen unteren  Pläner  unterteufenden  „unteren  Quader"  bei  Welschhufa  und 
Banne witz  unw.  Dresden  (Dresd.  Mus.) ;  ferner  in  Böhmen  in  der  Tourtia 
bei  Weisskirchlitz  (Reuss) '),  bei  Korycan,  Holubice  und  Klein 
Herrendorf  (Knözivka)  (Prag.  Mus.).  —  In  der  Tourtia  von  Belgien 
häufig.  —  Aus  französischen  Cenoman- Schichten  verschiedenen  Alters  habe 
ich  zahlreiche  Exemplare  gesammelt,  die  mit  den  norddeutschen  vollständig 
übereinstimmen,  namentlich  von  Rouge  fort  bei  Licques  (Pas -de- Calais). 
Mans,  Yvr6-l'Ev6que  (Sarthe),  Escragnolles  (Var).  —  Dagegen 
scheint  sie  in  England  nicht  vorzukommen. 

')  Unter  Terebraiula  lentoidea  soheint  Prof.  Renas  ausser  Jugendformen  der  Ter. 
phaseolina  auch  eine  Morrma  mit  einbegriffen  zu  haben,  welche  vielleicht  mit  der  von 
Davidson  aus  dem  englischen  oberen  Grünsande  beschriebenen  übereinstimmt;  wenigsten; 
liegen  im  k.  k.  Hof.-Min.-Cab.  zu  Wien  einige  kleine  Exemplare  einer  der  Morrisia  Suetsi 
sehr  nahestehenden  Art  aus  dem  „unteren  Plftner"  von  Weisskirchlitse  mit  der  Be- 
zeichnung „  Terebratxila  Untoidca  Leym.",  welche  aus  der  Sammlung  des  Herrn  Prof  Rom* 
»tammen.  -  Wien,  ■_»:,.  Marz  «7.    U.  Sehl. 


Digitized  by  Google 


445  (45) 
Terebratula  Tornacensis  Arch.  1848. 

T.  21  (I),  f.  8. 

1841.    Terebratula  subundata  A.  Roem.,  Kreid.,  p.  42,  t.  7,  f.  15  (nicht  T. 
subund.  Sow."). 

1848.  Tornacensis  Arch.,  in  M6m.  geoL  Fr.  2,  II,  p.  816,  1. 18,  f.  3-6. 

—  —        Roemeri        —    —    —    —     —  —  p.  318,  1. 18,  f.  G. 

—  —        Bouei  —     —    —    —     —  —  p.  317,  1. 18,  f.  7. 

—  —        crassa  —    —   —   —     —  —  p.  818,  1. 18,  f.  8,  9. 

—  -       crauifieata   —    —   —   —  p.319,  1 19,  f.  1. 

—  —        rustica         —    —   —   —     —  —  p.  820,  1.  19,  f.  2. 

1850.         —        biplicata  Dein.,  Quaders.,  p.  214  «.  Th.  (Fundorte:  Essen, 

Belgien). 

1852.         -        biplicata  Quenst.,  Handb.  p.  473,  t.  85,  f.  45. 
1854.         —        Tornacensis  F.  Roem.,  in  Zeitschr.  g.  Oes.  VI,  p.  136. 
1865.         —        Tornacensis  vor.  Roemeri  Dar.,  Cret  Br.,  p.  61,  l  7,  t  11 
—16,  t.  9,  f.  1—8. 

—  —        Tornacensis?  Dav.,  Cret.  Br.,  t  9,  f.  86. 

1859.         —        Tornacensis  vor.  crassa  Strumb.,  in  Zeitsohr.  g.  Oes.  XI,  p.  39. 


Bemerkungen.  Auch  diese  Art  ist  von  Davidson  als  T. 
rar.  Roemeri  gut  und  ausführlich  behandelt. 

Leider  ist  es  mir  nicht  gelungen,  genügendes  Vergleichsmaterial  der 
echten  Terebratula  Tornacensis  Arch.  aus  der  belgischen  Tourtia  zusammen- 
zubringen, um  zu  einer  ganz  festen  Ansicht  über  die  Frage  zu  kommen, 
ob  die  Unterschiede  der  T.  Roemeri  Arch.  von  jener  von  Davidson  be- 
schriebenen Art  constant  sind,  oder  ob  sich  bei  Tournay  Uebergängc 
zwischen  beiden  finden;  die  Abbildungen  lassen  letzteres  jedoch  vermuthen. 
Freilich  liegt  mir  eine  grosse  Anzahl  von  Terebrateln  (etwa  60  Ex.)  aus 
der  deutschen  Tourtia  vor,  unter  denen  sich  kein  einziges  Stück  befindet, 
welches  die  extremste  Form  der  typischen  T.  Tornacensis  von  Tournay 
erreicht,  wie  sie  Archiac  abbildet  und  wie  sie  fast  noch  auffallender  ein 
in  meiner  Sammlung  befindliches  Exemplar  von  dort  zeigt.  Die  Haupt- 
unterschiede scheinen  in  dem  noch  längeren,  schlankeren  uud  geraderen 
Schnabel,  in  den  gewöhnlich  noch  starker  ausgebildeten  und  fast  parallel 
laufenden,  mehr  einander  genäherten  Falten  der  belgischen  Typen  zu  liegen, 
welche  bei  der  norddeutschen  Form  meistens  mehr  divergiren  und  eine 
breitere  Stirn  einschliessen.  Indessen  scheinen  doch  Archiac's  Figuren, 
nach  denen  sich  schwer  eine  scharfe  Grenze  ziehen  lassen  dürfte,  sowie 
DavidBon's  mit  zahlreichem  Materiale  angestellte  Untersuchungen  und  einige 
weitere  mir  vorliegende  belgische  Exemplare  kaum  einen  Zweifel  daran 
übrig  zu  lassen,  dasa  wirklich  Uebergänge  zwischen  beiden  Formen  existiren. 
Auch  A.  Roemer's  Beschreibung  und  Abbildung  seiner  T.  subundata  von 


Digitized  by  Google 


441» 


Es süii,  welche  Archiac  ausdrucklich  als  Typus  seiner  T.  Tornacensis  be- 
zeichnet, nähert  sich,  obgleich  sie  in  mancher  Beziehung  mehr  mit  den 
gewöhnlichen  Essener  Exemplaren  übereinstimmt,  doch  sehr  der  extremen 
belgischen  Tornacensis ,  so  dass  ich  nicht  wagen  möchte,  unsere  Form  — 
etwa  =  T.  Roeineri  Arch.  —  von  T.  Tornacensis  speeifisch  abzutrennen, 
sondern  beide  vereinigt  lasse  und  mich  begnüge,  zu  constatiren,  dass  die 
grosse  Mehrzahl  unserer  Exemplare  eine  ziemlich  markirte  Varietät  bildet. 
—  Archiac  selbst  hielt  ja  nicht  für  unwahrscheinlich,  dass  wenigstens  T. 
Roemeri  und  Bo%m  nur  Varietäten  seiner  Tornacensis  seien.  —  In  derselben 
Weise  fasst  auch  Strombeck  a.  o.  a.  O.  das  Verhältniss  auf» 

Von  anderen  nahestehenden  Arten  (T.  obesa,  biplkata,  seih)  unter- 
scheidet sich  T.  Tornacensis  leicht  durch  den  geraderen  vorstehenden  Schna- 
bel mit  seinem  sehr  grossen  Foramen ;  von  T.  praclonga  Sow.  durch  viel 
breitere  Form,  u.  s.  w. 

Die  Artbegrenzung  bei  Geinitz,  der  alle  diese  sowie  ausserdem  noch 
T.  Robertoni  unter  dem  Namen  T.  biplkata  vereinigt,  und  noch  mehr  bei 
Orbigny,  der  ausserdem  noch  eine  Reihe  von  Archiac  unterschiedener 
Arten  als  Synonyma  betrachtet,  dürfte  zu  weit  gefasst  sein. 

Die  feinen  Streifen  auf  der  Schalenoberfläche  sind  an  gut  erhaltenen 
Exemplaren,  wenn  auch  nicht  so  deutlich,  wie  bei  der  folgenden  Art,  stets 
gut  zu  beobachten;  an  den  Schlosskanten  nehmen  dieselben  oft  die  Form 
zarter  Runzeln  an,  wie  solche  bei  Ter.  Robertoni  und  in  noch  entwickelterer 
Weise  bei  Ter.  arcuata  (s.  u.)  vorkommen. 

An  einem  meinor  Exemplare  von  Essen,  welches  einer  sehr  breiten 
Varietät  angehört,  ist  es  mir  gelungen,  das  Armgerüst  freizulegen,  von  dem 
auch  Quenstedt  schon  eine  Abbildung  nach  einem  Exemplare  von  Frohn- 
hausen zu  Essen,  wo  dieselben  meistens  hohl  oder  mit  feinem  Sande 
ausgefüllt  sind,  veröffentlicht  hat.  Dasselbe  hat  in  jeder  Beziehung  grosse 
Aehnlichkeit  mit  demjenigen  von  Terebratula  biplkata,  wie  solches  von 
Davidson  (Cret.  Br.,  t.  6,  f.  7)  dargestellt  ist.  Die  vortretenden,  abstei- 
genden Lamellen  der  Schleife  (branches  ascendantes  Eug.  Desl. ;  „Ilörner44 
bei  Quenst.)  divergiren  etwas  stärker  als  bei  T.  biplkata;  die  einander  sich 
zuneigenden,  sehr  rudimentären  dornartigen  Fortsätze  derselben,  deren  Vor- 
handensein Quenstedt  bei  seinem  Exemplare  ganz  leugnet,  befinden  sich 
nahe  den  Anheftungapunkten ;  die  sehr  breiten  rückkehrenden  Lamellen 
(branches  rectvrrentcs  Eug.  Desl.)  schliessen  sich  unter  einem  spitzen  Winkel 
an  die  vortretenden  an,  convergiren  stark  gegen  einander  und  sind  durch 
eine  gerade,  kurze  Brücke  mit  einander  verbunden.  Die  Muskcleindrücke, 
welche  denen  von  Ter.  biplkata  (Dav.  Cret.  Br.,  t.  6,  f.  10)  sehr  ähnlich 


Digitized  by  Google 


447  (47) 


und  keine  besondere  Eigentümlichkeit  erkennen  lassen,  sind  vorzC 
an  Steinkernen  deutlich  zu  beobachten. 

Vorkommen.  Wie  schon  Strombeck  bemerkt  hat,  ist  T.  Torna- 
censis in  Norddeutschland  auf  das  tiefste  Niveau  der  Cenoman -Bildungen, 
die  Tourtia  oder  den  Grünsand  von  Essen,  die  Zone  des  Catopygus  cor*- 
natus  und  der  Trigonia  svicataria  beschränkt,  worin  sie  häufig  ist;  dagegen 
ist  das  Vorkommen  im  Grünsand  des  nördlichen  Harzrandes,  woher  Strom« 
beck  diese  Art  ebenfalls  anführt,  wohl  in  Frage  zu  stellen,  da  ich  unter 
sehr  zahlreichen  Brachiopoden  von  dort  kein  Exemplar  gesehen  habe,  das 
man  mit  Sicherheit  als  Ter.  Tornacensis  bestimmen  dürfte;  was  dafür  ge- 
halten wurde,  dürfte  vielmehr  zu  Ter.  biplkata  zu  rechnen  sein.  In  der 
Tourtia  Sachsens  und  Böhmens  scheint  sie  ebenfalls  gänzlich  zu  fehlen.  — 
Im  gleichen  Niveau  wie  bei  Essen  findet  sich  T.  Tornacensis  in  Belgien, 
sowie  nach  Davidson  in  England,  wo  jedoch  die  typische  Form,  die  auch 
bei  uns  äusserst  selten  ist,  nach  Davidson's  Angaben  fehlt*);  aus  der 
französischen  Kreide  ist  T.  Tornacensis  überhaupt  noch  nicht  mit  Sicherheit 
nachgewiesen. 

Terebratula  depresss  Lam.  1819. . 

T.  21  (I),  f.  9. 

1819.    Terebratula  deprewa  Lam.,  Au.  a.  Vtrt.  VI,  p.  Mit  (nicht  tv.  b). 

1 838.  —  longirostri«  Buch.,  Ucb.  Ter.,  p.  118  *.Th.  (Fundort :  Essen). 

1841.?  —  —      A.Roero.,  Kreii,  p.  42  t  Th.  (Fundort:  Essen), 

t.  7,  £  16. 

1848.  —  serwtuw  Aren.,  in  Mem.  geol.  Fr.  2,  II,  p.  318,  1. 17,  f.  2— 10. 

—  —  Viquesneli  —  —     —  —  p.  316,  t  18,  f.  1. 

1850.  —  ovoidee  Gein,  Quaders.,  p.  214  s.  Th. 

—  —  depressa  Dar.,  in  Ann  Mag.  2,  V,  p.  435,  t.  13,  f.  15. 

—  —  —     Orb.,  Prodr.  II,  p.  172,  e"t.  20,  no.  589. 

1854.  • —  nenrieneia  F.  Roera.,  in  Zeitschr.  g.  Oes.  VI,  p.  136. 

1855.  —  depressa  Dar.,  Crct.  Br.,  p.  70,  t,  9,  f.  9—24. 
1859.  —  --      Stromb.,  in  Zeitschr.  g.  Ges.  XI,  p.  39. 

Bemerkungen.  Nach  der  ausgezeichneten  Darstellung  dieser  Art 
durch  Davidson  wäre  es  wohl  sehr  überflüssig,  dieselbe  noch  einmal  aus- 
führlicher zu  beschreiben.  Ich  darf  mich  daher  hier  unter  Verweisung  auf 
da»  grosse  Brachiopodenwerk  des  englischen  Gelehrten  darauf  beschränken, 
etwas  näher  auf  einige  Einzelheiten  einzugehen. 


')  Davidson,  Cret.  Br.,  t.  9,  f.  3<i  kommt  indessen  der  typischen  T. 
sehr  nahe. 

(4)  29 


Digitized  by  Google 


(4b) 


448 


Zunächst  ist  in  Betreff  der  äusseren  Form  zu  bemerken,  dass  viele 
Exemplare  der  Ter.  depressa  von  Essen  eine  grosse  Neigung  haben,  un- 
symmetrisch zu  werden,  indem  die  Entwickelang  der  Muschel  auf  der  einen 
Seite  stärker  wird,  während  sie  auf  der  anderen  zurückbleibt.  Manchmal 
lässt  sich  deutlich  erkennen,  dass  dies  die  Folge  einer  Verletzung  ist, 
während  in  anderen  Fällen  äusserlieh  keine  Spur  einer  solchen  zu  bemerken 
ist;  Aehnliches  wiederholt  sich  ja  auch  bei  anderen  nahestehenden  Arten, 
wie  z.  B.  bei  Terebratula  moravica  (Glocker)  Suess. 

Die  Schalenoberfläche  ist  ausser  den  concentrischen  Zuwachslinien  mit 
von  den  "Wirbeln  ausstrahlenden,  mehr  oder  weniger  deutlichen,  sehr  dichten 
Radiallinien  versehen,  welche  sowohl  Davidson  alsArchiac  übersehen  zu 
haben  scheinen;  dieselben  sind  gewöhnlich  in  der  Nähe  der  Wirbel  am 
Deutlichsten  zu  erkennen,  woniger  in  der  Mitte.  Diese  Linien  bestehen  aus 
Hachen,  oft  nicht  ganz  geraden,  sondern  wellenförmig  (ähnlich  wie  bei 
Orbigny's  Abbildung  der  T.  disparilis,  Cret  IV,  t.  512,  f.  12—19)  ge- 
krümmten Furchen  und  dazwischen  liegenden  Erhöhungen.  Dieselbe  Er. 
scheinung  kommt  in  ganz  übereinstimmender  und  besonders  ausgezeichneter 
Weise  auch  bei  Ter.  obesa  Sow.  und  der  damit  zu  identificirenden  Tcrebr. 
Sotcerbyi  Hag.  der  rügianischen  Kreide  vor  (s.  o.,  p.  39),  findet  sich  jodoch 
auch  schon  sehr  deutlich  bei  vielen  jurassischen  Arten,  namentlich  z.  B.  bei 
Ter.  punetuiu,  subpnuetata  etc.  Sie  hängt  wahrscheinlich  eng  mit  der  Textur 
der  Schale  zusammen,  welche  bekanntlich  aus  langen  schmalen,  in  radialer 
Richtung  verlaufenden  Kalklamellen  besteht ').  Es  scheint  indessen  ungenau, 
wenn  Eug.  Deslongchamps  angiebt,  diese  Streifen  würden  nur  dann 
bemerklich,  wenn  die  äusserste  Lage  der  Schalenoberfläche  entfernt  sei. 
Vielmehr  habe  Ich  sie  bei  zahlreichen  jurassischen  und  Kreide-Arten  gerade 
auch  an  Exemplaren  aus  mergeligen  und  thonigen  Schichten  mit  besonders 
gut  erhaltener  und  zarter  Oberfläche  sehr  deutlich  beobachtet,  und  scheint 
allerdings  diese  Eigenthümlichkeit  gewissen  Arten  in  besonders  hohem  Grade 
zuzukommen;  ich  verweise  in  dieser  Beziehung  auf  Ter.  etqnUata,  welche 
derselben  ihren  Kamen  vordankt.  Orbigny  scheint  diese  Linien  bei  Ter. 
depressa  wohl  erkannt  zu  haben,  da  er8)  Ter.  nerviensis,  ViqucsneH  und 
capillata  Arch.  zu  einer  Art  vereinigt,  was  sonst  nicht  gut  erklärlioh  wäre. 

Die  punetirte  Textur  der  Schale  bat  Archiac  schon  sehr  genau  und 
richtig  beschrieben;  auch  über  den  inneren  Bau  der  Muschel,  den  er  und 
namentlich  Davidson  a.  o.  a.  O.  kennen  gelehrt  haben,  weiss  ich  Nichts 
hinzuzufügen. 

')  Eug.  Dealongcharaps,  Pal.  fran?.,  terr.  j«r..  Urach.,  p.  »f>,  t.  8. 
' \  ProHr.  II,  i..  172,  .'t.  20,  no.  6?t*>. 


Digitized  by  Google 


I 

449_  (49) 

Auf  die  Aehnlichkeit  der  T.  depressa  mit  2\  Moravica  (Glocker)  Sueas ') 
(=  T.  liepeliniana  Orb.)  hat  zuerst  Davidson  hingewiesen.  Viel  grosser 
ist  der  Unterschied  von  der  auf  die  jüngsten  Schichten  der  baltischen  Kreide 
beschränkten  und  so  oft  verkannten  T.  longirostris  Wahlenb.,  mit  welcher 
A.  Roemer  die  vorliegende,  sowie  eine  dritte  Art  aus  dem  norddeutschen 
Hils  (Neocom)  identificirt  hat.  Letztere  Art,  von  Roemer  in  Ool.,  Nachtr., 
t.  18,  f.  13  dargestellt,  unterscheidet  sich  stets  durch  stärkere  Wölbung 
der  Klappen,  sowie  durch  deutlichere  Falten  und  Sinus,  während  die  echte 
Ter.  longirostris  Wahlenb.  —  eine  sehr  eigenthümliche  und  wenn  man  ein- 
mal Exemplare  davon  vor  Augen  gehabt  hat,  nicht  leicht  zu  verwechselnde 
Form  —  auch  von  ihr  schon  durch  ihren  weit  stärkeren  und  dickeren 
Schnabel,  flachere  Wölbung,  sowie  durch  die  Bildung  der  Stirngegend  der 
kleinen  Klappe  sehr  verschieden  ist,  welche  entweder  ganz  gerade,  oder  — 
bei  grossen  ausgewachsenen  Individuen  —  mit  zwei  undeutlichen  und  da- 
zwischen mit  einer  sehr  deutlichen  und  verhältnissmässig  tiefen  Furche  ver- 
sehen ist,  während  die  grössere  Klappe  gleichmässig  gewölbt  bleibt. 

Geinitz  scheint  im  „Quadersandsteingcbirgo  etc."  unter  seiner  Ter. 
Woldes  unsere  T.  depressa  mit  einbegriffen  zu  haben,  da  er  unter  dereu 
Synonymen  auch  T.  longirostris  A.  Roem.,  Ncrv-iensis  und  Viqucsneli  Arch. 
anführt;  seine  Abbildung  in  der  „Charakteristik",  t.  8,  f.  5  gehört  entschieden 
einer  anderen  Art  (T.  biplicata  Sow.  rar.  sulcifera  Morr.  an). 

Vorkommen.  Die  verticale  Verbreitung  der  Terebr.  depressa  ist  im 
norddeutschen  Kreidegebiete  auf  das  ^Niveau  der  Tourtia  beschränkt,  worin 
sie  sowohl  in  Westphalen  (namentlich  schön  und  gross  bei  Essen,  Bil- 
merich, Frömern),  als  anscheinend  auch  am  Harz,  jedoch  weit  seltener 
und  kleiner  (z.  B.  bei  Quedlinburg)  vorkommt.  In  dem  unteren  Pläner 
zwischen  Elbe  und  Weser  sowie  in  dem  durch  seine  Fauna  der  eigentlichen 
Tourtia  sehr  nahestehenden  unteren  Pläner  der  Gegend  von  Dresden  und 
in  Böhmen  ist  sie  noch  nicht  beobachtet.  Dagegen  findet  sie  sich  in  ganz 
gleicher  Weise  in  der  belgischen  Tourtia,  während  sie  in  der  cenomanen 
Kreide  (craie  chloritee)  Frankreichs  nicht  vorzukommen  scheint.  Ferner 
tritt  sie,  wenn  auch  nie  die  gleiche  Grösse,  wie  in  Deutschland  und  Belgien 
erreichend,  wieder  in  England  im  Farringdon  Sponge  Gravel  auf,  wenigstens 
scheinen  ausser  der  Grösse  diese  Formen  sich  nicht  weiter  von  dem  Typus 


•)  „Terebratula  longirostris  Nilsson,  sttbspec.  Moravica"  E.  F.  Olocker,  Bemerkungen 
über  einige  Terebr.  aus  dem  Jurakalk  Mährens  und  Ungarns,  in  Nor.  Act.  Acad.  Caes. 
Leop-Carol.,  XXI,  ir,  p.  497,  1815;  Ter.  Moravica  Suess,  Brach,  d.  Stramb.  Seh.,  in 
Hauer,  Beitr.  z.  Pal.  Oesterr.  I,  i,  p.  15,  t.  2,  f.  4— fi.  18.r.8. 

(4*)  29* 


Digitized  by  Google 


450 


der  Tourtia  zu  unterscheiden.  C.  J.  A.  Meyer»)  citirt  T.  deprcssa  aus  dem 
Lower  Green  Sand  von  Shanklin  (Insel  Wight);  seine  Abbildung  stimmt 
jedoch  nicht  recht  mit  unseren  Tourtia -Exemplaren  überein  und  hat  einen 
weit  mehr  ausgesprochenen  Biplicaten- Charakter,  als  diese;  sie  nähert  sich 
vielmehr  sehr  gewissen  in  den  obersten  Schichten  unserer  Hilsforination 
und  im  unteren  Gault  (Aptien)  vorkommenden  Formen  der  T.  Moutonana 
Orb.  —  Eichwalld*)  führt  T.  depressa  auch  von  Choroschöwo  (Russ- 
land) an  aus  Schichten,  die  von  anderen  Geologen  als  jurassische,  von  ihm 
aber  als  Neocom  gedeutet  werden;  diese  Angabe  möchte  daher  vielleicht 
noch  weiterer  Bestätigung  bedürfen  um  so  mehr,  da  T.  depressa  anderweit 
weder  aus  der  Jura-  noch  aus  der  Neocora-Formation  bekannt  ist. 

Terebratnla  Robertoiii  Arch.  1848. 

T.  21  (1),  f.  10,  11. 

1848.  Terebratula  Bobertoni  Arcb.,  M£m.  geol.  Fr,  2,  II,  p  316,  t  18,  f.  2. 

-  -        Murchisont Arch.,  ibid.  p.  327,  t.  20,  f.  5. 

—  —  —        vor.  a.  Arch.,  ibid.  p.  327.  t.  20,  f.  G 
1855.          —        Bobertoni  Dav.,  Cret.  Brach.,  p.  72,  t.  9,  f.  26. 

Bemerkungen.  Es  liegt  mir  eine  Reihe  von  über  20  vortrefflich 
charakterisirten  Exemplaren  dieser  von  Archiac  und  Davidson  beschrie» 
benen  und  abgebildeten  Art  vor,  welche  sich  besonders  durch  die  bei  den 
echten  Terebrateln  selten  so  stark  ausgebildeten  stumpfen  Arealkanten  aus- 
zeichnen, die  zu  der  Ansicht  verführen  könnten,  als  gehörte  T.  Robertom 
der  Abtheilung  der  Tercbrattda  cranimi,  nnmismalis  etc.  an  (genus  Alacan- 
dreicia  King  =  Waldheimia  Eug.  Deel.  =r  Waldheimia  Dav.  partim,  non 
King).  Indessen  lassen  doch  das  Fehlen  der  Zahnplatten  im  Schnabel,  des 
Medianseptums  in  der  Dorsalklappe,  sowie  die  Form  und  Anordnung  der 
Muskeleindrücke  diese  Ansicht  sogleich  als  irrthümlich  erkennen,  wenn  man 
das  Innere  der  Art  betrachtet,  und  weisen  derselben  mit  ziemlicher  Sicher- 
heit ihren  Platz  bei  den  echten  Terebrateln  an,  womit  auch  das  grössere 
Foramen  übereinstimmt.  Die  Gestalt  der  Schleife  habe  ich  leider  nicht 
untersuchen  können,  da  die  meisten  vorhandenen  Exemplare  Steinkerne 
sind,  und  ich  die  wenigen  mit  der  Schale  erhaltenen  nicht  einem  wahr- 
scheinlich doch  vergeblichen  Versuche  opfern  mochte:  indesson  ist  nach  den 
übrigen  Merkmalen  kaum  zu  bezweifeln,  dass  dan  Armgeriist  kurz  und  dem- 
jenigen der  Ter.  deprcssa  ähnlich  ist. 

')  The  Oeol.  Magnzine,  1804,  p.  264,  t.  12,  f.  16. 

')  Lotliaift  rossfci,  Periode  morenne,  t.  18,  f.  28  und  Zeitsohr.  g.  Oe».  1800,  Will, 
f.  207.  * 


Digitized  by  Google 


451 


(51) 


Die  Unterschiede  der  Ter.  Robertoni  von  den  ihr  zunächst  verwandten 
Arten  haben  A  roh iac  und  Davidson  genauer  auseinandergesetzt.  Indessen 
scheint  doch  Archiac  zu  weit  gegangen  zu  sein,  indem  er  Formen  wie 
t.  20,  f.  5  und  6  (a.  o.  a.  O.)  von  Ter.  Robertoni  speeifisch  trennt.  Die 
Sculptur  der  Schale,  welche  nach  ihm  das  Hauptunterscheidungsmerkmal 
bildet,  wird  gewöhnlich  bei  weniger  guter  Erhaltung  oder  bei  grossen  Exem- 
plaren undeutlich,  während  die  übrigen  Merkmale  dieselben  bleiben.  Bei 
guter  Erhaltung  zeigen  sich  nämlich  in  der  Nähe  der  Schnabelkanten  deut- 
liche Runzeln,  welche  denen  der  Ter.  arcuata  (s.  u.)  sehr  ähnlich  sind,  aber 
sich  nie  über  einen  so  grossen  Theil  der  Schalenoberfläche  ausdehnen. 

Ob  Ter.  Boubei  Aroh.  (t.  19,  f.  11)  speeifisch  zu  unterscheiden  ist, 
scheint  mir  zweifelhaft;  doch  reicht  mein  Material  zur  Entscheidung  dieser 
Frage  nicht  ganz  aus. 

Vorkommen.  Terebratula  Robertoni  findet  sich  nicht  selten  in  dem 
der  untersten  Cenoman-Etage  angehörigen  Grünsande  von  Quedlinburg, 
namentlich  am  Langenberge  (Ewald's  Samml.),  leider  immer  als  Steinkern, 
wobei  aber  die  Male  der  Muskeln  etc  deutlich  erkennbar  sind;  sie  erreicht 
dort  eine  bei  dieser  Art  nicht  gewöhnliche  Grösse  (35  Mm.  Länge).  Weit 
seltener  und  gewöhnlich  kiemer,  jedoch  mit  erhaltener  Schale,  die  in  der 
Nähe  der  Schnabelkanten  oft  noch  die  von  Aroh  iac  so  schön  abgebildete 
Sculptur  erkennen  läset,  kommt  sie  in  der  Tourtia  Westphalens  vor.  Ausser- 
halb Norddeutschlands  findet  sich  Ter.  Robertoni  in  den  äquivalenten  Schichten 
Belgiens,  des  nördlichen  Frankreichs  (von  Wissant  durch  Saemann  er- 
halten) und  Englands  (Far ringdon);  wenigstens  scheint  Davidson's  Ab- 
bildung von  letzterem  Fundorte  mit  dem  belgischen  Typus  gut  übereinzu- 
stimmen. Meyer1)  führt  Formen,  die  sich  den  Abbildungen  nach  ebenfalls 
nicht  von  der  Archiac'schen  Art  unterscheiden  lassen,  von  Surrey  aus 
einer  8chicht  (Pebble  bed)  an,  welche  zum  Lower  Green  Sand  gerechnet  wird. 

Terebratula  arcuata  A.  Roem.  1841. 

T.  21  (I),  f.  12. 
1841.    Terebratula  arcuata  A.  Roem.,  Kreid.  p.  44,  t.  7,  f.  1& 

1847.  —        rugulosa  Morris,  in  Ann.  Mag.  XX,  p  263,  t.  18,  f.  5. 

1848.  ?  —  Vemeuäi  Arch.,  in  Mem.  geol.Fr.,  2,  II,  p.  326,  t.  20,  f.  4. 
1860.         —        arcuata  Gein.,  Quaders.,  p.  214. 

1862.         —        ?rvgulo*a  Dar.,  Cret  Brn  p.  49,  106,  t  4,  f.  14. 

Beschreibung.  Ovale  Art  mit  abgerundeten  Stirnecken.  Verhältniss 
der  Länge  zur  Breite  und  Dicke  =  1 1  Mm. :  8 :  6  und  =  8  Mm. :  5,7  :  4,4; 

•)  The  Geolog.  Magazine  I,  t  11  (rect.  12),  f.  5-7;  1864. 


Digitized  by  Google 


(52) 


452 


die  grösste  Breite  befindet  eich  etwa  bei  */j  der  Lauge  von  der  Schnabel- 
spitze  ab,  die  grösste  Dicke  etwa  bei  */.v  Die  Kanten  liegen  ziemlich  in 
einer  Ebene,  nur  die  etwa  der  halben  Breite  gleiche  Stirn  ist  nach  der 
Seite  der  Ventralklappe  flach  gebogen,  so  dass  die  kleinere  Klappe  in  die 
grössere  schwach  eingreift.  Die  beiden  Klappen  sind  fast  gleich  gewölbt, 
am  stärksten  zwischen  der  Mitte  und  den  Wirbeln ;  die  kleine  Klappe  zeigt 
eine  flache  Depression  gegen  die  Stirn  hin.  Schnabel  ziemlich  gross  und 
vorstehend,  massig  gebogen,  von  einem  ziemlich  grossen  Foramen  schräg 
abgestutzt,  welches  unten  von  einem  deutlich  aus  zwei  mit  einander  ver- 
wachsenen Stücken  bestehenden,  fast  eben  so  hohen  wie  breiten  Deltidium 
begrenzt  wird;  Schnabelkanten  deutlich,  aber  ziemlich  stumpf  und  eine 
falsche  Area  bildend,  auf  welche  die  gleich  zu  beschreibende  Oberflächen- 
Zeichnung  weniger  deutlich  fortsetzt  und  welche  gegen  das  Deltidium  durch 
einen  wulstfürmigen  aufgeworfenen  Rand  abgegrenzt  wird.  Die  Schalen- 
oberfläche ist  mit  flachen  kurzen  Runzeln  in  ähnlicher  Anordnung  wie  bei 
Fetten  arcuaim  und  wie  Davidson  namentlich  bei  Terebrattüa  rugulosa 
beschreibt,  bedeckt;  in  der  Mitte  sind  dieselben  undeutlicher,  nach  den 
Rändern  zu,  namentlich  an  den  Seiten,  nehmen  sie  aber  sehr  an  Deutlich- 
keit zu.  Die  Schalenstructur  ist  deutlich  fein  punktirt;  die  perforirenden 
Punkte  sind  auch  auf  der  Oberfläche  der  Runzeln  deutlich  sichtbar.  Das 
Armgerüst  dieser  kleinen  Art  ist  unbekannt. 

Bemerkungen  und  Vorkommen.  Nur  zwei  kleine  Exemplare  dieser 
interessanten  Art  liegen  mir  von  Essen  vor,  und  zwar  ist  eins  davon  das- 
jenige, welches  auch  A.  Roemer  bei  seiner  Beschreibung  und  Abbildung 
derselben  vor  Augen  gehabt  hat;  das  andere  befindet  sich  in  meiner  eigenen 
Sammlung.  Diese  zeigen  abgesehen  von  ihrer  geringeren  Grösse  eine  so 
auffallende  Uebereinstimmung  mit  einem  grösseren,  vortrefflich  erhaltenen 
Exemplare  meiner  Sammlung  aus  der  Mittelregion  der  Cenomanschichten  von 
Man 8  (Sarthe)  und  letzteres  stimmt  wieder  so  vollkommen  mit  der  schönen 
Abbildung  der  T.  rugulosa  bei  Davidson  überein,  dass  ich  keinen  Anstand 
nehme,  die  letztgenannte  Art  als  ein  Synonym  von  Ter.  arcuata  Rom.  zu 
betrachten.  Noch  vollkommener  ist  die  Uebereinstimmung  in  der  Gestalt 
mit  den  französischen  Exemplaren  und  der  englischen  Abbildung  bei  zwei 
Steinkernen  aus  dem  Grünsande  des  Langenbergcs  bei  Quedlinburg.  — 
Ueber  die  Frage,  wie  sich  zu  dieser  Art  Ter.  ovata  Sow.  verhält,  und  ob 
dieselbe  etwa  auch  nicht  speeifisch  davon  verschieden  ist,  wie  Davidson 
(1.  c.  p.  49  unten)  für  möglich  obgleich  nicht  wahrscheinlich  hält,  habe  ich 
kein  Urthcil,  da  das  mir  vorliegende  Material  dazu  nicht  ausreicht  Jeden- 
falls aber  halte  ich  mit  Davidson  Ter.  squamosa  Mant.,  von  der  ich  eine 


Digitized  by  Google 


(53) 


Anzahl  gut  charakteriairter  Exemplare  aus  der  chloritischen  Kreide  des  nörd- 
lichen Frankreichs  besitze,  für  eine  selbständige  von  beiden  genannten  ab- 
weichende Art.  —  Trotz  der  auagezeichneten  Abbildungen  Archiacs  ist  es 
ohne  Vergleichung  natürlicher  Exemplare  doch  nicht  leicht  zu  bestimmen, 
ob  und  welche  der  von  ihm  beschriebenen  Arten  aus  der  belgischen  Tourtia 
mit  T.  arcuata  zu  vereinigen  sein  möchten ;  mit  ziemlicher  Sicherheit  durfte 
indessen  wenigntens  seine  Ter.  VcrneuUi  (nicht  Ter.  (Waldh.]  Verneuili.  Eug. 
Desl.,  Et.  crit.  III,  p.  69,  t.  11,  f.  2,  3  aus  dem  spanischen  Lina)  nU 
Synonym  zu  T.  arcuata  zu  ziehen  sein,  während  möglicher  Weise  seine 
T.  Keyscrlingi  (I.  c.  p.  327,  t.  20,  f.  7)  die  von  Davidson  (Cret.  Br. 
p.  15,  Anm.)  in  dem  Archiacschen  Werke  vermissto  Ter.  ovata  Sow.  dar- 
stellen könnte. 

Loriol1)  hat  unter  den  Synonymen  der  Neocom-Art  Ter.  semistriata 
auch  Ter.  arcuata  Roem.  angeführt;  dass  diese  Angabe  auf  oinor  irrthüm- 
lichen  Auffassung  der  Roemer'schen  Beschreibung  und  Abbildung  der 
Cenoman-Art  von  Essen  beruht,  bedarf  naoh  der  obigen  genaueren  Be- 
schreibung wohl  kaum  der  Erwähnung. 

Davidson  vereinigt  Ter.  ovata  8ow.,  rugtdosa  Morr.  und  sqmmosa 
Mant.  zu  einer  natürlichen  Qruppe,  die  er  nur  mit  Zweifel  zu  den  echten 
Terebrateln  stellt,  indem  er  wegen  einiger  Aehnlichkcit  in  der  Verzierung 
der  Schalenoberfläche  mit  Megerle'ia  lima  vermuthet,  dass  sie  eher  zu  dieser 
Section  gehören  und  einen  ähnlich  complicirten  inneren  Bau  haben  möchten. 
Indessen  scheint  mir  diese  letztere  Vermuthung  aus  mehreren  Gründen  nicht 
zutreffend.  Was  zunächst  die  Schale  betrifft,  so  sind  die  sehr  feinen  und 
dichten  Poren  bei  den  genannten  Arten  überall  und  sehr  gleichmäßig  ver- 
theilt, so  dass  auch  die  feinen  Runzeln,  beziehungsweise  erhabenen  Linien 
der  Oberfläche  von  ihnen  siebartig  durchbohrt  erscheinen;  bei  Megerleia 
lima  und  ähnlichen  Arten  sind  diese  Poren  weit  gröber  und  stehen  sehr 
viel  weiter  von  einander  entfernt  und  die  zarten  Wärzchen,  welche  die 
Schalenoberfläche  zieren,  werden  nicht  von  ihnen  durchbohrt.  Ferner  fehlen 
bei  T.  arcuata  (wie  die  beiden  Steinkerne  von  Quedlinburg  beweisen)  und 
bei  T.  sqmmosa  sowohl  das  Dorsalsepturo,  wie  die  bei  vielen  Terebratuliden 
im  Schnabel  der  Ventralklappe  befindlichen  Zahnplatten,  welche  bei  der 
Abtheilung,  der  Mcg.  lima  angehört,  stets  stark  entwickelt  und  charakte- 
ristisch sind;  auch  die  Anordnung  und  Form  der  sehr  deutlichen  Muskel- 
oindrücke  bei  T.  sqmmosa  weicht  nicht  wesentlich  von  der  den  echten 


M  Deacription  dea  Animaux  Inrertebnh  fossile*  contenun  dans  l'etago  N^ocomten 

num-n  du  Mmit  Salivf,  H,  p.  122;  I8G3. 


Digitized  by  Google 


(54) 


454 


Terebrateln  eigenthümlichen  ab;  bei  den  Steinkörnen  der  T.  arcuata  sind 
sie  sehr  schwach  und  undeutlich.  Die  Einreihung  der  in  Rede  stehenden 
Arten  in  Terebratula  im  engeren  Sinne  dürfte  daher  für  jetzt  wenigstens 
durchaus  unbedenklich  sein,  um  so  mehr,  da  ein  natürlicher  Uebergang  hin- 
sichtlich der  Oberflächen-Zeichnung  von  Ter.  squamosa  durch  T.  capülata 
zu  T.  depressa  und  Tornacensis  stattzufinden  scheint. 

Terebratula  capillata  Arch.  1848. 

1842.   Spondjflut  undulahu  Gein.,  Charakt.  III,  p.  82  «.  Th.,  Nachtr.  1848, 
t.  6,  f.  a 

1848.  Terebratula  capillata  Arch.,  M6m.  g*ol.  Fr.  2,  II,  p.  828,  t.20,  f.  1—3. 
1850.         —        capülata  Gein.,  Quadenandst.,  p.  212. 

Bemerkungen.  Bei  dem  geringen  Material,  welches  mir  von  dieser 
Art  zur  Untersuchung  zu  Gebote  stand,  habe  ich  mir  kein  bestimmtes  Ur- 
theil  darüber  bilden  können,  ob  die  beiden  von  Davidson  untersuchten 
Exemplare  aus  dem  zum  Gault  gerechneten  Red  Chaüc  von  Hunstanton 
Cliff,  welche  er  als  Ter.  capillata?  bezeichnet  und  von  denen  er  eins  auf 
t.  5,  f.  12  abbildet,  wirklich  mit  der  Art  der  belgischen  Tourtia  ident  sind. 
Sämmtliche  Exemplare,  die  ich  von  verschiedenen  Fundorten  kennen  gelernt, 
stimmen  in  ihren  Charakteren  sowohl  untereinander,  ab  mit  den  Abbildungen 
bei  Archiao  vollkommen  überein.  Dagegen  zeigt  Davidson's  Abbildung 
die  feinen  Linien,  welche  die  Art  charakterisiren,  weit  gröber  und  starker 
ausgeprägt,  und  zu  feinen  Bippen  ausgebildet. 

Hinsichtlich  der  systematischen  Stellung  der  Ter.  capülata  sind  einige 
Schwierigkeiten  vorhanden,  welche  Davidson1)  veranlasst  haben,  die  Richtig- 
keit der  Gattungsbestimmung  in  Frage  zu  stellen.  8ie  nähert  sich  äusserlich 
in  mancher  Beziehung  Formen  wie  T.  arcuata  A.  Roem.  (rugulosa  Morr  ), 
squamosa  Munt,  und  ovata  Sow.,  bei  denen  Davidson  einen  ähnlichen 
inneren  Bau  vermuthet,  wie  bei  Megerleia  Uma;  meine  Gründe  gegen  die 
Annahme  einer  solchen  Verwandtschaft  habe  ich  oben  (bei  T.  arcuata)  aus- 
einandergesetzt. Ein  mir  vorliegendes  sehr  grosses  und  sehr  dickschaliges, 
anscheinend  vollkommen  ausgewachsenes  Exemplar  der  T.  capillata  von 
40  Mm.  Länge  und  fast  gleicher  Breite,  welches  ich  bei  Essen  gesammelt 
habe,  ist  zum  grossen  Theile  seiner  Schale  beraubt  und  lässt  deutlich  er- 
kennen, dass  von  einem  Dorsalseptum  und  den  stark  ausgebildeten  Zahn- 
platten, wie  sie  Meg.  litna  charakterisiren,  keine  Spur  vorhanden  ist,  eben 
so  wenig  wie  bei  Ter.  squamosa  und  arcuata;  auch  die  Anordnung  der 


')  Cret.  Brn  p.  104, 


Digitized  by  Google 


455 


(55) 


Muskelmale  scheint  keine  wesentliche  Abweichung  von  derjenigen  der  echten 
Terebrateln  darzubieten.  Die  Form  und  Grösse  der  Schleife  habe  ich  leider 
bei  keinem  Exemplar  nachweisen  können,  so  dass  die  Zugehörigkeit  zu  den 
echten  Terebrateln  (im  engeren  Sinne)  noch  nicht  mit  Sicherheit  nachzu- 
weisen ist,  zumal  da  auch  der  Schnabel  mit  sehr  deutlichen  (wenn  auch  nicht 
sehr  scharfen)  Sehnabelkanten  versehen  ist  —  eine  bei  dieser  Abtheilung 
seltene  Erscheinung,  welche  dagegen  bei  Megerleia  Uma  und  verwandten 
Arten  in  fibereinstimmender  Weise  vorhanden  ist. 

Vorkommen.  Terebrattda  capiüata  Arch.  ist  in  Norddeutschland  auf 
die  Tourtia,  also  auf  unsere  tiefsten  Cenoman-Schichten  beschrankt.  Sie 
kommt  darin  sehr  selten  bei  Essen  (ein  Exemplar  in  meiner  Sammlung), 
nicht  ganz  so  selten  in  den  Umgebungen  von  Dresden  vor  (mehre  Exem- 
plare aus  dem  Grünsande  des  Tunnels  von  Oberau  im  Dresd.  Mus.).  — 
In  der  gleichen  Schicht  findet  sich  unsere  Art  ausgezeichnet  schön  und 
nicht  selten  in  Belgien,  während  sie  aus  Frankreich  noch  nicht  bekannt  ist. 
In  England  giebt  Davidson  T.  capükUa  aus  dem  Gault  an;  doch  scheint 
derselbe  später  über  die  Richtigkeit  der  Bestimmung  selbst  zweifelhaft  ge- 
worden zu  sein,  da  er  p.  113  und  114  den  Namen  mit  einem  Fragezeichen 
anführt. 

Terebratulins  rigida  Sow.  sp.  1829. 

Wegen  der  Synonymik,  Beschreibung  und  Auffassung  dieser 
Art  in  Bezug  auf  ihre  Begrenzung  und  Varietäten  verweise  ich  auf  meine 
„Kritischen  Studien  über  Kreide-Brachiopoden",  p.  17.1) 

Vorkommen.  In  der  eben  citirten  Schrift  habe  ioh  die  hauptsäch- 
lichsten mir  bekannt  gewordenen  Fundorte  dieser  veränderlichen  Art  zusammen- 
gestellt und  auch  darauf  hingewiesen,  dass  in  der  Tourtia  Westphalens  vorzüglich 
die  Varietäten  a  und  y  und  im  unteren  Pläner  nördlich  vom  Harz  besonders 
o  und  ß  vertreten  sind.  Bemerkenswerth  sind  die  unter  dem  Namen  Tere- 
brattda radians  von  A.  Roemer  aus  dem  Grünsande  von  Essen  beschrie- 
benen Formen  —  var.  d  — ,  welche  der  echten  Terebrattdina  gracilis  ausser- 
ordentlich ähnlich  werden,  sich  aber  doch  immer  durch  das  Vorhandensein 
eines  (wenn  auch  schmalen)  geraden  Schlossrandes  und  kleiner  Ohren  aus- 
zeichnen, die  bei  der  Schlotheim'schen  Art  aus  der  oberen  weissen  Kreide 
fehlen.  Sie  scheint  in  den  jetzigen  Aufschlüssen  ziemlich  selten  vorzukommen, 
da  man  sie  in  Sammlungen  wenig  sieht;  auch  mir  ist  es  bei  meinen  Besuchen 

')  Beiträge  wir  Paläontologie  der  Jura-  und  Kroidcformation  im  nordwestlichen  Deutsch- 
land, 2.  Stück,  au»  Palflontographica  XIII,  <»;  1860. 


Digitized  by  Google 


(56) 


456  . 


der  Essener  Tourtia-Locali täten  nicht  gelungen,  sie  selbst  aufzufinden.  Die 
A.  Roomer'sche  Sammlung  sowohl,  wie  das  mineralogische  Museum  zu 
Dresden  bewahren  jedoch  eine  grössere  Anzahl  von  Exemplaren  von  Essen, 
woraus  hervorzugehen  scheint,  dass  diese  Art  dort  in  früherer  Zeit  häufiger 
gefunden  ist  Ganz  übereinstimmende  Formen  kommen  übrigens  auch  in 
ähnlichem  Erhaltungszustande  in  der  sogenannten  „zweiten  Grünsandlagea 
vor,  wie  ich  mich  an  den  mir  von  Herrn  Professor  Hosius  gefälligst  vor- 
gelegten Exemplaren  „aus  den  unterem  Partieen  der  zweiten  Grünsand  Inge 
der  grossen  Mergelgrube  bei  Aplerbeck"  (nach  der  Etikette  von  Prof. 
Becks)  in  der  akademischen  Sammlung  zu  Münster  in  Westphalen  über- 
zeugen konnte.  Jener  „zweite  Grünsand"  fällt  bekanntlich  nach  Strom- 
beck's  Untersuchungen  mit  dem  „dritten"  zusammen  und  gehört  mit  diesem 
der  Abtheilung  des  „oberen  Pläners"  an ;  dies  Vorkommen  entspricht  mithin 
vollständig  demjenigen  im  oberen  Pläner  von  Quedlinburg,  Suderode 
und  Neinstedt  am  Harz. 

Einer  sehr  wohlwollenden  Besprechung  meiner  „Kritischen  Studien" 
schliesst  Herr  Prof.  Geinitz1)  die  Bemerkung  an,  dass  TerebraUdina  gracüis 
in  der  von  mir  eingeführten  Beschränkung  nicht  ausschliesslich  der  oberen 
Kreide  angehöre,  sondern  dass  ein  damit  übereinstimmendes  Exemplar  des 
Dresdener  mineralogischen  Museums  in  dem  zur  Tourtia  gehörenden  Grün- 
sande des  Tunnels  von  Oberau  gefunden  sei.  Nachdem  ich  jetzt  selbst 
Gelegenheit  gehabt  habe,  das  betreffende  Exemplar  genau  zu  untersuchen, 
habe  ich  mich  allerdings  überzeugt,  dass  dasselbe  vollständig  mit  der  typischen 
Terebrattdina  gracüis  aus  der  oberen  Kreide  mit  Belemnites  mucronatus  über- 
einstimmt, wie  sie  bei  Vaels,  auf  Rügen,  in  England  u.  s.  w.  vorkommt, 
und  dass  ich  daher  nicht  umhin  kann  jenes  Exemplar  als  Terebrattdina  gra- 
cüis Schloth.  sp.  anzusprechen.  Indessen  darf  ich  nicht  unterlassen  zu 
bemerken,  dass  demselben  deutliche  Spuren  eines  weissen  kreideartigen 
Gesteins  anhaften,  genau  so  wie  dem  englischen  Original-Exemplare  Sohlot- 
heim's,  welchem  es  überhaupt  täuschend  ähnlich  ist;  es  dürfte  daher  viel- 
leicht nicht  ausser  dem  Bereiche  der  Möglichkeit  liegen,  dass  eine  Ver- 
wechselung des  Fundortes  oder  der  Etiketten  stattgefunden  hätte.  —  Dass 
übrigens  die  beiden  Arten,  Terebrattdina  rigida  und  gracilis,  sehr  nahe  ver- 
wandt Bind,  leugne  ich  durchaus  nicht;  ja  ich  würde  der  Erste  sein,  sie  zu 
einer  Species  zu  vereinigen,  wenn  nicht  alle  von  mir  bisher  untersuchten 
(sehr  zahlreichen)  Exemplare  der  Terebrattdina  rigida  den  geraden  Schloss- 
rand stets  deutlich  erkennen  Hessen,  während  er  bei  den  ausgezeichnet  er- 
haltenen Exemplaren  der  gracüis  von  Vaels  und  Rügen  stets  fehlt. 

M  Neues  Jahrbuch  etc.,  186<5,  p.  863. 


Digitized  by  Google 


457 


(57) 


Terebratuliim  chrysalis  Schloth.  8p.  1813. 

Auch  bei  dieser  Art  darf  ich  mich  hinsichtlich  des  Specielleren  auf  die 
betreffenden  Seiten  meiner  „Kritischen  Studien  etc."  (p.  11  ff.)  beziehen. 
Ich  erlaube  mir  nur  noch  einige  Bemerkungen  über  das 

Vorkommen  der  wichtigsten  Formen,  wie  sie  sich  in  unseren  Cenoman- 
Schichten  finden,  hinzuzufügen. 

In  der  Tourtia  von  Essen  zunächst,  wo  T.  cJirysalis  besonders  häufig 
ist,  treten  sowohl  grob  ala  feiner  gerippte  Varietäten  auf,  die  aber  durch 
eino  ununterbrochene  Reihe  von  Uebergängen  mit  einander  verbunden  sind. 
Beide  zeigen  bei  genügend  guter  Erhaltung  deutlich  die  Körnelung,  auf 
deren  vermeintliches,  aber  nur  als  Folge  der  Corrosion  der  Schalenoberfläche 
sich  ergebendes  Fehlen  A*  Roemcr  seine  Terebratula  auriculaia  begründete. 
Unter  den  feinrippigen  Formen  finden  sich  häufig  solche,  welche  nahe  an 
20  Mm.  lang  werden  und  in  allen  ihren  Merkmalen  vollständig  mit  gleioh 
grossen  Exemplaren  derjenigen  Form  übereinstimmen,  welche  aus  der  oberen 
Kreide  mit  Belemnites  quadratus  sowie  aus  der  mit  B.  mucronatus  unter 
dem  Namen  Ter.  Defrancei  bekannt  sind.  Allerdings  erreichen  letztere  zu- 
weilen eine  noch  erheblich  bedeutendere  Grösse,  indessen  sind  doch  die 
kleineren  damit  vorkommenden  und  unzweifelhaft  zu  derselben  Art  gehörigen 
Exemplare  weit  häufiger,  und  da  diese  mit  den  Formen  aus  der  Tourtia 
ident  erscheinen,  grössere  Exemplare  der  letzteren  aber,  die  etwa  Abweich- 
ungen von  der  grossen  T.  Defrancei  zeigen  hönnten,  nicht  bekannt  sind,  so 
möchte  ich  es  für  nicht  genügend  indicirt  halten,  Terebratulina  Defrancei 
als  besondere  Art  abzutrennen,  wozu  Herr  Prof.  Geinitz1)  geneigt  ist. — 
Jugendformen  der  grob  gerippten  Varietät  von  Essen  entsprechen  der  T. 
Faujasi  A.  Roem.  und  chrysalis  Schloth.  aus  der  oberen  Kreide,  u.  s.  w. 
—  In  dem  der  Essen'er  Tourtia  aequivalenten  unteren  Pläner  von  Plauen 
bei  Dresden  und  anderen  Fundorten  Sachsens  ist  eine  Form  ziemlich 
constant,  die  auch  bei  Essen,  besonders  aber  im  Grünsande  und  im  unteren 
Pläner  mit  Amm.  varians  und  Muntetti  sowie  in  dem  mit  Anm.  Rotoma- 
gensis  nördlich  vom  Harze  häufig  vorkommt,  die  sich  dann  im  oberen  Pläner 
mit  Scajriites  Gehütet  und  mit  Spondylus  spinosns  sowie  im  böhmischen 
sogenannten  „Plänermergel"  (L Uschi tz,  Priesen,  etc.)  und  endlich  in 
der  oberen  Kreide  mit  Belemnites  mucronatus  wiederholt;  diese  Form  ist 
breiter  als  die  unter  dem  Namen  Defrancei  bekannte,  und  besitzt  sehr  deut- 
lich gekörnte  Rippen  von  mittler  Feinheit,  welche,  durch  häufige  Dichotomie 
und  Intercalation  vermehrt,  nur  schmale  Zwischenräume  zwischen  sich  lassen. 

M  Neue»  Jahrb.  1  *»!(;,  p.  Mi't. 


Digitized  by  Google 


C58) 


458 


Meist  besitzt  die  grossere  Baucbklappe  einen  schwachen  Sinus  und  die 
kleinere  einen  flachen  Längsrücken,  der  oft  durch  eine  sehr  seichte  Längs- 
furche halbirt  wird.  Indessen  erweisen  sich  bei  grossem  Material  auch  diese 
Merkmale  als  unbeständig,  namentlich  wenn  man  Exemplare  aus  anderen 
Schichten  hinzunimmt,  die  deutliche  Uebergangsformen  darstellen,  und 
können  also  nicht  zur  Charakterisirung  der  Art  benutzt  werden.  —  In  der 
Tourtia  Böhmens,  namentlich  bei  Zbyslav  und  Kamajk  in  der  Gegend 
von  Caslau  (Prag.  Mus.)  kommen  mit  Cidaris  vesieuhsa  Gold£  sowohl  die 
der  Terebratuia  aurieuiata  A.  Roem.  entsprechenden  Formen,  wie  die  vor- 
stehend aus  dem  unteren  Pläner  Sachsens  charakterisirten  vor. 

Nach  allem  Diesen  sehe  ich  daher  keinen  genügenden  Grund,  meine 
früher  dargelegte  Ansicht  über  die  Auffassung  der  Terehrahdina  chrysalis 
zu  modificiren. 

Terebratella  Menardi  Lam.  sp.  1819. 

T.  22  (II),  t  1,  2. 

1819.  Terebratuia  Menardi  Lam.,  An.  i.  Vert.  VI,  p.  266,  no.  50. 
1829.         —      .  truncata  8ow.,  M.  C.  VI,  p.  71,  t.  537,  f.  3. 
1838.         —       Menardi  Buch.,  üeb.  Ter.  p.  98.  t.  3,  f.  42. 

1841.  —        canaliculata  A.  Roem.,  Kreid.,  p.  41,  t.  7,  t  12. 

1842.  —        truncata  OeiiL,  Charakt.  III,  p.  86,  t.  19,  f.  17. 
1847.  Terebratella  Menardi  Orb.,  Cret.  IV,  p.  118,  t.  517. 

1850.  Terebratuia  Menardi  Oein.,  Quaders-,  p.  210. 

1852.  —        Menardi  Dav.,  in  Ann.  Mag.  2,  V,  p.  446,  t.  14,  f.  50. 

1852.  Terebratella  Menardi  Dar.,  Cret.  Brach.,  p.  24,  t.  3,  f.  34—42. 

1854.  Terebratuia  canaliculata  F.  Roem.,  in  Zeittthr.  g.  Qei.  VI,  p.  137. 

Bemerkungen.  Die  ziemlich  seltenen  Exemplare  dieser  Art  aus  der 
deutschen  Tourtia  —  ich  habe  im  Ganzen  etwa  30  untersucht  —  geben 
keine  Veranlassung,  die  Beschreibungen,  die  Orbigny  und  Davidson  von 
derselben  gegeben  haben,  in  irgend  wesentlichen  Punkten  zu  ergänzen.  Den 
inneren  Bau  habe  ich  an  keinem  dieser  Exemplare  so  vollständig  beobachten 
können,  wie  er  von  Davidson  (1.  c.  t.  8,  f.  40,  41)  und  von  Eng.  Des- 
longchamps1)  dargestellt  ist,  doch  lässt  eine  isolirte  Dorsalklappe  von 
Essen  die  Fragmente  der  Lamellen,  welche  die  absteigenden  Aeste  der 
Schleife  mit  dem  Dorsalseptum  verbinden,  deutlich  erkennen,  und  zeigt  in 
dieser  Beziehung  eine  vollkommene  üebereinstimmung  mit  den  prachtvoll 
erhaltenen  französischen  Vorkommnissen. 


M  Paläontologie  francaijc,  terr.  jur.,  Brnchiop.,  t.  7,  f.  3. 


Digitized  by  Google 


459  (59) 


Die  deutschen  Exemplare  der  TercbrateUa  Mcnardi  sind,  wie  dies  auch 
Davidson  von  den  englischen  bemerkt,  in  der  Regel  kleiner,  als  die  schönen 
französischen,  indessen  liegen  mir  auoh  einige  grossere,  namentlich  ein  ausser- 
ordentlich schön  erhaltenes  aus  der  Sammlung  der  königlichen  Bergacademie 
zu  Berlin  vor,  welches  denen  von  Man 8  (Sarthe)  kaum  nachsteht.  Dies 
Exemplar  gehört  ausserdem  einer  bemerkenswerthen ,  sehr  fein  und  scharf 
gerippten  Varietät  an,  während  die  Mehrzahl  der  Exemplare  von  Essen 
»ich  durch  ziemlich  grobe  und  stumpfe  Kippen  auszeichnet;  Sinus  und  Wulst 
sind  schmal,  aber  sehr  stark  markirt;  der  Schnabel  ist  ungewöhnlich  stark 
von  der  ungefähr  einen  Halbkreis  bildenden  kleinen  Klappe  abstehend  und 
fast  in  einem  rechten  Winkel  gegen  die  Längsaxe  geneigt.  Die  Anwachs- 
linien treten  ausserordentlich  kräftig  hervor  und  theilen  die  Rippen  in  dach- 
ziegelförmig  über  einander  liegende  Abschnitte;  auch  auf  der  scharf  be- 
grenzten Area,  welche  ausserdem  eine  ziemlich  senkrecht  gegen  die  Schloss- 
linie stehende  Streifung  zeigt,  sind  sie  ebenfalls  sehr  ausgezeichnet;  das 
Foramen  ist  gross  und  kreisrund. 

Die  zu  Hildesheim  befindliche  Sammlung  des  Herrn  Bergraths 
A.  Roemer  enthält  zwei  als  Terebratula  canalieulata  von  Essen  bezeich- 
nete Exemplare,  von  denen  jedoch  keins  der  Abbildung  auf  t  7,  f.  12 
(Verstcin.  <L  nordd.  Kreideg.)  ganz  genau  entspricht;  sie  gehören  beide  der 
Form  an,  welche  bei  Essen  die  häufigste  ist  und  mit  welcher  auch  die 
Exemplare  von  Oberau  bei  Dresden  übereinstimmen.  Das  eine  zwei- 
klappige,  welches  das  Original  der  citirten  Figur  sein  durfte,  ist  etwa  *//»  80 
gross,  wie  diese,  und  das  Verhältniss  zwischen  Breite  und  Länge  ist  etwa 
—  5:7  statt  7:8;  auch  sind  die  Umrisse  weniger  symmetrisch  als  auf  der 
Abbildung,  und  das  Foramen  müsste  etwas  grösser  gezeichnet  sein  und  näher 
an  die  Spitze  des  Schnabels  reichen.  Das  andere  Exemplar  ist  eine  isolirte 
Vcntralklappe.  Beide  entsprechen  vollständig  gewissen  kleinen  Formen,  der 
T.  Menardi,  wie  sie  bei  Mans  so  häufig  vorkommen;  selbst  die  durch  die 
Zuwachslinien  oft  entstehende  Körnelung  der  Falten  ist  trotz  der  ziemlich 
rohen  Erhaltung  angedeutet.  Ich  kann  daher  nicht  umhin  Roemer'« 
Terebr.  canaiiculata  mit  TerebraieUa  Menardi  speeifisch  zu  vereinigen,  wenn 
ich  auch  zugebe,  dass  dioselbe  eine  in  der  Regel  gut  markirte  Varietät  der- 
selben darstellt.  —  Archiac1)  bezeichnet  als  TerebrattUa  canaliculuta  A.  Roem. 
eine  Art,  die  gleichwohl,  wie  er  im  Text  ausdrücklich  hervorhebt,  mit  der 
Roemer  sehen  Abbildung  durchaus  nicht  übereinstimmt;  er  meint  deshalb, 
dass  entweder  die  citirte  Abbildung  ungenau,  oder  seine  Art  aus  der  Tourtia 


')  Hirn.  tfol  Fr.  2,  II,  p.  331.  t.  21,  f.  15. 


Digitized  by  Google 


(60) 


460 


von  Gussignies  von  der  Essener  Art  verschieden  sein  müsse;  letztere  An- 
nahme dürfte,  da  man  keinen  Grund  hat,  an  der  Richtigkeit  der  schonen 
Archiao'schen  Abbildung  zu  zweifeln,  zutreffend  sein,  wie  ich  schon  an 
einer  anderen  Stelle1)  erörtert  habe. 

Vorkommen.  Terebratella  Menardi  ist,  wie  schon  oben  erwähnt,  in 
der  deutschen  Tourtia  ziemlich  selten  und  ist  bis  jetzt  nur  bei  Essen  und 
im  Grünsand  des  Tunnels  von  Oberau  bei  Dresden  nachgewiesen,  von 
wo  sie  Geinitz  als  Tcrebratida  truncata  beschrieben  und  abgebildet  hat. 
In  den  ältesten  Ccnoman-Bildungen  des  Harzes  ist  sie  noch  nicht  aufgefunden. 
In  der  belgischen  Tourtia,  woher  sie  Archiac  nicht  beschrieben  hat,  soll 
sie  nach  Geinitz*)  ebenfalls  vorkommen;  doch  bezieht  sich  dies  Citat  wohl 
auf  die  oben  erörterte  Ter.  canaliculata  Arch.3)  Aus  französischen  Cenoman- 
Schichten  wird  sie  von  mehren  verschiedenen  Localitaten  citirt.  Bei  Mans 
(Sartho),  wo  sie  sehr  häufig  vorkommt,  findet  sie  sich  vorzugsweise  mit 
Mynchonetta  compressa  Lam.  sp.,  ebenso  in  den  südwestlichen  Departements, 
wo  sie  nach  Coquand4)  besonders  von  Caprina  adver sa  Orb.  begleitet  ist. 
In  der  englischen  Kreide  wird  sie  von  Davidson  aus  dem  Sponge  Gravel 
von  Farringdon  (siehe  Einleitung),  ferner  aus  dem  Upper  Green  Sand  von 
Devizes  und  aus  der  Scaphiten-Schicht  (mit  Scaphites  aequalis  Sow.,  Am- 
tnonites  varians  Sow.  etc.)  von  Chardstock  angegeben;  diese  letzteren  An- 
gaben entsprechen  wenigstens  annähernd  demselben  Niveau,  wie  in  Deutsch- 
land. Dagegen  citirt  C.  J.  A.  Meyer5)  Terebratella  Menardi  auch  von 
Surre y  aus  einer  ah  „Pebble-bed"  bezeichneten  Schicht,  die  er  zum  Lower 
Green  Sand  rechnet,  eine  Lagorstättc,  die  allen  übrigen  Erfahrungen  wider- 
sprechen würde,  nach  denen  T.  Menardi  auf  die  Conoman-Schichten  be- 
schränkt ist;  an  der  richtigen  Artbostimmung  des  englischen  Autors  kann 
jodoch  nach  den  gegebenen  Abbildungen  kaum  gezweifelt  werden. 


')  Kritische  8tudien  etc.,  p.  28  in  Paläontogr.  XIII,  (i. 
*)  Quadorsandst.,  p.  211. 

5)  Ich  will  nicht  unterlassen,  hier  nachzufügen,  duss  das  k.  k.  Hof-Mineralien-Cabinet 
zu  Wien  eine  Anzahl  Exemplare  einer  kleinen  Art  von  Qussignics  aus  der  belgischen 
Tourtia  besitzt,  welche  mit  Ausnahme  des  gerade  abgestutzten  langen  Schnabels  der  Ar- 
chiao'schen Abbildung  ausserordentlich  ähnlich  sind  und  mit  der  oben  beschriebenen 
cor.  canaliculata  und  Terebratella  Menardi  von  Essen  unzweifelhaft  übereinstimmen.  — 
Wien,  25.  März  1867.    U.  Schi. 

*)  Synopsis  etc.,  p.  51. 

*)  The  geological  Magazine,  Dec.  18T.4,  t.  12  (reet  11),  f.  24,  2b. 


Digitized  by  Google 


$ 


461  (61) 
Terebratella  (?)  Beaumonti  Arch.  sp.  1848. 

T.  22  (II),  f.  3-5. 

1841.  Terebratula  dblonga  A.  Roem.,  Kreid.  p.  39  i.  Th.  (Fundort:  Esten). 
1848.  —        Beaumonti  Arch.,  in  M6m.  geol.  Fr.  2,  II,  p.  381,  t.  21, 

f.  12-14. 

185(1.         —        oblonga  Gein.,  Quader«,  p.  210  z.  Th.  (Fundort:  Eggen). 
1S54.  —        Beaumonti  F.  Roem.,  in  Zeitschr.  g.  Ges.  VI,  p.  136. 

1859.    Terebratella  (  Terebratula)  Beaumonti  ßtromb.,  in  Zeitschr.  g.  Ges.  XI,  p.  38. 

Beschreibung.  Länglich  eiförmig,  fast  fünfeckig  mit  gerundeten 
Ecken,  stark  gewölbt,  Stirn  ziemlich  breit  und  gerade  abgestutzt;  die  grösste 
Breite  in  der  Mitte  der  Länge,  die  grösste  Dicke  meist  etwas  weiter  nach 
hinten  (dem  Schnabel  zu).  Dimensionen: 

Länge  19,    17,    13,    11,    8  Min. 
Breite  15,    13,    lOj,    8,    ß\  „ 
Dicke  m,  11,     8,"     6|,  5  „ 

Schalenoberfläche  mit  zahlreichen  (14— 24)  hohen,  geraden  und  scharfen 
Falten  versehen,  welche  durch  gleich  breite  Furchen  getrennt  fast  sämmt- 
lich  von  den  Wirbeln  oder  doch  sehr  nahe  an  denselben  beginnend  ununter- 
brochen und  nur  in  selteneren  Fällen  durch  Einschaltung  oder  Gabelung 
vermehrt  bis  an  den  Rand  gehen.  Einzelne  Anwachslinien  treten  als  ziem- 
lich starke  Absätze  hervor.  Die  durch  die  alternirenden  Rippen  gezähnelt 
erscheinende  Verbindungslinie  der  beiden  Klappen  ist  nicht  ausgeschweift. 
Schale  von  ziemlich  groben  und  etwas  unregcl massigen  Poren  durchbohrt, 
die  fast  schon  mit  dem  unbewaffneten  Auge  zu  erkennen  sind. 

Die  grössere  Klappe  ist  meist  längs  der  Mitte  vom  Schnabel  bis  zu 
den  Stirnecken  etwas  abgeplattet  und  besitzt  so  zwei  sehr  stumpfe  Kiole, 
von  denen  die  Schale  nach  den  Seitenrändern  in  rascher  Wölbung  abfällt. 

Der  massig  vorstehende  Schnabel  ist  nur  schwach  gebogen  und  wird 
durch  ein  rundes  Foramen  von  müssiger  Grösse  fast  rechtwinklig  abgestutzt, 
welches  vorn  durch  das  ziemlich  hohe  Do  Iridium  und  einen  Theil  der  Area 
begrenzt  wird;  letztere  nimmt  die  ganze  Röckenseitc  des  Schnabels  ein  und 
ist  sehr  deutlich  und  oft  von  ziemlich  scharfen  Scbnabelkanten  begrenzt. 

Die  kleinere  Klappe  ist  beinahe  eben  so  stark  gewölbt,  wie  die  andere, 
am  stärksten  am  Wirbel,  wo  sie  sehr  steil  ansteigt,  um  bald  ihre  höchste 
Erhebung  zu  erreichen  und  dann  in  gleichraässiger  Wölbung  nach  den 
Rändern  abzufallen.  Die  Schlosslinie  ist  nicht  gerade,  sondern  stark 
gerundet. 

Im  Innern  sind  die  Rippen  der  Aussenseite  nicht  zu  erkennen ,  sondern 
die  Schale  ist  fast  glatt  und  nur  mit  undeutlichen  Spuren  von  Radialfurchen 


Digitized  by  Google 


(02) 


4G2 


versehen.  Die  grosse  Klappe  besitzt  im  Schnabel  zwei  Zahnplatten,  welche 
von  den  ziemlich  kräftigen  Zähnen  bis  zur  entgegengesetzten  Wand  der 
Klappe  gehen.  Zwischen  ihnen  hindurch  ging  der  Fussmuskel,  welcher  vor 
seinem  Austritte  durch  das  in  Form  einer  kurzen  Rohre  nach  innen  fort- 
gesetzte Foramen  kragenartig  umgeben  war.  In  der  Mitte  zieht  sich  vom 
Schnabel  aus  bis  über  die  Hälfte  der  Länge  hinaus  eine  schliesslich  sich 
gabelig  verflachende  wulstartige  Erhöhung  entlang,  welche  beiderseits  von 
ziemlich  grossen,  aber  meist  nicht  sehr  deutlich  begrenzten  und  undeutlich 
zweitheiligen  gerundeten  Muskeleindrücken  eingeschlossen  ist;  zwischen  die- 
sen und  dem  Rande  finden  sich  noch  undeutliche  Sparen  von  den  Ovarien. 

Die  Schlossplatte  der  kleinen  Klappo  ist  schwach  entwickelt  und  in  der 
Mitte  vertieft;  der  Schlossfortsatz  ist  kurz  und  nur  wenig  hervorragend. 
Von  der  Mitte  der  Schlossplatte  aus  reicht  ein  hohes  und  scharfes  Dorsal- 
septum  bis  etwa  zur  Hälfte  der  Länge  der  Klappe  vor,  indem  es  nach  vorn 
immer  niedriger  wird.  Dasselbe  bildet  die  grosse  Axe  einer  ziemlich 
genauen  Ellipse,  welche  durch  die  zu  seinen  beiden  Seiten  befindlichen 
Muskeleindrücke  gebildet  wird;  jeder  der  letzteren  wird  durch  eine  Längs- 
linie undeutlich  in  zwei  Theile  getheilt,  von  denen  der  äussere  kleiner  ist, 
als  der  an  das  Septum  stossende.  Die  nach  aussen  an  diese  Muskeleindrücke 
sich  anschliessenden  Ovarieneindrücke  Bind  undeutlich.  Unmittelbar  neben 
dem  Septum  entspringen  aus  der  Schlossplatte  die  beiden  ziemlich  breiten 
Aeste  der  Schleife,  welche  nahe  an  ihrem  Ursprungsorte  mit  massig  langen, 
aufwärts  gerichteten  und  schwach  convergirenden  Fortsätzen  versehen  sind. 
Mit  dem  Septum  sind  sie  zunächst  durch  zwei  etwa  von  der  Mitte  desselben 
ausgehende,  etwas  nach  vorn  gerichtete  Fortsätze  verbunden.  Bald  nachdem 
sie  die  Mitte  der  Klappenlänge  überschritten  haben,  tragen  sie  einige  zarte, 
gegen  die  Stirn  gerichtete  Dornen  und  biegen  sich  nach  aufwärts  um, 
werden  sodann  stärker  und  breiter,  und  vereinigen  sich  schliesslich  mit 
einander  durch  ein  breites,  schräg  gegen  die  Längsaxe  stehendes  Querband, 
welches  beiderseits  aussen  mit  einem  kurzen  nach  der  Schlossseite  gerichteten 
Fortsatze  versehen  ist  und  mit  seinem  hinteren,  etwas  ausgeschnittenen 
Rande  auf  dem  Septum  in  der  Nähe  der  Querfortsätze  desselben  zu  ruhen 
oder  doch  demselben  sich  sehr  zu  nähern  scheint,  ohne  damit  verwachsen 
zu  sein. 

Bemerkungen.  Nachdem  im  Jahre  1847  durch  Orbigny  die  alte 
umfassende  Gattung  Terebrattüa  enger  begrenzt  und  von  ihr  mehrere  andere 
neubegründete  Gattungen  ausgeschieden  waren,  wurde  —  meines  Wissens 
zuerst  durch  Strombeck  —  die  von  Archiac  beschriebene  Terebratula 
Bemmonti  zu  der  neuen  Gattung  Terebratella  gestellt,  während  Orbigny 


Digitized  by  Google 


-ir.3 


selbst  sie  noch  bei  Ter€&rafttfo  belassen  hatte.  VermuthKch  wurde  Strom- 
beck hierzu  durch  die  grosso  Achnlichkeit  im  ganzen  äusseren  Habitus 
unserer  Art  mit  der  tieferen  Schichten  angehörenden  Terebratula  oblonga 
Sow.  veranlasst,  welche  letztere  von  Orbigny  zu  Terebratella  gestellt  war, 
ohne  dass  jedoch  bis  jetzt  —  soviel  ich  weiss  —  die  diese  Frage  entschei- 
dende innere  Organisation  bei  einer  der  beiden  genannten  Arten  genauer 
bekannt  gewordon  wäre.  Davidson  zog  deshalb  auch  vor,  in  seinor  Mono- 
graphie der  englischen  Kreidebrachiopoden ,  eben  wegen  dieser  Unkenntnis» 
de»  Brachialapparats,  Terebratula  oblonga  einstweilen  noch  nicht  in  jene 
neu  aufgestellte  Gattung  einzuordnen.  In  neuerer  Zeit  wurde  aus  der  engli- 
schen Kreide  durch  C.  J.  A.  Meyer  in  London  eine  der  Terebrattda 
oblonga  äusserlich  sehr  nahe  stehende  und  in  ihrer  Begleitung  sich  findende 
neue  Art  unter  dem  Namen  Terebratella  Fittoni  beschrieben  und  abgebildet1) 
und  in  den  Bemerkungen  ausdrücklich  darauf  hingewiesen,  dass  es  noch 
zweifelhaft  bliebe,  ob  bei  den  mit  dieser  Art  verglichenen  Terebratula  ob- 
longa und  Beautnonti  die  Schleife  wirklich  wie  bei  Terebratella  Fittoni 
doppelt,  d.  h.  an  die  Schlossplatte  und  an  das  Septum  angeheftet  sei.  Da 
ich  über  diese  interessante  Frage  sowie  über  die  davon  abhängende  syste- 
matische Stellung  der  Terebratula  Beautnonti  mir  womöglich  Sicherheit  ver- 
schaffen wollte,  so  opferte  ich  eine  Anzahl  Exemplare,  bei  denen  ich  Aus- 
sicht zu  haben  glaubte,  über  den  inneren  Bau  Aufklärung  zu  erhalten, 
leider  lange  ohne  den  gewünschten  Erfolg.  Auch  jetzt  ist  es  mir  noch 
nicht  gelungen,  don  Brachialapparat  in  seiner  ganzen  Vollständigkeit  in 
einem  einzigen  Exemplare  erhalten  zu  finden,  und  ich  habe  deshalb, 
um  mir  ein  genaues  und  klares  Bild  von  demsclbon  machen  zu  können,  das 
nn  mehren  verschiedenen  Exemplaren  Beobachtete  combiniren  müssen.  In- 
dessen glaube  ich  mich  bei  dieser  Combination  überall  an  das  thatsächlich 
Vorhandene  gehalten  und  wenigstens  nichts  Unrichtiges  in  die  Construktion 
hineingebracht  zu  haben,  während  die  Möglichkeit,  dass  noch  einige  Einzel- 
heiten der  Beobachtung  entgangen  sind,  nicht  ausgeschlossen  ist.  Eine  Un- 
sicherheit will  ich  jedoch  nicht  hervorzuheben  unterlassen;  sie  betrifft  die 
Frage,  ob  das  Querband,  welches  die  beiden  rückkehrenden  Aeste  der  Schleife 
mit  einander  verbindet,  mit  dem  Septura  verwachsen  ist,  oder  ob  dasselbe 
auf  demselben  aufliegt,  oder  endlich  nur  nahe  an  dasselbe  heranreicht.  Da 
dies  Querband  bei  allen  von  mir  untersuchten  Exemplaren  abgebrochen 
und  nur  noch  mit  kurzen  Fragmenten  der  Aeste  der  Schleife  versehen 
war,  so  konnte  ich   über  jene  Frage  nicht  recht  in's  Reine  kommen; 

')  The  Geologie«!  Magazine  I,  vi.  Dec.  18U4,  p.  250,  t.  II  (verdruckt:  12),  f.  1-1U. 
(5)  30 


Digitized  by  Google 


(64) 


464 


indessen  scheint  mir  der  letzte  Fall  am  meisten  Wahrscheinlichkeit  zu  haben 
und  habe  ich  deshalb  auf  der  restaurirten  Figur  das  Verhältnis«  in  dieser 
Weise  dargestellt. 

Aus  der  oben  gegebenen  Beschreibung  ergiebt  sich  einerseits  eine  grosse 
Analogie  mit  der  Anordnung  des  Armgerüstes  bei  Terebratdla,  und  anderer- 
seits, wie  wir  sie  bei  verschiedenen  zur  Section  Megerleia  gestellten  Arten 
finden,  und  zwar  vorzugsweise  bei  Quenstedt,  Handb.  d.  Petr.  1 .  Aufl.,  t.  37, 
f.  16,  17  und  Jura  t.  90,  f.  42,  44  und  besonders  49.  ImUebrigen  erlaube 
ich  mir  auch  auf  Dasjenige  zu  verweisen,  was  ich  bei  einer  anderen  Ver- 
anlassung1) über  Megerleia  bemerkt  habe;  ich  habe  dazu  nur  noch  einige 
Bemerkungen  über  die  dort  angeführten  Abbildungen  Ch.  MooreV)  zu 
machen,  nachdem  ich  Gelegenheit  gehabt  habe,  auch  den  dazu  gehörenden 
Text  zu  lesen.    Es  ergiebt  sich  daraus  zunächst,  dass  die  Zeichnung  des 
Brachial- Apparats,  welche  mir  mit  derjenigen  von  Ter.  {Kingia)  Deslong- 
champsi  sehr  nahe  übereinzustimmen  schien  (1.  c,  t.  13,  f.  13)  den  inneren 
Bau  einer  jungen  Terebratulina  darstellen  soll,  hier  also  nicht  mit  in  Betracht 
gezogen  werden  kann.   Dagegen  stellen  f.  2, — 5  die  Entwickelung  des  Arm- 
gerüstes bei  einer  Art  dar,  die  Herr  Ch.  Moore  als  Terebratdla  BucJctnani 
bezeichnet,  und  f.  9  und  10  denjenigen  von  TerebrateUa  furcata  Sow.  sj>. 
Uebrigens  sieht  Herr  Moore  das  Verhältniss  dieser  Formen  zu  einander 
gerade  so  an,  wie  ich  angenommen  hatte  und  behalten  demnach  meine  oben 
citirten  Auseinandersetzungen  ihre  volle  Geltung;  nur  hat  der  englische 
Autor  auf  die  nahen  Beziehungen  zu  Kingia  und  Megerleia  nicht  hinge- 
wiesen.   Wenn  ich  danach  die  Einordnung  unserer  Art  unter  die  Section 
Megerleia  auch  für  sehr  wahrscheinlich  halte,  so  belasse  ich  sie  einstweilen 
bis  zu  bestimmterer  Feststellung  noch  bei  TerebrateUa,  weil  man  gewohnt 
ist,  Formen  mit  einem  ähnlichen  äusseren  Habitus  und  mit  doppelt  ange- 
hefteter Schleife  eher  zu  dieser  Section  als  zu  Megerleia  zu  rechnen. 

Interessant  war  es  mir,  durch  eine  briefliche  Mittheilung  des  Herrn  C. 
J.  A.  Meyer  zu  erfahren,  dass  der  innere  Bau  seiner  TerebrateUa  Fittoni, 
soweit  derselbe  bekannt  geworden  ist,  ganz  genau  mit  dem  unserer  Tourtia- 
Art  übereinstimmt;  die  Form  und  Grösse  des  Dorsalseptums,  die  Verbindung 
desselben  an  der  gleichen  Stelle  durch  Querfortsätze  mit  den  absteigenden 
Aestcn  der  Schleife,  das  breite  Querband,  welches  die  rückkehrenden  Aeste 
der  letzteren  mit  einander  verbindet,  etc.,  sind  bei  beiden  Arten  gleich. 


«)  Zeitschr.  g.  Oes.  XVIII,  p.  368;  1806. 

»)  The  Geologist,  III,  no.  36,  t.  13  (2  des  Separatabdrucks).  Der  betreffende  Band 
iät  vergriffen. 


Digitized  by  Google 


405_  (G5) 

Herr  Meyer  schreibt  mir  daher:  „I  am  therefore  equally  of  opinion  that 
Terebratella  Fittoni  may  belong  more  correctly  to  the  section  Megerlia  or 
Kingia,  in  which  respect  it  probably  agrees  with  your  Ter.  Beaumonti."  — 
Aeusserlich  unterscheidet  sich  die  genannte  englische  Art  von  unserer  nord- 
deutschen durch  die  noch  geringere  Rippenzahl,  durch  die  geringere  Schärfe 
derselben,  durch  die  viel  geringere  Wölbung  des  Wirbels  der  kleinen  Klappe, 
und  endlich  durch  die  Yiel  .stärkere  Krümmung  des  Schnabels. 

Eine  zweite  Art,  die  zur  Yergleichuug  mit  Ter.  Beaumonti  heranzuziehen 
wäre,  ist  Terebratula  oblonga  Sow.  Ich  muss  hier  zunächst  bemerken,  dass 
die  sehr  grosse  Mehrzahl  unserer  zu  letzterer  Art  gerechneten  Exemplare 
aus  den  verschiedenen  Schichten  der  norddeutschen  Hilsformation  insofern 
nicht  ganz  mit  Davidson'»  Abbildungen  und  Beschreibung  übereinstimmen, 
als  bei  denselben  fast  immer  die  Stirn  in  ihrer  ganzen  Breite  mehr  oder 
weniger,  zuweilen  sehr  stark,  nach  der  Seite  der  grösseren  Klappe  über- 
greift, ähnlich,  wie  dies  bei  vielen  lebenden  Arten  von  Terebratella  der  Fall 
ist,  während  Davidson  bei  den  englischen  Formen  hiervon  keine  Erwähnung 
macht.  Auf  diese  Abweichung  der  norddeutschen  Neocomform  von  dem 
Sowerby'sohen  Typus  hat  auch  Buch1)  schon  aufmerksam  gemacht,  der 
dieselbe  irrthümlich  in  den  oberen  Lias  stellt,  weil  die  Neocomschichtcn 
bei  Schöppenstedt  in  unmittelbarem  Contact  mit  dem  mittleren  Lias 
stehen  und  daher  früher  lange  als  oberer  Lias  angesprochen  wurden.  — 
Diese  Abweichung  würde,  namentlich  unter  Berücksichtigung  des  Umstandes, 
dass  unsere  Art  stets  ein  etwas  tieferes  Niveau  einnimmt  und  in  Schichten 
vom  Alter  des  englischen  Lower  Green  Sand  wahrscheinlich  bei  uns  gar 
nicht  hinaufreicht,  Anlass  zu  Bedenken  über  die  Identification  beider  Typen 
geben  können,  wenn  nicht  Herr  Meyer*)  ausdrücklich  erwähnte,  dass  die 
englische  Ter.  oblonga  ausserordentlich  variirt,  ganz  in  der  Weise,  wie  Or- 
bigny  bei  der  französischen  dargestellt  hat,  und  wenn  nicht  auch  bei  uns 
vereinzelte  Exemplare  vorkämen,  die  jenes  Merkmal  nicht  besitzen.  Auch 
Loriol3)  führt  an,  dass  das  Neocom  des  Salöve  durch  eine  Varietät  mit 
gerader,  in  derselben  Ebene  mit  den  Seitenkanten  liegender  Stirnlinie  cha- 
rakterisirt  werde,  welche  sich  ausserdem  stots  durch  einfache,  nicht  gegabelte 
oder  vermittelst  Einschaltung  vermehrte  Rippen  auszeichne.  Alle  diese 
Formen  scheinen  daher  eben  nur  Varietäten  zu  sein,  während  Ter.  Beau~ 
monti  von  ihnen  allen  leicht  zu  unterscheiden  ist  durch  die  gewöhnlich  viel 
geringere  Zahl  ihrer  Rippen,  die  sich  ebenfalls  nur  in  seltenen  Fällen  durch 


')  Ceb.  Terebrateln,  p.  77. 

*)  Tbe  Geological  Magazine  I,  p.  254. 

*)  Neocom.  ßaleve,  18G3,  p.  121,  t.  15,  f.  22. 

(5*) 


30* 


Digitized  by  Google 


(OG) 


4f,n 


Bifurcation  oder  Eingchaltung  vermehren;  ferner  ist  bei  der  Neocom-Art 
der  Schnabel  meist  stärker  gekrümmt  und  immer  der  Wirbel  der 
kleinen  Klappe  viel  schwächer  gewölbt;  das  Zurückgreifen  der 
Stirn  gegen  die  grössere  Klappe  ist  bei  der  Art  aus  der  Tourtia  nicht 
beobachtet.  Bei  T.  oblonga  reicht  das  Dorsalseptum  über  die  Mitte  der 
Länge  hinaus  und  der  Ansatzpunkt  für  die  das  Septum  mit  den  absteigen- 
den Aesten  der  Schleife  verbindenden  Querfortsätze  befindet  sich  nahe  an 
dem  vorderen  Ende  desselben  ungefähr  in  der  Mitte  der  Klappe;  die  Rippen 
und  Furchen  sind  auf  der  Innenseite  der  Schale  bei  dieser  Art  in  der  Regel 
deutlicher  bemerkbar. 

Zu  den  in  diese  Gruppe  gehörigen  Arten  ist  ferner  TerebrateUa  Kneri 
Bosq.')  aus  der  unteren  Region  der  oberen  Kreide  mit  Belenmites  mucro- 
natus  von  Limburg  zu  rechnen.  Bosquet  hat  bis  jetzt  diese  neue  Art 
nur  durch  das  Citat  der  Abbildung  von  Terebratula  oblonga  Kner2)  begrün- 
det; jene  Abbildung  unterscheidet  sich  von  unserer  Tourtia- Art  durch  ihre 
dreieckige  Form  mit  gerundeter  Stirn  und  durch  ihren  stärker  gekrümmten 
Schnabel,  sowie  durch  eine  Feinheit  der  Rippen,  wie  sie  allerdings  bei  T. 
Beaumonti  wohl  vorkommt,  aber  nicht  gewöhnlich  ist.  Uebrigens  erlaube 
ich  mir  darauf  hinzuweisen,  dass  die  Zugehörigkeit  der  Schichten  von  Miku- 
lince  (in  Galizien),  aus  denen  die  Kn  er  'sehen  Exemplare  stammen,  zur 
oberen  Kreide  mit  Bei.  mucronatus  mehr  als  fraglich  sein  dürfte,  indem 
sehr  charakteristische  Cenoman-Arten,  wie  Anmonitcs  varians  u.  a.  daraus 
angeführt  werden.  Die  Möglichkeit,  dass  die  genannte  Abbildung  der  „Ter. 
oblonga"  eine  Varietät  der  T.  Beaumonti  darstellen,  dürfte  daher  nicht  zu 
leugnen  sein,  zumal  da  jene  mit  unserer  Art  die  einfachen  Rippen  und  den 
stark  gewölbten  Wirbel  der  kleinen  Klappe,  sowie  die  nicht  gebogene  Stirn 
gemein  hat;  in  diesem  Falle  würde  sich  wahrscheinlich  eine  Verschiedenheit 
der  so  viel  jüngeren  limburgischen  Art  von  der  galizischen  nachweisen 
lassen;  erstere  scheint,  da  sie  bis  jetzt  nur  durch  die  citirte  Stelle  bekannt 
geworden  ist,  zu  den  Seltenheiten  zu  gehören. 

Ter.  Beaumonti  variirt  ziemlich  bedeutend  in  Bezug  auf  das  Verhältniss 
zwischen  Länge,  Breite  und  Dicke.  Junge  Exemplare  zeichnen  sich  beson- 
ders durch  geringere  Dicke  und  Länge  bei  grösserer  Breite  aus.  Die  ge- 
wöhnlich etwas  fünfeckigen  Umrisse,  namentlich  mit  eckiger  Stirn,  werden 
zuweilen  rundlicher  und  auch  dies  ist  besonders  bei  jungen  Exemplaren  der 
Fall.  Dass  auch  die  Zahl  der  Rippen  veränderlich  ist,  wurde  schon  erwähnt. 


')  In  ßtaring,  Bodem  t.  Nederl.  II,  p.  390. 

>)  Wien.  Denkichr.  III,  1852,  Separatabdr.  p.  2«,  t.  3,  f.  14. 


Digitized  by  Google 


467 


Vorkommen.  Nicht  häufig  im  Grünsande  (Tourtia)  von  Essen 
(Westphalen);  sehr  seitun  (1  Exemplar  —  Steinkern)  in  der  Tourtia  vou 
Quedlinburg  a.  H.  Ausserdem  mit  Sicherheit  nur  aus  der  belgischen 
Tourtia  bekannt,  wo  sie  vou  Tournay  und  Gussigniea  angeführt  wird. 

Megerleia  (?)  hemniea  8p.  nov.  1867. 

T.  22  (I),  f.  6,  7. 

Beschreibung.  Ziemlich  grosse  ovale  Art,  länger  als  breit,  massig 
stark  gewölbt;  grösste  Breite  und  Dicke  etwa  in  der  Mitte  der  Länge. 
Dimensionen:  Länge,  14,5  und  20;  Breite,  13,5  und  18;  Dicke,  7  und  13  Mm. 
Schale  nicht  bekannt,  weshalb  die  Beschreibung  nur  nach  Steinkernen 
gemacht  worden  kann. 

Die  grosse  Klappe,  die  stärker  gewölbt  ist,  besitzt  einen  wenig  ge- 
krümmten und  ziemlich  kurzen  Schnabel  mit  einem  Schnabclwinkel  von 
etwa  90°  oder  noch  stumpfer.  Das  Foramen  ist  von  mittler  Grösse;  dio 
Form  der  Area  ist  auf  den  Steinkernen  nicht  zu  erkennen.  —  Sechs  hohe 
und  scharfe  Falten  zieren  die  Oberfläche,  von  denen  die  beiden  mittleren, 
eine  tiefe  Furche  einBchliessenden  die  höchsten  und  breitesten  sind,  während 
die  beiden  äusseren  zuweilen  bis  zum  Verschwinden  flach  werden.  Dem 
entsprechend  trägt  die  kloinere  Klappo  7  (seltener  5)  eben  solche  mit  denen 
der  anderen  alternirende  Falten,  von  denen  die  3  mittleren  die  stärksten 
sind  und  gewöhnlich  gleich  hoch  hervorragen;  nur  selten  erhebt  sich  die 
mittlere  noch  etwas  höher  als  dio  beiden  anderen;  die  beiden  zwischen 
diesen  3  Falten  liegendon  Furchen  sind  viel  tiefer,  und  die  Stirnlinie  greift 
deshalb  an  dieser  Stelle  tiefer  nach  der  Seite  der  Ventralklappe  zurück, 
als  zwischen  den  übrigen  Falten.  Dass  die  concentrischen  Anwachslinien 
auf  der  Schalenoberfläche  dieser  Falten  ziemlich  deutlich  hervorgetreten  sein 
müssen,  geht  daraus  hervor,  dass  sie  selbst  auf  den  Steinkernen  raeist  gut 
zu  bomerken  sind;  ob  die  Schalonoberfläche  ausserdem  noch  in  anderer 
Weise  geziert  geweson  ist  (etwa  mit  feineren  Radialrippchen),  lässt  sich  nicht 
bestimmt  sagen,  da  eine  solche  Ornamentirung  bei  der  gewöhnlich  an  den 
Arten  aus  dieser  Gruppe  ziemlich  dicken  Schale  auf  den  Steinkernen  nicht 
angedeutet  ist.  —  Unabhängig  von  der  Beschaffenheit  der  Schalonoberfläche 
sind  die  ziemlich  zahlreichen  und  dichten  schmalen  Radialrippchcn  der  Innen- 
seite der  Schalen,  welche  fast  auf  allen  Steinkernen  sich  in  Form  feiner, 
von  den  Wirbeln  bis  zu  den  Rändern  gehender,  wie  mit  einem  stumpfen 
Messer  eingeschnittener  Furchen  auszeichnen,  die  sich  «ach  der  Stirn  zu 
durch  Einschaltung  neuer  vermehren.  Dieselben  endigen  am  Rande  mit 
kleinen  Grübchen,  ein  Boweis,  daas  der  innere  Rand  der  Schalen  fein 


Digitized  by  Google 


(08) 


gozähnclt  war,  ganz  in  derselben  Weise,  wie  dies  bei  vielen  Arten  von 
Megerleia  und  Terebratella  der  Fall  ist.  —  Die  beiden  zu  den  Seiten  des 
Foramens  befindlichen  Lateralsepta  (Zahnplatten)  der  Ventralklappe  sind 
auf  den  Steinkernen  durch  tiefe  Einschnitte  bezeichnet,  zwischen  denen  die 
verdickte  Schale  den  durch  das  Foramen  austretenden  Fussmuskel  kragen- 
förmig  umgab;  ebenso  in  der  Dorsalklappe  das  Medianseptum,  welches  etwa 
bis  zur  Mitte  der  Klappe  reicht;  die  Brachialscheibe  ist  nicht  stark  ent- 
wickelt. —  Die  Muskeleindrücke  sind  nur  sehr  schwach,  aber  ziemlich  gross 
und  reichen  auf  beiden  Klappen  bis  zur  Mitte  der  Länge. 

Bemerkungen.  Ueber  die  systematische  Stellung  der  eben  beschrie- 
benen Art  bin  ich  nicht  ganz  sicher,  da  ich  bei  der  geringen  Anzahl  (6) 
der  von  mir  genauer  untersuchten  Exemplare  nicht  im  Stande  war,  den 
inneren  Bau  genügend  kennen  zu  lernen,  so  dass  mir  namentlich  die  Form 
der  Schleife  und  die  Art  und  Weise  der  Anheftung  derselben  ganz  unbe- 
kannt geblieben  ist.  Die  beobachteten  Merkmale  lassen  die  Wahl  zwischen 
Terebratella  und  Megerleia  übrig,  und  unter  den  bis  jetzt  ihrem  inneren 
Bau  nach  bekannten  und  daher  in  ihrer  systematischen  Stellung  bestimmt 
festgestellten  Arten  würden  namentlich  Terebratella  Mcnardi  Lam.  sp.  und 
Megerleia  pectunctdo'ides  Schloth.  sp.  *)  zu  vergleichen  sein.  Von  diesen 
beiden  zeigt  unverkennbar  Meg.  peciunculöides  in  ihrem  ganzen  Habitus  die 
grösste  Aehnlichkeit  mit  unserer  Art;  Steinkerne  derselben  weichen  nur 
durch  die  breitere  Form  und  den  breiteren  und  geraderen  8chlossrand,  so- 
wio  durch  .die  gewöhnlich  etwas  grössere  Rippenzahl  von  der  Art  der  Tourtia 
ab.  Die  Aehnlichkeit  mit  Terebratella  Menardi  Lam.  sp.  ist  schon  weniger 
gross,  so  dass  ich  es  für  sehr  wahrscheinlich  halte,  dass  unsere  in  Rede 
stehende  Art  zu  Megerleia  zu  stellen  sein  wird.  Hoffentlich  wird  es  dem- 
nächst gelingen,  zahlreichere  Exemplare  dieser  schönen  und  interessanten 
Art  aufzufinden  und  dann  auch  ihren  inneren  Bau  genauer  kennen  zu  lernen. 

In  dem  Mai -Hefte  des  VH.  Bandes  (1864)  der  englischen  Zeitschrift 
„The  Goologist8  (No.  7,  p.  166)  wurde  von  C.  J.  A.  Meyer  eine  neue 


')  Suess,  Claasif.  d.  ßrachiop.  t.  Davids  ,  p.  49  Anm.;  David?.,  Ann.  Mag.  2,  V. 
p.  449,  t.  15,  f.  5;  Quenst.,  Handb.  d.  Potr.,  p.  464,  t.  87,  f.  15—18  und  Jura,  p.  742, 
t.  90,  f.  47—51.  —  Ich  benatze  diese  Gelegenheit,  am  ein  Versehen  zu  berichtigen,  das 
ich  vor  einiger  Zeit  in  einem  kleinen  Aufsätze  Ober  die  Brachiopoden  des  Oault  von 
Ahaus  etc.  (Zeitschr.  g.  Oes.  XVIII,  IStiG,  p.  SG8)  begangen  habe;  ich  habe  dort  Ten- 
hratula  pectuneuloidts  (Schloth.)  Qu.  als  synonym  von  Megerleia  Eicaldi  Sucss.  bezeichnet, 
während  letzterer  Name  sich  in  Wirklichkeit  auf  die  von  Qucnstcdt  als  Tcrebratula 
peetmmdus  e.  Qu.  bezeichnete  Art  bezieht;  statt  Sieg.  Etmldi  ist  ulso  dort  stets  Meg. 
pcctuneuloides  Schloth.  *p.  zu  lesen. 


Digitized  by  Google 


469 


(69) 


Brachiopoden-Art  aus  der  englischen  Kreideformation  beschrieben,  welche 
den  Namen  TerebraUüa  trifida  erhielt;  Abbildungen  derselben  wurden  noch 
in  demselben  Jahre  im  Dccember- Hefte  des  „Geological  Magazine",  mit 
welchem  „The  Geologist*  inzwischen  verschmolzen  war,  auf  t.  11  (ver- 
druckt: 12),  f.  17 — 23  mitgetheilt,  zugleich  aber  die  Gattungsbestimmung 
mit  einem  Fragezeichen  versehen,  da  die  Genua -Charaktere  nicht  genügend 
bekannt  waren.  Diese  Art  nun  besitzt  ebenfalls  eine  grosse  Aehnlichkeit 
mit  unserer  Meg.  (?)  hereynica,  so  dass  ich  anfänglich  sie  damit  identificiren 
zu  dürfen  glaubte;  eine  genauere  Yergleichung  der  Abbildungen  und  Be- 
schreibung ergiebt  jedoch  Unterschiede,  welche,  wie  mir  scheint,  zu  einer 
speeifischen  Trennung  unserer  Art  von  der  englischen  zwingen. 

Was  zunächst  in  die  Augen  fallt,  ist  der  ausserordentlich  stumpfe  Schnabel- 
kantenwinkel der  grosseren  Klappe  bei  Ter.  trifida  Meyer  (1.  c.  f.  18,  19, 
23),  welcher  offenbar  zur  Folge  haben  muss,  dass  der  Schnabel  kaum  ül>er 
den  Wirbel  der  kleinen  Klappe  hervorragt.  Sodann  besitzt  die  englische 
Art  einen  viel  breiteren  und  geraderen  Schlossrand,  so  dass  die  grüsatc 
Breite  der  kleinen  Klappe  am  Schlossrande  selbst  oder  doch  demselben  sehr 
nahe  bt;  bei  Meg.{?)  Jiercynica  dagegen  liegt  sie  in  der  Mitte  der  Länge. 
Ferner  ist  die  Mittelfalte  der  kleinen  Klappe  im  Vergleich  zu  den  beiden 
ihr  zunächst  liegenden  bei  Ter.  trifida  viel  stärker,  wodurch  die  Schale  in 
3  Theile  getheilt  wird,  während  bei  der  norddeutschen  Art  die  3  mittleren 
Falten  gleich  stark  sind. 

Vorkommen.  Selten  im  Grünsande  (Tourtia)  von  Quedlinburg 
a.  Harz,  von  wo  2  Exemplare  im  mineralogischen  Cabinet  zu  Berlin,  drei 
in  der  Sammlung  des  Herrn  Dr.  Ewald  daselbst  und  eins  in  der  meinigen 
sich  befinden. 

Megerleia  lima  Defr.  sp.  1828. 

T.  22  (II),  f.  8. 
1828.    Terebratula  lima  Defr.,  Dict.  LIII,  p.  156. 


1841.  —  pectoralis  A.  Roem.,  Kreid,  p.  42,  t.  7,  f.  19. 

1850.  —  düparili*  Oein.,  Quader«.,  p.  212. 

1850.  —  Hebertina  Oein.,  Quaders.,  p.  216. 

1852.  —  Wacoensis  F.  Roem.,  Kreid.  Tex.,  p.  81,  t.  6,  f.  2. 

1852.?  —  formosa  Kner,  Denktchr.  Wien.  Ak.,  III,  p.  29,  t.  3,  f.  Iii. 


1852.   Kitujcna  lima  Dar.,  Cret.  Brach.,  p.  42,  t.  4,  f.  15—28,  t.  5,  f.  1-4. 
1854.    Tercbratula  pectoralis  F.  Roem.,  Zeitsohr.  g.  O.  VI,  p.  137. 

1856.  Mtgerlia  lima  Boll,  Meklenb.  Arch.  X,  p.  41. 

1857.  Terebratula  {MegcrUa)  pcdoralis  Stromb.,  N.  Jahrb.  p.  785  u.  Zeitschr. 

g.  Oes.  IX,  p.  415. 

-     Megerka  lima  Stromb.,  N.  Jahrb.,  p.  786,  u.  ZeiUchr.  g.  0.  IX,  p.  416. 


Digitized  by  Google 


(70) 


470 


1859.  Terehratula  (Megerka)  peetorali»  Strömt».,  Zeitscbr.  XI,  p.  39. 

1860.  Alegerlea  lima  Bosq.,  Faun.  FJ.,  p.  390. 

1802.  TerebratvXa  (Kingena)  texradiata  Eug.  Deal.,  Et  orit  p.  45,  t.  8,  f.  5—8. 
—  —  —       Bebertiana  Eug.  Desl.,  —    —  p.  46,  t.  8,  f.  9— 1 1. 

18G3.  {Terebratula)  Megerlia  lima  Oo*t.,  8ynop§.  Brach.,  p.  35,  t  12,  f.  10. 

1865.  Mogat  pumiltu  Heiar.  Credo.,  ErlSut  p.  40.  «.  Th. 

1806.  Megerleia  Uma  U.  8chloenb.,  Zeitechr.  g.  Oes.  XVIII,  p.  368. 

Bemerkungen.  Da«  grosse  mir  zur  Untersuchung  zu  Gebote  stehende 
Material  dieser  Art  bestätigt  meiner  Ansicht  nach  vollkommen  die  Richtig- 
keit von  Davidson's  Auffassung  derselben,  nach  welcher  alle  ähnlichen 
Formen  vom  oberen  Qault  von  Folkstone  an  bis  zur  obersten  Kreide 
speeifisch  untrennbar  sind.  Allerdings  hat  in  neuerer  Zeit  Eug.  Deslong- 
champs  wieder  versucht,  einige  der  von  Davidson  zu  ihr  gestellten  Sy- 
nonyme, welche  sich  auf  das  Vorkommen  in  den  jüngeren  Schichten  der 
Kreido  beziehen,  als  verschiedene  Species  abzutrennen  und  den  Defrance'- 
schen  Namen  auf  das  Vorkommen  in  der  cenomanen  Kreide  zu  beschränken. 
Dabei  giebt  er  als  einziges  Unterscheidungsmerkmal  die  Anordnung  der 
Tuberkeln  auf  der  Schalenoberfläche  an,  deren  Verschiedenheit  jedoch  selbst 
nach  seinen  eigenen  Abbildungen  sehr  gering  ist.  Untersucht  man  aber 
eine  grössere  Anzahl  von  Exemplaren  in  dieser  Beziehung,  so  wird  man 
finden,  dass  selbst  aus  einer  Schicht  genommene  darin  durchaus  nicht  mit 
einander  übereinstimmen,  sondern  die  grösste  Mannigfaltigkeit  zeigen,  wie 
sie  aus  Davidson1«  zahlreichen  schönen  Abbildungen  ersichtlich  ist,  ja  dass 
die  Grösse  und  Anordnung  der  Tuberkeln  sogar  an  verschiedenen  Stellen 
der  Oberfläche  eines  und  desselben  Individuums  oft  sehr  variirt.  Dagegen 
zeigen  andererseits  oft  Exemplare  aus  verschiedenen  Schichten  nicht  nur  in 
der  äusseren  Form,  sondern  auch  in  der  Verzierung  der  Oberfläche  die 
vollkommenste  Uebereinstimmung.  In  vielen  Fällen  kann  man  sich  auch 
überzeugen,  dass  die  anscheinende  Verschiedenheit  lediglich  eine  Folge  des 
verschiedenen  Erhaltungszustandes  ist.  Dies  zeigt  sich  namentlich  bei  den 
Exemplaren  aus  unseren  festen  Kalken  des  oberen  Pläners  (vorzugsweise 
des  Galeriten-Pläners  oder  der  Zone  des  Jnoceramus  Brongniarti),  an  denen 
oft  keine  Spur  von  den  Wärzchen  mehr  zu  entdecken  ist;  sobald  aber  die 
oberste  Schalenoberfläche  derselben  intact  ist,  treten  jene  Wärzchen  stet» 
hervor  und  sind  z.  B.  an  wohlerhaltenen  Exemplaren  von  Ahaus  deutlich 
zu  beobachton.  Im  Allgemeinen  kann  man  annehmen,  dass  dieser  Charakter 
sich  bei  den  in  Thonen,  Thonmergeln  und  kreidigen  Gesteinen  gesammelten 
Exemplaren  weit  deutlicher  erhalten  hat,  als  in  Kalkmcrgeln  und  Kalken.  — 
In  allem  Diesem  scheint  mir  der  Beweis  zu  liegen,  dass  man  auf  die 
geringen  Abweichungen  bei  den  Tuberkeln  innerhalb  der  Grenzen,  wie  sie 


Digitized  by  Google 


471 


(71) 


Davidson  t.  4,  f.  15—28  und  t.  5,  f.  1—4  darstellt,  nicht  so  viel  Werth 
legen  darf,  um  darauf  Speciesunterschiede  zu  begründen,  wenn  nicht  noch 
andere  Kennzeichen  hinzukommen. 

Dass  der  inqere  Bau  der  in  unseren  cenomanen  Schichten  vorkommen- 
den Exemplare,  welche  A.  Roemer  als  Terebratida  pecUmüis  bezeichnet 
hat,  mit  dem  von  Davidson  so  schön  abgebildeten  aus  der  obersten  Kreide 
von  Nor  wich  übereinstimmt,  konnte  ich  an  einigen  Exemplaren  aus  der 
Tourtia  von  Essen  deutlich  erkennen,  an  denen  es  mir  gelungen  ist,  den 
ganzen  Brachialapparat  bloszulegen;  nur  die  Verbindung  zwischen  dem 
Septum  und  der  absteigenden  Lamelle  ist  bei  den  Essen'er  Exemplaren 
etwa»  dünner,  als  auf  Davidson's  Abbildung.  Uebrigens  constatirt  ja  auch 
Davidson  die  Uebereinstimmung  des  Brachial -Apparates  eines  Exemplars 
aus  dem  „Upper  Green  Sand"  von  Cambridge  mit  jenem  aus  dem  „Upper 
Chalk"  von  Nor  wich.  Von  der  Identität  des  Brachialapparats  unserer  im 
Oaleriten-Pläner  nicht  seltenen  Form  habe  ich  mich  durch  eine  Reihe  von 
Schliffen,  die  ich  zu  dem  Zwecke  in  verschiedenen  Richtungen  ausgeführt, 
überzeugt. 

Die  Muskelmale  sind  wenig  deutlich. 

Im  Schnabel  befinden  sich  zwei  Zahnplattcn  zu  den  Seiten  des  Delti- 
diums,  wie  bei  Macandreioiay  Terebratella,  Ithynchonella,  etc.;  dieselben  sind 
auch  aus  der  oben  citirton  Abbildung  bei  Ooster  deutlich  zu  ersehen. 

Das  Foramen  ist  in  der  Regel  ziemlich  gross  und  wird  an  den  Seiten 
von  den  beiden  Platten  des  Deltidiums,  vorn  von  dem  Wirbel  der  kleinen 
Klappe  begrenzt.  Ein  Verwachsen  der  Deltidialplättchen  mit  einander  oder 
auch  nur  ein  gegenseitiges  Berühren  derselben  habe  ich  bei  Megcrlda  lima 
nie  beobachtet 

Meine  Ansicht  über  die  systematische  Stellung  der  in  Rede  stehenden 
Brachiopoden-Art  habe  ich  kürzlich  bei  Gelegenheit  der  Besprechung  von 
Megerleia  tamarindus  (Zeitschr.  g.  Ges.  XVIII,  p.  366)  auseinandergesetzt. 
Von  dieser  unterscheidet  sie  sich  ausser  dem  inneren  Bau  durch  weniger 
scharfe  Schnabelkanten  und  niedrige  Area,  durch  das  stets  zweitheilige  Del- 
tidium,  dessen  Platten  bei  Meg.  totnarindus  oft  zu  einem  Stücke  verwachsen; 
auch  tritt  in  der  Regel  die  verschiedene  Wölbung  der  kleinen  und  grossen 
Klappe  bei  M.  lima  mehr  hervor  als  bei  letzterer.  —  Sehr  interessant  war 
mir  eine  briefliche  Mittheilung  von  Ilerrn  C.  J.  A.  Meyer  in  London, 
wonach  derselbe  in  Veranlassung  meiner  oben  erwähnten  Notiz  über  M. 
tamarindus  eine  Anzahl  typischer  Exemplare  dieser  Art  von  der  Insel  Wight 
untersuchte  und  zu  ganz  ähnlichen  Resultaten  über  den  inneren  Bau  der- 
»elben  gelangte.  —  Meg.  (Kingia)  Raincourii  E.  Desl.  aus  französischen 


Digitized  by  Google 


(72) 


472 


Tertiär-Schichten  scheint  mir  durch  ihre  eigentümliche  Form  genügend  ab 
selbständige  Art  charakterisirt. 

Dasa  Ter.  ovata  Sow.,  arcuata  Roem.  ( =  rugtdosa  Morr.)  und  squamosa 
Mant.  zu  derselben  Section  mit  Meg.  lima  gehören  sollten,  wie  Davidson 
vermuthet,  halte  ich  für  sehr  unwahrscheinlich,  wie  ich  bereits  weiter  oben 
erörtert  habe. 

Wegen  der  älteren  englischen  und  französischen  Synonymik  verweise 
ich  auf  Davidson;  die  auf  das  Vorkommen  in  Norddeutschland  bezüglichen 
Citate  habe  ich  dagegen  oben  möglichst  vollständig  zusammengestellt  Dass 
Terebratula  hippopus  Gein.,'  Reusa  (non  A.  Roem.)  nicht  hierher  gehört, 
sondern  zu  der  folgenden  Art,  habe  ich  schon  an  einer  anderen  Stelle  er- 
örtert. Wahrscheinlich  ist  auch  Ter.  pectoralis  Reusa  (Verst.  t.  26,  f.  12) 
etwas  Anderes,  da  daran  keine  Spur  von  dem  gewöhnlich  durchscheinenden 
starken  Dorsalseptum  bemerkt  wird. 

Vorkommen.  Eine  sehr  grosse  Anzahl  von  Exemplaren  von  den 
verschiedensten  Fundorten  und  aus  den  verschiedensten  Schichten  liegt  mir 
vor.  Am  häufigsten  findet  sich  die  Art  bei  uns  wohl  in  der  Tourtia  (Zone 
des  Catopygus  carinatus  und  der  Trigonia  sulcataria)  und  im  Galeriten-Pläner 
(Zone  des  Inoceramus  Brongniarti  und  Ammonitcs  WooUgareü).  Wenn  auch 
in  Abrede  gestellt  werden  muss,  daas  gewisse  Formen  derselben  aus- 
schliesslich auf  bestimmte  Schichten  beschränkt  seien,  so  ist  es  dagegen 
doch  sehr  erklärlich  und  sogar  natürlich,  dass  solche  vorzugsweise  in 
bestimmten  Schichten  sich  finden.  In  der  Tourtia  (von  Essen,  Quedlin- 
burg) bleiben  einmal  die  Exemplare  meist  ziemlich  klein  und  ferner  ist 
die  kleinere  Dorsalklappe  oft  in  der  Wirbelgegend  etwas  abgeplattet,  steigt 
aber  dabei  ziemlich  stark  an;  die  Stirn  ist  gewöhnlich  nach  der  Rückenseite 
etwas  aufgebogen.  Aus  dem  gleichen  Horizonte  in  Sachsen  kenne  ich  nur 
einige  zweifelhafte  Exemplare  aus  dem  Grünsande  des  Tunnels  von  Oberau. 
—  In  den  übrigen  Schichten  des  unteren  (cenomanen)  Pläners, -z.  B.  bei 
Langelsheim,  Neu-Wallmoden,  Salzgitter,  Wrisbergholzen,  Sar- 
stedt etc.,  ist  die  Art  weit  seltener  als  in  der  Tourtia  und  wird  oft  etwas 
breiter.  —  Im  Galeriten-Pläner  (Zone  des  Inoceramus  Brongniarti  und  Atnm. 
Wooügarei)  von  Ahaus,  Salzgitter,  Vienenburg,  Beuchte  unweit 
Goslar,  etc.  etc.,  sowie  im  Scaphiten-Pläner  (Zone  des  Scaphites  Oeinitzi) 
von  Salzgitter,  Heiningen,  Neinstedt  bei  Thale  etc.  kommen  vor- 
züglich diejenigen  Formen  vor,  welche  im  Umrisse  ein  ziemlich  regelmässige» 
Fünfeck  mit  gerundeten  Ecken  darstellen  und  dabei  eine  verhältnissmässig 
flache  Dorsalschale  besitzen;  dabei  sind  jedoch  alle  anderen  von  Davidson 
abgebildeten  Formen  auch  vertreten,  nur  lässt  der  Erhaltungszustand  die 


Digitized  by  Google 


47;} 


(73) 


Warzen  nicht  so  deutlich  erkennen.  Die  Stirn  ist  oft  nach  der  Rücken-, 
zuweilen  nach  der  Bauchseite  etwas  aufgebogen,  in  sehr  seltenen  Füllen 
sogar  schwach  undulirt.  Ein  Fundort  im  sogenannten  Orünsande  der  Um- 
gebungen von  Rothenfelde  unw.  Osnabrück,  welcher  zum  oberen  Pläner 
gehören  und  dem  Niveau  nach  der  oberen  Region  des  Scaphiten-  Pläners 
(Zone  des  Scaphites  Grinitzi)  entsprechen  dürfte,  zeichnet  sich  dadurch  aus, 
dass  die  Exemplare  dort  eine  ungewöhnliche  Grösse  erreichen  (bis  24  Mm. 
Länge  bei  21  Mm.  Breite  und  14  Mm.  Dicke),  und  dass  fast  bei  allen  die 
Stirn  schwach  nach  der  Seite  der  Ventralklappe  zu  gebogen  ist.  —  Ziemlich 
gross  werden  auch  die  Exemplare  in  der  oberen  Kreide  mit  Bclemnites  qua- 
dratus,  woraus  ich  sie  namentlich  von  Biewende  unw.  Wolfenbüttel 
und  von  Linden  bei  Hannover  besitze;  wahrscheinlich  gründet  sich  auf 
letzteres  Vorkommen  Oberbergrath  Heinr.  Credners  Citat  des  Magas  pu- 
imlus  von  der  genannten  Locaütät,  sowie  die  an  derselben  Stelle  citirten 
Fundorte  Rethen  und  Krohnsberg  auf  das  Vorkommen  der  Megerleia 
lima  im  dortigen  cenomanen  Pläner  sich  beziehen  (vgl.  Schloenb.,  Krit. 
Stud.  in  Pala;ontographica  XIII,  b",  p.  296).  Aus  der  weissen  Kreide  mit 
Behtnnites  muaonutus  des  nordwestl.  Deutschlands  liegen  mir  nur  einige 
sehr  kleine  Exemplare  unserer  Art  von  Ahlten  vor,  welche  jedoch  die 
Species- Charaktere,  sowie  besonders  die  Tuberkeln  der  Schale,  schon  sehr 
deutlich  erkennen  lassen.  Auch  von  Rügen  wird  dieselbe  von  Boll  aus 
dieser  Schicht  angegeben.  —  Sie  ist  auf  diese  Weise  bis  jetzt  aus  allen 
norddeutschen  Kreide-Schichten  zwischen  der  Tourtia  und  der  oberen  Kreide 
mit  Bei.  mttcronatus  nachgewiesen,  mit  Ausnahme  des  rothen  Pläners  mit 
Inoceramus  labiatus  und  des  Cuvieri- Pläners;  doch  sind  diese  beiden  Schichten 
überhaupt  der  Specieszahl  nach  bei  uns  sehr  arm  an  Molluskenresten. 

Das  Vorkommen  in  der  Kreide  Böhmens  und  der  deutschen  Alpen  ist 
nicht  sicher  verbürgt;  dagegen  scheint  sie  in  der  galizischen  Kreide  vor- 
banden zu  sein,  von  wo  Kner  eine  Ter.  formosa  beschreibt,  die  ausser- 
ordentlich grosse  Aehnlichkeit  mit  gewissen  Formen  unserer  Art  hat.  — 
Bei  Maestricht  wird  sie  von  Bosquet  mit  einer  zweiten  Art  angegeben, 
lieg,  pustulosa,  deren  Beschreibung  und  Abbildung  noch  zu  erwarten  ist.  — 
In  Belgien  findet  sich  Megerleia  lima  in  der  Tourtia  (Terebr.  subconatva, 
arenosa  Arch.)  und  in  der  oberen  Belemnitenkreidc.  —  Die  Verbreitung  in 
Frankreich  und  England  stimmt  mit  derjenigen  im  nordwestlichen  Deutsch- 
land übercin.  —  Sucss1)  nennt  sie  auch  aus  der  portugiesischen  Kreide. 
Selbst  über  Europa  hinaus  scheint  diese  Art  verbreitet  zu  sein;  denn  die 


\»  8iug*ber.  Wien.  Ak.  XLII,  p.  594. 


Digitized  by  Google 


(74)  474 


Beschreibung  und  Abbildung,  die  F.  Roemer  von  seiner  Ter.  Wacoensis 
aus  der  Gegend  von  Neu-Braunfels  in  Texas  giebt,  stimmen  so  gut  mit 
unseren  norddeutschen  Plänerf ormen ,  dass  man  an  der  Identität  kaum 
zweifeln  kann. 

Mapas  ffeinitzi  U.  Schloenbach  1866. 

1866.    Magas  Geinitzi  U.  Schloenb.,  in  N.  Jahrb.,  p.  575. 
-        —         —     —       -      Krit.  Stud.,  p.  32,  t  2,  f .  4—8. 

Zu  der  in  meinen  „kritischen  Studien"  (a.  o.  a.  0.)  gegebenen  Be- 
schreibung habe  ich  Nichts  hinzuzufügen. 

Bemerkungen.  Die  restaurirte  Figur  5'  auf  t.  2  meiner  genannten 
Schrift  ist  insofern  nicht  ganz  nach  Wunsch  ausgefallen,  als  die  einzelnen 
Theilo  des  Brachialapparats,  welcher  in  Wirklichkeit  aus  papierdünnen  La- 
mellen besteht,  in  derselben  sehr  massiv  erscheinen. 

Vorkommen.  Zu  den  früher  von  mir  angeführten  Fundorten  habe 
ich  einige  weitere  Bemerkungen  zu  machen.  Ob  von  den  Steinkernen  aus 
dem  Grünsandc  von  Quedlinburg  am  Harz  einige  zu  dieser  Art  gehören, 
dürfte  schwer  mit  Sicherheit  zu  entscheiden  sein;  vielleicht  gehören  sie  alle 
nur  verschiedenen  Varietäten  der  so  sehr  veränderlichen  Megcrlcia  lima  an, 
welche  in  selteneren  Fällen  auch  wohl  eine  schwache  Längsdepression  in 
der  Stirngegend  der  kleinen  Klappe  zeigt.  —  Dagegen  konnto  ich  mich  an 
den  Originalen  der  Tcrebratula  ovoides  vor.  minima  Gein.')  im  Dresdener 
Museum  überzeugen ,  dass  auch  diese  nur  kleine  Exemplare  des  M.  Geinitzi 
sind;  es  kommt  also  der  Fundort:  Serpula-Sand  (oberste  Schicht  des  unteren 
Quaders,  äquivalent  dem  Grünsande  des  Elbstollens)  von  Banne witz  unw. 
Dresden  hinzu.  —  Aus  Böhmen  wurden  mir  kürzlich  einige  dem  Frager 
Museum  gehörige  Exemplare  durch  die  Güte  des  Herrn  Custos  Dr.  A.  F ritsch 
zur  Untersuchung  mitgethcilt,  von  denen  ein  fragliches  nach  den  Angaben 
dieses  thätigen  Paläontologen  von  Klein  Herrendorf  (Knezivka)  aus 
den  der  Tourtia  entsprechenden  Schichten,  eins  von  Vehlovice  aus  Schich- 
ten „zwischen  Tourtia  und  Senon"  und  zwei  andere  von  Chlomek  aus 
„oberstem  Senon"  stammen;  alle  diese  gehören  mit  Bestimmtheit  derselben 
Species  (M.  Geinitzi)  an8). 

')  OeiniU,  Charakt.  I,  p.  17,  t.  17,  f.  10;  1830. 

*)  Im  k.  k.  Hof-Miucralien-Cubinet  zu  Wien  befinden  «ich  Exemplare  des  Magiu. 
Geinitzi  niobt  nur  aus  dem  „Exogyrcii-Saiidstein"  Böhmens,  der,  wie  ich  oben  in  der  Ein- 
leitung erwähnt,  höheren  Schichten  als  dem  Cenomaii  angehören  dürfte,  sondern  auch  toii 
Kutschlin  bei  Bilin  au*  dem  „oberen  Planer*  (mit  Micratter  Michelini)  und  toii 
Kieslingswalde  in  Schlesien  aus  den  dortigen  petrcfactenreicl.cn  Gesteinen,  die,  wenn 


Digitized  by  Google 


475  (75) 


Argiope  decemcoslata  A.  Itoem.  sp.  1841. 

1841.    Terebratula  decemcostata  A.  Roem.,  Kreid.,  p.  41,  t  7,  f.  13. 
1B'>0.  —  _  Gein.,  Quadersandst.,  p.  212. 

1853.  Argiope  dtcemcostata  8uess,  Wien.  Sitzgsber.  XI,  p.  992,  t.  3,  f.  1  (non 

Arg.  decemcostata  Dav.  1852). 

1854.  Terebratula  dccemcostata  K.  Roem.,  in  Zeitechr.  g.  Ges.,  p.  137. 

1855.  Argiope  megatrema  Dav.,  Mon.  Cret.  Br.,  p.  101  z.Th.,  t.  12,  f.  36,  SO 

(non  f.  31.  32,  84,  non  Ter.  megatrema  8ow.). 
1859.    Argiope  megatrema  8tromb.,  in  Zeitachr.  g.  Ges.  XI,  p.  89. 
18Ü0.    Argiope  decemcostata  Schloenb.,  Krit.  8tud.,  p.  46. 

Beschreibung.  Grosse,  breite,  massig  gewölbte  Art,  deren  grösste 
Breite  durch  die  Schlosslinic  bezeichnet  wird;  an  derselben  Stelle  ist  auch 
die  grösste  Dicke.  Durchschnittliche  Dimensionen:  Länge  7— 8,  Broite  6— 7, 
Dicke  4«/,  Millim.  Die  Scbalenoberfläche  ist  mit  etwa  10-14  gleichmas- 
sigen, abgerundeten,  aber  hohen  Bippen  verziert,  welche  auf  beiden  Klappen 
so  von  den  Wirbeln  bis  zur  Stirn  gehen,  dass  die  beiderseitigen  an  der 
Stirn  auf  einander  treffen  und  nicht,  wie  z.  B.  bei  den  Rhynchonellen, 
alterniren.  Die  Verbindungslinie  beider  Klappen  liegt  auf  diese  Weise  nicht 
nur  in  einer  Ebene,  sondern  bildet  einen  gleichmässigen ,  fast  genau  halb- 
kreisförmigen Bogen.  —  Die  grössere  Klappe,  die  stärker  gewölbt  ist,  als 
die  fast  ganz  flache  kleinere,  besitzt  einen  stumpfen,  von  geraden  Kanten 
begrenzten,  nicht  gekrümmten,  aber  doch  auch  nicht  stark  abstehenden 
Schnabel,  dessen  ganze  Rückenseite  von  einer  platten,  breiten  und  niedrigen, 
vertical  gegen  die  Schlosslinie  fein  gestreiften  Area  eingenommen  wird. 
Diese  Area  ist  von  einem  dreieckigen  Foramen  durchbohrt,  welches  die 
beiden  schmalen ,  seitlichen  Deltidial  -  Plättchen  von  einander  trennt.  —  Die 
kleinere  Klappe  besitzt  eine  gerade  Schlosslinie ,  deren  Wirbel  zuweilen  — 
offenbar  in  Folge  der  engen  Anheftung  der  Muschel  vermittelst  des  Fuss- 
muskels an  einen  fremden  Körper  —  etwas  abgeplattot  oder  sogar  ausge- 
schnitten ist '). 

nicht  jünger,  jedenfalls  nicht  Älter  »ind,  als  die  „Scapbiten-Schichten"  (oder  der  «obere 
PlÄnerkalk 44 )  von  Strehlen  and  Handorf  etc.  Die  „obersten  Senon-Scbichten*  von 
Chlomek  dürften  nach  Allem,  was  ich  bei  meiner  Anwesenheit  in  Prag  (nach  Abschluss 
dieses  Manuscriptes)  durch  die  Gefälligkeit  der  Herren  Dr.  Fritsoh  und  Prof.  Krejci 
daraus  gesehen,  dem  unteren  Nireau  der  norddeutschen  „ Quadraten-Kreide *  entsprechen, 
wie  solches  bei  Gehrden,  Bülten,  am  8udmerberg  bei  Goslar,  u.  s.w.  entwickelt  ist. 
—  Es  sind  dies  neue  Bestätigungen  für  meine  Annahme  der  grossen  horizontalen  und 
verticalen  Verbreitung  dieser  kleinen  interessanten  Muschel.  —  Nachgetragen  in  Wien, 
Ende  März  18G7.   U.  Sehl. 

*)  Nachdem  ich  die  Präparate  der  inneren  Organisation  gesehen,  welche  Suess  im 
k.  k.  Hof-Mineralien-Cabinet  zu  Wien  ausgeführt  hat,  darf  ich  unter  Bezugnahme  auf 


Digitized  by  Google 


(76) 


47(5 


Bemerkungen.  Uober  die  Beziehungen  der  Argiope  dccemcostata  zu 
don  verwandten  Arten  habe  ich  mich  an  einer  anderen  Stelle  schon  genü- 
gend ausgesprochen.  Ryckholt1)  vergleicht  mit  Argiope  deectiwostata  anch 
seine  Argiope  fwzaylochis,  welche  ich  früher  übersehen  hatte ;  dieselbe  weicht 
von  jener,  sowie  von  den  meisten  Kreidearten  durch  die  drei  Dorsalseptn 
ab,  und  ähnelt  in  dieser  Beziehung  besonders  der  Arg.  dejwcssa  Orb.  sp. 
und  Arg.  Davidsoni  Bosq.,  von  denen  sie  sich  dagegen  wioder  durch  ihre 
viel  schmaleren  und  schärferen  Rippen,  von  ersterer  auch  durch  die  viel 
geringere  Anzahl  derselben  unterscheidet. 

In  neuester  Zeit  sind  noch  einige  neue  Arten  aus  dieser  Gattung 
beschrieben,  auf  die  ich  zur  Vervollständigung  meiner  früheren  Liste  hin- 
zuweisen nicht  unterlassen  will.  Dieselben  linden  sich  in  Zittel,  Bivalven 
der  Gosaugebilde  (Argiope  ornata  Suess)  und  in  Seguenza,  Paleontologia 
malacologica  dei  Terreni  terziarii  del  Distretto  di  Messina  (Memorie  della 
Soc.  italiana  di  sc.  natur. ,  I).  Auch  Davidson  hat  im  vorigen  Jahre  in 
den  Proceedings  of  the  Zool.  Soc.  of  London,  Febr.  13,  186G,  p.  103)  zwei 
neue  lebende  Arten  von  Argiope  beschrieben;  ebenso  Crosse  und  Fischer 
im  Journ.  de  Conchyliol.  XVI,  3-  serieVI,  p.  2G9,  vom  1.  Juli  186G,  zwei 
neue  Arten  von  Guadeloupe. 

Ferner  benutze  ich  diese.  Gelegenheit,  einen  Irrthum  zu  berichtigen, 
der  sich  in  meine  eben  erwähnte  Liste  eingeschlichen  hat.  In  Ueberein- 
stimmung  mit  dem  in  Suess,  Wohnsitze  der  Brachiopoden ,  enthaltenen 
kritischen  Verzeichnisse  der  lebenden  Arten  hatte  ich  dort  die  von  David- 
son beschriebene  Waitonia  Valenciennesi  als  Argiope  Vcdeticieimesi  angeführt, 
während  inzwischen  Reeve  darauf  hingewiesen  hatte'),  dass  diese  Art  nur 
der  Jugendzustand  von  Ter.  Evansi  und  mit  dieser  richtiger  zur  Gattung 
Magas  zu  rechnen  sei.  Danach  würde  diesem  letzteren  Genus  eine  weit 
grössere  Lebensdauer  zukommen,  als  man  früher  annahm. 

Vorkommen.  Argiope  decemcostata  A.  Roem.  sp.  ist  bis  jetzt  nur 
aus  dem  Grünsande  von  Essen  bekannt  geworden  und  gehört  auch  dort 

dessen  genaue  Beschreibung  derselben  constatiren ,  das»  diese  Präparate  Bosquet's  Ver- 
mutbung  (Monogr.  Brach.  Limb.,  p.  40,  Anm.  2),  es  kannten  die  von  8uess  erwähnten 
und  abgebildeten,  nach  innen  gerichteten  dornartigen  Fortsätze  der  Schleife  (1.  c ,  t  3, 
f.  1  M)  Reste  der  Lamellen  sein,  die  Bosquet  (1.  c,  p.  40,  t.  5,  f.  13a  etc.)  an  den 
8chleifenbändern  der  nur  mit  einem  Dorsalseptum  versehenen  Arten  beobachtet  hat,  nicht 
bestätigen.  Vielmehr  scheinen  jene  Fortsätze  wirklich  ein  genaues  Analogon  der  von 
Suess  in  so  ausgezeichneter  Entwickelung  bei  Stringocephalus  nachgewiesenen  zu  sein. 
Wien,  Ende  März  18G7.    ü.  8ohl. 

')  M61anges  paleontologiques  II,  p.  171,  t.  18,  f.  13—15;  1864. 

»)  Monograph  of  the  genus  Terebratula,  spec.  31,  Febr.  1861. 


Digitized  by  Google 


477 


(77) 


ku  den  Seltenheiten;  nur  etwa  10  Exemplare  dieser  interessanten  Art  habe 
ich  in  den  verschiedenen  Sammlungen  (Dresd.  Mus.,  Berl.  Mus.,  Mimst. 
Acad.,  Ung.  Samml.,  Schloenb.  Samml.  und  im  Hof-Min.-Cab.  zu  Wien) 
gesehen.  Sie  ist  in  den  cenomanen  Schichten  Deutschlands  die  einzige  Ver- 
treterin ihrer  Qattung. 

Thecidinm  digitatum  G.  B.  Sow.  1823. 

T.  23  (III),  f.  14. 

1798.    TercbratuU  qui  se  raproche  des  Grame»,  Faujas,  Mont  St.  Pierre,  p.116, 
162,  t  26,  f.  16. 

1828.    Thecidium  digitatum  G.  B.  Sow.,  Gen.  of  Shells,  No.  20,  t  £ 
1828.    Theädea  hieroglyphica  Defr.,  Diet  LIII,  p.  435. 
1837.        —      digitata  Bronn,  Leth.  p.  604. 

1839.        —      tetragona  A.  Roem.,  Ool.  Nachtr.,  p.  22,  t.  18.  f.  4. 
1841.        —      tetragona  A.  Roem.,  Kreid.,  p.  36. 

—  —      Etsensis  A.  Roem.,       —     p.  86. 

—  —      digitata  Goldf.,  II,  p.  290,  t  161,  f.  6. 

—  —      hieroglyphica  Goldf.,  II,  p.  290  %.  Th. 

1847.        —      digitata  Arch.,  in  Mem.  geol.  Fr.  2,  II,  p.  350. 

—  —     tetragona  Orb.,  Cret.  IV,  p.  152,  L  622,  f.  1—6. 
1850.        —     digitata  Gein.,  Quaderaandst.,  p.  215. 

1852.  —         —      Qu.,  Handb.,  p.  495,  t,  40,  f.  7,  8. 

—  —  —      Gieb.,  Deutschi.  Petr.,  p.  441. 

—  —      tetragona  —       —  —  

1853.  —      digitata  E.  Eud.  —  Deal.,  in  Mem.  Linn.  Nonn  ,  1853,  IX, 

t.  12,  f.  14. 

—  —      digitata  Saess,  in  8ttzgsber.  Wien.  Ac.  XI,  p.  1004  (13),  t.  3,  f.  3. 

1854.  —     digitata  F.  Roem.,  in  Zeitachr.  g.  Gea.  VI,  p.  136. 

—  Thecidium  digitatum  Dar.,  Claas.  Brach.,  p.  79,  t.  6,  f.  40. 
1856.        —     digitatum  Saegg  &  Dar,  Claas.  Brach.,  t.  2,  f.  9. 

1859.  Thecidea  digitata  Stromb.,  in  Zeitschr.  g.  Ges.  XI,  p.  39. 

—  Thecidium  digitatum  Bosq.  Brach.  Limb.,  p.  30,  t.  8,  f.  15,  t.  4,  f.  1—3. 

1860.  —  —       Bosq.,  Faun.  Flor.  p.  390,  no.  550. 

1864.   Thecidium  tetragonum  Herrn.  Credn.,  in  Zeitachr.  g.  G.  XVI,  p.  669, 
t.  21,  f.  6-9. 

Beschreibung.  Grosse  Art  von  unregelmässigen,  aber  rundlichen 
Umrissen,  in  der  Regel  etwas  breiter  als  lang,  ziemlich  stark  gewölbt. 
Grosse  Klappe  am  Schnabel  mit  einem  mässigen  Theile  ihrer  Oberfläche 
unregelmässig  an  fremde  Körper  angewachsen,  stark  und  ziemlich  gleioh- 
mässig  gewölbt,  durch  die  Anwachslinien  nur  schwach  gerunzelt;  Pseudoarea 
ziemlich  gross,  dreieckig  und  meist  scharf  begrenzt,  mit  einem  deutlichen, 
schmalen  Pseudo-Deltidium  versehen.  Die  kleine  Deckelklappe  ist  aussen 
platt  oder  nur  sehr  wenig  gewölbt  und  besitzt  einen  fast  geraden  Schloss- 


Digitized  by  Google 


(78) 


47S 


rand,  über  den  sich  der  in  das  Pscudodeltidium  der  grossen  Klappe  ein- 
greifende ziemlich  breite  Schlossfortsatz  erhebt.  Der  Wirbel  befindet  sich 
sehr  nahe  am  Schlossrande.  Die  grösste  Breite  ist  in  der  Nähe  des  Schloss- 
randes. Durchschnittliche  Grösse:  Lunge  =  10  Mm.,  Breite  =  12,  Dicke 
=  51/,  Mm. 

Im  Innern  der  grossen  Klappe  ragen  die  von  dem  stark  verdickten 
Schnabel  ausgehenden,  mit  einander  verwachsenen  zarten  Lamellen,  welche 
„das  Schälchen"  („la  coque"  bei  Lacase-Duthiers)  bilden  und  nach 
Lacase-Duthiers  ')  dem  Adductor-Muskel  (oder  Occlusor  nach  Hancock)  als 
Anheftungspunkte  dienen,  unter  der  Area  in  die  Eingeweide -Höhle  hinein. 
Die  mittlere  dieser  Lamellen  ist  in  ihrem  hinteren  Theile  einerseits  mit  der 
Innenwand  der  Pscudoarea,  andererseits  mit  der  gegenüberstehenden  Wand 
der  Klappe  verwachsen  und  steht  nur  zu  oinem  kleinen  Theile  frei  vor;  die 
beiden  anderen  seitlich  damit  verwachsenen  Lamellen  lehnen  sich  anderer- 
seits z.  Th.  an  die  stumpfe  Zahnleiste  an,  welche  durch  das  beim  Wachsen 
'  erfolgende  successivo  Vorrücken  der  Schlosszähne  entstanden  ist,  sind  jedoch 
nicht  damit  verwachsen  und  ragen  ebenfalls  mit  ihrem  vorderen  Theile  frei 
in  die  Eingeweidehöhle  hinein.  Die  beiden  grossen  seitlichen  Muskelcindrücke 
lassen  bei  dem  Erhaltungszustande  der  mir  vorliegenden  Exemplaro  keine 
getrennte  Haftstellen  für  verschiedene  Muskel  erkennen,  wie  Dr.  Herrn. 
Credner  abgebildet  hat;  bei  jüngeren  Exemplaren  sind  sie  deutlieh  be- 
grenzt, stark  vertieft  und  durch  einen  breiten,  hügelartig  längs  der  Mitte 
vorstehenden  Zwischenraum  von  einander  getrennt;  bei  grossen  ausgewachse- 
nen Exemplaren  und  bei  schlechterer  Erhaltung  werden  die  Eindrücke 
undeutlicher  und  diese  Unebenheit  der  Innenseite  der  Klappe  verschwindet 
fast  ganz.  Boi  guter  Erhaltung  sind  meistens  in  der  mit  ziemlich  feinen, 
gewöhnlich  undeutlich  in  radiale  Reihen  geordneten  Granulationen  gezierten 
Eingeweide-Höhle  eine  Anzahl  sehr  seichter  Radialfurchen  angedeutet,  welche 
mit  den  Digitationen  des  Brachialapparats  der  kleinen  Klappe  correspondiren. 
—  Ein  verdickter  Saum  (biseau  Eug.  Desl.)  fangt  erst  bei  grösseren  Exem- 
plaren an  sich  deutlich  auszubilden  und  ist  dann  meistons  ziemlich  scharf 
gegen  die  Eingeweide-Höhle  begrenzt;  derselbe  scheint  oft  nicht  ganz  von 
dem  Rande  der  anderen  Klappe  bedeckt  zu  sein. 

Die  kleinere  Dorsalklappe  zeigt  einen  sehr  complieirten  inneren  Bau. 
Sie  ist  von  einem  fein  granulirten  nach  aussen  schräg  abfallenden  Saume 
umgeben,  an  den  sich  oft  bei  vollständiger  Erhaltung  noch  ein  dünner 


•)  Histoire  naturelle  des  Brachiopodes  vivants  de  la  Mediterranee ,  in  Annales  de« 
Science«  Natur.,  4—  »ect,  Zool.,  XV;  18<H. 


Digitized  by  Google 


(79) 


gerader  Rand  anschließt,  welcher  bei  geschlossenen  Klappen  offenbar  den 
8aum  der  grossen  Klappe  bedeckt  hat.  Vom  Saume  aus,  mit  dem  der 
Brachialapparat  (mit  Ausnahme  der  nur  selten  erhaltenen,  aus  den  mit  ein- 
ander verwachsenen  Querfortsätzen  gebildeten  und  frei  über  dem  Eingange 
in  die  Eingeweide-Höhle  schwebenden,  hohen,  granulirten  Brücke)  so  ver- 
wachsen ist,  dass  man  denselben  nicht  davon  unterscheiden  kann,  erstrecken 
sich  nach  innen  ebenfalls  schräg  ansteigend  eine  Anzahl  von  5 — 15  Digi- 
tationen,  von  denen  einige  wenige  zuweilen  von  einem  mittleren  Haupt- 
stamme ausgehen.  Zwischen  diesen  befinden  sich  vertiefte  glatte  Gruben, 
welche  zur  Aufnahme  der  Digitationen  des  Mantelapparats  dienen.  Dieser 
ist  deutlich  von  der  Brücke  getrennt  und  besteht  aus  einem,  zum  Schlosa- 
rande  sich  hinziehenden  dichten  kalkigen  Gewebe,  welches  aus  einem 
Hauptstamme  und  den  von  diesem  ausgehenden,  an  Zahl  den  eben  erwähnten 
Gruben  gleichen  und  mit  ihrer  Unterseite  mit  dem  Grunde  derselben  ver- 
wachsenen Digitationen  zusammengesetzt  ist.  Der  Hauptstamm  selbst  zeigt 
an  der  der  Brücke  zunächst  liegenden  Seite  in  der  Mitte  in  der  Regel  einen 
mit  der  Spitze  nach  vorn  gerichteten  Ausschnitt;  doch  ist  dieser  Theil  nur 
selten  erhalten.  Zwischen  allen  diesen  Vorrichtungen  und  der  inneren 
eigentlichen  Schalenwand  befindet  sich  ein  hohler  Raum,  der  durch  verticale 
Wände,  welche  jene  eben  beschriebenen  vorragenden  Aeste  des  Brachial- 
apparats stützen,  in  eben  so  viele  kammerartige,  nach  der  Stirn  zu  blind 
endigende  Abtheilungen  getheilt  wird;  die  hochsto  und  kräftigste  und  zu- 
gleich am  Weitesten  nach  rückwärts  (nach  dem  Schlosse  zu)  reichende  Wand 
stützt  den  mittleren  Hauptast. 

Die  Punktirung  der  Schale  ist  ziemlich  grob  und  unregelmäßig. 

Bemerkungen.  Die  Synonymik  dieser  Art  ist  von  Bosquet  in  seiner 
Monographie  der  Limburger  Kreide-Brachiopoden  aufgeklärt  und  eingehend 
besprochen.  Zuerst  war  dieselbe  aus  der  Tuffkreide  mit  Bei.  tnucronatus 
von  Maestricht  abgebildet  und  später  beschrieben  worden.  Goldfuss 
führte  sodann  neben  Thccidea  hippoerepis  (s.  u.)  aus  dem  Grünsande  von 
Essen:  Thecidea  digitata  und  aus  den  Schichten  von  Maestricht  und  von 
Essen:  Thec.  hieroglyphica  an.  Letzterer  Namen ,  wozu  die  Abbildung  nach 
einem  Exemplare  von  Maestricht  gemacht  zu  sein  scheint,  dürfte  zwei 
verschiedene  Arten  umfassen,  von  denen  für  die  eine  (der  oberen  Kreide 
mit  Bei  tnucronatus  angehorige)  nach  Bosquet's  Vorgange  der  Namen 
Thecidium  hieroglyphicum  Goldf.  beibehalten  werden  kann,  während  die 
andere  von  der  nahestehenden  zweiten  Art,  Thecidium  digitatum,  schwerlich 
zu  trennen  ist.  Es  kommen  nämlich  allerdings  in  der  Essener  Tourtia  mit- 
unter Formen  vor,  die  sich  dem  Thecidium  hieroglyphicum,  wie  es  von 
(«)  31 


Digitized  by  Google 


(80)  480 

Bosquet  fixirt  ist,  nähern;  indessen  habe  ich  unter  den  sehr  zahlreichen 
von  mir  untersuchton  Exemplaren  bestimmte  Uebergänge  zu  letzterer  Art, 
welche  sich  durch  die  fast  sämmtlich  von  dem  mittleren  Hauptstamme  aus- 
gehenden Aeste  des  Arrogerüsts  auszeichnet,  nicht  gesehen;  vielmehr  lassen 
sich  dieselben  alle  leichter  auf  Thec.  digitatum  zurückführen.  Dasselbe  gilt 
in  Bezug  auf  F.  Roemer's  Angabe  des  Thec.  digitatum  und  hieroglyphicum 
von  Essen.  F.  A.  Roemer  glaubte  1841  die  bei  Essen  vorkommende 
Art  von  Th.  digitatum  trennen  zu  müssen  und  benannte  dieselbe  neu  als 
Thecidea  Essensisy  ebenso  wie  die  ihm  nur  sehr  unvollständig  bekannte  Art 
des  Hila  -Thecidea  teiragona.  Indessen  haben  spätere  Autoren,  namentlich 
z.B.  Suess  und  F.  Roemer,  die  beiden  erstgenannten  Arten  schon  wieder 
mit  einander  vereinigt  uud  Bosquet  meint,  dass  Th.  Essenais  Roem.  höch- 
stens als  eine  Varietät  des  echten  Maestri cht'er  Thec.  digitatum  betrachtet 
werden  dürfe.  Auch  mir  ist  es  nach  Vergleichung  der  schönen  Abbildungen, 
die  Bosquet  von  der  Maestricht'er  Art  veröffentlicht  hat,  sowie  nach 
Untersuchung  guter  Typen  von  Maestricht  selbst  nicht  möglich  gewesen, 
irgend  welche  constante  Unterschiede  zwischen  den  Formen  aus  diesen  beiden 
verschiedenen  Schichten  aufzufinden.  Einzelne  scheinbare  Abweichungen  der 
Essener  Exemplare  von  den  Bos quet 'sehen  Abbildungen  erweisen  sich 
lediglich  als  Folge  des  schlechteren  Erhaltungszustandes  der  ersteren;  denn 
wenn  man  ähnlich  erhaltene  Maestricht'er  Exemplare  vergleicht,  so  zeigen 
sich  dieselben  Abweichungen  und  umgekehrt  stimmen  die  besterhaltenen 
Essen'er  und  Plauen'er  Exemplare  mit  denen  von  Maestricht  überein. 
Auch  die  scheinbaren  Unterschiede  des  Thcädium  teiragonum  A.  Roem.  aus 
dem  norddeutschen  Neocom  sind,  wie  ich  mich  durch  Untersuchung  von 
weit  über  hundert  Exemplaren  von  einer  ziemlichen  Anzahl  verschiedener 
Fundorte  und  aus  verschiedenen  Schichten  überzeugt  habe,  durchaus  un- 
beständig '). 

Bei  meiner  oben  gegebenen  Beschreibung  habe  ich  vorzugsweise  gut 
erhaltene  Essen'er  Exemplare  zu  Grunde  gelegt. 

Neben  Thecidium  hieroglyphicum,  dessen  wichtigster  Unterschied  schon 
oben  angeführt  ist,  scheint  Thecidium  corrugatum  Boll')  sehr  nahe  mit  Th. 
digitatum  verwandt  zu  sein;  indessen  ist  jene  Art  zu  ungenügend  bekannt 
als  dass  man  über  das  Verhältniss  zu  unserer  Art  mit  Sicherheit  urtheilen 

')  Die  im  Hof-Mineralien-Cabinet  zu  Wien  befindlichen  Exemplare  eines  Thecidium 
aus  den  Keoeom-Schichten  von  Pitulat  bei  Steierdorf  im  Banat,  ron  denen  8nes«  a 
o.  a.  0.  spricht,  stimmen  ganz  mit  den  Vorkommnissen  im  Neocom  des  nSrdl.  Deutschlands 
flberein.  -  Wien,  Ende  Marz  18«7.   U.  Sehl. 

•)  Mekl.  Arch.  X,  p.  34. 


Digitized  by  Google 


481 


(80 


könnte.  Die  von  Boll  angegebenen  äusseren  Merkmale  sind  bei  den  The- 
cidien  theih  überhaupt  sehr  inconstant,  theils  oft  von  dem  Erhaltungszustände 
abhängig. 

Einige  Aehnlichkeit  mit  Tftec.  digitatum  haben  auch  die  liasischen  Arten 
Tkecidium  complanatum  Eug.  Desl.1),  Thecidittm  Mayale  Eug.  Desl.«)  und 
Thecidium  submayale  Eug.  Desl. 3) ;  indessen  ergeben  sich  die  Abweichungen 
bei  einer  genaueren  Vergleichung  der  Abbildungen  leicht  von  selbst. 

Vorkommen.  Thecidium  digitatum  findet  sich  in  der  Tourtia  von 
Essen  besonders  häufig  bei  Frohnhausen  in  den  dortigen  losen  Sand- 
Schichten  ,  wo  diese  Art  von  Rhynchonella  paucicosta ,  Tcrebratella  (?)  Jßeau- 
monti,  Megerleiu  lima,  Terebratula  depressa  etc.  begleitet  wird.  In  neuerer 
Zeit  wurde  sie  in  kleineren  Exemplaren  auch  in  der  Tourtia  von  Plauen 
bei  Dresden  mehrfach  gefunden;  ich  verdanke  mehrere  deutliche  Stücke 
von  dort  der  Güte  des  Herrn  Prof.  Geinitz  in  Dresden  und  eine  grössere 
Anzahl  bewahrt  das  Dresdener  Museum.  —  Aus  den  übrigen  deutschen 
Tourtia -Gebieten  ist  sie  noch  nicht  bekannt  geworden;  dagegen  findet  sie 
sich  in  den  gleichen  Schichten  bei  Tour nay,  wo  sie  jedoch  ziemlich  selten 
zu  sein  scheint.  —  In  den  zwischen  den  cenomanen  Grünsanden  und  der 
senonen  Kreide  liegenden  Ablagerungen  ist  Thecidium  digitatum,  sowie  über- 
haupt die  Gattung  Thecidium  in  Norddeutschland  noch  nicht  aufgefunden 
worden;  dagegen  tritt  zuerst  schon  in  verschiedenen  Schichten  des  nord- 
deutschen und  französischen  Neocoms,  sowie  später  in  der  oberen  senonen 
Kreide  —  namentlich  in  den  Schichten  mit  Bei.  mttcronatus  —  nicht  nur 
überhaupt  die  Gattung  Thecidium  wieder  häufig  auf,  sondern  auch  eine  Art 
derselben,  die  —  wie  ich  schon  oben  ausgeführt  —  von  dem  cenomanen 
Thecidium  digitatum  nicht  unterscheidbar  ist.  Solche  Lücken  in  der  verti- 
calen  Verbreitung  einer  Gattung  und  noch  mehr  einer  Art  sind  gewiss  eine 
ungewöhnliche  Erscheinung  und  können  wohl  nur  durch  die  Annahme  eine 
einigermassen  genügende  Erklärung  finden,  dass  die  localen  Verhältnisse 
an  allen  denjenigen  Orten,  wo  jene  zwischenliegenden  Gault-,  oberen  Ce- 
noman-  und  Turon- Schichten  bis  jetzt  beobachtet  und  ausreichend  unter- 
sucht sind,  nicht  die  Lebensbedingungen  für  die  Gattung  Thecidium  und 
speciell  für  Thecidium  digitatum  boten,  dass  aber  gleichzeitig  in  andern 
Gewässern,  deren  Niederschläge  jedoch  in  paläontologischor  Beziehung  noch 
nicht  genügend  bekannt  geworden  sind,  die  Art  so  lange  fortlebte,  bis  sich 

')  Etodeg  crit.  I,  p.  3,  t.  1,  f.  1—2;  18G2. 

*)  In  M6m.  Linn.  Norm.  IX,  1853,  t  12,  f.  1  —  12,  t.  13,  f.  1—8;  X,  1854,  t.  5,  f.  6,  7; 
Cotrche  *  Lcpt.,  p.  33,  t.  2,  f.  13,  14;  8nesi,  Clara,  d.  Brach.      Dav.,  t  2,  f.  10. 
»)  M6m.  Linn.  Norm.  IX,  1853,  t.  12,  f.  18.  t.  13,  f.  3,  4. 

(6»)  31* 


Digitized  by  Google 


(82) 


482 


die  Schichten  des  Petersberges  von  Mac s tri  cht  ablagerten,  in  deren  oberen 
Lagen  Thec.  digitatum  wieder  in  ziemlicher  Häufigkeit  auftritt.  In  der  That 
findet  sich  auch  eine  Andeutung  von  diesem  Fortleben  des  Thec.  digitatum 
in  der  Angabe  Bosquet's  (Faun,  en  FL,  p.  390),  welcher  das  Vorkommen 
desselben  in  der  unmittelbar  über  dem  sogenannten  Aachener  Sande  folgen- 
den Schicht  29)  seiner  Tabelle,  also  in  der  Unterregion  der  Kreide  mit 
Bei.  quadratus  anführt. 

Entsprechend  dieser  offenbar  sehr  grossen  verticalen  Verbreitung,  welche 
durch  eine  lange  Lebensdauer  der  Species  bedingt  ist,  zeigt  sich  auch  die 
horizontale  (geographische)  Verbreitung  des  Thecidium  digitatum  als  eine 
nicht  geringe,  indem  dasselbe  nach  den  bisherigen  Beobachtungen  seinen 
ostlichsten  Fundort  bei  Dresden,  seinen  westlichsten  im  mittleren  Frank- 
reich hat.  In  der  obersten  Kreide  des  nordlichen  Frankreichs,  die  in 
mancher  Hinsicht  so  grosse  Aehnlichkeit  mit  der  Tuffkreide  von  Macstricht 
hat,  scheint  sie  dagegen  zu  fehlen,  obwohl  andere  Arten  derselben  Gattung 
dort  nicht  selten  sind. 

Thecidium  verniicnlare  Schloth.  sp.  1813. 

T.  22  (II),  f.  9,  10,  t.  23  (III),  f.  12,  13. 

1798.  Terebratule  qui  parait  inedite  Fauja»,  Mont.  8t.  Pierre,  p.  160,  t.  26,  f.  12. 

1813.  Tcreltratulite*  vermicularis  Sohloth.,  in  Min.  TWh.  VII,  p.  113 

1820.  —  —  Petref.,  p.  272. 

1830.  CranioUtes  vermicularis  Sohloth.,  System.  Vera.,  p.  62. 

1841.  Thecidea  hippocrepis  Ooldf.,  Petr.  II,  p.  289,  t.  161,  f.  4. 

1852.         —  —        Oieb.,  DcuUchl.  Petr.  p.  441. 

18"»3.        —     vermicularis  ßucss,  in  Sitzgsber.  Wien.  Ak.  XI,  8eparut»ln]r.  i.  1,  J. 

1854.        —     hippocrepis  F.  Rocni.,  Zeifechr.  g.  Öe».  VI,  p.  136. 

1859.  Thecidium  termiculare  Bosq.,  Mon.  Brach.  Limb  ,  p.  26,  t.  3,  f.  4  —  11. 

Beschreibung.  Massig  grosse  Art,  deren  Umriss,  von  der  Rücken- 
seite gesehen,  die  Form  eines  dem  Rechteck  sich  nähernden  Trapezes  mit 
abgerundeten  Ecken  hat,  dessen  Basis  etwas  breiter  ist,  als  die  gegenüber- 
liegende Seite  und  dessen  Höhe  etwas  grösser  als  die  Breite;  stark  gewölbt. 
Gewöhnlichste  Dimensionen:  Länge  =  7,  Breite  =  6,  Dicke  =  5  Mm. 

Grosse  Klappe  an  dem  wenig  gekrümmten  Schnabel  mit  einem  ziemlich 
grossen,  fast  rechtwinklig  zu  der  durch  die  Klappenränder  gelegten  Ebene 
stehenden  ziemlich  grossen  Theile  ihrer  Oberfläche  unregelmässig  angewachsen, 
stark  und  gleichmässig  gewölbt,  an  der  Stirn  in  der  Mitte  nur  wenig  in  die 
andere  Klappe  eingreifend.  Anwachslinien  undeutlich,  l'seudoarea  und 
Pseudodeltidium  sehr  undeutlich  begrenzt. 


Digitized  by  Google 


483  (83) 


Kloine  Klappe  flach  oder  nur  wenig  gewölbt;  Scheitel  sehr  nahe  dem 
Schioasrande;  Schlossrand  eine  ziemlich  gerade  Linie  bildend,  über  welche 
hinaus  der  viereckige,  von  den  beiden  Zähnen  der  Vcntralklappe  einge- 
schlossene Schlossfortsatz  in  das  Pseudodeltidium  eingreift. 

Der  innere  Bau  beider  Klappen  ist  ziemlich  complicirt. 

In  der  grösseren  Klappe  ragen  die  zu  beiden  Seiten  des  Pseudodeltidium» 
stehenden,  ziemlich  kräftigen  Zähne  aus  dem  stark  verdickten  Schnabel  in 
die  Eingeweidehöhle  hinein.  An  sie  lehnen  sich  die  boiden  das  „Schlichen" 
bildendeu  dünnen  vorragenden  Lamellen  an,  die  indessen  nicht  damit  ver- 
wachsen, andererseits  aber  in  der  Mitte  an  der  Lamelle  befestigt  sind,  welche 
das  Pseudodeltidium  mit  der  Mitte  der  gegenüberstehenden  inneren  Wand  der 
Klappe  verbindet  und  so  die  Schnabelhöhle  vertical  in  zwei  getrennte  Hälften 
theilt.  An  den  äussersten,  glatten  Schalenrand  schliesst  sich  nach  innen 
ein  ziemlich  schmaler  und  flacher,  unregelmässig  radial  granulirter  Raum, 
welcher  nach  hinten  zu  breiter  und  von  einer  geschwungenen  Linie  deutlich 
begrenzt  wird;  derselbe  correspondirt  vollkommen  mit  dem  schräg  abfallen- 
den Saume  der  anderen  Klappe.  Von  der  Mitte  der  Stirn  aus  geht  ein 
mehr  oder  weniger  breiter  und  markirter  Längswulst  bis  in  den  Schnabel; 
derselbe  ist  namentlich  nach  hinten  zu  mit  groben  unregelmässigen  Tuber- 
keln dicht  besetzt.  Zu  seinen  beiden  Seiten  befinden  sich  die  beiden  tiefen 
und  raeist  ziemlich  scharf  begrenzten,  länglichen  Divaricatormale,  über  denen 
sich  zuweilen  noch  Spuren  der  zuerst  von  Bosquct  bei  Thecidium  vermi- 
culare  entdeckten  „lamelles  supradivaricateurs"  befinden,  welche  einen  Theil 
des  Mantelapparats  ausmachen.  Der  ganze  übrige  Raum  der  Eingeweide- 
höhle mit  Ausnahme  der  glatten  Muskelmale  ist  ebenfalls  mit  Tuberkeln 
dicht  besetzt.  —  Neben  den  Zähnen  befinden  sich  auf  der  Innenwand  die 
Eindrücke  des  Ventral-Adjustormuskels. 

Die  kleinere  Dorsalklappe  ist  von  einem  breiten,  schräg  abfallenden, 
fein  gekörnten  Saume  umgeben,  welcher  an  der  Stirn  am  flachsten  ist, 
nach  dem  Schlossrande  zu  aber  immer  steiler  ansteigt  und  nach  hinten 
ziemlich  weit  über  den  Schlossrand  hinausragt.  Mit  ihm  ist  die  Schleife, 
deren  Querfortsätze  über  dem  hinteren  Theile  der  Eingeweidehöhle  zu  einer 
schmalen  Brücke  sich  vereinigen,  an  den  Seiten  vollständig  verwachsen; 
von  der  Stirn  aus  erstreckt  sich  ein  Hauptstamm  des  Brachialapparates  von 
grösserer  oder  geringerer  Breite  (nach  hinten  breiter  werdend),  der  nur 
sehr  wenig  über  die  Klappen  wand  mit  seinen  Rändern  hervorragt,  bis  in 
die  Mitte  des  Schlossrandes;  von  da  aus  erheben  sich  seine  läppen-  oder 
vielmehr  zu ngen förmigen  mit  ihren  aufgebogenen  Rändern  eine  Rinne 
bildenden  Dissepimente  frei  über  den  Hauptstamm  nach  vorn;  diese  Dis- 


Digitized  by  Google 


sepimente  oder  Digitationen  scheinen  die  Zahl  zwei  oder  drei  gewöhnlich 
nicht  zu  überschreiten;  ihre  Händer,  wie  die  des  Hauptstammes,  sind  mit 
zarten  Spitzen  besetzt,  erstere  zuweilen  auch  stellenweise  von  kleinen  Löchern 
unregelmäßig  durchbohrt.  Ein  mittleres  Septum  unterstützt,  von  der  inneren 
Klappenwnnd  ausgehend,  den  Hauptstamm  wie  ein  Strebepfeiler.  —  Der 
Mantelapparat  (früher  gewöhnlich  als  absteigender  Apparat  bezeichnet)  be- 
steht auf  jeder  Seite  hauptsächlich  ans  einem  grossen  ohrförmigen  Lappen, 
welcher  am  Rande  feiu  gefrans't  und  nach  aussen  zu  oft  siebförmig  mit 
unregelmässigen  Löchern  durchbohrt  und  fast  an  seiner  ganzen  Unterseite 
mit  der  Innenwand  der  Klappe  verwachsen  ist;  nur  in  der  Nähe  des  Schloss- 
randes  erhebt  er  sich  darüber  und  vereinigt  sich  vor  der  Brücke  mit  dem 
Lappen  der  anderen  Seite;  zugleich  reichen  von  hier  aus  einige  schmale 
Digitationen  in  die  rinnenförmigen  Dissepimcnte  der  Schleife. 

Bemerkungen.  Die  obige  Beschreibung  bezieht  sich  auf  jene  aus- 
gezeichnete Varietät  dieser  interessanten  Art,  die  vorzugsweise  in  der  Tourtia 
Norddeutschlands  vorkommt.  Ich  war  anfänglich  geneigt,  dieselbe  für  eine 
besondere  Art  zu  halten ;  doch  erscheinen  die  abweichenden  Merkmale  theils 
an  und  für  sich  sehr  geringfügig,  theils  nicht  constant.  Die  hauptsächlich- 
sten Unterschiede  von  dem  in  der  Mae  strich  t'or  Kreide  vorkommenden 
Typus  scheinen  mir  folgende  zu  sein :  Zuerst  ragt  der  zunächst  dem  Schloss- 
rande befindliche  Theil  des  Brachialapparates  bei  der  Tourtia -Form  viel 
weiter  nach  hinten  zurück,  ja  sogar  nicht  selten  weiter  als  der  Schlossfort- 
eatz,  doch  kommt  dies  auch  zuweilen  bei  den  Exemplaren  von  Maeetricht 
in  gleicher  Weise  vor.  Die  von  Suess  (Brachialvorrichtg.  bei  d.  Thec, 
t.  1  u.  2)  und  von  Bosquet  (Mon.  Brach.  Limb.  t.  3,  f.  7,  8)  gezeichneten 
merkwürdigen  Zotten,  welche  bei  Thec.  vermiculare  von  Macstricht  den 
Rand  der  äusseren  Brachial-Lamellen  besonders  in  der  Nähe  des  Schlosses 
zieren,  sind  bei  der  Essener  Form  nicht  beobachtet;  allein  das  dürfte  um 
ho  mehr  Folge  des  Erhaltungszustandes  sein,  als  das  von  mir  abgebildete 
Exemplar  aus  der  Tourtia  von  Plauen  die  Spuren  dieser  Zotten  deutlich 
erkennen  lässt.  Ferner  haben  bei  gleicher  Grösse  die  Exemplare  von  Essen 
in  der  Regel  eine  geringere  Anzahl  von  Dissepimenten  oder  Digitationen 
sowohl  des  Brachial-,  als  des  Mantelapparates;  bei  der  typischen  Form  er- 
hebt sich  der  ganze  Bracbialapparat  höher  über  die  Innenwand  der  Klappe, 
als  bei  der  cenomanen;  der  Mantelapparat  der  letzteren  ist  mehr  mit  dem 
ßrachialapparate  verwachsen;  indessen  auch  diese  Merkmale  erweisen  sich 
bei  Untersuchung  grossen  Materials  als  unbeständig.  In  der  grösseren  Klappe 
sind  die  Unterschiede  noch  geringer;  doch  hat  die  gekörnte  Linie,  welche 
die  Berührungsfläche  dieser  Klappe  mit  dem  Saume  der  kleinen  Klappe 


Digitized  by  Google 


485 


(85) 


nach  innen  begrenzt,  meistens  einen  etwas  anderen  Verlauf  und  tritt  etwa* 
deutlicher  hervor;  der  mediane  Längswulst  und  die  zu  seinen  Seiten  befind- 
lichen Muskelmale  sind  stärker  ausgeprägt,  als  bei  der  typischen  Form; 
der  Schnabel  ist  breiter  und  in  der  Kegel  niedriger  und  die  Oberfläche 
gleichmässiger  gewölbt  und  ohne  deutlichen  Sinus. 

Dagegen  scheinen  die  Abweichungen  der  Tourtia-Form  sowohl  wie  der 
typischen  von  dem  auch  in  unserer  oberen  Kreide  (z.  B.  bei  Ahlten  mit 
Bei.  mucronatuSy  Crania  Ignabergensis ,  Parisietisis ,  Argiope  Bucht,  Magas 
pumüus,  Morrisia  Suessi  etc.)  vorkommenden  Thecidium  Wetherelli  Morris*), 
welches  sich  gleich  äusserlich  durch  den  ausgesprochenen  Sinus  der  grossen 
Klappe  unterscheidet,  allerdings  constant  zu  sein;  auch  der  Brachialapparat 
im  Innern  der  kleinen  Klappe  ist  bei  der  von  Morris  beschriebenen  Art 
sehr  viel  einfacher. 

Unter  den  übrigen  bekannten  Arten  von  Thecidium  könnte  nur  etwa 
das  aus  den  jüngsten  Schichten  der  nordfranzösischen  Kreide  stammende, 
durch  seinen  langen  Schnabel  ausgezeichnete  Thec.  recurvirostre  Defr.,  von 
dem  Eug.  Deslongchamps  neuerdings  ")  eine  prachtvolle  Abbildung 
gegeben  hat,  ferner  das  lebende  Thecidium  mediterraneum  Risso  und  das 
liasische  Thec.  Perieri  Eug.  Desl.  mit  unserer  Art  verglichen  werden3);  indessen 
machen  sich  schon  bei  einer  oberflächlichen  Betrachtung  der  Abbildungen  die 
Unterschiede  dieser  Arten  leicht  bemerklich. 

Thec.  vertniadare  scheint  zuerst  durch  Goldfuss  genauer  bekannt  ge- 
worden zu  sein,  der  als  Fundorte  seiner  „Thecidea  hippoerepia"  die  Tuff- 
kreide von  Maestricht  und  den  Grünsand  von  Essen  anführt.  Dass  der 
Name  Thecidium  vermiculare  Schloth.  sp.  die  Priorität  vor  dem  Goldfuss- 
schen  hat,  wurde  später  von  Suess  und  von  Bosquet  bewiesen. 

Vorkommen.  Die  verticale  Verbreitung  des  Thecidium  vermiculare 
ist  nach  den  bis  jetzt  bekannt  gewordenen  Beobachtungen  eine  ziemlich 
grosse.  Es  erscheint  zuerst  in  der  norddeutschen  Tourtia,  in  der  es  in  den 
Umgebungen  von  Essen  in  Westphalen  und  von  Plauen  bei  Dresden 
stets  in  Begleitung  des  Thec.  digitatum  vorkommt.  Zu  bemerken  ist  dabei, 
dass  an  ersterem  Orte  Th.  digitatum  sehr  viel  häufiger  ist,  indem  etwa  auf 
S— 10  Exemplare  dieser  Art  erst  ein  Exemplar  des  Th.  vermiculare  kommt; 

♦)  Ann.  Mag.  Ib51,  t.  4,  f.  1—8;  Datidt.,  Oret.  Brach.,  p.  14,  t.  1,  f.  15— 2G. 
')  Organig.  Hant  Brach.,  t.  3,  f.  18. 

J)  Oute  Abbildungen  Ton  Thec.  mediterraneum  finden  sich  z.  B.  in  8ue«s,  CJassif.  d. 
Brach,  t.  Dar.,  p.  G8,  f.  29;  Woodw.,  Man.  of  Moll.,  p.  221,  f.  128;  Daridson  in 
Geolog.  Mag.  I,  1. 1,  f.  1—7,  t.  2,  f.  4 — 10,  etc.;  Ton  Thec  l'erieri  in  E.  De*!.,  Mem.  Lept. 
Thec.  t  11,  f.  7,  8  und  Org.  Mant.  Brach.,  t.  3,  f.  14. 


Digitized  by  Google 


(86)  486 

beide  finden  sich  dort  vorzugsweise  in  den  losen  sandigen  Schichten,  ge- 
wöhnlich mit  der  Bauchklappe  auf  Schwämme  oder  Bryozoen  aufgewachsen. 
Geschlossene  Exemplare  mit  beiden  Klappen  kommen  viel  seltener  vor,  als 
einzelne  Rücken-  und  Bauchklappen.  Dagegen  überwiegt  bei  Plauen  der 
Zahl  nach  entschieden  Thec.  vermiadare.  Im  Oanzen  habe  ich  aus  beiden 
Gegenden  etwa  50—60  Exemplare  untersucht  Ungleich  häufiger  ist  aber 
unsere  Art  in  der  obersten  Kreide  mit  Bei.  mucronatus  von  Maestricht. 
Die  horizontale  Verbreitung  ist  ebenfalls  ziemlich  gross,  indem  Thec.  vermi- 
ctdare  in  Sachsen,  Westphalen  und  Holland,  sowie  angeblich  auch  auf  der 
Insel  Möen  (nach  Puggaard)  vorkommt. 

Rhynchonella  dimidiata  Sow.  sp.  1821. 

T.  23  (III),  f.  1—8. 

1819.    Terebratula  diflbrmis  Lam.,  An.  i.  Vert.  YI,  p.  255,  no.  48  t.  Th. 

1821.  —        dimidiata  8ow.,  M.  C.  III,  p.  138,  t.  277,  f.  5. 

1822.  —        gaUina  Brongn.,  En*.  Par.,  p.  84,  t.  9,  f.  2. 

1825.  —        lata  Sow.,  Min.  C.  V,  p.  105,  t  502,  f.  1  (non  T.  lata  Sow. 

M.  C.  1,  t.  100,  f.  2;  1812). 

1829.  —        latissima  Sow.,  M.  C.  VI,  Index. 

1833.  —        depressa  Buch.,  Ueb.  Terebr.,  p.  58  i.Th.  (Fundorte:  Harre, 
B  e  u  v  a  i  s  ? ) 

—  —  alata  Buch.,  Ueb.  Terebr.,  p.  68  ».Th.  (Fundorte:  Teltsohen, 

Martiguea?) 

—  —  plicatilis  Buch.,  Ueb.  Terebr.  p.  71  «.Th.?  (Fundort:  Essen) 
1836.  -        lata  8ow.  (in  Fitton)  Transact.  Oeol.  8oc.  IV,  1. 14,  f.  1 1. 

—  —  convexa  Sow.    —        —        —     —  —    1. 14,  f.  12. 

—  —  dilatataSow.   —        —        —  p.  343,  t  18,  f.  2. 

1841.  —       gallina  A.  Roem.,  Kreid.,  p.  87. 

—  —  latissima     —         —        —   t.  7,  f.  4. 

1848.  —        latissima  Arch.,  in  Mem.  geol.  Fr.  2,  II,  p.  330,  t.  21,  f.  7—9. 

—  —  rostrata  var.  Arch.  —      —     —   —  p.  380,  1 21,  f.  10. 

—  —  Scaldisensis  Arch.  -      -     -    -  p.  330,  t.  21,  f.  11. 

—  —  Dufrenogi  Aroh.    —      —     —    —  p.  832,  t.  22.  f.  1. 

—  —  Desnoyersi  Arch.    —       —     —    —  p.  332,  t.  22,  f.  2. 

—  —  dubia  Arch.           —      —     —    —  p.  333,  t.  22,  f.  3. 
1850.  -        compressa  a)  et  b)  Oein.,  Quader«,  p.  210. 

1850.  —        diffbrmis  Dar.,  in  Ann.  Mag.  nat.  bist.  2,  V,  p.  445,  1. 15,  f.  48. 

1854.  —  gallina  F.  Rocm.,  in  Zeitschr.  g.  O.  VI,  p.  36. 

—  —  latissima     —      —     —        —     —  — 

1855.  RhynchoneUa  compressa  Dar.,  Cret.  Br.  p.  80,  t.  11,  f.  1-5,  1. 12,  f.  25 

(niobt  T.  compressa  Lam ,  Orb.). 

—  —  latissima  Dar.,  Cret  Br.  p.  82,  t  11,  f.  Ü— 22,  t.  12,  f.  24. 

—  —  depressa  var.  A.  Dar.,  Cret.  Br.,  p.  92,  t.  12,  f.  30. 

—  -  -      —    B.    -      —    —     —     t.  12,  L  28,  29. 


Digitized  by  Google 


487 


(87) 


1857.    Rhynchontlla  laHattima  Stromb.,  in  N.  Jahrb.  p.  785  (nicht  p.  780). 
1859.  -  —         -       in  ZeiUchr.  g.  Oes.  XI,  p.  38. 

Bemerkungen.  Nach  sorgfältiger  Untersuchung  mehrerer  Hunderte 
von  Exemplaren,  an  die  ich  mit  der  vorgefassten  Meinung  herangetroten 
war,  das»  dieselben  mehre  —  wenigstens  zwei  —  wohl  zu  unterscheidende 
Arten  darstellten ,  bin  ich  zu  der  Ueberzeugung  gelangt,  dass  alle  jene 
Formen,  welche  durch  die  in  der  obigen  Synonymenliste  angeführten  Namen 
bezeichnet  werden  und  die  in  neuerer  Zeit  oft  als  Rh.  compressa  und  latis- 
sima  unterschieden  sind,  nur  als  Varietäten  einer  einzigen  allerdings  sehr 
veränderlichen  Art  betrachtet  werden  müssen.  Alle  von  verschiedenen  Au- 
toren für  die  Unterscheidung  dieser  beiden  Varietäten  angegebenen  Merk- 
male erweisen  sich,  wenn  eine  genügende  Anzahl  von  Exemplaren  untersucht 
werden  kann,  als  durchaus  inconstant,  und  namentlich  ist  es  leicht,  aus 
den  in  der  Tourtia  (unt.  Pläner  Gein.)  des  Plauen'schen  Grundes  bei 
Dresden  vorkommenden  Exemplaren  eine  ununterbrochene  Reihe  der  deut- 
lichsten Uebergangsstufen  herzustellen,  welche  von  den  extremsten,  ziemlich 
flachen,  grob-  und  scharfrippigen  Formen  bis  zu  den  starkgewölbten  und 
«ehr  feinrippigen  hinüberführen,  wie  sie  sich  so  schön  bei  Essen  und 
Tournay  finden  (T.  scaldisetisis  Arch.).  Prof.  Geinitz  hatte  dies  schon 
1850  mit  grossem  Scharfblick  erkannt,  vereinigte  aber  damit  zugleich  die 
doch  wohl  verschiedene  T.  ala  Markl.  (=  Rh.  plkatilis  Sow.  sp.) ')  und 
adoptirte  für  diese  so  festgestellte  Art  den  Namen  Ter.  compressa,  indem 
er  von  der  meiner  Auffassung  nach  irrthümlichen  Ansicht  ausging,  dass  die 
grob  gerippten  Varietäten  mit  der  typischen  RJi.  compressa  Lam.  sp.  von 
Man 8  (Sarthe)  ident  seien.  Ich  werde  auf  diesen  Punkt  unten  zurück- 
kommen. 

Zu  den  bemerkenswerthesten  bei  uns  vorkommenden  Varietäten,  welche 
auch  Davidson  aus  England  sämmtlich  abgebildet  hat,  gehören  namentlich 
folgende.  Zunächst  kommt  es  öfter  vor,  dass  sich  die  Rippen  durch  Ga- 
belung oder  Einschaltung  vermehren.  Indessen  findet  dies  vorzugsweise  bei 
der  grobrippigen  Form  Statt,  welche  dem  Typus  der  L  amar  ck'schen 
compressa  nahe  kommt.  Davidson  scheint  diese  Varietät  zu  Rh.  dcjtressa 
gestellt  zu  haben;  denn  was  er  auf  t.  12,  f.  30  aus  dem  Upper  (rreen  Sand 
von  Warminster  und  dem  gleichaltrigen  Chalk  with  chloritic  grains  von 
Oh  ardstock  als  Rhynchondla  depressa  var.  A.  abbildet,  stimmt  genau  mit 


')  Herr  Fror.  Qcinitz  i«t  jetzt  ebenfalls  der  Ansicht,  dass  T.  ala  Markl.  von  jenen 
Formen,  die  er  damals  alj  Varietäten  der  T.  compressa  mit  den  Namen  T.  lata  und  T. 
iompre*m  bezeichnete,  speeifisch  verschieden  sei. 


Digitized  by  Google 


(88) 


488 


gewissen  Formen,  die  sich  in  der  Tourtia  von  Plauen  finden.  Dieselben 
führen  in  den  deutlichsten  Uebergängen  durch  Formen  wie  Dav.  t.  12,  f.  28 
(depressa  vor.  B.)  zu  Dav.  t.  11,  f.  1  und  t.  12,  t  25  (Rhynch.  compressa 
Dav.)  und  von  da  durch  Dav.  t.  11,  f.  2  (Ter.  dilatata  8ow.)  zu  Dav.  1. 11, 
f.  6  (RhyncJi.  latissima)  und  zu  Dav.  t.  11,  f.  17  (Rhynch.  antidickotoma 
Sharpe),  etc.  hinüber.  Ueberhaupt  scheint  es  mir  nicht  unwahrscheinlich, 
dass  man  demnächst  sich  gezwungen  sehen  wird,  auch  die  typische  Ter. 
depressa  Sowerby's  von  Farringdon  mit  Rh.  dimidtaüt  zu  vereinigen. 
Da  mir  jedoch  keine  englischen  Typen  vorliegen,  so  muss  ich  diese  Frage 
einstweilen  noch  auf  sich  beruhen  lassen.  —  Bei  den  feiner  gerippten  Varie- 
täten kommt  die  Vermehrung  der  Rippen  durch  Gabelung  und  Einschaltung 
in  ganz  gleicher  Weise  vor,  doch  fällt  sie  bei  diesen  viel  weniger  in  die 
Augen  und  man  muss  schon  ziemlich  genau  darauf  achten,  um  sie  zu 
bemerken.  Seltener  ist  der  Fall,  dass  die  Anzahl  der  Kippen  nach  den 
Rändern  zu  sich  vermindert,  indem  je  zwei  oder  drei  Bich  wieder  zu  einer 
breiteren  vereinigen;  es  ist  dann  fast  immer  nachzuweisen,  dass  äussere 
Einflüsse,  Verletzungen  oder  dergleichen  die  Ursache  dieser  bei  unseren 
Exemplaren  jedenfalls  nicht  normalen  Erscheinung  gewesen  sind. 

Auch  dass  die  Stirn  nach  Art  der  Rh.  inconstans  Sow.  sp.  unsymmetrisch 
ist,  indem  sie  auf  der  einen  Seite  nach  dem  Rücken,  auf  der  anderen  Seite 
nach  dem  Bauche  zu  gebogen  ist,  ist  etwas  sehr  gewöhnliches;  der  erste 
Namen,  der  einem  Exemplar  dieser  Species  gegeben  ist,  bezieht  sich  ja 
gerade  auf  diese  Eigenthümlichkeit,  die  jedoch  nicht  constant  ist.  Bemer- 
kenswerth ist,  dass  die  zahlreichen  mir  vorliegenden  Exemplare  in  dieser 
Beziehung  insofern  eine  vollständige  Unregelmässigkeit  zeigen,  als  bald 
die  eine,  bald  die  andere  Seite  nach  der  Rückenklappe  aufgebogen  und 
bald  die  aufgebogene,  bald  die  andere  Hälfte  breiter  ist,  bald  die  Grenze 
zwischen  beiden  in  der  Mitte  der  Stirn  liegt.  Nach  Davidson  gehören 
hierher  einige  der  in  Lamarck's  Sammlung  mit  T.  difformis  Lam.  bezeich- 
neten Exemplare,  während  die  Mehrzahl  derselben  zu  einer  jurassischen 
Art  gehören. 

Weitere  Varietäten  ergeben  sich  durch  die  mehr  oder  weniger  groben 
und  scharfen  Rippen;  ferner  sind  die  Exemplare  bald  stark,  bald  schwächer 
gewölbt,  besitzen  bald  einen  gerade  abstehenden  und  ziemlich  spitzen,  bald 
einen  mehr  übergebogenen  und  stumpfen  Schnabel,  sind  bald  breit  und 
fünfeckig,  bald  mehr  gerundet;  auch  der  durch  die  Schnabelkanten  gebildete 
Winkel  ist  innerhalb  gewisser  Grenzen  (etwa  bis  zu  80"  herab)  sehr  ver- 
änderlich. 

Nach  diesen  Bemerkungen  über  die  Auffassung  der  Rh.  dimidiaia  und 


Digitized  by  Googl 


(89) 


ihre  Varietäten  muss  ich  noch  einige  Worte  über  den  inneren  Bau  hinzu- 
fügen, von  dem  der  berühmte  englische  Paläontologe  keine  Kenntniss  gehabt 
zu  haben  scheint.  Auf  der  Innenseite  der  Klappen  sind  die  Rippen  meist 
nur  nach  den  Rändern  zu  deutlich  bemerkbar,  während  sie  nach  der  Mitte 
zu  undeutlich  werden  und  oft  ganz  verschwinden.  Das  Foramen  der  grossen 
Klappe  wird  durch  eine  von  den  Deltidialplatten  gebildete  sowohl  nach 
aussen,  wie  nach  innen  fortgesetzte  Röhre  gebildet.  Die  zu  beiden  Seiten 
im  Schnabel  befindlichen  Zahnplatten  oder  Lateralscpta,  welche  in  den 
starken  Schlosszähnen  endigen,  sind  kräftig  entwickelt;  die  Zähne  sowohl, 
wie  die  Zahngruben  sind  bei  guter  Erhaltung  deutlich  quer  gerunzelt  in 
ganz  ähnlicher  Weise,  wie  bei  Trigonia.  —  Die  Muskeleindrücke  sind  wenig 
vertieft  und  würden  daher,  wenn  nicht  hohle  Exemplare  mit  ausgezeichnet 
erhaltenem  Inneren  vorlagen,  kaum  zu  erkennen  sein.  Der  mittelatändige, 
im  Schnabel  liegende,  fast  herzförmige  Adductor  -  Eindruck  wird  beiderseits 
von  den  ziemlich  grossen  Retractor-Malen  umgeben,  welche  ihrerseits  wieder 
von  den  Eindrücken  der  Ovarien  seitlich  begrenzt  werden,  die  an  dieser 
Stelle  die  ganze  Breite  der  Muschel  einnehmen  und  bis  dicht  an  den  Rand 
reichen.  Das  Venensystem  ist  dem  von  Rh.  sulcata,  wie  es  Davidson 
(Cret.  Brach.,  t.  10,  f.  35)  abbildet,  sehr  ähnlich,  stark  verästelt  nach  den 
Rändern  zu.  Die  mässig  entwickelte  Schlossplatte  der  kleinen  Klappe  trägt 
zwei  schwach  divergirende,  halbmondförmig  nach  aufwärts  gekrümmte  La- 
mellen von  massiger  Länge.  Von  der  Mitte  der  Schlossplatte  aus  geht  ein 
scharfes  und  nicht  sehr  hohes  Dorsalseptum  bei  jüngeren  Exemplaren  etwa 
bis  zur  Mitte,  bei  älteren  bis  zu  xJ.i  der  Länge;  bei  einem  mir  vorliegenden 
grossen  Exemplare  von  Essen  ragt  dies  Septum,  namentlich  zunächst  unter 
dem  Wirbel,  nur  sehr  wenig  hervor  und  trägt  weiter  vorn  drei  spitze,  nach 
der  Stirn  gerichtete  dornartige  Fortsätze  (t.  23  (III),  f.  2  d).  Neben  dem 
vorderen  (der  Stirn  zugewandten)  Endo  dieses  Septums  liegen  zu  beiden 
Seiten  die  beiden  undeutlich  zweithciligen  Adductor-Male,  welche  gegen  die 
Spitze  des  Wirbels  durch  den  von  der  Leber  eingenommenen  Raum,  gegen 
die  Seiten  hin  durch  die  undeutlichen  Ovarien -Eindrücke  begrenzt  werden. 
Das  Venensystem  in  dieser  Klappe  ist  eben  ko  complicirt,  wie  in  der 
anderen. 

Rhynchonella  dimidiata  Sow.  sp.  —  denn  dieser  Name  wird  für  unsere 
Art  zu  wählen  sein  als  der  älteste,  der  sich  mit  Sicherheit  auf  eine  dazu 
gehörige  Form  bezieht  —  ist  eine  ausgezeichnete  grosse  Art,  die  sich  von 
den  ihr  nahestehenden  gut  und  constant  abtrennt.  Zu  den  nächstverwandten 
gehören  wohl  lihynchonella  compressa  Lam.  sp.  und  plkatilis  Sow.  sp.  — 
Krstere,  von  der  ich  eine  Anzahl  vorzüglicher  typischer  Exemplare  bei 


Digitized  by  Google 


(90) 


490 


Mana  (Sarthe)  gesammelt  habe,  und  welche  Davidson  als  ident  mit 
einem  Theile  der  Formen  betrachtet,  die  ich  unter  dem  Namen  Rh.  dimidiata 
vereinigen  zu  müssen  glaube,  ist  nach  meinen  Erfahrungen  eine  in  ihren 
Charakteren  sehr  bestimmte  und  constante  Art.  Sie  zeichnet  sich  nament- 
lich aus  durch  ihre  nach  den  Rändern  zu  ausserordentlich  verflachte  Form 
während  der  Wirbel  der  kleinen  Klappe  verhältnissmässig  stark  gewölbt  ist, 
so  dass  der  Schwerpunkt  des  Thieres  nahe  diesem  Wirbel  gelegen  haben 
muss;  ferner  durch  den  schlank  zugespitzten,  stark  abstehenden  Schnabel 
mit  sehr  stumpfen  Schnabelkanten,  durch  das  hohe  ziemlich  schmale  Del- 
tidium  und  ein  stet«  sehr  kleines,  kreisrundes,  dicht  unter  der  Spitze 
stehendes,  ringsum  von  einem  schwach  erhöhten  Saume  umgebenes  Foramen; 
der  Sinus  ist  in  der  Regel  sehr  flach,  doch  wird  derselbe  auch  wohl  tiefer 
(Orb.,  Cret.  IV,  t.  497,  f.  5);  die  grosse  Klappe  ist  stets  weit  flacher,  als 
die  kleine.  Die  Kippen  stehen  an  den  Wirbeln  sehr  dicht,  vermehren  sich 
in  ihrom  Verlaufe  gar  nicht  oder  doch  nur  ganz  ausnahmsweise,  und 
werden  daher  gegen  die  Ränder  hin  sehr  grob,  hoch  und  scharf  dachförmig. 
Die  Schale  ist  bei  ausgewachsenen  Exemplaren  namentlich  am  Rande  sehr 
dick,  so  dass  die  Rippen  innen  nur  sehr  undeutlich  bemerkbar  bleiben.  Die 
Gesammtheit  dieser  Merkmale,  welche  besonders  in  der  Abbildung  des 
Lamarck'schen  Originals,  die  Davidson  in  Ann.  Mag.  2,  V,  p.  447,  t.  15, 
f.  54  veröffentlicht  hat,  in  sehr  charakteristischer  Weise  wiedergegeben  sind, 
scheint  mir  eine  speeifische  Trennung  von  Rh.  dimidiata  zu  begründen. 
Hierzu  kommt  noch,  dass  die  typische  Rh.  compressa  im  westlichen  Frank- 
reich constant  ein  höheres  Niveau,  als  unsere  Art,  über  dem  Hauptlager 
des  Amin.  Rotomagensis  einnimmt.  Orbigny's  Citate  der  Rh.  compressa 
dürften  sich  übrigens  zum  Theil  auf  unsere  Rh.  dimidiata  beziehen,  wenn- 
gleich die  in  der  Paleontologie  franeaise  abgebildeten  Exemplare  der  La- 
marck'schen Art  angehören. 

Rhynchonella  plicatüis  unterscheidet  sich  von  dimidiata  durch  steta  we- 
niger hohe  und  scharfe  und  meist  zahlreichere  Rippen,  sowie  stärker  über- 
gebogenen Schnabel.  —  Constant  geringe  Anzahl  der  Rippen  und  geringere 
Breite  lassen  nach  Davidson's  Ansicht  auch  Rh.  sulcata  Park.  sp.  von  der 
vorliegenden  verschieden  erscheinen;  da  ich  keine  authentische  Exemplare 
dieser  Art  vergleichen  kann,  so  wage  ich  darüber  kein  Urtheil. 

Orbigny  hält  im  Gegensatz  zu  Davidson,  dem  ich  mich  in  dieser 
Beziehung  anschliesse,  die  Sowerby'sche  T.  latissima  für  ident  mit  einer 
Art  des  französischen  Neocoms,  vereinigt  aber  Archiac's  T.  latissima  mit 
»einer  eigenen  2£A.  Lamarckiana  und  führt  ausserdem  als  Synonyme  derselben 
Tvrcbr.  rostrata,  Ücaldiscnsis ,  dubia  und  Du/rcnoyi  Arch.  an,  welche  auch 


Digitized  by  Google 


491 


(91) 


ich  als  Varietäten  von  Archiac's  und  Sowerby's  latissima  betrachte. 
Dagegen  halte  ich  diese  letztere  Art,  wie  oben  ausgeführt,  für  specifisch 
nicht  trennbar  von  Terebr.  dimidiata  Sow.  und  Rh.  compressa  Dav.  (im 
Monogr.  Cret.  Brach.),  aber  für  verschieden  von  dem  Typus  der  Rhynchonella 
Lamarckana.  Ich  besitze  eine  Reihe  ausgezeichnet  erhaltener  Exemplare 
der  letzteren  Art  aus  der  Unterregion  der  cenomanen  Orünsande  von  Mans 
(Sarthe),  der  zuerst  von  Orbigny  citirten  Localitüt,  welche  ich  theils  dort 
selbst  gesammelt  habe,  theils  der  gefalligen  Mittheilung  der  Herren  Sae- 
mann  und  Triger  verdanke.  Unter  diesen  befindet  sich  eine  Anzahl  von 
Stücken,  welche  vollständig  mit  den  Abbildungen  der  Paläontologie  frane. 
(t.  496,  f.  5 — 13)  übereinstimmen,  sich  aber  durch  ihre  dreieckigere  Form, 
viel  geringero  Breite  und  sehr  spitzen  Schnabel,  sowie  stärkere  Wölbung 
der  kleineren  Klappe  am  "Wirbel  sehr  leicht  und  constant  von  anderen 
ebenfalls  in  Frankreich  in  gleichen  Schichten  nicht  selten  vorkommenden 
Formen  unterscheiden,  die  —  wie  Davidson  sehr  richtig  bemerkt  hat  — 
vollständig  mit  den  englischen  und  belgischen,  Bowie  auch  mit  den  Essener 
Typen  der  Rhynch.  dimidiata  (incl.  latissima  Sow.)  übereinstimmen.  Mit 
letzteren  identische  Formen  (z.  B.  aus  cenomanen  Schichten  von  Neuvy- 
sur-Loire)  werden  in  französischen  Sammlungen  auch  wohl  als  Rhynch. 
dejyressa  Sow.  sp.  bezeichnet,  und  in  der  Tbat  kommen  dieselben  der 
Sowerby'schen  Abbildung  oft  ausserordentlich  nahe.  Man  vergleiche  übri- 
gens hierüber  sowie  über  das  Verhältnis»  zu  Rhynchonella  lata  Orb.  die 
Bemerkungen  Davidson's  (Cret.  Brach,  p.  84  u.  85). 

Vorkommen.  Ziemlich  häufig  in  dem  unteren  Grünsande  (Tourtia) 
von  Essen,  wo  jedoch  fast  nur  die  feiner  gerippton  Formen  vorkommen. 
Ausserdem  im  nordwestlichen  Deutschland  noch  nicht  mit  Sicherheit  be- 
kannt; denn  was  Strombeck  im  „neuen  Jahrbuche'4  1857,  p.  785  und  786 
als  Rhynchonella  latissima  Sow.P  aus  „Varians-  und  Rotomagensis-Schichten" 
bezeichnet,  dürfte  wahrscheinlich  zu  Rhynchonella  Grasana  gehören;  wenig- 
stens befindet  sich  unter  den  sehr  zahlreichen  Brachiopoden ,  welche  ich 
aus  diesen  Niveaux  in  meiner  Sammlung  besitze,  kein  einzige»  Exemplar, 
das  sich  auf  Rh.  dimidiata  (=  latissima)  beziehen  Hesse,  während  die  von 
Strombeck  nicht  angeführte  Rhynch.  Grasana  Orb.  sich  ungemein  häufig 
darin  findet.  —  Häufig  ist  Rhynch.  dimidiata  in  den  der  Tourtia  entsprechen- 
den Schichten  Sachsens  an  mehren  Localitäten,  besonders  bei  Plauen  unw. 
Dresden;  dort  sind  alle  verschiedenen  Varietäten  vorhanden,  wenn  auch 
die  grob  gerippten  Formen  sehr  überwiegen.  Aus  Böhmen  habe  ich  eine 
Anzahl  Exemplare  untersucht,  welche  mir  durch  Herrn  Dr.  A.  Fritsch 
aus  dem  Museum  zu  Prag  gütigst  mitgetheilt  wurden.    Danach  findet  sich 


Digitized  by  Google 


(92) 


in  den  der  Tourtia  entsprechenden  Schichten  bei  Korycan  vorzüglich  die 
grob  und  scharf  gerippte  Form,  die  bei  Plauen  so  häufig  ist,  in  grossen, 
ausgezeichneten  Exemplaren,  bei  Zbyslav,  Kamajk  und  Nov.  Dvoru 
die  dem  Typus  der  Terebr.  latissitna  Sow.  entsprechende,  bei  Kl.  Herren dorf 
(Kn6zivka)  beide  Formen  mit  ihren  Uebergängen,  auch  Exemplare  aus  dem 
„unteren  Plüner"  der  Schillinge  bei  Bilin  habe  ich  gesehen,  woher  Reusa 
diese  Art  als  Terebr.  gallina  abgebildet  zu  haben  scheint  (Verst.  bohm.  Kr., 
t.  25,  f.  1,  2).  —  In  der  Tourtia  Belgiens,  in  unteren  cenomanen  Schichten 
Frankreichs  ist  RhynchoneUa  ditnidiata  ebenfalls  ziemlich  häufig,  z.  B.  bei 
Mans(Sarthe)  und  Neuvy-sur-Loire,  H&vre,  etc.  etc.  Ebenso  im  üppa 
Green  Sand  Englands;  von  dort  wird  sie  auch  aus  dem  Sponge  Grave!  von 
Farringdon  als  ziemlich  häufig  angeführt,  welcher  von  Davidson  zum 
Upper  Green  Sand,  von  anderen  englischen  Geologen  aber  zum  Lower  Green 
Sand  (Aptien  —  unterer  Gault)  gerechnet  wird. 


Ich  kann  nicht  unterlassen,  hier  noch  einige  Exemplare  (5)  einer 
RhynchoneUa  zu  erwähnen,  welche  mir  aus  dem  cenomanen  Grünsande  de» 
Langenbergs  bei  Quedlinburg  a.  H.  (aus  Ew.  Samml.  und  Berl.  M.)  vor- 
liegen, und  die  sich  in  mancher  Beziehung  nahe  an  RhynchoneUa  ditnidiata, 
sowie  ich  dieselbe  eben  festgestellt  habe,  anzuschliessen  scheinen.  Es  sind 
ausschliesslich  Steinkerne  ohne  eine  Spur  der  Schale,  die  in  ihren  Umrissen 
und  Formen  mit  Exemplaren,  wie  sie  z.  B.  Dav.  Cret.  Br.  t.  11,  f.  7  dar- 
stellt, übereinstimmen;  dabei  lassen  dieselben  jedoch  deutlich  erkennen,  dass 
die  Berippung  eine  ähnliche  gewesen  ist,  wie  bei  Dav.  t.  11,  f.  20,  d.  h.  also, 
dass  die  von  den  Wirbeln  ausstrahlenden  feinen  Rippen  nach  dem  Rande 
zu  antidichotomiren  oder  Bich  zu  einer  geringeren  Anzahl  gröberer  Falten 
vereinigen.  Dazu  kommt  noch  —  und  das  ist  eine  sehr  auffallende  Er- 
scheinung — ,  dass  diese  Exemplare  zum  Theil  gar  kein  Dorsalseptuni  be- 
sitzen, während  bei  einigen  eine  schwache  Andeutung  eines  solchen  gegen 
die  Mitte  hin  bemerkbar  wird;  von  der  Schlossplatte  im  Wirbel  selbst  geht 
es  bei  keinem  Exemplare  aus. 

Da  ich  einerseits  nicht  wage,  diese  Vorkommnisse  mit  Rh.  dimidiata 
bestimmt  zu  vereinigen,  und  da  andererseits  die  vorhandenen  Kennzeichen 
noch  nicht  genügen  dürften,  um  sie  als  eine  selbständige  Art  zu  charakteri- 
siren,  so  bezeichne  ich  dieselben  einstweilen,  bis  mehr  und  besseres  Material 
zur  Entscheidung  dieser  Frage  herbeigeschafft  ist,    als  MynchoneUa  cf. 


Digitized  by  Google 


493 


(93) 


Rhynchonella  cf.  lineolata. 

T.  23  (III),  f.  4. 

1835.?  Terebratula  lineolata  Phil!.,  Yorks«.  I,  p.  17H,  t.  2,  f.  27. 
1843.         —         .  .  .  .?  der Pmcheana  Roem.  nahe  atehend,  Gein.,  Charokt 
IV,  p.  17. 

18Tiü.  —        Jugleri  Oein.,  Quaders,  p.  208  t.  Th.  (Fundort:  Plauen). 

1855.   Bhynchonella  lineolata  Dar.,  Cret. Brach.,  p.  98, 1. 12,  f.  7—10  (tt.  12,  f. 6). 

Bemerkungen  und  Vorkommen.  Mit  der  Bezeichnung  RJiyncho- 
netta  cf.  lineolata  belege  ich  einstweilen  eine  lihynchondla  aus  dem  unteren 
Pläner  (Tourtia)  von  Plauen,  welche  1843  von  Geinitz  a.  o.  a.  O.  ge- 
nauer beschrieben  worden  ist.  Ich  habe  dieser  Beschreibung  hinzuzufügen, 
dass  das  Exemplar,  welches  mir  durch  die  Gefälligkeit  des  Herrn  Professor 
Geinitz  augenblicklich  vorliegt  und  von  dem  ich  eine  Abbildung  mittheile, 
entschieden  zu  jener  Abtheilung  der  alten  Gattung  Terebratula  gehört,  die 
jetzt  als  RhynchoneUa  abgetrennt  wird,  wie  übrigens  auch  Geinitz  bereits 
1850  richtig  erkannte.  Die  feinen  und  dichten  Rippchen  setzen  auf  den 
an  den  Rändern  sich  ausbildenden  gröberen  Falten,  deren  jede  etwa  3 — 6 
derselben  trägt,  noch  etwas  fort;  an  der  Stirn,  wo  die  groben  Falten  noch 
nicht  so  deutlich  entwickelt  sind,  gehen  die  Rippchen  bis  zum  Rande.  Der 
Schnabel,  dessen  Spitze  abgebrochen  ist,  war  offenbar,  wie  sich  aus  dem 
übrig  gebliebenen  Fragmente  ergiebt,  kurz,  stumpf  und  stark  übergebogen. 
Dies  stimmt  genau  mit  der  Beschreibung  überein,  die  Davidson  von  den 
von  ihm  in  der  Tourtia  bei  Tournay  gesammelten  Exemplaren  macht, 
welche  er  als  Rh.  lineolata  anspricht;  und  in  der  That  ist  das  Plauen'sche 
Exemplar  (abgesehen  von  seiner  nur  wenig  grösseren  Breite,  welche  David- 
son übrigens  auch  den  belgischen  Exemplaren  zuschreibt)  den  Abbildungen, 
welche  Davidson  a,  a.  O.  t.  12,  f.  8  und  9  von  Exemplaren  aus  dem 
Upper  Green  Sand  von  Cambridge  —  also  aus  analogen  Schichten  — 
giebt,  täuschend  ähnlich.  Darüber,  dass  diese  Formen  aus  cenomanen 
Schichten  Belgiens  und  Englands  mit  unserer  Art  von  Plauen  ident  sind, 
kann  daher,  wie  mir  scheint,  wohl  kaum  ein  Zweifel  bleiben;  eine  andere 
Frage  aber,  die  von  Davidson  ebenfalls  bejaht  wird,  ist  die,  ob  diese 
Art  mit  der  echten  Rh.  lineolata  aus  dem  Speeton  clay  von  Knapton 
(Yorksh.)  identificirt  werden  darf.  Davidson  konnte  von  letzterer  nur  ein 
Exemplar  —  das  Philipps'sche  Original,  welches  er  von  Neuem  abgebildet 
hat  —  untersuchen,  erkannte  aber  trotzdem,  dass  die  Rippchen  desselben 
noch  weit  feiner  seien,  als  bei  den  Exemplaren  aus  der  Tourtia  und  dem 
Upper  Green  Sand,  ein  Unterschied,  der  bei  seinen  Abbildungen  nicht  recht 
hervorgehoben  ist.    Ich  selbst  habe  Gelegenheit  gehabt,  eine  Anzahl  un- 


Digitized  by  Google 


(94) 


494 


zweifelhafter  Exemplare  von  Rhynchonella  lineolata  aus  den  Schichten  mit 
Amtnonites  Martini,  Nisus  etc.  („Gargas-Mergel4'  Stromb.)  von  Cremmlingen 
unw.  Braunschweig,  aus  dem  Forstorte  Mast  bruch  bei  Braunschweig, 
von  Bannsleben  bei  Schöppenstedt  (Brschw.),  etc.  etc.  in  der  Samm- 
lung des  Herrn  Cammerraths  von  Strombeck  zu  Braunschweig,  sowie 
eine  Anzahl  anderer  Exemplare,  welche  ich  in  den  obersten  Schichten  des 
sogenannten  Hils- Eisensteins  bei  Steinlah  unw.  Salzgitter  (Hannover) 
in  Begleitung  von  Terebratula  Strombecki  sp.  nov.  •)  gesammelt  habo,  genauer 
zu  untersuchen.  Alle  diese  bestätigen  entschieden  jene  Angabe  Davidson'», 
indem  Rippchen  oder  Streifen,  welche  ausser  den  randlichen  Falten  die 
Schalenoberfläche  bedecken,  bei  der  typischen  Form  kaum  ohne  Lupe  zu 
erkennen  und  daher  ungleich  feiner  sind,  als  bei  der  in  der  Tourtia  ge- 
fundenen. —  Indessen  wage  ich  doch  selbst  unter  Berücksichtigung  der 
Dav  idson'schen  Beobachtungen  für  jetzt  noch  nicht  die  Cenoman-Form 
als  eine  selbständige  Art  neu  zu  benennen,  da  ich  selbst,  wie  gesagt,  nur 
ein  einziges  unvollkommenes  Exemplar  aus  diesen  Schichten  habe  unter- 
suchen können. 

Dass  unsere  Form  sich  übereinstimmend  im  unteren  Pläner  von  Plauen 
bei  Dresden,  in  der  Tourtia  von  Tournay  und  im  Upper  Green  Sand 
von  Cambridge  findet,  ist  jedenfalls  sehr  bemerkenswert!!. 

Von  der  antidichotomen  Varietät  der  Rhynch.  plicatilis  (=  Rh.  Jugl&i 
Qein.  von  N o  1 1  e)  ist  unsere  Rhynchonella  von  Plauen  durch  den  viel  kürzeren 
und  stumpferen  Schnabel,  sowie  durch  die  viel  stumpferen  und  breiteren 
Falten  und  den  flacheren  Sinus  leicht  zu  unterscheiden;  der  weit  stärker 
vorragende  und  spitzere  Schnabel  der  Rh.  antidichotoma  Buv.  sp.  Iäast  auch 
diese  leicht  als  verschieden  erkennen. 

Rhynchonella  Mantellana  Sow.  sp.  1825. 

T.  23  (III),  f.  11. 

1825.  TereWatula  Mantclliana  Sow.,  M.  C.  VI,  p.  72,  t.  537,  f.  5. 
1833.  —  —         Buch.,  Ueb.  Ter.  p.  73  t.  Th. 

1811.  —        paudeosta  A.  Roetn.,  Kreid.  p.  38,  t.  7,  f.  ti. 

1847.  Hhynchonella  Mantelliana  Orb.  Cret.  IV,  t.  4<«8,  f.  12—  IS. 

1848.  Terebratula  paudeosta  Axch.,  in  Mem.  geol.  Fr.  2,  II,  p.  332. 
1850.  —  —        Gein.,  Quadersandst.,  p.  210. 


')  Mit  dem  Namen  Terebratula  Strombecki  bezeichne  ich  jene  Art,  welche  Orbigny 
flllschlich  mit  Tereltr.  hippopus  Roem.  identificirt  und  in  der  Pal.  franc  ,  Cret.  IV,  t.  50*S 
f.  15-18  (nicht  f.  12-14)  abgebildet  hat;  »gl.  hierüber  meine  Notiz  im  .neuen  Jahr- 
buohe",  186«*,  p.  575. 


Digitized  by  Google 


19:') 


(95) 


1850.  Mynchondla  paucicosta  Orb.,  Prodr.  II,  p.  172,  6t.  20,  na  634. 
1850.  —       Manteüiana  Orb.,   —   —  p.  198,  St.  21,  no.  172. 

1854.  Terebr.  paucicosta  F.  Boem.,  in  Zeitschr.  g.  Ges.  VI,  p.  ISO. 

1855.  Rhynchonclla  Mantelliana  Dar.,  Cret.  Br.  p.  87,  t.  12,  f.  20—23. 
1857.  —        Maniellana  nnd  paucicosta  Stromb.,  in  N.  Jahrb.  p.  76'). 
1869.  —        paucicosta  Stromb.,  in  Zeitachr.  g.  Ge«.  XI,  p.  38. 
1863.  -        Manteüiana  Stromb.,  in  Zeitachr.  g.  Ges.  XV,  p.  110. 

Bemerkungen.  Dass  man  bisher  in  Norddeutschland  die  Roemer'sche 
Rh.  paucicosta  aus  dem  Grünsande  von  Es  Ben  von  der  in  neuerer  Zeit  seit 
Strombeck's  Arbeiten  richtig  erkannten  und  oft  eine  etwas  bedeutendere 
Grösse  erreichenden  Rh.  Maniellana  des  unteren  Pläners  immer  getrennt 
gehalten  hat,  ist  wohl  nur  durch  den  ziemlich  verschiedenen  Erhaltungs- 
zustand beider  Vorkommnisse  veranlasst;  denn  wenn  man  gut  erhaltene 
Exemplare  aus  den  genannten  verschiedenen  Schichten  mit  einander  ver- 
gleicht, so  läs8t  sich  in  der  That  kein  constanter  Unterschied  auffinden.  In 
ihren  Umrissen  übereinstimmend  haben  beide  die  schon  an  den  Wirbeln 
deutlich  erkennbaren  dachförmigen  Rippen,  welche  sich  hie  und  da  durch 
Dichotomie  vermehren,  aber  die  Zahl  18  kaum  überschreiten  und  gewöhnlich 
nicht  einmal  erreichen;  auch  der  wenig  ausgesprochene  Sinus  und  der  nur 
schwach  gekrümmte  spitze  Schnabel  ist  beiden  gemeinsam.  Letzterer  besitzt 
ein  feines  von  einem  röhrenförmig  vorstehenden  Deltidium  umgebenes  Fo- 
ramen —  ein  Charakter,  den  Davideon  bei  Rhynch.  Maniellana  nicht  er- 
wähnt, der  aber  wohl  nur  in  Folge  des  Erhaltungszustandes  bei  den  eng- 
lischen Typen,  die  im  Uebrigen  vollständig  mit  den  unsrigen  übereinstimmen, 
unbeachtet  geblieben  ist 

Zur  Synonvmik  habe  ich  zu  bemerken,  dass  der  Namen  T.  Mantelliana 
bei  uns,  vielfach  unrichtig  gebraucht  zu  sein  scheint.  Leopold  v.  Buch 
unterscheidet  zweierlei  Formen,  von  denen  jedenfalls  nur  die  erste,  die 
typische,  zu  unserer  Art  zu  rechnen  ist.  A.  Roemer  unterscheidet  Terebr. 
paucisosta  und  Mantelliana)  dass  ein  grosser  Theil  der  zur  letzteren  Art 
gerechneten  Exemplare  (wenn  nicht  alle)  nicht  dem  Sowerby'schen  Typus, 
sondern  wahrscheinlich  einer  grobrippigen  Varietät  der  Rhynch.  Cuvieri  ent- 
sprechen, geht  aus  den  dazu  citirten  Fundorten  hervor.  In  dieser  Auffassung 
sind  dem  Vorgange  Roemer's  mehrere  andere  deutsche  Autoren  gefolgt. 
Dieselben  im  oberen  Pläner  vorkommenden  Formen  bespricht  Strombeck 
(Zeitschr.  geol.  Ges.  XI,  p.  110)  und  kommt  dabei  zu  dem  richtigen  Resultate, 
dass  man  sie  doch  wohl  für  mehr  oder  weniger  zufallige  Abänderungen 
der  Hauptformen  (von  Rh.  Cuvieri  und  Martini)  halten  müsse  und  das»  Rh. 
Maniellana  im  Cenoman  im  Allgemeinen  sehr  bestimmt  ihren  Charakter 
beibehalte.  Das  entscheidende  Merkmal  der  echten  Manteüana  gegenüber 
(7)  32 


Digitized  by  Google 


(96) 


49G 


diesen  ähnlichen  Formen  bleibt  immer  die  Deutlichkeit  und  Scharfe  der 
Rippen  an  den  Wirbeln.  —  Noch  abweichender  von  der  echten  Rh.  Mantel- 
lana  ist  die  Art,  die  Ford.  Roemer  (Zcitschr.  VI,  p.  210)  als  „Tcrebr.  rf. 
T.  Mantelliatta"  aus  dem  Galeriten-Pläner  von  Graes  bei  Ahaus  bezeichnet; 
es  ist  dies  eine  eigenthümliche  noch  unbenannte  Art,  die  sich  durch  die 
starke  Wölbung  der  Rücken«  und  Flachheit  der  Bauchklappe,  durch  eine 
breite  gerade  Stirn,  durch  glatte  Wirbel  und  geringe  Anzahl  der  Rippen 
in  sehr  charakteristischer  Weise  vor  allen  anderen  bekannten  Rhynchoncllen 
auszeichnet.  Ich  schlage  für  dieselbe  den  Namen  Rhynch.  ventriplanata  vor 
und  werde  sie  bei  einer  anderen  Gelegenheit  genauer  beschreiben  und 
abbilden. 

Vorkommen.  RhynchoneUa  Manteilana  hegt  mir  in  zahlreichen  wohl- 
crhaltenen  Exemplaren  aus  der  Tourtia  der  Umgegend  von  Essen  und  des 
Harzes,  namentlich  von  Quedlinburg  vor;  dagegen  ist  sie  selten  in  der- 
jenigen von  Plauen  bei  Dresden,  von  wo  ich  nur  zwei  deutliche  Exem- 
plare im  Dresdener  Museum  sah.  Ausserdem  ist  sie  häufig  in  fast  allen 
Schichten  des  unteren  Plüncrs  mit  Amm.  Mantelli  und  mit  Amm.  Rotoma-  • 
gensis  im  ganzen  Kreidegobieto  des  nordwestlichen  Deutschlands.  Auch 
ausser  Deutschland  werden  zahlreiche  Fundorto  angegeben.  Orbigny  und 
Davidson  citiren  die  Art  auch  aus  jüngeren  Schichten,  indem  ersterer  sie 
im  „etage  turonien",  letzterer  ausser  dem  Upper  Green  Sand  und  Chloritic 
Marl  auch  im  LotverChalk  und  Chalk  Marl  anführt;  in  Deutschland  konnte 
sie  so  hoch  hinauf  in  der  Schichtenfolge  nicht  nachgewiesen  werden,  sondern 
scheint  bei  uns  auf  die  Cenoman-  Schichten  beschränkt  zu  sein.  Immerhin 
ist  sowohl  ihre  verticale,  als  besonders  die  horizontale  Verbreitung  eine 
ziemlich  bedeutende. 

Rhynchonella  Grasana  Orb.  1847. 

T.  28  (III),  f.  8,  9. 

1841.    Terebratula  variana  vor.  A.  Roem.,  Kreide,  p.  37  (*.  Th.%  t.  7,  f.  3. 
1847.   Rhynchonella  Grasiana  Orb.,  Cret.  IV,  t.  497,  f.  7—10. 
185a    Terebratula  pisum  Oein.,  Quadersandst.,  p.  210  z. Tb.  (Fundort:  Planen). 
1854.  P        —        nueiformu  F.  Roem.,  in  Zeitsohr.  g.  Ges.  VI,  p.  136. 
1866.   Rhynchonella  Grasiana  Dav.,  Cret.  Br.,  p.  96,  t.  12,  f.  17—19. 
1863.  —  —       8tromb,  in  Zeitschr.  g.  Oes.  XV,  p.  110. 

Beschreibung.  Indem  ich  mich  auf  Orbigny's  und  Davidson'* 
ausführliche  und  genaue  Beschreibungen  dieser  Art  beziehe,  füge  ich  nur 
noch  einige  Worte  über  den  inneren  Bau  derselben  hinzu,  von  welchem 
jene  beiden  Autoren  Nichts  erwähnen.    Derselbe  ist  namentlich  deutlich  zu 


Digitized  by  Google 


497 


(97) 


orkenncn  an  den  Steinkernen  ans  der  Tourtia  von  Quedlinburg.  Das 
Dorsal-Scptum  reicht  etwa  bis  zur  Mitte  der  Länge  der  kleinen  Schale;  zu 
beiden  Seiten  liegen  neben  dem  vorderen  Ende  desselben  die  ziemlich 
grossen  undeutlich  zweitheiligen  Adductor-Male;  an  diese  schliessen  sich 
seitlich  und  nach  dem  Schnabel  zu  die  Ovarien  an,  so  dass  der  ganze 
ümriss  aller  dieser  Eindrücke  die  Form  eines  in  die  Quere  gestellten  Ovals 
bekommt;  die  Gefaraeindrücke  bestehen  jederseits  aus  einem  zwischen  den 
beiden  Hälften  der  beiden  Adductor-Male  entspringenden  Hauptstamme,  der 
sich  dann  anscheinend  nicht  stark  verzweigt;  ein  deutlicher  Zweig  zieht  sich 
in  einem  stark  geschwungenen  Bogen  nach  dem  Schlossrande  hinauf.  In 
der  grossen  Ventralklappe  sind  im  Schnabel  die  Zahnplatten  oder  Lateralsepta 
in  gewöhnlicher  Weise  entwickelt;  zunächst  vor  der  Schnabelspitze  liegt  die 
Hnftstelle  des  Stielmuskels;  hierauf  folgt  das  zweitheilige  Adductor-Mal, 
welches  seitlich  und  vorn  von  den  beiden  Retractor-  oder  Cardinal  -  Malen 
umgeben  wird,  an  die  sich  seitlich  bis  zum  Rande  die  Ovarien  anschliessen. 
Die  Verzweigungen  der  Venen  sind  nicht  deutlich.  Alle  diese  Eindrücke 
nehmen  einen  quer- ovalen  Raum  ein,  der  etwa  bis  zu  einem  Drittel  der 
Klappenlänge  reicht. 

Bemerkungen.  Die  zahlreichen  mir  vorliegenden  Exemplare  stimmen 
vortrefflich  sowohl  mit  den  Typen  dieser  Art,  die  ich  aus  der  französischen 
Craie  chlorxtee  —  namentlich  aus  der  Gegend  von  H&vro  —  mitgebracht 
habe,  als  mit  den  Abbildungen  der  Pal.  franc.,  sowie  mit  denen  überein, 
die  Davidson  nach  englischen  Exemplaren  veröffentlicht  hat.  Dieselben 
variiron,  wie  auch  aus  jenen  Abbildungen  hervorgeht,  ziemlich  bedeutend 
in  Bezug  auf  das  Verhältniss  zwischen  Länge,  Breite  und  Höhe,  sowie  in 
Bezug  auf  die  Tiefe  des  Sinus,  der  bei  manchen  Exemplaren  flach  und  breit 
wird,  während  bei  anderen  die  Stirn  sehr  hoch  nach  der  Rückenseite  hin- 
aufgebogen ,  dabei  aber  im  Verhältniss  ziemlich  schmal  ist.  Auch  die  Grosse 
der  ausgewachsenen  Exemplare  schwankt  innerhalb  ziemlich  weiter  Grenzen ; 
denn  während  die  in  dem  Grünsande  und  im  unteron  Pläner  in  der  Nähe 
des  Harzes  vorkommenden  bis  zu  20  Mm.  breit  werden,  übersteigen  die- 
jenigen der  westphälischen  Tourtia  selten  die  Breite  von  12  Mm.  und  es 
liegen  mir  sogar  ausgewachsene  Exemplare  (mit  verdickten  Rändern)  vor, 
die  nicht  mehr  als  8'/«  Mm.  breit  sind.  Dagegen  sind  die  grosse  Anzahl 
und  Feinheit  der  flachen  gerundeten,  von  schmalen,  aber  scharf  eingeschnit- 
tenen Furchen  getrennten  Rippen,  welche  sehr  gleichmässig  vertheilt  und 
hie  und  da  durch  undeutliche  Gabelung  vermehrt  von  den  Wirbeln  bis  zu 
den  Rändern  zu  verfolgen  sind,  sowie  der  ziemlich  kurze  und  spitze  Schnabel 
mit  seinem  von  einer  trichterartigen  Ausbreitung  des  Deltidiums  umgebenen 
(7*)  32* 


Digitized  by  Google 


(98) 


498 


Foramen  ausgezeichnete  und  constantc  Merkmale,  welche  die  Art  immer 
leicht  wieder  erkennen  lassen. 

Die  Unterschiede  zwischen  Rh.  Grasana  und  einigen  nahe  verwandten 
Arten,  wie  Rh.  Martini  und  Cuvieri,  welche  beide  auch  bei  uns  vorkommen, 
hat  Davidson  genauer  angegeben.  Dagegen  sagt  er  Nichts  über  dasVer- 
hältniss  der  vorliegenden  Art  zu  Rh.  nuäformis  Sow.  sp.,  die  doch  nach 
Heinen  Abbildungen  und  Beschreibungen  auch  oft  sehr  ähnlich  wird.  Da 
ich  keine  authentischen  Exemplare  der  Rh.  nuciformis  besitze,  so  vermag 
ich  nicht  darüber  zu  urtheilen,  ob  sich  dieselbe  wirklich  scharf  specifisch 
von  Rh.  Grasana,  die  als  mit  ihr  zusammen  vorkommend  z.  B.  in  den 
chioritischen  Schichten  des  Upper  Green  Sand  von  Chardstock  angegeben 
wird,  sich  unterscheiden  lässt.  Nur  so  viel  kann  ich  sagen,  dass  gewisse 
in  unseren  Schichten  vorkommende  Varietäten,  die  ich  jedoch  nicht  von  der 
typischen  Rh.  Grasana  durch  constante  Merkmale  zu  trennen  weiss,  Da- 
vidson^ Abbildungen  der  Rh.  nuciformis  sehr  ähnlich  werden,  ja  das*  zu- 
weilen ,  dem  Sinus  der  grossen  Klappe  entsprechend,  ein  vorstehender  Wulst 
auf  der  kleinen  Klappe  sich  deutlich  abgrenzt,  ein  Merkmal,  welches  Da- 
vidson nur  bei  Rh.  nuciformis  und  nicht  bei  Grasana  angiebt;  ferner  sagf 
er,  dass  bei  Rh.  nuciformis  die  Anzahl  der  Rippen  30 — 40  betrage,  während 
sie  bei  Rh.  Grasana  46  —  56  ist;  dagegen  liegen  mir  franzosische  sowohl, 
wie  deutsche  Exemplare  der  Rh.  Grasana  vor,  die  in  allen  ihren  übrigen 
Charakteren  mit  Davidson's  Beschreibungen  und  Abbildungen  dieser  letzteren 
Art  aufs  Genaueste  übereinstimmen,  während  sie  zwischen  36  und  40  Rippen 
besitzen. 

Geinitz  hat  die  bei  Dresden  im  Plauen'schen  Grunde  vorkommen- 
den Exemplare  dieser  Art,  welche  sich  meist  durch  ziemlich  starke  Wölbung 
bei  verhältnissmässig  geringer  Breite  auszeichnen,  a.  o.  a.  O.  als  T.  pistm 
bezeichnet,  und  in  der  That  kommt  auch  die  Sowerby'sche  Abbildung 
dieser  Art  der  Form  von  Plauen  ausserordentlich  nahe;  indessen  wurde  ja 
seitdem  von  Davidson  nachgewiesen,  dass  T.  pisum  synonym  der  mit  Rh. 
Grasana  allerdings  nahe  verwandten  Rh.  Martini  Mant.  sp.  sei  und  der 
Name  Rh.  Grasana  wird  daher  um  so  mehr  beizubehalten  sein,  da  bereits 
lange  Zeit  vorher  eine  andere  Art  von  Lamarck  als  Ter.  pisum  bezeichnet 
war.  Sollte  Bich  jedoch,  wie  ich  oben  die  Möglichkeit  angedeutet,  die 
Identität  von  Rh.  nuciformis  nnd  Grasana  herausstellen,  so  würde  der  entere 
Name  die  Priorität  haben;  dies  ausfindig  zu  machen,  muss  den  englischen 
Paläontologen  überlassen  bleiben. 

Vorkommen.  Nicht  häufig  in  der  Tourtia  von  Essen,  häufiger  im 
Grünsande  von  Spelldorf  bei  Mühlheim  a.  d.  Ruhr;  ziemlich  selten  in 


Digitized  by  Google 


499 


(99) 


der  Tourtia  (unt.  Pläner  Gein.)  bei  Dresden,  namentlich  bei  Plauen, 
von  wo  das  Dresdener  Museum  eine  Anzahl  Exemplare  (etwa  8—10)  besitzt, 
dagegen  gehören  die  in  unserem  Pläner  des  nordwestlichen  Deutschlands 
(mit  Atnm.  Mantelli  und  Asnm.  Rotomagensis)  häufig  vorkommenden  Exem- 
plare überwiegend  den  breiteren  Formen  an.  Ueber  den  unteren  (cenomanen) 
Pläner  hinaus  ist  Rh.  Grasana  noch  nicht  nachgewiesen,  sowie  sie  auch 
noch  nicht  in  tieferen  Schichten  vorzukommen  scheint  Uebereinstimmend 
hiermit  ist  das  Vorkommen  in  Frankreich  und  England. 

Khvnchonella  Martini  Mant.  sp.  1822. 

T.  23  (III),  f.  10. 

1822.  Terebratula  Martini  Mant.  8ass.,  p.  131. 

1826.         —        pitum  8ow.,  M.  C.  VI,  p.  70,  t.  636,  f.  C,  7. 

1841.         —        bremrottris  A.  Roem.,  Kraii,  p.  41,  t.  7,  f.  7. 

1860.         —  —        0«in^  Quaders.,  p.  210. 

1860.  Bhynehondla  pisum  Orb.,  Prodr.  H,  p.  171,  ht.  20,  no.  581. 

1866.  -        Martini  Dav.,  Cret.  Br.,  p.  94,  t.  12,  f.  15,  16. 

Bemerkungen.  Zu  Davidson's  Beschreibung  und  Bemerkungen 
habe  ich  nur  wenige  Worte  hinzuzufügen.  Nicht  selten  werden  unsere 
norddeutschen  Exemplare,  die  übrigens  schon  von  Boom  er  sehr  charakte- 
ristisch beschrieben  und  abgebildet  sind,  etwas  grosser,  als  Davidson  die 
englischen  zeichnet,  währond  die  mir  vorliegenden  Exemplare  aus  Frank- 
reich, wo  diese  interessante  Form  wenig  bekannt  zu  sein  scheint,  meistens 
noch  kleiner  bleiben.  —  Die  schmale,  dreieckig  eiförmige  Gestalt,  die  breite, 
gerade,  abgestutzte  Stirn  und  die  Depression  beider  Klappen  nach  der  Stirn 
zu,  der  kleine  stark  gebogene  Schnabel  mit  seinem  von  einem  lappig  aus- 
gebreiteten Deltidium  umgebenen  kleinen  Foramen,  die  ausgezeichnete, 
namentlich  bei  grosseren  Exemplaren  häufig  eintretende  Dichotomie  der 
nicht  nur  durch  Intercalation  vermehrten  Bippen  sind  Merkmale,  welche 
Eh.  Martini  meist  leicht  erkennen  und  von  nahestehendon  Arten,  wie  Rh. 
Grasana  und  pisum  unterscheiden  lassen.  Ich  glaube  daher,  Rh.  Mariini 
als  selbständige  Art  beibehalten  zu  müssen. 

Vorkommen.  Rh.  Martini  wird  aus  der  englischen  Kreide  von  zahl- 
reichen Localitäten  und  aus  verschiedenen  Schichten,  vom  Upper  Green  Sand 
bis  zu  dem  wahrscheinlich  unserem  oberen  Pläner  z.  Th.  entsprechenden 
Chalk  Marl  angegeben.  Aus  Frankreich  liegt  mir  eine  Anzahl  kleiner  vor- 
trefflich erhaltener  Exemplare  aus  cenomanen  Schichten  tiefen  Niveau's  von 
Rougefort  bei  Licques  (Pas -de -Calais)  vor,  welche  sich  dort  in  Be- 
gleitung von  Rhynch.  Grasana,  Mcgerl.  lima,  Mxcrubacia  corontda  etc.  finden. 


Digitized  by  Google 


(100) 


500 


In  Nordjleutschland  kommt  Rh.  Martini  ziemlich  häufig  im  unteren  Planer 
mit  Amm.  Manteüi  im  Norden  des  Harzes  vor;  ein  sehr  deutliches  und 
schönes  Exemplar  besitzt  die  acadcmische  Sammlung  zu  Münster  aus  dem 
wahrscheinlich  Strombeck's  „Grünsand  ohne  Thoneisensteinskörner"  ent- 
sprechenden Grünsande  von  der  Waterlappe  bei  Werl,  wo  sich  daneben 
Rh.  Grasana,  Tcrebr.  hiplicata  vor.  stdcifcra  und  die  grosse  der  obesa  Da- 
vid so  n's  aus  dem  Upper  Green  Sand  entsprechende  Varietät  finden.  Auch 
im  unteren  Pläner  mit  Amm.  Rotomagensis  scheint  sich  unsere  Art  im 
Norden  des  Harzes  zu  finden ;  doch  konnte  ich  dies  leider  nicht  mit  Sicher- 
heit constatiren,  da  die  Fossilien  dieser  Schicht  schwer  getrennt  von  denen 
der  zunächst  tieferen  zu  sammeln  sind  und  in  den  Sammlungen  meist  mit 
denselben  zusammengeworfen  werden.  Dagegen  habe  ich  RJi.  Martini  noch 
nie  aus  höheren  Schichten  als  dem  unteren  Pläner  gesehen;  denn  was 
Strombeck  (N.  Jahrb.  1857,  p.  786  und  787)  als  Rh.  Martini  bezeichnet, 
ist  Rh.  Cuvieri  Orb.,  die  in  jenen  Schichten  in  grosser  Häufigkeit  auftritt. 
In  der  Tourtia  von  Essen,  im  Grünsande  von  Quedlinburg,  in  der  Tourtia 
von  Sachsen  und  Böhmen  ist  Rh,  Martini  unbekannt. 

Rhynchonella  Sigma  sp.  nov.  1867. 

T.  23  (III),  f.  7. 

Beschreibung.  —  Fünfeckig,  gewöhnlich  etwas  breiter  als  lang,  stark 
gewölbt;  die  grösste  Breite  in  der  Mitte  oder  etwas  näher  nach  der  8tirn 
zu,  grösste  Dicke  näher  nach  dem  Schnabel.  Dimensionen  sehr  verschieden: 
Länge  17,  12,  7  Mm.,  Breite  19,  12,  8  Mm.,  Dicke  12$,  9{,  5  Mm.  Die 
Schalenoberfläche  ist  mit  zahlreichen  (24 — 36),  sehr  feinen,  stumpf  dach- 
förmigen Radialrippen  verziert,  welche  an  den  Wirbeln  in  geringerer  Zahl 
beginnend  bis  zur  Stirn  sich  allmählich  durch  Dichotomie  und  Einschaltung 
vermehren.  Concentrische  Anwachslinien  sehr  schwach.  Die  Verbindungs- 
linie beider  Klappen  hat  einen  sehr  eigentümlichen  Verlauf;  zunächst  besitzt 
die  grosse  Klappe  zu  beiden  Seiten  des  Schnabels  ein  deutliches  Oehrchen, 
wodurch  diese  Linie  mit  einem  kurzen  Bogen  nach  der  kleinen  Klappe 
beginnt;  dann  geht  sie  bis  an  die  Stelle  der  grössten  Breite  der  Muschel 
schräg  nach  der  Bauchseite  zu,  bildet  hier  einen  kurzen,  aber  stark  ge- 
krümmten Bogen  nach  der  Bauchseite;  der  andere  Flügel  dieses  Bogens 
setzt  gerade  fort  bis  zur  Stirnecke  und  bildet  dann,  plötzlich  geknickt,  die 
ötirnlinie;  diese  ist  bei  ausgewachsenen  Individuen  nicht,  wie  bei  den  meisten 
Arten,  gerade  oder  nach  der  Rückenseite  gewölbt,  sondern  bildet  einen 
mehr  oder  weniger  stumpfen  Winkel,  dessen  Scheitel  nach  der  Bauchseite 
gerichtet  ist.  Die  Stirnansicht  bietet  auf  diese  Weise  die  Figur  eines  he- 
genden griechischen  Sigma  oder  eines  breit  gezogenen  M. 


Digitized  by  Google 


501 


(101) 


Die  grössere  Klappe  ist  massig  gewölbt,  in  der  Mitte  am  flachsten, 
während  sie  nach  den  Schnabelkanten  zu  am  stärksten  abfallt;  obgleich  sie 
an  der  Stirn  ziemlich  weit  nach  der  kleinen  Klappe  eingreift,  so  ist  der 
Sinus  doch  nur  schwach  vertieft.  Dem  Winkel  der  Stirnlinie  entsprechend 
bildet  sich  mitten  im  Sinus  zuweilen  ein  schwacher,  stumpfer  Kiel  aus.  Der 
Schnabel,  dessen  Kanten  einen  Winkel  von  etwa  90°  einschliessen,  ist  spitz 
und  nur  wenig  gekrümmt  und  ragt  daher  ziemlich  hervor.  Die  ziemlich 
stumpfen  Schnabelkanten  begrenzen  eine  von  einem  runden  Foramen  durch- 
bohrte Area;  das  Deltidium  besitzt  zu  beiden  Seiten  lappige  Ausbreitungen. 

Die  kleine  Klappe  ist  meist  bedeutend  stärker  gewölbt,  als  die  Bauch- 
klappe, namentlich  am  Wirbel,  und  fallt  nach  den  Randern  in  der  Kegel 
ziemlich  steil  ab;  in  der  Mitte  ist  die  Wölbung  am  flachsten  und  es  ent- 
stehen auf  diese  Weise  gewöhnlich  zwei  etwa  in  der  Mitte  beginnende  und 
nach  den  Stirnecken  sich  ziehende  stumpfe  Kiele;  zwei  ähnliche  Kiele  ent- 
stehen zuweilen  durch  das  steile  Abfallen  der  Klappe  nach  den  Schlosskanten 
zu-  Nach  der  Mitte  der  Stirn  hin  zieht  dem  Winkel  der  Stirnlinie  ent- 
sprechend eine  seichte  Depression. 

Der  innere  Bau  der  Muschel  bietet  keine  bemerkenswerthe  Eigenthüm- 
lichkeiten.  Die  Muskeleindrücke  sind  nur  schwach  markirt;  sie  reichen  bei 
beiden  Klappen  etwa  bis  zu  einem  Drittel  der  Länge  von  den  Wirbeln  ab» 
etwas  weiter  reicht  das  Dorsalseptum.  Im  Schnabel  der  grossen  Klappe 
sind  die  beiden  Zahnplatten  stark  ausgebildet.  Die  ziemlich  dünne,  nur  an 
den  Kanten  etwas  verdickte  Schale  lässt  auch  innen  die  Rippen  der  Ober- 
fläche deutlich  erkennen. 

Bemerkungen.  Ich  begründe  die  oben  beschriebene  sehr  bemerkens- 
werthe Art  auf  die  Untersuchung  von  12  Exemplaren,  von  denen  fünf  (von 
Quedlinburg)  Steinkerne  sind,  während  bei  den  sieben  andoren  die  Schale 
vollständig  erhalten  ist.  Die  letzteren  sind  kleiner  als  ein  Theil  der  anderen 
und  noch  nicht  ausgewachsen;  die  erhabene  Stirn  zeigt  doshalb  noch  nicht 
jene  starke  Einknickung,  während  die  Depression  der  kleinen  Klappe  von 
der  Mitte  nach  der  Stirn  zu  schon  deutlich  bemerkbar  ist.  Da  sie  übrigens 
auch  in  allen  ihren  charakteristischen  Merkmalen  vollständig  mit  jenen  grösseren 
übereinstimmen,  so  nehme  ich  keinen  Anstand  sie  damit  zu  identificiren. 

RhyncJtondla  Stoma  ist  durch  ihre  eigentümlichen  Charaktere  von  allen 
mit  ihr  vorkommenden  Arten  im  entwickelten  Zustande  leicht  zu  unter- 
scheiden. -  Ünausgowachsene  Exemplare  dagegen,  welche  den  in  dem  auf- 
fallenden Bau  der  Stirn  liegenden  Charakter  noch  nicht  vollständig  aus- 
gebildet zeigen,  würde  man  versucht  sein  können,  wegen  der  Feinheit  ihrer 
Rippen  mit  Sh.  latissima  oder  mit  ü/».  nuäformis  und  Grasana  zu  ver- 


Digitized  by  Google 


502 


wechseln,  wenn  sie  nicht  von  ersterer  Art  durch  die  stärkere  Wölbung, 
namentlich  am  Wirbel  der  kleinen  Klappe,  von  den  beiden  letzteren  durch 
ihre  grössere  Breite  und  fünfeckigere  Form  leicht  zu  unterscheiden  wäre. 
Ich  halte  es  für  sehr  wahrscheinlich,  dass  das  Original  zu  A.  Roemer's 
Ter.  nueiformis  (Kreid.,  t.  7,  f.  5)  einer  solchen  Jugendform  angehört  —  Eine 
ähnliche  Bildung  der  Stirn  ist  mir  überhaupt  bei  Rhynchonellen  aus  so  jungen 
Kreideschichten  wie  die  Tourtia  nicht  weiter  bekannt;  in  älteren  Schichten 
kommt  dergleichen  wohl  vor,  doch  sind  dann  gewöhnlich  nur  einzelne  grobe 
Falten  vorhanden,  während  feine  Rippen,  wie  sie  .RA.  Sigma  besitzt,  fehlen. 

Vorkommen.  In  dem  Grünsande  von  Essen  ziemlich  selten  und 
nur  in  kleinen  Exemplaren  (1  in  Münst.  Akad.,  5  in  Ung.  Samml.,  1  in 
meiner  eigenen);  anscheinend  nicht  sehr  selten  und  weit  grösser  werdend 
in  demjenigen  bei  der  Steinholzmühlc  und  am  Langenberge  bei  Quedlin- 
burg (Berl.  Mus.  1  und  Ew.  Samml.  4  Exemplare).  Ausserdem  ist  die 
Art  noch  nicht  bekannt  geworden. f) 

Crania  gracilis  Mü.  1833. 

1833.    Crania  gracilis  Mü.,  Ot  t.  163,  t  2. 

18C6.      —       —      U.  Schloenb.,  Krit.  Stud.,  p.  66. 

Während  mir  im  vorigen  Jahre  bei  meiner  citirten  Notiz  über  diese 
Art  nur  eine  verhältnissmässig  geringe  Anzahl  von  Exemplaren  der  unteren 
Klappe  vorlag,  habe  ich  seitdem  Gelegenheit  gehabt,  namentlich  in  den 
Museen  zu  Dresden  und  Prag  eine  grosse  Menge  (über  150)  von  beiden 
Klappen,  besonders  aber  von  der  Oberklappe  zu  untersuchen,  welche  meine 
früheren  Angaben  vollständig  bestätigen.  Die  scharfen  Radial -Lamellen, 
welche  sich  bei  der  Goldfuss'schen  Abbildung  von  den  mittleren  Occlusor- 
Malen  gegen  den  vorderen  Rand  im  Inneren  der  freien  Klappe  hinziehen 
und  den  Ovarien  entsprechen,  dürften  nur  individuelle  Merkmale  sein,  da 
unter  den  zahlreichen  mir  vorliegenden,  in  allen  übrigen  Charakteren  überein- 
stimmenden Exemplaren  alle  Zwischenstufen  vorkommen,  welche  diese  extreme 
Form  mit  solchen  verbinden,  die  nur  einfache  Ovarien -Eindrücke  —  ähn- 
lich wie  Crania  Parisiensis  —  besitzen.  Die  im  k.  k.  Hof-Mineralien-Cabinote 
zu  Wien  befindlichen  Original-Exemplare  der  von  Reuse1)  als  Crania  tr- 
regtdaris  aus  dem  unteren  Pläner  (Tourtia)  der  Schillinge  bei  Bilin  citirten 

')  Eben  bei  Correctur  dieses  Blatteg  geht  mir  durch  die  Qüte  des  Herrn  Baron*  P.  de 
Ryckholt  eine  ausgezeichnete  8uite  von  Brachiopoden  aus  der  Tourtia  tod  Tournsy  so, 
worunter  sich  auch  Eh.  Sigma  ganz  übereinstimmend  mit  den  Exemplaren  von  Essen  findet. 
Ausserdem  erhielt  ich  einige  andere  Individuen  derselben  Art  ganz  kürzlich  aus  den  un- 
teren Cenoman-Bchichten  von  Harre  durch  Herrn  Prof.  Hebert.  — •  0.  Sohl. 

*)  Verstein.  böhm.  Kreid.  U,  p.  53,  t.  02,  f.  27,  28. 


Digitized  by  Googl 


503 


Art  lassen  es  ziemlich  unzweifelhaft  erscheinen,  dass  auch  dies  Citat  künftig 
unter  den  Synonymen  der  Crania  gracüis  aufgeführt  werden  muss;  die  dortige 
Abbildung  zeigt  weit  gröbere  Rippen  oder  Runzeln  auf  der  Schalenoberflächc, 
als  die  Exemplare  selbst  besitzen. 

Vorkommen.  Crania  gracüis  ist  auf  dieTourtia  beschränkt;  sie  findet 
sich  darin  selten  bei  Essen  in  TVestphalen  und  bei  Plauen  unw.  Dresden, 
weniger  selten  bei  Bilin  und  ziemlich  häufig  bei  Eorycan  in  Böhmen. 
In  Frankreich  kommt  sie  nicht  sehr  selten  bei  Man 8  (Sarthe)  vor;  das 
Vorkommen  in  England  ist  nicht  ganz  sicher. 

Craaia  eximia  U.  Schloenb.  1866. 

1866.   Crania  eximia  ü.  Schloenb.,  Krit.  8tad.,  p.  56,  t.  3,  f.  17. 

Meiner  früheren  Beschreibung,  die  Bich  auf  Untersuchung  eines  ein- 
zigen, nicht  ganz  vollständigen  Exemplars  gründete,  habe  ich  hinzuzufügen, 
dass  die  Schalenoberfläche  gut  erhaltener  Exemplare  ausser  den  feinen 
Linien  auch  noch  gröbere  Falten  oder  Runzeln  zeigt,  die  im  Allgemeinen 
eine  radiale  Richtung  verfolgen. 

Bemerkungen  und  Vorkommen.  Durch  die  zuvorkommende  Güte 
der  Herren  Dr.  A.  Fritsch  und  Prof.  Geinitz  habe  ich  Gelegenheit  ge- 
habt, noch  eine  grössere  Anzahl  Exemplare  dieser  Art  von  mehren  neuen 
Fundorten  zu  untersuchen.  So  theilte  mir  der  erstgenannte  Herr  aus  der 
Sammlung  des  Museums  zu  Prag  2  Exemplare  einer  grossen  Crania  aus 
Tourtia  von  Korycan  (Böhmen)  zur  Bestimmung  mit,  welche  ich  sofort 
als  ident  mit  dem  Originale  meiner  Crania  eximia  von  Essen  erkannte. 
Nur  ein  geringer  Theil  der  Schale  ist  noch  erhalten,  dagegen  sind  die  Ab- 
drücke im  Gestein  von  grosser  Schärfe  und  lassen  alle  Details  der  interes- 
santen Art  deutlich  erkennen;  eins  der  Exemplare  ist  etwas  stärker  gewölbt, 
als  das  im  vorigen  Jahre  von  mir  abgebildete.  Das  Dresdener  Museum 
besitzt  einen  ganz  übereinstimmenden,  ebenfalls  sehr  scharfen  Abdruck  aus 
dem  unteren  (cenomanen)  Quader  von  Golberoda  in  Sachsen  und  ausser- 
dem 4  z.  Th.  vortrefflich  erhaltene  Exemplare  aus  der  Tourtia  von  Essen. 
Alle  diese  Exemplare,  die  auch  in  der  Grösse  ziemlich  mit  dem  zuerst  von 
mir  beschriebenen  übereinstimmen,  sind  nur  freie  Oberklappen,  so  dass  also 
die  wahrscheinlich  mit  ihrer  ganzen  Oberfläche  angewachsene  Unterklappe 
noch  immer  unbekannt  ist. 

Crania  eximia  erscheint  hiernach  auf  das  tiefste  Niveau  der  deutschen 
Cenomanschichten  beschränkt,  und  kommt  darin  in  Westphalen,  in  Sachsen 
und  Böhmen  vor. 


Digitized  by  Google 


• 


(104) 


604 


Google 


505 


(105) 


Aua  vorstehender  Tabelle  ersieht  man,  dasa  von  den  25  in  den  Cenoman- 
Schichten  Norddeutschlands  vorkommenden  Arten  nur  eine  (Thecidium  di~ 
(jitutum  Sow.  =  tetragonum  A.  Roem.)  boi  uns  schon  in  tieferen  Schichten 
auftritt.  Anders  gestaltet  sich  dies  Yerhältniss,  wenn  man  Angaben  aus 
anderen  Gegenden  mit  in  Betracht  zieht.  Unbestritten  ist  das  Vorkommen 
der  Terebratula  biplicata  Sow.  im  Gault  Frankreichs  und  Englands.  Auch 
Terebraiula  capiUata  Arch.  und  Megerleia  litna  Defr.  sp.  sollen  nach  Da- 
vidson in  England  schon  im  Gault  vorkommen.  Nach  brieflichen  Mitthei- 
lungen C.  J.  A.  Meyer's  sollen  sogar  Terebrattda  Tornaccnsis  Arch.,  depressa 
Lam.,  Bobertoni  Arch.,  Terebratulina  chrysalis  Schloth.  sp.,  Terebratella  Me- 
nardi  Lam.  sp.,  BhynchoneUa  dimidiata  Sow.  sp.  (=  UUissima  Sow.)  schon 
in  den  oberen  Schichten  des  Lower  Green  Sand  (Äptien  Orb.)  zuerst  er- 
scheinen; doch  bedürfen  diese  Angaben  vielleicht  noch  weiterer  Bestätigung. 

In  höhere  Schichten  (aber  dem  Cenoman)  reichen  nach  den  bisherigen 
Beobachtungen  in  Norddeutschland  drei  Arten  hinauf,  die  sämmtlich  noch 
in  den  jüngsten  Kreide -Schichten,  der  Tuffkreide  von  Macstricht  und 
deren  Aequivalenten,  gelebt  haben;  es  sind  TerebratuUna  rigida  8ow.  sp., 
chrysalis  Schloth.  sp.,  Megerleia  lima  Defr.  sp.  Bei  Berücksichtigung  ausser- 
norddeutscher  Gegenden  sind  diesen  noch  Thecidium  digitatum  Sow.  und  ver- 
mieulare  Schloth.  sp.,  welche  ebenfalls  noch  in  der  Kreide  von  Mae  stricht 
vorkommen,  und  Magas  Geinitzi  U.  Schloenb.  hinzuzufügen,  dessen  obere 
Grenze  noch  nicht  bestimmt  festgestellt  ist,  der  aber  jedenfalls  bis  in  das 
Niveau  des  Belemnites  quadratus  hinaufreicht.  BhynchoneUa  Mantellana, 
Grasana  und  Martini  sollen  nach  einigen  Angaben  ebenfalls  noch  in  höheren, 
ab  cenomanen  Schichten  vorkommen;  doch  dürften  diese  Angaben  noch 
weiter  zu  prüfen  sein. 

In  Norddeutachlaod  erscheinen  also  20  Brachiopoden-Arten  ausschliess- 
lich auf  die  Cenoman-Bildungen  beschränkt  Dieselben  finden  sich  sämmtlich 
schon  in  der  tiefsten  Abtheilung  dieser  Schicht,  in  der  Tourtia  oder  der 
Zone  der  Trigonia  sulcataria  und  des  Catopygus  carinatus.  Weit  ärmer  an 
Arten  sind  die  beiden  jüngeren  Abtheilungen,  die  unter  einander  alle  ihro 
sieben  Arten  gemeinsam  haben;  nur  ist  zu  bemerken,  dass  im  Allgemeinen 
die  Zone  des  Scaphites  aequalis  oder  die  Schichten  mit  Ammonitcs  Manklli 
varians,  Scaphites  aequalis  und  Pecten  Beaveri  reicher  an  Individuen  sind, 
als  jene  mit  Ammonitcs  Rotomagcnsis.  Von  den  25  norddeutschen  Arten 
besitzen  die  Cenoman-Bildungen  Sachsens  =  14,  diejenigen  im  Norden  des 
Harzes  =  15— 17,  "diejenigen  Westphalens  =  23.  —  Auf  Norddeutschland 
beschränkt  sind  nach  den  bisherigen  Beobachtungen  nur 


Digitized  by  Google 


(106) 


506 


Megerläa  (?)  hercynica  sp.  noy. 

Argiope  decemcostata  Roem.  sp. 
Dagegen  fehlen  uns  manche  Arten,  die  in  den  Cenoman-Schichten  anderer 
Länder  vorkommen  und  unter  denen  besonders  folgende  zu  nennen  sind: 

Tcrebratula  ovata  8ow. 

„        squatnosa  Mant 

Lyra  Meadi  Cumberl. 

TerebrateUa  pecüta  Sow.  sp. 
„        Carantonmsis  Orb. 

Magas  orÜU/ormis  Arch.  sp. 

Argiope  megatrema  Sow.  8p. 

Thecidium  rugosum  Orb. 

Langula  subovalis  Dav. 
Möchte  es  mit  der  Zeit  gelingen,  auch  diese  zum  Theil  höchst  inter- 
essanten Arten  noch  bei  uns  aufzufinden! 


Digitized  by  Google 


ÜBER  DIE  ZONE 


DES 


AMMONITES  SOWERBYI 


VON 


DR-  W.  WAAGEN, 


MÜNCHEN,  1867. 

R.  OLDENBOURO. 


Digitized  by  Google 


Die  Arbeit,  welche  ich  dem  Publikum  hiemit  vorzulegen  mir  erlaube, 
datirt  sich  in  ihren  ersten  Anfängen  schon  ziemlich  weit  zurück,  denn  es 
ist  bereits  mehr  als  fünf  Jahre,  dass  ich  das  Material  für  dieselbe  zusammen 
zu  bringen  begann.  Auf  meinen  seitdem  unternommenen  Reisen  in  ver- 
schiedene Theile  Centraieuropas  widmete  ich  der  dieser  Arbeit  zum  Gegen- 
stande dienenden  Schicht  stets  meine  besondere  Aufmerksamkeit,  und  suchte 
die  organischen  Einschlüsse  derselben  auszubeuten.  So  bereiste  ich  im  Jahre 

1862  das  südwestliche  Franken,  einen  Theil  von  Württemberg,  und 
brachte  im  Herbste  mehrere  Monate  damit  zu,  den  schweizer  Jura  zu  studiren; 

1 863  lernte  ich  durch  geognostische  Aufnahmen,  welche  ich  im  Auftragt)  des 
kgl.  bayerischen  Staates  in  der  Gegend  von  Bamberg  unter  Oberleitung 
des  Hrn.  Bergrathes  Gümbel  ausführte,  einen  grossen  Theil  des  nordöst- 
lichen Frankens  genauer  kennen;  1864  Hess  mich  eine  mehrmonatliche  Reise 
in  das  südliche  England  und  das  nördliche  Frankreich  über  den  Unter- 
oolith  jener  Gegenden  eingehendere  Studien  unternehmen;  1865  nochmals 
mit  geognostischen  Aufnahmen  beauftragt,  verweilte  ich  mehrere  Monate  im 
Jura  der  Gegend  von  Erlangen  und  Nürnberg  und  verwendete  nach 
Beendigung  derselben  noch  einige  Tage  zur  specielleren  Untersuchung  der 
am  Hetzlasberg  auftretenden  Schichten,  von  hier  aus  begab  ich  mich  auf 
einige  Wochen  nach  Norddeutschland,  um  auch  die  dort  herrschenden 
geognostischen  Verhältniese  näher  kennen  zu  lernen;  1866  machte  ich  nach 
eingetretenem  Friedensschlüsse  noch  eine  kurze  Reise  nach  dem  südwest- 
lichen Württemberg  und  in  die  hohenzollern'schen  Lande;  endlich 
im  vergangenen  Frühjahre  führte  mich  eine  grössere  Reise  nach  Nord- 
Italien  auch  in  den  Jura  der  Südalpen.  —  Andere  Gegenden  des  in 
Betracht  zu  ziehenden  Gebietes  musste  ich  leider  nur  nach  der  vorhandenen 
Literatur  behandeln,  da  mancherlei  in  letzter  Zeit  eingetretene  ungünstige 
Umstände  die  Ausführung  früher  beabsichtigter  Reisen  ins  westliche  und 
südliche  Frankreich  mir  unmöglich  machten. 


Digitized  by  Google 


(4) 


510 


Für  den  paläontologischen  Theil  vorliegender  Arbeit  lieferte  mir  na- 
mentlich die  von  mir  angekaufte  Wittlingerache  Sammlung  grosses  Ver- 
gleichsmaterial, indess  waren  mir  auch  einige  Suiten  von  Versteinerungen, 
die  das  hiesige  paläontologische  Museum  besitzt,  und  die  mir  zur  freien 
Benützung  überlassen  wurden,  von  grossem  Nutzen.  Es  drängt  mich,  dem 
Conservator  des  Museums,  Hrn.  Prof.  Zittel,  hiefür  meinen  verbindlichsten 
Dank  auszusprechen.  Zu  besonderem  Danke  bin  ich  aber  auch  noch  dem 
Hrn.  Forstmeister  von  Unger  in  Seesen,  Hrn.  Obersalineninspektor  Schloen- 
bach  und  Hrn.  Dr.  U.  Schloenbach  in  Salzgitter,  endlich  Hrn.  Kammer- 
rath von  Strombeck  in  Braunschweig  verpflichtet,  welche  mir  die  in  ihren 
Sammlungen  befindlichen  Vorkommnisse  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  des 
norddeutschen  Jura  zur  Bearbeitung  freundlichst  zusandten. 

"Was  die  Form  des  Aufsatzes  betrifft,  so  liess  sich  eine  gewisse  Ueber- 
einstimmung  mit  der  von  Oppel  für  die  Darstellung  der  Zone  des  Amm. 
traimersarius  gebrauchten  nicht  vermeiden,  doch  wird  dadurch,  glaube  ich,  . 
der  Werth  der  Arbeit,  insoferne  dieselbe  überhaupt  einen  solchen  besitzt, 
nicht  vermindert.  Ob  der  Inhalt  aber  auch  der  Form  entspreche,  ist  eine 
andere  Frage,  deren  Beantwortung  ich  dem  wohlwollenden  Urtheile  meiner 
verehrten  Fachgenossen  überlassen  muss. 

München,  im  Juli  18G7. 

Dr.  W.  Waagen. 


Digitized  by  Google 


Einleitung 


Die  Schicht,  welche  ich  in  den  folgenden  Blättern  zu  beschreiben 
unternommen  habe,  ist  im  Grossen  und  Ganzen  von  ziemlich  untergeordneter 
Bedeutung.  Gewöhnlich  nicht  mehr  als  etliche  20'  mächtig,  sehr  häufig  aber 
auch  eine  viel  geringere  verticale  Erstreckung  erreichend,  und  selbst  vielleicht 
gesondert  für  sich  gar  nicht  zu  unterscheiden,  trägt  sie  im  Allgemeinen  nur 
sehr  wenig  zum  Aufbau  des  Gesammt- Jura,  sowie  zum  Relief  desselben 
bei,  da  die  häufig  vorkommende  Zusammensetzung  aus  sandig -thonigen 
Gesteinen  die  Schicht  der  Verwitterung  sehr  zugänglich  macht,  und  dann 
höher  liegende  festere  Bänke  dieselbe  leicht  mit  ihrem  Schutte  bedecken. 
Dennoch  hielt  ich  es  nicht  für  überflüssig  oder  zwecklos,  wenn  ich  die  hie- 
her  gehörigen  Ablagerungen  durch  ganz  Centraieuropa  zu  verfolgen  und  die 
Arten  festzustellen  versuchte,  welche  auch  für  dieses  kleine  Niveau  oonstant 
bezeichnend  sind.  Nicht  als  ob  ich  dächte,  dass  in  solch  fast  minutiösen 
Untersuchungen  die  Aufgabe  der  Geognosie  bestehe,  wohl  aber  weil  ich 
gerade  diese  für  den  einzigen  Weg  halte,  auf  dem  mit  voller  Sicherheit 
die  Wissenschaft  der  endlichen  Lösung  ihrer  Aufgabe,  wenn  auch  langsam, 
näher  gebracht  werden  kann.  Es  ist  durchaus  nicht  das  Unterscheiden  der 
Schicht,  noch  auch  das  Unterscheiden  der  organischen  Formen,  die  die 
Schicht  charakterisiren ,  welches  den  Zweck  des  gegenwärtigen  Aufsatzes 
bildet;  sondern  vielmehr  mittels  dieser  Unterscheidungen  eine  bisher  noch 
weniger  beachtete  Station  organischen  Lebens  festzustellen,  ein  neues,  be- 
stimmt fixirtes  Glied  in  der  Zeitskala  des  Bildungsprozesses  des  Jura  nach- 
zuweisen, das  ist  es,  was  nachstehende  Bemerkungen  sich  zur  Aufgabe  ge- 
macht haben.  Ich  will  nicht  behaupten,  dass  dieses  Glied  von  den  nächst- 
liegenden Schichten  abzutrennen  immer  und  überall  möglich  sei,  noch  auch 
dass  die,  dasselbe  charakterisirende  Fauna  sich  nie  mit  tiefer  oder  höher 
liegenden  Arten  vermenge,  das  aber  wage  ich  mit  Bestimmtheit  auszu- 
sprechen, dass,  wenn  die  betreffende  Fauna  gesondert  für  sich  auftritt,  sie 
(1)  33 


Digitized  by  Google 


(6)  512 

stets  in  der  Reihe  der  Ablagerungen  die  gleiche  relative  Position  festhält. 
Wenn  wir  nun  diese  Erscheinung  an  den  meisten  Punkten  Centraieuropas 
in  constanter  Weise  sich  wiederholen  sehen,  sollten  wir  dann  nicht  berechtigt 
sein,  diese  Schicht  als  einen  Zeitabschnitt  zu  betrachten,  in  welchem  eine 
eigenthümliche  Fauna  sich  über  Centraieuropa  verbreitete,  sie  als  solchen 
für  sich  besonders  zu  bezeichnen  und  als  Zone  mit  einem  Namen  zu 
belegen  ? 

So  weit  diese  Zoneneintheilung  im  Jura  bis  jetzt  auch  schon  gediehen 
ist,  so  muss  doch  unser  Bestreben  sein,  dieselbe  noch  weiter  zu  führen, 
die  gewonnenen  Abtheilungen  möglichst  genau  zu  begrenzen  und  über  mög- 
lichst grosse  Erstreckungen  so  scharf  als  irgend  thunlich  nachzuweisen,  denn 
diess  Verfahren  allein  gibt  uns  die  Mittel  an  die  Hand,  über  den  eigent- 
lichen Entwicklungsgang  der  Formation,  über  Bestand  oder  Veränderlichkeit, 
über  Wanderung  oder  Festsiedelung  der  Faunen  sowie  der  einzelnen  Arten, 
Fragen,  welche  gerade  jetzt  am  meisten  diskutirt  werden,  zu  irgend  be- 
stimmten Resultaten  zu  gelangen.  Wie  sollte  man  je  etwas  Sicheres  über 
all  diese  Dinge  erfahren,  wenn  man  die  Mittel  von  der  Hand  weist,  durch 
welche  man  allein  das  successive  Auftreten  der  einzelnen  thierischen  Formen 
in  verschiedenen  Gegenden  genau  zu  verfolgen  im  Stande  ist?  Das  Mittel 
ist  aber  eben  die  Feststellung  einer  Normal -Schichtenreihe,  nach  welcher 
die  Bildungen  in  anderen,  entfernter  liegenden  Distrikten  beurtheilt  werden 
können.  Für  den  Jura  haben  dieselbe  bis  jetzt  die  ausseralpinen  Distrikte 
Centraieuropas  geliefert;  für  andere  Formationen  mag  das  wieder  anders 
der  Fall  sein. 

Ein  solches  Glied  der  Normal -Schichtenreihe  möchte  ich  denn  in  der 
Zone  des  A.  Sowerbyi  festzustellen  suchen,  und  werde  desshalb  bemüht  sein, 
die  Zone  in  stratigraphischer,  wie  in  paläontologischer  Beziehung  etwas 
näher  zu  charakterisiren. 

Die  Zone,  welche  ich  hier  im  Auge  habe,  ist  schon  seit  längerer  Zeit 
bekannt,  und  für  begrenztere  Distrikte  schon  ausgezeichnet  beschrieben 
worden.  Der  Erste,  welcher  der  Zone  grössere  Aufmerksamkeit  schenkte, 
und  dieselbe  durch  einige  ihr  eigenthümliche  Arten,  welche  er  hervorhob, 
kennzeichnete,  war  Quenstedt1).  Er  fuhrt  sie  an  als  „Grenzregion  Beta- 
Gamma  des  braunen  Jura",  und  beschreibt  sie  in  seiner  originellen,  anregen- 
den Weise  in  ihrer  Verbreitung  durch  ganz  Württemberg.  Den  Namen 
„Zone  des  A.  Sowerbyi"  gab  Oppel«)  in  einer  flüchtigen  Bemerkung 


■)  1858,  Qoengtedt:  der  Jura  p.  866—370. 
M  1862,  Oppel:  Pal.  Mitth.  p.  128. 


Digitized  by  Google 


513 


(7) 


auf  pag.  128  seiner  paläontologischen  Mittheilungen.  Ich  selbst  ')  hatte 
Gelegenheit,  in  meiner  ersten  Arbeit  über  den  Jura  Einiges  über  diese  Zone 
zu  bemerken  und  sie  an  einigen  Stellen  nachzuweisen. 
Die  Synonymik  ist  indess  mannigfaltig;  ich  führe  an: 
In  Deutschland:  Franken:  Muschelbank  (Nr.  59)  Theodori  1840 
Profil;  Muschelbank  des  Personaten-Sandsteins  (z.Th.)  und  Schich- 
ten des  Bei.  giganteus  (z.Th.),  Schrüfer  1861 :  Die  Jura-Formation  in 
Franken  p.  50  u.  57;  Riesenbelemniten-S tufe,  untere  Schiebten, 
Qümbel  1864 :  Die  geognost.  Verh.  der  frank.  Alb  (Bavaria  Bd.  III,  Buch  IX). 
—  Schwaben:  Zone  des  A.  Sauget  (z.Th.),  Oppel  1856:  Juraformation 
p.  335  u.  369;  Orenzregion  Beta-Qamma,  Quenstedt  1858:  Jura 
p.  365  u.  f.;  Zone  des  A.  Sowerbyi,  Oppel  1862:  Pal.  Mitth.  p.  128; 
Zone  des  A.Sowerbyi,  Waagen  1864:  Jura  in  Franken  u. s. w.  p. 69 u. f. 
Norddeutschland:  Obere  Liasmergel  (z.Th.),  A.Roemer  1839:  Nachtr. 
z.  Ool.;  Dunkler  versteinerungs-leer er  Thon  (m)  und  Thon  mit 
A.  opalinus  Etage  V  (z.Th.),  ?.  Strombeck  1853:  Zeitschr.  d.  deutsch, 
geol.  Ges.  Bd.  V,  p.  102  u.  s.  w.;  Oberster  Lias,  Schichten  des  A. 
opalinus  (z.Th.),  F.  Roemer  1857:  Die  jurassische  Weserkette,  Zeitschr. 
d.  deutsch,  geolog.  Ges.  Bd.  IX,  p.  625;  Schichten  des  Inoceramus  poly- 
plocus,  Seebach  1864:  Der  Hannoversche  Jura  p.  33:  Obere  Zone  des 
A.  opalinus  (mit  PI  euromya  ezarata  n.sp.),  Brauns  1864:  Stratigrapbie 
und  Paläontographie  des  südöstlichen  Theiles  der  Hilsmulde  p.  47;  Zone 
des  A.  Sowerbyi,  U.  Schloenbach  1865:  Zeitschr.  d.  deutsch,  geolog. 
Ges.  p.  23;  Zone  der  Pleuromya  exarata,  Brauns  1866:  Nach- 
trage p.  7. 

Schweiz:  Jura:  Oolite  ferrugineuse  (z.  Th.),  Thurmann  1832: 
Essai  sur  les  Soulevements  p.  36  (Mem.  Soc.  d'hist.  nat  de  Strasbourg 
Bd.  I);  Brauner  Jura  Beta  (z.  Th.),  Rominger  1846:  Vergleich  des 
Schweizer  Jura  mit  der  Württembergischen  Alb  (Bronns  Jahrb.  p.  297); 
Eisenschüssiger  Kalk  mit  A.  Murchisonae  und  Pccten  perso- 
natus  (z.  Th.),  Moesch  1856:  Floetzgebirge  im  Canton  Aargau  p.  36; 
Marlysandstone  et  Oolithe  ferrugineuse  (Bajocien)  (z.Th.),  De- 
sor  et  Gressly  1859:  Jura  NeuchAtelois  p.  96  (Mem.  Soc.  des  sc.  nat.  de 
Neuchatel  Tome  IV);  Unterster  Brauner  Jura  (Br.  J.  a  u.  ß)  (z.Th.), 
Alb.  Müller  1862:  Geognostische  Skizze  des  Cantons  Basel  p.  14  u.  56; 
Zone  de  VAmm.  Sowerbyi,  K.  Mayer  1863:  Journal  de  Conchiliologie, 
Num.  d'Avril;    Murchisonae  -  Schichten  (z.Th.)    und  Sowerbyi- 


')  1864,  Waagen:  der  Jura  in  Franken,  Schwaben  und  der  Schweix  p.  69—71. 
(1*)  33* 


Digitized  by  Google 


(8) 


514 


Schichten  (z.  Th.),  Moesch  1867:  Der  Aargauer  Jura  p.  75.  Alpen:  Tie- 
ferer Unter-Jura  (Bajocien)  (z.  Th.),  Studer  1853:  Geologie  der 
Schweiz  II,  p.  41  u.  f.;  Crinoideenbreccie,  Bachmann  1863:  lieber 
exotische  Jurablöcke  p.  9;  PZone  des  A.  Murchisonae  (z. Th.),  Bach- 
mann Novemb.  1863:  Juraformation  im  Canton  Glarus  (Berner  Mittheilungen 
Nr.  549-552). 

Frankreich  und  Luxemburg:  Calcair  de  Longwy  (z.  Th.),  Dumont 
1841 :  Mem.  Acad.  deBruxelles  XV;  Oolite  ferugineuse  (z.Th.),  Marcou 
1848:  Jura Salinois  p.  69;  Calcair  de  Longwy,  Dewalque  etChapuis 
1852:  Mem.  sur  les  Foss.  des  Terr.  sec.  du  Luxembourg  p.  14;  Sousgroup 
inferieure  de  l'Oolite  inferieure,  Buvignier  1852:  Stat.  geol.  du 
Dep.  de  la  Meuse  p.  178;  Fer  de  la  Roche  Pourrie  (z.  Th.),  Marcou 
1856:  Lettres  sur  les  Boches  du  Jura  p.  29;  Calcair  de  Cuzon,  Dumor- 
tier  1859:  Note  sur  le  Terr.  jur.  du  Mont  d'Or  lyonnais,  Bull.  soc.  geol. 
de  France  XVI,  p.  1065;  Calcair  ä  fucoides  (z.Th.),  Dumortier  1861: 
Note  sur  le  Calc.  ä  fucoides  etc.,  Bull.  Soc.  geol.  de  France  XVIII,  p.  579 ; 
Calcair  ä  Entroques  vieler  französischer  Autoren,  ich  erwähne  nament- 
lich: Ferry  1861:  Mem.  sur  le  Group  ool.  inf.  des  Env.  de  Macon  p.  8; 
Ebray  1861  in  Bull.  ^oc.  geol.  de  France  XVIII,  p.  501  u.  XIX,  p.  30; 
Calcair  ferrugineux  (z.  Th.),  Chapuis  1862:  Nouv.  rech,  sur  les  foss. 
des  Tefr.  sec.  du  Luxembourg;  Maliere  (z.Th.)  verschiedener  französischer 
Autoren;  Niveau  des  Lima  heteromorpha  et  Ter.  p er ovalis  (z.Th.) 
und  Oolite  ferugineuse  (z.Th.),  E.  Deslongchamps  1864:  Etudes  sur 
les  Et.  ool.  inf.  de  la  Normandie  p.  92  u.  103. 

England:  Fimbria  Marl,  Upper  Freestone,  Lower  Trigonia- 
grit,  PGryphaea  grit  der  Schriftsteller  über  den  Jura  in  Gloucester- 
shire;  Lower  Sandstone  and  Shale,  Phillips  1829:  Geol. ofYorkshire 
p.  153,  t.  X. 

Die  Zone  des  A.  Sowerbyi  fällt  in  den  Zeitraum  zwischen  dem  Er- 
scheinen des  A.  Murchisonae  und  dem  Auftreten  des  A.  Sauzei  in  den 
Meeresbecken,  welche  damals  Centraieuropa  bedeckten.  Die  Begrenzung 
der  Zone  sind  also  nach  unten  jene  Schichten,  welche  den  A.  Murchisonae 
beherbergen,  nach  oben  wird  sie  abgeschlossen  durch  die  Bänke  mit  A. 
Sauzei.  Leider  sind  das  beides  Zonen,  welche  noch  sehr  des  genaueren 
Studiums  und  der  besseren  Charakterisiruug  bedürfen. 

Was  zunächst  die  Unterlage  der  Sowerbyi -Schichten  betrifft,  so  fällt 
vor  Allem,  wenn  man  die  Murchisonae -Zoue  auf  weitere  Erstreckungen  zu 
verfolgen  bemüht  ist,  auf,  dass  bei  meistens  nicht  unbedeutender  Mächtig- 
keit der  Gesteine,  die  Fauna  grossentheils  einen  ziemlich  einförmigen  und 


Digitized  by  Google 


515 


00 


armseligen  Charakter  an  sich  trägt.  Die  bezeichnenden  und  stets  leitenden 
Vorkommnisse  beschränken  sich  auf  einige  wenige  Arten,  unter  denen  die 
Cephalopoden  das  meiste  Gewicht  haben.  Ich  möchte  anfuhren:  ßelemn.  spinnt us 
Quenst.,  Amm.  Murchisonae  Sow. ,  Amm.  Stauf ensis  Opp.,  Amm.  Sieboldi 
Oppel,  Amm.  amplus  Opp.  Die  übrigen  Vorkommnisse  sind  zum  grössten 
Theü  an  die  Facies  gebunden,  und  es  ziehen  die  Tancredien,  wie  Tancr. 
donaciformis  Lyc,  T.  Lycetti  Opp.,  T.  axiniformis  Phill.,  T.  Rollet  Opp., 
sowie  die  Trigonien:  Trig.  striata  Sow.  und  T.  tuberculata  Ag.  die  sandigen 
Niederschläge ,  die  Eucyclus- Arten,  die  Pleurotomarien,  Austern  und  Bra- 
chiopoden  mehr  die  kalkig -mergeligen  Ablagerungen  vor.  So  kommt  es, 
dass  wir  es  in  dieser  Abtheilung  des  Jura  mit  mehreren  localen  Fauneu  zu 
thun  haben,  welche  sich  indess  doch,  wenn  die  für  ihre  Existenz  günstigen 
Faciesverhältnisse  vorhanden  sind,  an  mehreren,  oft  sehr  weit  von  einander 
entlegenen  Punkten  wiederholen.  Es  scheint  diese  Verschiedenheit  so  wie 
die  locale  Uebereinstimmung  der  Faunen  weniger  in  der  Gesteinsbeschaffen- 
heit selbst,  als  vielmehr  in  den  allgemeinen  Verhältnissen  des  Meeres  zu 
liegen,  aus  denen  diese  jeweiligen  Gesteine  abgesetzt  wurden.  In  den 
sandigen  Straten  und  Sandsteinen,  welche  in  Franken,  wie  in  Württem- 
berg die  Zone  darstellen,  finden  wir  ungefähr  folgende  Arten;  ausser  den 
schon  oben  erwähnten  kosmopolitischen  Cephalopoden: 

Acteonina  Sedgevici  Phill. 

Turbo  ?  gibbosus  Orb. 

Leda  Deslongckampsi  Opp. 

Nucula  Aalensis  Opp. 

Tancredia  Lycetti  Opp. 
„         axiniformis  Phill. 
„        Rollet  Opp. 

Quenstedtia  oblita  Phill.  sp. 

Astarte  Aalensis  Opp. 

Trigonia  striata  Sow. 

ff       tuberculata  Agass. 

Protocardia  substriatula  Phill.  sp. 

Area  Lycetti  Opp. 

Avicula  elcgans  Mnst. 

I nocet amus  atnygdaloidcs  Gdf. 

Gervillia  acuta  Sow. 
„       oolitlma  Opp. 
„       subtortuosa  Opp. 

Pecten  pumilus  Lamk. 


Digitized  by  Google 


(10) 


51  fi 


Ostrea  calceoU»  Ziet. 

Placunopsis  Kurri  Opp.  sp. 

Lingtda  Beani  Phill. 

Crertaster  prisca  Gdf.  sp. 

Coelaster  Mandelslohi  Mnat.  sp. 
Fast  dieselben  Arten  zeigen  sich  im  sog.  Dogger  von  Yorkshire, 
dessen  sandig -kalkige  Schichten  theilweise  mit  diesen  Vorkommnissen  erfüllt 
sind.  In  beiden  Bildungen  haben  wir,  wie  es  scheint,  Strandablageningen 
einer  ziemlich  flachen,  offenen  Küste,  welche  von  einem  bewegten  Meere 
bespühlt  wurde,  vor  uns.  Während  aber  in  den  nächstfolgenden  Zeit- 
abschnitten in  Franken  wie  in  Schwaben  das  Meer  an  Tiefe  zunahm, 
wurde  es  dagegen  in  Yorkshire  stets  flacher,  und  es  folgen  hier  die 
pflanzenführenden  Sandsteine,  welche  auf  eine  äusserst  flach  verlaufende, 
theilweise  vielleicht  von  Süsswasser  überschwemmte  Küste  deuten. 

Ganz  anders  sind  die  Verhältnisse  im  südlichen  England,  sowie  in  der 
Gegend  von  Bayeux.  Hier  treffen  wir  an  einer  in  Buchten  zerschnittenen, 
theilweise  felsigen,  von  Riffen  umgebenen  Küste  in  kalkig  mergeligen,  nur 
seltener  etwas  sandigen  Schichten  eine  von  der  vorhergehenden  fast  ganz- 
lich verschiedene  Fauna  an.   Deslongchamps  führt  an: 

*Amm.  Murchisonae  8ow. 

*Pleurot<maria  actinomphala  (Desl.) 

*  jf  Baugieri  Orb. 
*Eueyclu8  capitaneus  (?)  Münst. 

*  „      pinguis  Desl. 
Cirrhus  sp.,  Discohelix  sp. 
Cerithium  sp.,  Chemnitzia  sp. 

*Pholadomya  fidicula  Sow. 

Myopsis  Jurassi  Agasei. 

Anatitia  sp.  nov. 
*Ceromya  Bajociana  Orb. 

Opis  carinata  Wright 

Trigonia  Ramsayi  Lycctt 

Cypricardia  cordiformis  Lycett 

Hippopodium  Bajocense  Orb. 

Astarte  excavata  Sow. 
*GcrvMia  tortuosa  Sow. 
*Lima  proboscidea  Sow. 

Ostrea  calccola  Ziet. 
*Tercbrat.  perovalis  Sow. 


Digitized  by  Google 


517 


*Terebrat.  conglobata  Desl. 
*      „      Eudesi  Opp. 
n       cirthea  Orb. 
Ithynch.  Deslongchampsi  Dav. 
„      cynocephala  Rieh. 
„      frontalis  Desl. 
„      senticosa  Buch. 
GW.  Courtaudina  Cott. 
Mabdocid.  tnaxinta  Des. 
Hterocid.  Trigeri  Cott. 
All  diese  Arten  finden  sich  zwischen  den  Riffen  von  May,  Fontaine- 
Etoupefour  und  Feuguerolles.    An  den  offenen  Küstenstrecken  bei 
Bayoux  etc.  sind  die  Schichten  mächtiger,  und  werden  von  den  Stein- 
brechern Maliere  genannt.    Ausser  den  in  der  vorhergehenden  Liste  mit 
einem  Sternchen  bezeichneten  Arten  kommen  hier  noch  vor: 
Bd.  cf.  canalictUatus 
Naut.  lineatus  Sow. 

„  siuimtus 
Amm.  Skboldi  Opp. ' ) 
Pholadomya  allica 
Modiola  veniricosa  PRoem. 

,      plicata  Sow. 
Lima  heteromorpha 
Pecten  barbatus  Sow. 

„     pumilus  Lam. 
Plicatuia  catinus  Desl. 

»      polyptica  Desl. 
Gryphaea  cf.  sublobata  Desh. 
Rhynch.  ringens 

Aus  diesen  Listen,  welche  Arten  enthalten,  die  grossentheils  äusserst 
nahe  verwandt  oder  selbst  ident  sind  mit  solchen  aus  dem  Oolite  de  Bayeux, 
geht  deutlich  hervor,  dass  wir  hier  die  Wiege  jener  Fauna  zu  suchen  haben, 
welche  später,  in  den  Zonen  des  A.  Humphriesianus  und  Parkinson*,  zur 
Verbreitung  über  ganz  Centraieuropa  gelangte. 

In  anderen  Theilen  Frankreichs  herrschen  wieder  andere  Verhältnisse, 
welche  zum  grössten  Theil  noch  weniger  bekannt  sind.  Dem  Ostufer  des 
Pariser  Beckens  entlang  sind  es  meistens  Eisenoolithe,  welche  in  ihrer 

')  Von  mir  selbst  gesammelt  bei  Evrecy,  ein  Exemplar  dieser  Art  erhielt  ich  auch 
hu«  den  Murchisonae-Schichten  Ton  Yeovil  (Doreetab.). 


Digitized  by  Google 


(12) 


518 


Fauna  die  Mitte  halten  zwischen  dem  schwäbischen  und  normannischen 
Typus,  im  Süden  von  Frankreich  aber,  da  wo  sich  das  allemannisch- 
frankische  Meeresbecken  mit  dem  mittelländischen  verbindet,  aber  auch  an 
der  Nordküste  des  Centralplateaus  von  Frankreich  sind  es  hauptsächlich  in 
ihrer  Fauna  ziemlich  arme,  harte  Kalke,  welche  die  Zone  zusammensetzen. 
Pecten  pesonatus  in  Vereinigung  mit  einer  Fucus-Art,  Chondrites  scoparius 
Thioll. ,  ist  hier  beinahe  allein  leitend.  Am  entwickeltsten  erscheint  diese 
Facies  an  den  Küsten  de«  mittelländischen  und  pyrenäischen  Beckens 
des  Jura- Meeres. 

Ablagerungen  aus  einer  weiten,  vor  den  Wellen  der  hohen  See  ziemlich 
geschützten  Bucht  haben  wir  in  den  Tbonschichten  der  Norddeutschen 
Jurabildungen  vor  uns.  Die  Fauna  der  Zone  des  Amm.  Murchisonae  scheint 
indess  nur  eine  sehr  kleine  Reihe  von  Arten  besessen  zu  haben,  welche  in 
Meerestheilen ,  denen  grosse  Schlammmassen  zugeführt  wurden,  ihr  Leben 
zu  fristen  im  Stande  waren.  Die  Anzahl  von  Formen,  welche  die  Zone 
des  Amm.  Murchisonae  im  norddeutschen  Meeresbecken  bevölkern,  ist  daher 
ausserordentlich  gering.  Wir  treffen  einige  Arten  von  Qasteropoden  und 
Pelecypodcn,  welche,  aus  der  Zone  der  Trigonia  navis  noch  hier  herauf 
fortsetzend,  ihr  kümmerliches  Dasein  fristen,  einige  Formen  stellen  sich 
aber  auch  bereits  ein,  die  anderwärts  erst  die  Zone  des  A  Sowerbyi  cha- 
rakterisiren,  unter  ihnen  ist  namentlich  Bei.  TrautschoUH  hervorzuheben; 
von  für  die  Zone  des  Amm.  Murchisonae  aber  einigermassen  bezeichnenden 
Arten  kommen  nur  vor: 

Amm.  Murchisonae  Sowerby. 

TurriteUa  cf.  elongata  Ziet. 

Nucula  Aalensis  Opp. 

Leda  Deslongchampsi  Opp. 

Avicula  elegant  Mnst. 

Pecten  diseiformis  Schübl. 

Pecten  pumilus  Lamk. 
Wir  haben  somit  für  die  Unterlage  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  fol- 
gende eigentümliche  Entwicklungsarten  zu  unterscheiden:  Strandbildungen 
an  offenen  Küsten  mit  sandigem  Meeresgrund,  Bildungen  an  mehr  geschützten 
Küsten  mit  theils  schlammig -sandigem,  theils  felsigem  Meeresgrund,  Ab- 
lagerungen aus  weiteren  Buchten  mit  durchaus  schlammigem  Meeresgrund, 
und  endlich  in  tieferem  Wasser  abgesetzte  kalkige  Niederschläge. 

Diese  Typen  der  Facies  wechseln  theils  mit  der  nächst  höheren  Zone, 
theils  bleiben  sie  sich  gleich,  und  dieses  Verhalten  gewährt  gute  Stützpunkte 
zur  Beurtheilung  der  eintretenden  grösseren  oder  kleineren  Voränderungen, 


Digitized  by  Google 


510 


(13) 


welche  die  Meere  der  jurassischen  Periode  zur  Zeit  des  Auftretens  des 
Amm.  Sowerbyi  sei  es  in  ihrer  Configuration,  in  ihrer  Uferbeschaffenheit, 
in  den  Meeresströmungen  oder  der  Windrichtung  erlitten  haben.  Je  grösser 
der  Wechsel  oder  die  Differenz  in  der  Facies  unmittelbar  aufeinander 
ruhender  Schichten  ist,  um  so  bedeutender  müssen  auch  die  Veränderungen 
in  den  eben  angedeuteten  Verhältnissen  innerhalb  kurzer  Zeiträume  gewesen 
sein,  und  es  lässt  sich  denken,  dass  solche  Veränderungen  auch  auf  die 
die  Küsten  bewohnenden  Faunen  einen  sehr  bedeutenden  Einflusa  ausüben 
mussten.  Die  Abweichungen  in  der  Facies  zwischen  der  Zone  des  Amm. 
Murchisonae  und  der  des  Amm.  Sowerbyi  sind  nun  zwar  im  Allgemeinen 
wenig  beträchtlich,  wie  überhaupt  die  Facies  in  der  letztgenannten  Schicht 
keinen  ganz  bestimmt  ausgeprägten  Charakter  an  sich  trägt,  indess  lassen 
sich  doch  aus  der  Betrachtung  derselben  manche  Schlüsse  ziehen.  Man 
kann  erkennen,  dass  der  Wechsel  der  Facies  sich  nicht  auf  grossen  Strecken 
gleichzeitig  einstellte,  aus  dem  verschiedenen  Verhalten  der  einzelnen 
Schichten  zu  einander  an  verschiedenen  Localitäten.  Während  an  einzelnen 
Punkten  die  beiden  hier  in  Rede  stehenden  Bildungen  nur  wenig  miteinan- 
der gemein  haben,  in  Gesteinsbeschaffenheit  wie  in  ihrer  Fauna  fast  gänz- 
lich differiren,  macht  sich  an  anderen  Stellen  kaum  eine  geringe  Veränderung 
in  den  allgemeinen  Verhältnissen  bemerklich,  ein  grosser  Theil  der  bereits 
tiefer  vorhandenen  Fauna  erscheint  auch  oben  wieder,  jedoch  merkwürdiger 
Weise  mit  Formen  vergesellschaftet,  die  in  früheren  Zeitabschnitten  gänzlich 
mangelten.  Diese  Formen  stellen  sich  ein,  gleichgültig,  ob  die  Faciesver- 
hältnisse  sich  gegen  früher  geändert  hatten  oder  nicht,  sie  erscheinen  gleich- 
zeitig in  ganz  Central -Europa,  die  älteren  Formen  aber  werden  nur  noch 
so  neben  den  neuen  Eindringlingen  geduldet,  und  verschwinden  auch  sehr 
bald  von  dem  Schauplatze,  da  gewöhnlich  mit  dem  Verschwinden  des  A. 
Sowerbyi  die  Facies -Verhältnisse  nun  auch  an  den  Punkten  sich  ändern, 
die  bisher  in  dieser  Beziehung  keinem  Wechsel  unterworfen  gewesen  waren. 
Es  geht  daraus  hervor,  dass  erst  dann  uns  in  den  Schichten  eine  gänzlich 
neue  Fauna  entgegentritt,  wenn  die  Summe  der  an  einzelnen  Punkten 
successive  stattfindenden  Veränderungen  gross  genug  geworden  ist,  um 
sämmtliche  Sprösslinge  früherer  Faunen  zu  vernichten ,  so  dass  der  Wechsel 
der  Faunen  nicht  ein  plötzlicher,  sondern  ein  allmähliger  ist  Woher  aber 
die  neuen  Formen,  welche  sich  zwischen  die  aus  früheren  Zeiten  vorhan- 
denen Arten  eindrängen,  und  durch  ihr,  relativ  gleichzeitiges  Auftreten  über 
sehr  grosse  Erstreckungen  die  Mittel  an  die  Hand  geben  zur  Bestimmung 
des  Alters  einer  Schicht  P  Als  nächsten  Verwandten  haben  fast  sämmtliche 
Ammoniten-  Arten  der  Sowerbyi  -  Schicht  den  A.  Murchisonae.    Bei  Gingen 


Digitized  by  Google 


(14)  520 

(Württemberg)  hatte  ich  zu  beobachten  Gelegenheit,  dass  die  typische  Form 
des  A.  Mutchisonae  hier  in  einer  Lage  angetroffen  wird,  in  welcher  er 
mit  der  Unterseite  noch  in  die  eigentlichen  Murcbisonae- Sandsteine  einge- 
backen ist,  auf  seiner  Oberseite  aber  bereits  von  den  sandig  knolligeu 
Thonbildungen  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  überzogen  wird,  unmittelbar  darauf 
liegt  A.  patella  n.  sp.  und  A.  jugifer  n.  sp. ,  ohne  dass  ich  Uebergänge 
dieser  Arten  in  A.  Mwrchisonae  zu  constatiren  im  Stande  bin.  Wo  ist  al»o 
nun  die  Brutstätte  dieser  Ammoniten- Arten ,  haben  sie  sich  in  anderen 
Welttheilen  durch  langsame  Umbildung  aus  gemeinsamen  Grundformen  ent- 
wickelt, oder  sind  sie  so,  wie  wir  sie  finden,  an  Ort  und  Stelle  geschaffen? 
Für  Ersteres  spricht  ihre  nahe  Verwandtschaft  zu  den  zunächst  vorher- 
gehenden Formen;  wie  geschah  es  aber  dann,  dass  sie  sich  von  ihrer  Brut- 
stätte aus  plötzlich  über  ganz  Centrai-Europa  verbreiteten,  und  gleichzeitig 
an  den  entferntesten  Punkten  auftreten?  Aehnliche  Fragen  drängen  sieb 
auf  bei  jeder  einzelnen  Art,  welche  in  ganz  Centraieuropa  für  das  specielle, 
minutiöse  Niveau  sich  als  leitend  uns  darstellt.  Wir  treten  eben  mit  diesen 
Fragen  in  das  geheimnissvolle  Gebiet  des  wirkenden  Werdens,  das  der 
Forschung  so  schwer  zugänglich  ist,  da  sich  den  Sinnen  nur  das  Gewordene 
darstellt.  Das  aber  ist  gerade  die  Aufgabe  der  nächsten  Zeit,  diese  Fragen 
womöglich  zur  Lösung  zu  bringen.  Ich  selbst  hätte  gerne  einige  Forschungen 
in  dieser  Beziehung  angestellt,  doch  machten  mir  die  im  vorigen  Jahre 
herrschenden  politischen  Verhältnisse  die  hiezu  nöthigen  Reisen  in  verschie- 
dene Theile  Frankreichs  unmöglich. 

Wie  schon  oben  erwähnt,  hat  freilich  die  Facies  in  der  Zone  des  Amm. 
Sowerbyi  eigentlich  nirgends  einen  so  bestimmt  ausgeprägten  Charakter, 
dass  man  sie  ohne  Bedenken  in  eine  der  bis  jetzt  unterschiedenen  Faciea- 
Classen  einreihen  könnte.  Zwar  dürfte  man  vielleicht  das  Vorkommen ,  wie 
es  uns  bei  Gingen  in  Württemberg  entgegen  tritt,  als  Coral- Facies,  die 
Ausbildung  der  Zone  in  Norddeutschland  aber  mit  ihren  mächtigen  Thon- 
Ablagerungen  als  Myaciten- Facies  betrachten,  doch  tritt  der  Charakter  dieser 
Facies  nie  so  deutlich  hervor,  als  diess  in  den  Bildungen  des  oberen  Jura 
so  häufig  der  Fall  ist  Dass  sich  indess  auch  bei  der  hier  in  Rede  stehen- 
den Zone  bei  Betrachtung  der  Gesteinsbeschaffenheit  im  Zusammenhalte  mit 
den  Artvorkommnissen  ein  gewisser  Entwicklungstypus,  der  nach  den  Le- 
talitäten sich  ändert,  herausfinden  lässt,  ist  natürlich. 

Die  Fauna  der  Zone  ist  ziemlich  reich  an  Formen,  wenn  sie  sich  auch 
mit  jener  in  den  Eisenoolithen  der  Zonen  des  Anm.  HumpJuiesianus  und 
Amm.  Parki^soni  von  Bayeux  eingeschlossenen  vor  der  Hand  nicht  messen 
kann.    Am  Ende  dieser  Arbeit  sind  2G4  Arten  aufgeführt;  würde  ich  die, 


Digitized  by  Googl 


(15) 


welche  an  verschiedenen  Legalitäten  Frankreichs,  so  bei  Nancy  oder  auch 
bei  Bayeux,  sich  finden,  noch  ausführlicher  haben  beiziehen  können,  würde 
die  Zahl  wohl  um  ein  Drittheil,  namentlich  an  Gasteropoden,  vermehrt  wor- 
den sein.  Die  Bearbeitung  dieses  Theiles  der  Fauna  überlasse  ich  indess 
Herrn  Schlumberger  in  Nancy,  der  hiefür  ein  ausgezeichnetes  Material 
zusammengebracht  hat,  und  hoffe,  dass  er  die  wissenschaftliche  Welt  recht 
bald  durch  eine  Publication  hierüber  erfreuen  werde.  —  An  keiner  Localität 
findet  sich  die  ganze  Fauna  der  Zone  wieder,  stets  trägt  das  Zusammen- 
vorkommen der  Arten  das  Gepräge  der  jeweilig  herrschenden  localen  Ver- 
hältnisse; sehr  selten  findet  sie  sich  auch  rein,  d.h.  un vermischt  mit  höher 
oder  tiefer  liegenden  Formen.  Diese  Vermischung  ist  um  so  beträchtlicher, 
je  mehr  sich  die  Faciesverhältnisse  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  denen  der 
nächstliegenden  Zonen  anschlieseen. 


Digitized  by  Google 


Verbreitung  der  Zone  des  A.  Sowerbyi. 


Um  die  specielleren  Verhältnisse  der  Zone  möglichst  übersichtlich  zu 
machen,  theile  ich  das  ganze  Territorium  in  einzelne  Heeresbecken,  welche 
ich  nach  der  Configuration  der  damaligen  Küsten  des  Jura -Meeres  abzu- 
grenzen bestrebt  bin.  Es  ergeben  sich  bei  der  Betrachtung  der  Karte  des 
Jura- Meeres  sehr  natürlich  folgende  Meeresbecken:  I.  Süddeutsches 
Becken,  welches  den  Jura  in  Franken  und  Schwaben,  so  wie  auch 
denjenigen  des  süd  -  östlichen  Badens  und  des  Randen  umfasst;  II.  Hel- 
vetisches Becken,  den  Jura  der  Schweiz  von  der  Lägern  angefangen 
bis  zu  seinem  Anschluss  an  die  Alpen,  in  seinem  Verlaufe  durch  die 
Dep.'s  Doubs,  Jura  und  Ain  in  sich  begreifend;  ausserdem  schliessen  sich 
hier  noch  an  die  Jurabildungen,  welche  den  Ostrand  des  Centraiplateaus 
von  Frankreich  umziehen  in  den  Dep.  Rhone,  Saöne-et-Loire,  Cöte 
d'Or,  der  Jura  am  Südufer  der  Vogesen- Halbinsel,  Dep.  Haute-Saöne, 
sowie  die  geringen  Ueberreste  der  Juraformation  im  Rheinischen  Meerbusen, 
welcher  die  hieher  gehörigen  Bildungen  im  südlichen  Baden,  westlich  vom 
Schwarzwald  nebst  denen  in  den  Dep.  Haut-Rhin  und  Bas-Rhin  in 
sich  schliesst;  III.  Mittelländisches  Becken,  das  sich  über  die  Jura- 
Bildungen  der  Dep.'s  Lozere,  Aveyron,  Herault,  Gard,  Ardeche, 
Drdme,  Basses- Alpes,  Var  und  Bouches-du-Rhöne  erstreckt  (hier 
könnte  sich  vielleicht  auch  noch  der  am  Südfusse  der  Alpen  abgelagerte 
Jura  anschliessen ,  der  indess  wahrscheinlich  besser  in  ein  gesondertes  „Ita- 
lienisches Becken"  verwiesen  wird);  IV.  Pyrenäisches  Becken,  die 
Dep.'s  Lot,  Dordogne,  Charente,  Charente-infärieure,  vielleicht 
auch  noch  Deux-Sevres,  so  wie  die  Jurabildungen  am  Nordfusse  der 
Pyrenäen  umfassend;  V.  Pariser  Becken,  schon  von  Hebert  genauer 
'ibgegrenzt  und  beschrieben;  ich  ziehe  zu  diesem  Becken  indess  auch  noch 
die  Jurabildungen  im  südlichen  England,  in  Dorsetshire  und  Wiltshirc; 
VI.  Nordenglisches  Becken  mit  den  jurassischen  Ablagerungen  in 


Digitized  by  Google 


r>24 


Glouccstershire  beginnend  und  sich  bis  nach  Yorkshire  fortsetzend: 
VII.  Norddeutsches  Becken,  schliesst  den  Jura  in  Hannover  und 
Braunschweig,  so  wie  den  der  Gegend  von  Magdeburg  ein. 

Diese  Aufzahlung  der  Meeresbecken  gibt  zugleich  auch  einen  Ueberblick 
über  die  Verbreitung  der  Zone  des  A.  Sowerbyi.  Die  östlich  und  südlich 
von  diesem  Verbreitungsbezirke  gelegenen  Gegenden  haben  bis  jetzt  noch 
keine  Andeutung  der  Zone  geliefert.  Der  Unteroolith  ist  hier  entweder  zu 
eigentümlich  entwickelt,  oder  zu  wenig  bekannt,  um  in  Betracht  gezogen 
werden  zu  können. 

I.  Süddeutsches  Meeresbecken. 

Franken.  Hier  war  es  zuerst  Herr  Dr.  Schrüfer1),  welcher  Amt». 
Sowerbyi  in  einem  gesonderten  Lager  nachwies  und  in  seine  Tabelle  eintrug. 
Sein  Profil  ist  folgendes: 


Oberer 
brauner 
Jura 

j 

Graue  Thone  mit  verkiesten  Ammoniten 

Mittlerer 
brauner  Jura 

Oolithische  Kalkmergel  mit: 
Antmomtes  Humphriesianus,  Trigonia  costata  j 
Bdenmites  giganteus 
Ammomtes  Tessonianus,  Astarte  minima 
Ammonites  Sowerbyi 

Jura 
ichten 

C  Graue  versteinerungsleere  Thone 

©  o 
a  m 

2  —  3'  Zwei  dünne  Sandsteinbänke 

 ' 

>rau 

7'  Gelbe  und  rothe  Thone 

9  'S 

l'  Muschelbank:  Pecten  personatus 

Untei 
Mürel 

Mächtige  Bänke  von  Personatensandstein 

Er  beobachtete  dasselbe  bei  Friesen  und  Frankendorf,  so  ziemlich  am 
Nordende  des  fränkischen  Meerbusens.  Es  ist  im  Allgemeinen  vollständig 
richtig,  doch  verwechselt  er  im  Texte  die  hier  mit  dem  Ausdrucke  „Muschel* 
bank"  bezeichnete  Schicht  sehr  häufig  mit  einer  etwas  höher  liegenden 
sandigkalkigen  Bank,  welche  in  das  Niveau  des  A.  Sowerbyi  fällt. 

')  18fll,  Schrüfer:  Die  Juraformation  in  Franken  p.  65. 


Digitized  by  Google 


r,2  :> 


(19) 


Bedeutend  genauere  und  bestimmtere  Anhaltspunkte  bietet  ein  etwas 
später  erschienener  Aufsatz  von  Gürabel  '),  durch  welchen  man  in  den 
Stand  gesetzt  ist,  die  hier  in  Betracht  kommenden  Schichten  längs  des 
ganzen  Randes  des  Jura  in  Franken  zu  verfolgen. 

Wenn  wir  zunächst  das  Ostufer  des  fränkischen  Busens  näher  in  Be- 
tracht ziehen,  so  zeigt  sich,  dass  erst  in  den  nördlicheren  Theilen  desselben 
die  Zone  des  A.  Sowerbyi  sich  einigermassen  befriedigend  nachweisen  lässt, 
während  in  den  südlicher  gelegenen  Distrikten  die  Schichten  bei  ziemlich  steil 
aufgerichteter  Lagerung  eine  ziemlich  kümmerliche  Entwicklung  zeigen.  Der 
untere  Dogger  wird  hier  so  zu  sagen  allein  aus  Eisensandsteinen  zusammen- 
gesetzt, über  dem  einige  Lagen  harten  eisenoolithischen  Kalkes  A.  ParJdn- 
soni  beherbergen.  Gümbel  gibt  ein  Profil  von  Gross  Saltendorf  und 
erwähnt,  dass  ähnliche  Verhältnisse  bis  in  die  Gegend  von  Regensburg 
sich  finden.  Erst  in  der  Nähe  von  Pegnitz  beginnt  die  Zone  des  Amm. 
Sowerbyi  deutlich  sich  hervorzuheben.  Sie  lagert  hier  über  dem  Eisensand- 
«tein  (Zone  des  A.  MurcJiisonae),  über  welchen  sich  blauer  lettiger  Schiefer- 
thon anschliesst,  als  ein  gelber  Sandstein  und  Sandkalk,  bröcklich,  mit 
zahlreichen  Knollen  und  Lagen  voll  Versteinerungen  in  einer  Mächtigkeit 
von  5',  unmittelbar  darüber  folgen  Eisenoolithe  mit  A.  Humphriesianus: 
die  Zone  des  A.  Sauzei  ist  hier  noch  nicht  nachgewiesen.  Weiter  nördlich 
gewinnt  die  Zone  des  A.  Sowerbyi  zwar  nicht  an  Mächtigkeit,  dennoch  aber 
ist  sie  leicht  aufzufinden,  indem  ihre  Gesteine  an  Härte  bedeutend  zunehmen, 
und  man  schon  bei  einer  ziemlich  flüchtigen  Begehung  des  Terrains  die 
ihre  Köpfe  weit  hervorstreckenden  harten  Sandkalkbänke  nicht  leicht  über- 
sehen wird.  Für  die  Ausbeutung  der  Schichten  ist  diess  freilich  nicht  sehr 
günstig,  indem  es  unmöglich  erscheint,  aus  dem  mit  den  besten  Werk- 
zeugen nur  schwer  zu  bearbeitenden  Felsen  die  Versteinerungen  unversehrt 
herauszubekommen.  Man  muss  sich  mit  dem  begnügen,  was  auf  der  Ober- 
fläche des  Gesteins  herauswittert.  Ich  sammelte  auf  solche  Weise  in  der 
(regend  von  Weismain,  gerade  da,  wo  das  Ostufer  des  fränkischen  Busens 
in  das  Nordufer  verläuft,  folgende  Arten: 

Bei.  Trautscholdi  Opp. 
Amm.  jugifer  n.  sp. 
Lucina  sp. 

Astarte  elegans  Sow. 

')  1864,  Gfimbel:  Die  geognostischen  Verhältnisse  der  Fränkischen  Alb.  Separatabdr. 
am  Bavaria  III.  Bd.,  IX.  Buch. 


Digitized  by  Google 


(20) 


ünicardium  cf.  depresswn  Phill. 
Trigonia  trigona  n.  sp. 

„      tubereulata  PAgass. 
Tancredia  donaciformis 
Gcrvillia  subtortttosa  Opp. 

„      praelonga  Lyc. 
Pecten  disciformis  Schübl. 

„     pumihts  Lauck. 
Placunopsis  Gingensis  Quenst. 
Ostrea  calceola  Ziet. 
Serptda  cf.  quadrilatera  Gdf. 

In  der  Gegend  von  Banz,  an  der  nordwestlichsten  Ecke  des 
Busens,  sind  die  uns  hier  beschäftigenden  Schichten  bereits  wieder  be- 
deutend weniger  deutlich  zu  unterscheiden.  Es  sind  rötbliche  oder  graue 
Thone,  welche  über  den  Murchisonae-Schichten  folgen,  und  einzelne  Partien 
grauer  sandiger  Kalkbänke  einhüllen.  Erst  weiter  gegen  Süden  gewinnt  das 
Gestein  wieder  an  Festigkeit,  und  es  stellen  sich  zugleich  wieder  häufigere 
Petrefakten  ein.  Yon  Uetzin g  südlich  wird  man  die  Schicht  nicht  leicbt 
vermissen,  wenn  auch  die  Mächtigkeit  bisweilen  auf  ein  Minimum  herab- 
sinkt, doch  wird  man  auch  dann  in  den  in  die  Thonschichten  eingeschlossenen 
Brocken  harten  sandigen  Kalkes  Exemplare  von  Bei.  Trautscholdi  wobl 
nirgends  vergeblich  suchen. 

Immer  noch  an  der  Westküste  des  Fränkischen  Meerbusens  südwärts 
schreitend  erreicht  man  die  Gegend  zwischen  Erlangen  und  Gräfenberg, 
welche  für  die  Beobachtung  der  Zone  des  A.  Sotcerbyi  vieles  Interessante 
bietet.  Ich  hatte  Gelegenheit,  hier  an  den  Ausläufern  des  Hetzlas,  eines 
Berges  in  der  Nähe  von  Erlangen,  ein  Paar  Profile  aufzunehmen,  welche 
ich  desshalb  hier  anführen  mochte,  weil  sie  Gelegenheit  bieten  zu  zeigen, 
wie  auf  eine  Erstreckung  von  wenigen  Stunden  nicht  nur  die  Gesteins- 
beschaffenheit einer  Schicht,  sondern  selbst  die  ganze  Entwicklung  einer 
Reihe  von  Schichten  sich  ändern  kann. 

Wenn  man  von  Erlangen  nach  Neunkirchen  am  Brand  und  von 
da  nach  Grossenbuch  geht,  so  kann  man,  hinter  letzterem  Orte  gegen 
den  Hetzlas-Sattel  hinaufsteigend,  nachdem  man  im  Dorfe  selbst  Posi- 
donienschiefer  anstehen  sah,  und  über  Opalinus -Thon  und  Eisensandstein 
langsam  ansteigend,  nahezu  die  Höhe  erreicht  hat,  folgendes  Profil  beob- 
achten.   Schichtenfolge  von  unten  nach  oben: 


Digitized  by  Google 


JJ 

c  £ 


a 

o 


x 

TS 

« 
C 

o 
S5 


x  'S 


527  (21) 

1)  Eisensandstein,  sehr  mächtig,  darüber 

2)  15'  grauer  Thon,  ohne  Versteinerungen; 

3)  11"  gelber  weicher  Sandstein,  knollig  mit  Fukoiden; 
«   4)  2—3"  grauer  Thon; 

5)  4—5"  gelber,  nicht  sehr  feinkörniger,  weicher  Sandstein  mit 
einer  Thonzwischenlage; 

6)  2\"  grauer  sandiger  Thon; 

7)  2"  unregelmässige  Lage  gelblichgrauen  Sandsteins  mit  Thon- 
gallen und  unzähligen  Gliedern  von  Pentacr.  cf.  cristagdüi  Quenst, 
ausserdem  Zähne  und  Knochen -Fragmente  von  Ichthyosaurus, 
Lamma  u.  s.  w.; 

8)  1"  unregehnässige  Lage  grauen  Thones; 

9)  2"  braune  harte,  sandige  Kalkbank  mit  vielen  Versteinerungen 
(Schicht  des  A.  Sowerbyi)', 

10)  4"  brauner  Thon; 

11)  2"  braune  Kalkbank  mit  vielen  Muschelbruchstücken; 

12)  1'  schwarzer  Thon; 

13)  2"  knollige  Kalkbank  mit  vielen  aufsitzenden  glatten  Austern; 

14)  1'  schwarzer  Thon; 

15)  6"  blauer,  gelb  überlaufender,  zäher  Kalk,  beim  Zerschlagen 
rothe  dendritische  Flecken  und  zerstreute  pulverformige  Eisen- 
oolithkörnchen  zeigend; 

16)  \\'  gelber,  etwas  oolithischer  Mergel  mit  2  knolligen,  härteren 
Zwischenlagen,  nach  oben  durch  eine  unregelmässige  Knollen- 
lage mit  vielen  Muschelbruchstücken  und  Bd.  Gingensis  ab- 
gegrenzt ; 

17)  6"  gelber  Mergel  mit  Bd.  Giganteus,  Rhabdocid.  Anglo-Suevicu, 
Ehynch.  spinosa; 

18)  6"  graue,  gelb  überlaufende,  weiche  Kalke,  ähnlich  Nr.  15, 
\      \       aber  mit  selteneren  Flecken  und  häufigeren  Oolithkörnern :  A. 
N      <       polyschides  n.  sp.  (Schicht  des  A.  Sauzei); 

(19)  2"  gelblicher  Thon; 
T3|,I<20)  mehrere  Bänke  blauen,  sehr  harten  Kalkes  mit  A.  Bornum, 
^  J  1  [       Cerithittm  tntmcato-co$tatumy  WaWieimia  Waltoni  iL  s.  w. 

Die  Schicht  Nr.  9  ist  an  vielen  nahe  gelegenen  Punkten  aufgeschlossen, 
namentlich  wurden  viele  der  harten  Kalkplatten  bei  Anlegung  eines  Hopfen- 
gartens ausgebrochen  und  waren  so  eine  Zeit  lang  der  Verwitterung  aus- 
(2)  34 


Digitized  by  Google 


(22) 


528 


gesetzt,  wodurch  allein  die  Petrefakten  in  dem  harten  Gesteine  deutlich 
entblösat  werden.    Ich  erhielt  an  dieser  Stelle: 
Bdemnites  Gingensis  Opp. 

„         Trautscholdi  Opp. 
A mmomtes  furticarinatus  Quenat. 

„        discites  n.  8p. 
Tancredia  cf.  donaciformis  Lyc. 
Corbuia  obscura  Sow. 
Astarte  elegant  Sow. 
„     Aalensis  Opp. 
„     sp.  ind. 
Trigonia  Goldfussi  Agass. 
Lima  duplkala  Sow. 
Avicula  elegans  Mst. 
Gervüiia  subtortuosa  Opp. 
Pecten  pumihts  Lamk. 

,,     disciformis  Schübl. 
Hinnites  Gingensis  n.  8p. 
Ostrea  calceola  Ziet. 
Pentacr.  cf  cristagaUi  Quenst. 
Serpula  socialis  Gdf. 
„       quadrilatera  Gdf. 

Die  Facies,  in  welcher  diese  Schichten  hier  auftreten,  int  genau  die- 
selbe, in  welcher  der  Eisensandstein  und  die  in  ihn  eingeschlossene  Fauna 
entwickelt  ist  Die  Brachiopoden  fehlen  gänzlich,  die  Radiaten  fast  ebenso. 
Ausserdem  finden  wir  die  Pelecypoden  nie  in  duplicaten  Exemplaren,  was 
aufs  bestimmteste  auf  eine  Strandbildung  hinweist. 

Ganz  anders  stellt  sich  die  Schichtenfolge  dar,  wenn  wir  uns  nach 
einem  anderen  Ausläufer  des  Hetz  las,  welcher  etwas  weiter  gegen  Grä- 
fenberg  zu  gelegen  ist,  wenden.  An  einem  Bergvorsprunge,  unter  dessen 
Schutz  das  Dorf  Pommer  sich  angesiedelt  hat,  zeigt  sich  folgende  Schichten- 
reihe deutlich  aufgeschlossen,  von  unten  nach  oben  darbietend: 

1)  Eisensandstein  in  machtigen  Bänken; 

2)  15'  schwarzer  Thon  ohne  Versteinerungen; 

3)  1'  braunrothe  knollige  Sandsteinbank; 

4)  G"  schwarzer  Thon; 

5)  4"  braunrother  weicher  Sandstein; 

6)  2"  Thon; 

7)  3"  hellgelber,  sehr  milder  Sandstein; 

«)  r  braungelber,  knolliger,  nach  oben  zerbröckelnder  Sandstein. 


^  1 


Digitized  by  Google 


529 


(23) 


9)  1'  gelber  Thon,  vollgespickt  mit  weissen  Schalenbruchstücken, 
viele  Knollen  gleich  denen  von  Gingen  (Württemberg,  siehe 
unten)  enthaltend:  Bei  Gingensis,  A.  Sowerbyi; 

10)  9"  grauer,  gelbverwitternder  Thon  mit  Belemnites  cancdiculatus, 
Rhabdocid.  Anglo-Suevica ; 

11)  5—6"  graue,  gelbverwitternde  Kalkmergelbank  mit  vielen  auf- 
sitzenden Serpula; 

12)  3"  Thon; 

13)  4  —  5"  Bank  grauen,  sehr  harten  Kalkes,  bei  der  Verwitterung 
gelb  überlaufend,  an  seiner  Oberfläche  von  Bohrern  zerfressen; 

14)  8'  Thon,  schwarz  mit  grauen,  fleckigen,  harten  Geoden; 

15)  6"  unregelmässige  Knollen  eines  sehr  grob  eisenoolithischen 
Kalkmergels,  grosse  schlecht  erhaltene  Planulaten,  anscheinend 
A.  funatus  Opp.  enthaltend ; 

16)  4—6'  schwarzer  Thon  mit  Bei.  subhastatus?  die  oolithischen 
Knollen  setzen  zerstreut  hier  herauf  fort; 

17)  hellgrauer  Thon  mit  Schwefelkies,  Amm.  ornatus. 

Ohne  mich  auf  die  Deutung  der  über  Schicht  Nr.  9  folgenden  Ab- 
lagerungen, von  denen  ich  nur  erwähnen  will,  dass  sie  von  den  gleichen 
Schichten  des  vorigen  Profils  in  jeder  Beziehung  gänzlich  abweichen,  näher 
einzulassen,  will  ich  nur  über  die  eigentliche  Zone  des  A.  Sotcerbyi  einige 
genauere  Angaben  machen.  Es  fallt  sogleich  auf,  dass,  obwohl  auch  hier 
das  Profil  über  dem  Eisensandstein  mit  15'  Thon  beginnt,  es  doch  in  den 
darüber  folgenden  Schichten  sehr  bald  von  den  gleichen  Ablagerungen  des 
Profils  von  Grossenbuch  bedeutend  abweicht,  indem  die  ganze  Zone  auf 
eine  nur  1'  mächtige  Thonschicht  reducirt  erscheint.  Andrerseits  ist  auch 
die  Fauna  eine  von  jener  von  Grossenbuch  vielfach  verschiedene.  Ich 
sammelte  in  der  Schicht  Nr.  9 


•  -  'S. 
N!5C 


«2 


§  S 

O  o 

z  I 

II 

_:  «, 
-  m 

S 

2 


(2*) 


CytJiereis  Suevica  n.  sp, 
Belcmnites  Gingensis  Opp. 

„        TrautschoJdi  Opp. 

„        giganteus  Sohloth. 
Ammoniks  Sowerbyi  Mill. 
Turbo  sp. 

Eucydus  Balkis  Orbigny 
Pleurotonuiria  AgatJvis  Orb. 
Nuctda  Acdensis  Opp. 
Tancredia  danaeiformis  Lyc. 


34' 


Digitized  by  Google 


124) 


530 


Ästarte  degam  Sow. 
Cypricardia  Franconica  n.  sp. 
Trigonia  striata  Sow. 

„      cf.  costata  Park. 
Protocardia  striattda  Phill. 
-rlwcw/a  elegans  Mnst. 
Verna  crassitesta  Gdf. 
Pecten  pumilus  Lamk. 

„      ambiguns  Gdf. 
Ostrea  cretiata  Gdf. 
Heteropora  retictdata  Hainie. 
Berenicea  scobinula  Mich. 
Stomaiopora  Terquemi  H. 
Goniaster  sp.  indet. 
Montlivaltia  trocJiöides  H. 
Fora*Mt>i*/«ren. 

Unter  all  diesen  Vorkommnissen  ist  Ferna  crassilesta  weitaus  das  häu- 
figste, die  Schicht  ist  wahrhaft  angefüllt  mit,  freilich  meist  abgeriebenen 
Bruchstücken  dieser  Schalen.  Nebst  dem  kommen  die  beiden  Trigonia-Arten 
in  Massen  vor,  das  Uebrige  ist  etwas  seltener.  Die  Gesammt -Fauna  aber 
weicht  bedeutend  ab  von  jener  von  Großenbuch,  die  Gasteropoden ,  viele 
eigentümliche  Formen  von  Pelecypoden,  endlich  das  Auftreten  vonBryozoen 
und  Korallen  gibt  ihr  einen  charakteristischen  Typus.  Es  scheint  wahr- 
scheinlich, dass  die  Schicht  von  Pommer  keine  Strandbildung,  sondern 
aus  etwas  tieferem  Wasser  abgelagert  ist.  Aehnliche  Verhältnisse  wie  bei 
Pommer  scheinen  auch  bei  Gräfenberg  noch  die  herrschenden  zu  sein, 
das  Meiste,  was  Goldfuss  mit  der  Bezeichnung  „Gräfenberg"  abbildet, 
stammt  aus  der  Zone  des  A.  Sowerbyi. 

In  der  Gegend  von  Neumarkt  öffnet  sich  der  Fränkische  Busen  gegen 
das  grosse  süddeutsche  Meeresbecken,  aber  gerade  hier  wird  die  Zone  des 
A.  Sowerbyi  wieder  ziemlich  undeutlich;  blaugraue  Mergel  mit  sandigen 
Kalkbänken  vertreten  nach  Gümbel  wahrscheinlich  ihre  Stelle.  Ebenso 
verhält  es  sich  bei  Weissenburg  und  noch  weiter  westlich  nahe  an  der 
bayerischen  Grenze  bei  Heidenheim  am  Hahnenkamm.  An  letzterem 
Orte  scheint  die  Zone  wohl  vorhanden  zu  soin,  doch  wurde  sie  noch  nicht 
für  sich  nachgewiesen;  eine  harte  sandige  Kalkbank,  welche  über  dem 
Eisensandstein  liegt,  und  noch  viele  Vorkommnisse  mit  demselben  gemein 
hat,  wird  wahrscheinlich  den  Pectiniten-Kalk  (Zone  des  A.  Sowerbyi) 
der  Wasseralfinger  Gegend  darstellen.    Darüber  liegt  ein  grauer  Kalk 


Digitized  by  Google 


531  ('>:>) 


mit  einzelnen  Eisenoolithkörnchen,  welcher  .4.  polyschides  n.  sp.  und  A.  Samei 
in  sich  schliesst. 

Schwaben.  Wenn  man  die  bayerische  Grenze  vom  Hesselberg  aus, 
dem  westlichsten  Punkte  des  bayerischen  Jura,  überschreitet,  so  ist  es  zu- 
nächst der  Jura  der  Umgegend  von  Bopfingen  und  Wasseralfingen, 
welcher  Andeutungen  der  Zone  aufzuweisen  hat.  Ich  vermag  hier  der  aus- 
gezeichneten Schilderung  Q  Henstedts ')  wenig  hinzuzufügen.  Hinter  Ober- 
Alf  in  gen  den  Bachriss  hinaufsteigend,  überschreitet  man  erst  die  obersten 
Lagen  des  Opaliumsthones,  dann  den  Eisensandstein  mit  seinen  Erzflötzen, 
bis  man  in  etwa  100'  Höhe  auf  eine  15— 20' mächtige  Ablagerung  schwarzen 
etwas  sundigen  Schieferthones  stösst,  der  in  seiner  Oberregion  graue  harte 
Steinmergelknollen  einschliesst  Hier  liegt  A.  Sowerbyi  nebst  grossen  Mengen 
von  Bei.  Gingensis,  denen  sich  einzelne  Exemplare  von  Bei.  Trautscholdi, 
Ter eb ratein  und  Stacheln  und  Schalenbruchstücke  von  Bhabdocid.  Anglo- 
Suevica  und  Lima  pecHniformis  Schloth  anschließen.  L'eber  dieser  Thon- 
bildung lagert  eine  nur  wenige  Fuss  mächtigo  harte  Kalkbank  mit  vielen 
pulverförmigen  Eisenoolithkörnchen ,  welche  Peäen  pumilus  in  Massen  be- 
herbergt; ausserdem  kommen  Steinkerne  grosser  Gasteropoden  und  Ga&iro- 
pygm  Marcoui  hier  vor.  Darüber  schliesst  sich  nochmals  dunkler  Schiefer- 
letten an,  bis  endlich  graue,  sandigkalkige  Bänke  -die  Zone  des  A.  Saiaei 
andeuten. 

Bei  Gingen  im  Vilsthale,  Eisenbahnstation  unterhalb  Geisslingen, 
ist  das  Profil  zwar  ein  ähnliches,  dennoch  aber  machen  sich  bereits  kleine 
Abweichungen  bemerklich.  Die  Gliederung  ist  sehr  einfach,  von  oben 
nach  unten: 

1)  Gelbe  Thonc  mit  Bei.  Giganteus  und  B.  canaliculatus  ; 

2)  grauer,  nicht  sehr  harter,  sandiger  Kalk  in  unregelmässigen  Bän- 
ken mit  A.  Sauzei  und  A.  polyschides,  etwa  4'; 

3)  dunkle,  etwas  sandige  Thone  mit  seltenen  Gypskrystallen  und 
seltenen  verkiesten  Versteinerungen,  A.  patella,  Leda  sp.,  20'; 

4)  gelbe,  sandige  Thone  mit  vielen  grösseren  oder  kleineren  Knollen 
sandigen  Kalkes  und  Massen  von  Versteinerungen,  A.  Sowerbyi 
u.  s.  w.,  2—3'; 

5)  Eisensandstein  in  mächtigen  Bänken,  auf  seiner  Oberfläche  uneben 
und  von  Bohrern  vielfach  zerfressen  in  mehreren  Steinbrüchen 
aufgeschlossen. 

Man  sieht,  hier  fehlt  der,  die  Sowerbyi -Schicht  gewöhnlich  von  der 


')  1858,  Quenstedt:  Jar»  p  36«. 


Digitized  by  Google 


(26)  532 

Zone  de«  A.  Murchisonae  abtrennende  schwarze,  etwas  sandige  Thon.  Es 
wurde  an  dieser  Stelle  während  einiger  Zeit  kein  Sediment  abgesetzt,  und 
es  gewannen  unterdess  bohrende  Weichthiere  Zeit,  die  bereits  etwas  er- 
härteten Sandschichten  des  Eisensandsteins  zu  durchlöchern.  Einige  fran- 
zösische Geologen  haben  solchen  von  Pholaden  zerfressenen  Bänken  grossen 
"Werth  in  Bezug  auf  Schichtenunterscheidungen  und  Formationsabtheilungen 
beigelegt,  indem  sie  den  Grund  des  Vorkommens  oder  Fehlens  solcher 
Bohrlöcher  in  Niveausohwankungen  des  Meeresgrundes  suchten.  Mir  scheint 
diesen  Dingen  ein  solches  Gewicht  nicht  beizulegen  zu  sein,  da  es  von 
äusserst  zufälligen  und  ganz  partiellen  Ursachen  abhängen  kann,  das*  einer 
Stelle  des  Meeres  mehr  oder  weniger,  oder  selbst  auch  gar  kein  Sediment 
zugeführt  wird  und  sich  dann  bohrende  Mollusken  ansiedeln  können. 

Die  Localität  Gingen  ist  unter  allen  mir  bekannten  die  günstigste, 
um  die  Fauna  der  Zone  näher  zu  studiren,  wenn  sie  gleich  zunächst  nur 
eine  Facies,  die  Korallenfacies  kennen  lehrt.  In  dem  höchst  gelegenen  der 
Eisensandstein-Brüche  bei  Gingen  bildet  die  Schicht  Nr.  4  des  oben  ge- 
gebenen Profils  den  Abraum,  und  man  kann  auf  den  Schutthalden  des 
Steinbruchs  die  Sachen  mit  Bequemlichkeit  auflesen.  Ich  erhielt  im  Laufe 
der  Zeit  von  dort: 

Cythereis  Suevica  n.  sp. 
Bairdia  Gingensis  n.  sp. 
Serpula  socialis  Gdf. 
„      flaccida  Gdf. 
„       filaria  Gdf. 
„       grandis  Gdf. 
Belemnites  Gingetuis  Opp. 

t        Eschert  Mayer  (m.  s.)1) 
„        brevi/omns  Voltz 
,         brevispinatus  n.  sp. 
„         Trautscholdi  Opp. 
„         gigunteus  Schloth. 
Nautilus  U  neu  tun  Sow. 
Ammonites  Sowerbyi  Mill. 
„        adicrus  n.  sp. 
„        polyacanthus  n.  sp. 
„        Muyeri  n.  sp. 


')  Die  zur  Gruppe  de*  B.  breviformis  gehörigen  Arten  wurden  von  K.  Marer  *elM 
bestimmt. 


Digitized  by  Google 


533 


Ammonites  furticarinatus  Quenst. 
,        Gingensis  n.  sp. 
•        jugifer  n.  sp. 
,        iwtetta  n.  sp. 
„        fissilobatus  n.  sp. 
n        Brocchi  Sow. 
Eucydus  Bathis  Orb. 
Purpurina  Sowerbyi  n.  Bp. 
Pleurotomaria  Ägathis  Orb. 

n  sp.  d*v.  (Steinkerne) 

Ceritkium  cf.  ßcxuosum 
Ceromya  Orbig nyana  Opp. 
Hotnomya  gigantea  n.  sp. 
Gresslya  gregaria  Roem.  sp. 

„       latirostris  Agtws. 
Goniomya  Duboisi  Agas«. 
Pleuromya  elongata  Gdf.  sp. 

„         tenuistria  Gdf.  sp. 
Pholcuhmya  perovalis  n.  sp. 
„        ßdicula  Sow. 
„         Wittlingeri  n.  sp. 
lsocardia  Aalensis  Quenst. 
Astarte  eUgans  Sow. 
Lucina  paradoxa  n.  sp. 

,      Gingensis  n.  sp. 
Trigonia  cf.  costata  Park. 
„       sp.  tnflL 
„       sfrtato  Sow. 
„       trigona  n.  sp. 
Xeda  </.  Deslongchampsi  Opp. 
Nucula  Aalensis  Opp. 
Cucuttaea  oblonga  Sow. 
Modiola  plicata  Sow. 

„     scalata  n.  sp. 
GervilUa  subtarttwsa  Opp. 
„       c/.  Hartmanni 
„      praelonga  Lyc. 
^w'rWa  eUgans  Mnst. 
,       JftrtOia  Orb. 


534 


Uma  pectiniformis  Schloth. 
„    duplicata  8ow.  sp. 
,    tenuistriata  Gdf. 
„    altkosta  Dew.  &  Chap. 
„    i»cwa  n.  sp. 
„   pseudovaiis  n.  sp. 
Pecten  pumilus  Lamk. 
.     cf.  Saturnus  Orb. 
,     Gents  Orb. 
,     atmbiguus  Gdf. 
,     Gingensis  Quenst. 
„      e/.  barbattts  Sow. 
,     eine  tos  8ow. 
,      aratus  n.  sp. 
„     laeviradiaUis  n.  sp. 
,     oWo«<?ms  n.  sp. 
,     Betcaiquei  Opp. 
Hinnite8  Gingensis  n.  sp. 
/»oceromM^  polyplocus  F.  Roem. 
Gryphaea  stMobata  Dosh. 

,       talceola  Quensi 
Osfrea  sp.  »nd. 
Osfrea  crenaia  Gdf. 
Terebratula  globidus  n.  sp. 
,        dorsoplana  n.  sp. 
,        e/.  globato  Sow. 

c/.  Buchnanni  Dow. 
TTaldfatmia  disculus  n.  sp. 
Rhynchondla  subangtdaris  n.  sp. 
,  parx'nla  Desl. 

,  distracta  n.  sp. 

Hrmithyris  tenuispina  n.  sp. 
Defirancia  infraoolithiea  n.  sp. 
Heteropora  reiiadata  Haime 
Newopora?  foliacea  n.  sp. 
Ceriopora  arborescens  n.  ap. 

.       e/.  globosa  Mich. 
Stomatopora  recurva  n.  sp. 
,        Terquemi  Haime 


536  (29) 

Proboscina  prorepens  n.  8p. 

,         Jacquoti  Haime 
Berenicea  scobintda  Mich. 

,       margopuncta  n.  sp. 

,       compressa  Gdf.  sp. 

■       glomerata  n.  sp. 
Cricopora  acutimargo  n.  sp. 
Pu8ttdopora  Quenstedti  n.  sp. 
a        arborea  n.  sp. 
,        tenms  n.  sp. 
Escharites  rhombifer  n.  sp. 
Diastopora  subramosa  n.  sp. 
Cidaris  ovispina  Quenst. 

,      Gingcnsis  n.  sp. 

,     loracatt/Aa  n.  sp. 

,     Zschockei  Des. 
Rhabdocidaris  Anglo-Suevica  Opp. 
Gcderopygus  Marcoui  Des. 
Pwi/amww  cristagalli  Quenst. 
Eugeniacrinus  annularis  Roem. 
Cyclocrinus  rugosus  Orb. 
Chirodota  atava  n.  sp. 
Thecophyllia  excavata  n.  sp. 
Thamnastraea  Mettensis  Edw.  a.  H. 

,  Terqucmi  Edw.  a.  H. 

MonÜivcdtia  trochoides  Edw.  a.  H. 
Thccosmüia  gregaria  Edw.  a.  H. 
Isastrea  tenitistria  WCoy  sp. 

,       «p.  ttufef. 

i*bramt«i/ere« 

Cupuhchonia  sp. 

Tafptna  edtdiformis  Quenst. 
Dieses  Verzeichniss  gibt  einen  ziemlichen  Ueberblick  über  die  bei 
Gingen   sich  findende  Fauna,   wenn  auch  manche  Schalenbruchstücke, 
welche  ich  Ton  dort  erhalten  habe,  auf  weitere  Arten  schliessen  lassen. 

Die  etwas  höher  liegenden  blauen  Kalke  der  Zone  des  A.  Sautet  boten 
dagegen  nur  wenige  Fossilreste: 

Belemnites  gigantcus  Schloth. 

Ammonitrs  Sauzri  Orb. 


Digitized  by  Google 


(30)  536 


Ammonites  polyschxdts  n.  sp. 
,        falcogigas  Quenat. 

GerviUia  sp.  ittdet. 
Ptxten 

und  Stücke  mit  vielen  Fukoiden  ist  alles,  was  diese  Stelle  bisher  geliefert 
hat.    Die  Korallen  fehlen  hier  diesen  höheren  Schichten  gänzlich. 

Von  Gingen  westlich  zeigen  sich  die  Schichten  des  A.  Sowerbyi  stets 
als  eine  mehr  oder  weniger  mächtige  sandige  Thonbildung,  in  der  meist 
festere  sandigkalkige  Bänke  die  verkalkten  Fossile  führen.  Vereinzeint 
findet  man  indess  auch  im  Thon  verkieste  Ammoniten,  welche  meist  zu 
A.  paiella,  Gingensis  und  jugifer  gehören;  der  Schwefelkies,  aus  dem  die- 
selben bestehen ,  ist  aber  fast  durchgehende  Wasserkies,  wesshalb  sich  diese 
Vorkommnisse  nur  schwer  conserviren  lassen.  In  solcher  Beschaffenheit 
erreicht  die  Schicht  bei  Kirchheim  a.  d.  Theck  das  Neckarthal  und 
zieht  von  da  am  Hohenneuffen  vorbei  nach  dem  Hohenzollern,  wo 
der  Fundort  Jungingen  schon  seit  lange  eine  gewisse  Berühmtheit  er- 
langt hat. 

Bei  einem  kurzen  Besuche  der  Gegend  von  Jungingen  habe  ich  die 
Zone  des  A.  Mwrchisonae  nicht  deutlich  auffinden  können,  indem  ich  in 
unmittelbarer  Umgebung  des  Dorfes  nur  die  Schicht  mit  Gryphaea  calceola 
als  tiefstes  Anstehendes  sah.  In  einem  Bachrisse  hinter  dem  Dorfe  lässt 
sich  von  dieser  Schicht  an  aufwärts  folgendes  Profil  beobachten: 

1)  6"  sandige  Kalkbank  mit  Gryphaea  calceola  in  Massen,  ausserdem 
Bei.  cf.  Trautscholdi  und  Pect,  pumilus; 

2)  9 — 12'  schwarzer  Thon; 

l  2"  sandiger,  gelblicher  Kalk  i 

3)  {  schwarzer  Thon;  )  Gryphaea  calceola; 
'  2'  6"  sandiger,  gelblicher  Kalk  ' 

4)  1'  10"  schwarzer  Thon; 

5)  4"  gelblicher,  sandiger  Kalk; 

6)  18'  schwarzer  Kalk  mit  localen,  festen,  grauen  Sandkalkbänken, 
Arnrn.  ßssilobatus,  Bei.  Gingetisis  ; 

7)  12  —  15'  gelblicher  Thon  mit  grossen  sandig  kalkigen  Knollen  und 
vielen  Bruchstücken  weisser  Muschelschalen:  Trig.  costata>  Perna 
crassitesta(?),  Pustulopora  Quenstedti,  Ceriopora  arborescens,  Eschara 
sp.,  Diastopora  scobinula,  Thamnastraea  Mettensis,  Thecostnilia  gi  e- 
garia(?),  Cydolithes  Jungingensis ; 


537 


(31) 


8)  12—18'  schwarzer  Thon; 

9)  graue  Kalke,  thcilweise  auch  Eisenoolithe  mit  A.  Sauzet. 

Schicht  6  und  7  vertreten  hier  unzweifelhaft  die  Zone  des  A.  Sowerbyi. 
Auch  die  übrigen,  darunter  liegenden  Schichten  mögen  noch  zur  Zone  ge- 
hören, doch  lüsst  sich  das  nicht  direkt  beweisen,  indem  das  Lager  des  A. 
Murchisonae  darunter  nicht  festgestellt  ist.  Da  indcss  Gryphaea  calceola  der 
Zone  des  A.  Sotoerbyi  von  Gingen  eigentümlich  angehört,  dagegen  in  den 
Sandsteinen  und  Erzflötzen  von  Heiningen  und  Wasseralfingen  bis  jetzt 
noch  nicht  nachgewiesen  wurde,  scheint  es  nicht  gerade  ungerechtfertigt, 
auch  die  Schichten  mit  Gryphaea  calceola  von  Jungingen  obiger  Zone 
zuzurechnen. 

Weiter  südwestlich  nennt  Quenstedt  als  erwähnenswerthe  Localität 
Streichen,  wo  unmittelbar  am  Dorfe  unser  Terrain  mächtig  vertreten  sei: 
„sandige  Thone,  glimmerig  glitzernd  wechseln  zum  öfteren  mit  einzelnen 
festeren  Bänken  ab,  wo  man  bei  jeder  meint,  jetzt  komme  der  blaue 
Kalk  /.  Schon  100'  unter  dem  ächten  Gamma  findet  sich  Bd.  brevi/ormis 
und  andere  Belemnitenbruchstücke  bis  auf  Zolldicke,  kleine  Ter.  perovalis, 
AI yaciten ,  Austern ,  Trigonien ,  Alles  in  einer  Art  durcheinander ,  dass  man 
unwillkürlich  denkt,  diess  seien  die  echten  Vorläufer  des  mittleren  braunen 
Jura,  der  freilich  dann  erst  mit  den  Steinbrüchen  in  Gamma  seinen  vollen 
Charakter  annimmt.ul). 

Ehe  ich  mich  nach  dem  Randengebirge  wende,  will  ich  noch  kurz 
eine  Localität,  die  Katzensteige  bei  Gosheim  erwähnen.  Wenn  man 
von  Frittlingen  aus  die  Höhe  gegen  Gosheim  zu  gewinnen  sucht,  so 
sieht  man  an  den  Steilgehängen  des  Berges  die  Zone  des  A.  Mwchisonae 
in  ungeheuren  Rutschen  ganz  prachtvoll  aufgeschlossen.  Der  Fuss  der 
Rutschen  ist  von  Schutt  verdeckt,  so  dass  man  die  Grenze  zwischen  Opa- 
linus-Thon und  Eisensandstein  nicht  deutlich  zu  beobachten  im  Stande  ist. 
Ich  fand  zu  unterst  mehrere  Bänke  eines  ziemlich  feinkörnigen,  graugelben 
Sandsteins,  der  stellenweise  von  Eisen  roth  gefärbt  war.  Ich  gewann  ans 
diesen  Schichten  Amt».  Mtwchisonae,  Pholadomya  sp.  und  Tancredia  dona- 
ci/ormits.  Darüber  lagen  gelbliche,  thonig  sandige  Schichten  ohne  Verstei- 
nerungen, ausser  hie  und  da  Fncoiden  in  einer  Mächtigkeit  von  20 — 24'; 
höher  folgten  wieder  Sandsteine  in  mehreren  Bänken,  nach  oben  von  einem 
Lager  grosser,  weiss  anwitternder  Thonknollen  bedeckt  12'.  Es  schlost 
sich  an  schwarzer  Thon  mit  einzelnen  Gnoden  6'  und  gelbliche,  sehr  weiche, 


M  Quenjedt:  Jura  p.  36'J. 


Digitized  by  Google 


(32) 


538 


sandig  thonige  Schichten  20y;  endlich  ein  Complex  von  Banken  härteren 
Sandsteins  mit  Zwischenlagen  von  schwarzoin  Thon  12—20'.  Hier  bildet 
das  Relief  des  Berges  einen  Absatz,  dio  höher  folgenden  Schichten  treten 
etwas  zurück,  und  es  zieht  sich  in  dieser  Region  rings  um  den  Berg  eine 
Reihe  schmaler  Aeckerchen,  welche  auf  einer  Thonschicht,  die  die  Berg- 
contour  bedingte,  angelegt  sind.  Diese  Thonschicht  ist  an  einigen  Stellen 
ziemlich  gut  aufgeschlossen  und  zeigt  sich  dort  als  ein  etwa  12 — 20'  mäch- 
tiger grauer  Thon,  in  dem  sich  einzelne  knollige  härtere  Bänke  ausgeschie- 
den haben,  aus  denen  ich  A.  patella  n.  sp.  herausschlug.  Darauf  legt  sich 
ein  ziemlich  mächtiger,  dunkelrother  Eisenoolith,  aus  dem  Quenstedt 
Amm.  Sowerbyi  anführt.  Ich  fand  diesen  Ammoniten  hier  nicht,  wohl  aber 
Uinnites  abjectus  Phill.  sp.,  Ter.  cf.  perovaiis  und  Ter.  carinata,  was  auf 
etwas  höhere  Schichten,  als  die  Zone  des  A.  Sowerbyi  deuten  wurde,  doch 
war  mein  Besuch  zu  flüchtig,  als  dass  ich  mir  ein  bestimmtes  TTrtheil  in 
dieser  Beziehung  erlauben  könnte. 

Randengebirge.  Ich  vermag  nur  wenige  Andeutungen  über  die  Ent- 
wicklung und  das  Auftreten  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  in  diesem  Gebirgs- 
zuge, dem  letzten  Ausläufer  des  Plateau-Gebirges  der  Alb  im  Süddeutschen 
Meerea-Becken  zu  geben.  Es  waren  namentlich  zwei  Stellen  in  der  Um- 
gebung dieses  Gebirgszuges,  an  denen  ich  die  Zone  kennen  lernte,  nämlich 
ein  Wasserriss  in  der  Nähe  von  Beggingen,  wo  ich  über  den  Murchisonae- 
Schichten  einen  dunkelschwarzgrauen  Kalkmergel  mit  einzelnen  eingespreng- 
ten Eisenoolithkörnchen  anstehend  fand,  aus  welchem  ich 

Bei.  Gingensis  Opp. 

Astarte  excavata  Sow. 

Gryphaea  calceola  Quenst. 

erhielt. 

Die  zweite  Localität  ist  Asel  fingen  an  der  Wutach,  wo  in  der 
sog.  Sehe  ff  äu  über  den  Murchisonae-Schichten  auch  noch  dio  Zone  des 
A.  Sowerbyi  theilweise  aufgeschlossen  ist.  Die  Gesteinsbeschaffenheit  stimmt 
so  ziemlich  mit  der  der  Zone  des  A.  Murchisonae,  es  ist  ebenfalls  ein 
grauer,  sandiger  Kalk  mit  Zwischenlagen  eines  dunkeln,  sandigen  Thones. 
Als  ich  vor  5  Jahren  diese  Gegend  besuchte,  hatte  sich  Herr  Stutz  aus 
Zürich  als  liebenswürdiger  kundiger  Führer  angeboten,  und  mit  seiner 
Hülfe  stellten  wir  folgende  Schichten  folge  fest  : 


Digitized  by  Google 


53« 


(33) 


•  3 
TS 

I 


Atnm.  BUigdetri 

1)  Gelbbraune,  feinsandig  oolithische  Kalkmergel,  leicht  verwitternd 
Bei.  giganteus,  catudiculatus ,  Arnim.  Humpkriesianus? ,  Lyons, 
gregaria,  Rhynch.  guadriplicata  20' 


2)  Schwarze  sandige  Mergel  20' 


3)  Blauschwarze  sandige  Mergelkalke  3' 


4)  Graue  sandige  Mergel  mit  festeren  Bänken,  undeutlich  auf- 
geschlossen 50' 

Bei.  Gingensis,  Amm.  Gingensis 


5)  Grauer  sandiger  Kalk  mit  Thonzwischenlage,  Mod.  plicata  C 


6)  8andige  gelblich  graue  Mergel  10' 


7)  Grauer  sandiger  Kalk  !>'  mit  A.  Murcftisonae,  Stau/ensis  u.  s.  w. 


8)  Opalinus -Thon. 

Aus  den  Schichten  Nr.  4,  welche  ich  als  Zone  de»  A.  Sowerbyi  deute, 
(vielleicht  dürfte  auch  noch  Schicht  Nr.  5  hicher  zu  rechnen  sein),  erhielt 
ich  folgende  Arten: 

Bdemnites  Gingensis  Opp. 
Amm.  Sowerbyi  Mill. 

v      Gingensis  n.  sp. 
Gresslya  gregavia  Roem.  sp. 

„       latirostris  Ag. 
Pleuromya  tenmstria  Gdf.  sp. 
Trigmia  Goldfussi  Ag. 
Pecten  aratus  n.  sp. 

„     pumilus  Lamk. 
Modiola  plicata  8ow. 


Digitized  by  Google 


(34) 


54  0 


Östren  sp.  indet. 

Ter  ehr.  cf.  globtUa  Sow. 
Damit  wäre  nun  die  Betrachtung  des  süddeutschen  Meeresbeckens  ab- 
zuschliessen.  Wir  haben  gesehen,  dass  hier  die  Zone  überall  sehr  überein- 
stimmende Charaktere  an  sich  trogt,  dass  aber  die  Fauna  im  Allgemeinen 
grössere  Verwandtschaft  zu  den  Faunen  der  höheren  Zonen  des  Unteroolithes 
zeigt,  als  zu  den  naebstvorhergehenden  aus  der  Zone  des  A.  Murchisonae 
und  den  Schichten  des  A.  opalinus,  und  dass  nur  an  einzelnen  Localitäten 
Frankens  eine  grössere  Anzahl  von  Arten  der  Murchisonae -Zone  noch  hier 
herauf  fortsetzt,  um  dann  aber  für  immer  zu  verschwinden. 

11.    neivetiscnes  meeresDecKen. 

Wir  haben  in  diesem  Meeresbecken  dreierlei  Arten  von  Ablagerungen 
zu  unterscheiden,  nämlich  littorale  Ablagerungen,  Ablagerungen  der  offenen, 
jedoch  nicht  allzutiefen  See,  und  endlich  Hochseebildungen. 

Ich  beginne  mit  den  Ablagerurigen  der  Küstenzone. 

Canum  Aargan  nnd  Canton  Basel.  Die  Zone  des  A.  Sowerbyi  ist  in 
diesen  Gegenden  der  Schweiz  überaus  deutlich  und  petrefaktenreich  ent- 
wickelt, wenn  auch  die  Gesteine  meist  eine  umfassendere  Ausbeute  nicht 
erlauben.  Eines  der  ausgezeichnetsten  Profile,  das  gefunden  werden  kann, 
zieht  sich  dem  Ufer  der  Aare  entlang,  dort  wo  in  der  Nähe  von  Brugg 
dieser  Fluss  den  Jura  durchbricht.  Sämmtliche  Schichten,  vom  Lias  bis 
in  die  Bathgruppe  tauchen  dort  bei  schwach  südwestlicher  Neigung  nach 
und  nach  aus  dem  Niveau  des  Flusses  hervor.  Wenn  man  von  Brngg  aus 
mittels  eines  Schiffes  die  Aare  herabkömmt,  so  sieht  man,  nachdem  die 
höheren  Schichten  passirt  sind,  die  Thone  mit  Bei.  giganteus  in  ziemlicher 
Mächtigkeit,  jedoch  nicht  reich  an  organischen  Einschlüssen,  darunter  folgt 
eine  etwa  2'  mächtige,  sehr  harte  sandige  Kalkbank,  welche  das  Lager  vou 
A.  Sauzei  und  A.  polyschides  bildet.  Noch  tiefer  steigend  schliesst  sich 
eine  kaum  mehr  als  1'  mächtige  Bank,  von  ungefähr  gleicher  Gesteins- 
Beschaffenheit  wie  die  darüber  liegende,  an,  welche  bisher 
Bei.  Trautscholdi  Opp. 

,    Gingensis  Opp. 

,    Eschert  Mayer  m.  s. 

,    praecursor  Mayer 

„    Moeschi  Mayer 
Amm.  adicrus  n.  sp. 
,     Mayeri  n.  sp. 


Digitized  by  Google 


541  (35) 


Atmn.  jugifer  n.  sp. 
„    Sowerbyi  Mill. 

Gresslya  latirostris  Agass. 
Pecten  laeviraduüus  n.  sp. 

,     pumiius  Lamk. 
Gryphaea  sublobata  Desh. 
RhynchoneUa  subangularis  n.  sp. 
geliefert  hat.    Die  tiefer  folgenden  Schichten  des  A.  Rlurchisonae  sind  An- 
fange  ebenfalls  graue,  harte,  sandige  Kalke,  gegen  die  Mitte  zu  aber  nehmen 
sie  mehr  Sand  auf  und  werden  gelb,  während  die  unteren  Lagen  wieder 
grau  und  thunig  sich  zeigen. 

In  den  Schambelen  bei  Lüllingen  an  der  Reuss,  einige  Stunden 
südwestlich  von  der  vorher  erwähnten  Loyalität  gelegen,  ist  die  Zone  des 
A.  Sowerbyi  durch  eine  Bank  gelb  verwitternden,  ausserordentlich  harten, 
sandigen  Kalkes,  der  theilweise  oolithisch  wird,  vertreten.  Es  lassen  sich 
aus  ihm  nur  die  an  der  Oberfläche  herausgewitterten  Sachen  gewinnen, 
doch  ist  der  Fundort  reich  an  verschiedenen  Formen,  und  ein  Besuch  lohnt 
sich  hinlänglich.    Ich  sammelte  dort: 

Belcmnites  Gingensis  Opp. 
„         Trautscholdi  Opp. 
„         cf.  Blainvillei  Orb. 
Atmn.  cf.  affinis  Seeb. 

,      cf.  amplus  Opp. 
Ettcyclus  Bathis  Orb. 
Pleurotomaria  Agathis  Orb. 
Trochus  cf.  ornatissimus  Orb. 
Cerithium  sp.  ind. 
Alaria  sp.  indet. 
Astartc  clegans  Sow. 
sp. 

Lima  duplicata  Sow. 

,     alticosta  Dew. 

„     pectiniformis  Schi. 
Beeten  Gingensis  Quenst. 

,     laeviradiattts  n.  sp. 
Hinnites  Gingensis  Quenst. 
Gryphaea  cf.  sublobata  Desh. 


Digitized  by  Google 


(36) 


542 


Ostrea  cakeola  Ziet. 
Rhynch.  oligoptycha  n.  sp. 
Thecocyathus  sp. 

Aehnliche  Gesteine  wie  in  den  Schambelen  trifft  man  auch  am  Frick- 
berg  im  Frickthal,  Nordrand  des  Aargauer  Jura,  in  der  Zone  des  A. 
Sowerbyi  an,  doch  ist  diese  Localität  noch  weniger  ausgebeutet.  Ich  sam- 
melte Bei.  Gingensis,  Pecten  pumüus  und  ambigntts,  und  Hinnites  Gingensis; 
Moesch  citirt  Pleurotomaria  decorata  Ziet,  Cirrhus  nodosus  Gdf.,  AstarU 
elegans  Sow.  und  Modiola  plicata  Sow. 

Aus  dem  Canton  Basel  kenne  ich  erst  wenige  Andeutungen  der  Zone 
des  A.  Sowerbyi.  Während  sich  aus  Dr.  Hüllers  erläuterndem  Text  zur 
geognostischen  Karte  des  Cantons1)  nicht  sicher  ersehen  lässt,  ob  die  Zone 
überhaupt  dort  entwickelt  sei,  gibt  dagegen  die  1846  erschienene  Abhand- 
lung von  Dr.  Rominger*)  einige  Anhaltspunkte  in  dieser  Beziehung.  Es 
scheinen  theils  saudige,  theils  oolithische  Gesteine  zu  sein,  welche,  in  graue 
sandige  Thone  eingebettet,  die  Zone  vertreten.  Rominger  erwähnt  von 
den  Wangenhöfen  A.  Murchisonae  und  A.  Sowerbyi,  GerviUia  tortuosa, 
glatte  und  gefaltete  Terebrateln,  Belemniten  und  Gryphaea  lobata  Quenst. 

Breisgau,  Baden.  Wir  treten  hiemit,  die  Ufer  des  Helvetischen  Beckens 
verfolgend,  in  den  Rheinischen  Meerbusen.  In  der  Zeit,  welche  wir 
uns  hier  zum  Gegenstande  der  Beschreibung  gemacht  haben,  scheint  der- 
selbe im  Norden  bereits  ganz  abgeschlossen  gewesen  zu  sein,  oder  höchstens 
noch  eine  sehr  unbedeutende  Verbindung  mit  dem  süddeutschen  Meeres- 
becken durch  einen  in  der  Gegend  von  Langenbrücken  nach  Südost 
reichenden  Meeresarm  gehabt  zu  haben.  Die  Zone  ist  hier  wohl  meist 
ziemlich  deutlich  entwickelt,  jedoch  weniger  erforscht,  indess  scheint  das 
Westufer  zur  Beobachtung  günstiger  als  das  Ostufer,  wohin  wir  uns  zunächst 
zu  wenden  haben. 

Ueber  den  südlichen  Breisgau  gibt  uns  Sandberger  gute  Anhalts- 
punkte. In  der  Gegend  um  Vögisheim  und  Kandern  folgen  über  dem 
Opalinus-Thon  graugelbe,  ziemlich  mächtige  Sandsteine,  welche  nach  Ana- 
logieen  wohl  die  Zone  des  A.  Murchisonae  vertreten  könnten.  Diess  sicher 
festzustellen  ist  nicht  möglich,  da  Versteinerungen  hier  gänzlich  fehlen. 
Darüber  liegen,  nach  Sandberger3): 

')  1862,  Dr.  Albert  Müller:  Geognostiscbe  8kizze  des  Canton  Basel. 

*)  1846,  Dr.  Rominger:  Vergleich  de«  schwerer  Jura  mit  der  württembergisobeu 
Alb.   Bronns  Jahrb.  1846,  p.  297. 

*)  1864,  8andberger:  Beobachtungen  im  mittleren  Jura  des  badUcheu  Oberlandes 
WQrzb.  naturw.  Zeitsohr.  Bd.  V,  p.  5  n  6. 


Digitized  by  Google 


543 


(37) 


Eisenoolith 

4' 

volUvl  iulUwtvlII 

3' 

Lettenbank 

V 

Blauer  Kalkstein 

3ti 

Lettenbank 

5" 

Blauer  Kalk 

3u 

Lettenbank 

2" 

Blauer  Kalk 

2" 

Lettenbank 

1" 

Rother  Kalk 

2" 

Diese  Schichtenreihe  lieferte  folgende  Petrefakten: 
Beletnnites  spinatus  Quenst. 
Ammonites  Murchisonae  Sow. 
Pholadomya  ßdicula  Sow. 
Trigonia  costata  Park. 
Gresslya  zonata  Ag. 
Leda  Deslongchampsi  Opp. 
Gerviüia  subtortuosa  Opp. 

,  oolithica 
Avicula  elegans  Mnst. 
Pecten  pumilus  Lam. 

,     disciformis  Schübl. 
Lima  pectiniformis  Schi. 
Grypliaea  calceola  Quenst. 

Es  scheint  mir  wahrscheinlich,  dass  die,  obige  Fauna  enthaltenden 
Schichten  die  Zone  des  A.  Sowerbyi  darstellen,  indem  ich  glaube,  dass  bei 
hinreichendem  Material  Bekmn.  spinatus  und  A.  Murchisonae  sich  ab  Bei. 
Trautscholdi  und  A.  Gingensis  oder  jugifer  werden  feststellen  lassen. 

Höher  schliessen  sich  in  diesem  Profile  noch  an: 

Brauner  Thoneisenstein  2—5"  mit  Pholadom.  Heraulti 

und  Panop.  subovalis 
Bläulichgrauer  Schieferletten  5  — 18'  mit  Belenw. 

giganteus. 

Im  nördlichen  Breisgau,  in  der  Gegend  von  Freiburg  u.s.  w.  scheinen 
die  Verhältnisse  ziemlich  dieselben  zu  sein  wie  weiter  südlich.  Schill1) 


')  1862,  8ohill:  Geognosiische Beschreibung  der  Umgebung  der  Blder  Glottertal 
und  Saggen tha);  Beitrage  zur  Statistik  der  inneren  Verwaltung  Badens,  12.  Heft. 
(3)  35 


Digitized  by  Google 


544 


benennt  Alles,  was  unter  dem  Hauptrogenstein  bis  zum  Opalinus  -  Thon 
hinab,  folgt  als  „Eisenoolith".  Derselbe  beginnt  mit  sandigen  Kalk- 
mergeln und  Kalksteinen  mit  Amt».  Humphriesianus  und  Bei.  Giganteus, 
auch  zeigen  sich  in  dieser  Region  öfter  dunkle  Thone  mit  Waaserkies- 
knollen.  Tiefer  schliessen  sich  einige  sehr  harte,  fein  krystallinische,  graue 
oder  gelbbraune  Kalkbänke  mit  Pectcn  pumilus  und  disciformis  an,  welche 
das  Dach  von  oolithischen  eisenschüssigen  Kalksteinen  mit  Pecten  pumilus 
und  Amm.  Murchisonae  bilden. 

Schill  sondert  die  Vorkommnisse  der  beiden  Lagen  mit  Pect,  putniliu 
nicht,  und  führt  aus  ihnen  an: 

Amtmuites  Murchisonae  Sow. 

Sowerbyi  Mill. 
Nautiltts  lineatus  Sow. 

Bei.  spinatus  Quenst.  (Nach  der  Beschaffenheit  der  Alveole) 
Uresslya  gregaria  Roein.  sp. 
Pholadotn.  Murchisoni 
Avicula  elcgans  Mnst. 

„      Münsteri  Gdf.    (Hersilia  POrb.) 
Lima  teniristriata  Odf. 
Pectcn  pumilus  Lamk. 

„      disciformis  Schübl. 

,      ambignus  Odf. 
Gryphaea  calceola  Quenst. 
Ter.  emarginata  ? 
Serpttla  socialis  Gdf. 
,      Umax  Gdf. 

Ein  grosser  Theil  dieser  Arten  ist  anderwärts  leitend  für  die  Zone  de* 
A.  Sowerbyi,  und  es  unterliegt  wohl  keinem  Zweifel,  dass  in  einer  der 
oben  angeführten  Bänke  die  Zone  des  ^4.  Sowerbyi  vertreten  sei. 

Von  der  Gegend  von  Freiburg  noch  weiter  gegen  Norden  sind  die 
Juraschichten  auf  eine  lange  Strecke  gänzlich  verschwunden,  Einstürzungen 
verbunden  mit  der  Wirkung  der  Diluvialfluthen  haben  dieselben  gänzlich 
zerstört  Erst  in  der  Gegend  von  Heidelberg,  bei  Langenbrücken 
tauchen  wieder  jurassische  Ablagerungen  aus  den  Diluvial  -  Schichten  des 
Rheinthalcs  hervor.  Hier  ist  nun  zwar  die  Zone  des  A.  Murchisonae  dnreh 
ziemlich  mächtige  petrefaktenreichc  Sandsteinlager  vertreten,  die  höher  fol- 
genden Abtheilungen  abor  sind  vollständig  fortgeführt  und  nur  einzelne 


Digitized  by  Google 


(39) 


petrefaktenreiche  Rullstücke  im  Diluvium  lassen  auf  einstige  Vertretung 
der  einen  oder  andern  derselben  schliefen. ') 

Uns  nach  dem  Westufer  des  Rheinischen  Meerbusen»  wendend,  ist  es 
zunächst  das  Dep.  Bas-Rhin,  welches  die  Schichten  des  mittleren  Jura 
ziemlich  mächtig  entwickelt  aufzuweisen  hat.  Leider  ist  über  dieselben 
noch  sehr  wenig  bekannt,  denn  Daubree's  Beschreibung  des  Departements 
ist  kaum  zu  benützen.  Es  lässt  sich  einzig  aus  der  Citation  von  Atntn . 
Sowerbgi,  Gervilli,  Edouardianua  und  ähnlichen  Arten  auf  das  Vorhanden- 
sein der  Zone  schliessen. 

Departement  Haut-Rhin.  Ich  halte  mich  hier  an  eine  Localität  au  der 
Ostabdachung  der  Vogesen,  welche  von  Köchlin-Schlumberger2)  be- 
schrieben wurde,  und  welche  einige  Anhaltspunkte  bietet.  An  der  Miotte, 
Berg  bei  Bei  fort,  beobachtet  man  über  den  Opalinusthonen  eine  bis  180' 
mächtige  Ablagerung  gelblicher  feinkörniger  Sandsteine  mit  wenigen  Ver- 
steinerungen, über  denen  ein  ähnlicher,  jedoch  etwas  dunkler  gefärbter 
Sandstein  mit  Flecken  von  Eisen-Ocher  in  einer  Mächtigkeit  von  etwa  50' 
folgt.  Das  Dach  dieser  Schichten  bildet  ein  3'  mächtiger  brauner  Sand- 
stein, welcher  von  schwefelkiesreichen  Concretionen  durchschwärmt  ist. 
Hier  finden  sich: 

Bei.  Gingensis  Opp. 
Astarte  excavata  Sow. 
Modiola  plicata  Sow. 
Lima  aUicosta  Dew. 
Pinnigeria  sp. 
Pecten  textorius  ?  Schi. 

„     c/.  laeviradialtts  ?  n.  sp. 
Ostrea  crenata  Odf. 
Ter.  perovalis  ? 
Rhynch.  qmdriplicata  P  Ziet. 

Welche  Arten  auf  eine  Vertretung  der  Zone  in  dieser  Schicht  schliessen 
lassen.  80'  Thone  mit  Kalkbänken  folgen  höher,  aus  denen  Bei.  giganteus 
angeführt  wird;  über  ihnen  steigen  die  mächtigen  Kalkbänke  des  Haupt- 
oolithes  an. 

Haute-Saöne  Departement.    Wenn  man  noch  im  Dep.  du  Haut-Rhin 

')  1859  Deffner  und  Fraas:  die  Juraversonknng  bei  Langenbrücken :  Wttrttemb. 
natvrw.  Jahresb. 

*)  1856  Kochlin-8chlumberger:  Etudes  gl'ologiques  dum  le  D£p.  du  Haut-Khiu 
II  Enrirons  de  Beifort;  Bull.  8oc.  geol.  de  France  XIV,  p.  117  u.  f. 

(3*)  35* 


Digitized  by  Google 


die  Küste  des  Jurameeres  nach  Süden  verfolgt,  so  verflieset  schon  hier 
der  Rheinische  Busen  in  das  offene  Meer.  Auch  die  Juraküsten  des  Dep. 
der  Haute-  Sa 6 ne  wurden  von  der  offenen  See  bespühlt,  welche  sich 
hier,  nachdem  man  die  Südspitze  der  Yogesenhalbinsel  hinter  sich  hatte, 
gegen  das  Pariser  Becken  öffnete. 

Ich  entnehme  dem  Werke  Thirria's')  ein  Profil,  das  derselbe  von 
dem  Hügel  gibt,  in  welchem  das  Bergwerk  von  Calmoutiers  angelegt 
ist;  es  findet  sich  dort  von  oben  nach  unten: 

1)  Compacte,  breccienartige  und  dünngeschichtete  Kalke  10- 

2)  Grauer,  mergeliger,  fester  Kalk  mit  vielen  Crinoideen-Resten  5" 

3)  Gelblicher,  mergeliger  Kalk  von  Kalkspathadern  durchzogen: 
Trig.  costata,  Serpula  grandisy  Crinoideen -Reste  2m 

4)  Grauer,  fester,  etwas  blättriger  Kalk  mit  Gryphaea  lobata,  Ostrea 
Marshi  ?y  und  Pecten  pumilus  2" 

5)  Röthlicbgrauer,  blättriger,  undeutlich  oolithischer  Kalk,  mit  Cri- 
noiden,  Pecten  cf.  lens,  P.  pumilus  3m 

C)  Eisenoolithbank  mit  Amm.  Murchisonae,  Amtn.  opalinus,  Beiern», 
breviformis?  Pholadomya  ßdicula,  Lima  pectiniformis ,  Pecten  cf. 
lens,  Pect,  pumilus,  Ostrea  Marshi? ,  Tcrebr.  perovalis,  Cidaris 
glandifera  0,70" 

7)  Grauer,  undeutlich  oolithischer,  blättriger  Kalk  mit  rothen  Flecken, 
Pecten  cf.  lens,  P.  pumilus  4" 

8)  Opalinus -Thon. 

Ich  habe  in  diesem  Profil  Manches  nach  Marcou's  Angaben  ver- 
bessert*). Es  ist  sehr  wahrscheinlich,  dass  die  Schichten  Nr.  3  —  5  die 
Zone  des  Amtn.  Sowcrbyi,  die  Schichten  Nr.  6  und  7  aber  die  Zone  des 
Amm.  Murchisonae  vertreten.  Freilich  scheint  in  der  Schicht  Nr.  6  eine 
gewisse  Vermischung  der  Faunen  der  aneinander  grenzenden  Schichten  statt- 
gefunden zu  haben,  doch  ist  das  keine  seltene  Erscheinung,  und  wir  werden 
ähnlichen  Dingen  noch  öfter  begegnen.  Der  Grund  hievon  mag  in  localen 
Verhältnissen  hegen,  indem  wir  in  dem  eben  in  Rede  stehenden  Meeres- 
becken, namentlich  in  den  westlichen  Theilen  desselben,  noch  öfter  zu 
beobachten  Gelegenheit  haben  werden,  dass  A.  Murchisonae  sich  in  Schichten 
erhebt,  welche  bereits  Arten  zur  Lagerstätte  dienen,  die  anderwärts  erst 
dann  auftreten,  wenn  der  ebengenannte  Ammonit  verschwunden  ist. 

')  1830  Kote  mit  le  Torr.  jur.  du  Dep.  de  ia  Haute-8a6ne  p.  8,  wiederholt  mit  einigen 
Aenderuogen  in  1833  Thirria:  Statist  min.  et  geol.  du  D6p.  de  la  Haute-Saöne;  ebenso 
in  Archiac:  Hist.  des  progr.  de  la  g£ol.  I»  p.  6(38  u.  C<!9. 

')  Murcou:  Lettes  aur  \a  Ruches  du  Jura  p.  150. 


Digitized  by  Google 


547 


(41) 


Cdte-d'Or,  Sadne -et -Loire,  Rhone,  Isere  Departements.  Hier  im  alten 
Burgund  ist  das  eigentliche  Vaterland  des  Galcair  ä  Entroques,  einer 
meist  sehr  mächtigen  Ablagerung  sehr  harten,  eisenschüssigen  oder  weisslich- 
grauen  Kalkes,  dessen  Bänke  angefüllt  sind  mit  Crinoideen - Ueberresten. 
Derselbe  liegt  meistens  auf  einer  ziemlich  mächtigen  sandig- mergeligen 
Bildung,  welche  ihrerseits  wieder  den  Opalinusthon  (Torulosus  -  Schichten) 
bedeckt.  Es  muss  also  wahrscheinlich  die  Zone  des  A.  Sotcerbyi  im  Calcair 
a  Entroques  stecken.  Ueber  die  paläontologischen  Verhältnisse  dieses  Ge- 
bildes im  Dep.  Cöte-d'Or  ist  bis  jetzt  noch  wenig  bekannt.  Zu  unterst 
liegen  mächtige  sandige  Kalke  mit  wenigen  Versteinerungen,  während  nach 
oben  dieselben  dünner  geschichtet  und  weniger  fest  erscheinen  und  dann 
viele  Petrefakten,  namentlich  Korallen  enthalten,  einige  Mergellagen  schliessen 
nach  oben  den  Complex  ab.  Aehnlich  scheint  die  Zusammensetzung  auch 
in  den  nordöstlichen  Tbeilen  des  Dep.  Sa6ne-et-Loire  zu  sein,  soweit 
diess  aus  den  Arbeiten  von  Manes1)  und  Berthaud  &  Tombeck*)  zu 
ersehen  ist.  Für  die  Umgegend  von  Macon  aber  hat  Ferry1)  eine  sehr 
gute  Arbeit  geliefert,  auf  die  ich  hier  näher  eingehen  möchte.  Ferry  er- 
öffnet die  Etage  Bajocien  mit  seinen  sog.  Calcaires  ä  Pecten  perso- 
natus.  Es  ist  diess  ein  etwa  30'  mächtiges  Gebilde  von  bläulich-  oder 
gelblich  grauen  Kalken,  welche  in  mächtige  Bänke  gesondert  sind;  sie  ruhen 
auf  einer  dünnen  Schicht  gelblich  grauen,  sandig  kalkigen  Gesteins  mit 
Kieselausscheidungen  und  Chondritcs  scoparius  Thiolliere  und  A.  opalinus 
Hein.  Von  Versteinerungen  wurde  in  den  mächtigen  Kalken  der  Gegend 
von  Macon  bis  jetzt  noch  nichts  als  Pecten  pumiltts  Lamk.  aufgefunden, 
dagegen  bilden  dieselben  am  Mont  d'Or  bei  Lyon  das  Lager  von  A.  Mur- 
chisonae  und  Arnim.  Staufensis.  Hiemit  ist  das  Niveau  dieser  grauen  Kalke 
festgestellt. 

Darüber  folgt,  nach  Ferry,  bei  Macon  der  eigentliche  Calcair  a 
Entroques,  d.  h.  jene  Schichten,  welche  die  Crinoideenglieder  in  Masse 
beherbergen,  und  welche  eigentlich  zu  dem  tarnen  des  ganzen  Schichten- 
complexes  Veranlassung  gegeben  haben.  Diese  Abtheilung  setzt  sich  zu- 
sammen aus  dicken  Bänken  eines  festen  Kalkes,  dessen  gewöhnlich  rothe 
Farbe  stellenweise  in  weiss  oder  blaugrau  übergeht.  Zwischen  die  Kalk- 
bänke lagern  sich  dünne  Bänder  weichen  Mergels,  welche  von  Bryozoen- 
Bruchstücken  sowie  von  Fragmenten  der  Gehäuse  und  Stacheln  von  Echino- 

>)  1847  Man  es:  Statist.  geol.  min.  etc.  du  Dep.  de  Saöne-et-Loire. 
')  1853  Berthaud  et  Tombeck:  Bull.  Soc.  geoL  de  France,  2*  «er.  X,  p.  JOi». 
3)  1861  H.  de  Ferry:  Hirn,  sur  1«  Groupe  oolithique  inftricurc  des  Eimroiis  de 
Macon,  1"  Partie,  Etage  Bajocien. 


Digitized  by  Google 


(42) 


r>48 


dornicn  wahrhaft  gespickt  erscheinen.    Diese  Gesteinsbeschaffenheit  bleibt 
sich  gewöhnlich  auf  grössere  Erstreckungen  sehr  gleich,  nur  bei  Tramayes 
findet  sich  eine  Ausnahme,  indem  hier  plötzlich  diese  Schichten  als  rothe 
sandige  Kalksteine  ohne  alle  Versteinerungen  auftreten. 
Die  Fauna  dieser  Schichten  ist  folgende: 
Strophodus,  ein  Zahn 
Serptda  socialis  Gdf. 

,       filaria  Qdf. 
Belemnites  giganteus  Schi. 

.         Berthaudi  Ferry 
Amin.  Murchisonac  Sow.  (selten) 
Pleurotomaria  äff.  Ebrayana  Orb. 
Pholadotnya  fidietda  Sow. 
Ceromya  abdueta  ex  Orb. 
Astarie  detrito  ?  Gdf. 
Trigonia  striata  Sow.  (sehr  häufig) 
Myoconcha  crassa  ?  Sow. 
Modiola  plicata  Sow. 
Lima  semicircularis  Gdf. 
„    Berthaudi  Ferry 
„    Coquandi  Ferry 
„   pectiniformis  Schi. 
Avicula  digitata  E.  Desl. 
Trichites  costatus  Ferry 
Pecten  Silentts  Orb. 
„     pwnihis  Lamk. 
„     articulatus  ?  Gdf. 
Hinnites  tuberculostts  (?) 
Ostrea  subcretiata  Orb. 
Gryphaea  sublobata  Desh. 
Rhynch.  quadriplicata  Ziet. 
,       costata  Orb. 

Babeauana  E.  Desl.  ex  Orb. 
Terebrat.  Kleini  Lamk. 
„       plicata  Buckm. 
„       globaia  Sow. 
Bercnicm  diluviatia  Lamx. 

Archiaci  Haina  e 
Thconoa  rlathrata  Lamx. 


Digitized  by 


549 


(43) 


Theonoa  sulcata  Kerry 

Htcropora  conifera  Edw. 
„       pustulosa  Haime 
„        reticulata  Haime 

Neuropora  Defranci  Haime 

Üidaris  Cowtaudiana  Cott. 

Heterocidaris  Trigeri  Cott. 

n  spinulosa  Koem. 

Iüiabdocidaris  Anglo-Suevica  Opp. 

Pseudodiadema  dejncssum  Des. 

Stomechinus  sp. 

Pygaster  Ferryi  Cott.  (n.  sp.) 

Galeropygus  sulcatus  Cott.  (n.  sp.) 
a  Ferryi  Cott. 

Pentaerinus  bajocensis  Orb. 

Trocftocyathus  Magnevillianus  Edw  &  H. 

Siphoneudea  Entrochorwn  Ferry 

Discoelia  glomerata  Ferry 

Stenocoelia  Ferryi  From. 

Monotheles  Bajoccnsis  Ferry 

SteUispongia  Cotteaui  Ferry 

Ocuhspongia  Fromenteli  Ferry 

Sparsispongia  pusttüosa  Ferry 

Cupulochonia  subhelvelloides  Ferry 

Actinofungia  Matisconensis  Ferry. 
Diese  Reihe  vod  59  Arten  gibt  ein  Bild  von  der  Eigentümlichkeit 
der  Fauna  jenes  Ufers.    Es  ist  die  ausgesprochenste  Korallcnfacies ,  trotz- 
dem die  eigentlichen  Sternkorallen  fehlen. 

Ferry  hält  die  Schichten  des  Calcair  ä  Entroques  für  eine  sub- 
raarine  unter  dem  Einfluss  von  Meeresströmungen  entstandene  Bildung.  Es 
hat  dieas  sehr  viel  Wahrscheinlichkeit  für  sich,  sowohl  in  Anbetracht  der 
Fauna,  als  auch  wegen  der  grossen  Mächtigkeit  der  Schichten,  zu  deren 
Zustandekommen  das  Material  von  weither  beigeführt  werden  musste. 

Diese  Bryozoen-Ablagerungen  vertreten  mit  grosser  Bestimmtheit  die 
Zone  des  A.  Sowerbyi,  wenngleich  diese  Art  selbst  noch  nicht  darin  nach- 
gewiesen ist.  Sie  werden  bedeckt  von  dem  sog.  „Calcair  a  Polypiers'4, 
der  neben  vielen  Sternkorallen  auch  A.  Sauzei  beherbergt,  während  erst 
aus  den  „Calcair es  a  Ter.  Phillipsi"  Anm.  Humphricsiunus  und  Amin. 
Parkinsoni  angeführt  wird. 


Digitized  by  Google 


(44) 


550 


Im  Dep.  du  Rböne  ist  die  Entwicklung  der  Schichten  eine  ganz 
ähnliche.  Schon  Oppeln)  vermuthet  die  Ausbildung  seiner  „Zone  des  A, 
Satuet",  Duniortier*)  dagegen  gibt  bestimmtere  AnhaltHpunkte  über  die 
Schichtenfolge.  Am  Mont  d'Or  liegt  über  Eisenerzen,  welche  denen  von 
LaVerpilliere  so  ziemlich  gleich  zu  stellen  sind,  und  auch  noch  die 
Schichten  des  A.  opalinus  in  sich  schliefen,  ein  gelber,  compacter,  sich  in 
Platten  absondernder  Kalk  2—3-  mächtig,  welcher  angefüllt  ist  mit  Chondr. 
scopari*ts  Thioll.  und  ausserdem  enthält: 

Amm.  Murehisonae  Sow. 
„     Tessonianus  (?)  Orb. 

Lyonsia  abdueta 

Bhynch.  varidbüis  Schi.  var. 

Ueber  den  eben  erwähnten  Kalken  schliessen  sich  nochmals  unregel- 
mässig geschichtete,  harte,  gelbe  Kalke  an,  welche  oft  grosse  Kiesel -Con- 
cretionen  führen:  Calcair  de  Cuzon  Dum.    Seine  Mächtigkeit  betragt 
etwa  50";  von  Versteinerungen  nennt  Dumortier: 
Pecten  personatus  Gdf. 

„     demissus  Gingettsis  Quenst. 
Ostrea  calceola  Ziet. 
,     costata  Gdf. 
q     sattdalina  Gdf. 
Trig.  sigmta  Agass. 
Amm.  ddtafalcatus  Quenst. 
MontlkaH.  troclmdes 
Pseudodiad.  depressutn  Gdf. 

Aus  diesen  Arten  ist  wohl,  wenn  auch  etwas  entstellt,  die  Zone  des 
A.  Sowerbyi  wiederzuerkennen.  Noch  höher  möchten  Amm.  Hutnpli nesianus, 
Amm.  Blaydeni,  Bei.  giyanteus,  Bei.  canaliculatus,  Pleurotom.  Pafcmon  u.  s.  w., 
die  Oppel  anführt,  die  Zone  des  A.  Humphriesianus  anzeigen. 

Zwischen  Lyon  und  Yalence  hat  das  Thal  der  Rhöne  eine  bedeu- 
tende Landzunge  der  Insel,  welche  das  Centralplateau  von  Frankreich  ehe- 
mals bildete,  durchbrochen.  Die  Lücke,  welche  hiedurch  entstand,  wurde 
mit  jungtertiären  und  diluvialen  Bildungen  ausgefüllt,  und  nur  bei  La 
Verpelliere  sind  noch  Spuren  des  ehemaligen  granitischen  Festlandes  be- 
merkbar.   Der  Plateau -Jura  des  Dep.  de  Tlsere  wurde  an  den  Ufern 


')  Vgl.  185G  Oppel:  Juraformation  p.  331. 

')  1H59  Dumortier:  Notice  sur  le  terr.  jur.  du  Mont  d'Or  lyonnai«;  Bull.  8oc.  geol. 
de  France  XVI,  p.  10Ü5. 


Digitized  by  Google 


551 


(45) 


jener  Landzunge  abgelagert.  In  der  Zeit,  welche  wir  hier  im  Auge  haben, 
folgte  die  Meeresströmung,  die  sich  das  Ostufer  des  Centralplateaus  entlang 
herabzog,  auch  hier  der  Küste,  und  so  sehen  wir  denn  auch  im  Isere 
Departement  wieder  so  ziemlich  die  gleiche  Entwicklung  der  unteren 
Schichten  des  Unterooliths,  wie  wir  sie  schon  vom  Mont  d'Or  erwähnt 
haben.  lieber  den  Eisenerzen  von  La  Verpelliere  folgt  ein  kalkig  kie- 
seliger Sandstein,  hierauf  Kalke,  der  sog.  Calcair  a  Entroques,  und 
endlich  der  Calc.  ä  Polypiers,  ganz  wie  es  dort  der  Fall  ist1).  Gerade 
hierdurch  weichen  diese  Bildungen  aber  gänzlich  ab  von  jenen  der  Monts 
Jura,  wo  die  Schichten  gleichen  Alters  nach  einem  ganz  andern  Typus 
entwickelt  sind. 

Es  erstreckte  sich  nämlich,  wie  es  scheint,  in  der  Nähe  der  südöstlich- 
sten Spitze  des  Centralplateau's  von  Frankreich  beginnend,  eine  Untiefe 
queer  durch  das  Helvetische  Meeresbecken  gegen  die  Yogesen  und  den 
Schwarz  wald  hin,  und  auf  ihr  wurden  die  Schichten  des  Jura -Gebirges 
abgesetzt. 

Jura  und  Dobs  Departements.  Im  Jura  des  D6p.  Ain  kann  ich  vor 
der  Hand  kein  Aequivalent  der  Zone  nachweisen,  dagegen  sind  im  Dep. 
Jura  und  Doubs  deutliche  Spuren  derselben  vorhanden,  wenn  auch  die 
Fauna  nicht  viele  Arten  aufzuweisen  hat. 

Für  die  Umgegend  von  Salins  (Jura)  gibt  Marcou  folgendes  Profil, 
welches  an  der  Roche -Pourrie  aufgeschlossen  ist.  Schichtenfolge  von 
unten  nach  oben: 

1)  Graublaue  Mergel  mit  Knollen  und  kleinen  Bänken  eines  mer- 
geligen, sehr  festen  Kalkes,  und  mit  Flecken  von  Eisenocher  3"  t 

2)  Graublauer,  aussen  gelber  Kalk  mit  sandigen  Mergelzwischen- 
lagen und  verwitterten  Schwefelkiesknollen.  Viele  Trümmer  ver- 
steinerten Holzes  4" 

3)  Eisenoolith  zwei  Lagen,  durch  einen  gelblichen  Kalk  von  einander 
getrennt  8" 

4)  Gelber  sandiger  Kalk,  noch  hie  und  da  Oolithkörnchen  enthal- 
tend, mit  Zwischenlagen  dunkeln  bituminösen  Mergels  8" 

5)  Grauer  oolithischer  Kalk  mit  Lagen  voll  von  Crinoideen-Gliedern  6m 

u.  s.  w. 

Aus  der  Schicht  Nr.  3  führt  Marcou  (Jura  Salinois)  an: 
Ammonites  Sowerbyi  Mill. 
Ämm.  Murchisonae  Sow. 

V)  Lory:  D£scr.  g£ol.  da  Dauphin«  p.  32-34. 


Digitized  by  Google 


(46) 


r>52 


Nautilus  Uuealus  Sow. 
Lima  proboscidea  Sow. 
Tcrcbrat.  peroralis  Sow. 
Plwladomyu  media 

„  uymphacea 
Plmromya  tenuistria 
und  vieles  Andere. 
Aus  der  Sammlung  des  verstorbenen  Herrn  Prof.  Oppel  besitzt  da* 
hiesige  paläontologische  Museum  eine  ziemlich  reiche  Suite  von  Vorkomm- 
nissen des  Fer  de  la  Rochc-Pourrie,  wie  Marcou  die  Schicht  spater 
genannt  hat.    Davon  stammen  aus  der  unteren  Lage  des  Eisenoolithes: 
Ammomtes  opalmus  Rein. 
„        Murchisonae  Sow. 
„        cf.  amplus  Opp. 
Belemn.  cf.  Blainvülei  Orb. 
Pholadom.  fidictda  Sow. 
Gressl.  latirostris  Ag. 
Plettrom.  elongata  Ag. 
Astarie  elegans  Sow. 
Modiola  plicata  Sow. 
Lima  peetiniformis  Schi. 
Terebrat.  pcrovalis  Sow. 

„       cf.  globata  Sow. 
ddaris  horrida  Mer. 
Galeropygus  Marcoui  Des. 
Während  sich  diese  Vorkommnisse  durch  dunkle  Farbe  und  deutlich 
oolithische  Struktur  des  Gesteines  auszeichnen,  sind  die  Einschlüsse  der 
nächst  höheren  Schicht  von  hellerer,  gelblicher  Farbe,  das  Gestein  ist  mehr 
mergelig,  ohne  oolitisch  zu  sein.    Ans  dieser  Schicht  finden  sich  unter  der 
Suite : 

Belemn.  gigantctis  Schi. 

„       Gingensis  Opp. 

„       cf.  canalictdatus  (Bruchstücke) 
Amin.  Murchisonae  Sow. 

„     opaiinus  ?  Rein. 
Pleurotomaria  sp. 
Gressl.  latirostris  Ag. 
Pleurom.  elongata 
Homomya  sp. 


Digitized  by  Google 


553 


(47) 


Astarte  excavata  Sow. 
Trigonia  costata  Park. 
Cucullaea  oblonga  ?  Sow. 
Lima  altieosta  Dew.  &  Chap. 

„     pectiniformis  Schi. 
Pectm  Dewalquei  Opp. 

„  cinctus  Sow. 
Ostrea  crenata  Gdf. 
Terebrat.  ylobtdus  n.  sp. 

M       dorsoplana  n.  8p. 

„       c/.  globata  Sow. 
(Maris  glandifera  Gdf. 

Es  scheint  wahrscheinlich,  dass  diese  Schicht  auch  das  Lager  von  A. 
Sowerbyi  bildet,  den  Marco u  citirt,  dass  sie  mithin  die  Zone  dieses  Am- 
moniten  darstellt.  Atrnn.  Hmnphriesianus  und  Rhynch.  subtetraedra  Dav., 
die  auch  von  dort  angeführt  werden,  werden  wohl  erst  in  der  oberen 
Oolithbank  ihr  Lager  haben. 

Im  D6p.  Doubs  ist  die  Entwicklung  der  Schichten  des  Unterooliths 
genau  dieselbe  wie  in  der  Gegend  von  Salins,  ein  wenig  mächtiger  Eisen- 
Oolith  enthält  die  Aequivalente  der  Schichten  des  A.  Murchisonae  bis  A. 
HumphriesianuSy  die  Trennung  ist  hier  wie  dort  schwierig. 

Canton  Aeuchätel,  Hern  und  Solothnrn.  Ebenso  wie  im  D6part.  du 
Doubs  verhält  es  sich  auch  in  diesen  Cantonen.  Ucber  den  Opalinus* 
Thonen  folgt  eine  sandig -mergelige  Thonbildung  mit  Bänken  eines  harten 
Sandkalkes,  in  denen  sich  als  grosse  Seltenheit  A.  Murchisonae  findet. 
Darüber  liegt  entweder  wieder  ein  Complex  saudiger  Schichten,  oder  es 
schliesst  sich  eine  Eisenoolithbank  an,  die  auch  noch  einzelne  Exemplare 
von  A.  Mttrchisonae  beherbergt,  nebenbei  aber  beginnen  bereits  bezeich- 
nende Formen  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  nach  und  nach  häufiger  zu  werden 
und  sich  in  der  Oolithbank  zu  concenrriren.  Von  les  Rangiers  im  Canton 
Bern  besitze  ich  aus  den  Oolithen 

Ammonites  MurcJiisonac  How. 

„         juyifcr  n.  sp. 
Belemn.  giganteus  Schi. 

„     cancdicidatus  Schi. 

„     infraeanalictdatus  Quenst. 
Pholadomya  Wittlingeri  n.  sp. 


Digitized  by  Google 


(48) 


554 


Im  Canton  Solo th um  nähert  sich  die  Facies  schon  «ehr  derjenigen, 
welche  im  Canton  Basel  das  Sudufer  des  Schwarzwaldes  umsäumt.  Eisen- 
oolithe  und  graue  sandige  Thone  stellen  die  Zone  des  A.  Sotcerbyi  dar, 
dieselben  beherbergen  in  der  Nähe  von  Solothurn,  bei  Günsberg'): 
Amm.  jugifer  n.  sp. 
Trochus  sp. 
Astarte  elegans  Sow. 
Terebratula  globidus  n.  sp. 
„         dorsoplcma  n.  sp. 
„         cf.  globata  Sow. 

V)  Herr  C.  Moescb,  in  seinem  mir  eben  zugekommenen  „\argauer  Jura",  Erläu- 
terungen zur  geognostischen  Karte  dieses  Canton«,  leugnet  zwar  das  Vorhandensein  dieser 
Zone  am  Pro6le  von  Günsberg,  indes«  vermag  ich  nach  den  Ton  mir  dort  gesammelten 
Stücken  die  in  Rede  stehende  8chieht  nicht  anders  denn  als  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  zu 
bezeichnen.  8ohon  Tor  5  Jahren,  als  wir  in  Gemeinschaft  mit  A.  Gressl  j  und  U.  ßchlön- 
bach  dieses  Profil  aufnahmen,  konnte  ich  mich  mit  der  Deutung  dieser  Ablagerung  al» 
Zone  des  A.  Mwrchisonae  nicht  einverstanden  erklaren,  da  ich  bereits,  obwohl  die  Arten 
noch  keine  Kamen  erhalten  hatten,  den  Habitus  der  Fauna  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  zu 
gut  kannte,  um  nicht  die  Schioht  als  daa  au  beanspruchen,  was  sie  wirklich  ist. 

Auch  die  auf  p.  125  des  MSsch'schen  Werkes  gemachten  leidenschaftlichen  Aeusse- 
rungen,  welche  eigentlich,  zufolge  der  Form,  in  der  sie  sich  darstellen,  gar  keine  Erwi- 
derung verdienten ,  scheinen  hauptsächlich  gegen  mich  gerichtet,  indess  möge  mir  gestattet 
sein,  dem  gegenüber  zu  erklaren,  das«  es  mir,  wie  meine  Schriften  bezeugen,  nie  in  den 
Sinn  gekommen  ist,  weder  die  grossen  Verdienste  Maschs  um  die  Geognosie  des  oberen 
Jura  nicht  anzuerkennen,  oder  herabzusetzen,  noch  auch  je  abzuleugnen,  dais  ich  ihm,  als 
einem  Manne,  von  dem  ich  in  Bezug  uuf  die  richtige  Auffassung  des  schweizer  Jura  vieles 
lernte,  zu  grösstem  Danke  verpflichtet  sei;  andererseits  muss  ich  aber  auch  constatiren, 
dass  ich  mir  nicht  im  Traume  einfallen  lassen  konnte,  Mösch  würde  es  als  einen  Eingriff 
in  seine  Rechte  ansehen,  wenn  ich  den  Jura  der  8chweiz  einem  persönlichen  Studium 
unterzog,  um  einen  Vergleich  des  süddeutschen  Jura  mit  dem  Schweizerischen,  um  den 
es  sich  hier  handelte,  desto  schärfer  durchführen  zu  können,  oder  die  von  ihm  unterschie- 
denen und  18G3  publicirten  Schichten  auf  fränkisch  •schwäbischem  Gebiet  wieder  zu  er- 
kennen bemüht  war.  —  Mich  auf  eine  speciellere  Erwiderung  der  Mösch 'sehen  Angriffe 
einzulassen,  und  so  als  Cicero  pro  domo  für  meine  eigenen  Arbeiten  aufzutreten,  scheint 
mir  unwürdig  und  unpassend:  ich  überlasse  es  getrost  dem  Urtheile  des  unparteiischen 
und  competenten  wissenschaftlichen  Publikum»,  zu  entscheiden,  ob  meine  Arbeiten  die 
Prädioate  verdienen,  welche  Mösch  ihnen  beizulegen  für  gut  findet. 

Diese  Gelegenheit  benützend,  möchte  ich  hier  zu  meinem  Buche  über  den  Jura  in 
Kranken,  Schwaben  und  der  Schweiz  nachtragen,  dass,  was  ausdrücklich  zu  erwlhnen 
versäumt  wurde,  die  Zeichnung  zu  dem  Holzschnitte  auf  p.  123,  das  Profil  vom  G piss- 
berge darstellend,  mir  von  H.  Mösch  mitget heilt  wurde,  während  ich  die  übrigen  An- 
gaben über  den  Geusberg  aus  der  Literatur,  und  nach  im  Zürcher  Museum  befindlichen 
Petrefakten  zusammen  gestellt  habe.  Alle  anderen  Profile  habe  ich  selbst  ge- 
sehen und  studirt. 


Digitized  by  Google 


555  (49) 

während  ich  aus  dem  Hauensteintunnel  Amin.  Sotoerbyi  und  Amm.  Gingensis 
kenne. 

Eh  bleibt  nun  mir  noch  einiges  hinzuzufügen  über  die  Hochseebildungen 
des  Helvetischen  Beckens,  über  die  Ablagerungen  in  den 

Schweizer  Alpen.  Als  ich  weiter  oben  das  Süddeutsche  Meeresbecken 
behandelte,  habe  ich  die  Hochseebildungen  desselben  ganz  mit  Stillschweigen 
übergangen,  da  sich  hier  Aequivalente  des  Unteroolithes  bis  jetzt  noch 
durchaus  nicht  haben  nachweisen  lassen.  Anders  ist  es  in  der  Schweiz. 
Nicht  nur,  dass  ein  Horizont  mit 

Amm.  opalinus  Rein  sp. 
„     Murchisonae  Sow. 
„     scissus  Ben. 
„     tatricus  Pusch. 

sich  in  Waadtland  wie  in  der  Nordschweiz  wiederfindet;  es  lassen 
sich  sogar  im  Canton  Glarus  die  Schichten  des  A.  opalinus,  Murchisonae 
und  Humphriesianus  aufs  deutlichste  trennen.  Aus  einer  Arbeit  von  Bach- 
mann1)  entnehme  ich  Folgendes.  lieber  den  Liaskalken  folgen  am  Glär- 
nisch  sandige,  oder  auch  thonschieferartig  glänzende,  schwarze  Schiefer  in 
einer  Mächtigkeit  von  50—60'.  Dieselben  haben  an  andern  Punkten  des 
Cantons  Posidonomya  Suessi  Opp. 

Amm.  opalinus  Rein, 
geliefert.    Sie  werden  am  Glärnisch  bedeckt  von  rothen  Eisensandsteinen 
mit  dünngeschichteten  Lagen  von  bräunlichen  Quarziten  und  untergeordneten 
Stroifen  eines  röthlichen,  körnigen  Kalkes,  einer  sog.  Echinodermenbreccie, 
zusammen  etwa  50'  mächtig.    Bachmann  führt  daraus  an: 

Rhynchon.  sp.  nov. 

Ostrea  calceola  Gdf. 

Pectcn  äff.  laminato  Sow. 

Ammonites  sp. 

Es  ist  sehr  wahrscheinlich,  dass  diese  Schichten  zum  grossen  Theil  die 
Zone  des  A,  Murchisonae  vertreten ,  dass  aber  hier  auch  noch  die  Zone  des 
A.  Sowcrbyi  und  A.  Sauzei  mit  hereingehören,  möchte  ebenso  sicher  sein, 
indem  sich  im  Plysch  des  Sihlthales  exotische  Blöcke  fanden,  welche 
aus  einer  Crinoideen-Breccie  bestanden,  wie  sie  in  untergeordneten  Lagen 
hier  am  Glärnisch  in  diesen  Schichten  getroffen  wird,  und  welche  die 
Leitfoesilien  beider  genannten  Zonen  in  Masse  einschlössen.  Die  Vorkomm- 

M  IWtf  J.  Bachmann:    Ueber  die  Juraformation  im  Canton  Glarus;  Bern.  Mitth. 

Nr  f»  »9  -552. 


Digitized  by  Google 


(50) 


5ÖÜ 


nisse  dieser  Blöcke  wurden  von  Bachmann  ')  näher  studirt,  und  er 
erkannte  folgende  Arten: 

Sphenodus  sp. 

Beiemi.  BlainviUei  Voltz. 

Nautilus  sp. 

Amin,  jugosus  Sow.  (wahrscheinlich  Amm.  G-inyeusis  oder 

eine  ähnliche  Form) 
Amm.  Sowerbyi  Mill. 

„    tatricus  Pusch. 

„     Bayleanus  Opp. 

„     Gervillei  Sow.  (wahrscheinlich  A  polyschides  u.  sp. ) 

„     sp.  ind.  (Lineat.) 
Turbo  sp.  nov. 
Plcurotomaria  sp. 
Tcrebratula  sp. 

Ueber  dem  Eisensandstein  lagert  am  Glärnisch  ein  bis  200'  mächtiger 
feinkörniger  grauer,  bisweilen  gelblicher  und  schwarzer  Kalk,  welcher  Amtn. 
Humpkriesiuntis  und  Bei.  giyanteus  nebst  vielen  anderen  Arten  geliefert  hat. 

Ein  kurzer  Rückblick  auf  die  im  Vorhergehenden  beschriebenen  Loca- 
litäten  und  Profile  zeigt,  dass  im  Helvetischen  Meeresbecken  die 
Schichten  des  A.  Sowerbyi  nach  und  nach  einer  Veränderung  unterworfen 
sind,  wie  wir  dieselbe  im  Süddeutschen  Becken  nicht  zu  beobachten  Gele- 
genheit hatten.  In  den  östlichen  Theilen,  sowie  im  Rheinischen  Meerbusen 
noch  so  ziemlich  nach  fränkisch -schwäbischem  Typus  entwickelt,  verschwin- 
det diese  Gestaltung  immer  mehr,  je  weiter  wir  uns  nach  Westen  bewegen. 
Auf  der  von  der  Vogesenhalbinscl  sich  nach  Süden  ziehenden  Untiefe  ver- 
schwimmen die  Grenzen  der  Zone:  Amm.  opalinus  erhebt  sich  bis  in  die 
Zone  des  A.  Murchisotiae,  während  andererseits  letzterer  Ammonit  wieder 
bis  zu  A.  Sowerbyi  hinauf  fortsetzt.  Es  erinnert  diess  an  Verhältnisse,  wie 
sie  in  manchen  alpinon  Distrikten  sich  finden.  An  der  Ostküste  des  Gentral- 
plateau's  von  Frankreich  dagegen  brachte  eine  von  Norden  kommende  Meeres- 
strömung die  Zone  zu  ausgezeichneter,  reicher  Entwicklung. 

m   Mittelländisches  Meeresbecken. 

Ich  vermag  über  die  Verbreitung  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  in 
diesem  Meeresbecken  nur  wonige  Bemerkungen  zu  geben.    In  den  alpinen 

')  18ü3  J.  lUchmann:  Ueber  petrefaktenreiche  exotische  Jurublöcke  im  Fly*ch  des 
Siblthals  und  Toggenburg«. 


Digitized  by  Google 


557  (öl) 

Theilen  des  Isere  Departement«,  sowie  in  den  Dep.  Dröme,  Hautes- 
Alpes,  Basses-Alpes  und  Vaucluse  besteht  der  Jura,  wo  überhaupt 
die  Schichten  folge  so  tief  reicht,  bis  hinauf  zum  oberen  Jura,  Oxford-  und 
Kimmeridge-Gruppe,  aus  einer  ausserordentlich  machtigen  Reihe  von  grauen 
Kalken  und  Mergeln,  welche  einer  Gliederung  grosse  Hindernisse  in  den 
Weg  stellen.  Es  wurden  zwar  an  vielen  Punkten,  namentlich  die  Lias- 
Schichten  wohl  unterschieden,  auch  Schichten  mit  A.  Humphriesianus  sind 
nachgewiesen  worden,  doch  wurde  bis  in  neuerer  Zeit  keine  Thatsache 
bekannt,  welche  Anhaltspunkte  für  meine  gegenwärtigen  speciellen  Zwecke 
bieten  könnte.  Nur  im  Dep.  du  Var  haben  eingehendere  Studien  an  einigen 
Punkten  die  schichtweise  Vcrtheilung  der  organischen  Reste  innerhalb  dieses 
Schiehtencomplexes  festgestellt,  und  zugleich  das  Vorkommen  wichtiger  Arten 
aus  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  nachgewiesen. 

Nachdem  schon  1861  Jaubert')  auf  ein  vortreffliches  Profil  bei 
Sollies-Pont  nördlich  von  Toulon  (Var)  aufmerksam  gemacht  hatte, 
inachte  Hebert*)  etwas  später  dasselbe  ebenfalls  zum  Gegenstände  seines 
Studiums  und  wies  dort  folgende  Schichtenreihe  nach:  Es  eröffnen  die  ju- 
rassische Formation  sehr  mächtige  graue  Kalke,  welche  in  ihrer  Unterregion 
Maasen  von  Gryphaea  cymbium,  Amm.  margaritaius  u.  s.  w.  einschliessen. 
Höher  findet  man  Amm.  radians,  Amm.  variabüis  und  andere  Arten  des 
oberen  Lias.  Streng  davon  geschieden  durch  eine  sehr  oft  von  Bohrmuscheln 
durchlöcherte  Bank,  zeigt  sich  unter  übrigens  gleichen  petrographinchen 
Verhältnissen  die.  erste  Fauna  des  Unteroolithes : 

Lima  hetcromorpha  Desl. 

Amm.  Humphriesianus  (Baylcanus?  Opp.) 
„  Sowerbyi 

Myoconclut  crassa 

liegen  hier  im  Gestein.  Nicht  sehr  weit  darüber  beginnen  bereits  die  Ab- 
lagerungen der  Bath- Gruppe,  deren  tiefste  Schichten  sich  durch  etwas  här- 
tere Kalke  kennzeichnen.  Hebert  fand  darin  Amm.  arbustiycrus,  tripartUus, 
polymorphus  u.  s.  w.  Dumortier3),  welcher  einige  .Zeit  nachher  diese 
Localität  ebenfalls  besuchte,  kam  zu  ganz  ähnlichen  Resultaten.  Er  macht 
aber  zugleich  in  seinom  Aufsatz  auf  einen  andoren  Durchschnitt  aufmerk- 
sam, der  sich  an  der  Meeresküste  am  Cap  Cride  in  der  Nähe  von  St. 

M  Bull,  de  la  8oc.  geol.  de  France  lHUl  XVIII,  p.  GOÜ  u.  U07. 

*i  18G1  Hebert:  Du  Terrain  jurassique  de  Ia  Provence,  sa  division  en  £tages,  «on 
independen.ee  des  calcaires  dolomitiques  aasocies  aux  gypses;  Bull.  Soc.  geol.  de  France 
XIX,  p.  100  u.  f. 

')  \M2  Dumortier:  Coup  d'oeil  sur  Pool.  inf.  du  Var;  Bull.  8oc.  Geol.  XIX,  p.  859. 


Digitized  by  Google 


(52) 


558 


Na zaire  findet.  Hier  sind  die  gleichen  Schichten  entwickelt,  wie  bei 
Sollies-Pont,  und  es  beobachtete  hier  Dumortier  als  tiefste  Fauna  de» 
Unteroolitbes: 

Lima  heteroimrpha  Desl. 
Tcrebr.  ylobata 

„  sphaeroidalis 
A.  Brongniurti  Orb.  (P  s  A.  polysehidcs  n.  sp.) 
welche  so  ziemlieh  dasselbe  Niveau  bezeichnen  als  die  oben  angeführten 
Arten.   Zwischen  dieser  Fauna  und  die  Schichten  der  Bathgruppe  schiebt 
sich  sodann  noch  ein  Schichtencomplex  ein,  der 
Pecten  cf.  spathuiaius  Roem. 
Cerithiwn  granulatocostatum  Odf. 
Anm.  Parkinsoni 
„  pygmaeus 
„  oolithicus 
„  Martinsi 
Bei.  eanaUcukUus 

beherbergt.  Erst  darüber  beginnen  die  Schichten  der  Bathgruppe  mit  der 
Zone  der  Ter.  digona,  welche  hier  in  gleicher  Facies  wie  zu  Luc  und 
Langrunne  auftritt,  einer  Masse  von  Bryozoen  zur  Lagerstätte  dienend. 

Ebray1)  führt  nun  neuerlich  aus  dem  Durchschnitt  von  St.  Nazaire 
aus  undeutlich  blättrigen  Kalken,  welche  in  gelbe  oder  blaue  Mergel  ein- 
gebettet sind  und  unmittelbar  auf  den  Lias  folgen: 
Pentacrinus  Bajocensis 

„  inornatus 
Nautilus  clausus 
Anm.  Sowerbyi 

„  Murchisonae 
Lima  heteromorpha 
Ter.  Kleini 

an,  welche  Arten  es.  höchst  wahrscheinlich  machen,  dass  auch  dort  die  Zone 
des  A.  Sowerbyi  vertreten  ist. 

Diese  Gebilde  im  südlichen  Theile  des  Dep.  du  Var  können  indes« 
schon  nicht  mehr  zu  den  Hochseebildungen  der  Westalpen  gezählt  werden. 
Sie  wurden  vielmehr  in  der  Nähe  des  Ufers  der  Nordspitze  einer  grossen 
Insel  abgelagert,  welche  sich  von  hier  über  die  Hyieren  und  Corsika 
nach  Süden  und  Osten  erstreckte,  und  das  Mittelländische  Becken  von 

»)  I8C4  Ebray:  Bull.  8oc.  geol.  de  France  XXI,  p.  203. 


Digitized  by  Google 


559  (53) 

»lern  Italischen  trennte    Die  meist  den  Charakter  von  Uochseebildongen 
oder  von  Ablagerungen  an  don  Küsten  von  Inseln  mit  sehr  steil  abfallendem 
Ufer  an  sich  tragendon  Juraschichten  der  Hochalpen  hängen  im  Osten  mit 
dorn  Italischen  Jura  zusammen,  der  indess  im  Allgemeinen  zu  wenig  er« 
forscht  ist,  als  dass  ich  auf  seine  Besprechung  näher  eingehen  könnte.  Nur 
auf  einen  Punkt  am  Südabhange  der  Tyroler  Alpen  möchte  ich  aufmerk- 
sam machen,  nämlich  auf  das  Cap  San  Vigilio  am  Ostufer  des  Garda- 
Sees.    Schon  Benecke1)  hat  auf  diese  Stelle  hingewiesen,  und  ich  selbst 
hatte  vor  einigen  Monaten  Gelegenheit  dort  in  Gesellschaft  und  unter  Führ- 
ung meines  Freundes  Benecke  zu  sammeln  und  die  Schichtenfolge  zu 
studiren.    Das  Liegendste,  was  man  zu  beobachten  im  Stande  ist,  sind  hell 
gefärbte,  sehr  mächtige  sandige  Kalke,  die  in  grossen  Steinbrüchen  aus- 
gebeutet werden,  aber  durchaus  keine  Vorsteinerungen  einschliessen.  Darüber 
folgen  ziemlich  mächtige,  meist  bunte  Marmorgesteine,  wolche  zu  unterst 
Ammonites  opalmus  Rein. 
„        Murchisonae  Sow. 
„       fallax  Ben. 
„        gonionotus  Ben. 
ii        scissits  Ben. 
„        ophioneus  Ben. 
„        tatricus  Pusch. 
Tcrcbratula  mehrere  Arten 
Rhynchonella  mehrere  Arten 
Protocardia  substriattda  Orb.  sp. 
Pentacrinus  cf.  Bayocensis  Orb. 
einschliessen.    Es  kommen  höher  etwa  10"  rother  Marmor  ohne  Versteine- 
rungen, bis  in  einer  Schicht  dunkel  fleischrothen ,  weiss  oder  gelblich  ge- 
fleckten, ausserordentlich  harten  Marmors  ein  zweiter  Petrefakten  führender 
Horizont  sich  einstellt,  in  dem  ich 

Ammonites  Bayleanus  Opp. 
n        polyschides  n.  sp. 
„        cf.  tatricus  Pusch. 
„        heterophyüe  sp. 
Aptychus  sp. 

gefunden  habe').   Es  sind  hiemit  die  die  Zone  des  A.  Sowcrbyi  nach  unten 

')  1806  Be necke:  üeber  Trias  and  Jura  in  den  8udalpen;  Geogn.  pal.  Beitr.  ron 
Benecke,  Schlebach  und  Waagen  I,  p.  110  u.  f. 

')  8iehe  Sohlönbaoh,  Brief  an  Hauer:  Verh.  d.k.k.  geolog.  Reichsanstalt  in  Wien 
18G7,  Nr.  8,  p.  158. 

(4)  36 


Digitized  by  Google 


(51)  560 


wie  nach  oben  begrenzenden  Schichten  aufs  bestimmteste  festgestellt.  Die 
Zone  selbst  müsste  also  durch  jene  10*  rothen  Marmors,  welche  zwischen 
beiden  liegen  und  in  denen  hier  keine  Versteinerungen  aufzufinden  waren, 
vertreten  sein. 

Wenden  wir  uns  nach  dieser  Abschweifung  an  das  Wcstufer  des  Mit- 
telländischen Beckens  zu  den  Departements 

Ardedie,  Gard,  Heranlt,  Lozere  und  Aveyron  zum  Theil.  Die  Meeres- 
strömung, welche,  aus  Norden  kommend,  die  reiche  Entwicklung  der  Zone 
des  A.  Souerbyi  an  der  Westküste  des  Helvetischen  Beckens  zu  Folge  hatte, 
verlüsst,  scheint  es,  im  Dep.  de  l'Isere  das  Ostufer  des  Centralplateau's 
von  Frankreich  und  wendet  sich  nach  dem  ofTenen  Becken  des  alpinen  Jura- 
Meeres.  Die  Schichten  des  Unteroolithes  sind  desshalb  in  den  oben  be- 
zeichneten Departements  nur  sehr  kümmerlich,  theilweise  an  alpine  Bildungen 
erinnernd,  entwickelt,  wie  ja  die  höheren  Juraschichten,  namentlich  im 
Ardecho  Departement,  immer  mehr  dem  alpinen  Typus  sich  anschliessen. 
Die  Zone  des  Atnm.  Sowerbyi  gesondert  für  sich  nachzuweisen  ist  bei  so 
geringer  Entwicklung  der  Schichten  wohl  nicht  möglich.  Am  Berg  von 
Crussol  vertritt  eine  kaum  1™  mächtige  Crinoideen-Breccie  den  gesammten 
ünteroolith       Was  Lory8)  daraus  anführt,  ist  Ter.  perovalis,  Mynch. 

einen  Ammoniten  ähnlich  dem  A.  Brogniarti.  Weiter 
nach  Süden  werden  die  Schichten  des  Unteroolithes  etwas  mächtiger,  na- 
mentlich scheinen  sich  Acquivalente  des  Opalinusthons  und  des  Calc.  k 
Entroques  auszuscheiden.  Dumortier3)  wenigstens  gibt  für  die  Dep. 
Ardeche,  Lozere,  Aveyron  und  Gard  an,  dass  der  Ünteroolith  mit 
einer  Bank  beginne,  in  welcher 

Asnm.  opalinm  Rein. 

Trochtts  duplicattis 

Thecocyathus  Mactra 
sich  finden.  Darüber  liegt  der  von  Dumortier  sog.  Caloair  ä  Fucoides, 
der  ausser  Chondritcs  scoparius  Thioll.  auch  noch  einschliesse : 

Amm.  Murchisonae 
„    sp.  nov. 

Bhynch.  variabüis  var. 

Inoceramus  fuscus  Quenst. 
  Pcc/cn  artiadatus  Orb.  non  Gdf. 

')  18G5  Oppol:  Pal.  Mitth.  p.  807—809. 

')  1855  Lory:  Bull.  Sog.  geol.  de  France  XII,  p.  510. 

s)  1861  Dumortier:  Note  »ur  lo  calc  a  Fucoides,  basc  de  l'oolite  infer.  dans  Ie 
Bassin  du  Rhönc;  Hüll.  8oc.  geol.  de  France  XVIII,  p.  579. 


Digitized  by  Google 


501 


(55) 


Lima  scoparia  Dum. 

Gryphaea  calceola  Quonst. 
Das  Dach  dieses  Kalkes  bildet  eine  dünne  Lage,  voll  von  Pcctcn  per- 
sonattts.  Erst  darüber  schliesst  sich  der  von  Dumortior  sog.  Calcair  h 
Entroqucs  an,  dessen  Fauna  indoss  unbekannt  ist.  AuchKöchlin-Schlum- 
berger1)  lüsst  sich  nicht  näher  auf  die  Fauna  dieses  Schichtencomplexca 
ein,  während  er  über  die  tieferliegenden  Schichten  einiges  erwähnt. 

In  der  Nähe  von  Monde  (Lozere)  folgt  über  dem  Lias,  in  den  übri- 
gens Schlumbcrgcr  auch  noch  die  Zone  des  Amin,  torülosus  mit  einrechnet, 
eine  Reihe  härterer,  grauer  Kalkbänke  20  —  25m  mächtig,  welche  anfangs 
noch  Mergellagen  zwischen  sich  lassen,  aber  nach  obon  immer  dichter  auf- 
einander liegen.  Versteinerungen  führt  er  aus  ihnen  nicht  an.  Darüber 
aber  wird  die  Abdachung  des  Berges  steiler,  indem  die  nun  folgenden  gelb- 
lich weissen  Kalke  der  Verwitterung  stärker  widerstehen;  auch  in  ihnen 
sind  organische  Reste  selten,  doch  fand  Schlumberger: 

Belemnites  sp. 

Amm.  sttbradiattis 
„    sj).  ittd. 

Area  sp. 

Lima  cf.  punctata  Odf. 
„     (a  fortes  cötes  rayonnautea  Schi. 
L.  alticosta?) 
Pectcn  pwnilus 

„     cf.  discif&rmis. 
Höher  folgen  Kalke  mit  Ostr.  Blandina  Orb.,  auf  die  sich  Dolomito 
"lagern,  die  mit  Schichten  voll  von  Crinoideon  -  Gliedern  (dem  sog.  Calc.  ä 
Entroques)  alterniren. 

Aus  den  obigen  beiden  Petrefaktenverzeichnissen  darf  man  nun  viel- 
leicht schliessen,  dass  die  unter  dem  Calc.  ä  Entroques  dieser  Gegend  be- 
findlichen Kalko  die  Zone  des  Amm.  Mttrchisonac ,  des  A.  Soiccrbyi  und 
vielleicht  auch  noch  höhere  Schichten  vortreten. 

Bei  der  geringen  Anzahl  der  bis  jetzt  sicher  feststehenden  Daten  scheint 
es  nicht  räthlich,  sich  über  die  allgemeinen  Verhältnisse,  welche  in  diesem 
Bocken  geherrscht  haben  mögen,  zu  äussern.  Nur  das  sei  erwähnt,  dass 
die  Bildungen  am  Ostufer  grossentheils  nach  anderem  Typus  entwickelt  sind 
als  die  des  Westufers.    Am  Nordende  des  Beckens  bei  Privas,  sowio  im 


•)  16"»4  Kftchlin-Schlamborger:  Coupe  geologique  des  Environa  de  Mende;  BulU 
Soc.  g6ol.  de  France  XI. 

(i*)  3C* 


Digitized  by  Google 


(56) 


502 


Süden  im  Dep.  du  Var  grenzen  alpine  und  ausseralpine  Bildungstypen  am 
nächsten  an  einander,  und  es  werden  sich  dort  die  Uebergiinge  zwischen 
beiden  am  leichtesten  studiren  lassen. 

IV.  Pyrenäisches  Meeresbecken. 

i 

Die  Kenntnisse,  welche  wir  von  diesem  Meeresbecken  besitzen,  sind 
noch  höchst  mangelhaft.  Die  Schichtenfolge  im  Dep.  Lozerc  nähert  sich 
bereits  sehr  dem  Typus  dieses  Beckens,  und  in  den  Departements  Lot  und 
Dordogne  scheint  die  Entwicklung  des  Unteroolithes  ziemlich  mit  jener 
des  D6p.  Lozcre  übereinzustimmen.  Es  sind  ziemlich  mächtige  harte  Kalke, 
welche  denselben  zusammensetzen,  aber  erst  sehr  oberflächlich  bekannt  sind. 

Chareute  Departement.  Nachdem  schon  durch  die  ausserordentliche 
Versammlung  der  Geologischen  Gesellschaft  von  Frankreich  zu  An gou lerne 
im  Jahre  1857 ')  einige  Andeutungen  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  festgestellt 
waren,  veröffentlichte  ein  Jahr  später  Coquand*)  eine  ausführliche  Be- 
schreibung dieses  Departements,  der  ich  Folgendes  entnehme. 

Im  Süden  des  Departements  ist  der  Unteroolith  nur  durch  massige 
dolomitische,  oft  eisenschüssige  oder  krystallinische  Kalke  vertreten,  denen 
jede  Spur  von  Versteinerungen  mangelt.  Erst  wenn  man  eich  weiter  nach 
Norden  wendet,  verschwindet  allmählig  die  dolomitische  Facies,  und  mer- 
gelige Kalke  mit  vielen  Versteinerungen  setzen  hier  den  Unteroolith  zu- 
sammen. Das  erste  deutliche  Profil  ist  bei  St.  Vincent  rechts  an  der 
Strasse  von  Limoges  nach  Confolens.  Dasselbe  stellt  sich  folgendcr- 
massen  dar.    Schichtcnfolge  von  oben  nach  unten: 

1)  Unmittelbar  unterhalb  des  Dorfes  bemerkt  man  einen  gelben,  in 
dicken  Bänken  anstehenden  Kalk,  dessen  Oberfläche  sehr  zerfressen 
erscheint.  Er  verbirgt  sich  bald  unter  den  eisenschüssigen  Tertiär- 
sanden, auf  welche  in  diesen  Gegenden  allenthalben  Bergbau  ge- 
trieben wird.  Dieser  Kalk  enthält  Pleurotomaria  sp.,  Ter.  globata 
und  Crinoideen- Glieder. 

2)  Nach  unten  geht  derselbe  nach  und  nach  in  einen  in  eckige  Stücke 
zerfallenden  blauen  Kalk  über,  der  ziemlich  compakt  ist  und  an- 
scheinend keine  Versteinerungen  in  sich  schliesst. 

3)  Eine  mergelige  Lage  vermittelt  den  Uebergang  zu  blauen  kalkigen 
Thonen,  welche  tiefer  nun  folgen,  und  dünne  Lagen  eines  dunkeln 

')  Bull.  8oc.  geol.  de  France  XJV,  p.  8ÖO. 

*)  1858  Coquand:  Descr.  phys.,  geol.,  paleont.  et  minoral,  du  Dep.  do  la  Chareote 
Vol.  t,  p.  210-218. 


Digitized  by  Google 


(57) 


Kalkes  mit  Amm.  Sowerbyi,  Amm.  Mttrchisonae,  Nautilus  subclausus, 
Ten  t/r.  pcrovalis,  Bei.  canalkiüutus  und  Lima  peclinifonnis  eiu- 
sehliesst.    Diese  Thone  besitzen  eino  Mächtigkeit  von  1  —  1,5-. 
4)  Das  Ganze  ruht  auf  Mergeln,  welche  an  nahegelegenen  Punkten 
Amm.  opalinus  und  etwas  tiefer  Trochus  subdtqrficatus  beherbergen. 

Damit  ist  die  Schichtenfolge  des  Untcroolithes  im  Dep.  der  Charente 
gegeben. 

In  den  gelben  Kalken  Nr.  1  findet  sich  bei  Ma rill ac  in  den  oberen 
Lagen  Amm.  Parkinsoni  und  Ter.  globata,  in  den  unteren  dagegen  Amm. 
Humphriesianus  und  Ter.  perovalis.  Die  Fauna  der  Schicht  Nr.  2  ist  auch 
von  andern  Punkten  nicht  sicher  bekannt,  doch  scheinen  A.  Brogniarli 
(=  A.  poly schides  n.  sp.)  und  A.  dinwrphus  (wahrscheinlich  A.  polymerus 
n.  sp.),  welche  Coquand  citirt,  aus  dieser  Ablagerung  zu  stammen. 

Die  Schicht  Nr.  3,  welche  die  Zono  des  Amm.  Sowerbyi  und  des  Amm. 
Munhisonac  zu  vertreten  scheint,  lüsst  sich  meist  durch  ihre  thonige  Be- 
schaffenheit leicht  erkennen.  Die  Fauna,  die  angeführt  wird,  beschränkt 
sich  auf 

Ammonites  Soicerbyi  Mill. 

„        Mttrchisonae  Sow. 

,        subdiscus  P  Orb. 
Belemn.  camliculatus  Schi. 
Lima  pectinifonms  Schi. 
Terebr.  perovalis  Sow. 

In  den  Departements  Vendee  und  Denx-S£vres  ist  die  Zone  auch  sehr 
bestimmt  vertreten,  wenn  auch  bis  jetzt  die  stratigraphischen  Nachweise 
nur  dürftig  und  mangelhaft  sind.  Herr  Carl  Mayer  in  Zürich  besuchte 
vor  längerer  Zeit  die  Localität  St.  Maixent  im  Dep.  Dcux-Sevrcs,  und 
brachte  von  dort  eine  ausgezeichnete  Suite  von  Arten  aus  der  Zono  des 
A.  Sowerbyi  mit.  Die  Vorkommnisse  sind  in  einem  gelblich  grauen  Kalk 
mit  einzelnen  grünen  Körnern  enthalten,  und  gleichen  cinigermassen  den  aus 
der  Maliero  der  Normandio  stammenden.  Ich  erinnere  mich  noch 
Ammonites  Sowerbyi  Mill. 

,        patelhi  n.  sp. 

,         Gingensis  n.  sp. 
von  St.  Maixent  kommend,  im  Züricher  Museum  gesehen  zu  haben. 

Um  über  den  eigenthümlichon  Typus  der  Schichten  dieses  Beckens 
etwas  bemerken  zu  können,  sind  noch  zu  wenige  Thatsachen  bekannt,  indess 
scheint  sich  die  Entwicklung  der  Schichten  an  der  Nordküste  (Dep.  Doux- 


Digitized  by  Google 


564 


So  v  res  und  Vondcc)  schon  so  ziemlich  derjenigen  zu  nähern,  welche  an 
der  Westküste  des  Pariser  Dockens  die  herrschende  ist. 

V.  Pariser  Becken. 

Ich  wende  mich  zunächst  nach  dem  Ostufer  dieses  Beckens,  beginnend 
mit  der  Betrachtung  der  Departements 

Aisne,  Ardennes,  Meuse.  Im  Dcp.  de  l'Aisne  ist  der  Uqteroolith  ganz 
ausserordentlich  reducirt.  Einige  oolithische  Bänke  mit  einigen  wenigen 
Versteinerungen  stellen  die  ganze  Etage  dar,  und  man  hat  in  Folge  dessen 
auch  fast  keine  der  Zonen  bis  jetzt  mit  Bestimmtheit  nachweisen  können1). 
Dagegen  scheint  im  Dep.  der  Ardennen  die  Zone  des  A.  Sotoerbyi  ge- 
sondort  für  sich  aufzutreten.  Es  ist  die  Premier  Sougroupc  dcsOulitho 
inferieure  von  Sauvage  und  Buvignier1),  in  der  die  Zone  enthalten 
ist.  Die  Opalinusthone  werden  auch  hier  noch  zum  Lias  gestellt,  über  den- 
selben folgen  aber  an  der  8trasse  von  M6zieres  nach  Paris,  indem  man 
das  Bois  de  Prix  verlässt,  von  unten  nach  oben: 

1)  Graue  Mergel  mit  Knollen  mergeligen  Kalkes  (Opalinus-Thon?). 

2)  Gelbliche  Kalke  mit  Eiscnoolithkörnchen. 

3)  Oolithische  Kalko,  grau,  gelb  oder  weiss  mit  concentrisch  schaligcn 
Oolithkörnchen. 

4)  Dunkelgelbe  Kalke  mit  hellen  Oolithkörnem. 

5)  Weisse  Oolithc  mit  Bruchstücken  von  Muschelschalen. 
C)  Lumachelle,  grau  oder  gelb  mit  weissen  Oolithkörnem. 

7)  Gelbliche  erdige  Kalko  und  Oolithe  mit  vielen  Versteinerungen. 

Höher  schliessen  sich  noch  an  gelbliche  Kalke  und  endlich  Mergel 
(Marncs  infericurs).  Die  ganze  Serie  scheint  nicht  höher  als  bis  an  die 
Humphriesianus- Schichten  zu  reichen. 

Die  Kalke  Nr.  7  finden  Bich  wieder  sehr  wohl  charaktcrisirt  am  Durch- 
schnitt von  Choveuge,  wo  sie  ebenfalls  viele  Versteinerungen,  namentlich 
Pholadomyon,  Austern  und  Belemniten  enthalten.  Von  diesem  Fundorte 
werden  citirt: 

Miücpora  (?)  straminca  Phill. 
Diastop.  (Bereute.)  diluviana  Lamx. 
Montlimltia  trochoides  Edw.  &  H. 
Nucleolites  sp. 


f)  8ieho  1813  d'Arcliiuc:  Descr.  gool.  du  Dep.  de  PAUinc  (Mcm.  8oc.  geol.  de  France 
I.  s6r.  V). 

*)  1842  Sauvage  et  Buvignier:  8t*ti*t.  mineralog.  et  geol.  du  Dep.  des  Ardennc«. 


Digitized  by  Google 


5G5 


Scrpula  Umax  Odf. 
Ptoladomya  parvtda  ?  Room. 
Lucina  sp. 

Astarie  orbicularis  ?  Sow. 
CueuUaea  oblonga  Sow. 
Rhynch.  cynocepluda  ?  Rieh. 
Hemithyris  senticosa  Schi.  sp. 
Tere&r.  plicata  Buckm. 
vlmm.  contrarius  Sow. 

„    s/>.  not;. 
Belenmites  sp. 

Obwohl  dieses  Petrefaktenverzeichniss  noch  mancher  Berichtigung  be- 
darf, lässt  sich  doch  aus  dem  Gesammthabitus  dieser  Fauna  schliessen,  dass 
wir  es  hier  mit  Schichten  zu  thun  haben,  welche  zwischen  den  Zonen  des 
Amm.  Murclnsonae  und  Amm.  Humphriesiamts  eingeschlossen  sind,  sogar 
wahrscheinlich  die  Zone  des  A.  Sowerbyi  vertreten.  An  einer  anderen  Stelle 
dos  Departements  bei  Tarzy  kommen  ungefähr  in  demselben  Niveau,  viol- 
leicht aber  auch  etwas  tiefer  viele  Korallen  vor. 

Diese  Korallenschichton  sowie  die  Schichten  von  Cheveuge  scheinen 
genau  dem  zu  entsprechen,  was  Buvignier  10  Jahre  später1)  ebenfalls 
als  Sous-groupe  inferieur  seines  Unteroolithes  begriff.  Im  Dop.  de  la 
Meuse  nämlich  sind  es  dieselben  gelblichen  oder  weisslichen  Kalke,  welche 
viele  Korallen  enthalten,  und  zufolge  ihrer  relativen  Lagerung  vielleicht  die 
Zone  des  A.  Sowerbyi  darstellen  könnten.  Aus  den  von  Buvignier  ange- 
führten Versteinerungen  lässt  sich  indess  wenig  schliessen.  Ich  will  nur 
nennen: 

Montlivaltia  troclioides 
Cidaris  cueumifera  Agass. 
Scrpula  socialis  Gdf. 
Gresslya  gregaria  Roem.  sp. 
Area  astreicola  Buv. 
Lima  duplicata  Desh. 
Pectcn  cf.  Jens  Sow. 

Erst  in  seiner  Sous-groupo  moyen  führt  Buvignier  Amm.  Brocchi, 
Blagdeni,  Braikcnridyi  und  subradiatus  an,  wodurch  die  Zonen  des  Amm. 
Sauzci  und  Ilumphriesianus  angedeutet  sind,  während  noch  weit  höher  A. 
Parkinsoni  angegeben  wird. 


*)  lb~>2  Buvignier:  Statist,  geologique  du  Dop.  de  la  Meudc. 


Digitized  by  Google 


(60) 


Luxemburg;  Moselle,  Meurthe,  Hante- Marne  Departements.  Die  Zone 
des  A.  Sowerbyi  ist  hier  überall  vertreten,  wenn  auch  ihre  Sonderung  von 
den  zunüchstliegenden  Zonen  wegen  Mangels  an  genaueren  Untersuchungen 
vor  der  Hand  grossen  theils  viele  Schwierigkeiten  verursacht  In  Luxem- 
burg scheint  die  Zone  des  A.  Murchisonac  zum  grossen  Theile  wohl  noch 
durch  die  Eisenerze  von  Mont-Saint-Martin  vertreten,  während  der 
Calcair  de  Longwy')  die  Zonen  des  A.  Sowerbyi  bis  A.  llumphrksianus 
darstellt.  Ammonites  Sowerbyi  Mill. 

■        jugifer  n.  sp. 

Pholadom.  fidietda  Sow. 

Pleurom.  tennistria  Gdf. 

CucuUaea  oblonga  Sow. 

Lima  alticosta  Dew.  &  Chap. 
„     duplicata  Sow. 
lassen  mit  Sicherheit  auf  die  Vertretung  der  Zone  schliessen1). 

Am  Hügel  von  8t.  Quentin  in  der  Nähe  von  Metz  (Dep.  Moselle) 
sieht  man  über  feinen  glimmerigen  Sandsteinen  mit  A.  opalinus  einen  mer- 
geligen Sandstein,  auf  dessen  Schichtflächen  ChondriUs  soparius  Thioll.  sich 
findet.  Diese  Schicht  geht  nach  oben  in  einen  Oolith  über,  der  auf  der 
anderen  Seite  des  Hügels 

Montlivaltia  trochoides 

Trigonia  einige  Arton 

RhynchoneUa  sp. 

Astarte  excavata  Sow. 

Ostrea  crenata  Gdf. 

Perna  sp. 

beherbergt3).  An  anderen  Localitäten  scheidet  sich  zwischen  den  Sand- 
steinen eine  Eisenerzbank  aus,  welche  wohl  dem  Erze  von  Mont- St.  Martin 
entsprechen  wird.  Sie  ist  gewöhnlich  durch  eine  dünne,  sandig  thonige 
Ablagerung  vom  Oolite  ferrugineuse  gesondert,  zu  dessen  untersten 
Gliedern  auch  die  obige  Petrefakten  enthaltende  Schicht  zu  zählen  ist4> 

')  1841  Da  mont:  Mem.  rnr  loa  terr.  «econdaires  da  Luxembourg  (Mem.  Aead.  de 
Bruxelles  XV). 

')  Siebe  1852  Dewalque  and  Chapuii:  Fossiles  des  terr.  see.  de  Luxemboorg  and 
1862  Chapais:  Nouvellea  reoherohes  bot  les  Foss.  des  terr.  see.  de  Lux. 

J)  186:2  Dumortior:  in  BulL  8oc.  g6ol.  de  Franco  XX,  p.  113. 

♦)  Siehe  1852  Reunion  extraord.  do  lu  8oc.  geol.  a  Mets.  Bull.  Soc.  Qool.  de  France 
IX,  p.  594. 

1854  Majerus:  Note  sur  1c  Terr.  jur.  du  Qranducbß  de  Luxembourg  (Bull.  Soc.  scL 
nat.  du  Luxembourg  II). 


I 


Digitized  by  Googlg 


5(57 


(61) 


Dass  die  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  in  letzterem  Gebilde  (dem  Oolite  ferru- 
gineuse)  enthalten  sei,  geht  aus  den  von  Ter  quem1)  gegebenen  Potrefakten- 
Listen  hervor,  aus  denen  ich  folgende  Arton  hervorhebe: 
Ammonites  Sowerbyi  Hill. 

.        jugosus  (Sow.)  Torqu.  (vielleicht  A.  Gingensis) 
„        cycloides  Orb. 
PJwladom.  fidietäa  Sow. 
Goniom.  Duboisi  Ag. 
Pleurom.  tenuistria  Gdf. 
Gresslya  latirostris  Ag. 
Astarte  excavata  Sow. 

,     elegans  Sow. 
Trig.  striata  8ow. 

jf     Goldfussi  Ag. 
Cucull.  oblonga  Sow. 
Modiola  plicata  Sow. 
Lima  pectiniformis  Schi. 
„    sulcata  Mnst 
„    duplicata  Aut. 
Pecten  pumilus  Lam. 
Serpula  socialis  Gdf. 
Galeropygus  Marcoui  Des. 
2?ryo*oen. 

Erst  im  Dep.  de  la  Meurthe  vermag  ich  mit  voller  Sicherheit  zu  con- 
statiren,  dass  die  Zone  des  A.  Sowerbyi  am  Ostufer  des  Pariser  Beckens 
auch  wirklich  ein  gesondertes  Lager  für  sich  einnehme  und  oft  ausser- 
ordentlich reich  an  Petrefakten  auftritt.  In  der  Sammlung  des  verstorbenen 
H.  Saemann  in  Paris  sah  ich  eine  ausgezeichnete  Suite  von  Petrefakten, 
welche  aus  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  dieser  Gegend  stammten.  Die 
Schien tenfo Ige  scheint  nach  den  Mittheilungen  dieses  Herrn  dieselbe  zu  sein 
wie  überall  am  Ostufer  des  Pariser  Beckens.  Ueber  grauen  Kalken  mit  A. 
bifrons  und  A.  subarmatus  folgen  in  der  Umgegend  von  Nancy  1)  dunkle 
Thone  mit  Trigonia  pulchella  und  Leda  rostralis,  darüber  legen  sich  an 
2)  Eisenerze  und  Sandsteine  mit  A.  opalimts  und  Triyonien,  eisenreicher 
Kalk  (3),  welcher  nach  unten  viele  geohrte  Austern  cinschliesst ,  bildet  das 
Lager  von  A.  Sowerbyi  und  A.  cycloides;  grauer  Kalk,  welcher  wahrscheinlich 
als  Dach  der  vorigen  Schicht  zu  betrachten  ist,  hat  A.  polyschides  geliefert. 


')  165Ö,  Patöoot.  du  Dep.  de  Li  Moselle. 


- 


Digitized  by  Google 


(62) 


5f»8 


Die  Schichten  Nr.  2  könnten  auch  noch  die  Zone  des  A.  Mttrchisonae 
in  sich  bergen,  und  werden  so  ziemlich  die  Aequivalente  des  Oolite  fer- 
rugineuse  de  Mont-Saint-Martin  von  Chapuis  bilden,  während  die 
Loge  mit  Amm.  Sowerbyi  jedenfalls  die  tiefsten  Glieder  des  Calcair  de 
Longwy,  Calc.  ferruginoux  Chapuis,  darstellen.  Aus  letzterer  Schicht 
sind  mir  von  Nancy  bekannt: 

Amm.  Sotcerbyi 

,     <*/.  cycloides 
Alaria  Lotharingica  Schlumb. 
„    Roubalcti  Schlumb. 
„    rarispina  Schlumb. 
Die  übrige,  sehr  reicho  Fauna  wird  von  H.  8chlumbcrger  selbst  eine 
Bearbeitung  erfahren. 

Weiter  gegen  West  und  Nordwest  legt  sich  auf  die  eben  angeführte 
Schichtenreihe  ein  weisser  harter  Kalk  in  mächtigen  Bänken,  welcher  wohl 
die  höheren  Zonen  des  Unteroolithes  vertreten  wird. 

Ueber  das  Dep.  Ilaute-Marne  ist  die  Literatur  zu  gering,  als  dass 
sich  irgend  etwas  über  Vorhandensein  oder  Mangel  der  Zone  des  Amm. 
Sowerbyi  sagen  Hesse. 

Vonne,  Nievre,  Cher,  Indre  und  Vienne  Departements.  Indem  wir  uns 
nach  dem.  Südufer  des  Pariser  Beckens  wenden,  treten  wir  wieder  in  das 
Qebiet  des  Calcair  ä  Entroques,  dessen  mächtigste  und  petrefakten- 
reichste  Entwicklung  wir  bereits  im  Dep.  8a6ne-et-Loire  kennen  gelernt 
haben.  Schon  ein  Theil  des  Jura  im  Dep.  Cote-d'Or  gehört  dem  Südufer 
des  Pariser  Beckens  an,  aber  hier  sowie  im  Dep.  de  l'Yonne  sind  die 
Forschungen  über  die  einzelnen  Abtheilungen  des  Unterooliths  noch  nicht 
sehr  weit  gediehen.  Aus  einem  kurzen  Aufsatz  von  Ebray1)  erfuhrt  man, 
dass  in  der  Umgegend  von  Dijon  der  Untcroolith  mit  sandigen  Kalken, 
die  Chondrites  soparius  enthalten,  beginnt  und  sich  über  diesen  der  Cal- 
cair ä  Entroques  mit  Pectcn  artieulattis  (?)  und  GrypJtuea  sublohata  an- 
schliesst.  In  der  8ammlung  der  ßcole  des  Min  es  in  Paris  sah  ich 
auch  einen  Amm.  Sowerbyi  aus  diesen  Schichten  von  Semur  liegen,  so  dass 
sich  die  Vertretung  der  Zone  durch  dieselben  als  wahrscheinlich  herausstellt 
Aua  Hau  lins*)  Arbeit  über  das  Dep.  de  l'Yonne  lässt  sich  dagegen  gar 
keine  Ansicht  über  die  hier  in  Betracht  kommenden  Lagen  des  Unteroolithes 


')  1861  Ebray:  8tratigraphic  du  Systeme  oolitiquo  inferivur  des  Environ  de  Tournu* 
et  d'une  partie  du  Dep.  do  la  Cöto  d'Or  (Bull.  Soe.  gcol.  do  France  XIX,  p.  :«». 
»)  J86S  Baulin:  SUtittiquc  gtologiquc  du  I>6p.  do  l'Yonne,  Paris  8°. 


Digitized  by  Google 


509 


gewinnen;  indess  scheint  es,  dass  die  ganze  Entwicklung  dieser  Etage  im 
Yonne  Dep.  manches  Uebercinstimmcndo  mit  der  im  Nicvro  Dep.  herr- 
schenden hat,  wo  über  Eiacnoolithen  mit  Amm.  tariabilis  und  Bil.  irregn- 
laris  der  Unteroolith  mit  hellen,  festen  Kalken  beginnen  soll,  in  denen 
Versteinerungen  zu  den  Seltenheiten  gehören,  indess  werden  Amm.  Murchi- 
sunuc,  Amm.  Ilumphriesianus  und  Gryphaea  subiobata  daraus  angeführt '). 

Aus  dem  Dep.  du  Cher  führt  Ebray«)  einige  ganz  instruktive  Profile 
an,  welche  guten  Aufschluss  über  die  Entwicklung  des  mittleren  Jura  in 
diesem  Departement  überhaupt,  als  auch  über  das  wahrscheinliche  Aequi- 
valcnt  der  Zone  des  A.  Sotcerbyi  insbesondere  geben.  Wenn  man  von 
Ignol  über  Nerondes  nach  Begny  geht,  kann  man  folgendes  Profil 
beobachten,  Schichtenfolgo  von  unten  nach  oben: 

1)  Mergel  des  oberen  Lias  (Serpentinus-Schichtcn?). 

2)  Calcair  a  Entroques. 

3)  Mergel  mit  Eisenoolith-  Körnchen  und  A.  Parkinsoni,  Atnm. 
Brogniarti. 

4)  Mergelige  Kalke  mit  Amin.  Parkinsoni,  nach  oben  Bank,  von 
Bohrmuscheln  zerfrossen  mit  Amm.  polymorphus. 

5)  Feste  Kalke  mit  Amm.  arbustigerus  und  Collyritcs  bicordata. 

0)  Mergel  und  Thone  mit  untergeordneten  festeren  Mergelbänken: 
Tcrebr.  digona,  Mytüns  Sowerbyanus,  Pholadomya  carinatu  in 
der  Oberregion  des  Complexos. 

7)  Thoniger  Eisenoolith  mit  Amin,  macroeephalus  und  Amm.  sub- 
discus  (?). 

8)  Bank  gelblichen  Kalkes  mit  Amm.  aneeps. 

9)  Spongitenkalke. 

Es  ist  dies  ein  so  schönes  Profil  des  mittleren  Jura,  in  dem  fast  keine 
Zone  fehlt,  dass  ich  mir  nicht  versagen  konnte,  es  hicher  zu  setzen.  Für 
meine  speciellen  Zwecke  ist  es  indess  zunächst  nöthig,  den  Calcair  a  En- 
troques noch  etwas  näher  ins  Auge  zu  fassen.  Ein  gutes  Profil  dieser 
Scbichtenabthoilung  soll  sich  im  Durchschnitte  bei  Oimouille  (Chor.) 
zeigen.    Dasselbe  setzt  sich  zusammen  von  oben  nach  unton  aus: 

1 )  Mergel  mit  Amm.  Parkinsoni  (Schicht  Nr.  3  des  vorigen  Profils). 

2)  Calc.  ä  Entroques:  Grauer  Kalk  mit  verwitterten  Knollen  von 
Eiscnocher:  Anm.  Blagdeni,  Amm.  Biogniurti,  Amm.  Humphric- 


')  186b  Rcunion  extraordinairc  a  Novrea:  Bull.  8oc.  Gt-ol.  do  France  XV,  p.  <iÜ5. 
*)  1861  Ebray:  Stratigraphic  du  8ystome  oolitique  inforicure  du  Dep.  du  Chcr  (Bull. 
S  »c.  geol.  do  France  XVIII,  p  501). 


Digitized  by  Google 


(64) 


570 


sianus,  Pholadomya  ßdicula,  Galeropygwt  diseiUus,  Bryozon, 
Crinoideen-Glieder  (10"). 

3)  Eigentlicher  Calc.  ä  Entroques,  eisenschüssig  mit  Bei.  brevis, 
Pholadom.  fidicida  und  anderen  Bivalven,  Crinoidocn-Qlieder  (2"). 

4)  Dünne  mergelige  Bänke  mit  BcUmniles  tripartitus  (?),  Arnnt. 
opalinus  (?)  (1™). 

5)  Bank  harten,  grauen  Kalkes,  ohne  Crinoideen-Glieder:  Östren 
Knorri  (?),  Anm.  opalinus,  Bei.  tripartitus,  Astarte  Voltzi  (0,40"). 

(i)  Thon,  etwas  eisenschüssig,  ohne  Versteinerungen  (G™). 

7)  Bank  harten,  grauen  Kalkes  mit  Anm  insigms,  complanatus,  Ana 
liasina,  Bd.  irregtdaris.  Eine  von  Lithodomen  zerfressene  Bank. 

8)  Blaue  Thone  (Serpentinus-Schichten). 

8chicht  Nr.  3,  vielleicht  auch  die  unteren  Lagen  der  Schicht  Nr.  2, 
werden  die  Zone  des  Anm.  Sowerbyi  darstellen,  wenn  auch  die  hier  gege- 
benen paläontologischen  Anhaltspunkte  nur  gering  sind. 

Im  Dep.  de  l'Indro  sind  diese  Schichten  sandig  mit  vielen  Kiesel- 
ausscheidungen,  aber  noch  diese  Massen  von  Crinoideen-Gliodern  einschließend. 
D'Archiac1)  citirt  eine  Reihe  von  Arten,  welche  auf  eine  Vertretung  der 
Zone  des  A.  Sowerbyi  schlicssen  lassen.  Durch  die  vielen  Kiesclconcretionen, 
welche  sich  in  den  Schichten  des  mittleren  Jura  im  Indrc  Departement 
finden,  erinnert  diese  Abtheilung  bereits  sehr  an  die  Entwicklung,  wie  sie 
im  Ddp.  de  la  Vionno  vorhanden  ist.  Die  Schichten  sind  hier,  wie  es 
scheint,  sehr  kümmerlich  ausgebildet,  und  scheinen  sich  auf  einer  Untiefe, 
welche  das  Pariser  Becken  vom  Pyrenäischen  Becken  trennte,  und  die  kry- 
stallinischen  Gebilde  des  Centralplateaus  mit  jenen  derVende  verband, 
abgelagert  zu  haben. 

Denx-Sevres  (nord- östlicher  Theil),  Sartue,  Oruc,  Calvados  Departe- 
ments. Es  ist  dio  Gegend  von  Thouars,  welche  im  Dop.  Dcux-Sevres 
dorn  Pariser  Becken  angehört.  Die  Eisenoolithe  der  Kelloway- Gruppe, 
welche  im  Dep.  Maino-et-Loire  bei  Montreuil  Beilay  die  prachtvollen 
Versteinerungen  liefern,  werden  von  sehr  harten  weissen  Kalken  unterlagcrt, 
unter  denen  sandige  Bildungen  mit  Kieselausscheidungen  folgen.  Diese  gehen 
nach  unten  in  mergelige,  schwach  kieselhaltige,  zu  hydraulischen  Kalk  ver- 
wendete Bildungen  über.  Während  dio  mittleren  Lagen  mit  Kiesclconcre- 
tionen Ammonitcs  Parkinsoni  geliefert  haben,  fand  sich  in  der  Unterregion 
GcrvUlia  Hartinatini? ,  Modiola  plicata,  Astarte  cxcavuta,  Giyphaca  sublobata 


'J  ISbü  d'Archiuc:  Hi»t.  do»  progr.  de  Ki  Ut-ologic  VI,  p.  31ü. 


571  (G5) 


Dcsh.,  Ter.  Kkini  *),  Ter.  conglobata  und  Pect,  personatus.  Zu  unterst  sol  1 
eine  Bank  mit  Chondritcs  scoparius,  Amm.  Murchisonae  und  Trigonia  liegen  *). 
Diese  tieferen  Schichten  vertreten  die  sog.  Maliere  der  Normandie,  in 
der  die  Zonen  des  A.  Murchisonae  und  A.  Sowerbyi  enthalten  sind. 

Ucber  die  Stellung  der  einzelnen  Ablagerungen  im  Dep.  der  Sarthe 
herrscht  noch  grosse  Meinungsverschiedenheit,  indem  man  die  Abtheilungen 
des  Unterooliths  von  Gloucestershire  dort  wiederzuerkennen  sich  be- 
müht. Soweit  sich  die  Sache  aus  der  Literatur  und  nach  im  hiesigen 
paläontologischen  Museum  befindlichen  Stücken  beurtheilen  lässt,  scheint  mir 
eine  Schicht  sandig  mergeligen  gelblichen  Kalkes  mit  vielen  Versteinerungen 
die  Zone  des  A.  Murchisonae  und  A.  Sowerbyi  zu  vertreten,  während  die, 
über  einer  Bank  weissen  krystallinischen  Kalkes  mit  PhasianeUa  Saemanni 
folgenden  gelblichen  Kalke  die  Zonen  des  A.  Humphriesianus  und  Parkinsoni 
darstellen  werden.  Die  sandigen  Schichten  schliessen  nach  den  mir  be- 
kannten 8tücken  folgende  Arten  ein;  von  Tonnie  stammen: 

Amm.  Sowerbyi  Mill. 
„     Gingensis  n.  sp. 

Panopaea  calceiformis  Orb. 

Pholadomya  fidicula  Sow. 

„         Wittlingeri  n.  sp. 

Grcsslya  latirostris  Ag. 

Ccromya  Orbignyana  Opp. 

Pleuromya  tenuisiria  Gdf. 

Honwmya  sp. 

Tancredia  donaeiformis  Lyc. 
Astarie  excavata  Sow. 
Trig.  striata  Sow. 

„     tuberculata  Agas*. 
Lucina  cf.  plana  Ziet. 

,     cf.  Lorieri  Orb. 
Jsocardia  cordata  Buckm. 
Cucullaea  oblonga  Sow. 
Modiola  plicata  Sow. 
Mytüus  sp. 
Lima  pectiniformis 

„     cf.  semicircularis 

■)  185G  8aemann:  Note  sur  les  relationg  g£cl  d'un  nour.  gisment  do  Foss.  a 
Montreuil-Bellay  (Bull.  8oc.  geol.  de  France  XIII,  p.  654). 

')  1862  Dumortier:  Bull.  800.  geol.  de  France  XX,  p.  113. 


Digitized  by  Google 


(ß«) 


572 


Lima  sp.  uov. 

„     Helena  Orb. 
Gerviüia  praelonga  Lyc. 
Pccten  pumüus  Lamk. 
Gryphaea  subhbata  Desh. 

Es  ist  untor  all  diesen  Arten  fast  keine,  welche  nicht  anderwärts  schon 
in  der  Zone  des  A.  Sowcrbyi  nachgewiesen  worden  wäre,  wahrend  freilich 
viele  von  ihnen  diese  Zone  mit  der  Zone  des  A.  Murchisonae  gemein  hat. 
Von  Conlic  liegen  ausserdem  noch  im  hiesigen  Museum  Amm. Murchisonae, 
Myacites  jurassi  und  ein  Paar  andere  Arten *). 

Im  Dop.  der  Orne  verschwinden  nach  Deslongch araps  die  unter 
den  Humphriesianus-Schichten  folgenden  Ablagerungen  des  Unterooliths  fast 
vollständig,  so  dass  man  nicht  einmal  mehr  dio  Zone  des  A.  MurcJtisonae, 
welche  im  Calvados  wieder  eine  ziemliche  Mächtigkeit  erreicht,  zu  er- 
kennen im  Stando  ist. 

Erst  im  Arrondisscment  von  Falaise  (Dcp.  Calvados)  lässt  sich  die 
Zone  des  A.  Murchisonae  wieder  mit  Sicherheit  nachweisen*),  von  der  Zone 
des  A.  Sowcrbyi  ist  aber  auch  hier  noch  keine  Rede.  Dieselbe  wurde 
überhaupt  im  Dop.  du  Calvados  noch  nicht  als  gesonderte  Schicht  unter- 
schieden, da  sie  auch  wirklich,  wenn  man  nur  die  gerade  in  diesem  De- 
partement herrschenden  localen  Verhältnisse  berücksichtigt,  hier  kaum  den 
Namen  einer  besonderen  Schicht  verdient.  Dennoch  haben  dio  Arten  der 
Zone  ein  für  sich  abgeschlossenes  und  sehr  bestimmtes  Lager,  indem  sie 
die  obersten,  ein  Paar  Zoll  mächtigen  Lagen  der  sog.  Malier e  einnehmen. 
Ich  hatte  diess  zu  beobachten  bei  Bayeux  mehrfach  Gelegenheit.  Wenn 
man  die  Sache  einmal  erkannt  hat,  so  lässt  sich  die  Schicht  auch  meist 
ziemlich  leicht  auffinden.  Dort,  wo  die  Maliere  als  grauer  oder  grünlicher 
mergeliger  Kalk  entwickelt  ist,  bildet  das  Dach  derselben  eine  kaum  2  Zoll 
mächtige  Lage  von  Petrefakten,  von  Gestein  kann  man  hier  kaum  sprechen, 
deren  Unterseite  von  einer  dünnen  Haut  intensiv  lauchgrün  gefärbten  Thones 
überzogen  ist,  während  sich  in  die  Oberseite  bereits  die  Eisenocher-Knollen 
der  tiefsten  Schichten  des  Oolite  ferrugineuse  einpressen.    Die  Vor- 


»)  Im  Uebrigen  siehe:  1851  Hebert:  Note  sur  lo  terr.  jar.  du  bord  Occidental  du 
Baasin  parigien  (Bull.  Soc.  geol.  de  Franco  XII,  p.  83). 

1664  ßaemann:  Sur  Tage  de  la  Couehe  jurass.  de  la  Jonneliere  (Bull.  Soc.  geoL  de 
France  XI,  p.  2Ü1). 

1854  Triger:  Bull.  Soc.  geol.  de  France  XII,  p.  78. 

*)  Vergl.  1861  E.  Deslongchamps:  Etudes  nur  las  Etage»  jurassiques  inferieuri  de 
la  Nortnandie. 


Digitized  by  Google 


- 


573  (67) 


kommnissc  dieser  Lage  erhalten  dadurch  ein  äusserst  charakteristisches  Aus- 
sehen: die  eine  Seito  ist  meist  vortrefflich  erhalten,  mit  grossen  intensiv 
grünen  Flecken  bedeckt,  während  die  andere  Seite  gewöhnlich  die  Spuren 
der  Eisenknollen  an  sich  trägt.  Die  Region  der  Eisenocher- Knollen  stellt 
die  Zone  des  A.  Sausei  dar,  während  erst  mit  dem  Auftreten  des  eigent- 
lichen Eisenoolithes  die  Zone  des  A.  Humphriesianns  ihren  Anfang  nimmt. 

Die  Arten,  welche  diese  dünne,  die  Zone  des  A.  Sowerbyi  vertretende 
Lage  mir  geliefert  hat,  sind  nicht  sehr  zahlreich,  obwohl  die  Fauna  im 
Ganzen,  nach  dorn  was  ich  in  Paris  aus  diesen  Schichten  liegen  sah ,  reich 
an  Formen  ist.    Ich  erhielt  daraus: 

Amm.  Sowerbyi  Mill. 
„    patelto  n.  sp. 
„     cf.  subradiatus  Sow. 
Bclemn.  cf.  canaliadatus  Schi. 
Pleurotomaria  sp. 
Goniotnya  Duboisi  Ag. 

Die  Maliere,  welche  darunter  folgt,  ist  eine  ziemlich  mächtige  Bildung 
mit  Amm.  Mttrclmonae,  Amm.  Sieboldi  und  der  schon  oben  (Einleitung) 
angegebenen  Fauna.  Bei  Evrecy  liegen  diese  Schichton  unmittelbar  auf 
den  Radians- Mergeln  (Couche  ä  Amm.  primordialis  Desl.),  welche 
den  gleichen  Schichten  Schwabens  hier  sehr  ähnlich  sehen.  Was  Deslong- 
champs  als  Amm.  primordialis  von  hier  erwähnt,  ist  eine  Varietät  des 
Amm.  Aalensis. 

Dorsetshire  und  Somersetellire.  Der  Unteroolith  von  Dorsetshire 
ist  in  seiner  ganzen  Entwicklung  der  gleichen  Ablagerung  von  der  Nor- 
mandie  so  ähnlich,  dass  ich  nicht  umhin  kann,  denselben  gleich  hier  an- 
zuschliessen,  und  das  nordenglische  Meoresbecken  erst  mit  den  Ab- 
lagerungen in  Gloucestershire  zu  beginnen. 

An  den  Küsten-Durchschnitten  bei  Bridport  hat  bereits  Oppel  einige 
der  tieferen  Zonen  des  Unterooliths :  Opalinus-  und  Murchisonae- Schichten 
nachgewiesen1).  Mir  war  es  leider  nicht  möglich,  ebenfalls  das  Profil  an 
den  Cliffs  bei  Burton-Bradstock  durchzuklopfen,  da  weitere  Abstürz- 
ungen des  Marly-Sandstone  dasselbe  unzugänglich  gemacht  haben.  Dagegen 
hatte  ich  Gelegenheit,  bei  Symondsbury  die  unteren  Lagen  dos  Unter- 
oolithes  genauer  zu  beobachten.  Wenn  man  vom  Dorfe  aus  zu  den  Brüchen, 
in  denen  ein  Kalkofen  erbaut  ist,  hinaufsteigt,  findet  man  zu  beiden  Seiten 


')  Oppel:  JaraformAtion  p.  826. 


Digitized  by  Google 


(68)  574 


iles  Weges  die  oberen  Schichten  des  Marly- Sandstone  ziemlich  reich  an 
Versteinerungen  aufgeschlossen.  Ich  sammelte  dort  in  Lagen  kalkiger 
Knollen,  welcho  die  Sandsteine  durchziehen:  Bei.  trijiartitus,  Amm.  radtans, 
Amm.  Aaleiisis,  Amm.  costula,  Amm.  insignis,  mehrere  Exemplare  einer 
nicht  näher  bestimmten  Gresslya  und  einige  Brachiopoden.  Etwas  hoher 
lieferte  mir  eine  harte  Kalkbank  Amm.  opalinus,  während  darüber  mit  dem 
ersten  Auftreten  von  Eisonoolithen  Amm.  Murchisonac  sich  in  Menge  ein- 
stellt. Ausserdom  fand  ich  hier  noch  Tancredia  donaeiformis  und  Astartc 
cf.  Acdcnsis.  Diese  Schichten  mögen  etwa  6'  Mächtigkeit  besitzen,  sind 
aber  nicht  sehr  reich  an  Eisen,  erst  die  sich  sodann  anschliesende  Zone 
dos  Amm.  Sowerbyi  besteht  aus  einer  Bank  ausserordentlich  eisen- 
schüssigen oolithischen  Kalkes,  aus  dem  ich 

Amm.  Sowerbyi  Mül. 
„     patetta  n.  sp. 

Bei.  Gingensis  Opp. 
„    cf.  canedietdatus  Schi. 

MyoconcJm  cf.  crassa  Sow. 

GiypJutea  sublobata  Desh. 
erhielt.    Für  die  Zone  des  A.  Satuei  konnte  ich  kein  sicheres  Aequivalcnt 
auflinden,  obwohl  Amm.  Humphriesianm  erst  eine  Bank  höher  zu  folgen 
scheint. 

Von  Yeovil  (Somersetshirc)  erhielt  ich  von  Herrn  Dämon  eine 
Reihe  von  Ammoniten,  unter  denen  ich 
Amm.  Sowerbyi  Mill. 
,     adicrtis  n.  sp. 
„     Mayeri  n.  sp. 
zu  unterscheiden  im  Stande  bin. 

Dundry  endlich  ist  eine  schon  seit  lange  berühmte  Fundgrube  für 
Arten  aus  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi.  Die  meisten  der  Sowerby'schen 
Originale,  welche  solchen  Arten  zu  Grunde  liegen,  stammen  von  dort.  Im 
Allgemeinen  findet  man  dort: 

Amm.  Sowerbyi  Mill. 
Cirrhtts  nodosus  Sow. 
Pleurotomaria  fasciata  Sow. 
Astarie  excavata  Sow. 
Cucullaea  oblonga  Sow. 
Pecten  barbatus  Sow. 

„     dentatus  Sow. 
Thamnastraea  Defranciana  Mich.  sp. 


Digitized  by  Google 


575 


Isastr.  tenuistria  M'Coy  sp. 

Thecosm.  gregaria  M'Coy  sp. 

Anabacia  orbtdites  Lamk.  sp. 
Das  Pariser  Beckon  bietet  manche  Schwierigkeiten  in  der  Behandlung 
des  hier  vorliegenden  Stoffes,  da  es  nur  wenige  Localitüten  sind,  welche 
die  Zone  des  Animonitcs  Soiccrbyi  deutlich  von  höher  oder  tiefer  liegenden 
Schichten  abgetrennt,  erkennen  lassen.  Dass  die  Zone  auch  im  Pariser 
Becken  für  sich  selbständig  besteht,  beweisen  die  wenigen  Punkte,  wo  ge- 
nauere Untersuchungen  angestellt  wurden,  oder  die  ich  selbst  zu  besuchen 
Gelegenheit  hatte.  Die  vorzüglichste  Eigentümlichkeit  des  Pariser  Beckens 
ist  aber  die,  dass  hier  die  acht  untcroolithischen  Formen,  Arten  aus  der 
Gruppe  des  Bei.  giganieus  und  Bei.  candlkulatm ,  Terebrateln  nahe  ver- 
wandt mit  Ter.  globata  und  carinata  und  viele  Typen  der  Pelecypoden 
bereits  weit  früher  beginnen,  als  dies  im  Allgemeinen  in  den  bis  jetzt  be- 
handelten Becken  der  Fall  war,  wodurch  namentlich  bei  der  geringen  Mäch- 
tigkeit der  hieher  gehörigen  Gesteine,  die  Abtrennung  und  Unterscheidung 
der  Zone  des  A.  Sowerbyi  bedeutend  erschwert  wird,  denn  besonders  das 
süddeutsche  Becken  charakterisirt  sich  dadurch,  dass  hier  zugleich  mit  Atnm. 
Sowerbyi  zum  ersten  Male  die  ausgeprägt  untcroolithischen  Typen  in  grösserer 
Menge  auftreten. 

VI.  Nordenglisches  Meeresbecken. 

Dieses  Meeresbecken  ist  geographisch  nicht  scharf  von  dem  Pariser 
Becken  geschieden,  und  bildet  eigentlich  nur  eine  grosse  Bucht  des  letz- 
teren, ungefähr  wie  das  ndriatische  Meer  vom  Mittelmecre  abhängt.  Es  ist 
schwer,  dies  nach  der  Vertheilung  und  den  Grenzen  der  älteren  Gebirge 
festzustellen,  da  das  Thal  der  Nordsee,  so  wie  die  Schuttmassen  am  Nord- 
rande des  Continents  eine  direkte  Beobachtung  unmöglich  machen,  doch 
scheinen  mir  die  im  Unteroolith  von  Yorkshire  aufgehäuften  Pflanzenreste 
auf  eine  Bildung  in  einem  tief  eingeschnittenen  Busen  hinzudeuten,  ähnlich 
wie  dies  bei  den  Keuperpflanzen  in  Franken  der  Fall  ist. 

Mit  den  höchst  eigentümlichen  Bildungen  in  Gloueesterehire  und  den 
nördlich  davon  gelegenen  Grafschaften  von  Northhampton  und  Lincoln 
beginne  ich  dieses  neue  Meeresbecken.  Soweit  man  die  englische  Literatur 
benützen  kann,  scheint  aus  derselben  mit  Bestimmtheit  hervorzugehen,  dass 
das  mittlere  und  nördliche  England  zufolge  der  mächtigen  Entwicklung  der 
betreffenden  Schichten  für  die  Untersuchung  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi 
günstiger  sich  gestaltet,  als  dies  im  südlichen  England  der  Fall  ist. 
(5)  37 


Digitized  by  Google 


(70) 


570 


Während  in  der  Gegend  von  Bridport  und  Yeovil,  sowie  mich  noch 
bei  Dundry  der  ganze  Untcroolith  auf  wenige  Fuss  Mächtigkeit  zusammen- 
gedrängt ist,  entfaltet  er  sich  in  Gloucestershi re  bis  Yorkshire  zu 
einem  bedeutenden  Schichtencomplcx,  der  oft  100'  Mächtigkeit  übersteigt. 
Leider  wird  es  einem  Deutschen  sehr  schwer,  sich  in  der  englischen  Lite- 
ratur mit  der  gehörigen  Sicherheit  zurecht  zu  finden,  indem  die  Methode 
der  Forschung  bei  den  Engländern  eine  von  der  der  Deutschen  gänzlich 
verschiedene  ist.  Während  letztere  die  Grenze  einer  Fauna,  d.  i.  den  ver- 
ticalen  Yerbreitungsbezirk  der  einzelnen  Arten  zu  ermitteln,  und  darnach 
die  Trennungslinien  zwischen  ihren  einzelnen  Untcrabtheilungen  zu  ziehen 
suchen,  fassen  erstere  petrographisch  gleichartige  oder  ähnliche,  einander 
unmittelbar  berührende  oder  doch  nicht  sonderlich  scharf  von  einander  ge- 
trennte Gesteinslager  zu  Unterabtheilungen  zusammen,  und  sehen  dann  nach, 
was  für  Fossile  sich  in  diesen  vorau «bestimmten  Abtheilungen  finden.  Da 
nun  aber  die  Grenzon  der  Faunen  häufig  nicht  mit  jenen  Grenzen,  welche 
durch  den  Wechsel  der  GestcinsbeschafFenheit  bedingt  werden,  zusammen- 
fallen, so  erklärt  sich  daraus  die  wunderbare  Vermischung  der  auf  dem 
Continente  sonst  scharf  geschiedenen  Faunen ,  welche,  zufolge  der  englischen 
Schriften,  in  England  scheinbar  allenthalben  sich  einstellt.  Einige  der  mit 
grosser  Sorgfalt  aufgenommenen  Profile  von  Wright")  machen  hierin  eine 
Ausnahme. 

Nach  ihm  kann  man  am  Leckhampton  Hill  bei  Cheltenham  von 
oben  nach  unten  folgende  Schichtenreihe  beobachten: 

1)  Upper  Trigonia  grit:  Ein  brauner,  rauhsandiger  Kalk  mit 
vielen  Versteinerungen,  besonders:  Trigonia  costata,  signata,  Rh. 
spinosa,  Atnm.  ParJcinsoni,  Clyptits  Plotii  (7  Fuss). 

2)  Gryphaea  grit:  Eine  alte  Austernbank,  beinahe  ausschliesslich 
aus  den  Sälen  der  Gryph.  sublobata  bestehend,  ausserdem  P/io- 
ladom.  Heratdti,  Terebr.  Meriani  (8  Fuss). 

3)  Lower  Trigonia  grit:  Ein  hellgefärbter,  dünn  geschichteter, 
oolithischer  Sandkalk,  eine  grosse  Menge  von  Conchiferen  nebst 
einigen  Echinodermen  und  Korallen  einschliessend. 

4)  Upper  flaggy  bastard  Freestone:  Er  steht  deutlich  über  der 
nächsten  Schicht  an  und  ist  2(i'  dick.  Nach  Wright  soll  er  die 
Zone  des  A.  HtttnphriesiamiS  vertreten,  was  mir  indoss  sehr  un- 
wahrscheinlich ist.    Ihm  fehlen  Versteinerungen  gänzlich. 

')  IöüÜ  Wright:  On  Üio  subdiyiaiong  of  the  Inf.  Ool.  in  the  8outh  of  England, 
compared  with  the  cquiralent  beds  of  that  Formation  on  the  Yorkihire-Coaet  (Quart. 
Joarn.  Oeol.  Soc.  of  London  ]8.*»9  pi  1  u.  f.). 


Digitized  by  Googl 


577 


(71) 


5)  Oolito  Marl  oder  Fimbria  bed:  Ein  graugelblicher  Mergel, 
nicht  unähnlich  Chalk-Marl.  Das  häufigste  Fossil  ist  TcrebratuJa 
fimbria,  ausserdem  kommen  vor  Lucina  Wrighti,  lÄma  cordifor- 
♦nis,  Lima  Pontonis  Lyc,  Natica  LeckJtamptoncttsis,  N.  addueta, 
Myt.  pectinatus,  Astarte  elcgans  und  Massen  von  Korallen,  na« 
mentlich  Thamn.  Mettensis  (7'). 

6)  Freestone:  Ein  fester,  hellgefärbter,  oolithischer  Kalkstein,  dessen 
höchste  Lagen  als  vorzügliche  Bausteine  ausgebrochen  werden. 
Die  mittleren  Lagen  sind  weniger  gut  und  von  Eisenocherflecken 
durchzogen.  In  der  Unterregion  finden  sich  grosskörnige  Oolithe 
und  diese  heiasen  „Roestone".  Das  Ganze  ist  mehr  als  110' 
mächtig. 

7)  Pea  grit:  Grobkörnige,  theilwoise  sandige  Oolithe  mit  vielen 
Versteinerungen  und  A.  Murchisonac,  42'  mächtig. 

Pea -grit  und  Freestone  stellen  mit  ziemlicher  Sicherheit  die  Zone 
des  A.  MurcMsonae  dar.  Wohin  man  den  Fimbria-Marl  rechnen  solle, 
ist  ungewiss,  ebenso  unsicher  ist  die  Stellung  des  Upper  Freestonc; 
dass  aber  der  Lower  Trigonia  grit  die  Zone  des  A.  Sowerbyi  vertrete, 
scheint  aus  den  Petrefaktenlisten  dieser  Bildung  hervorzugehen.  Wright 
führt  daraus  von  Ravensgate  Hill  an: 

Belemn.  giganteus  Schloth. 

»      abbreviatus  Hill. 
Amm.  laeviusctdus  Sow. 

„     Sowerbyi  Mill. 
Natica  addueta  Phill. 
Monodonta  laevigaia  Sow. 
Plettrotomaria  fasciata  Sow. 
Trochotoma  carinata  Lyc. 
Trig.  costata  Park. 

„     formosa  Lyc.  =  Tr.  striata  Gdf.  137.2. 
Pholadom.  fidicula  Sow. 
n         Hcraulii  Ag. 
„        media  Ag. 
„        Ovulum  Ag. 
Homom.  crassiuscula  Lyc. 
Myoj)sis  dilatata  Phill. 
Cerom.  pinguis  Ag. 
Pleurom.  elongata  Ag. 
„       tenuistria  Ag. 
(5*)  37* 


Digitized  by  Google 


578 


Gicssh/a  latirostris  Ag. 
„  '  nUMta  Phill. 
„  con/ormis  Ag. 
Cerom.  Bajociana  Orb. 
Trichites  undulatus  Lyc. 
Gerv.  Ilartmamri  Gdf. 

„     tortuosa  Deal. 
Qtienstedtia  oblita  Phill. 
Carditm  striatuhtm  Phill. 

„      Icmigattm  Lyc. 
Corbicella  Utmida  Lyc 
Unicard,  depressitm  Phill. 
^starte  e/epaws  Sow. 

ji      excavata  Sow. 
O/ns  cordtformis  Lyc. 
Toner,  donaeiformts  Lyc. 
Macr.  Hirsonensis  Arch. 
Cttadl  oblonga  Sow. 

digitata  Desl. 
Cypricard.  cordiformis  Desh. 
Isocard,  cordata  Buckm. 
PtfifM  cuneata  Phill. 

„     a»ij>to  Sow. 
Jtfod.  j>faa/a  Sow. 
„     bipartita  Sow. 
„     gibbosa  Sow. 
\     imbricata  Sow. 
Lima  cotnpressa  Wright  n.  »p. 

„  «ufcola  Mnst. 
Ter.  impressa  Dav. 

„  WrujÄfi  Dav. 
UA.  concwwa  Sow. 

„    sptttosa  Sow. 
JJyooef.  caudatus  Wr. 
Clypctts  Hugii  Ag. 
Thecosm.  gregaria  M'Coy  8  p. 
Jsastr.  tenuistria  jrCoy  sp. 
Tliamn.  Drfrancii  Michelin  sp. 
„       Terquemi  M.  Edw. 


Digitized  by  Google 


',79 


(73) 


Anabacia  orbtdiles  Lamk.  sp. 

Latomcundr.  Davidsoni  M.  Edw. 
Manche  dieser  Bestimmungen  sind  sicher  noch  bis  zu  einem  gewissen 
Grade  zu  berichtigen,  indem  gewiss  durch  manche  dieser  Namen  nur  die 
nahe  Verwandtschaft  solcher  Formen  zu  den  bezeichneten  Arten  angedeutet 
werden  sollte. 

Eine  ähnlicho  Liste  findet  sich  in  dem  Wright'schen  Aufsatz  für 
Rodburougb-Hill;  auch  hier  ist  von  Ammonitcn  allein  Amm.  Soiccrbyi 
citirt. 

Der  Gryphaea-grit  lässt  sich  nach  den  bisher  in  ihm  entdeckten 
Fossilresten  nicht  sicher  einreihen,  doch  gehört  er  wahrscheinlich  auch  noch 
in  die  Zone  des  A.  Sowerbyi,  während  der  Upper  Trigonia  Grit  die 
Zone  des  A.  Parkitisoni  und  wahrscheinlich  auch  noch  die  Zonen  des  A. 
Humphriesianus  und  A.  Sauzei  vertritt.  —  Die  Schichten  von  Rolling- 
Bank-Quarry,  Cave-Hill,  North  End,  aus  welchen  Wright  Amm. 
Humphriesianus,  Gcrvilli,  Brocchi  und  Brailcenridgi  anfuhrt,  scheinen  mir 
eher  die  Stellvertreter  eines  Theiles  des  Upper  Trigonia  Grit  als  des 
Upper  Freestone,  wie  Wright  will,  zu  sein,  da  sonst  bei  Cheltcnham 
A.  Sowerbyi  höher  als  A.  Humphriesianus  und  A.  Gerviüi  liegen  müsste. 

In  Yorkshire  lassen  sich  für  die  Vertretung  der  Zone  des  A.  Sowerbyi 
keine  paläontologischen,  wohl  aber  stratigraphische  Anhaltspunkte  finden. 
Die  Zone  des  A.  Murchisonae  ist  hier  sehr  deutlich  und  petrefaktenreich 
ausgebildet,  wie  ich  bereits  in  der  Einleitung  angedeutet  habe.  Darfiber 
folgen  Sandsteine  und  Schiefer  mit  Pflanzenresten,  während  das  Dach  der- 
selben, wie  Oppel  nachgewiesen  hat1),  von  der  Zone  des  A.  Humphriesianus 
gebildet  wird.  Die  pflanzenfuhrenden  Schichten  wurden  also  in  jenem  Zeit- 
abschnitte abgelagert,  in  dem  sich  anderwärts  die  Zonen  des  A.  Sowerbyi 
und  A.  Suttzei  niederschlugen.  Wir  lernen  so  durch  die  Bildungen  von 
Yorkshire  auch  die  Flora  noch  kennen,  welche  damals  den  nördlichen  . 
Theil  Europas  bekleidete. 

Phillips  citirt,  als  für  diese  Bildung  eigenthümlich : 
Equisetum  laterale  Phill. 
Thuites  cf.  expansus  Sternbg. 
Sphenopteris  museoides  Phill. 
„         stipata  Phill. 
„         P  lanceolata  Phill. 
Neuropteris  laeviyata  Phill. 

')  Oppel:  Juraformation  p.  339  und  310. 


Digitized  by  Google 


(74) 


580 


Pecopkris  curtata  Phill. 
Cycaditcs  laiifolitts  Phill. 
„       gramincus  Phill. 
n       lanccolatus  Phill. 
n       </.  Pedenoidcs  8ternbg. 
Flabellaria  ?  viminea  Phill. 
Wenn  auch  bis  jetzt  nur  v  enig  Specielleres  über  die  Entwickelung  des 
Jura  von  Glouccstershiro  bis  Yorkshire  bekannt  ist,  so  scheint  doch 
zufolge  des  oben  Angeführten  dieser  Theil  des  englischen  Jura  hinlänglich 
eigentümlich,  um  als  aus  einem  besonderen  Becken  abgesetzt  betrachtet 
werden  zu  können. 

VII.  Norddeutsches  Meeresbecken. 

Das  Meeresbecken,  zu  dessen  Betrachtung  ich  nun  schliesslich  noch 
schreite,  hat  mancherlei  Schicksale  erfahren,  und  verdankt  diesem  Umstände 
die  höchst  eigenthümliche  Entwickelung  seiner  Schichten.  Zur  Zeit  des  Lias 
grösstenthcil8  noch  vom  Süddeutschen  Meeresbecken  abhängig,  mit 
dem  es  in  der  Richtung  über  Eise  nach  und  Gotha  zusammen  hing, 
trennte  es  sich  von  demselben  zur  Zeit  der  Ablagerung  der  ältesten  Schichten 
des  Unterooliths,  indem  sich  die  Meerenge,  durch  welche  es  früher  mit  dem 
Süddeutschen  Becken  communicirte,  schloss. 

Von  da  an  aufwärts  tragen  nun  die  norddeutschen  Juraschichten  ein 
höchst  charakteristisches  und  eigentümliches  Gepräge,  ungeheure  Thonmassen 
wurden  aufgehäuft,  bis  endlich  zu  Anfang  der  Oxford  -  Gruppe  das  eng* 
Iis  che  Becken  einen  Einfluss  geltend  machte,  und  sich  nun  die  Schichten 
in  ihrem  Typus  einigermassen  den  dort  vorhandenen  Bildungen  anschlössen. 

Wir  haben  es  hier,  wie  schon  angedeutet,  hauptsächlich  mit  Thonbil- 
dungen zu  thun,  welche,  in  stets  sich  gleich  bleibender  Facies  vom  oberen 
Lias  bis  in  die  Kelloway-  Gruppe  reichen.  Es  ist  desshalb  auch  eine  in 
diesem  Becken  nicht  sehr  seiton  vorkommende  Erscheinung,  dass  einzelne 
organische  Formen  einen  grösseren  vurticalen  Verbreitungsbezirk  aufzuweisen 
haben,  als  dies  irgendwo  sonst  der  Fall  ist.  Ich  erinnere  nur  an  Bd.  simüis 
Seebach,  welcher  die  Form  des  Bei.  irreytduris,  an  A.  ittsignisimilis  Brauns, 
welcher  die  Form  des  ächten  A.  insignis  noch  in  der  Zone  der  Trig.  navis 
wiederholen.  Beide  Formen  wurden  bis  jetzt  noch  aus  keinem  der  anderen 
Meeresbecken  bekannt.  So  hängt  auch  die  Zoue  des  Anun.  Sowcrbyi  aufs 
innigste  zusammen  mit  den  vorhergehenden  Schichten. 

Dio  Sowerbyi-Schichtcn  sind  namentlich  sehr  gut  aufgeschlossen  worden 


Digitized  by  Google 


581 


(75) 


durch  einen  Bergbau,  welcher  bei  Dohnsen  (Ililsmulde,  Südwestrand)  auf 
die  Eisensteins- Geoden,  die  die  Schichten  führen,  früher  betrieben  wurde. 
Noch  sind  die  Halden  kein  schlechter  Fundort,  doch  erhielt  ich  bei  meinem 
Besuche  dieser  Stelle  nur  die  gewöhnlichsten  Vorkommnisse.  Dennoch  bin 
ich  in  den  Stand  gesetzt,  eine  ziemlich  vollständige  Liste  der  dort  vor- 
kommenden Arten  zu  liefern,  da  mir  Herr  Dr.  U.  Schloenbach  in  Salz- 
gitter, Herr  Forstmeister  v.  Unger  in  Seesen  sowie  Herr  v.  Strombeck 
in  Braunschweig  in  zuvorkommenster  Weise  die  in  ihren  Sammlungen  liegen- 
den Stücke  zur  Bestimmung  zusandten. 

Das  Profil  des  braunen  Jura  bei  Dohnsen  ist  nicht  sehr  deutlich.  Die 
Murchisonae-Zone  ist  zwar  vorhanden  und  aufgeschlossen,  theils  in  einem 
Bachriss  hinter  dem  Dorfe,  theils  in  einem  nun  aufgelassenen  Stollen  nörd- 
lich vom  Dorfe1),  doch  ist  die  vorhandene  Fauna  sehr  arm  und  die  ein- 
zelnen Formen  wenig  bezeichnend.  Auf  Seite  518  (12)  habe  ich  bereits  eine 
Liste  davon  gegeben.  Etwas  höher  liegt  ebenfalls  in  Thonen  mit  Eisen - 
steinsknollen  die  Zone  des  A.  Sowerbyi.  Das  bezeichnendste  Petrefakt 
ist  jedenfalls  Inoceramus  polyplocus;  es  kommt  indess  noch  vieles  Andere 
vor,  und  ich  kenne  von  dort: 

Belemtu  Oingensis  Opp. ') 
„     Trautscholdi  Opp. 

Ämm.  discites  n.  sp. 
„     jugifer  n.  sp. 
„     Gingeiisis  n.  sp. 
,    cf.  Murchisottae  Sow. 

Pholadom.  Greenensis  Brauns 

Goinom.  Duboisi  Ag. 

Pleuromya  ezarala  Brauns 

Cucuüaea  oblanga  Sow. 

Modiola  sp.  ind. 

Avicula  Hersilia  Orb. 

Inoceramus  polyplocus  F.  Roem. 

Pectm  cf.  diseiformis  Schübl. 
Eine  reichlichere  Ausbeute  lieferten  die  Bahnbauten  an  der  Kreionsen- 
Holzmindener  Bahn,  wo  die  Zone  des  A.  Sowerbyi  sehr  reich  an  orga- 
nischen Resten  in  der  Nähe  von  Wenzen,  am  sogen.  Steinanger,  durch 
einen  Bahneinschnitt  herrlich  aufgeschlossen  wurde.    Mein  Freund  Schlocn- 


')  Siehe  8cbl oenbuoh:  Zeitsohr.  d.  deutsch,  geolog.  Oes.  1865f  p.  21. 

')  Nach  8eebach:  Haan.  Jan»  p.  158;  ich  selbst  sah  die  Art  nicht  von  dort. 


Digitized  by  Google 


(76)  582 

i 

bach  schickte  mir  alle  Vorkommnisse  zu,  welche  er  bei  mehreren  Besuchen 
dieser  Stelle  während  dos  Bahnbaues  erhalten  hatte.  Darunter  fanden  sich 
folgende  Arten: 

Bclemn.  gigantcus  Schi. 

„       Trautscholdi  Opp. 
Atnmomtcs  adkrus  n.  sp. 
„        Gingensis  n.  sp. 
s        eyeloides  Orbigny 
„        discites  n.  sp. 
■       jugifer  n.  sp. 
Sowerbyi  Mill. 
Acteonina  variabilis  Brauns 

„       cf  Sedgevici  Phill.  sp. 
Pholadomya  transversa  Seebach 
.         Greenensis  Brauns 
Gresslya  gregaria  Roem.  sp. 
Plciwomya  exarata  Brauns 
Leda  cf.  DeslongcJtampsi  Opp. 

„    cf.  Delila  Orb. 
Nuctda  cf.  Hämmert  Defr. 

,     cf.  subglobosa  Roem. 
Tancredia  sp. 

Quenstedtia  oblita  Morr.  &  Lyc. 
Corbtda  cucuUaeformis  Dunk. 
Trigonia  cf.  costata  Park. 

s      tuber ctdata  Ag. 
Lucina  paradoxa  n.  sp. 
CucuUaea  Lycctti  Opp. 

9       oblonga  Sow. 
Macrodon  sp. 

Inoceramus  polyplocus  F.  Roem. 
GerviUia  praelonga  Lyc. 

Nach  diesen  Vorkommnissen  ist  es  unzweifelhaft,  dass  die  Thone  mit 
Inoceramus  polyplocus  die  Zone  des  A.  Sowerbyi  darstellen.  Die  Fauna  be- 
sitzt indess  manches  Eigenthümliche ,  was  in  anderen  Meeresbecken  diesen 
Schichten  fehlt. 

Ausser  diesen  Arten  fuhrt  Brauns  noch  aus  den  Schichten  des  Ino- 
ceramus polyplocus  vom  Wenzener  Steinanger  an: 


Digitized  by  Google 


(77) 


Bei.  brevis 

Cerith.  variculosum  Deal. 

„      väustutn  Phill. 
Turbo  elaboratus  Bean. 
Venus  tenttis  Dunk. 
Unicard,  depressum  Phill. 
Trig.  striata  Sow. 
Pect,  pumilus  Lam 
,     Lens  Sow. 

Die  Zone  des  A.  Sowerbyi  ist  in  Norddeutschland  sehr  verbreitet,  und 
man  findet  sie  fast  überall,  wo  die  Schichten  cinigermassen  gut  aufge- 
schlossen sind.  Sie  ist  bekannt  von  Osnabrück  und  Hessisch-Oldendo  rf 
(Weserkette),  Dohnsen  und  Wenzen  am  Hils,  Ocker  bei  Harz- 
burg  (Nordrand  des  Harzes)  und  bei  klein  Schöppenstedt  in  der 
Nähe  von  Braunschweig:  überall  besteht  sie  aus  schwarzen  petrefakten- 
arraen  Thonen,  in  denen  Knollen  von  Thoneiscnstein,  von  Schwefelkiesadern 
durchzogen,  Massen  von  Versteinerungen,  namentlich  Inoceramus  polyphcus 
cinschliessen. 

Die  Zone  wird  von  den  Schichten  des  A.  Sauzei,  welche  hier  in  aus- 
gezeichneter Deutlichkeit  entwickelt  ist,  bedeckt  Auch  letztere  besteht  aus 
schwarzem  Thon,  in  welchen  aber  die  Petrefakten  ausgezeichnet  verkiest, 
eingebettet  sind.  Einer  der  Hauptfundorte  für  Arten  aus  der  Zone  des  Amin. 
Sauzei  ist  die  Halde  eines  aufgelassenen  Stollens  bei  Dohnsen,  der  sich 
etwas  höher  findet  als  jener,  der  die  Sowerbyi-Schichten  in  Angriff  genommen 
hat.  In  meiner,  so  wie  in  der  Sammlung  meines  Freundes  Schloenbach 
liegen  von  dort: 

Bei  Giganteus  Schloth. 

,    Eschert  Mayer  m.  s. 
Amm.  Sauget  Orb. 

„     polyschides  n.  sp. 

„     cycloides  Orb. l) 

„     cf.  Truellci  Orb. 

„     facogigas  Quenst. 
Qresslya  gregaria  Rocm. 

1 )  Es  kommen  ganz  kleine  Ammoniten  auch  hier  vor,  welche,  S— IT"  im  Durchmesser 
haltend,  auf  den  Seiten  der  breit  gedrückten  Windungen  kleine  Knutchen  tragen,  und 
dadurch  an  A.  Sowerbyi  erinnern.  Die  neben  dem  Kiol  sich  findenden  Furchen  sprechen 
indosa  dafür,  daas  sie  Jugendformen  ron  A.  cycloides  seien,  oder  wenigstens  nicht  zum 
«chten  A.  Sowerbyi  gezählt  werden  dürfen. 


Digitized  by  Google 


(78) 


584 


Thracia  lata  Gdf.  sp. 

Leda  sp.  ind. 

Lucina  paradoxa  n.  sp. 

Tancredia  sp. 

Modiola  cf.  cuneata  Sow. 

Cucullaea 

Perna  isognomonoides  Stahl  sp. 

Pcc/cn  Saiumus  Orb. 

Ös/rca  explanata  Gdf. 

Placunopsis  sp. 

Henrith.  spinosa  Schloth  sp. 

Widbdocid.  Anglo  -  Suevica  Opp. 

Pentacr.  cristagaUi  Quenst. 
und  einige  andere  Arten.    Es  reichen  diese  wenigen  angeführten  Namen 
hin,  um  zu  zeigen,  dass  hier  bereits  eine  andere,  von  der  tieferen  grössten- 
theils  verschiedene  Fauna  Platz  greift. 


Digitized  by  Google 


Die  fossilen  Arten  der  Zone  des  Ammonites  Sowerbyi. 


1.  Ichthyosaurus  sp. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen  (Württemberg)  ein  Zahn,  Zahn 
und  Knochenfragmente  vom  Hetzlasberg  bei  Erlangen  aus  der  gleichen 
Schicht. 

2.  SphenodHB  sp. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen  (Württemberg).  In  exotischen 
Blocken  zusammen  mit  A.  Sowerbyi  im  Flysch  des  8ihlthales  (Schweizer  Alpen). 

3.  Strophodus  sp. 

18G1.   Ferry:  Hemm,  sur  le  gr.  ool.  inf.  de  Macon  p.  9. 
Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Macon  (Saöne-  et  -Loire). 

4.  Cythereis  Snevica  Waagen  n.  sp. 

Tab.  34  (11),  f.  2. 

Sehr  zierliche  kleine  Ostracoden-Schalen,  welche  man  beim  Schlammen 
der  Thone  aus  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  findet,  gehören  zweien  Arten  an, 
und  sind  bis  jetzt  die  einzigen  mir  bekannton  Vertreter  der  Crustaceen  in 
der  Zone. 

Die  vorliegende  Art  besitzt  ein  Gehäuse  von,  im  Ganzen  mehr  odor 
weniger  deutlich  elliptischem  Umrisse  mit  ziemlich  gewölbten,  langsam  gegen 
den  Bauch-  weit  rascher,  ja  nicht  selten  ganz  schroff  gegen  den  Rückenrand 
abfallenden  Seiten.  An  der  Innenseite  der  linken  Schale  eine  tiefo  Rinne 
zur  Aufnahmo  einer  Schlossleiste,  die  ineist  an  ihren  Enden  etwas  zahnartig 
verdickt  ist.  Vorder-  und  Hinterrand  abgeflacht,  auf  der  Innenseite  fein 
radial  gestreift,  erstcrer  nach  aussen  verengt  und  etwas  hinaufgezogen,  letz- 
terer gerundet.  Die  Oberfläche  der  Schale  mit  ziemlich  grossen  Gruben 
bedeckt,  deren  erhabene  Ränder  derselben  eine  netzartige  Zeichnung  ver- 
leihen. 8ic  findet  sich  bei  Gingen  (Württemberg)  und  Pommer  am 
Hetzlae  (Franken). 


Digitized  by  Google 


(so) 


5.  Bairdia  Gingensis  Waagen  n.  sp. 

T.  34  (11),  f.  1. 

Ziemlich  grosso  Art  von  gerundet  vierseitigem  Umrisse  mit  wenig  ge- 
wölbten, ziemlich  rasch  und  gleichmüssig  gerundet  gegen  die  Ränder  ab- 
fallenden Seiten,  geradem  oder  etwas  eingebogenem  Rücken-,  gewölbtem 
Bauchrande.  Der  Innenrand  einfach  ohne  Innenausbreitung.  Nicht  sehr 
selten  in  der  Zone  des  A.  Sotoerbyi  von  Gingen  (Württemberg). 

G.  Serpnla  soeialLs  Goldfuss. 

1833.    Serp.  socialü  Ooldfuas  Petref.  Germ.  I,  p.  235,  tb.  (>9,  f.  12  a.  b.  c. 
Häufig  in  der  Zone  des  Amin.  Sotoerbyi  bei  Pommer  (Franken), 
Gingen  (Württemberg),  Scham belen  (Canton  Aargau),  Flace  u.  Milly 
bei  Macon.    Geht  auch  höher. 


7.  Serpnla  flaccida  Goldfuss. 

1838.   Serp.  flaecida  Gdf.  Petref.  Oerm.  I,  p.  234,  tb.  «9,  f.  7. 
Ueberaus  häufig  in  der  Zone  des  Amm.  Sotoerbyi  von  Gingen. 

6.  Serpnla  fllaria  Goldfuss. 

1833.    Serp.  ßaria  Gdf.  Petref.  Germ.  I,  p.  235,  tb.  C»,  f.  11. 
Zone  des  Amin.  Sotoerbyi  von  Gräfenberg  (Franken),  Gingen 
(Württemberg)  und  Flac6  bei  Macon  (Saöne -et- Loire). 

9.  Serpnla  grandis  Goldfuss. 

1838.    Serp.  grandis  Gdf.  Petref.  Germ.  I,  p.  227,  tb.  (i7,  f.  1 1  a.  b. 
Ziemlich  häufig  in  der  Zone  des  A.  Sowcrbyi  von  Pommer  (üetzlas), 
Gingen  (Württemberg).    Geht  auch  höher. 

10.  Serpula  plicatilis  Münster. 

1833.    Serp.  iMcatHis  Hnst  in  Gdf.  Petref.  Germ.  p.  229,  tb.  08,  f.  Ii». 
Zone  des  Amm.  Sotoerbyi  von  Gräfenberg  (Franken). 

11.  Belenuiites  praecursor  Mayer. 

1863.   Bd.  praecursor  C.  Mayer:  Liste  des  Del.  8ep.  p.  11. 
Nach  einer  freundlichen  Mittheilung  licrrn  Muy  er»  setzt  dieser  IJoleiunit 
ih  der  Schweiz  ziemlich  häufig  in  die  Zone  des  A.  Sowcrbyi  hinauf  fort. 
Jlei  Gingen  fehlt  er. 


Digitized  by  Googl 


587 


(81) 


12.  Belemnites  t^gantens  Schlotheim. 

1813.    Bei.  giganteus  8chl.  in  Leonh.  Taschenb.  VII,  p.  70. 
1820.     —       —        —    Petrefaktenk.  I,  p.  45. 
1828.     —   dliptiau  Mill.  Oeol.  tr.  II 
and  sonst  noch  viele  Synonyme. 

Diese  Art  tritt  in  dor  Zone  des  A.  Sowerbyi  zum  ersten  Male  auf  und 
ist  hier  gewöhnlich  noch  ziemlich  selten.  Mir  liegen  zwei  Exemplare  von 
Gingen  vor,  welche  sogleich  die  beiden  Hauptvarietäten  vertreton.  Der 
eine  dick  und  kurz  stellt  die  Form  des  giganteus  ventricosus,  die  andere 
sehr  gestreckt  mit  tiefen,  weit  heraufreichenden  Droso- lateral -Furchen  die 
des  giganteus  procerus  dar.  Ausser  von  Gingen  kenne  ich  ihn  aus  der  Zone 
des  A.  Sowerbyi  von  Pommer  (Franken),  Macon  (Dep.  Saöne- et -Loire), 
Salins  (Dep.  Jura),  P  Les  Rangiers  (Canton  Bern),  Ravensgate  Hill 
bei  Cheltenham  (Gloucestershire),  Wentzen  am  Hila  (ßraunschweig). 

13.  Belemnites  Trautscholdl  Oppel. 

Tab.  24  (I),  f.  1  a.  b. 

1858.    Bei.  sp.  F.  Roemer:  Die  joraisiiche  Weserkette;  Zeitschr.  d.  deutschen 

geolog.  Oes.  Jahrg.  1857,  p.  626. 
1862.   Bei.  Trautscholdi  Oppel:  PalAont  Mitth.  p.  126. 
1864.     —  giganteus  Seebach:  Hannoverscher  Jura  p.  34  und  35. 

Bei.  Trautscholdi  wurde  vielfach,  namentlich  in  Norddeutschland, 
mit  Bei  giganteus  verwechselt,  da  er  nahezu  ebenso  bedeutende  Dimensionen 
erreicht,  als  letztere  Art.  Indess  hat  Quenstedt  bereits  1859  mit  merk- 
würdigem Takt  die  richtige  Stellung  dieses  Belemnitcn  herausgefunden,  an 
einem  Exemplare,  das  Herr  Kammerrath  von  Strombeck  damals  an  ihn 
sandte,  und  das  nun  auch  mir  mit  grosser  Liebenswürdigkeit  zur  Verfugung 
gestellt  wurde.  Quenstedt  bemerkte  damals  auf  der  Etiquette :  „Die  Ent- 
wicklung der  Alveole  spricht  mehr  für  Bei.  spinatus,  auf  jeden  Fall  hat  er 
seine  Verwandten  eher  im  untern  als  im  obern  Braunen." 

Das  St rombeck' sehe  Exemplar  ist  das  grösste  mir  bekannte;  es  misst, 
trotzdem  die  Spitze  abgebrochen  ist,  0B,22  in  dor  Länge,  und  sein  Durchmesser 
beträgt  im  untern  Theile  der  Alveole  0",03.  Es  stammt  aus  dem  Eisensteins- 
bergbau bei  Dohnsen.  Die  allgemeine  Form  der  Art  gibt  die  Figur  auf 
tab.  24  gut  wieder.  Sie  ist  leicht  zu  erkennen  an  dem  scharfen  Untorende, 
das  schon  die  frühesten  Jugendzustände  charakterisirt,  dann  aber  auch  an 
der  Impression  oder  der  Furche,  welche  mitten  auf  der  Bauchseite  auftritt, 
ohne  sich  an  das  Ober-  oder  Unterende  fortzusetzen;  dieselbe  ist  bei  man- 
chen Exemplaren  wie  mit  dem  Messer  tief  in  den  Körper  der  Scheide  ein- 
geschnitten. 


Digitized  by  Google 


(82) 


588 


Ziemlich  selten  in  Franken  (Weismain  undlletzlas  bei  Erlangen), 
häufiger  bei  Gingen,  in  grossen  Mengen  in  dor  Zone  des  A.  Sowerbyi  im 
norddeutschen  Jura  (Dohnsen,  Wentzen). 

14.  Belemnites  iufraeanaliculatns  Quenstedt. 

1858.   Bei.  infracanaliculatus  Quenst.:  Jura  p.  484,  tb.  05,  f.  1. 
18G3.     —  —  C.Mayer:  Liste  des  Belemnites;  Journ.  de  Conch. 

8ep.  p.  (i. 

Eine  sehr  seltene  Art,  welche  mir  bis  jetzt  nur  in  einigen  Exemplaren 
von  Goshcira  (Württemberg)  und  in  einem  Exemplare  von  Les  Rangiera 
(Canton  Bern)  bekannt  ist. 

15.  Belemnites  Blainvillei  Deshayes. 

1880.    Bei.  Blainvillei  De«h.:  Encycl.  meth.  II,  p.  128. 

1830.    —         —      Voltz:  Obs.  sur  les  Bei.  p.  317,  tb.  1,  f.  9. 

Diese  Art  ist  mir  bisher  nur  aus  dem  Helvetischen  Meeresbecken 
bekannt  von  den  Schambelen  bei  Baden  (Canton  Aargau),  La  Roche- 
Pourrie  bei  Salins  (Jura)  und  in  exotischen  Blöcken  im  Sihlthal 
(Schweizer  Alpen). 

16.  Belemnites  Berthandl  Ferry. 

18G1.   Bei.  Berthaudi  Ferry:  Note  sur  l'Etage  baj.  des  Enr.  de  Macoa  p.  9. 

Steht  dem  Bei.  Gingensis  nahe,  unterscheidet  sich  aber  von  ihm,  wie 
es  scheint,  durch  grössere  Kürze  und  Furchen  an  der  Spitze.  Bis  jetzt  nur 
von  Flace  bei  Macon  bekannt. 

17.  Belemnites  brevispinatns  Waagen  n.  sp. 

Tab.  24  (I),  f.  2  a.  b.  c.  d. 

Steht  jungen  Exemplaren  von  Bei.  spinatus  ziemlich  nahe,  namentlich 
durch  die  lange  und  sehr  excentrische  Alveole  und  die  unten  in  eine  dünne 
schmächtige  Spitze  ausgezogene  Scheide;  die  vorliegende  Art  bleibt  indes« 
immer  kleiner  als  Bei.  spinattts,  mt  an  den  Seiten  flachgedrückt,  wodurch 
ein  etwas  elliptischer  Querschnitt  entsteht,  und  besitzt  an  der  Bauchseite 
der  sonst  runden  Spitze  eine  flache  Impression  oder  schwache  Rinne,  wo- 
durch er  sich  dem  Bei.  Trautscholdi  nähert. 

Er  scheint  in  Norddeutschland  bereits  ein  wenig  tiefer  als  Amm. 
Sowerbyi  zu  beginnen,  findet  sich  aber  bei  Gingen  und  am  Hetzlas 
(Franken)  sehr  typisch  in  der  Zone  des  A.  Sowerbyi. 


Digitized  by  Google 


r,80 


(83) 


18.  Belemnites  Gingengis  Oppel. 

1848.   Bei  breviformu  y  Quenstedt:  Cephalop.  p.  27.  tb.  27,  f.  23-2«. 
1856.    -  Oingensis  Oppel:  Juraform.  p.  362. 

Dio  Form  dieses  Belemniten  ist  höchst  charakteristisch,  kurz,  kegel- 
förmig ohne  jede  Furche  oder  Falte. 

Im  Süddeutschen  Meeresbecken  überall  sehr  häufig:  Pommer 
und  Grossenbuch  bei  Erlangen,  Gingen  (190  Exemplare),  Alten- 
stadt, Rechberg  (Württemberg),  etwas  seltener  im  Helvetischen, 
ebenso  im  Pariser  Becken,  Betzenau,  Schambclen  (Canton  Aargau), 
Miotte  bei  Beifort  (Haut-Rhin),  La  Roche-Pourrie  bei  Salins  (Jura), 
Tennie  (Sarthe),  Symondsbury  (Dorsetshiro). 

19.  Belemnites  breviformis  Voltz. 

1830.  Bei  breviformi»  Volt«:  Obs.  sur  les  Bei.  p.  42,  Ib.  2,  f.  2—4. 

1850.     —  brevia  Orb.:  Prodr.  0,  Nr.  14  (non  Blainv.). 

1856.     —     —    Oppel:  Juraform.  p.  361  (non  Blainv.). 

1865.     —  breviformi  Hebert:  Bull.  Soc.  geol.  de  France  XXII,  p.  201  n.  f. 

Unter  den  Massen  von  kurzscheidigen  Belemniten,  welche  ich  von 
Gingen  im  Laufe  der  Zeit  erhalten  habe,  befinden  sich  mehrere  Exemplare, 
welche  sich  von  Bd.  breviformis  des  Opalinusthonea  nicht  unterscheiden 
lassen.   Es  scheint  daher,  dass  diese  Art  bis  hier  herauf  fortsetzt. 

20.  Belemnites  Moeschi  Mayer. 

18C3.   Bei  Moeachi  C.  Mayer:  Liste  des  Bei.   8ep.  p.  10. 

Fehlt,  wie  es  scheint,  im  Süddeutschen  Becken.  In  der  Schweiz  nicht 
selten  in  der  Zone  des  A.  Sowerbyi.  Betzenau,  Schambelen  (Canton 
Aargau),  8chynberg  bei  Frick. 

21.  Belemnites  cf.  canaliculatos  Schlotheim. 

1820.   Bei  canediculatus  Schi.:  Petrefaktenk.  p.  49. 

1828.     —  aulcaius  Hill.  Bei. 

1827.     -  AUdorfensit  Blainr.:  Bei.  p.  67. 

Die  Formen  aus  der  Gruppe  des  Bei.  canaliculattts  fehlen  der  Zone  des 
Amin.  Sowerbyi  des  Süddeutschen  und  wahrscheinlich  auch  des  Helve- 
tischen Meeresbeckens  vollständig,  im  Pariser  Becken  aber  beginnen 
dieselben  bereits  im  oberen  Lias,  Leptaena-Bett,  der  Normandio  und 
sind  in  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  keine  Seltenheiten.  Es  ist  noch  nicht 
festgestellt,  ob  dieselben  zum  ächten  Bei.  canaliculatns  oder  zu  einer  be- 
sonderen Art  gehören.  Bayeux  (Calvados),  Symondsbury  (Dorsetshire). 


Digitized  by  Google 


(84)  590 

22.  Nautilus  linealus  Sowerby. 

1813.    Naut.  lineatwt  Sow.  M.  C.  I,  p.  81»,  tb.  41. 
1843.     —        —       Orb.:  Terr.  jur.  I,  p.  155,  tb.  31. 
185(1.     —        —       Oppcl:  Juraform.  p.  3G<I. 

Beschränkt  sich  nicht  auf  eine  Zone  des  Untcroolithes,  sondern  geht 
durch  die  ganze  Etage  hindurch.  Aus  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  kenne 
ich  diese  Art  von  Gingen  (Württemberg)  und  La  Roche- Purrie  bei 
Salin s  (Jura). 

23.  Ammoiiites  Sowerbyi  Miller. 

Tab.  27  (IV),  f.  2  a.  b. 
1818.    Amm.  Sowerbyi  Mill.  in  8ow.  M-  C.  III,  p.  23,  tb.  213. 


1820.  —  Browni  8ow.  M.  C.  III,  p.  IIS,  tb.  263. 

1816.  -  Sowerbyi  (Mill.)  Orb.  Pal.  fr.  terr.  jur.  I,  p.  30»,  ib.  11!). 

185C.  —       —         —    Oppel:  Juraform.  p.  369. 

1858.  —        —  —     Queost.  Jura  p.  377  (pars),  tb.  50,  f.  11. 

lt>G4.  —        —  —     ßcebacb:  Hann.  Jura  p.  144. 


Diese  Art  wurde  bereits  von  Sowerby  »ehr  charakteristisch,  jedoch 
unter  zwei  Namen  abgebildet;  auch  die  beiden  spateren  Figuren  vonOrbigny 
und  Quenstcdt  geben  die  Form  sehr  treffend  wieder.  Die  allgemeinen 
Umrisse  der  Art  sind,  wie  bekannt,  sehr  bezeichnend,  dennoch  aber  möchte 
es  nicht  überflüssig  sein,  einige  Verhältnisse  anzugeben,  wodurch  sich  die- 
selbe rasch  und  sicher  von  anderen  nahe  stehenden  Formen  unterscheiden  lässt. 

Amm.  Sowerbyi  besitzt  gewöhnlich  einen  nur  müssig  weiten  Nabel. 
Anfangs  niedrigmündig  mit  einer  durch  starke  seitliche  Dornen  sehr  in  die 
Breite  gezogenen  Mundöffnung,  wächst  der  Durchschnitt  der  Umgänge  sehr 
rasch  an  Höhe,  so  dass  grössere  Exemplare  oft  schwer  von  dem  weiter 
unten  beschriebenen  Amm.  Gingensis  zu  unterscheiden  sind.    Die  Stacheln, 
welche  A.  Sowerbyi  in  seiner  Jugend  tragt,  sitzen  auf  massig  dicken  Rippen 
mitten  auf  den  Seiten  der  Umgänge  und  sind  oft  ausserordentlich  lang  und 
kräftig.    Von  ihnen  gegen  den  Rücken  erstrecken  sich  2—3  deutliche, 
stark  nach  vorne  geneigte  Rippen.    Zwischen  den  Stacheln  finden  sich  ein- 
zelne niedrige  Radialrippen ,  welche  sich  hie  und  da  gegen  den  Rücken  zu 
gabeln.    Diese  Verhältnisse  sind  sowohl  an  Orbigny's,  als  auch  an  meiner 
Figur  deutlich  zu  sehen.    Ueber  den  Rücken  verläuft  ein  sehr  hoher  Kiel, 
der  jedoch  gewöhnlich  nur  dann  sich  noch  findet,  wenn  die  Schalo  des 
Stückes  erhalten  ist;  im  andern  Falle  fällt  er  ab,  da  er  zwar  hohl,  aber 
von  dem  übrigen  Lumen  der  Röhre  durch  eine  continuii  liehe  Scheidewand 
getrennt  ist.    Amm.  Sowerbyi  gehört  mithin  zur  Quenstcdt 'sehen  Gruppe 
der  „Dorsocavatcn". 


Digitized  by  Google 


501  (85) 

In  einem  vorgerückteren  Stadium  des  Wachsthums  verliert  er  sehr 
rasch  seine  Dornen.  Anfangs  finden  sich  noch  einige  schwache  Sichelrippen 
auf  den  Seiten,  doch  auch  diese  verschwinden  bald  und  das  Gehäuse  wird 
vollständig  glatt,  über  und  über  mit  zerschnittenen  Loben  bedeckt.  Diese» 
Qlattwerden  stellt  sich  bei  einigen  Individuen  etwas  früher,  bei  anderen 
etwas  später  ein.  Yon  grösseren  Individuen  liegen  mir  nur  Steinkerne  vor, 
wesshalb  ich  über  die  Beschaffenheit  des  Kieles  im  späteren  Lebensalter 
*  des  Thieres  nichts  festzustellen  vermochte. 

Das  grösste  mir  vorliegende  Exemplar,  welches  ich  zu  dieser  Art  stellen 
mochte,  misst  0",245  im  Durchmesser.  Bei  dieser  Grösse  beträgt  die  Weite 
des  Nabels  0",055,  die  Höhe  des  letzten  Umganges  von  der  Naht  0m,ll, 
dieselbe  in  der  Windungsebene  0",078,  Dicke  des  letzten  Umganges  0",0G1. 
Die  Knoten  verlieren  sich  auf  den  inneren  Windungen  bei  etwa  0m,041 
Durchmesser  des  Gehäuses.  Bei  der  oben  angegebenen  Grösse  ist  der  Kiel 
auf  dem  Rücken  kaum  mehr  angedeutet. 

Auf  tb.  27,  f.  2  habe  ich  ein  verkiestes  Stück,  welches  seine  Schale 
noch  zum  grössten  Theile  erhalten  hat,  aus  den  Thonen  des  Inoceramus 
polyplocus?  von  Wentzen  am  Hils  abbilden  lassen.  Dasselbe  schien  mir 
namentlich  desshalb  einer  besonderen  Beachtung  werth,  weil  es  durch  den 
scharf  dreiseitigen  Durchschnitt  seiner  Windungen  sehr  an  gewisse  Formen 
des  oberen  Lias  erinnert. 

Amm.  Sowerbyi  ist  im  Süddeutschen  Meeresbocken  seltener  als 
im  Pariser,  wo  er  sich  stets  in  seiner  typischen  Form  findet.  Gingen 
(Württemberg),  Aselfingen  (Baden),  Schönberg  (Breisgau),  Betzcnau 
(Aargau),  Hauenstein  (Solothurn),  La  Roche-Porrie  (Jura),  Siehl- 
thal  (Schweizer  Alpen),  Sollies-Pont,  Saint-Nazaire  (Var),  St.  Vin- 
cent bei  Limoges  (Charente),  St.  Maixent  (Deux-Sevres),  Longwy 
u.  s.  w.  (Mosclle),  Nancy  (Meurthe),  Tennie  (Sarthe),  Sully  u.  s.  w.  bei 
Bayeux  (Calvados),  Symondsbury  (Dorsetshire) ,  Ycovil,  Dundry 
(Somersetshire),  Cheltcnham  (Gloucestershire) ,  Dohnsen,  Wentzen 
u.  8.  w.  (Norddeutschland). 

24.  Ammonites  adierns  Waagen  n.  sp. 

Tab.  25  (II),  f.  1  a.  b. 
1858.   Amm.  Sotcerbyi  Quenst.  Jura  p.  377  (pars). 

Ich  zweifelte  lange  Zeit,  ob  ich  diese  Art  definitiv  abtrennen  solle 
oder  nicht,  bis  mich  einige  im  vergangenen  Herbste  aufgefundene  Stücke 
zu  ersterem  bestimmten. 

(«)  30 


Digitized  by  Google 


Nicht  bloss  in  der  Jugend,  sondern  auch  im  Alter  bietet  dieser  Am- 
monit  erhebliche  Unterschiede  von  Amm.  Soiccrbyi,  welche  eine  Trennung 
«ehr  wohl  gerechtfertigt  erscheinen  lassen.  Von  der  allgemeinen  Form  des 
A.  Souerbyi,  zeichnet  sich  derselbe  vor  jener  Art  sogleich  aus  durch  einen 
sehr  weit  geöffneten  Nabel  und  in  Folge  dessen  durch  einen  verhältniss- 
mässig  sehr  niedrigen  Querschnitt  seiner  Windungen.  Die  Anzahl  der  Knoten 
beträgt  etwa  10  auf  den  Umgang.  Sie  sitzen  mitten  auf  dicken,  wulstigen 
Kippen,  welche  gegen  den  Rücken  zu,  ohne  sich  zu  spalten,  allmählig 
verschwinden.  Zwischen  ihnen  verlaufen,  in  frühester  Jugend  viele,  später 
einzelne  schwächere  Rippen,  die  sich  ebenfalls  gegen  den  Rücken  hin  nicht 
gabeln.  Bei  fortgesetztem  Wachsthum  verschwinden  nach  und  nach  die 
Knoten  auf  den  wulstigen  Rippen,  was  bei  dem  abgebildeten  Exemplare 
bei  einem  Durchmesser  von  etwa  0m,055  eintritt.  Die  Rippen  selbst  dagegen 
bleiben  als  wulstige  Erhöhungen  bis  ins  hohe  Alter. 

Der  Durchmesser  des  grössten  in  meinem  Besitze  befindlichen  Exem- 
plare« dieser  Art  beträgt  O^OU,  die  Weite  des  Nabels  0m,085,  die  Höhe  des 
letzten  Umgangs  vou  der  Naht  0",070,  dieselbe  in  der  Windungsebenc  un- 
gefähr Om,053,  dessen  Dicke  zwischen  den  wulstigen  Rippen  0™,05,  auf  den- 
selben 0m,0G.  Er  verliert  die  Stacheln  bei  einem  Schalendurchmcsser  von 
ungefähr  Ü™,0Ü5  und  trägt  bei  dieser  Grosso  14  Stacheln  auf  dem  Umgang. 

Das  abgebildete  Stück  besitzt  einen  Durchmesser  von  0",122,  die  Weite 
des  Nabels  an  der  Naht  beträgt  0",044 ,  die  Höhe  des  letzten  Umgangs  über 
der  Naht  0W,045,  dieselbe  in  der  Windungsebene  0",039. 

Von  Amin.  Sowcrbyi  unterscheidet  sich  die  vorliegende  Art  durch  die 
sich  nicht  spaltenden  Rippen,  worauf  der  Name  hindeuten  soll,  durch  die 
bis  ins  späte  Alter  vorhandenen  wulstigen  Rippen  auf  den  Seiten  der  Um- 
gänge, während  Amm.  Sotoerbyi  ganz  glatt  wird,  und  endlich  durch  einen 
gewöhnlich  beträchtlich  weiteren  Nabel. 

10  Exemplare  von  Gingen,  sonst  nicht  sehr  häufig:  Betzen  au  (Ct. 
Aargau),  Yeovil  (Somersetshire),  Wentzen  am  Hils  (Norddeutschland). 

25.  Ammonites  nolyacantlins  Waagen  n.  sp. 

Tab.  29  (VI),  f.  1  ft.b. 
Diese  Art  gehört  zu  den  grössten  aus  der  Gruppe  des  Amin.  Soicerbyi. 
Das  der  Abbildung  zu  Grunde  gelegte,  und  in  derselben  in  '/*  der  natür- 
lichen Grösse  dargestellte  Exemplar  hat  0m,2G4  im  Durchmesser  und  ist  bis 
zu  dieser  Grösse  mit  Loben  bedeckt.  Von  hier  an  beginnt  die  Wohnkammer, 
welche  noch  in  Rudimenten  erhalten  ist,  aber  kaum  mehr  als  einen  halben 
Umgang  betragen  zu  haben  scheint:  dieselbe  ist  auf  der  Zeichnung  weg- 


Digitized  by  Google 


593  (87) 


gelassen.  Für  den  oben  angegebenen  Durchmesser  von  0m,264  ist  die  Weite 
des  Kabels  0m,114,  die  Höhe  des  letzten  Umgangs  von  der  Naht  0™,085, 
dieselbe  in  der  Windungsebene  0m,071,  die  Dicke  des  letzten  Umgangs 
zwischen  den  Knoten  0*050.  Das  Gehäuse  ist  in  seinen  äusseren  Wind- 
ungen von  zahlreichen  einfachen,  niemals  sich  gabelnden  Kippen  bedeckt, 
deren  jede  auf  der  Mitto  der  Seiten  einen  nicht  sehr  kräftigen  Knoten  trägt, 
auf  denen  bei  erhaltener  Schale  feine  Dornen  gemessen  haben  mögen.  Die 
Zahl  dieser  Rippen  beträgt  auf  dem  letzten  Umgang  26,  auf  dem  vorletzten 
35.  In  der  Jugend,  bis  zu  einem  Durchmesser  von  etwa  40°"°  gleicht  diese 
Art  sehr  gleichgrossen  Stücken  von  A.  adicrus:  die  Rippen  sind  ungleich  an 
Dicke  und  nur  einzelne  tragen  kräftige  Dornen,  wenn  auch  etwas  schwächer 
als  dies  bei  A.  adicrus  der  Fall  ist.  Erst  wenn  der  Ammonit  die  Grösse 
von  40mm  überschritten  hat,  beginnt  sich  seine  eigenthümliche  Form  be- 
stimmter auszuprägen;  die  Rippen  fangen  an  gleichraässiger  zu  werden,  und 
nach  und  nach  versieht  sich  jede  mit  einem  feinen  Dorn,  so  dass  der  Um- 
gang dann  25—30  und  mehr  Dornen  trägt.  Bei  Amm.  adicrus  ist  die  grösste 
Anzahl  von  Dornen,  welche  ich  zählen  konnte,  14,  gewöhnlich  beträgt  sie 
10  und  noch  weniger;  dieselben  verlieren  sich  spätestens  bei  einem  Durch- 
messer des  Gehäuses  von  0ra,100  und  es  bleiben  dann  nur  noch  wulstige 
Rippen  übrig:  Amm.  polyacanthus  dagegen  trägt  die  Dornen  bis  ins  höchste 
Alter  immer  in  viel  grösserer  Anzahl  als  dies  bei  A.  adicrus  der  Fall  ist. 

Während  also  A.  Sowerhß  in  derselben  Formenreiho  das  eine  Extrem 
darstellt,  indem  er  im  Alter  alle  8kulptur  der  Schale  verliert,  repräsentirt 
A.  polyacanthus  das  andere  Extrem;  A.  adicrus  ist  die  Mirtelform,  dennoch 
vermag  ich  zwischen  diesen  Typen  keine  unzweifelhaften  Uebergänge  nach- 
zuweisen. 

Ton  A.  polyacanthus  ist  mir  nur  1  Exemplar  von  Gingen  bekannt. 


26.  Ammonites  Mayeri  Waagen  n.  sp. 

1862.   Amm.  virgulatw  K.  Mayer  M.  8. 

Als  ich  im  Jahre  1862  nach  Zürich  kam,  hatte  Herr  K.  Mayer  diese 
Art  bereits  als  neu  erkannt  und  sie  in  der  Sammlung  mit  dem  Namen  A. 
virgulatus  bezeichnet.  Leider  ist  aber  dieser  Name  schon  durch  Quenstcdt 
vergeben,  und  ich  sehe  mich  genöthigt,  die  Art  neu  zu  benennen.  Amm. 
Mayeri  ist  eine  Form,  welche  dem  A.  adicrus  und  A.  Sowcrbyi  gleich  nahe 
steht.  Mit  ersterem  hat  er  den  weiten  Nabel  und  die  gerundeten  Seiten, 
mit  letzterem  den  vollständigen  Mangel  jeder  Skulptur  im  Alter  gemein. 
Ihm  fehlen  aber  auch  in  der  Jugend  die  Dornen,  und  nur  sich  gabelnde 
(6*)  38* 


Digitized  by  Google 


(8») 

Kippen  bedecken  die  Seiten  des  Gehäuses;  in  frühester  Jugend  kommen 
indess  auch  hie  und  da  ein  Paar  Stacheln  yor.  Er  verbindet  den  Amm. 
Gingetisis  mit  Amm.  Sotcerbyi,  doch  ist  ersterer  stets  hochmflndiger  mit 
flacheren  Seiten  und  engerem  Nabel. 

4  Exemplare  von  Gingen,  sonst  von  der  Betzen  au  (Canton  Aargau ) 
und  Yeovil  (Dorsetshire). 

Ich  schliesse  hier  noch  eine  Art  an,  welche  zwar  ihr  Lager  nicht  in 
der  Zone  des  A.  Sowerbyi  hat,  aber  zur  Formengruppc  dieses  Ammoniten 
gehört  und  so  zu  Verwechslungen  Anlass  geben  könnte,  nämlich 

Ammonites  mesacanthus  Waagen  n.  sp. 

Tab.  28  (V),  f.  1  a.  b. 
1858.   Amm.  falcogiga»  Qaenat.  Jura  p.  381  (pars). 

Eine  sehr  hübsche  Art,  welche  in  ihrem  Gesammthabitus  sehr  an  A. 
Sowerbyi  erinnert,  sich  aber  doch  von  ihm  unterscheiden  lüsst,  In  der  Ju- 
gend freilich  weiss  ich  kaum  Unterschiede  in  der  Form  anzugeben,  dennoch 
lassen  sich  die  einzelnen  Stücke  trennen,  indem  A.  mesacanthus  nicht  zur 
Gruppe  derDorsocavaten  gehört,  da  bei  ihm  der  vom  Kiel  umschlossene 
Raum  nicht  vom  übrigen  Lumen  der  Röhre  durch  eine  besondere  Scheide- 
wand getrennt  ist.  Es  muss  also  jener  Mantellappen,  welcher  bei  nahe 
stehenden  Formen  diese  eigenthümliche  Bildung  veranlasste,  dem  Thiere 
dieser  Art  gefehlt  haben. 

Hat  aber  das  Gehäuse  einmal  die  Grösse  von  0",  100  Durchmesser  über- 
schritten ,  so  beginnt  auch  die  Form  eine  von  der  des  A.  Sowerbyi  sehr 
charakteristisch  verschiedene  zu  werden.  "Während  die  inneren  Windungen 
starke  Dornen,  7—10  auf  dem  Umgang,  auf  stark  hervortretenden  Rippen 
tragen,  worden  dieselben  bei  der  angegebenen  Grösse  bedeutend  schwächer. 
Dünne,  kaum  bemerkbare  Rippen  ziehen  sich  in  einiger  Entfernung  von 
einander  von  der  stumpfen  Nabelkante  in  radialer  Richtung  über  die  schwach 
gewölbten  Seiten  gegen  den  Rücken  hin,  auf  der  Mitte  der  Seiten  einen 
schwachen,  zierlichen  Knoten  tragend,  oberhalb  welchem  sie  bald  ver- 
schwinden. 

Der  Ammonit  erreicht  eine  sehr  bedeutende  Grösse,  behält  aber  bis 
ans  Ende  die  eben  beschriebene  Skulptur  bei.  Das  grösste  mir  zu  Gebote 
stehende  Exemplar,  allerdings  noch  von  sehr  beschränkten  Dimensionen, 
welches  der  verkleinerten  Abbildung  zu  Grunde  gelegt  ist,  hat  einen  Durch- 
messer von  100"m.  Bei  dieser  Grösse  beträgt  die  Weite  des  Nabels  0",05, 
die  Höhe  des  letzten  Umganges  von  der  Naht  0",07,  dieselbe  in  der  Win- 


Digitized  by  Google 


505 


dungsebenc  0",055,  dessen  grösste  Dicke  ungefähr  0"034,  dieselbe  fällt  in 
die  Mitte  der  Seiten. 

Amm.  mesacanthus  gehört  in  die  Zeno  des  Amm.  Sauzei,  woher  ihn 
auch  Quenstedt  vom  Linsenbühl  bei  Neuhausen  unweit  Metzingen 
anfuhrt.  Ich  besitze  3  Exemplare  aus  den  Schichten  des  A.  Suuzvi  von 
Gingen. 

27.  Ammonites  Gingensis  Waagen  n.  sp. 

Tab.  26  (III),  f.  2  a.  b. 
1866.   Amm.  jugosus  Oppel:  Jnraform.  p.  369  (pure)  (non  ßowerby). 

Nachdem  ich  nach  Besichtigung  des  Sowerby'schen  Orginalcxemplares 
mich  veranlasst  sehe,  der  Ansicht  der  englischen  Paläontologeu  beizutreten 
und  A.  jugosus  Sow.  M.  C.  tb.  92  für  eine  Spccios  des  oberen  Lias,  dem 
A.  variabilis  Orb.  nahestehend,  zu  erklären,  ist  es  nöthig,  den  Ammoniton 
der  8owerbyi-Schicht,  den  Oppel  hier  im  Auge  hatte,  neu  zu  benennen. 

Amm.  Gitigensis  sieht  in  seinen  verschiedenen  Stufen  dos  Wachsthums 
sehr  verschieden  aus.  In  der  Jugend  dick  und  niedrigmündig,  oft  gewissen 
Varietäten  von  A.  Murchisonae  obtusus  nicht  unähnlich,  wird  er  sehr  bald 
hochmündig,  dabei  meist  mit  ziemlich  engem,  tiefem  Nabel,  um  sich  endlich 
im  hohen  Alter  wieder  beträchtlich  abzuschnüren. 

Die  Jugendform  stimmt  am  meisten  mit  Amm.  pinguis  Rocincr  (Ooliten- 
geb.  p.  186,  tb.  XII,  f.  3  a.  b.  c),  doch  Hicssen  bei  unserer  Art  hie  und 
da  ein  Paar  der  sichelförmigen  Rippen  an  ihrer  Basis  zu  einem  schwachen 
Knötchen  zusammen,  was  bei  A.  pinguis  nicht  der  Fall  ist;  ausserdem  ge- 
hört letztere  Art  auch  in  die  Zone  des  A.  Humphriesianus.  Bei  einein 
Exemplare  des  A.  Gingensis  von  0m,035  Durchmessor,  ist  der  Nabel  0",013 
weit,  die  Höhe  der  letzten  Windung  von  der  Naht  0",011,  in  der  Win- 
duugsobene  etwa  0",010,  Dicke  (r,010. 

Bei  einem  Durchmesser  des  Gehäuses  von  0m,0ö5  sind  die  meisten 
schon  ziemlich  hochmündig,  und  bei  0",070  vorlieren  sie  schon  die  letzte 
Spur  von  Rippung.  Bei  dieser  Grösse  hat  die  Art  schon  ihre  vollständig 
normale  Form  erreicht,  welche  sie  bis  zu  etwa  0m,270  Grösse  gewöhnlich 
beibehält.  Das  abgebildete  Exemplar  hat  0",100  im  Durchmesser.  Der 
Nabel  misst  Ö",020;  Höhe  der  Mundöffnung  von  der  Naht  0m,049,  in  der 
Windungsobcne  ungefähr  0m,037,  Dicke  Om,029.  Andere  sind  etwas  weiter 
genabelt  und  etwas  niedrigmündiger. 

Das  grösste  Exemplar,  welches  ich  besitze,  misst  0",380  im  Durch- 
messer, wovon  der  Nabel  0™,100  beträgt.  Höhe  der  loteten  Windung  von 
der  Naht  0m,lö7,  in  der  Windungsebene  etwa  0m,098,  die  Dicke  ist  wegen 


Digitized  by  Google 


(90) 


5% 


Verdrückung  nicht  genau  festzustellen.  Bei  dieser  Grosse  ist  etwa  ein  Drit- 
theil des  letzten  Umganges  Wohnkammer. 

Er  ist  weit  aus  der  häufigste  Ammonit  bei  Gingen,  wesshalb  ich  den 
Namen  Oingensis  gewählt  habe.  loh  besitze  davon  20  Exemplare  von  diesem 
Fundort;  sonst  Aselfingon  (Baden),  Betzenau  (Canton  Aargau),  Hauen- 
stein  (Canton  Solothum),  Ten  nie  (Sarthe),  Dohnsen  und  Wontzcn  am 
Hils  (Norddeutschland). 

28.  Ammonitcs  furticarinatag  Quenstedt. 

Tab.  26  (III),  f.  3. 

1856.   Amm.  furticarinatus  Quengt:  Jura,  p.  120,  tb.  14,  f.  6,  7. 
1861.      —  —  —      Epochen  d.  Natur,  p.  566. 

Die  vorhandenen  Abbildungen  sind  kaum  genügend,  die  Art  mit  einiger 
Bestimmtheit  festzustellen.  Sie  steht  jedenfalls  dem  Amm.  Gringensis  sehr 
nahe,  scheint  sich  indess  von  ihm  doch  ziemlich  bestimmt  durch  flachere 
Seiten  und  weiteren  Nabel  zu  unterscheiden. 

Ich  habe  die  Loben  eines  Stückes  abbilden  lassen,  das,  wie  ich  ver- 
muthe,  zu  Amin,  furticarinatus  gehören  wird,  da  es  die  bezeichneten  Unter- 
scheidungsmerkmale sehr  ausgezeichnet  an  sich  trägt,  dennoch  stimmen  die 
Loben  nur  sehr  im  Allgemeinen  mit  Quenstedts  Zeichnung. 

Zone  des  A.  Sowerbyi  von  Gingen,  Altenstadt  und  Gegend  des 
Hohenzollern  (Württemberg),  Hetzlas  bei  Erlangen  (Frankon). 

29.  Ammonites  jugifer  Waagen  n.  sp. 

Tab.  26  (III),  f.  1  a.  b. 

Diese  Art  gleicht  in  der  Jugend,  bis  zu  etwa  3bmm  Durchmesser,  dem 
Amm.  Aalensis  Zieten  ganz  ausserordentlich.  Die  gerundeten  in  der  Rich- 
tung des  Radius  verlaufenden  Sichelrippen  spalten  sich  theils  zu  zweien, 
theils  wechseln  schwächere  und  stärkere  ab,  wie  dies  bei  der  Zieten'schen 
Art  der  Fall  ist.  Wird  der  Ammonit  jedoch  grösser,  stellt  sich  bald  eine 
bestimmte  und  scharfe  Nabelkante  ein,  welche  eine  sehr  steil  gegen  die 
Naht  einfallende  Nahtfläche  begrenzt.  Die  8ichelrippen  verlieren  sich  fast 
vollständig  bei  einem  Durchmesser  von  0™,0ö5,  und  bei  einer  Grösse  von 
0",114  ist  das  bereits  vollständig  glatte  Gehäuse  noch  dicht  mit  Loben  be- 
deckt. Bei  dem  eben  angegebenen  Durchmesser  von  0™,114  ist  dio  Weite 
des  Nabels  0m,055,  die  Höhe  der  letzten  Windung  von  der  Naht  0",049. 
dieselbe  in  der  Windungsebene  0",03 7,  die  Dicke  derselben  0m,03G,  sie  fällt 
auf  die  Mitte  dor  Seiten. 


Digitized  by  Googl 


5»  7 


Von  den  dieser  Art  nahe  steheuden  Formen  aus  der  Gruppe  des  Amm. 
radians  unterscheidet  eich  dieselbe  durch  einen  abgestumpften  Rucken  und 
namentlich  durch  die  Loben,  welche  mehr  an  den  Typus  der  Loben  von 
Amm.  Sowerbyi  erinnern. 

Amm.  juyifcr  ist  nicht  sehr  selten  bei  Gingen,  ich  besitze  8  Exemplare 
von  dort.  Ausserdem  kommt  er  vor:  Weismain  (Franken),  Betzcnau 
(Canton  Aargau),  Los  Kangiors  (Canton  Bern),  Longwy  (Dop.  Mosel  le), 
Dohnsen  und  Wentzen  (Norddeutschland). 

30.  Ammonites  patella  Waagen  n.  sp. 

Tab.  25  (II),  f.  2  a.  b.  u.  3. 
1845.    Amm.  Murchisonae  (Sow.)  Orbigny:  Pal.  Franc.  Torr.  jur.  I,  p.  307, 

tb.  120,  f.  1,  2,  8,  5,  (4?)  (non  8owerbr). 
1856.   Amm.  Murchisonae  (Sow.)  Oppel  (parg)  und 

—    jugosus  (Sow.)  Oppel:   Juraform.  p.  368  u.  3U«J  (pars)  (non 
8owerby). 

Ich  konnte  mich  an  den  im  J ardin  des  Plantos  in  Paris  aufbe- 
wahrten Orbi  gny 'sehen  Originalexemplaren,  sowie  an  einigen  von  Bayoux 
stammenden  Stücken,  welche  mir  zu  Gebote  standen,  aufs  bestimmteste 
überzeugen,  dass  eine  in  unaern  süddeutschen  Sowerbyi- Schichten  vorkom- 
mende Form  genau  mit  dem  übereinstimmt,  was  Orbigny  als  Amm.  Mur- 
chisonoe  abbildete,  und  dass  Orbigny's  Amm.  Murchisonae  eine  gute  neue 
Art  ausmacho;  übrigens  ist  die  Abbildung  in  der  Paläontologie  Fran- 
chise ziemlich  unkenntlich. 

In  der  Jugend  gleicht  dieser  Ammonit  eiiügcrmasscn  einem  Murchisonae 
obtusus,  doch  werden  einige  der  sich  gabelnden  Kippen  an  ihrem  Theilungs- 
punkte  so  dick,  dass  sie  kurze  stumpfe  Stacheln  bilden.  In  höchster  Znhl 
linden  sich  fünf  solcher  Stacheln  auf  dem  Unigang.  Sehr  bald  aber  wird 
das  Gehäuso  hochmündiger,  die  Sichelrippen  werden  schwächer  und  sind 
zuletzt  nur  mehr  auf  der  Schale  als  Anwachsstreifen  sichtbar.  Vom  Amm. 
Murchisonae  ist  diese  Art  sehr  leicht  durch  die  Loben  zu  unterscheiden,  welche 
Orbigny  sehr  gut  abgebildet  hat.  Der  allgemeine  Typus  derselben  ist  der 
der  Loben  des  Amm.  Sowerbyi;  ausserdem  gehört  die  vorliegende  Art  aber 
auch  noch  zur  Gruppe  der  Dorsocavaten  von  Qucustedt,  was  bei  A. 
Murchisonae  nicht  der  Fall  ist. 

Von  den  übrigen  Formen  aus  der  Gruppe  des  A.  Sowerbyi,  namentlich 
von  Amm.  Oimjensis  unterscheidet  sich  diese  Art  leicht  durch  die  äusserst 
scharfe  Nabelkante  und  die  sehr  flachen  Seiten.  Letztere  hat  dio  vorlie- 
gende Art  freilich  auch  mit  A.  furticarhuitus  gemein ,  doch  fehlen  diesem 
die  Nabclkauten. 


Digitized  by  Google 


(92) 


r>98 


Das  abgebildete  Stück  stammt  aus  Gingen  und  ist  in  der  Abbildung 
etwas  verkleinert.  Die  Maasse  des  Originals  sind:  Gesammtdurchmesser 
ü",139,  Weite  des  Nabels  0",036,  Höhe  des  letzten  Umganges  von  der 
Naht  0",060,  in  der  Windungsebene  0m,046,  Dicke  des  letzten  Umganges 
O'VtöO.  Das  grössto  mir  vorliegende  Exemplar  befindet  sich  in  der  Opp ei- 
schen Sammlung  und  stammt  von  Baycux;  seine  Maasse  sind  folgende: 
Gesammtdurchmesser  0™,234,  Weite  des  Nabels  0m,055,  Höhe  des  letzten 
Umganges  von  der  Naht  0m,106,  in  der  Windungsebene  0",076.  Bei 
diesen  angegebenen  Dimensionen  sieht  Amm.  patdIa,  namentlich  durch  die 
steil  einfallende  Nahtfläche  und  die  Nabelkante  dem  A.  Murchisonae  wirklich 
ausserordentlich  ähnlich,  dennoch  kann  man  beide  bei  genauerer  Betrach- 
tung durch  den  abweichenden  Kiel  und  die  Loben  leicht  unterscheiden. 

2  Exemplare  von  Gingon,  sonst  aus  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  von 
St.  Maixcnt  (Deux- Serres),  Bayeux  (Calvados),  Symondsbury  (Dor- 
setahire). 

31.  Ammonites  cycloides  Orbigny. 

1845.    Amm.  cycloides  Orb.:  Pal.  fr.  Terr.  jar.  I,  p.  870,  tb.  121,  f.  7—16. 

Ein  kleiner  Ammonit,  von  der  Form  eines  jungen  Amm.  Gingcnsis, 
sich  aber  von  diesem  unterscheidend  durch  besonders  breite  Mundöffnung 
und  seitliche  Furchen  neben  dem  Kiel,  scheint  mir  vielleicht  zu  A.  cycloides 
gezählt  werden  zu  müssen.  Ich  sah  diese  Form  bis  jetzt  aus  der  Zone  des 
A.  Sowcrbyi  von  Nancy  (Meurthe),  Les  Moutiers  bei  Bayeux  (Cal- 
vados) und  Wentzen  am  Hils  (Norddeutschland).  Dio  Art  scheint  indess 
auch  noch  höher  zu  gehen,  indem  mir  aus  der  Zone  des  A.  Sauzci  von 
Dohnsen  ein  Exemplar  vorliegt,  was  dieser  Art  angehören  wird,  und  bei 
Moutiers,  nach  der  Gesteinsbeschaffenheit  der  Stücke  zu  urtheilcn,  auch 
noch  in  der  Zone  des  A.  Humphricsiamts  Exemplare  dieser  Art  sich  finden. 

32.  Ammonites  cf.  Mnrchisonae  Sowerby. 

1827.  Amm.  Murchisonae  Sow.:  M.  C.  VI,  p.  95,  tb.  550. 
1821.       —    laeciusculus  8ow.:  M.  C.  V,  p.  73,  tb.  451,  f.  1,  2. 
1824.       -    corrugatus  8ow.:  M.  C.  V,  p.  74,  tb.  451,  f.  3. 
1830.       _    Murchisonae  Ziet:  Verst.  Württ.,  p.  8,  tb.  6,  f.  1-4. 
184G.       -  -         Quon»t:  Cepta.,  p.  116,  tb.  7,  f.  12. 

Es  ist  noch  nicht  mit  genügender  Sicherheit  horgestollt,  ob  A.  Mut- 
chisonae  wirklich  in  der  Zone  des  A.  Sowcrbyi  vorkommt.  Bei  Gingen 
fehlt  er  entschieden,  dagegen  ist  es  wohl  wahrscheinlich,  dass  er  an  der 
Koche-Pourrie  bei  Salin«  das  Lager  mit  Amm.  Sowcrbyi  thoilt.  Von 


■ 

Digitized  by  Google 


39<J 


(93) 


anderen  Fundorten  habe  ich  wohl  auch  Bruchstücke  gesehen,  welche  an 
A.  Mw  chtsonae  erinnern,  doch  ist  ihre  Erhaltung  meist  zu  schlecht,  als  dass 
sich  etwas  Bestimmtes  entscheiden  Hesse. 

33.  Ammonitcs  fissilobatus  Waagen  n.  sp. 

Tab.  27  (IV),  f.  1  a.  b. 

Eine  höchst  eigenthümliche  Ammonitcn-Form,  welche  mit  A.  Tnullei 
wohl  am  nächsten  verwandt  ist.  Mir  sind  nur  Steinkerne  dieser  Art  be- 
kannt. Ueber  den  zugerundeten  Rücken  zieht  sich  bei  diesen  ein  stumpfer 
Kiel  hin,  kaum  bemerkliche,  ziemlich  sparsame  radiale  Falten  bedecken  die 
schwach  gewölbten  Seitenflächen,  auf  denen  sich  in  manchen  Fällen  auch 
noch  eine  seichte  spirale  Vertiefung  hinzieht,  in  der  sich  die  Naht  des 
folgenden  Umganges  festsetzt.  Das  ganze  Gehäuse  ist  ziemlich  hochmündig 
und  die  Seiten  biegen  sich  mit  einem  sehr  stumpfen  Knie  steil  gegen  den 
mässig  engen  Nabel  um.    Die  Loben  sind  ausserordentlich  zerschnitten. 

Das  grösste  mir  vorliegende  Exemplar  hat  0",235  im  Durchmesser. 
Weite  des  Nabels  0ra,040,  Höhe  der  letzten  Windung  von  der  Naht0™,119, 
dieselbe  in  der  Windungsebene  0"  078 ,  Dicke  0",0G0,  sie  fällt  auf  die  Mitte 
der  Seiten. 

2  Exemplare  aus  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen,  eines 
von  Jungingen  (Hohenzollern)  sonst  von  keinem  Fundorte  bekannt. 

34.  Ammonites  dlscites  Waagen  n.  sp. 

Tab.  28  (V),  f.  2  a.  b. 

1867.   4m».  Duori  Moesch:    Der  Aargauer  Jura,  p.  295,  tb.  1,  f.  8  a.  b. 
(non  Pictet.) 

Diese  Art  scheint  keine  besondere  Grösse  zu  erreichen.  Sie  erinnert 
im  Allgemeinen  so  ziemlich  an  A.  coneavus,  wie  ihn  Orbigny  auf  tb.  116 
(l'al.  fr.  Terr.  jur.  1)  zeichnet,  andererseits  aber  auch  an  Amm.  Staufensis 
und  Amm.  Bcyrklü  8chloenbach. 

Das  grösste  Stück,  das  mir  vorliegt,  erhielt  ich  vom  Hetzlasberg  bei 
Erlangen;  es  hat  etwa  0m,  1 50  im  Durchmesser,  ist  aber  im  Uebrigen  nicht 
sonderlich  gut  erhalten.  Ausgezeichnet  erhalten  ist  dagegen  das  abgebildete 
Exemplar.  Dieses  stammt  aus  der  Sammlung  des  Herrn  Forstmeisters  von 
Unger  in  Seeson,  und  wurde  bei  Dohnsen  in  Braunschweig  gefun- 
den. Der  Gesammtdurchmesscr  desselben  beträgt  0n,05'J,  die  Weite  des 
Nabels  U"\010,  Höhe  des  letzten  Umganges  von  der  Naht  O^OSS,  dieselbe 
in  der  Windungsobeno  etwa  0",025,  Dicke  des  letzten  Umganges  ungefähr 
0",014.    Die  Seiten  des  Gehäuses  sind  mit  breiten,  flachen  Siehclrippen, 


•  Digitized  by  Google 


000 


welche  namentlich  gegen  den  Rucken  zu  deutlich  sind,  geziert  Die  Seiten- 
flächen der  Windungen  sind  fast  parallel  und  biegen  sich  gegen  den  abge- 
flachten Rücken  plötzlich  unter  einer  stumpfen  Kante  um.  Auf  dem  Rücken 
erhebt  sich  ein  hoher  flacher  Kiel,  welcher  indess  nicht  eine  für  sich  abge- 
schlossene Röhre  bildet  Er  gehört  also  nicht  zu  den  Dorsocavatcn. 
Die  Loben  ähneln  einigermaßen  denen  von  Amtn.  Staufensis,  doch  fehlt 
ihnen  die  büschelförmige  Ausbreitung  der  Zacken  am  Ende  des  Loben - 
körpers,  wie  sie  sich  bei  Amin.  Staufensis  findet.  (Siehe  Quenst  Ceph. 
tb.  8,  f.  13.)    Im  Alter  wird  die  Art  glatt,  ohne  jegliche  Skulptur. 

Obwohl  in  der  allgemeinen  Form  dem  Amm.  coneavus  ähnlich,  unter- 
scheidet man  die  vorliegende  Art  doch  leicht  durch  die  weniger  starken 
Sichelrippen,  den  engeren  Nabel  und  die  fast  parallelen  Seitenflächen  der 
Windungen.  Von  Amm.  Staufensis  ist  sie  am  leichtesten  durch  den  abge- 
stumpften Rücken  abzutrennen. 

Mir  sind  etwa  25  Exemplare  dieser  Art  von  Wentzen  und  Dohnsen 
(Norddeutschland)  bekannt.  In  schwäbischen  Sammlungen  habe  ich  die  Art 
uoch  nicht  gesehen,  dagegen  erhielt  ich,  wie  schon  erwähnt,  ein  Exemplar 
aus  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  vom  Hetzlas  bei  Erlangen;  Mosch 
beschreibt  ihn  vom  Frickberg,  Canton  Aargau. 

35.  Ammonites  cf.  snbradiatns  Sowerby. 

1823.    Amm.  subradiatus  Sow.:  M.  C.  V,  p.  23,  tb.  421,  f.  2. 

1845.       —         —         Orbigoy:  Pal.  fr.  Terr.  jur.  I,  p.  362,  tb.  11*. 

Das  Original  zu  Orbigny's  Abbildung  von  Amm.  subradiatus  stammt 
aus  den  Sowerbyi  -  Schichten  der  Norm  an  die.  Ich  hatte  nicht  über  hin- 
reichendes Material  zu  verfugen,  um  mit  Sicherheit  festzustellen,  ob  die 
Form  aus  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  mit  den  höher  liegenden  übereinstimmt 
oder  nicht,  wesshalb  ich  dieselbe  vor  der  Hand  hier  als  Amm.  cf.  subradiatun 
anführe. 

36.  Ammonites  cf.  affluis  Sccbach. 

1BÜ4.  Amm.  affims  Seebach:  Hannov.  Jura,  p.  113,  tb.  8,  f.  4  a.  b. 
In  den  Sowerbyi -Schichten  der  Scham  bclen  bei  Baden  (Canton 
Aargau)  kommen  kleine  Ammoniten  vor,  von  den  allgemeinen  Umrissen  des 
Atmn.  uffinis,  nur  ist  die  Impression  unterhalb  des  Kieles  nicht  vorhanden, 
sondern  es  schärft  sich  der  Rücken  ganz  gleichmütig  zu.  Die  Schale  ist 
dicht  mit  feinen,  scharfen,  sichelförmigen  Linien  bedeckt,  der  Nabel  ohne 
Kante.  Man  könnte  hier  wohl  einen  Namen  geben,  doch  ist  mein  Material 
lüefür  zu  unbedeutend. 


Digitized  by  Google 


p 


601  (95) 
37.  Amraonites  Bronchi  Sowcrby. 

Tob.  24  (I),  f.  3  b.  b. 
lÖia    Amin.  Brocchi  8ow.:  M.  C.  III,  p.  233,  tb.  202. 

Ich  sehe  mich  genöthigt,  diese  Art  von  Neuem  abzubilden,  da  ausser 
den  wenig  gelungenen  Zeichnungen  Sowcrby's  nirgends  dieselbo  deutlich 
wiedergegeben  wurde. 

Der  ächte  A.  Brocchi  steht  dem  A.  Htmphriesianus  ziemlich  nahe, 
sowohl  durch  den  ansehnlich  weiten  Nabel  als  auch  durch  die  zu  stumpfen 
Knoten  anschwellenden  Rippen,  welche  die  Seiten  der  Umgänge  zieren. 
Dennoch  ist  die  Forin  dieser  Art  sehr  charakteristisch.  Die  ausserordentliche 
Dicke  und  der  vollkommen  gerundete  Querschnitt  seiner  Windungen,  welcher 
durch  die  auf  den  Seiten  befindlichen  Knoten  nicht  wio  bei  Amm.  Htm- 
phriesianus eckig  verzogen  wird,  bewirken  die  Eigenthümlichkeit  ihres  Aus- 
sehens. Von  einer  Ausschnürung  der  letzten  Windung  ist  weder  bei  meinem 
noch  bei  Sowerby's  Exemplar  etwas  zu  sehen.  So  steht  dieser  Ammonit 
in  der  Mitte  zwischen  Coronaten  und  Microstomen,  jedoch  mehr  den 
enteren  als  den  letzteren  verwandt.  Leider  ist  mir  die  Form  der  Mund- 
öffnung bei  vorliegender  Art  nicht  bekannt,  wesshalb  sich  eben  die  Stellung 
derselben  nicht  mit  voller  Sicherheit  ermitteln  lässt. 

Die  Lobenzeichnung  des  meiner  Abbildung  zu  Gründe  liegenden  Excm- 
plares  ist  etwas  unsymmetrisch  entwickelt,  indem  der  Rfickenlobus  weit 
nach  der  Seite  gerückt  erscheint.  Das  Thier  sass  demzufolge  etwas  verdreht 
in  der  Schale,  was  indess  auf  die  regelmässige  Entwicklung  der  Schalen- 
skulptur und  der  Spirale  keinen  Einfluss  auaübte. 

Zone  des  A.Sowerbyi  von  Gingen  (Württemberg),  Dundry  (Somer- 
setshire),  vielleicht  auch  Betzenau  (Aargau). 


Es  mag  nun  am  Platze  sein,  hier  auch  sogleich  eine  Revision  der 
übrigen  nahe  stehenden  Formen  vorzunehmen,  da  dieselben  durch  Orbigny 
etwas  stark  durcheinander  geworfen  erscheinen. 

Die  Formcngruppo,  welche  ich  hier  im  Auge  habe,  mag  am  besten 
bezeichnet  werden,  wenn  ich  A.  Brogniarti  voranstelle,  da  or  die  Gruppen- 
charaktere wohl  am  ausgeprägtesten  an  sich  trägt.  Ich  unterscheide  drei 
Formenreihen,  von  denen  die  erste  durch  engen  Nabel  und  sehr  aufgebla- 
sene Form  der  Windungen  sich  auszeichnet;  zu  ihr  gehören  A.  Brogniarti 
Sow.,  A.  tneniscus  n.  sp.,  A.  polyschides  u.  sp.,  und  A.  evolvescens  n.  sp. 


Digitized  by  Google 


Ammonites  Brogniarti  Sowerby. 

1817.    A.  Brogniarti  8ow.:  M.  C,  tb.  184%  f.  2. 

1845.   A.  Gervilli  (Sow.)  Orbigny:  Pol.  fr.  Terr.  jur.  I,  tb.  140,  f.  3-8  (non 
f.  1,  2,  non  Sowerby). 

Eine  Art  von  geringen  Dimensionen.  Das  Gehäuse  ist  von  sehr  feinen 
Falten  bedeckt,  welche  einfach  in  der  Zahl  von  etwa  40  von  der  Naht 
ausstrahlen,  und  von  denen  sich  jede  gegen  den  Rücken  zu  in  zwei  bis 
drei  und  mehr  spaltet.  Der  Durchmesser  des  grössten  mir  bekannten  Exem- 
plares,  das  sicher  zu  dieser  Art  gehört,  ist  26"ra,  ungefähr  dio  Grösse  des 
von  Orbigny  f.  3  und  4  abgebildeten  Stückes.  Die  grösste  Dicke  des 
Wachsthums  liegt  der  Mundöffnung  gegenüber  und  betragt  hier  lÖmm,  von 
da  ab  bleibt  die  Weite  der  Röhre  bis  zur  Mundöffnung  ungefähr  gleich. 
Die  Punkte,  welche  diese  Art  sehr  bestimmt  von  ihr  nahestehenden  unter- 
scheiden lässt,  sind:  die  stets  sehr  geringe  Grösse,  die  unregelmäßig  sich 
spaltenden  Rippen,  zwischen  die  sich  am  Rücken  oft  neue  einschieben,  und 
endlich  die  einfache  Ausschnürung,  indem  von  dem  Punkte  der  grössten 
Dicke  der  Röhre  die  Naht  in  fast  gerade  aufsteigender  Linie  zur  Mund- 
öffnung verläuft,  was  ein  Weiterwachsen  unmöglich  macht.  Die  Orbigny'- 
schen  Figuren  zeigen  all  diese  Verhältnisse  deutlich. 

Amm.  Brogniarti  gehört  der  Oberregion  der  Uumphricsianus-  oder  den 
Parkinsoni-Schichten  an. 

Es  liegen  mir  12  Exemplare  dieser  Art  vor,  theils  von  Les  Moutiers 
und  Sully  bei  Bayeux  (Coli.  Oppel  und  meine  Sammlung),  theils  von 
Auerbach  in  der  Oberpfalz  (Sammlung  des  Benodiktinerstifts  St.  Boni- 
faz  in  München).  Doch  besitzen  die  bayrischen  Exemplare  gewöhnlich 
noch  etwas  geringere  Dimensionen  als  dio  französischen,  imUebrigen  zeigen 
sie  iudess  alle  charakteristischen  Merkmale. 

Dieser  Art  sehr  nahe  verwandt  ist 

Ammonites  meniscus  Waagen  n.  -sp. 

1845.    Amm.  Gercilli  (Sow.)  Orbiguy  (pars):    PaL  fr.  Terr.  jur.  I,  tb.  140, 

f.  1,  2  (non  Hg.  3 — 8  non  8owerby). 
185ü.    Amm.  Brogniarti  (8ow.J  Oppel  (pars):  Juraform.  p.  37'»,  §  53,  Nr.  3;> 

(non  Sowerby). 

In  der  Jugend  wird  diese  Art  sehr  leicht  mit  A.  Brogniarti  verwech- 
selt, woher  es  auch  kam,  dass  Orbigny  ausgewachsene  Individuen  dieser 
Art  für  alte  Exemplare  von  A.  Brogniarti  hielt.  Indes»  zeigen  auch  junge 
Gehäuse  deutliche  Unterschiede  von  ebengenannter  Art.  Was  namentlich 
charakteristisch  erscheint,  ist  die  regelmässig  sieh  fortsetzende  Ausschnürung 


Digitized  by  Google 


cm 


(97) 


und  die  feinen  sehr  constant  bei  der  Umbiegung  gegen  den  Rücken  sich 
in  2  Aeste  spaltenden  Rippen.  8ind  die  Exemplare  von  vorgerückterem 
Wachsthum,  so  ist  die  beträchtlichere  Grosse  schon  allein  ein  gutes  Er- 
konnungsmerkmal  der  Art.  Bei  kleinen  Exemplaren  zähle  ich  30,  bei  dem 
von  Orbigny  abgebildeten  Stück  50  von  dem  Nabel  ausstrahlende  Rippen, 
deren  Zahl  sich  auf  dem  Rücken  verdoppelt. 

Amm.  meniscus  unterscheidet  sich  von  der  folgenden  Art  durch  geringere 
Grösse,  die  verhältnissmässig  länger  fortgesetzte  beträchtlichere  Ausschnürung 
und  feinere  Radialrippen.  Exemplare  von  95m"  Durchmesser,  wie  das  von 
Orbigny  abgebildete,  gehören  zu  den  Seltenheiten.  Kleinere  fand  ich  in 
der  obersten  Lage  der  Maliere  von  Sully  bei  Bayeux  (Zone  des  A. 
Saueex). 

Die  grösste  und  massigste  Form  der  ganzen  Gruppe  ist 

Ammonites  polyschides  Waagen  n.  sp. 

?  Amm.  Otrvüli  Quenut.:  Cepb.,  tob.  15,  f.  11.    Wahrscheinlich  eine 
schlechte  Abbildung  einer  Jugendfora  dieser  Art. 
1Ö56.   Amm.  Brocdm  Opp.:  Juraform.  p.  874  (non  8ow.). 

In  Sammlungen  liegt  die  Art  gewöhnlich  unter  der  Bezeichnung  Amm. 
Brocchi  oder  nach  Orbigny  A.  Gervilli,  da  sie  der  von  Orb.  für  letztere 
Art  gegebenen  Figur  tb.  140,  f.  1.  2  (A.  meniscus  n.  sp.)  im  Allgemeinen 
ziemlich  nahe  kommt 

Der  Durchmesser  meines  grüssten  Exemplares  von  Gingen  mag  etwa 
170"™,  die  Weite  des  Nabels  60™"  betragen  haben,  doch  ist  das  letzte  Stück 
der  letzten  Windung  grössten  Theils  weggebrochen.  Bei  einem  Durchmesser 
von  119"~  ist  die  Dicke  des  letzten  Umgangs  65 m",  dieselbe  fällt  nahe 
über  die  Naht,  wodurch  der  Durchschnitt  der  Windungen  ein  mondformiger 
wird.  Höhe  des  letzten  Umganges  von  der  Naht  44 mm,  in  der  Windungs- 
ebene 31"",  Weite  des  Nabels  38"m.  Bei  der  angegebenen  Grösse  ist  die 
Ausschnürung  bereits  bedeutend.  Kleinere  Exemplare  haben  einen  weit 
engeren  Nabel.  Ein  Stück  vom  Hetzlas  (Franken)  bositzt  bei  einem 
Durchmesser  von  90mra  eine  Nabelwcite  von  17"";  Dicke  der  letzten  Win- 
dung 52"-,  Höhe  von  der  Naht  16m",  in  der  Windungsebene  etwa  20"". 
Die  jüngeren  Exemplare  haben  somit  ein  ganz  Macrocephalen- artiges  An- 
sehen. Sie  lassen  sich  indess  immer  leicht  erkennen  durch  die  sich  sanft 
gegen  die  Naht  zu  einsenkenden  Seiten  des  Gehäuses.  Diese  tragen  20—25 
ziemlich  kräftige  radiale  Rippen,  welche  am  Rücken  zu  3—5  zerfallen, 
wodurch  letzterer  sehr  fein  gerippt  erscheint.  Die  Ausschnürung  ist  im  Alter 
beträchtlich;  die  Form  des  Mundsaumes  kenne  ich  nicht  mit  Bestimmtheit. 


Digitized  by  Google 


(98) 


Wie  schon  oben  erwähnt,  gleicht  diese  Art  sehr  den  Amt».  Meniscus 
{A.  Gervilli  Orb.  pars),  doch  unterscheidet  sie  sich  von  ihm  durch  beträcht- 
lichere Grösse,  weniger  zahlreiche  und  gröbere  Rippen  auf  den  Seiten,  und 
dadurch,  dass  jede  seitliche  Rippe  auf  dem  Rücken  in  mehr  als  zwei  zer- 
fällt. Amm.  Brocchi,  der  auch  ziemlich  nahe  steht,  lässt  sich  von  der  vor- 
liegenden Art  durch  den  stets  beträetlich  grösseren  Nabel,  die  geringere 
Dicke  und  die  zu  stumpfen  Knoten  anschwellenden  Rippen  der  Seiten  leicht 
abtrennen.  Er  verbindet  A.  polyschides  mit  A.  Humphriesianus ,  während 
die  folgende  Art  den  Uobergang  zu  A.  Gervilli  Sow.  vermittelt.  Ob  Amm. 
Bernoullci  Merian  zu  dieser  Art  oder  zu  A.  Brocchi  gehöre,  lässt  sich  ohne 
Originalstocke  nicht  sicher  entscheiden,  indess  scheint  mir  diese  Art  nach 
der  Beschreibung  mit  A.  Brocchi  überein  zu  stimmen. 

Amm.  polyscJtides  gehört  der  Zone  des  A.  Sauxei  an,  und  ist  in  ihr 
eines  der  verbreitetsten  und  häufigsten  Vorkommnisse.  Ich  kenne  ihn  aus 
Franken  (Hetz  las  und  Hahnen  kam  in),  Württemberg  (allenthalben),  den 
Ilohenzollernschen  Landen,  Nord deutse bland  (Dohnsen,  sehr  häufig),  Dor- 
setshire  (Burton-Bradstock)  und  vom  Cap  San  Vigilio  am  Garda- 
see,  wo  ich  im  vergangenen  Frühjahr  ein  Exemplar  von  0",42  Durch- 
messer auffand. 

Ammonitcs  evolvescens  Waagen  n.  sp. 

Diese  Art  hält  die  Mitte  zwischen  Amm.  Brogniarti,  Amm.  Gervilli  und 
Amm.  polyseiiides.  In  der  allgemeinen  Form  erinnert  sie  sehr  an  Amm. 
Brogniarti ,  noch  mehr  an  A.  microctoma  aus  den  Macrocephalus-  Schichten. 

Es  ist  wie  diese  eine  Art  mittlerer  Grösse,  mit  20  —  30  radialon  Rippen 
auf  den  Seiten  der  Windungen ;  jede  der  seitlichen  Rippen  zerfällt  auf  dem 
Rücken  in  2—4.  Die  Gcsammtform  der  Art  erscheint  kugelig  aufgeblasen, 
die  Wohnkammer  schnürt  sich  in  schön  geschwungener  Spirale  rasch  um! 
kurz  aus,  der  Nabel  ist  'stets  offen,  jedoch  nicht  so  weit  als  bei  Amw. 
polyseiiides.  Der  Durchmesser  eines  Exemplares  von  Mesnil-Louvigny 
bei  Caen  beträgt  38™",  die  grösste  Dicke  22m" ,  Dicke  an  der  Mundöffnung 
21)""",  Höhe  der  Mundöffnung  von  der  Naht  in  der  Windungsebene 

8"™.  Der  Mundsaum  gleicht  dem  von  A.  Gervilli,  ohne  indess  einen  so  hohen 
Wulst  zu  tragen. 

Von  Amm.  Brogniarti  unterscheidet  sich  die  vorliegende  Art  durch  be- 
deutendere Grösse,  die  Art  der  Ausschnürung  und  einen  weiteren  Nabel, 
von  A.  polyschides  durch  engeren  Nabel  und  weit  geringere  Grösse,  von 
A.  Gervilli  durch  weit  engeren  Nabel  und  aufgeblähtere  Form. 


Digitized  by  Google 


fi05  (99) 

Qucnstedt's  Figur:  Ceph.  tb.  15,  f.  11,  könnte  auch  möglicher  Weise 
zu  A.  evolvesecns  gehören,  da  namentlich  die  Seitenansicht  einigermassen 
an  genannte  Art  erinnert,  doch  lässt  sich  dies  bei  einer  Zeichnung,  ohne 
das  Original  verglichen  zu  haben,  schwer  beurtheilen. 

Amm.  evolvescens  gehört  den  Humphriesianus  -  Schichten  an ,  und  liegt 
in  denselben  in  ziemlicher  Iläufigkeit  zu  Mesnil-Louvigny  bei  Caen, 
seltener  sah  ich  ihn  von  Les  Moutiers  bei  Bayeux.  Von  anderen  Fund- 
orten kenne  ich  die  Art  noch  nicht  mit  Sicherheit. 

Eine  zweite  Formenreiho  bilden  zwei  andere  Arten,  nämlich  A.  Gervilli 
Sow.  und  A.  pohjnurus  n.  sp.  Sie  zeichnen  sich  durch  besonders  weiten 
Nabel  und  weniger  aufgeblähte  Form  aus,  und  nähern  sich  so  der  Gruppe 
der  Coronaten. 

Ammonites  Gervilli  Sowerby. 

1817.   Amm.  Gervilli  Sow.:  51.  C.  II,  pag.  180,  tb.  184*,  f.  3. 

1846.      —    Brogniarti  (Sow.)  Orb.:    (pars)  Pal.  fr.  Terr.  jnr.  I,  p.  4<>S, 

tb.  137,  f.  3,  4  (non  f.  1,  2,  6,  non  Sow.). 
1850.    Amm.  Otrviüi  (8ow.)  Oppel:  (pars)  Juraform.  p.  375,  §  53.  Kr.  3G. 

Die  Orbigny'sche  Abbildung  giebt  die  Charaktere  dieser  Art  am  besten 
wieder.  Ziemlich  feine  radiale  Rippen,  welche  sich  gegen  den  Rücken  zu 
sehr  regelmässig  in  2  Aeste  spalten,  umgeben  etwa  30  an  Zahl  den  weiten 
ziemlich  tief  eingesenkten  Nabel.  Die  Dicke  der  Windungen  beträgt  unge- 
fähr die  Hälfte  des  Gesammtdurchmessers.  Die  Wohnkammer  schnürt  sich 
nur  sehr  schwach  aus  und  trägt  an  ihrem  Ende  einen  Mundsaum,  welcher  mit 
einem  dicken  Wulst  beginnt,  dem  eine  flache,  schön  geschwungene  Lippe  folgt. 

Den  Horizont  dieser  Art  kenne  ich  nicht  genau,  doch  wird  sie  wahr- 
scheinlich den  Sauzei-  oder  Humphriesianus-Schichten  angohören. 

Ammonites  polymerus  Waagen  n.  sp. 

1845.  Amm.  Brogniarti  (Sow.)  Orb.:  (pars)  Pal.  fr.Terr.jur.I,  p.  403,  tb.  137, 
f.  1,  2  (non  f.  3,  4,  non  Sow.). 

1846.  Amm.  Gervilli  (8ow.)  Opp.:  (pars)  Juraform.  p.  375,  §  53,  Nr.  36. 
1859.      —    Orbignyanua  Wright:  Qnart.  Journ.  Geolog.  Soo.  of  London  Pro- 

oeed  Apr.  1859,  p.  23  (non  Geinitx). 

Ausgezeichnet  charakterisirt  durch  Orbignys  prächtige  Abbildung,  die 
indess  etwas  verkleinert  zu  sein  scheint  Ein  Exemplar  von  Niort,  das 
ich  besitze,  hat  128""  im  Durchmesser.  Weite  des  Nabels  69"",  Dicke 
der  letzten  Windung  an  dor  Mundöffnung  34*",  Höhe  von  der  Naht  33"", 
in  der  Windungsebene  26"".  Ganz  anders  gestalten  sich  die  Verhältnisse, 
wenn  man  den  äusserten  Umgang,  die  Wohnkammer,  hinweg  schält  und 


Digitized  by  Google 


(100)  JiOß 

dann  misst;  dann  beträgt  für  einen  Durchmesser  von  77mra  die  Weite  des 
Nabels  18""°,  Dicke  des  letzten  Umganges  32""",  Höhe  desselben  von  der 
Naht  31 mm,  in  der  Windungsebene  20""°.  Der  Nabel  ist  von  etwa  20  ziem- 
lich feinen  Rippen  umgeben,  welche  sich  gegen  den  Rücken  zu  in  3  —  4 
Acste  spalten.  Die  Wohnkammer  beträgt  genau  einen  Umgang  und  schnürt 
sich  sehr  betrachtlich  aus,  doch  beginnt  sich  bereits  auf  dem  der  Wohn- 
kammer vorausgehenden  Umgang  eine  schwache  Ausschnürung  bemerklich 
zu  machen. 

Junge  Exemplare  gleichen  einigermassen  den  gleich  grossen  Individuen 
•  von  Amm.  polyschides,  doch  lassen  sich  die  letzteren  durch  ihren  engeren 
Nabel  von  ersteren  unterscheiden.  Von  A.  Gervilli  weicht  A.  polymcrtis 
ab  durch  seine  bedeutende  Grösse,  die  weit  stärkere  Ausschnürung  der 
Wohnkammer  und  die'  in  viele  Aeste  zerfallenden  Rippen.  Amm.  Gerrilli 
und  Amm.  polymeras  stehen  sonach  ungefähr  in  demselben  Verhältnisse  zu 
einander  wie  Amm.  Braikcnridgi  und  Amm.  Humphriesianus. 

Amm.  polymerus  gehört  der  Zone  des  Amm.  Sauzei  an,  doch  ist  er  im 
Ganzen  sehr  selten.  Aus  Deutschland  kenne  ich  ihn  noch  nicht,  aus  Frank- 
reich ist  er  mir  von  St.  Vigor  bei  Bayeux  (Calvados)  und  Niort  (Deux- 
Sevreu)  bekannt. 

Eine  dritte  Formenreihe  steht  den  Coronaten  schon  sehr  nahe;  Asmn. 
Sausei  bildet  den  Typus. 

Ammonites  Sauzei  Orbigny. 

1815.   Amm.  Sauzei  Orb.:  Pol.  fr.  Terr.  jur.  I,  p.  407,  tb.  139. 

1856.  —       —     (Orb.)  Oppel:  Juraform.  p.  375,  $  53,  Nr.  37. 

1857.  -    GerviUi  (8ow.)  Quenst.:  Jura  p.  879  (pars),  tb.  51,  f.  7. 

Diese  Art  ist  durch  Orbigny  bereite  so  gut  abgebildet  und  beschrieben, 
dass  es  zu  seiner  näheren  Definirung  keines  Wortes  mehr  bedarf.  Junge 
Exemplare  sind  zwar  schwer  von  gleich  grossen  Stücken  von  A.  polyschidc* 
zu  unterscheiden,  ausgewachsene  Gehäuse  beider  Arten  wird  aber  wohl 
Niemand  verwechseln. 

Amm.  Sauzei  nimmt  allenthalben  einen  sehr  bestimmten  Horizont  über 
A.  Sowerbyi  und  unter  A.  Hwnphriesianus  ein  und  ist  auch  geographisch 
ziemlich  weit  verbreitet.  Ich  kenne  ihn  aus  Franken,  aus  Württem- 
berg und  den  Hohenzollernschen  Landen,  wo  erziemlich  häufig  ist; 
aus  schwarzen  Thonen  über  Inocer.  polyplocus  von  D  oh  nsen  (Braunschweig); 
aus  Frankreich  führt  ihn  Orbigny  von  Bayeux,  Niort,  St.  Maixent 
und  Fönten  ay  (Vendee),  Oppel  von  Ten  nie  (Sarthe)  an. 


Digitized  by  Google 


G07  (101) 

Ammonites  contractus  Sowerby  M.  C.  V.  p.  162,  tb.  500,  f.  2. 
Eine  zweifelhafte  Art,  welche  vielleicht  zu  A.  Brocchi  zu  stellen  ist. 

Ammonites  Brocchi  Sow.  wurde  bereits  oben  naher  erörtert.  Diese 
ganze  Formenreihe  zeichnet  sich  aus  durch  Knoten,  ja  selbst  Dornen  auf 
den  seitlichen  Kippen,  durch  massig  weiten  Nabel  und  ziemlich  aufgobliihte 
Windungen. 

Die  hier  angeführten  Arten  aus  der  Formongruppo  des  A.  Brogniarti 
vertheilen  sich  nach  den  Horizonten: 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi: 

Amm.  Brocchi  Sow. 
Zone  des  Amm.  Sauzei: 

Amm.  Meniscus  Waagen 
,    polyschides  Waagen 
,    polymerus  Waagen 
„     Sauzei  Orbigny. 
Zone  des  Amm.  Humphriesianus: 
Amm.  erolvescens  Waagen 
?    ff     Gervilli  Sow. 
Zone  des  Amm.  Parkinsoni: 
Amm.  Brogniarti  Sow. 
Die  Gruppe  erreicht  also  nach  dem  augenblicklichen  Stand  unserer 
Kenntnisse  in  der  Zone  des  A.  Sauzei  ihre  mannigfaltigste  Entwicklung. 
Eine  definitive  Entscheidung  hierüber  ist  vor  der  Hand  noch  nicht  möglich, 
da,  nach  einzelnen  Bruchstücken  und  Exemplaren,  die  ich  in  verschiedenen 
Hammlungen  in  Frankreich,  England  oder  Norddeutschland  sah,  bei  der 
oben  gegebenen  Aufzählung  noch  Vieles,  was  noch  da  und  dort  vorkommt, 
übergangen  worden  ist,  und  vernachlässigt  werden  musstc.    Bei  der  Selten- 
heit solcher  Vorkommnisse  erlaubt  eben  das  bis  jetzt  bekannt  gewordene 
Material  noch  kein  näheres  Eingehen. 


38.  Ammonites  cf.  aniplns  Oppel. 

1862.  Amm.  amplu*  Opp.:  Pal.  Mitth.  p.  145,  tb.  45,  f.  1  a.  b.  u.  f.  2. 
Die  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  der  Schambclcn  bei  Baden  im  Canton 
Aargau,  so  wie  dasFer  de  la  Roche-Pourrie  Marcou's  der  Umgegend 
von  Salins  haben  einen  Ammoniten  zur  Gruppe  des  A.  fimbriatus  gehörig 
geliefert,  welchen  ich  einstweilen  als  Amm.  cf.  amphts  bezeichne.  Das  vor- 
handene Material  reicht  nicht  hin,  mich  mit  Bestimmtheit  über  die  Be- 
nennung dieser  Art  zu  entscheiden. 

(7)  39 


Digitized  by  Google 


(102) 


60s 


39.  Aptychus  crassilabrum  Waagen  n.  sp. 

Ich  erhielt  von  Herrn  Oekonom  Wittlinger  in  Heiningen  ein 
Bruchstück  eines  Aptychus,  aus  den  Knollenlagern  der  Zone  des  Amm. 
Sowerbyi  von  Gingen  stammend,  welches  dem  Apt.  crassicauda  Quenst. 
(Jura  tb.  77,  f.  9)  ganz  ausserordentlich  ähnlich  sieht.  Es  gehört  zur  Gruppe 
des  Apt.  latnell-osus,  doch  verschwinden  die  Falten  beinahe  gänzlich  auf  dem 
förmlich  monströs  verdickten  Unterende.  Die  Poren  sind  indess  bei  diesem 
Stück  auch  auf  dem  verdickten  Theile  noch  mit  freiem  Auge  deutlich  zu 
sehen.  Die  Falten  machen  in  ihrem  Verlaufe  nach  unten  ein  starkes  Knie, 
sich  fast  horizontal  gegen  die  Medianlinie  wendend. 

Welchem  Ammoniten  dieser  Aptychus  angehört  haben  möge,  ist  mir 
durchaus  unbekannt. 

40.  Pcltarion  densitesta  Waagen  n.  sp. 

Tab.  27  (IV),  f.  3,  4  a.  b.  o.  d.  e. 

Wahrscheinlich  ist  die  Stellung,  wie  ich  sio  in  f.  3  u.  4  diesem  Körper 
gegeben  habe,  die  richtige.  Fig.  4b  stellt  dann  die  Vorderseite,  4  a  die 
Rückseite ,  4  c  die  Ansicht  von  oben ,  4  d  jene  von  unten ,  4  e  endlich  die 
Ansicht  von  der  Seite  dieses  Rückenschildea  eines  nackten  Cephalopoden  dar. 

Die  Art  steht  dem  Pelt.  Moreausi  Desl.  am  nächsten,  unterscheidet 
sich  aber  durch  weniger  in  die  Länge  gezogene  Form,  und  die  beiden 
Protuberanzen  (f.  4d)  an  der  Rückseite  des  untern  Theiles  des  Schilde«. 

Ein  Exemplar  aus  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  von  Gingen. 

41.  Chemnitzia  sp.  indet. 

Steinkerne  von  Chemnitzien  fand  ich  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyt 
an  verschiedenen  Punkten  Württembergs,  so  wie  bei  Pommer  am 
Hetz  las  (Franken).  Doch  lassen  dieselben  keine  speeifische  Bestimmung  zu. 

42.  Acteonina  rariabilis  Brauns. 

1864.    Act.  variabilis  Brauns:  Hilsra.  p.  37,  tb.  5,  f.  18. 

Scheint  in  Norddeutschland  aus  der  Zone  der  Trig.  navis  hier 
herauf  fortzusetzen.  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Wentzen  am  IUI« 
(Braunschweig). 

43.  Acteonina  cf.  Sedgevici  Phillips  sp. 

1829.    Äurieula  Sedgevici  Ptaill.:  Oeol.  Yorksh.,  tb.  11,  f.  23. 
Es  liegen  mir  ein  Paar  Exemplare  einer  kleinen  Acteonina  aus  den 


Digitized  by  Google 


009  (103) 

Sowerbyi- Schichten  von  Wentzen  am  Hils  vor,  welche  wohl  zu  dieser 
Art  zu  zählen  sein  werden.    Brauns  citirt  sie  als  Act.  subyhbosa. 

44.  Natiea  addocta  Phillips. 

1829.   Nat.  adducta  Phill.:  Oeol.  Yorksb.  II,  p.  157,  tb.  11,  f.  36. 
Wird  von  Morris  aus  dem  Lowcr  Trigonia  Grit  der  Umgegend 
von  Cheltenham  angeführt.    Sie  scheint  in  der  Zone  des  A.  Mmchisonae 
zu  beginnen  und  in  höhere  Schichten  fortzusetzen. 

45.  Monodonta  cf.  laevigata  Sowerby. 

1818.    Kerita  laevigata  8ow.:  IL  C.  III,  p.  31,  tb.  217,  f.  1. 
Ich  erhielt  aus  den  Sowerbyi  -  Schichten  der  Norraandie  so  wie  aus 
Schichten  ähnlichen  Alters  der  Küste  von  Dorsetshire  eine  kleine  Schnecke, 
welche  wohl  diesen  Namen  verdient.    Morris  fuhrt  die  Art  aus  der  Zone 
des  A.  Sowerbyi  von  Cheltenham  an. 

46.  Turbo  sp.  indet. 

In  den  Schichten  des  Amin.  Sowerbyi  von  Pommer  am  Hetzlas 
sammelte  ich  ein  Exemplar  eines  ächten  Turbo,  welcher,  wie  es  scheint, 
mit  keiner  bis  jetzt  bekannten  Art  stimmt;  indess  ist  das  Material  zu  gering, 
um  etwas  Neues  daraus  zu  machen  und  einen  Namen  zu  geben. 

47.  Cirrhns  nodosus  Sowerby. 

1818.    Cirrh.  nwlasus  Sow.:  M.  C.  III,  p.  35,  tb.  219,  f.  1,  2,  4. 
Findet  sich  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Dundry  (Somerset- 
shire)  und  Frick  (Cariton  Aargau). 

48.  Pleurotomaria  Agathis  Deslongchamps. 

1848.  PI  Agathis  De*l.:  M£m.  8oc.  Linn,  do  Norm.  VIII,  p.  139,  tb.  13,  f.  8. 
1854.    PI.  Agathis  (Desl.)  Orb.:  Pal.  fr.  Terr.  jur.  11,  p.  509,  tb.  398,  f.  7—9. 

Eine  ziemlich  verbreitete  Art  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi.  Ich  kenne 
sie  von  Pommer  bei  Erlangen  (Franken),  Gingen  (Württemberg), 
Schambelen  (Canton  Aargau). 

49.  Pleurotomaria  fasdata  Sowerby. 

1818.    Troch.  fasciatus  Sow.:  M.  C.  III,  p  87,  tb.  220,  f.  1. 
Einige  von  den  Steinkernen  von  Pleurotomarien,  welche  in  Württem- 
berg in  der  Zone  dos  Amm.  Sowerbyi  vorkommen,  mögen  zu  dieser  Art 
gehören.    Beschalte  Exemplare  finden  sich  in  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  zu 
Cheltenham  und  Dundry.    Geht  vielleicht  auch  höher. 

(7*)  3'J* 


Digitized  by  Google 


(104) 


r.io 


50.  51.  Plenrotomari»  2  unbestimmte  Arten. 

Bei  Gingen  finden  sich  Steinkernc  von  Pleurotomarien,  auf  denen  hie 
und  da  noch  Spuren  von  Schale  erhalten  sind.  Eine  Art  ist  enggenabelt  und 
erinnert  an  PL  subfasciata  Orb.,  während  die  andere,  weit  genabelt  und  mit 
kurzer  Spindel,  eher  die  Form  von  PL  Actaea  Orb.  ins  Gedächtniss  ruft. 

52.  Trochotoma  carinata  Lycett. 

1857.    Trochot.  carinata  Lyc:  Tlie  Coteswold  Hills,  p.  159,  tb.  4,  f.  5. 

Zone  des  Amm  Sowerbyi  von  Ravensgate  Hill  bei  Cheltenham 
(Gloucestershire). 

* 

53.  Trothas  cf.  ornatissimus  Orbigny. 

1862.    TrocK  omatUsimus  Orb.:  Pal.  Fr.  Terr.  jur.  II,  tb.  312,  f.  5-8. 
Zone  des  Amm.  Sowerbyi  der  Sehambelen  im  Canton  Aargau. 

54.  Alaria  Lotharingica  Schlumberger. 

1865.   Alaria  Lotharingica  Scblumb.:    Ball.  ßoc.  Linn,  de  Normandie  IX, 

8«p.  p.  3,  tb.  VI,  f.  1,  2,  3. 

Zone  des  Amt».  Sowerbyi  von  ForSt  de  Haie  bei  Nancy  (Meurthe), 
sonst  noch  nicht  bekannt. 

55.  Alaria  Ronbaleti  Schlumberger. 

1865.    Alaria  RoubaUti  Sehlumb.:  BulL  8oc.  Linn,  de  Normandie  IX,  8ep.  p.4, 
tb.  VI,  f.  4,  5,  6. 

Zone  des  Amt».  Sowerbyi  von  Foret  de  Haye  bei  Nancy  (Meurthe), 
sonst  noch  nicht  bekannt. 

56.  Alaria  rarispina  Schlumberger. 

1805.    Alaria  rarispina  Scblumb.:  Bull.  Soc  Linn,  de  Normandie  IX,  8ep.  p.  \ 
tb.  VI,  f.  7,  8,  9. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  ForÄt  de  Haye  bei  Nancy  (Meurthe), 
sonst  noch  nicht  bekannt. 

57.  Alaria  sp.  indet. 

In  den  Sowerbyi  -  Schichten  der  Schambelen  im  Canton  Aargau 
sammelte  ich  eine  Alarie,  welche  mit  keiner  bis  jetzt  bekannten  Art  voll- 
ständig fibereinzustimmen  scheint.  Die  Umgänge  glatt  mit  hohem  scharfem 
Kiel,  Flügel  nicht  bekannt.  Es  bleibt  weiteren  Erfunden  vorbehalten,  die 
Art  festzustellen  und  abzugrenzen. 

» 


Digitized  by  Google 


611 


(105) 


58.  EueyclttS  Batiiis  Orbigny  sp. 

1850.    Turbo  Bathi*  Orb.:  Prodr.  I,  p.  266. 

1853.   Purpurina  Bathis  Orb.:  Pal.  fr.  Teir.  jur.  II,  tb.  330,  f.  6-8. 

Eine  in  ihrer  Form  sehr  charakteristische  Art,  welche  eine  ziemlich 
grosse  Verbreitung  besitzt.  Ich  kenne  sie  aus  der  Zone  des  A.  Sowerbyi 
vom  Hetzlas  bei  Erlangen  (Franken),  Gingen  an  der  Vils  (Württem- 
berg), von  den  Schambelen  bei  Baden  (Canton  Aargau),  Orbigny 
führt  sie  an  von  Fontenay  (Vendee),  Nantua  (Ain),  8t.  Maixent  und 
Niort  (Deux-Sevres). 

59.  Eneyclis  Centurio  Münster  sp. 

1844.    Turbo  Centurio  Manst  in  Odf.  Petrot  Germ.  III,  p.  98,  tb.  94,  f.  7. 

Steht  der  vorhergehenden  Art  ziemlich  nahe,  besitzt  aber  ein  kürzeres 
Gewinde  und  weniger  scharfe  Skulptur. 

Selten  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  in  Franken,  ich  sammelte  die 
Art  bei  Pommer  am  Hetzlas,  Goldfuss  führt  sie  von  Gräfenberg  an. 

60.  Purpnrina  Sowerbyi  Waagen  n.  sp. 

Tab.  28  (V),  f.  3,  4  a.  b.  o. 

Eine  äusserst  zierliche  Art,  welche  der  P.  condensata  Desl.  ziemlich 
nahe  steht. 

Die  Höhe  des  Gehäuses  beträgt  13ma,  die  Höhe  des  letzten  Umgänge» 
9ma>,  die  Dicke  des  ganzen  Gehäuses  1 1  ■",  Breite  deä  letzten  Umganges  an 
der  Mundöffhung  6"".  Die  letzte  Windung  ist  von  etwa  20  Längsfalten 
bedeckt,  welche  von  dicken  Querfalten,  ungefähr  18  auf  dem  Umgang,  in 
der  unteren  Hälfte,  von  der  Naht  aufwärts  steigend,  durchkreuzt  werden; 
sie  beginnen  an  der  Kante  der  Windung  mit  einem  ausgeprägten  Knoten. 
Das  Gehäuse  trägt  einen  engen,  aber  deutlichen  und  tiefen  Nabel. 

Von  P.  condensata  unterscheidet  sich  die  Art  durch  kürzeres  Gewinde 
und  aufgeblähtere  Umgänge. 

Ich  kenne  nur  das  abgebildete  Exemplar,  das  aus  der  Zone  des  Amin. 
Sowerbyi  von  Gingen  (Württemberg)  stammt. 

61.  Cerithium  cf.  flexuosum  Münster. 

Tab.  29  (VI),  f.  2. 

1841.    Cer.  flexwsum  Meist,  in  Odf.  Petref.  Oorm.  III,  p.  33,  tb.  173,  f.  15. 

Eine  dem  Cer.  ßexuosum  nahe  stehende  Art,  welche  mir  in  einem 
Exemplare  von  Gingon  vorliegt,  habe  ich  abbilden  lassen,  um  auf  die  Form 


Digitized  by  Google 


106)  012 

aufmerksam  zu  machen.  Ea  besitzt  weniger  runde  Umgänge  und  stärkere 
und  deutlicher  gekörnte  Querrippen  als  die  genannte  Art. 

G2.  Cerithinm  sp.  indet. 
An  verschiedenen  Loyalitäten  finden  sich  noch  einige  Arten  von  Cerithien, 
die  indess  noch  nicht  näher  untersucht  sind.    Mir  fehlt  das  hinreichende 
Material,  um  über  dieselben  etwas  zu  entscheiden. 

63.  Roeellaria  sp. 

Einige  von  den  in  den  sandig  -  kalkigen  Knollen  von  Gingen  sich  fin- 
denden Bohrlöchern  scheinen,  ihrer  eigenthOmlichen  Form  zufolge,  von  bis- 
her Gasterochanen  genannten  Muscheln  herzurühren. 

64.  Ceromya  Orbignyana  Oppel. 

185G.    Cer.  Orbignyana  Opp.:  Jaraform.  p.  897,  $  63,  Nr.  110. 

Die  Muschel,  ursprünglich  von  Oppel  von  Co n Ii e  (Sarthe)  beschrieben, 
findet  sich  genau  eben  so  wieder  in  Württemberg,  doch  ist  sie  in  unsern 
Jurabildungen  sehr  selten.  Zone  des  A.  Sowerbyi  von  Gingen  (Württem- 
berg) (2  Exemplare)  und  Conlie  (Sarthe). 

65.  Pleoromya  elongata  Goldfuss  sp. 

1838.   Lutraria  elongata  Odf.:  Petref.  Germ.  II,  p.  258,  tb.  153,  f.  4. 
1845.    Plewomya  elongata  (Odf.)  Agass.:  Mye»,  p.  244,  tb.  27,  f.  3—8. 

Beschränkt  sich  nicht  auf  eine  einzelne  Schicht,  sondern  geht  wahrschein- 
lich bis  in  die  Zone  des  Amm.  Parkinsoni  hinauf.  Nicht  sehr  häufig.  Zone 
des  A.  Sowerbyi  von  Gingen  (Württemberg),  La  Roche-Pourrie  bei 
Salins  (Jura),  Ravensgate  Hill  bei  Cheltenham  (Gloucestershire). 

66.  Pleuromya  tennistria  Goldfuss  sp. 

1838.   iAttraria  tenuistria  Odf.:  Petref.  Genn.  II,  p.  257,  tb.  153,  f.  2. 
1845.    Pleuromya  tenuistria  (Gdt)  Aga«.:  Mye«,  p.  243.  tb.  24. 

Geht  durch  den  ganzen  mittleren  Dogger;  es  bieten  eben  Formen 
wie  diese  nur  äusserst  wenig  Anhaltspunkte  zur  Unterscheidung  von  Arten, 
so  dasB  man  die  Vorkommnisse  der  einzelnen  über  einander  folgenden 
Schichten  zusammenwerfen  muss. 

Fast  überall  häufig  in  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  Gingen  (Württem- 
berg), Jungingen  (Hohenzollern),  Aselfingen  (Baden),  L o n g w y  (Moselle). 
Tennie  (Sarthe),  Ravensgate  Hill  bei  Cheltenham  (Gloucestershire). 


Digitized  by  Google 


613  (107) 


G7.  Pleuromya  exarata  Brauns. 

1804.    Oresslya  donaciformis   (Gdf.)  Seebach:    Hannov.  Jura,  p.   129  tnou 

Amphideam.  donaci  forme  PhiU.,  Gdf.r). 
1804.   Pleuromya  cxarata  Brauns:   ßtratigr.  und  Palaeontogr.  d.  Hiismulde, 

p.  49,  tb.  5,  f.  20,  21. 

Ist  sicher  keine  Gresslya,  da  ihr  die  charakteristische  Leiste  vollständig 
fehlt.  Es  ist  eine  dem  norddeutschen  Meeresbecken,  wie  es  scheint, 
eigentümliche  Art,  indem  sie  bis  jetzt  noch  aus  keinem  andern  Becken 
nachgewiesen  wurde. 

Zone  des  A.  Sowerbyi  von  Wentzen  und  Dohnsen  (Braunschweig). 

68.  Homomya  gigantea  Waagen  n.  sp. 

Tab.  30  (VII),  f.  1  a.  b. 

185G.    Pholadom.  gibbosa  (8ow.)  Oppel:    Jurafonn.  p.  395  ($  53,  Nr.  102) 
(non  Mactra  gibbosa  Sow.). 

Eine  grosse  und  schone  Muschel,  welche  zufolge  ihrer  charakteristischen 
Form  als  leitend  gelten  kann  für  die  Zone  des  Amm.  Sowerbyi.  Sie  steht 
der  Homom.  crassiuscula  Lyc.  ziemlich  nahe,  und  wird  deshalb  auch,  wie  es 
scheint,  in  der  Literatur  öfter  mit  ihr  verwechselt,  dennoch  lässt  sie  sich 
leicht  unterscheiden,  und  einmal  definirt,  stets  wieder  erkennen. 

Die  Grösse  der  Art  ist  verschieden  und  die  Exemplare  bleiben  sehr 
häu6g  hierin  hinter  der  Abbildung  zurück.  Manche  werden  aber  auch 
grösser  wie  das  der  verkleinerten  Abbildung  zu  Grunde  liegende  Stück,  das 
0",146  in  der  Länge  erreicht.  Die  Art  unterscheidet  sich  von  Homom. 
crassiuscula  durch  plumpere  und  gedrungenere  Form. 

.  Ziemlich  selten  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen,  sonst 
von  Roche-Pourrie  bei  Salins  (Jura)  und  wahrscheinlich  auch  von  Ra- 
vensgate Hill  bei  Cheltenham  (Gloucestershire). 

Geht  vielleicht  auch  noch  in  die  Zone  des  Amm.  Sa  uz  ei  hinauf. 

69.  Pholadomya  transversa  Seebach. 

1804.   Phol.  transversa  Seebach:  Hannov.  Jura,  p.  126,  tb.  5,  f.  2  a.  b. 
Schöne  Art,  bisher  nur  aus  Norddeutschland  bekannt,  dort  in  der 
Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Ocker  (Harz,  Nordrand),  Wentzen  und 
Dohnsen  (Hils,  Braunschweig). 

70.  Pholadomya  fldicüla  J.  Sowerby. 

1819.   Lutraria  lyrata  Sow.:  M.  C.  III,  p.  47,  tb.  225. 
1827.   Pholadom.  fidicula  J.  8ow.:  M.  C.  VI,  p.  80. 

In  so  tiefen  Schichten  ist  diese  Art  in  unserem  süddeutschen  Jura  noch 


Digitized  by  Google 


(108) 


614 


ziemlich  selten.  Es  ist  nicht  die  Form,  die  Agassiz  Pholadom.  Zicleni 
nennt,  sondern  sie  nähert  sich  mehr  der  ächten  Ph.  ßdicula. 

Zone  des  Anim.  Sowcrbyi  von  Gingen,  Altenstadt  und  Gossheim 
(Württemberg),  Vögisheim  (Baden),  Roche-Pourrie  bei  Salins  (Jura), 
Flace  bei  Macon  (Saöne-et-Loire),  Longwy  (Moscllc),  Tennie  (8arthe), 
Ravensgate  Hill  bei  Cheltenham  (Glouccstershire). 

71.  Pholadomya  perovalis  Waagen  n.  sp. 

1833.   Pholadom.  ovcUis  (8ow.)  Ziet:  Verst.  Württemb.,  p.  87,  tb.  C5,  f.  3  (non 
8owerby). 

185*.        —         —    (Ziet)  Quetwt:  Jura,  p.  452,  tb.C2,  f.  6  (non  ßowerbj) 

Die  Abbildungen  von  Zieten  wie  von  Quenstedt  sind  beide  gut. 
Die  Muschel  gehört  zur  Gruppe  der  Agassiz'schen  Ovales,  und  steht  wohl 
der  Ph.  Ovulum  Agass.  am  nächsten,  unterscheidet  sich  aber  von  dieser  durch 
gerundetere  Rippen,  über  welche  schwache  concentrische  Runzeln  hinlaufen, 
wodurch  dieselben  gewissermaßen  geknotet  erscheinen.  Die  Anwachsstreifen 
sind  äusserst  schwach,  kaum  bemerkbar. 

Die  Art  gehört  den  Schichten  von  der  Zone  des  Amin.  Sowerbyi  bis 
zu  der  Zone  des  Amm.  Parkinson*  an,  ist  aber  nirgends  häufig.  Zone  des 
Amm.  Sowerbyi  von  Gingen  (Württemberg)  und  Asol fingen  (Baden). 
Auch  das,  was  Wright  als  PhoL  Ovulum  aus  dem  Lower  Trigona  Grit 
von  Cheltenham  anführt,  wird  wahrscheinlich  unsere  Art  sein. 

72.  Pholadomya  Wittlingeri  Waagen  n.  sp. 

Pholadom.  Hcraulti  vergeh.  Aut. 

Mittelgrosso  Form,  welche  zur  Gruppe  der  l'holadomyes  buccardiennes 
reticuleea  von  Agassiz  gehört.  Sie  steht  der  Pholadomya  Murchisoni  Gdf. 
und  PhoL  Heraulti  Agass.  am  nächsten,  unterscheidet  sich  aber  durch  die 
constante  Anzahl  von  10  Rippen  hinlänglich  von  der  höher  liegenden  Form, 
welche  stets  weniger  Rippen  zeigt. 

Die  Rippen  sind  ziemlich  grob  geknotet,  die  concentrischen  Falten 
ebenfalls  ziemlich  grob.  Zwei  von  ersteren,  welche  durch  einen  breiteren 
Zwischenraum  von  den  übrigen  getrennt  sind,  stehen  auf  der  vorderen  Fläche. 
Die  dritte  Rippe  befindet  sich  auf  der  grössten  Wölbung  der  Schale,  ihr 
folgen  nach  und  nach  schwächer  gegen  hinten  verlaufend  die  übrigen  sieben. 
Sämmtliche  Rippen  sind  nicht  scharf,  sondern  gerundet. 

Herrn  Oekonom  Wittlinger  in  Heiningen  bei  Göppingen  (Würt- 
temberg), der  sich  durch  jahrelanges  Aufsammeln  der  Reste  aus  der  Zone 
des  Amm.  Sowerbyi  verdient  gemacht  hat,  zu  Ehren  benannt. 


Digitized  by  Google 


Gl  5 


(109) 


Zone  des  Amm.  Soiverbyi  von  Gingen,  Altenstadt  und  Gegend  von 
Balingen  (Württemberg),  Les  Rangiors  (Canton  Bern),  häufig  bei 
Tennie  (Barthe). 

73.  Pholadomya  Oreenensis  Brauns. 

1866.   Fhol.  Grtenensis  Br.:  Naohtr.,  p.  8  (x,  Th.),  tb.  I,  f.  U— 16  (non  Phol. 
decorata  Gdf). 

Es  scheint  mir  nicht  der  Fall  zu  sein,  dass  das  von  Brauns  abgebil- 
dete Exemplar  mit  Phol.  decorata  Gdf.  übereinstimmt,  wesshalb  ich  letztere 
als  Phol.  contracta  abtrenne. 

Zone  des  A.  Sowerbyi  (?)  von  Greone  (Braunschweig).  (Stammt  viel- 
leicht aus  der  Zone  der  Trig.  navis.) 

74.  Pholadomya  eontracta  Waagen  n.  sp. 

1838.  Phol.  decorata  Gdf.:  Petref.  Germ.  II,  p.  266,  tb.  155,  f.  3  (non  Hartmann). 
1864.      —       —     (Gdf.)  Seoboch:  HannoT.  Jura,  p.  127. 

Unterscheidet  sich  von  Phol.  decorata,  mit  welcher  sie  Goldfuss  ver- 
einigt hat,  durch  gröbere  und  nicht  scharfe  Rippen  und  etwas  gröbere  con- 
centrische  Runzeln,  während  bei  Phol.  decorata  die  Rippen  scharf  und 
dachförmig  und  mit  viel  feineren  Knötchen  als  bei  unserer  Art  besetzt 
erscheinen. 

Zone  des  A.  Sowerbyi  von  Wentzen  und  Dohnsen  (Braunschwoig), 
Lübbecke  und  Vossberg  bei  Osnabrück  (Preussen),  Gräfenberg 
(Franken),  Gingen  (Württemberg). 

75.  Goniomya  Duboisi  Agassiz. 

1842.    Gon.  Duboit  Ag.:  Myes,  p.  12,  tb.  1»,  f.  2-12. 

1H66.     -      -      (Ag.)  Oppel:  Juraform.  p.  395,  *  53,  Nr.  104. 

Beginnt,  jedoch  selten,  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi;  Oppel  citirt  sie 
aus  der  Zone  des  Amm.  Sauzei  von  Hohenzollern. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen  (Württemberg),  Longwy 
(Moselle),  Bayeux  (Calvados),  Dohnsen  (Braunschweig). 

76.  Gresslya  latirostris  Agassiz. 

1846.    Gresal  latirostris  A.:  Mye?,  p.  212,  tb.  13',  f.  8— 13. 

Wird  zwar  von  Agassiz  aus  der  Zone  des  Amm.  Parkinsoni  (Marncs 
a  Oatr.  acuminata)  angegeben,  indess  stimmt  die  mir  vorliegende  Form  so 
sehr  mit  dieser  Art  überein,  dass  ich  keinen  andern  Namen  anwonden  kann. 
Die  Form  der  Sowerbyi-Zone  erreicht  meist  nicht  ganz  dieselbe  Grösse  als 


Digitized  by  Google 


(110) 


filfi 


die  von  Agassiz  gezeichneten  Exemplare.  Die  Schale  ist  mit  feinen,  nur 
bei  stärkerer  Vergrößerung  erkennbaren  Radialstreifen  bedeckt 

In  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  beinahe  überall  häufig:  Gingen, 
Altenstadt,  Gossheim  (Württemberg),  Aselfingen,  Fr  ei  bürg  (Baden), 
Betzenau  (Canton  Aargau),  Roche  Pourrie  bei  Sa  1  ins  (Jura),  Longwy 
(Moselle),  Tennie  (Sartbe),  Ravensgate  Hill  bei  Cheltenham  (Glou- 
cestershire). 

77.  Gresslya  gregaria  Roemer  sp. 

\ÜM.    Lutraria  gregaria  Roem.:  Ool.  p.  124,  tb.  8,  f.  11. 

Seebach  vereinigt  zwar  diese  Art  mit  Gr.  abducta  Phill.  aus  den 
Opalinusthonen ,  doch  erscheint  die  tiefere  Form  so  constant  höher  und 
kürzer  ab  die  vorliegende,  dass  man  mit  ziemlicher  Sicherheit  beide  Arten 
auseinander  halten  kann. 

Gr.  gregaria  ist  etwas  seltener  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  als  die 
vorher  gehende  Art;  ich  kenne  sie  von  Gingen  (Württemberg),  Asel- 
fingen und  Freiburg  (Baden),  Wentzen  am  Hils  (Braunachweig).  Das 
was  in  der  Literatur  als  Gr.  abducta  aus  diesen  Schichten  angeführt  wird, 
ist  wahrscheinlich  ebenfalls  bieher  zu  rechnen. 

78.  Lcda  cf.  Deslongchampsi  Oppel. 

1856.    Leda  Deslongchampsi  Opp.:  Jura  form.  p.  398,  §  53,  Nr.  115. 

In  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  von  Wentzen  und  Dohnsen  kommen 
nicht  sehr  selten  die  Kieskerne  kleiner  Leden  vor,  welche  wahrscheinlich 
zu  heda  Deslongchampsi  zu  zählen  sind.  Auch  in  den  Thonen,  welche  in 
Württemberg  und  in  Franken  die  Zone  begleiten,  finden  sich  hie  und 
da  Exemplare,  vermuthlich  zu  dieser  Art  gehörig:  Pommer  (Franken), 
Gingen,  Gossheira  (Württemberg),  Wentzen  und  Dohnsen  (Braun- 
schweig). 

79.  Leda  Cf.  Delüa  Orbigny. 

185U.    Leda  Delila  Orb.:  Prodr.  I,  p.  253  (IX,  Nr.  179). 
Ist  mir  bis  jetzt  nur  aus  Norddeutschland  vonWentzen  und  Dohnsen 
bekannt.    Brauns  citirt  sie  als  Leda  aequilutera  Koch  und  Dunk. 

80.  Nucula  Aalensis  Oppel. 

185U.    Nuc.  Aalensis  Opp  :  Juraform.  p.  399,  §  53,  Nr.  120. 
Kommt  sehr  selten  in  den  die  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  den 
Murohisonae- Schichten  trennenden  Thonen  in  Württemberg  vor,  und 


Digitized  by  Google 


(111) 


unterscheidet  sich  von  der  folgenden  durch  stets  geringere  Grosso  und  etwas 
gedrungenere  Form.  Gingen,  Gossheim  (Württemberg),  Pommer 
(Franken). 

81.  Nueola  cf.  Hammeri  Defrance. 

1823.  Nuc.  Hammeri  Defr.:  Dict.  36,  217. 

1837.     —    ocalis  Gdf.:  Petref.  Oerm.  II,  p.  154,  tb.  125,  f.  2,  3. 
lb'iO.     —    Hammeri  (Defr.)  Opp.:  Juraform.  p.  399. 
lt>G4.     —        —        (Defr.)  Braun»:  Hilsts.,  p.  50. 

Es  Hegen  mir  nur  norddeutsche  Exemplare  dieser  Art  vor,  und  es 
.scheint,  daas  nur  dort  diese  Art  in  so  hohen  Schichten  noch  vorkommt, 
doch  ist  sie  hier  häufig  bei  Wentzen  und  Dohnsen. 

82.  NüCüla  Cf.  snbglobosa  Roemer. 

183G.    Nuc.  svbglobosa  Roem.:  Ool.,  p.  99,  tb.  ü,  f.  7. 
1W>4.     —        —        (Rem.)  Brauns:  Hil§m..  p.  50. 

Ist  bei  Wentzen  in  der  Zone  des  Amin.  Sowerbyi  etwas  seltener  als 

die  vorige.    Von  andern  Fundorten  ist  sie  mir  noch  nicht  bekannt. 

83.  Tancredia  donariformis  Lycett. 

1850.    Tancr.  donaeiformi»  Lycett,  Ann.  nat.  hist. 

1853.  HeUangia  Dionvükrms  Terqu.:  Bull.  soc.  geol.  de  France,  X,  p.  375, 
tb.  1,  f.  1—4. 

Setzt  an  einzelnen  Legalitäten  aus  der  Zone  des  A.  Murchisonae  hier 
herauf  fort. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Weismain,  Grossenbuch  und  Pom- 
mer (Franken),  Tennio  (Sarthe),  Ravensgate  Hill  bei  Cheltenham 
(Gloucestershire). 

84.  Qnenstedtia  obllU  Phillips  sp. 

1829.   Pulleutra  oblita  Phill.:  Yorksh.,  tb.  11,  f.  15. 

1854.  Quenstedtia  oblita  Monr.  &  Lyc:  Or.  ool.  II,  tb.  9,  f.  4  a.  b.  u.  tb.  15,  f.  12. 
Sehr  selten  in  der  Zone  des  Amm.  Sowtrbyi.    Bis  jetzt  bekannt  von 

Wentzen  (Braunschweig)  und  Ravensgate  Hill  bei  Chelten  ham  (Glou- 
cestershire). 

85.  Corbula  obsenra  J.  Sowerby. 

1827.    Corb.  obscura  J.  8ow.:  M.  C.  VI,  p.  110,  tb.  572,  f.  5. 
1856.     —        —     (8ow.)  Opp.:  Juraform.  p.  402. 

Ich  fand  diese  Muschel  nur  in  Franken  in  der  Zone  des  A.  Sowerbyi 
bei  Grossenbuch  und  Pommer  am  Hetzlas  (Franken). 


Digitized  by  Google 


(112) 


618 


86.  Corlwla  eucullaeformis  Dunker. 

1837.    Corb.  cueuUaeformüi  Donk.:  Beitr.,  p.  31,  tb.  2,  f.  6. 

1856.  —  —         (Dank)  Opp.:  Juraform.  p.  402. 

Beginnt  bereits  in  der  Zone  der  Trig.  tiavis  und  setzt  bis  in  die  Bau- 
gruppe fort.  Sie  scheint  im  Unteroolith  dem  Norddeutschen  Meeresbecken 
eigentümlich  zu  sein.  Ich  erhielt  sie  aus  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi 
von  Wentzen  und  Dohnsen  (Braunschweig). 

* 

87.  Opis  eordifonnis  Lycett. 

1857.  Opis  cordi formt»  Lyc:  The  Cetteiwold  Hills,  p.  128,  tb.  4,  f.  2  «.  b.  c 

Zone  des  Amm  Sowerbyi  von  Ravensgato  Hill  bei  Gheltenham 
(Gloucestershire). 

88.  Astarte  Aalensis  Oppel. 

185«.    Ast.  Aalensis  Opp.:  Juraform.  p.  404  (§  53  Nr.  136). 

Qeht  in  Franken  hie  und  da  in  die  Zone  Amm.  Sowerbyi  hinauf,  ist 
indeas  hier  ziemlich  selten.    Grossenbuch  bei  Erlangen  (Franken). 

89.  Astarte  elegans  Sowerby. 

1816.  Astarte  tltgans  Sow.:  M.  C.  II,  p.  86,  tb.  137,  f.  3. 
1829.  —  —  (Sow.)  Phill.:  Yorlwh.,  tb.  11,  f.  41. 
1837.       -        -      (8ow.)  Odf.:  Petref.  Germ.  II,  p.  191,  tb.  134,  f.  12. 

Eine  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  sehr  verbreitete  Muschel,  welche 
nur  viel  seltener  in  den  Murchisonae  -  Schichten  auftritt.  Ich  kenne  sie  aus 
ersterer  Zone  von  Weismain,  Grossenbuch  und  Pommer  (Franken), 
Gingen,  Altenstadt  (Württemberg),  Schämbelon  bei  Baden  (Aargau), 
Freiburg  (Baden),  Longwy  etc.  (Moselle),  Ravensgate  Hill  bei 
Cheltenham  (Gloucestershire). 

90.  Astarte  excavata  Sowerby. 

1819.   Astarte  excavata  Sow.:  M.  C.  III,  p.  37,  tb.  233. 
1856.       —         —      (8ow.)  Opp.:  Juraform.  p.  403. 

Diese  Art  erreicht  ihre  nauptentwicklung  erst  in  der  Zone  des  Amm. 
Sowerbyi,  wenn  auch  an  einigen  Localitäten  schon  die  Zone  des  A.  Mur- 
chisonae hie  und  da  ein  Exemplar  geliefert  hat.  In  der  Zone  des  Amm. 
Sowerbyi  findet  sie  sich  zu  Beggingen  (Baden),  Miotte  bei  Beifort 
(Haut-Rhin),  Roohe  Pourrie  bei  Salins  (Jura),  Longwy,  St.  Quentin 
(Moselle),  Tennie  (Sarthe),  Ravensgate  Hill  bei  Cheltenham  (Glou- 
cestershire). 


Digitized  by  Google 


(113) 


91.  Astarte  cf.  polita  F.  Roemer. 

1842.   Altarte  polita  F.  Roem.:  De  Art.  gen.,  p.  19,  tb.  I,  f.  0. 
Eine  dieser  Art  nahestehende  Form,  welche  indnss  etwas  bedeutendere 
Dimensionen  erreicht,  findet  sich  nicht  selten  in  der  Zone  des  A.  Sowerbyi 
bei  Pommer  (Franken). 

92.  Cypricardia  eordiformis  Deshayes. 

1838.    Cypricard.  eordiformis  De«h.:  Trait.  616m.,  tb.  24,  f.  12,  13. 
Scheint  bereits  in  der  Zone  des  A.  MurcJtisonae  zu  beginnen,  hat  aber 
ihr  Hauptlager  in  der  Zone  des  A.  Humjphriesianus. 
Zone  des  A.  Sowerbyi  von  Chcltenham. 

93.  Cypricardia  franconica  Waagen  n.  sp. 

Tab.  31  (VIII),  f.  6. 

Eine  hübsche  kleine  Art,  welche  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  in 
Franken  nicht  übermässig  selten  vorkommt.  Die  allgemeine  Form  ist 
länglich  oval;  vom  Wirbel  nach  hinten  und  unten  zieht  sich  eine  ziemlich 
scharfe  Kante,  welche  an  der  hintern  Seite  ein  dreieckiges  Feld  abgrenzt. 
Die  Oberfläche  der  Schale  ist  von  feinen  concentrischen  Runzeln  bedeckt. 
Von  Cypricard.  eordiformis  unterscheidet  sich  diese  Art  durch  geringere 
Grösse  und  weniger  langgestreckte  Form. 

In  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Pommer  und  Orossonbuch 
bei  Erlangen  (Franken),  sonst  noch  nicht  bekannt. 

94.  Trlgonfa  Goldfassi  Agassiz. 

1837.    Trio.  litUrata  Ooldf.:  Petref.  Germ.  H,  p.  200,  tb.  136,  f.  5  a.  b.  d.  f. 

a.  g.  (non  o  u.  e)  (non  Phillips). 
1840.    Trig.  Goldfussi  Agas«. :  Etudes  crit.  Trigonios,  p.  24. 

In  Franken  ziemlich  häufig  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi,  in  anderen 
Gegenden  indoss  selten.  Ich  sammelte  sie  bei  Weismain  und  Grossen- 
buch,  Goldfuss  gibt  sie  an  von  Pegnitz  und  Gräfenberg  in  Franken; 
ich  kenne  sie  ausserdem  noch  von  Asel  fingen  (Baden)  und  der  Umgegend 
von  Metz  (Moselle). 

95.  Trigonia  formosa  Lycett. 

1837.   Lyrodon  st  Hat  um  Gdf.:   Petref.  Genn.  II,  p.  201,  tb.  137,  f.  2  (non 
ßowerby). 

1859.    Trig.  formosa  Lycett:  Quart.  Journ.  geol.  8oc.  London,  Proc.  Apr.  p.41. 
Die  der  Trig.  striata  nahe  stehende  Form  der  Zone  des  A.  Sowabyi 
hat  Lycett  neu  benannt.    Man  findet  die  Art  häufig,  doch  habe  ich  *ic 


Digitized  by  Google 


(114) 


(120 


im  Text  noch  als  Triy.  striata  angeführt,  da  sich  bei  den  in  der  Literatur 
angeführten  Vorkommnissen  nicht  entscheiden  läsat,  zu  welcher  Art  sie 
wirklich  zu  zählen  seien. 

Die  von  mir  in  Franken  gesammelten  Stücke,  von  der  Form  der 
Triy.  striata  gehören  indess  sicher  zu  der  Lycett'scben  Art;  sonst  Ra- 
vensgate Hill  bei  Cheltenham. 

96.  Trigonia  trigona  Waagen  n.  sp. 

T»b.  21)  (VI),  f.  3  a.  b. 

Zur  Gruppe  der  litteraten  Trigonien  gehörig.  Form  deutlich  dreieckig, 
nach  hinten  stark  verlängert;  Arealraum  schmal,  gewölbt,  nicht  dachförmig, 
mit  dichten  Anwachsstreifen  bedeckt,  über  die  sich  zwei  radiale  Reihen 
feiner  Knötchen  hinziehen.  Die  den  Arealraum  von  der  übrigen  Schale 
trennende  Kante  nicht  scharf,  sondern  gerundet  mit  Knoten  besetzt.  Der 
Haupttheil  der  Schale  ist  mit  geknoteten  Rippen  geziert,  deren  Verlauf  sehr 
charakteristisch  erscheint.  Von  der  Arealkante  nach  abwärts  und  etwas 
nach  hinten  gerichtet  erstreckt  sich  ein  kleiner  Wulst  oder  ein  in  die  Länge 
gezogener  Knoten,  von  dem  aus  sich  die  eigentliche  geknotete  Rippe  von 
hinten  nach  vorn  fortsetzt.  Gegen  den  vordem  Rand  erleidet  die  Knoten- 
reihe noch  eine  Biegung,  indem  sie  sich,  in  eine  scharfe  dachförmige  Falte 
übergehend,  in  einem  stumpfen  Winkel  nach  unton  und  vorn  wendet.  Bei 
den  nach  hinten  zu  gelegenen  Rippen  verliert  sich  die  zweite  Biegung  und 
die  Knotenreihen  verlaufen  parallel  mit  dem  Unterrand. 

Das  abgebildete  Exemplar  stammt  von  Gingen  und  hat  eine  Länge  von 
»7—,  Höhe  60—,  Dicke  etwa  3*rm. 

Die  Art  gehört,  so  weit  ich  festzustellen  vermochte,  ausschliesslich  der 
Zone  des  A.  Sotcerbyi  an,  ist  aber  sehr  selten.  Ich  kenne  nur  das  abge- 
bildete Stück  von  Gingen  und  ein  Exemplar  von  Weismain  bei  Kulm- 
bach (Franken). 

97.  Trigonia  eostata  Parkinson. 

18 13.    Trig.  eostata  Park.    8ow.:  M.  C.  I,  p.  105,  tb.  85. 

Die  ächte  Triy.  eostata  scheint  mit  der  Zone  des  Amm.  Sowcrbyi  zu 
beginnen;  tiefer  kenne  ich  sie  noch  nicht.  Sie  ist  in  dieser  Region  sehr 
verbreitet,  doch  nirgends  häufig.  Sie  findet  sich  in  der  Zone  des  Amm. 
Sowerbyi  von  Pommer  (Franken),  Gingen,  Jungingen,  Gossheim 
(Württemberg),  Vögisheim  (Baden),  Roche  Pourrie  bei  Sal ins  (Jurn). 
Ravensgate  Hill  bei  Cheltenham  (Gloucesrershiro). 


Digitized  by  Google 


(115) 


98.  Trigonia  spec.  indet 

Eine  der  Trig.  costafa  ziemlich  nahe  stehende,  sich  jedoch  von  dieser 
durch  eine  bedeutendere  Anzahl  von  Rippen  unterscheidende  Trigonia  kommt 
nicht  selten  in  der  Zone  des  Arnim.  Sowerbyi  an  verschiedenen  Localitüten 
vor.  Dio  mir  zu  Gebote  stehenden  Stücke  sind  nicht  hinlänglich  gut  er- 
halten, um  eine  neue  Art  darauf  zu  begründen. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Pommer  (Franken),  Gingen  (Würt- 
temberg), Betzenau  (Aargau). 

99.  Lncina  Wrighti  Oppel. 

1854.    Lucina  Bellona  Morr.  k  Lyc.:  Or.  Ool.  p.  07  (pors)  (non  Orbigny). 

—      lyrata  rerach.  Aut.  (non  Phill.) 
1866.       —      Wrighti  Opp.:  Juraform.  p.  40!>. 

Zwar  nur  von  einer  einzigen  Localitüt  bekannt,  und  auch  hier  nur  auf 
eine,  wahrscheinlich  die  untersten  Lagen  der  Zone  vertretende  Bildung 
^Fimbria  Marl)  beschränkt.  Ich  führe  diese  Muschel  indess  an  wegen 
ihrer  8chönheit,  und  als  Prototyp  höher  liegender  Arten. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  der  Umgegend  von  Cheltenham. 

100.  Lucilla  paradoia  Waagen  n.  sp. 

Tab.  31  (VIII)  f.  5  a.  b. 

Gehört  in  die  Nähe  der  Lucina  eonaria  von  Quenstedt,  mit  der  sie 
namentlich  in  der  Art  der  Rippung  recht  gut  übereinstimmt.  Die  Form  ist  in- 
dess total  verschieden.  Sie  ist  länger  als  breit,  und  was  besonders  auffallend, 
die  Wirbel  liegen  weit  nach  hinten.  Lunula  schmal  und  sehr  in  die  Länge 
gezogen,  Arealraum  kurz.  Schale  glatt  mit  entfernt  stehenden,  concen- 
trischen,  dünnen,  hoch  aufgerichteten  Lamellen. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen  (3  Exemplare)  und  Wentzen 
(Braunschweig)  überall  nicht  häufig. 

101.  Lncina  Gingensis  Waagen  n.  sp. 

Steinkerne  einer  ziemlich  grossen  dreiseitigen  Muschel,  welche  in  ihren 
allgemeinen  Umrissen  viele  Aehnlichkeit  mit  Pronoe  trigonellaris  zeigt.  Dass 
sie  indess  nicht  zur  Gattung  Pronoe  gezählt  werden  dürfe,  lehrt  die  grosse 
scharf  begrenzte  Lunula,  welche  die  Muschel  vor  dem  Wirbel  trägt.  Mit 
Schale  versehen,  möchte  die  Muschel  wohl  sehr  an  Lncina  plana  aus 
den  Opalinu8-Thonen  erinnern;  doch  erreicht  dio  vorliegende  Art  immer 
viel  bedeutendere  Dimensionen  als  erstere.  Ein  schwacher  Eindruck  läuft 
an  der  hinteren  Seite  vom  Wirbel  gegen  den  Unterrand  des  Steinkerns. 


Digitized  by  Google 


(110) 


C22 


Mantel  ohne  Einschlag,  Muskeleindrücke  schwach,  nur  der  vordere  deutlich 
sichtbar.    Längo  57—,  Höhe  55""",  Dicke  30*"". 

Mir  bis  jetzt  nur  von  Gingen  bekannt.  Von  dort  erhielt  ich  nach 
und  nach  11  Exemplare. 

102.  Inicardinra  cf.  depressnm  Phillips  sp. 

I8J9.    Corbula  deprtaaa  Phül.:  Yorkih.  II,  tb.  9,  f.  lfi. 

1854.    Unicardium  depressum  Morr.  &  Lyc. :  Or.  Ool.  II,  p.  133,  tb.  14,  f.  10. 

Die  Reste  von  Unicardien  sind  sehr  selten  in  der  Zone  des  Arm». 
Sotverbyi.  Ich  erhielt  ein  Stück  von  Gingen,  das  wahrscheinlich  zu  dieser 
Art  gehören  wird.  Wright  citirt  die  Art  aus  dem  Lower  Trigonia 
Grit  der  Umgegend  von  Cheltenham;  auch  bei  Weismain  in  Franken 
kommt  dieselbe  vor. 

103.  Protocardia  striatula  Phillips  sp. 

1829.    Cardium  struUulum  Phill.:  Yorksh  II,  tb.  11,  f.  7. 
1850.       —       aubatriatulum  Orb.:  Frodr.  I,  p.  279. 

Selten.  Zone  des  A.  Sotverbyi  von  Pommer  am  Hetzlas  (Franken) 
und  Ravensgate  Hill  bei  Cheltenham  (Gloucestershire). 

104.  Isocardia  cordata  Buckmann. 

1845.  Iaocard,  cordata  Buckm.:  March.  Geol.  of  Cheltenham,  p.  98,  tb.  7,  f.  1. 
1856.      —  —      (Buckm.)  Oppel:  Juraform,  p.  410. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyivon  Leckhampton-Hill  und  Ravensgate» 
Hill  bei  Cheltenham  (Gloucestershire)  und  Tennie  (Sarthe),  sonst  aus 
dieser  Schicht  noch  nicht  bekannt. 

105.  Isocardia  Aalensis  Quenstedt. 

1852.  hocard.  concentrica  (8ow.)  Quenstedt:   Handb.,  p.  532,  tb.  44,  f.  28 
(non  8ow.). 

1858.   Iaocard.  AaUnsia  Quenst :  Jura,  p.  860,  tb.  49,  f.  1. 

Bei  dieser  Muschel  tritt,  wie  so  häufig  in  diesen  Schichten  im  süd- 
deutschen Meeresbecken,  der  eigenthümliche  Fall  ein,  dass  die  Schale  theil- 
weise,  vielleicht  3/4  der  ursprünglichen  Dicke,  fortgeführt  wurde,  so  dasa 
man  dann  keinen  rechten  Steinkern,  aber  auch  keinen  ächten  Moul  exterieur 
vor  sich  hat,  wodurch  die  Beurtheilung  solcher  Stücke  ausserordentlich  er- 
schwert wird.    Schon  Quenstodt,  Jura,  weist  darauf  hin. 

Mein  in  solcher  Weise  erhaltenes  Exemplar  zeigt  stellenweise  undeut- 
liche, eigenthüuilich  geschwungene  Radialetreifen.  Die  Muschel  ist  äusserst 
selten  in  unserem  Jura,  ich  kenne  nur  einige  Stücke  aus  der  Zone  des 


Digitized  by  Google 


(117) 


Amm.  Sowcrbyi  von  Aalen  und  Gingen;  auch  Quenstedt's  Exemplar 
wird  wahrscheinlich  aus  dieser  Zone  stammen. 

10G.  Cucullaea  cf.  oblonga  Sowerby. 

1818.  Cucull.  oblonga  8ow.:  M.  C.  III,  p.  20«,  f.  1,  2. 
Mein  Material  reichto  nicht  hin,  um  mich  zu  überzeugen,  ob  die  in  der 
Zone  des  Ammon.  Sowcrbyi  vorkommende  Cucullaea,  von  der  Form  der 
oblonga,  mit  Bestimmtheit  zu  dieser  Art  zu  stellen  sei.  Ich  führe  dieselbe 
daher  als  Cucull.  cf.  oblonga  an.  Verbreitet  in  der  Zone  des  A.  Sowcrbyi: 
Gingen,  Altenstadt  (Württemberg),  Roche  Pourrie  bei  Salins 
(.Iura),  Cheveuge  (Ardonnes),  Longwy,  Umgegend  von  Metz  (Moselle), 
Tonnie  (SartheJ,  Ravensgate  Hill  bei  Cheltenham  (Gloucestershire). 

107.  Cucullaea  Lycetti  Oppel. 

1H29.    Cucull.  cancellata  Phillips  (pars):  Yorksh.,  tb.  11,  f.  44. 
1866.   Area  Lycetti  Oppel:  Juniform.  p.  411. 

Aus  Süddcutschland  kenne  ich  diese  Art  nicht  in  der  Zone  des  Amm. 

Sowcrbyi,  in  Norddeutschland  dagegen  setzt  sie  bis  da  hinauf  fort.  Eh 

liegen  mir  einige  Exemplare  aus  den  Knollen  mit  Inoceramus  polyplocus  von 

Wentzen  am  Hils  vor,  welche  ich  nicht  von  dieser  Art  zu  unterscheiden 

vermag. 

108.  Macrodon  sp. 

Ein  sehr  seltenes  Vorkommen  in  der  Zone  des  Amm.  Sowcrbyi.  Ein 
Exemplar  von  Wentzen  (Braunschweig),  etwas  häufiger  bei  Nancy  und 
im  Lower  Trigonia  grit  der  Umgegend  von  Cheltenham. 

109.  Pinna  cf.  cuneata  Phillips. 

1829.    Pinna  cuneata  Phill.:  Yorksh ,  tb.  9,  f.  17. 
Wird  von  Wright  aus  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  (Lower  Trigonia 
Grit)  der  Umgegend  von  Cheltenham  citirt,  sonst  mir  aus  dieser  Schicht 
noch  nicht  bekannt. 

110.  Trkhites  costatus  Ferry. 

18fil.    Trick,  costatut  Ferry:  Note  sur  le  Gr.  ool.  inf.  des  env,  de  Macon,  p.  12. 
Trichiten  gehören  in  den  Schichten  des  mittleren  Jura  zu  den  Selten- 
heiten.   Auch  die  vorliegende  Art  ist  nicht  häufig.    Ich  kenne  sie  nur  von 
Gingen  und  Flace  bei  Macon.    Was  Wright  als  Tr.  undtdatus  Lyc. 
aus  dem  Lower  Trigonia  Grit  anführt,  könnte  vielleicht  auch  zu  dieser 
(8)  40 


Digitized  by  Google 


018) 


fi24 


Art  gehören;  auch  von  der  Miottc  bei  Beifort  wird  aus  diesen  Schichten 
ein  Trichitcs  citirt. 

111.  Myoconcka  tf.  crassa  J.  Sowerby. 

1824.    Myoconch.  crassa  J.  ßow.:  M.  C.  V.  p.  108,  tb.  407. 
Ebenfalls  sehr  selten  in  der  hier  in  Rede  stehenden  Schicht.  Ich  fand 
ein  Exemplar  zusammen  mit  Amm.  Soteerbyi  boi  Syraondsburv  (Doreet- 
shire),  Ferry  citirt  sie  von  Charnay  und  Flace  bei  Macon. 

112.  Modiola  plicata  Sowerby. 

1819.    Mod.  plicata  8ow.:  M.  C.  III,  p.  87,  tb.  248,  f.  1,  2. 
1850.   Mytilua  Sowtrltyanw  Orb.:  Prodr.  10,  378. 

Geht  durch  den  ganzen  mittleren  Jura.  Sehr  verbreitet  in  der  Zone 
des  Amm.  Sowerbyi;  kommt  darin  vor  bei  Gingen  (Württemberg),  Asel- 
fingen (Baden),  Miotte  bei  Beifort  (Haut-Rhin),  La  Roche  Pourrie 
bei  Salin s  (Jura),  Flace  bei  Macon  (Saöne -et- Loire),  Umgegend  von 
Metz  (Mo8elle),  Ten  nie  (Sarthe),  Umgegend  von  Bayeux  (Calvados), 
Raveusgate-Hill  bei  Cheltenham  (Gloucestershire). 

113.  Modiola  sealata  Waagen  n.  8p. 
Tab.  29  (VI),  f.  4  a.  b. 

Nicht  sehr  lang,  beilförmig,  undeutlich  vierseitig,  Hinterrand  abgestutzt ; 
nicht  sehr  dicht  mit  scharfen,  treppenartig  geordneten  Runzeln  in  der  Rich- 
tung der  Anwachsstreifen  bedeckt. 

Steht  wohl  der  Mod.  cuncata  am  nächsten,  unterscheidet  sich  aber  von 
dieser  hinlänglich  durch  die  Form  und  die  eigenthümlichc  Skulptur  der  wie 
gefirnisst  glänzenden  Schale. 

Ich  erhielt  diese  Art  bisher  nur  von  Gingen,  wo  sich  bis  jetzt  fünf 
Exemplare  fanden. 

114.  Litkophaga  pygmaea  Qucnstedt. 

1858.   IMhodomu*  pygmaem  Quenat.:  Jura,  p.  430,  ib.  59,  f.  Ü. 
Nicht  selten  in  Gcstcinsknollen  und  Austernschalen  der  Zone  des  Amm. 
Sowerbyi  von  Pommer  (Franken),  Gingen  (Württemberg)  und  Jungin- 
gen (Ilohenzollern)  eingebohrt. 

115.  Lima  sulcata  Goldfuss. 

1836.   Lima  »ukota  Gdf.:  Petref.  Germ.  II,  p.  84,  tb.  102,  f.  4. 
Eine  seltene  Art,  welche  indoss,  wo  sie  auftritt,  für  die  Zone  des  Amm. 
Sowerbyi  sehr  bezeichnend  erscheint.    Sie  findet  sich  in  dieser  Zone  bei 


Digitized  by  Google 


025 


019) 


Grafen  borg  (Franken),  Umgegend  von  Motz  (Moselle)  und  Ravensgate- 
Hill  bei  Cheltenham  (Gloucestcrshire). 

1 1 1».  Lima  alticosta  Dewalque  &  Chapuis. 

1R*>3.  Lima  alticosta  Dew.  &  Ohap.:  Jura  Luxrmb,  p.  203,  th.  28,  f.  3a. b.c. 
18*i8.    Plagiostoma  sulcatum  Ginyenst  Qucnst.:  Jura,  p.  878,  tb.  51,  f.  1>. 

Eine  der  häufigsten,  verbreitetsten  und  bezeichnendsten  Arten  der  Zone 
de«  Atum.  Sotccrbyi.  Durch  ihre  sehr  charakteristische  Form  lässt  sie  sich 
uberall  leicht  wiedererkennen,  und  ist  desshalb  als  leitend  für  dio  Zone  zu 
betrachten.  Auch  bei  Gingen  ist  die  Art  sehr  häufig,  und  es  lassen  sich 
unter  den  Exemplaren,  welche  ich  von  dort  erhielt,  zwei  Varietäten  unter- 
scheiden, welche  durch  mannigfache  Uebergängc  miteinander  verbunden  sind. 

Var.  A. 

Plagiostoma  stdeattun  Gingense  Quenst. 
mit  40  —  50  hohen,  Htcil  abfallenden  Kippen,  welche  mit  Ausnahme 
einiger  gegen  den  hintern  Rand  der  Schale  zu  gelegenen,  auf  ihrem 
Rücken  eine  ziemlich  breite,  nur  von  feinen  Anwachsstreifen  be- 
deckte ebene  Fläche  tragen.  Zwischenräume  zwischen  den  Rippen 
ziemlich  schmal. 
Var.  B. 

30  —  40  scharfe,  schmale  und  hohe  Rippen ,  welche  durch  breite, 
von  feinen  Anwachsstreifen  bedeckte  Zwischenräume  von  einander 
getrennt  sind,  ziehen  über  die  Schale  hin,  wodurch  diese  Var.  ein 
von  der  vorhergehenden  sehr  verschiedenes  Aussehen  erhält. 
Beide  Varietäten  sind  bei  Gingen  gleich  häufig.    Lima  alticosta  findet 
sich  ausser  bei  Gingen  auch  noch  in  der  Zone  des  Amm.  Sotcerbyi  von 
Altenstadt  (Württemberg),  Schambclen  bei  Baden  (Canton  Aargau), 
Miotte  bei  Beifort  (Haut-Rhin),  La  Roche  Pourric  bei  Salins  (Jura), 
Longwy  (Moselle). 

117.  Lima  tennistria  Goldfuss. 

IHM.    IAma  tenniatria  Gdf.:  Petref.  Genn.  II,  p.  82,  tb.  101,  f.  3. 

18ül.      —    Btrihaudi  Ferry:  Note  sur  l'Et.  Baj.  des  Env.  de  Macon,  p.  II. 

Diese  Art  ist  im  süddeutschen  Jura  etwas  seltener  als  die  vorhergehende, 
steht  indess  letzterer  ziemlich  nahe,  und  unterscheidet  sich  hauptsächlich  durch 
die  weit  feineren  Rippen,  deren  man  70  — 80  und  mehr  zählt.  Ich  glaube,  dass 
Ferry's  Lima  Bertlmudi  zur  Goldfuss'schen  Art  gezogen  werden  müsse, 
da  auch  sie  sich  allein  durch  feinere  Rippen  von  Litua  alticosta  unterscheidet. 

Zone  des  A.  Sowerbyi  von  Gräfenberg  (Franken),  Gingen  (Würt- 
temberg), Freiburg  (Baden),  Umgegend  von  Macon  (Saöne-et-Loire). 
(»•)  40* 


Digitized  by  Google 


(120) 


118.  Lima  inctea  Waagen  n.  sp. 

Tab.  ::0  (VII),  f.  2  a.  b.  o. 

Mit  Ausnahme  eines  kleinen  Theilcs  am  vordem  Rande  der  Schale  von 
gegen  (iO  tiefen,  mit  senkrecht  abfallenden  Seiten  versehenen,  wie  mit  dem 
Messer  in  die  Schale  eingeschnittenen  radialen  Furchen,  durch  die  sich 
deutliche  Anwachsstreifen  ziehen,  bedeckt.  Die  Schale  sonst  glatt,  mit  kaum 
bemerklichen  haarfeinen  Anwachsstreifen.  Lunula  glatt,  fein  concentrisch 
gestreift.  Allgemeiner  Umriss  nahezu  halbkreisförmig.  Länge  83  Höhe 
73m",  Dicke  30 mm. 

Ich  erhielt  diese  Art  nur  in  2  Exemplaren  von  Gingen,  von  andern 
Fundorten  kenne  ich  sie  noch  nicht. 

HO.  Lima  ef.  semicimüaris  Munster. 

183«.  Lima  wmicircularis  Münat.  in  Odf.  Petref.  Germ.  II,  p.  8:»,  tb.  lol,  f.  6. 
1856.     -  -  (Mnst.)  Oppd:  Jurafonn.  p.  415. 

Obgleich  es  mir  wahrscheinlich  ist,  dass  die  Exemplare  aus  der  Zone 
des  A.  Sonurbyi  eine  besondere  Art  bilden,  reicht  doch  das  Material  nicht 
aus,  darauf  eine  Unterscheidung  zu  gründen. 

Zone  des  Amm.  Souerbyi  von  Chintre  bei  Macon  (8aöne- et -Loire). 
Ten  nie  (Sarthe). 

120.  Lima  psendovalis  Waagen  n.  sp. 

Tab.  30  (VII),  rjiA 
Steht  im  Allgemeinen  der  Lima  ovdlis  Sow.  ziemlich  nahe,  unterscheidet 
sich  aber  von  ihr  durch  enger  stehende  und  zahlreichere  Rippen,  welche, 
oft  von  ihrem  geraden  Verlaufe  abgelenkt,  wellig  gebogen  erscheinen.  Die 
Furchen  zwischen  denselben  sind  in  gleicher  Weiae  wie  bei  Lima  ovalis 
punktirt. 

Zone  dos  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen  (Württemberg). 

121.  Lima  Coquandi  Ferry. 

Lima  duplicata  rersch.  Aut. 
1861.      —    Coquandi  Ferry:  Note  «ur  l'Etage  Baj.  des  Env.  de  Macon,  p.  11. 

Die  Duplicatc  Lima  der  Zone  des  A.  Sowtrbyi  scheint  nach  Ferry's 
Angaben  unterscheidbar  von  den  höher  und  tiefer  liegenden  Vorkommnissen. 
Ich  selbst  habe  im  Text  diese  Scheidung  nicht  vorgenommen,  da  ich  nach 
meinem  etwas  unzulänglichen  Material  nicht  sicher  feststellen  konnte,  ob 
sich  eine  Trennung  auch  immer  durchführen  lässt. 

Formen  aus  der  Gruppe  der  Lima  duplicata  sind  indess  nicht  sehr  selten 
in  der  Zone  des  Amm.  Souvrbyi}  ich  kenne  solche  von  Grossenbuch 


Digitized  by  Google 


■ 


627  (121) 


(Franken),  Gingen  und  Gossheim  (Württemberg),  Schambelen  boi 
Baden  (Canton  Aargau),  Umgegend  von  Macon  (Saöne-et-Loire) ,  Umge- 
gend von  Metz  (Moselle). 

122.  Lima  (Ctenostrea)  pectiniformts  Sehlotheim  sp. 

1820.    Ostracites  pectini formt*  ßchl.:  Petrefaktenk.  p.  231. 

1832.    Ostrea  pectimformis  Zieten:  Verst.  Württemb.,  tb.  47,  f.  1. 

Im  Süddeutschen  und  Helvetischen  Meeresbecken  tritt  diese  Art 
/.um  ersten  male  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  auf  und  setzt  dann  weiter 
nach  oben  fort,  während  das  Pariser  Becken  bereits  in  der  Zone  des 
Amm.  Murchisonae  Exemplare  derselben  aufzuweisen  hat. 

Ada  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  kenne  ich  diese  Art  von  Gingen, 
Altenstadt  und  Gossheim  (Württemberg),  Vögiahe  im  (Baden),  Scham- 
belen  bei  Baden  (Canton  Aargau),  La  Koche  Pourrie  bei  Salin» 
(Jura),  Umgegend  von  Macon  (Saone- et- Loire),  Umgegend  von  Metz 
(Mosclle),  Ten  nie  (Sarthe). 

123.  Avienla  Hersilia  Orbigny. 

1850.    Atfic.  Hersilia  Orb.:  Prodr.  10,  403. 

1H57.      —    diyüata  (Desl.)  Lycett:  The  Cojteawold  Hille,  tb.  4,  f.  10  (non  Desl.). 

Die  Form  aus  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  zeichnet  sich  durch  ihren 
glatten  Wirbel  hinlänglich  von  Av.  Münsteri  aus,  so  dass  man  den  Namen 
von  Orbigny  annehmen  kann. 

Zone  des  A.  Sowerbyi  von  Kötschondorf  (Franken),  Gingen  (Würt- 
temberg), Orbigny  citirt  sie  von  St.  Maixent  und  Draguignian, 
ausserdem  kommt  sio  vor  am  Ravensgate  Hill  bei  Cheltenham  und 
bei  Dohnsen  (Braunschweig). 

124.  Avicula  elegans  Münster. 

1830.    Av.  elegans  Mttnst.  in  Odf.  Petref.  Germ.  II,  p.  130,  tb.  117,  f.  8. 

Setzt  aus  der  Zone  des  Amm.  Murchisonae,  wo  die  Muschel  ihr  Haupt- 
lager hat,  hier  herauf  fort. 

Sehr  häufig  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  in  Franken  (überall), 
seltener  bei  Gingen,  sonst  von  Vögisheim  und  Freiburg  (Baden). 

125.  Inoceramus  polyplocus  F.  Roemer. 

183C.   Inoceram.  duinus  Qdf.:  Petref.  Germ.  II,  p.  108,  tb.  109,  f.  1. 
1857.       —        polyplocus  F.  Roemer:  ZeiUehr.  der  deutsch,  geolog.  Ge«.  IX, 
p.  624. 

Diese  Muschel  bewohnte  zwei  weit  von  einander  entfernte  Meeresbecken, 
während  sie  mir  aus  den  zwischen  liegenden  Gegenden  noch  nicht  bekannt 


Digitized  by  Google 


f.28 


ist.  Im  Süddeutschen  Becken  ist  sie  sehr  selten,  während  sie  im  Nord- 
deutschen Meeresbecken  ausserordentlich  häufig  angetroffen  wird. 

Die  Art  erreicht  sehr  bedeutende  Dimensionon,  das  grösste  mir  be- 
kannte Exemplar  in  der  Sammlung  des  Herrn  Forstmeisters  von  Ungar 
erreicht  90mm  im  Durchmesser  vom  Wirbel  nach  dem  Rande. 

Zone  des  Ammoniles  Sowerbyi  von  Rabenstein  (Franken),  Gingen 
(Württemberg),  Dohnsen,  Wentzen  u.  s.  w.  in  Norddeutschland. 

126.  tiervillia  snbtortnosa  Oppel. 

185«!.    Gtrv.  subtortuosa  Opp.:  Juraform.  p.  417. 

Die  Exemplare  solcher  Gervillien  sind  äusserst  selten  in  den  Sowcrbji- 
Schichten,  wenn  sie  gleich  an  mehreren  Localitäten  angetroffen  werden. 

Ich  kenne  dio  Art  ans  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Weismain 
und  Grossenbuch  (Franken),  Gingen  (Württemberg),  Vögisheim 
(Baden),  ?  Umgegend  von  Cheltenham  (Gloucestershire). 

127.  Gervillia  cf.  Hartmanni  Goldf. 

183Ü.    Gtrv.  Hartmanni,  Odf.:  Petref.  Germ.  II,  p.  122,  tb.  115,  f.  7  a-d. 
1856.      —  —         Oppel:  Juraform.  p.  417. 

Es  liegt  eine  Gervillia  in  der  Zone  des  Amm.  Soicerbyi,  welche  in  ihrer 

allgemeinen  Form  sehr  an  Gerv.  Hartmanni  erinnert;  es  glückte  mir  indes» 

nicht,    hinlänglich   gute  Exemplare   zu   erhalten,    um   mich   von  ihrer 

Zugehörigkeit  zu  der  bezeichneten  Art  mit  Bestimmtheit  überzeugen  zu 

können. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen  (Württemberg)  Ravensgate 
Hill  bei  Cheltenham  (Gloucestershire). 

128.  Gervillia  praelonga  Lycett. 

1857.    Gtrv.  praelonga  Lyc:  The  Cotteswold  Hilla,  p.  127,  tb.  G,  f.  6. 
Eine  in  der  Zone  des  .4mm.  Sowerbyi  ziemlich  verbreitete  Art  Ich 
kenne  sie  von  Gingen  (Württemberg),  Weismain  (Franken),  Ten  nie 
(Sarthe),  Cotteswold  Hills  bei  Cheltenham  (Gloucestershire),  Wentzen 
am  Hils  (Braunschweig). 

129.  Perna  crassitesta  Münster. 

1836.   Verna  crassiUsta  Mnst.  iu  Odf.  Petref.  Germ.  II,  p.  106,  tb.  107,  f.  13. 
8ehr  häufig  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  der  Umgegend  von  Er- 
langen und  Gräfenborg  (Franken).    In  Schwaben  ist  sie  in  so  tiofen 
Schichten  noch  selten;  ihr  Hauptlager  scheint  hier  im  Abraum  der  blauen 
Kalke  (Zone  des  Amm.  Saustet)  zu  sein,  denn  Quenstedt  Jura  tab.  52, 


Digitized  by  Googl 


1520 


(123) 


f.  8  bildet  ein  Exemplar  daher  ab,  was  ich  nicht  zu  unterscheiden  vermag. 
Von  Perna  isognomonoides  Stahl  iat  die  Art  gut  abzutrennen. 

Andere  Fundorte  haben  meines  Wissens  diese  Art  noch  nicht  geliefert. 

130.  Pecten  fiingensfe  Quenstedt. 

1858.   Pect.  Gingensis  Quenst.:  Jura,  p.  878,  tb.  571,  f  1. 

Beide  Schalen  vollkommen  glatt,  nur  mit  sehr  feinen  Anwachsstreifen 
bedeckt,  linke  Valve  etwas  weniger  gewölbt  als  die  rechte,  sonst  beinahe 
vollkommen  symmetrisch.  Auf  eine  eigenthümliche  seidenartige  Faserung 
einzelner  Schalen  dieser  Art,  welche  in  der  Richtung  der  Tunktreihen  von 
Pecten  letts  verläuft,  macht  schon  Quenstedt  Jura  p.  354  aufmerksam; 
dass  man  dieselbe  auf  einigen  Exemplaren  bemerkt,  auf  andern  nicht, 
scheint  von  der  Erhaltung  herzurühren. 

Pecten  Gingensis  unterscheidet  sich  von  Pect,  diseifortnis  durch  bedeu- 
tendere Grosse  und  verhältnissmässig  weit  dickere  Schale. 

Zone  des  Amin.  Soicerbyi  von  Gingen  (häufig),  Schambelen  bei 
Baden  (Canton  Aargau),  Mont  d'Or  bei  Lyon  (Rhone). 

131.  Pecten  diseiformis  Schübler. 

1833.    Pect,  diseifortnis  Schübl.  in  Zieten  Ver«t.  Wflrttemb.,  tb.  5:t,  f.  2. 
Selten  in  der  Zone  des  Amm.  Soicerbyi,  kommt  indess  vor  bei  Weis- 
main,  Grossenbuch  (Franken),  Gingen  (Württemberg),  Vögisheim, 
Freiburg  (Baden). 

132.  Pecten  oblonges  Waagen  n.  sp. 

Steht  dem  Pecten  spatulatus  Roemer  sehr  nahe,  indem  seine  Höhen- 
dimension  ebenfalls  seine  Breite  bedeutend  überwiegt;  unterscheidet  sich 
aber  von  dieser  Art  durch  an  den  Schlosskanten  bedeutend  weiter  herab- 
laufende Ohren. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen  (Württemberg).  Vielleicht  mag 
auch  ein  oder  das  andere  der  bei  der  vorigen  Art  aufgeführten  Citate  hie- 
her  gehören. 

133.  Pecten  cf.  Saturnns  Orbigny. 

1850.  Pect.  Saturnus  Orb.:  Prodr.  10.  420. 
Eine  zur  Gruppe  des  Pect,  lens  gehörige  Muschol,  welche  am  meisten 
an  Pect,  arcuatus  erinnert,  sich  von  diesem  aber  durch  breitere  Form,  tieferen 
Byssus- Ausschnitt  am  vordem  Ohre  der  rechten  Schale  und  feinere  sich 
regelmässig  gabelnde  Streifen  unterscheidet,  belege  ich  einstweilen  zweifel- 
haft mit  diesem  Namen. 


Digitized  by  Google 


(124)  030 


Zone  des  Amm.  Soucrbyi  von  Gingen  (Württemberg),  von  verschie- 
denen anderen  Fundorten  in  der  Literatur  wahrscheinlich  als  Pect,  lens  citirt. 

134.  Pecten  cinctus  Sowerby. 

1822.   Pett.  cinctus  8ow.:  M.  C.  IV,  p.  96,  tb.  371. 

1830.     —    Um  rar:  Zieten:  Ve«t.  Württemb.,  p.  69,  tb.  52,  f.  6  a.  b.  c. 
18M.     —    cinctu*  (8ow.)  Morris:  Cat.  britt  fos«.  p.  176. 

Zieten  gibt  zwar  das  seiner  Abbildung  zu  Grunde  liegende  Exemplar 
als  aus  den  Juramergel  am  Staufenberg,  Sowerby  das  seine  aU 
aus  dem  Diluvium  stammend  an,  doch  stimmen  die  in  meinem  Besitz 
befindlichen  Stucke  so  gut  mit  den  beiden  Abbildungen  überein,  dass  ich 
nicht  anstehe,  die  Art  als  der  Zone  dez  Amm.  Sowerbyi  angehörig  zu  be- 
trachten, um  so  mehr,  da  auch  Morris  dieselbe  als  eine  Art  des  Unter- 
oolithes  anführt. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen,  nicht  sehr  selten,  und  nach 
Morris  von  Horncastle;  ausserdem  ein  Exemplar  von  La  Roche  Pourrie 
bei  Sa  Hins  (Jura). 

135.  Pcctcil  aratus  Waagen  n.  sp. 

Tab.  31  (VIII),  f.  8  a.  b. 

Eine  zur  Gruppe  des  Pect,  lens  gehörige  Art,  welche  sich  durch  die 
eigentümlich  hackenförmigen ,  vertieften  Streifen,  welche  in  der  Richtung 
des  Streifen  des  Pect,  lens  verlaufen,  und  in  Fig.  3  b  vergrössert  dargestellt 
sind,  auszeichnet.  Während  diese  Furchen  bei  Pecten  cinctus,  mit  dem  die 
vorliegende  Art  einige  Aehnlichkeit  hat,  die  hackenförmigen  Krümmungen 
nicht  zeigen,  und  durch  die  starken  concentrischen  Anwachsstreifen  unter- 
brochen werden,  bo  dass  die  Oberfläche  der  Schale  wie  geschuppt  erscheint, 
laufen  dieselben  bei  Pecten  aratus,  unbehindert  durch  die  äusserst  feinen 
Anwachsstreifen,  über  die  sonst  glatte  Schalenoberfläche  bis  an  den  Rand 
der  Schale.  Rechte  und  linke  Schale  zeigen  ganz  übereinstimmende  Skulptur. 

Pecten  aratus  ist  ziemlich  selten.  Ich  besitze  4  Exemplare  aus  der 
Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen,  und  eines  aus  den  gleichen  Schich- 
ten von  Aselfingen. 

136.  Pecten  pnmilus  Lamark. 

1819.   Pect,  putnilus  Lamk.:  An.  s.  Vert.  VI,  p.  183. 

1K53.     —   personatus  Ziet.:  Verst.  Württemb  ,  tb.  &2,  f.  2. 

1836.     —         —        Gdf.:  Petref.  Genn.  II,  p.  73,  tb.  99,  f.  5. 

Setzt  aus  der  Zone  des  A.  Murchisonae  hier  herauf  fort,  ist  aber  ge- 
wöhnlich oben  seltener  als  unten,  wo  er  sein  Hauptlager  hat.    Es  ist  noch 


Digitized  by  Google 


H31 


(125) 


die  ganz  typische  Form,  linke  Schale  ziemlich  kräftig  radial  gerippt,  rechte 
Schale  glatt,  auf  der  Innenseite  beider  Klappen  12  —  14  erhabene  radiale 
Kippen. 

Fand  sich  bis  jetzt  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  in  Franken 
(überall  häufig),  bei  Qingen  (ziemlich  Belten),  Asel  fingen,  Vögisheim, 
Freiburg  (Baden),  Be  tzen  au  (Canton  Aargau),  Flace  bei  Macon(Saone- 
et-Loire),  Mont  d'Or  bei  Lyon  (RhÖne),  Umgegend  von  Metz  (Moselle), 
Tennie  (Sarthe). 

137.  Pecten  barbatas  Sowerby. 

181!>.    Pect,  barbatus  8ow.:  M.  C.  III,  p.  f»3,  tb.  231. 
Diese  Art  gehört  hauptsächlich  dem  nördlichen  Theile  des  Pariser 
Beckens  an.    Sie  beginnt  hier  bereits  in  der  Zone  des  Amm.  Murchisouae 
(Evrecy  bei  Caen)  und  setzt  vercinzelnt  in  die  Zone  des  Amm.  Sowetbyi 
fort.    Umgegend  von  Bayeux  und  Dundry. 

138.  Pecten  Dewalquei  Oppel. 

1850.    Pect,  articulatus  (Gdf.)  Orbigny:  Prodr.  I,  p.  284. 

1852.?   —        —         (8chl.)  Dewalque  &  Chapuis:    Foss.  des  terr.  «ec.  de 

Louxemb.,  p.  213,  tb.  29,  f.  3. 
1856.   Pecten  Dewalquei  Oppel;  Jaraform.  p.  420. 

Linke  Schale  mit  23  gleichmässigen  von  feinen  Anwachsstreifen  bedeck- 
ten hohen,  jedoch  nicht  scharfen  Rippen,  auf  deren  Rücken  sich  Stacheln 
erheben,  welche  sich  umsomehr  an  einander  drängen,  je  näher  sie  dem 
Wirbel  der  Muschel  stehen,  doch  übersteigt  ihre  Zahl  auf  der  ganzen  Länge 
der  Rippe  20  wohl  wenig.  Die  Rippen  sind  vollständig  gleichartig  und  es 
schieben  sich  keine  Zwischenrippen  ein.  Die  Furchen  zwischen  den  Rippen 
sind  breit  und  in  ihrem  Grunde  gerundet;  Anwachsstreifen  in  ihnen  nur 
schwach  angedeutet;  die  concentrischen  Rippen,  welche  auf  dem  Rücken 
der  radialen  Rippen  die  Stacheln  bilden,  verschwinden  in  ihnen  ebenfalls 
gänzlich.  Ohren  gross  und  ungleich ;  die  concentrischen  Rippen  treten  kräftig 
auf  sie  hinaus  und  werden  von  Radialrippen  durchkreuzt,  wodurch  mehrere 
Stachelreihen  entstehen.    Länge  65"",  Höhe  70"™,  Dicke  ? 

Ein  kleineres  Exemplar  scheint  als  rechte  Schale  zu  derselben  Art  zu 
gehören.  Die  Zahl  der  Rippen  ist  die  gleiche,  die  Rippen  sind  weniger 
hoch  und  breiter  als  bei  der  linken  Schale,  Furchen  schmäler  und  ebenfalls 
glatt.  Den  Rippen  fehlen  die  Stacheln,  sie  sind  nur  mit  dichten,  schuppen- 
artig vorstehenden  Anwachsstreifen  bedeckt. 

Im  ganzen  Habitus  gleicht  diese  Art  einigermassen  dem  Pect,  dentaius 
Sow.,  und  scheint  denselben  auch  im  Süddeutschen  Meeresbecken  zu  ver- 


Digitized  by  Google 


(12G) 


r,3t> 


treten.  Uebrigens  steht  auch  Pccf.  arttculattt*  Gdf.  aus  dem  obem  Jura 
ziemlich  nahe  und  es  ist  wahrscheinlich  die  vorliegende  Art,  was  von  ver- 
Hchiedenen  französischen  Autoren  als  P.  articulatus  aus  der  Zone  des  Amm. 
Sowerbyi  angeführt  wird.  Die  Dewal  que'sche  Abbildung  ist  indeas  so 
schlecht,  dass  man  die  Art  kaum  darnach  erkennen  kann. 

Ziemlich  selten  in  der  Zone  des  A,  Sowerbyi  von  Gingen  (G  Exem- 
plare), sonst  von  La  Koche  Pourrie  bei  Salins  (Jura)  und  Umgegend 
von  Macon  (Saone-et-Loire). 

139.  ?  Pcctcn  dentatns  J.  Sowerby. 

1*27.    Pect,  dentatws  J.  Sow.:  M.  C.  VI,  p.  143,  tb.  574,  f.  1  (non  Gdf.). 
Sowerbyi  Original  stammt  vonDundry  und  gehört  sehr  wahrschein« 
lieh  in  die  Zone  des  Amm.  Sowerbyi,  doch  kann  ich  über  diese  Art  keine 
bestimmten  Angaben  machen. 

140.  Pccten  ambi£uus  Golfuss. 

1K»6.    Pect,  amhiguus  Gdf.:  Petref.  Germ.  II,  p.  46,  tb.  90,  f.  6. 

Das  Original  von  Goldfuss  stammt  aus  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi 
von  Gräfenberg.  Die  Art  lässt  sich  von  Lima  nodosa  Schübl.  =  Pecten 
Gents  Orb.  durch  die  engerstehenden  concentrischen  Streifen  wohl  unter- 
scheiden, wenn  er  auch  sonst  anscheinend  Uebergänge  zu  dieser  Art  zeigte. 
Es  werden  nämlich  die  Furchen  auf  dem  Kücken  der  Falten  tiefer,  und  jede 
Falte  spaltet  sich  in  2,  wodurch  gegen  30  Falten  entstehen.  Dennoch  lassen 
sich  auch  diese  Varietäten  als  das  was  sie  sind,  erkennen,  indem  die  paarige 
Anordnung  der  Rippen,  von  denen  die  eine  dicker,  die  andere  dünner  ist, 
oder  das  regelmässige  Abwechseln  von  dickeren  und  dünneren  Kippen  ihnen 
fehlt;  während  auch  bei  einzelnen  Exemplaren  von  P.  ambigutts  sich  auf  der 
Höhe  der  der  Schlosskante  mehr  genäherten  Kippen  kleine  Stacheln  zeigen. 

Ziemlich  häufig  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  bei  Pommer  und 
Gräfenberg  (Franken),  Gingen  (Württemberg)  und  Freiburg  (Baden). 

141.  Peeten  Gents  Orbigny. 

1833.   Lima  nodosa  (non  notata)  Schübl.  in  Ziet.  Verst.,  Württ«mb.,  p.  70, 

tb.  53,  f.  8. 

183G.    Pect,  textorius  Gdf.:  Petref.  Germ.,  p.  45,  tb.  89,  f.  9  d  (nou  f.  9  a.  b.c. 

non  Schlotli.). 
1*50.    Peeten  Genüt  Orbigny:  Prodr.  10.  424. 
185G.      —     atnbiguus  Opp.:  Juraform.  p.  419. 
1858.      —     Uxtorius  Quonst.:  Jura,  p.  433. 

Heide  Schalen  tragen  auf  allen  Rippen  kleine  Stacheln ;  auf  der  rechten 


Digitized  by  Google 


(127) 


stehen  die  Rippen  mehr  paarig,  indem  sich  immer  eine  dickere  und  eine 
dünnere  an  einander  schmiegen,  auf  der  linken  wechseln  dickere  und  dün- 
nere Rippen  unter  gleichen  Zwischenräumen  mit  einander  ab.  Die  Muschel 
erreicht  eine  ziemlich  bedeutende  Grösse,  wodurch  sie  sich  leicht  von  Pect, 
ambiguus,  der  stets  kleiner  bleibt,  unterscheiden  laast. 

Yon  den  älteren  Formen  der  gleichen  Gruppe  unterscheidet  sich  diese 
Art  durch  feinere  und  zahlreichere  Rippen. 

Die  Art  ist  nicht  auf  die  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  beschränkt,  sondern 
geht  auch  höher  bis  in  die  Zone  des  Amm.  Parkinsoni. 

In  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  findet  sio  sich  bei  Pommer  (Franken), 
Gingen  (Württemberg)  sehr  häufig,  Miotte  bei  Beifort  (Haut-Rhin). 

142.  Pecten  laeviradiatns  Waagen  u.  sp. 

Tab.  3)  (  VIII),  f.  4  a,  b. 

Flachgewölbte  Schalen,  beide  Klappen  gleich,  auf  denen  vom  Wirbel 
sieben  scharfe  mit  senkrechten  Seiten  abfallende  Rippen  ausstrahlen.  In 
gewissen  Entfernungen  vom  Wirbel  setzen  sich  anfangs  haarfein,  dann  stärker 
werdend,  genau  die  Mitte  zwischen  den  vorhergehenden  haltend,  neue  Rippen 
ein,  und  so  mehrmals,  so  dass  man  am  Rande  30  und  mehr  Strahlenrippen 
zählen  kann.  Diese  Rippen  haben  auf  ihrem  Rückon  eine  von  Kanten  be- 
grenzte ebene  Fläche,  die  vollkommen  glatt,  ohne  eine  Spur  von  Anwachs- 
streifen ist.  Auf  den  ganz  flachen  Zwischenräumen  aber  bemerkt  man  äusserst 
feine  concentrische  Anwachsstreifen.    Der  Steinkern  ist  durchaus  glatt. 

Nicht  selten  und  sehr  bezeichnend  für  die  Zone  des  Amm.  Sowerbyi 
von  Pommer  (Franken),  Gingen  (Württemberg),  Aselfingen  (Baden), 
Betzonau  und  Schambelen  (Canton  Aargau). 

Scheint  im  Pariser,  Nordenglischen  und  Norddeutschen  Becken  zu  fehlen. 

143.  Hinnites  Gingensis  Waagen  n.  sp. 

Tab.  31  (VIII),  f.  1  a.  b.,  2  a.  b. 

1856.   Pecten  tuberculosus  Gingensis  Quenstedt:   Jura,  p.  379,  tb.  51,  f.  4 
8ohalenbrucbit0cL 

Zeichnet  sich  namentlich  durch  die  feinen  mit  kleinen  Knötchen  be- 
setzten, ziemlich  gleichmütigen,  wellig  verlaufenden  Radialrippen  aus,  von 
denen  keine  zu  besonderer  Dicke  anschwillt,  wie  dies  auch  Quenstedt 
hervorhebt.  Die  rechte  Schale  ist  flach,  mit  noch  etwas  feineren  Radial- 
rippen als  die  linke  versehen,  über  die  ähnlich,  wie  bei  Pect  texlorius,  sehr 
feine  concentrische  Linien  hinziehen.  Gegen  den  Rand  zu  verschwinden  aber 
beide  Streifensysteme  vollständig.    In   der  Wirbolgegend  setzt  sich  ein 


Digitized  by  Google 


(128)  634 

ausserordentlich  grosses  Byssusohr  an,  dessen  Byssusausschnitt  läng»  der 
Schlosskante  mit  kleinen  Stacheln  besetzt  ist,  ähnlich,  wie  es  Quenstedt 
Jura  tb.  58,  f.  9  von  Hinn.  htbeiadosus  abbildet.  Die  linke  Schale  ist 
gewölbt,  die  etwas  gröberen  Kippen  werden  von  so  ziemlich  gleich  starken 
concentrischen  Rippen  in  gleichen  Zwischenräumen  gekreuzt,  wodurch  eint? 
zwar  nicht  sehr  deutliche,  aber  sehr  charakteristische  Gitterung  der  Schale 
entsteht.    Die  Ohren  der  linken  Schale  sind  gleich  nittssig  und  radial  gestreift. 

Die  Art  erreicht  sehr  bedeutende  Dimensionen,  wesshalb  ich  nur  ver- 
kleinerte Abbildungen  der  beiden  Valven  geben  konnte.  Mein  grösstes 
Exemplar  von  Gingen  erreicht  130""  in  der  Länge  und  140""  in  der  Höhe. 

Sehr  bezeichnend  für  die  Zone  des  A.  Sowerbyi  im  Süddeutschen, 
und  wie  es  scheint  auch  in  einem  Theile  des  Helvetischen  Meeres- 
beckens. Ich  kenne  die  Art  von  Grossen  buch  (Frauken),  Gingen  (Würt- 
temberg), Schambelen  bei  Baden  (Canton  Aargau). 

144.  Gryphaea  sublohata  Deshayes  sp. 

1830.    Ostr.  sublobata  Desh.:  Enc.  meth.  II,  p.  307. 

1845.    Gryph.  cymbium  (Odf.)  Buckm.:  Murch.  Gool.  Chelt.  p.  75,  tb.  7,  f. 


(non  Lam.). 

1853.      —     Buckmanni  Lycett:  Ann.  a.  M;ig.  nat.  bist.  p.  201. 
18.10.       —     sublobata  (Desh.)  Opp.:  Juraform.  p.  421. 
1858.       —     lobata  Quenst.:  Jura,  p.  3<i9  (pars). 


Die  Quenstedt 'sehe  Art  scheint  mir,  wenn  auch  nur  theil  weise,  hie- 
her  zu  gehören.  Demzufolge  erreichte  freilich  Gr.  sullobata  im  Süddeut- 
schen Meeresbecken  gewöhnlich  etwas  bedeutendere  Dimensionen,  als  diesa 
in  England  der  Fall  ist,  dennoch  mag  ich  beide  Formen  nicht  trennen. 

Gryph.  sublobuta  ist  eine  der  weitest  verbreiteten  Arten  der  Zone  de« 
Aitmi.  Sotcerbyi,  und  ist  überall  wegen  ihrer  charakteristischen  Form  als 
leitend  anzusehen.  Sie  kommt  vor  bei  Gingen  (Württemberg),  Scham- 
belen bei  Baden  und  Betzenau  (Canton  Aargau),  Dijon  (YonneJ. 
Nevres  (Nievre),  Thouars  (Deux-Sevres),  Tennie  (Sarthe),  Symonds- 
bury  (Dorsetshire),  Cheltenham  (Gloucestershirc). 

145.  Gryphaea  caloeola  Quenstedt. 

1*43.  Gryph.  cakeota  Queiist.:  FICtzgeb.  p.  303. 

1852.  —          —     Quen*t.  Handb.  1.  Aufl.,  p.  502,  tb.  4*',  f.  29—31. 

1850.  —          —     (Quenst.)  Opp.:  Juraform.  p.  421. 

1858.  -          —     Quemtedt:  Jura,  p.  »53,  tb.  48,  f.  1-3. 

Eine  an  einzelnen  Stellen  des  Süddeutschen  Mecresbecken* 
ausserordentlich  häufige  Muschel,  sonst  bis  jetzt  nur  noch  aus  dem,  wahr- 
scheinlich vom  Helvetischen  Meeresbeckon  abhängigen  Rheinischen  Meer- 


Digitized  by  Google 


(120) 


busen  und  dem  Helvetischen  und  Mittelländischen  Becken  bekannt. 
Uuberall  in  der  Zone  des  A.  Sowerbyi:  Gingen  (22  Exemplare),  .Tun- 
gingen (Hohenzollern)  ausserordentlich  häufig,  R  an  den  bei  B  egg  in  gen 
(Ct.  Schaffhausen),  Yügisheim  und  Freiburg  (Baden),  Mont  d'Or  bei 
Lyon  (Rhöne)  und  an  verschiedenen  Localitäten  der  Dopt».  Ardeche, 
Lozere,  Aveyron  und  Gard  (Dumortier). 

14«.  Ostrea  crenata  Goldfuss. 

lt?33.    Ostr.  crenata  Gdf.:  Petref.  Germ.  II,  p.  «,  tb.  72,  f.  13. 
Die  Vorläuferin  der  Ostrea  ßabelloides  Lamk.  mit  feineren  Falten  und 
dünnerer  Schale. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Pommer  am  Hetzlas  bei  Erlangen 
(Franken),  Gingen,  Gossheim  (Württemberg),  Miotte  bei  Beifort 
(Haut-Rhin),  La  Roche  Pourrie  bei  Balins  (Jura),  Flace  bei  Macon 
(Saone-  et  -Loire). 

147.  Ontrea  calceola  Zieten. 

1838.    Ostr.  cakeola  Ziel.:  Verst.  Wttrttemb.  p.  «2,  tb.  47,  f.  J. 
Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Franken,  Weismain,  Grossenbuch 
u.  s.  w.,  Schambelen  bei  Baden  (Canton  Aargau),  sonst  mir  aus  dieser 
Zone  nicht  bekannt. 

148.  Ostrea  cf.  eduliformis  Schloth. 

In  den  Sowerbyi- Schichten  verschiedener  Localitäten  liegt  eine  glatte, 
etwas  schuppige  Auster  mit  ziemlich  kleiner  Ansatzfläche,  welche  Quen- 
stedt  als  Ostr.  cdtdijörmis  bezeichnet.  Mir  scheint  sich  dieselbe  durch  be- 
deutend dickere  Schale  von  dieser  Art  zu  unterscheiden,  und  es  möchte 
wohl  Goldfuss  in  tb.  80,  f.  5  c  diese  Form  dargestellt  haben. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Grossenbuch  (Franken),  Gingen, 
Jim  gingen  u.  s.  w. 

149.  Ostrea  sp.  indet. 

Eine  ganz  glatte,  nur  von  feinen  Anwachsstreifen  bedeckte  Auster, 
meist  von  dreieckiger  Form  und  mit  ihrer  ganzen  Unterseite  aufgewachsen, 
überzieht  oft  Ammonitenschalen  und  Gesteinsknollen.  In  der  Litteratur 
kann  ich  keinen  rechten  Namen  für  sie  finden,  und  es  ist  auch  misslich, 
einer  so  unbestimmten  Form  einen  neuen  Namen  zu  geben.  Es  reicht  hin, 
ihre  Anwesenheit  in  der  Zone  des  A.  Soivcrbyi  zu  constatiren.  Pommer 
(Franken),  Gingen  (Württemberg),  Aselfingen  (Baden)  u.  s.  w. 


Digitized  by  Google 


(130) 


150.  Placunopsis  Gingensls  Qucnstodt  8p. 

1H58.    Anomia  Ginge t^is  QucnU. :  Jura,  p.  379.  tb.  51,  f.  3. 
Da  sich  das  Loch  in  der  Unterschale  nicht  nachweisen  lügst,  stelle  ich 
diese  Muschel  lieber  zu  Plaamopsis.    Selten  in  der  Zone  des  A,  Sowerbyi. 
Ich  kenne  nur  wenige  Exemplare  von  Gingen,  sonst  von  Weismain 
(Franken). 

151.  Terebratnla  globulns  Waagen  n.  sp. 

Tab.  32  (IX),  f.  1  a.  b.  c,  2  a.  b.  c. 
Schnabel  kurz,  ziemlich  dick,  übergebogen,  Deltidium  sehr  schmal,  Oeflhung 
gross,  rund,  Schnabelkanten  fehlen.  Gesnmmtumriss  der  Muschel  rundlich, 
beide  Schalen  ziemlich  gleichmütig  gewölbt.  Die  kleinere  Klappe  trägt 
gegen  den  Stirnrand  hin  zwei  nicht  sehr  kräftige  kurze  Falten,  welche  bei 
einigen  Exemplaren  zwei  äusserst  schwache,  kaum  bemerkbare  Einbuch- 
tungen auf  der  grösseren  Klappe  entsprechen.  Bei  andern  fehlen  diese 
Einbuchtungen  ganz.  Stirnrand  in  der  Mitte  zu  einem  sehr  schwachen  Wulst 
aufgebogen. 

Von  Ter.  globata  unterscheidet  sich  diese  Art  durch  etwas  feineren 
Schnabel,  meistens  geringere  Grösse  und  gedrungenere  Form,  von  Ter.  con- 
globata Desl.  durch  weit  geringere  Dicke,  von  Ter.  Eudes*  Opp.  ebenfalls 
durch  stets  geringere  Grösse,  näher  beisammenstehende,  vorspringendere  utid 
kürzere  Stirnfalten. 

Nicht  sehr  häufig  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen  (10 
Exemplare),  sonst  von  Günsberg  (Canton  Solothurn)  und  La  Roche 
Pourrie  bei  Saline  (Jura). 

152.  Terebratnla  doroplana  Waagen  n.  ap. 

Tab.  31  tVIII),  f.  7  a.  b.  c.  d. 
Schnabel  kurz,  dick,  abstehend,  das  Deltidium  sichtbar,  jedoch  sehr 
schmal,  Oeffnung  verhältnissmässig  bedeutend  gross,  Schnabelkanten  schwach 
und  wenig  scharf,  jedoch  den  Rand  der  Schale  fast  erreichend.  Umriss  der 
ganzen  Muschel  deutlich  fünfseitig;  kleinere  Klappe  sehr  flach  mit  zwei 
nicht  stark  hervortretenden  Falten,  grössere  Klappe  gewölbt,  mit  zwei  den 
Falten  der  kleineren  Klappe  entsprechenden  Einbuchtungen.  Eine  schwache 
Carina  beginnt  am  Schnabel  und  läuft  auf  der  Mitte  der  grösseren  Klappe 
gegen  den  Stirurand,  zwischen  den  beiden  Einbuchtungen  eine  Falte  bildend; 
Stirnrand  in  der  Mitte  etwas  aufgebogen,  wodurch  ein  schwacher  Wulst 
entsteht. 

Unterscheidet  sich  von  Ter.  in/raoolilim  Desl.  durch  feineren  und  ab- 


Digitized  by  Google 


(137 


(131) 


stehenderen  Schnabel,  weiter  heraufreichende  Stirnfalten  und  die  Ca  rinn  auf 
der  grösseren  Klappe. 

Sehr  häufig  in  der  Zone  des  Amm.  Sowcrbyi  bei  Gingen  (40  Exem- 
plare) sonst  von  Güneberg  (Canton  Solothurn)  und  La  Roche  Pourrie 
bei  Sa  lins  (Jura). 

153.  Terebratnla  cf.  Eudcsi  Oppel. 

185fi.    Ter.  Enden  Opp.:  Juraform.  p.  428. 

18U4.    —       —       (Opp.)  Desl.:  Pal.  Fr.  Terr.  jur.  Brach.,  tb.  5<»,  f.  3—11. 

Es  finden  sich  allenthalben  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  hie  und  da 
Terebrateln ,  welche  man  am  ehesten  als  Ter.  Einlest  bezeichnen  könnte, 
und  welche  meist  namentlich  der  Figur  11  bei  Deslongchnmps  nahe 
kommen.  Ich  kenne  solche  Exemplare  von  Gingen  (Württemberg),  Güns- 
berg  (Canton  Solothurn),  La  Roche  Pourrie  bei  Salins  (Jura). 

Was  von  verschiedenen  Autoren  gewöhnlich  als  Ter.  ylobata  angeführt 
wird,  gehört  höchst  wahrscheinlich  hierher.  Die  Art  beginnt  bereits  in  der 
Zone  des  Amm.  Murchisonae. 

154.  Terebratnla  Kleini  Lamk. 

1819.    Ter.  Kleini  Lamk.:  An.  s.  vert.  VI,  p.  252,  no.  33. 

Eine  der  ächten  Ter.  perotalis  ziemlich  nahe  stehende  Art,  welche 
eigentlich  in  den  Murchisonae-Schichten  des  Pariser  und  Nordenglischen 
Heckens  ihr  Lager  hat,  und  nur  an  sehr  vereinzelten  Stellen  in  die  Zone 
des  Amm.  Sowerbyi  heraufreicht.  Ferry  citirt  sie  aus  letzteren  Schichten 
der  Umgegend  von  Macon. 

155.  Terebratnla  cf.  Buekmanni  Davidson. 

1851.    Ter.  Buekmanni  Dar.:  Mob.  Brill,  ool.  Brach.,  p.  44,  tb.  7,  f.  15,  1(1. 

Ich  führe  die  Art  nur  an,  um  auf  diese  Form  aufmerksam  zu  machen, 
da  sehr  selten  und  vereinzelt  in  der  Zone  des  Amm.  Sotcerbyi  im  Süd- 
deutschen Meeresbecken  Exemplare  vorkommen,  welche  man  vielleicht 
mit  diesen  Namen  belegen  könnte;  Gingen. 

156.  Terebratnla  flmbria  Sowerby. 

1822.    Ter.  fimbria  8ow.:  M.  C.  IV,  p.  27,  tb.  32G. 

1851.     —       -     (8ow.)  Dar.:  Mon.  Britt.  ool.  Brach.,  p.61,  tb.  12,  f.G-12. 

So  häufig  diese  Art  im  Unter oolith  von  Glouoestershire  ist,  so 
geringe  geognostische  Bedeutung  hatte  dieselbe  bisher,  da  sie  ausserhalb 
England»  nur  im  Sarthe  Dep.  nachgewiesen  war.    Seit  sich  Ter.  fimbria 


Digitized  by  Google 


(132) 


638 


nun  aber  auch  in  den  Südalpen  wiedergefunden  hat,  ist  es  von  Interesse, 
das  geognostische  Niveau,  das  dieselbe  einnimmt,  etwas  näher  festzustellen. 
Es  scheint  sehr  wahrscheinlich,  dass  sie  der  Zone  des  Atnm.  Sotvcrbtfi  an- 
gehöre, da  der  bezeichnete  Ammonit  und  die  ihn  gewöhnlich  l>egleitenden 
Vorkommnisse  in  G loucestorshire  erst  in  dem,  über  dem  Fimbria- 
Marl  folgenden  Low  er  Trigon.  grit  nachgewiesen  wurde,  während  A. 

Mnrchisonae  nur  dem  weit  tiefer  liegenden  Pea  grit  eigenthümlich  ist. 

» 

157.  Terebratnla  plicata  Ruckmann. 

1845.    7fr.  plicata  Buckm.:  Murcb.  Gcol.  of  Cheltenh.,  p.  101,  tb.  7,  f.  6. 
1851.     —       —     (Buclnn.)  Dav.:  Hon.  Britt.  ool.  Brach.,  p.üO,  tb.  12. f.  1—5. 

Liegt  mit  Ter.  fimbria  zusammen  im  Fimbria-Marl  von  Gloucester- 
shire.  Zone  des  A.Sowerbyi  von  Tournus  und  Macon  (Saone-et-Loire), 
Cheveuge  (Ardcnnes),  Umgegend  von  Cheltenham  (Gloucestershire). 

158.  Macandre wia  discnlns  Waagen  n.  sp. 

Tab.  31  (VIII),  f.  8  a.  b.  c,  '.)  a  b.  c. 

Schnabel  äusserst  kurz,  breitgedrückt,  vollkommen  abstehend ;  Oeffnung 
gross,  dreieckig,  fast  bis  an  den  Wirbel  der  kleineren  Schale  reichend. 
Deltidium  klein,  aus  zwei  Stücken  bestehend.  Vom  Schnabel  herab  laufen 
sehr  scharfe  8chnabelkanten  gegen  den  seitlichen  Schalenrand,  eine  falsche 
Area  abgrenzend.    Umriss  der  Muschel  rundlich  vierseitig,  Stirnrand  gerade. 

Steht  der  Ter.  Lycetti  Dav.  am  nächsten,  unterscheidet  sich  aber  von 
ihr  durch  den  fast  gar  nicht  übergebogenen  Schnabel,  das  grosse  Foramen 
und  die  wenig  entwickelten  Deltidialplatten. 

Es  liegen  mir  6  Exemplare  von  Gingen  vor,  von  einem  andern  Fund- 
ort kenne  ich  sie  noch  nicht. 

159.  Macandrewis  cf.  Meriani  Oppel  sp. 

185«.    Terebrat.  Meriani  Oppel:  Juraform.  p.  424. 
Ich  fand  dieser  Art  nahe  stehende  Formen  in  den  Sowerbyi-Schicbten 
in  Schwaben,  so  wie  bei  Günsberg  im  Canton  Solothurn.  Wright 
citirt  die  Art  aus  dem  Lower  Trigonia  grit  vom  Ravensgate  Hill 
bei  Cheltenham  (Gloucestershire). 

1G0.  Ruynchoiiella  Gingensis  Waagen  n.  sp. 

Tab.  32  (IX),  f.  3  a.  b.  c. 
18G2.   Rhynch.  quadriplicata  (Ziet.)  Deslongcbamps:  Etudes  crit.  p.  31,  tb.  r>, 
f.  9  (oon  Zieten). 

Schale  ungleichklappig,  länger  als  breit,  Schnabel  abstehend,  gerundet, 
Sohnabelkanten  nur  an  der  Spitze  deutlich.  Spitze  des  Schnabels  übergebogen, 


Digitized  by  Google 


639 


(133) 


Oeffnung  rund,  nach  unten  durch  die  stark  entwickelten  Deltidialplatten 
vollständig  abgeschlossen ;  sie  wird  zu  beiden  Seiten  durch  dreieckige  glatte 
Felder  begronzt,  welche  sich  an  der  Schlosslinie  herabziehen  und  eine  un- 
deutliche falsche  Area  bilden.  Kleinere  Klappe  stark  und  gleichmässig  ge- 
wölbt, von  16 — 24  Falten  bedeckt,  welche  am  Wirbel  beginnen  und  gegen 
die  Stirn  verlaufen;  4  —  6  von  diesen  kommen  auf  einen  ziemlich  hohen 
Medianwulst  zu  stehen:  3  —  5  Falten  entsprechen  ihnen  im  Sinus  der  grös- 
seren Klappe. 

Die  vorliegende  Art  steht  so  ziemlich  in  der  Mitte  zwischen  Rh.  sttb- 
tetraedra  Dav.  und  Rh.  Stuifensis  Opp.  Von  ersterer  unterscheidet  sie  sich 
durch  geringere  Grosse  und  schwächeren  Wulst,  von  letzterer  durch  be- 
deutendere Grösse  und  nicht  abgestumpfte  Stirn;  indess  hat  auch  Rhynch. 
Stui/ensis  nur  selten  einen  so  hohen  Wulst  aufzuweisen,  als  diess  bei  un- 
serer Art  der  Fall  ist. 

5  Exemplare  aus  der  Zone  des  Anm.  Sowerbyi  von  Gingen  (Würt- 
temberg), ausserdem  von  mehreren  Punkten  Frankreichs,  und  Güns- 
berg  und  Betzenau  (Schweiz). 

Scheint  bereits  etwas  tiefer  zu  beginnen,  und  andererseits  auch  etwas 
höher  fortzusetzen,  so  dass  der  verticale  Verbreitungsbezirk  dieser  Art 
ziemlich  beträchtlich  erscheint. 

Rhymhon.  Orbignyana  Opp.  mag  vielleicht  theilweise  hieher  gehören. 

161.  Rhynchonella  distracta  Waagen  n.  8p. 

Tab.  31  (VIII),  f.  10  a.  b.  c.  d. 
Ziemlich  kleine  Muschel,  weit  breiter  als  lang,  nicht  aufgeblüht.  Schna- 
bel kurz,  abstehend,  gerundet,  Schnabelkanten  nur  an  der  Spitze  deutlich. 
Foramen  oval,  von  den  sehr  kloinen  Deltidialplatten  nach  unten  nicht  ab- 
geschlossen; falsche  Area  sehr  klein.  Kleinere  Klappe  von  15  — 16  scharfen 
hohen  Falten  bedeckt,  von  welchen  4  auf  einen  kräftigen  Medianwulst  zu 
stehen  kommen. 

Steht  der  Rhynch.  angidata  sohr  nahe,  unterscheidet  sich  aber  von  ihr 
durch  gröbere  und  höhere  Falten,  noch  breitere  Form,  geringere  Dicke  und 
weit  kleinere  falsche  Area. 

Selten  in  der  Zone  des  Amin.  Sowerbyi  bei  Gingen  (2  Exemplare). 

162.  Rhynchonella  parvnla  Deslongchamps. 

Tab.  32  (IX),  f.  4  a.  b.  c,  5  a.  b.  c. 
1862.    Jih.  parvula  Deal.:  Etudes  crit.,  p.  29,  Ib.  5,  f.  5,  C. 
Liegt  zwar  eigentlich  in  etwas  höheren  Schichten,  doch  scheint  es,  dass  man 
das  tiefere  Vorkommen  der  Sowerbyi-Zone  nicht  von  jenem  trennen  könne. 
(9)  41 


Digitized  by  Google 


(134) 


H40 


Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen  8  Exemplare.  Zone  des  Amt». 
Sauzei  von  Milly  (Saöne-et-Loire).  Wahrscheinlich  gehört  anch  das,  was 
in  der  Literatur  als  Bhynch.  variabiUs  var.  angeführt  wird,  hieher. 

1G3.  Rhynchonella  oligoptycha  Waagen  n.  sp. 

Tab.  32  (IX),  f.  7  a.  b.  c. 

Kleine,  sehr  zierliche  Muschel,  welche  zur  Gruppe  der  lih.  oolithicu 
gehört,  indem  sich  auch  hei  ihr  erst  gegen  den  Schalenrand  Falten  einstellen. 

Der  Schnabel  sehr  fein  und  spitz  mit  ausserordentlich  kleinem  Foramen. 
Schalen  gewölbt,  am  Wirbel  glatt,  am  Rande  mit  etwa  6  groben  Falten, 
von  denen  2  einen  Wulst  bilden.  Die  Art  hält  stets  die  Grösse  des  abge- 
bildeten Exemplare«  ein,  und  unterscheidet  sich  schon  hierdurch  von  Hh. 
oolithica.  In  der  Grösse  steht  ihr  Rh.  frontalis  Deal,  ziemlich  nahe,  doch 
besitzt  diese  weit  feinere  Falten  als  die  vorliegende  Art. 

Ziemlich  häufig  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  der  Schambelcn  im 
Canton  Aargau. 

1G4.  Rliynehonella  (Hemithyris)  tenuispina  Waagen  n.  sp. 

Tob.  32  (IX),  f.  6  a.  b.  o. 

Kleine  aufgeblähte  Muschel,  so  lang  als  breit,  von  rundlichem  Umris». 
Schnabel  ziemlich  lang,  schwach  öbergebogen,  abstehend.  Von  der  Spitze 
des  Schnabels  laufen  scharfe  Schnabelkanten  nach  dem  Schlossrand.  Foramen 
gross,  länglich  oval,  nach  unten  durch  die  kleinen  Deltidialplatten  nicht 
abgeschlossen.  Schalen  dicht  mit  feineren  oder  gröberen  oft  dichotomirenden 
Rippen  bedeckt,  von  denen  etwa  7  auf  einen  nicht  sehr  hohen  medianen 
Wulst  zu  stehen  kommen. 

Unterscheidet  sich  durch  besonders  feine  Stacheln  und  stets  sehr  ge- 
ringe Grösse  von  Rhynch.  spinosa. 

Ziemlich  häufig  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen. 

105.  Pustnlopora  arborea  Waagen  n.  sp. 

THb.  3>  (IX).  f.  8  a.  b. 

Hocherhobene,  nicht  sehr  ausgebreitete,  schlanke  Bäumchen,  deren  Aeste 
nur  in  weiten  Maschen  anastomosiren.  Die  zierlichen  8tämmchen  sind  dicht 
mit  feinen  Poren  besetzt,  deren  seitlicher  Abstand  indess  geringer  als  der 
verticale  ist,  wodurch  undeutliche  die  Stämmchen  umfassende  Porenringe 
entstehen.  Auf  der  allgemeinen  Decke  zeichnen  sich  die  einzelnen  Zellen 
stellenweise  durch  kaum  bemerkbare  Abgrenzungsfurchen  aus. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen  (Württemberg),  ziemlich  selten. 


Digitized  by  Google 


641  ;  (135) 

lOfi.  Postnlopora  Qnenstedtl  Waagen  n.  sp. 

Tab.  3-2  (IX),  f.  10  a.  b. 
16."»«.    Mülepora  straminea  Quenat.:  Jura  p.  366,  tb.  ÜO,  f.  3  (non  Phill.). 
?  ls">4.    Spiropora  xtraminta  Haime:  Bryox.  jura*8.  p.  HMJ  (pars)  (non  Phill.). 

Quenstedt  hält  diese  Art  für  identisch  mit  Mill.  straminea  Phill., 
doch  lässt  sich,  ausser  dass  letztere  Art  aus  der  Zone  des  Amm.  Ilumphrie- 
sianus  stammt,  bei  der  ungenügenden  Phillips' sehen  Abbildung  durchaus 
nicht  mehr  ausmachen,  ob  dieselbe  mit  einer  der  bei  Gingen  vorkommenden 
Arten  übereinstimme,  denn  nicht  nur  alle  Pustuloporen ,  sondern  auch  die 
meisten  Cricoporen,  zeigen,  wenn  die  Zellendecken  abgewittert  sind,  solche 
sechsseitige  Maschen. 

Die  Quenstedt'sche  Abbildung  dagegen  ist  gut  und  wohl  kenntlich, 
weshalb  ich  mir  erlaube,  die  Art  aus  den  schwäbischen  Sowerbyi-Schichten 
Herrn  Quenstedt  zu  Ehren  zu  benennen. 

Die  vorliegende  Art  bildet  kleine,  sehr  zierliche  Bäumchen,  deren 
Zweige  sich  vielfach  verschlingen  und  anastomosiren.  Die  Zcllenmündungen 
stehen  in  ziemlich  undeutlichen  Kreisen  um  die  Stämmchen,  die  Mündung 
selbst  ist  rund,  mit  einem  nur  wonig  erhobenen  Ringe  umgeben.  Die  Zweige 
endigen  in  eine  abgerundete  dicht  mit  Poren  besetzte  Spitze. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen  (Württemberg),  Jungingen 
(Hohenzollern),  Milly,  Solutre  bei  Mac on  (Saone-et-Loire),  Cheveuges 
(Ardennes),  St.  Quentin  bei  Metz  (Moselle). 

167.  Postnlopora  tennis  Waagen  n.  sp. 

Aeusserst  zierliche  und  dünne ,  kaum  1 in  der  Dicke  erreichende 
Stämmchen,  welche  sich  desshalb  auch  nie  unversehrt  erhielten.  Mir  liegen 
nur  Bruchstücke  vor.  Sie  sind  mit  unregelmüssigcn  Hingen  feiner  Poren 
bedeckt  und  gabeln  sich  sehr  häufig.  Die  Zellenmündungen  sind  rund,  glatt 
und  von  einem  stark  hervorragenden  Ringe  umgeben. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen  (Württemberg)  und  Jung  in  gen 
(Hohenzollern). 

168.  Cricopora  aeotimargo  Waagen  n.  sp. 

Tab.  33  (X),  f.  7  a.  b. 

Kleine,  dichotom  verästelte  Bäumchen,  welche  dicht  mit  scharf  umrän- 
derten, etwas  abstehenden,  in  schief  stehende  Ringe  vertheilten  Zellen  be- 
deckt sind.  Die  Mündung  der  Zellen  ist  queroval  oder  stumpf  dreieckig, 
der  Querschnitt  der  Stämmchen  rund. 

Kommt  sehr  selten  bei  Gingen  in  der  Zone  des  .4mm.  Sowerbyi  vor, 
von  anderen  Fundorten  kenne  ich  diese  Art  noch  nicht. 

(9*)  41* 


Digitized  by  Google 


fU2 


169  Spiropora  Deshmgruampsi  Ferry. 

18»»l.    Spirop.  Deslongchampri  Kerry:  Note  sur  I'Bt  Baj.  des  Enr.  de  Macon. 
p.  1^. 

Zone  dos  Amm.  Sownbyi  von  Milly,  Solutre,  Flace  und  Charnay 
bei  Macon  (Saone-et-Loire). 

170.  Escharites  rhombifer  Waagen  n.  sp. 

Tab.  33  (X),  f.  f.  a.  b. 

Kleine  einfach  dichotome  Stammchen,  deren  Oberfläche  durch  sich 
kreuzende,  spiralaufwärts  laufende  vertiefte  Linien  in  undeutlich  rhombische 
Felder  getheilt  ist.  Jedes  dieser  Felder  trägt  eine  schwach  eingesenkte 
runde  Pore,  die  den  Eingang  zu  einer  sich  unmittelbar  hinter  der  Mündung 
etwas  erweiternden,  dann  aber  trichterförmig  sich  verengenden,  gegen  die 
ideelle  Achse  des  Stammes  sich  abwärts  senkenden  Zelle  bildet. 

Sehr  selten  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  bei  Gingen,  1  Exemplar. 

171.  ?  Homera  infraoolithica  Waagen  n.  sp. 

Tab.  83  (X  ),  f.  9  a.  b.,  10  a.  b. 

Wenn  man  die  zwischen  den  Knollen  bei  Gingen  sich  findenden  Lagen 
gelblichen  oder  graulichen  sandigen  Thones  zum  Behufe  des  Auslesens  von 
Foraminiferen  schlemmt,  findet  sich  hie  und  da  unter  dem  gröberen  Resi- 
duum das  Bruchstück  eines  ausserordentlich  dünnen  Bryozoen-Stämmchens, 
dessen  Zellen  sich  sämmtlich  nach  einer  Seite  hin  öffnen.  Die  Anordnung 
der  Zellenmündungen  scheint  hie  und  da  zweizeilig,  hie  und  da  unregel- 
mässig, so  dass  ich  diese  Stämmchen  nur  zweifelhaft  zur  Gattung  Honera  stelle. 

Selten  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  bei  Gingen,  4  Exemplare. 

172.  Neuropora  Defranci  Haime. 

IHM.    Neur.  Defranci  Haime:  Bryo«.  foss.  de  la  form,  jurass.  M£m.  8oc  geol- 

de  France  1854,  p.  215,  tb.  10,  f.  7  a— d. 
IWil.   Neur.  Defranci  (Haime)  Ferry:  Note  «ur  l'Et.  Baj.  des  Enr.  de  Macon, 

p.  15. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Flace  bei  Macon  (Saöno-et-Loire). 

173.  ?  Neuropora  foliacea  Waagen  n.  sp. 

Tab.  33  (X),  f.  1  a.  b.  o.  d. 
Kleiner,  freier,  sich  blattartig  ausbreitender,  niedriger  Polypenstock, 
welcher  in  seinem  Gesammthabitus  sehr  an   das  Genus  Ditaxia  von 
Hagenow  erinnert,  es  fehlt  indess  die  trennende  Wand,  und  die  ganze 
Masse  des  Stockes  besteht  aus  einem  Haufwerk  von  rohrigen  Zellen.  Die- 


i 

i 
i 


Digitized  by  Google 


f.43 


(137) 


selben  munden  auf  beiden  Seiten  des  Stockes  mit  äusseret  kleinen  runden 
Poren.  Ich  stelle  diesen  Stock  nur  zweifelhaft  zur  Gattung  Neuropora,  da 
ihm  die  Rippen  dieser  Gattung  fehlen. 

1  Exemplar  aus  der  Zone  des  Amm.  Sowcrbyi  von  Gingen. 

174.  Theonoa  cf.  clathrata  Lamouroux. 

1S21.    Thenn,  clathrata  Lamx.:  Expl.  mcth.  den  genreg  des  pol.,  p.  i>2,  tb. 
f.  17,  1*. 

1854.    Theon.  clathrata  (Lamx.)  Haime:  Mem.  soc.  g6ol.  de  France,  p.  201, 
tb.  X,  f.  1  a— c. 

Ferry  citirt  diese  Art,  welche  eigentlich  der  Bathgruppe  angehört,  aus 
der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Flace  bei  Macon. 

175.  Theonoa  snlcata  Ferry. 

1861.    Theon.  aulcata  Kerry:  Note  iur  l'Et.  Baj.  det  Enr.  de  Macon,  p.  14. 
Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Flace  bei  Macon.    Vielleicht  ident  mit 
der  folgenden  Art. 

176.  ?  Theonoa  parveeristata  Waagen  n.  sp. 

Tab.  82  (IX),  f.  11  a.  b. 

Incni8tirender  Polypenstock,  dessen  einzelne  Zellen,  nachdem  sie  längere 
Zeit  kriechend  sich  auf  der  Unterlage  festgesetzt  haben,  zu  2  bis  5  und 
mehr  vereinigt,  sich  als  kleine  Kamme  erheben  und  so  die  allgemeine  Kalk- 
decke, unter  der  sie  sich  vorher  verborgen  hatten,  durchbrechen.  Zellen- 
mündung glatt,  rund  oder  polygonal,  je  nachdem  sich  die  einzelnen  Zellen 
in  den  sich  erhebenden  Kämmchen  aneinander  drängen. 

Sehr  selten  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  bei  Gingen.  1  Exemplar. 

177.  Defrancia  infraoolithlca  Waagen  n.  sp. 

Tab.  33  (X),  f.  6  a.  b. 

Kleine  runde  Art,  mit  vier  vom  vertieften  Mittelpunkte  ausstrahlenden 
Hauptrippen,  zwischen  die  sich  regelmässig  vier  etwas  kürzere  Nebenrippen 
einschieben;  weitere  Nebenrippen  zweiter  und  dritter  Ordnung  schalten  sich 
unregelmässig  in  die  übrig  bleibenden  Zwischenräume  ein.  Auf  der  Höhn 
der  Rippen  öffnen  sich  meist  drei  in  einander  geschachtelte  Zellenreihen, 
von  denen  die  mittlere  häufig  kleinere  Poren  zeigt  als  die  beiden  seitlichen. 
Der  Verlauf  der  Zellen  ist  an  den  Seiten  der  Rippen  durch  feine  Linien 
angedeutet.    In  der  Tiefe  zwischen  den  Rippen  öffnen  sich  keine  Zellen. 

5  Exemplare  aus  der  Zone  des  Aum.  Sowerbyi  von  Gingen. 


Digitized  by  Google 


(138)  644 

178.  Ceriopora  globosa  Michelin. 

1845.    Cer.  globosa  Mich.:  Icon  zoopb.,  p.  246,  tb.  67,  f.  5. 

1864.    Heteropora  pustulosa  (Mich.)  Haimo:    Br.   fois.  Mem.  8oc.  geol.  de 

France,  1854,  p.  210  (par«). 
1858.    Ceriopora  globosa  (Mich.)  Quenst. :  Jura,  p.  'MM. 

1861.  ?  Heteropora  pustulosa  (Mich.)  Kerry:    Note  «or  l'Et.  Baj.  des  Enr.  de 
Maoon,  p.  10. 

Beginnt  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi,  und  geht  von  hier  bis  in  die 
Bathgruppc  hinauf,  ohne  dass  ich  Unterschiede  zwischen  den  Vorkommnissen 
der  verschiedenen  Lagen  herauszufinden  im  Stande  bin. 

Sehr  häufig  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen,  ausserdem 
von  Flace,  Millv,  Solutrc  und  Gharnay  bei  Macon  (8a6ne-et-Loire). 

179.  Ceriopora  arboreseens  Waagen  n.  sp. 

Tab.  SO,  f.  2  a.  b. 

Plumpe,  sehr  verästelte  und  mit  ihren  Aesten  oft  anastomosirende 
bäumchenartige  Bryozoenstöcke ,  welche  dicht  mit  ziemlich  feinen,  runden 
Poren  bedeckt  sind.  Der  Querschnitt  der  Stämmchen  ist  rundlich,  das  Ende 
läuft  in  eine  abgerundete  Spitze  aus. 

Häufig  in  der  Zone  dos  Amm.  Sowerbyi  bei  Gingen,  sonst  von  Jun- 
gingen (Hohenzollern). 

180.  Ceriopora  conifera  Lamouroux  sp. 

1821.    MiUep.  conifera  Lamx.:  Expo«,  meth.  dea  genres  des  pol.,  p.  87,  tb.  *3, 

f.  6,  7. 

1864.   Jleteropora  conifera  (Lam.)  Haimo:   Mem.  soc.  geol.  de  France  1854, 

p.  208,  tb.  11,  f.  1  a-v. 
1861.    Heterop.  conifera  (Lamx.)  Ferrr:    Note  sur  l'Etage  Baj.  des  Enr.  de 

Macon,  p.  14. 

Die  Art  hat  ihr  Hauptlager  in  der  Zone  der  Ter.  digona,  wird  jedoch 
zufolge  der  weiten  Fassung,  die  Haime  ihrgiebt,  nach  Ferry  auch  in  der 
Zone  des  Amm.  Soicerbyi,  der  Umgegend  von  Macon,  angetroffen. 

181.  Heteropora  reticulata  Haime. 

1854.   Hei.  reticulata  Haime:  Bryos.  foss.  de  Ia  form,  jurass.:  Mem.  Soc  g£ol. 
de  France  1854,  p.  211,  tb.  9,  f.  9  a-c. 

Sehr  charakteristisch  gestalteter  Bryozoenstock  mit  meist  seitlich  flach- 
gedruckten  Aesten,  welche  dicht  mit  Poren  von  verschiedener  Grösse  bedeckt 
sind.  Die  Art  der  Verästelung  des  Stuckes  erinnert  einigermassen  an  die 
gewisser  Amorphozoen-Geschlechter. 


Digitized  by  Google 


645 


(139) 


Zone  des  Atmn.  Sowerbyi  von  Pommer  (Franken),  Gingeu,  Flace 
bei  Macon  und  Umgegend  von  Metz  (Moselle). 

182.  Diastopora  subramosa  Waagen  n.  sp. 

Tab.  33  (X),  f.  8  a.  b. 
Kleine  »ehr  verästelte,  schmächtige  Bäumchen,  deren  Aeste  flachgedrückt 
»ind,  mit  ohne  Ordnung  zerstreuten  scharf  umrandeten  zungenformigen  Zellen, 
deren  Zellendecke  nach  oben  von  einer  sehr  kleinen  runden  Mündung  durch- 
brochen wird. 

Selten  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen.    2  Exemplare. 

183.  Diastopora  petaloides  Waagen  n.  sp. 

Gleicht  sehr  der  vorigen  Art,  unterscheidet  sich  indess  von  ihr  dadurch, 
dass  sie  nicht  Aeste  bildet,  sondern  sich  zu  breiten  Blättern  ausbreitet, 
welche  auf  beiden  Seiten  mit  Zellen  besetzt  sind. 

Selten  in  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  von  Gingen,  häufiger  bei  Jun- 
gingen, wo  die  Blätter  schön  erhalten  in  Thon  eingebettet  sind. 

184.  Berenicea  Archiaci  Hahne. 

1854.   Berenicea  Archiaci  Haime:    Mim.  Soc.  geol.  de  Franc«,  p.  180,  tb.  9, 
f.  11  a.  b. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Flace  bei  Macon  (Saöne-et-Loirc)  und 
Longwy  und  Plappeville-Les-Metz  (Moselle). 

185.  Berenicea  scobinula  Michelin  sp. 

1845.   Diastop.  scobinula  Mich.:  Icon.  zooph  ,  p.  10,  tb.  2,  f.  12. 

Diese  Art  ist  bei  Gingen  nicht  häufig.  Sie  zeichnet  sich  aus  durch  ihre 
äusserst  kleinen  ovalen  und  wenig  hervorragenden  Zellenmündungen.  Die 
Reihen  der  Zellen  strahlen  vom  Mittelpunkte  aus  und  kreuzen  sich  dabei 
regelmässig.  Der  Stock  sitzt  auf  fremden  Körpern  auf  und  zeigt  immer 
nur  eine  Lage  von  Zellen. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Pommer  (Franken),  Gingen  (Würt- 
temberg), Jungingen  (Hohenzollern),  Umgegend  von  Bayeux  (Calvados). 

186.  Berenicea  compressa  Goldfuss  sp. 

?  1828.    Aulopora  compressa  Odf.:  Petref.  Germ.  1,  p.  84,  tb.  38,  f.  17. 
1845.   Diastop.  verrucosa  Mich.:  Icon.  sooph.,  p.  10,  tb.  2,  f.  II. 
1850.   Diastop.  Normanniana  Orb.:  Prodr.  10,  472. 

Die  von  einem  Punkte  fächerförmig  ausstrahlenden,  ziomlich  lang  er- 


Digitized  by  Google 


(140)  f,4fi 

scheinenden  Röhrchen  sind  in  ihrem  kriechenden  Verlauf  nur  wenig  aus 
der  allgemeinen  Decke  erhoben  und  so  nicht  sehr  deutlich  abgegrenzt.  Sie 
erheben  sich  erst  kurz  vor  ihrer  Mündung  von  der  Unterlage  und  sind  an 
eraterer  mit  einem  glatten  Ringe  umgeben.  Diese  Art  bildet  ziemlich  aus- 
gebreitete Ueberrindungen  auf  Knollen  und  Muschelschalen  und  besitzt  immer 
nur  eine  Lage  von  Zellen. 

Häufig  in  der  Zone  des  Amin.  Sowerbyi  von  Gingen,  Gold fu ss  be- 
schreibt sie  von  Rabenstein  und  Gräfenberg. 

187.  Berenicea  margopuncta  Waagen  n.  sp. 

Tab.  32  (IX),  f.  12  a.  b. 

Kleiner,  kriechender  Bryozoen  -  Stock ,  der  an  seinem  steil  abfallenden 
Rande  dicht  mit  runden,  glatt  geränderten  Zellenmündungen  bedeckt  ist. 
Auf  der  Oberfläche  liegen  kurze,  fast  cylindrische,  mit  ihrer  runden  glatten 
Mündung  aufgebogene  Zellen,  die  unregolniässig  radial  von  einem  Punkte 
ausstrahlen.  Die  ganze  Schale  ist  mit  äusserst  feinen  punktartigen  Poren, 
wie  mit  Nadelstichen  übersäet. 

2  Exemplare  aus  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen. 

188.  Berenicea  cf.  striata  Reusa. 

Tab.  33  (X),  f.  4  a.  b. 

1807.   Berenicea  striata  (llaime)  Reusa.:    Brjoi.  t.  Baiin  Denkichr.  Wien. 
Acad.  der  Wissenschaft.  8ep.  p.  7,  tb.  1,  f.  5  a.  b. 

Ich  citire  die  Reuss'sche  Arbeit,  da  es,  wie  Reusa  selbst  zugibt, 
nicht  8icher  ist,  ob  Bei:  striata  llaime  mit  der  von  ihm  abgebildeten  voll- 
ständig übereinstimmt.  Ich  besitze  nur  wenige  Exemplare  dieser  Art  aus 
der  Zone  des  Amm  Sowerbyi  von  Gingen. 

§ 

189.  Berenicea  dilnviana  Lamouroux  sp. 

1821.   Diant.  dilwiana  Lamx.:  Expos.  m*th.  dei  genres  des  pol.  p.  81,  tb.  80, 
f.  3,  4. 

1854.   Berenicea  diluviana  (Lamx.)  Haimo:  Mem.  soc.  geol.  de  France,  p.  177, 
tb.  7,  f.  2  a-d. 

Beginnt  ebenfalls  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  und  reicht  bis  in 
die  Bathgruppe,  vielleicht  auch  noch  höher.  Sie  ist  überall  ziemlich  häufig. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  vou  Gingen,  Flace  bei  Mac on  (Saöne- 
et-Loire)  und  Choveuges  (Ardennea). 


Digitized  by  Google 


«47 


(141) 


190.  Stomatopora  Terquemi  Haime. 

1854.   St.  Terquemi  Ilaime:  Bryo«.  fosi.  de  la  form.  jur.    Mem.  8oc.  geol.  de 
France  1854,  p.  164,  tb.  ti,  f.  4  a.  b. 

Häufig  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Pommer  (Franken), 
Gingen  (Württemberg),  Jungingen  (Hohenzollern). 

191.  Stomatopora  reearva  Waagen  n.  sp. 

Tab.  82  (IX),  f.  9  a.  b. 

Während  die  Zellen  der  vorhergehenden  Art  beinahe  ihrer  ganzen 
Länge  nach  kriechend  bleiben,  richten  sich  die  der  vorliegenden  Art  bald 
in  die  Höhe.  Es  ist  jede  einzelne  Zelle  nur  undeutlich  abgeschnürt,  wo- 
durch der  Habitus  des  ganzen  Polypenstockes  etwas  an  Proboscina  erinnert; 
doch  besitzt  die  vorliegende  Art  auf  einem  Aestchen  stets  nur  eine  Zellen- 
reihe. Von  St.  dichotoma  unterscheidet  sich  diese  Art  durch  etwas  dickere 
Stämmchen  und  feinere  Querfalten  auf  denselben. 

3  Exemplare  aus  der  Zone  des  Arnim.  Soweri/yi  von  Gingen. 

192.  Proboscina  Jaeqooti  Haime. 

1864.   Prob.  Jacquoti  Haime:  Bryo*.  foss.  de  laforra.  jur.   Mein,  soc.  geol.  de 
France,  p.  1GU,  tb.  7,  f.  5  a.  b. 

Nicht  sehr  selten  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen. 

193.  Proboscina  prorepens  Waagen  n.  sp. 

Tab.  33  (X),  f.  3  a.  b. 

Die  mir  vorliegende  Art  nähert  sich  schon  sehr  der  Prob,  echiiiata 
Mnst.  aus  tertiären  Schichten,  bleibt  jedoch  bedeutend  kleiner  als  die  ge- 
nannte, unterscheidet  sich  aber  auch  noch  dadurch  von  ihr,  dass  auf  den 
Aestchen  die  einzelnen  Zellen  nicht  unter  der  gemeinsamen  glatten  Decke 
verborgen  liegen,  sondern  sich  in  ihrem  ganzen  Verlauf  halbcylindrisch  er- 
heben.   Zellenmüudungen  ein  glatter  hervorragender  King. 

Nicht  sehr  häufig  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen  (drei 
Exemplare). 

194.  Cuirodota  atava  Waagen  n.  sp. 

Tab.  24  (I),  f.  4  a.  b. 
Sehr  kleine,  äusserst  zierliche  Kalkräderchen ,  welche  sich  nicht  sehr 
selten  in  geschlemmten  Thonen  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  finden,  scheinen 
Chirodoten  anzugehören.    Li  ihrer  allgemeinen  Form  gleichen  dieselben  so 
ziemlich  den  von  Schwager  Chirodota  vetttsta  genannten;  doch  sind  die 


Digitized  by  Google 


(142) 


Speichen  des  Rädchens  zierlicher  geschwungen  und  in  der  Tiefe  des  einge- 
senkten Mittelpunktes  erhebt  sich  nochmals  ein  deutlicher  Knoten.  Beide 
Seiten  sind  in  ihrer  Skulptur  nicht  sonderlich  verschieden,  nur  dass  die  eine 
etwas  gewölbt,  die  andere  etwas  vertieft  ist.  Die  Zwischenräume  zwischen 
den  Speichen  sind  mit  Kalkmasse  ausgefüllt. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Pommer  (Franken),  Gingen  ( Würt- 
temberg), Schambelen  (Canton  Aargau). 

195.  Cidaris  Courtaudiana  Cottcau. 

1849.    Cid.  Courtaudiana  Cott:    Etudes  «ur  les  Ech.  foj*.  de  l'Yonne,  p.  4-', 
tb.  2,  f.  1,  2. 

Zone  des  Amm.  Souerbyi  von  Flace  bei  Macon. 
19G.  Cidaris  ovispina  Quenstedt. 

Tab.  31  (VIII),  f.  11  a.  b. 
185-*.    Cid.  ovispina  Quenst:  Jura  p.  3U7. 

Kurze  dicke  Stacheln  mit  kurzem  Ilals.  GelenkHäche  glatt  oder  nur 
äusserst  schwach  gekerbt,  so  dass  die  Kerbung  nur  bei  stärkerer  Vergröase- 
ruug  zu  sehen  ist.  Köpfchen  kaum  angedeutet,  Ring  glatt,  wenig  erhaben. 
Hals  glatt,  kurz,  gegen  den  gekörnten  Körper  der  Stachel  scharf  abgegrenzt. 
Körner  am  Körper  bald  gröber,  bald  feiner,  nicht  sehr  regelmässig  in  Reihen 
stehend. 

Diese  Art  steht  der  vorigen  sehr  nahe,  unterscheidet  sich  aber  von  ihr 
durch  feinere  Körner  und  die  gegen  den  Hals  zu  nicht  verwischte  Grenze 
der  Körnerreihen. 

Kleine  Asseln,  welche  man  dabei  findet,  gehören  vielleicht  ebenfalls  zu 
dieser  Art.  Sie  tragen  ziemlich  kleine  Tuberkeln,  welche  an  ihrer  Basis 
deutlich  gekerbt  sind. 

Nicht  sehr  selten  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen. 

197.  Cidaris  glandifera  Goldfuss. 

l*:;o.    Cid.  glandifera  Odf.:  Petref.  Germ.  I,  p   120,  tb.  40,  f.  3. 

Obwohl  das  Vorkommen  dieser  Art  in  jurassischen  Schichten  Europas 
angezweifelt  wird,  glaube  ich  doch,  dass  die  im  Fer  de  la  Roche-Pourrie 
bei  Sali  ns  vorkommenden  Stacheln  sich  bei  keiner  anderen  Art  unterbringen 
lassen  als  bei  Cid.  glandifera.  Sonst  kenne  ich  ähnliche  Stacheln  nur  von 
Calmoutier  (Haute-Saone). 


Digitized  by  Google 


(540 


(143) 


198.  Oidaris  Gingensis  Waagen  n.  »p. 

T«b.  31  (VIII),  f.  12  a.  b.  c. 

Kleine,  zierlich  keulenförmige  Stacheln,  welche  mit  feinen  gekerbten 
Längsrippen  bedeckt  sind;  diese  verlaufen  ohne  scharfe  Grenze  gegen  den 
Hals  zu,  auf  dem  sie  mit  ihren  letzten  Endigungen  fast  bis  an  das  sehr 
schwach  ausgebildete  Köpfchen  reichen.    Gelenkfläche,  wie  es  scheint,  glatt. 

Cid.  ornata  Quenst.  Jura  p.  öl 2,  tb.  b8,  f.  23  ist  dieser  Art  am  nächsten 
verwandt. 

Einzelne  Stacheln  zeigen  dieselbe  Eigenthümlichkeit,  wie  Cid.  eyathifera 
Ag.  aus  dem  Senon,  nämlich  dass  sie  sich  oben  nicht  wölben,  sondern  statt 
dessen  sich  in  eine  flache  muldenförmigo  Vertiefung  mit  scharfem  Rande 
endigen.  Quenstedt  hat  das  Gleiche  bei  Cid.  cylindrica  im  oberen  Jura 
beobachtet. 

7  8tacheln  aus  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  von  Gingen. 

199.  Cidaris  Zschockei  Desor.  sp. 

1858.    Cid.  Zschockei  De?.:  Sjnops  p.  ifO 
Bruchstücke  mehrerer  fein  längsgerippter,  cylinderischer  Stacheln  glaube 
ich  mit  dieser  Art  vereinigen  zu  können. 

Häufig  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen. 

200.  Cidaris  taxaeantha  Waagen  n.  sp. 

Die  reihenweise  mit  kurzen  Dornen  besetzten  cylinderischen  Stacheln 
gleichen  denen  von  Cid.  Purrendieri  ganz  ausserordentlich ,  nur  dass  die 
Dornen  gröber  und  der  Reihen  viel  weniger  sind. 

Geht  auch  noch  höher  bis  in  die  Zone  des  Amm.  Humphriesiantis. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen,  häufig. 

201.  Heterocidaris  Trigeri  Cotteau. 

1860.    Heterocid.  Trigeri  Cotr.:  Bull.  Soo.  Gcol.  de  France  XVII,  p.  378,  tb.  4. 
Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Chevagny  bei  Macon  (Saöne-et-Loire) 
(Kerry:  Note). 

Heterocid.  spinulosa  Roem.,  der  von  Ferry  aus  der  Zone  des  Amm. 
Sowerbyi  der  Umgegend  von  Macon  angeführt  wird,  scheint  mir  zu  lihabd. 
Antjlosuevica  zu  gehören. 

202.  Rhahdocidarte  Anglosaevica  Oppel  sp. 

185«.    Cidaris  Anglosuevtca  Oppel:  Juraform.  p.  430. 
Beginnt  in  der  Zone  des  A.  Sowerbyi,  ist  aber  hier  gewöhnlich  noch 


Digitized  by  Google 


(144)  650 

sehr  selten.  Ich  kenne  ihn  aus  dieser  Schicht  von  Pommer  und  Grossen» 
buch  (Franken),  Gingen  (Württemberg),  Jungingen  ( Hohenzolleru ), 
Macon  (Sa6ne-et-Loire). 

203.  Pseododiadema  depressnm  Agass.  sp. 

1840.  •Diadema  depressum  Ag.:  Cat  syst,  p.  8. 

1858.    l'atudodiadema  depressum  (Ag.)  Descr. :  Synop*.  p.  65. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Flac6  bei  Macon  (Sa6no-et-Loire), 
Mout  d'Or  bei  Lyon  (Rhone),  Dundry,  Cheltenham,  beginnt  viel- 
leicht etwas  tiefer. 

204.  Pygaster  Ferryi  Cotteau. 

1861.   Pygast.  Ferryi  Cott.  in  Ferry:  Note  sur  l'Et.  Buj.  des  Enr.  de  Macon, 
p.  15. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Flace  bei  Macon. 

205.  Galeropygus  Marcoui  Deaor. 

1847.  Hyboclypu«  Marcoui  Des.:  Catal.  rais.  p.  94. 

1852.  NucU-olites  decoUatus  Quengt:  Handb.  p.  585,  tb.  50,  f.  8. 

1858.        —  —  —       Jura,  p.  456,  tb.  62,  f.  20. 

1858.  Hyboclypus  Marcoui  De».:  Synopg.  p.  193. 

1858.  Galeropygus     —       -        —      p.  489. 

Seltene  Art,  welche  bis  jetzt  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von 
Wasseralfingen,  Gingen  und  Laufen  (Württemberg),  La  Roche 
Pourrie  bei  Salins  (Jura)  und  der  Umgegend  von  Metz  (Moselle)  gefunden 
wurde. 

206.  Galeropygus  Silicaten  Cotteau. 

1861.    Oalerop.  sulcatus  Cott.  in  Ferry:    Note  sur  l'Et.  Baj.  des  Enr.  de 
Macon,  p.  15. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Flace  bei  Macon  (Sadne-et-Loire). 

207.  Galeropygus  Ferryi  Cotteau. 

1861.    Galerop.  Ferryi  Cott.  in  Ferry:  Note  sur  l'Et.  Baj.  des  Env.  de  Macon, 
p.  15. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Flace  bei  Macon  (Saone-et-Loire). 

208.  Hyboi'lypns  eandatus  Wright. 

1851.  Hybocl.  caudatus  Vir.  Ann.  a.  mag.  nat.  bist  ser.  IX,  p.  100,  tb.  3,  f.  -'. 
1858.      —  (Wr.)  Des.:  Synopg.  p.  193. 

Scheint  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  der  Umgegend  von  Cheltenham 
anzugehören,  sonst  nicht  bekannt. 


Digitized  by  Google 


651  (145) 


209.  Asteropecten  sp.  indet. 

Einzelne  Asseln  kommen  an  verschiedenen  Fundorten  Frankens, 
Schwabens,  der  Schweiz  und  Frankreichs  in  der  Zone  des  Amm. 
Sotcerbyi  vor. 

210.  Pentacrinus  cristagalli  Quenstedt. 

1852.    Pen*,  aistagalli  Quenst.:  Handb.  p.  603.  tb.  52,  f.  5. 
1858.     —  —  —      Jur»,  p.  4:>7,  tb.  62,  f.  27—29. 

Häufig  in  der  Zone  des  Amm.Sowerbyi  von  Grossenbuch  (Franken), 
Gingen  (Württemberg),  Schambelen  (Canton  Aargau).  Geht  höher  bis 
in  die  Zone  des  Amm.  Hwnphriesianus. 

211.  Pentacrinns  Bajoeensis  Orbigny. 

1850.   Pent.  Bajoctims  Orb.:  Prodr.  10,  622. 

Zone  des  Amm.  Sotcerbyi  vom  nördlichen  und  östlichen  Ufer  des 
Centralplateaus  von  Frankreich,  so  wie  aus  der  Umgegend  von 
Bayeux  (Calvados). 

Vielleicht  theilweise  identisch  mit  der  vorigen  Art. 

212.  Cyclocrinns  rugosns  Orbigny. 

1829.    Bourgueticrinus  rugosus  Orb.:  Crin.  tb.  17,  f.  16—19. 
1850.    Cydocrinus  rugosus  Orb.:  Prodr.  10,  519. 

Erreicht  noch  viel  beträchtlichere  Dimensionen  als  Orbigny's  Exemplare; 
die  Erhöhungen  auf  den  Gelenkflächen  sind  meist  etwas  deutlicher  in  Kreise 
gestellt,  als  Orbigny  diess  zeichnet. 

Sehr  häufig  in  der  Zone  des  Amm.  Sotcerbyi  bei  Gingen,  indes»  nur 
Stielglieder.    Sonst  von  St.  Maixent,  Nantua,  Bayeux  u.  s.  w. 

213.  EugenJacrinus  annularis  Roemer. 

1839.    Eugeniaer.  annularin  Roem. :  Nachtr.  t.  Oolgeb.  p.  17,  tb.  17,  f.  34. 
1850.    Oydocrinus  annularis  Orb.:  Prodr.  p.  291. 

Dass  diese  Art  nicht  zum  Genus  Cyclocrinus  gehört,  beweist  der  Strahlen- 
kranz am  Rande  der  Gelenkfläche.  Ob  sie  aber  auch  ein  Eugeniacrinus 
sei,  ist  dennoch  sehr  zweifelhaft,  da  sich  aus  den  Stielgliedern,  die  bis  jetzt 
einzig  bekannt  sind,  die  generische  Stellung  nicht  mit  Sicherheit  ableiten  lässt. 

Zone  des  Amm.  Sotcerbyi  von  Gingen  (Württemberg)  und  Mehle 
(Norddeutschland). 


Digitized  by  Google 


(146) 


652 


214.  Thamnastrea  Mettensis  Edwards  &  Haime. 

1851.    Thamna*tr.  Mcitenn*  Edw.  A  Halme:  Brit.  foss.  Conds,  p.  141,  tb.  30, 
f.  3.  3  a. 

Nicht  «ehr  ausgedehnte,  flache  Polypenstöcke,  welche  auf  ihrer  Unterseite 
der  Epitliek  entbehren.    Sie  scheinen  nicht  festgewachsen  gewesen  zu  sein. 

Selten  in  der  Zone  des  Amin.  Sotverbyi  bei  Gingen  und  Jungingen, 
sonst  von  St.  Quentin  bei  Metz  und  Cricklay  Hill  bei  Cheltenham. 

215.  Thamnastrea  Terqnemi  Edwards  &  Haime. 

1851.    Thamneutr.  Terquemi  Edw.  A  Haime:  Brit.  foss.  Coral?,  p.  140,  tb.  30, 
f.  2,  2  a,  2  b. 

Unterscheidet  sich,  ausser  durch  die  dicken  und  kräftigen  Septa,  auch 
noch  dadurch  von  Th.  Mettensis,  dass  die  Unterseite  von  einer  zarten 
Epithek  bedeckt  ist. 

Etwas  häufiger  als  die  vorige  Art  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi 
bei  Gingen;  sonst  von  St.  Quentin  bei  Metz  und  der  Umgegend  von 
Cheltenham. 

216.  Thamnastrea  Defranciana  Michelin  sp. 

1845.    Aatraea  Defranciana  Mich.:  leonogr.  zooph.  p.  0,  tb.  2,  f.  1. 
1851.    'Inamnatttrea  Defranciana  (Mich.)  Edw.  4  Haime:    Brit   flow.  Corah, 
p.  139,  tb.  29,  f.  3,  4. 

Zone  des  Anm.  Sowerbyi  von  Ravensgate- Hill  bei  Cheltenham, 
sonst  von  Moutiers,  Dundry  u.  s.  w.    Scheint  auch  höher  zu  gehen. 

217.  Isastrea  tennistrfata  M'Coy  sp. 

1848.    Astrea  tenuistriata  M'Coy:  Ann.  and  Mug.  nat.  bist.  2d  »er.  XI,  p.  400. 
1851.    Inastrea  tenuistriata  (M'Coy)  Edw.  A  Haime:  Brit.  fos«.  Corali,  p.  138, 
tb.  30,  f.  1,  1  a. 

1858.   Isastrea  tenuistriata  (M'Coy)  Quenst:  Jura,  p.  375,  tb.  60,  f.  9. 
Seltene  Art  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen,  ausserdem 
von  Dundry  und  Crickley-Hill  bei  Cheltenham. 

Setzt  in  Schwaben  in  die  Zone  des  .4mm.  Satuei  hinauf  fort. 

218.  Isastrea  sp.  indet. 

Es  kommt  noch  eine  zweite  Art  von  Isastrea  bei  Gingen  vor,  welche 
indees  nicht  in  hinlänglich  guten  Stücken  vorliegt,  um  sie  näher  zu  be- 
schreiben. 8ie  echoint  indess  der  Isastrea  oblonga  Edw.  &  Haime  Brit. 
foss.  Corals  p.  73,  tb.  12  ziemlich  nahe  zu  stehen. 

Sehr  selten  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  vou  Gingen. 


Digitized  by  Google 


653  (U7) 


219.  Thecosmilia  sregaria  M'Coy  sp. 

1848.    Montlivaltia  grtgaria  M'Coy:  Ann.  and  Mag.  nat.  bist.  i'ser.  XI,  p.  411». 
1851.    Thecosm.  grtgaria  (M'Coy)  Edw.  4  Hoime:    Brit.  fosi.  Corals  p.  136, 
tb.  28,  f.  1,  1  a. 

Nicht  sehr  häufig  in  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Gingen  und 
Jungingen,  sonst  von  Dundry,  Leckhampton-,  Ravensgate-  und 
Crickley-Hill  bei  Cheltenham. 

Scheint  in  Schwaben  in  die  nächst  höhere  Zone  fortzusetzen. 

220.  Theeophyllia  excavata  Waagen  n.  sp. 

Einzelliger  Polypenstock  mit  ausserordentlich  dicker  runzliger  Epithek. 
Kelch  tief  eingesenkt  mit  zahlreichen  stark  gelappten  Wirthellamellen,  welche 
von  dreierlei  Dicke,  Fossula  von  den  Lappen  der  Lamellen  beinahe  ganz 
verdeckt,  Columella  fehlt. 

Der  nahezu  cylinderische  Stock  verjüngt  sich  nur  nach  unten  etwas 
und  ist  hier  mit  einer  nicht  sehr  grossen  Basis  aufgewachsen. 

Sehr  selten  in  der  Zone  des  Amin.  Sowerbyi  bei  Gingen,  1  Exemplar. 

221.  Montlivaltia  trochoides  Edwards  &  Haime. 

1848.  Month  trochoides  Edw.  &  Haime:  Ann.  des  8c.  nat.  3"  «er.  X,  p.  255. 
1851.      —        -  -    —    —     Brit.  foss.  Corals,  p.  129,  tb.  26,  f.  2, 

3,  10,  tb.  27,  f.  2,  4. 
1658.    Antophyllum  trochoides  Qnenst.:  Jura,  p.  374,  tb.  50,  f.  1,  2, 

Sehr  häufig  in  der  Zone  des  A.  Sowerbyi  von  Pommer  am  Hetzlas 
(Franken),  Gingen  (Württemberg),  Mont  d'Or  bei  Lyon  (Röhne),  Che- 
veuge  (Ardennes),  Umgegend  von  Metz  (Moselle). 

222.  ?  Anabacia  orbulites  Lamouroux  sp. 

1821.    Fungia  orbulites  Lamx. :  Expl.  meth.  des  gen  res  des  pol ,  tb.  83,  f.  1 — 3. 
1H60.   Anabacia  orbulites  (Lamx.)  Orb.:  Prodr.  I,  p.  321. 
1851.        —  —         —       Edw.  &  Haime:    Brit  foss.  Corals,  p.  120, 

tb.  25,  f.  3. 

Findet  sich  im  Unteroolith  von  Dundry  und  im  Lower  Trigonia 
Grit,  der  Umgegend  von  Cheltenham,  ist  indess  häufiger  in  der  Bath- 
Oruppe. 

223.  Latomaeandra  Davidson!  Edwards  &  Haime. 

1851.   Latomaeandra  Datridsoni  Edw.  AH.:  Brit.  foss.  Corals,  p.  187,  tb.  27,  f.  10. 

Lower  Trigonia  Grit  (Zone  des  Amm.  Sowerbyi)  der  Umgegend 
von  Cheltenham,  sonst  noch  nicht  bekannt. 


(148) 


654 


224.  Trochocyathos  Magnevillianus  Micholin  sp. 

1840.    Turbinolia  Magnevilliana  Mich.:  Iconogr.  zooph.  p.  H,  tb.  2,  f.  2. 
1818.    Trochocyathus?  Magnevillianus  Edw.  *  Haimc:    Roch,  sur  1«  Pol., 
Monogr.  de»  Turbinol.  p.  335. 

Zone  des  Amm.  Sowerhyi  von  Pierreclos  bei  Macon  und  vielleicht 
auch  von  den  Schani belen  bei  Baden  (Clinton  Aargau). 


Aus  dem  reichhaltigen,  ausgesuchten  Foraminiferen -Materiale,  das  mir 
Freund  Waagen  zur  Bearbeitung  übergab,  habe  ich  hier  nur  die  vor- 
ragendsten  Formen  aufgenommen,  und  gedenke,  die  eingehendere  Bearbeitung 
dieser  Fauna  erst  in  einer  späteren  grösseren  Arbeit  vorzunehmen.  Im 
Ganzen  gibt  jedoch  die  vorliegende  Zusammenstellung  dennoch  ein  ziemlich 
richtiges  Bild  von  der  Foraminiferen- Fauna  der  betreffenden  Schichten,  in 
denen  die  Cristallorien  meist  überwiegen,  und  an  welche  sich  zunächst  di<- 
Nodosarien  (im  weiteren  Umfange  genommen)  und  die  übrigen,  meist  bloss 
durch  vereinzelte  Arten  repräsentirten  Genera  anschliessen. 

Conrad  Schwager. 

a.  Foraminiferen  mit  sandig  kieseliger  Schale. 
225.  Haplophragmium  coprolitliiforme  Schwager  n.  sp. 

T»b.  34  (XI),  f.  3. 
Mittlere  Länge  l.3mm. 

Das  Gehäuse  kurz,  keulenförmig,  im  Anfangstheile  mehr  oder  weniger 
deutlich  eingerollt,  zuletzt  die  Kammern  in  einfacher  Reihe  auf  oinander 
folgend.  Dieselben  sind  meist  wenig  gewölbt,  rasch  an  Grösse  zunehmend, 
durch  vertiefte,  jedoch  stumpfe,  zuletzt  horizontale,  im  Anfangstheile  nicht 
selten  beinahe  oder  vollständig  verwischte  Nähte,  getrennt  Die  grosse  End- 
kammer nach  oben  zusammengezogen,  an  ihrem  terminalen  Ende  von  der 
grossen,  meist  einfach  runden  Mündung  durchbohrt.  Die  Schale  ziemlich 
dick,  rauh,  sandig,  von  ziemlich  grossen,  gleichmässigen ,  doch  wenig  vor- 
ragenden, in  eine  kalkige,  stark  zurücktretende  Grundmasse  eingebetteten 
Kieselkörnern  gebildet. 

Selten  in  den  Sowerby- Schichten  vom  Gingen  (Württemberg). 


Digitized  by  Google 


G55 


b.  Poraminlfereii  mit  poröser  Kalkachale. 

226.  Cornnspira  OOlithica  Schwager  n.  sp. 
Tab.  34  (XI),  f.  4. 

Mittlerer  Hauptdurchmesser  0.45 mm. 

Das  Gehäuse  bei  normaler  Entwicklung  nahezu  kreisrund,  tellerförmig 
mit  gleichmässig  ausgehöhlten  Seiten.  Die  einzelnen  Windungen,  deren  3 
höchstens  4  in  einem  vollendeten  Gehäuse  sich  finden,  beinahe  drehrund, 
jedoch  im  Anfangstheile  nicht  selten  fast  ganz  verschmolzen.  Sie  nehmen 
sehr  langsam  und  meist  gleichmassig  an  Dicke  zu,  und  sind  durch,  zuletzt 
meist  ziemlich  vertiefte,  doch  nicht  scharfe  Nähte  getrennt.  Das  Ende  zu- 
gerundet, mit  kleiner,  runder,  endständiger,  moist  etwas  gegen  die  Naht 
gerückter  Mundung.  Die  Schale  ursprünglich  glatt,  doch  meist  durch  che- 
mische Einwirkung  angefressen,  rauh. 

Ziemlich  vereinzelt,  sowohl  in  den  Sowerby-Schichten  der  Schambelen 
(Canton  Aargau),  als  auch  jenen  von  Gingen  (Württemberg)  und  vom 
Hetzlas  bei  Erlangen  (Franken). 

227.  Lagena  bullaeformis  Schwager  n.  sp. 

Tab.  34  (XI),  f.  5. 
Mittlere  Länge  O.ö*"". 

Das  kolbenförmige  Gehäuse  im  Untertheile  kuglig,  nach  oben  mit  ab- 
nehmender Raschheit  zur  Halsverlängerung  zusammengezogen,  das  Ende  des 
Halses  an  keinem  der  vorhandenen  Exemplare  erhalten.  An  der  Unterseite 
findet  sich  stets  ein  kleiner,  mehr  oder  minder  scharf  abgesetzter,  stachel- 
artiger Fortsatz. 

Einzelne  sowohl  in  den  Sowerby-Schichten  von  Gingen  (Württemberg), 
als  auch  an  den  Schambelen  (Canton  Aargau). 

228.  Nodosaria  Waagen!  Schwager  n.  sp. 

Tab.  34  (XI),  f.  0. 

Mittlere  Länge  0.7 Bm. 

Das  Gehäuse  nahezu  oder  vollständig  gerade,  stabformig,  nach  oben 
langsam  an  Dicke  zunehmend;  mit  gerundetem,  doch  bedeutend  verdünntem 
Unterrande.  Die  gewölbten,  durchschnittlich  eben  so  hohen  als  breiten 
Kammern,  durch  horizontale,  tiefe,  scharfe  Nähte  getrennt.  Die  parabo- 
loidische  Endkammer  bei  vollendeten  Exemplaren  meist  merklich  grösser 
als  die  übrigen,  und  etwas  seitlich  geneigt,  an  ihrem  terminalen  Ende  von 
der  kleinen,  nicht  erhabenen,  runden,  gestrahlten  Mündung  durchbohrt 

Vorkommen.  Einzeln  in  den  Sowerby-Schichten  von  Gingen  und  des 
Hetzlas-Berges,  seltener  in  jenen  der  Schambelen. 

(10)  42 


Digitized  by  Google 


(150)  «5fi 

22!).  Xodosaria  detrnnrata  Schwager  n.  «p. 

Tal».  P.4  ( XI),  f.  7. 
Mittlere  Länge  0.42"". 

Das  Gehäuse  kurz,  gedrungen,  nach  oben  allmählig  und  gleichmässig 
an  Dicke  zunehmend,  unten  mehr  oder  weniger  flach  zugerundet.  Die 
Kammern,  deren  Breite  durchschnittlich  das  zwei-  bis  dreifache  der  Höhe 
beträgt,  gleichmässig  gewölbt,  doch  auch  nicht  selten  gegen  die  untere 
Naht  weit  rascher  abfallend,  durch  deutliche  meist  tiefe,  horizontale  Nähte 
getrennt.  Die  Endkammer  gerundet,  nach  oben  etwas  zusammengezogen, 
mit  kleiner,  meist  kaum  erhabener  Spitze,  sehr  kleiner,  fein  gestrahlter 
Mündung.  Die  Schale  bei  besonders  wohl  erhaltenen  Individuen  sehr  glatt, 
glänzend.  / 

Einzeln  in  den  Sowcrby -  Schichten  der  Schambelen,  selten  von 
Gingen. 

230.  Nodosaria  Sowerby  i  Schwager  n.  sp. 

Tab.  :tl  (XI),  f.  H. 
Mittlere  Länge  0.4 ■". 

Das  Gehäuse  wenig  verlängert,  nach  unten  allmählig  und  nicht  unbe- 
deutend verschmälert,  zuletzt  kurz  und  gerundet  kegelförmig  zugestutzt. 
Die  Kammern,  besonders  in  der  Höhe,  ziemlich  rasch,  doch  nicht  selten 
etwas  unregelmässig  anwachsend,  gewölbt,  durch  scharfe,  horizontale  Nähte 
getrennt.  Die  Endkammer  parabolisch  zugespitzt.  Die  Mündung  klein,  rund, 
terminal,  undeutlich  gestrahlt. 

Selten  in  den  Sowerby- Schichten  der  Schambelen. 

231.  Flabellina  semifristellaria  Schwager  n.  sp. 

Tab.  34  (XI),  f.  11. 
Mittlere  Länge  0.7mro. 

Das  Gehäuse  sehr  flach,  blattförmig  mit  meist  durchaus  gerundet  ab- 
gestutzten Rändern,  seltener  dio  letzte  Septalfläche  etwas  ausgehöhlt,  von 
niedrigen  dünnen  Randleisten  begleitet.  Der  Anfangstheil  vollständig  cri- 
stellaricnartig,  gewöhnlich  überwiegend,  mit  im  Ganzen  wenig  gebogenen, 
meist  bloss  an  dem  äusseren,  die  Mündungsspitzen  der  nächst  älteren  Kam- 
mern umfassenden  Theile,  zurückgebeugt.  Bloss  die  letzten  Kammern  rei- 
tend, alle  etwas  gewölbt,  durch  tiefe,  scharfe  eingesenkte  Nähte  getrennt. 
Die  bei  vollendeten  Gehäusen  terminale,  meist  etwas  erhobene  Mündungs- 
spitze, fein  gestrahlt,  die  Mündung  klein,  rund. 

Nicht  ganz  selten  in  den  Sowerby -Schichten  von  Gingen,  vielleicht 
auch  bei  Pommer  am  Hetzlas-Borgo. 


Digitized  by  Google 


cr,7 


(151) 


232.  Crfctellaria  lepida  Schwager  n.  sp. 
Tab.  84  (XI),  f.  !>. 

Mittlere  Länge  l"m. 

Das  Gehäuse  mehr  oder  weniger  seitlich  zusammengedrückt,  im  Ganzen 
von  dreieckigem  Umrisse  mit  schwach  gewölbtem,  nach  oben  beinahe  ge- 
radem Rücken-  und  eingebogenem  Bauchrande,  der  mit  gerundetem  Winkel 
in  die  von  oben  nach  unten  miissig  gewölbte  Septalfläche  der  letzten  Kammer 
übergeht;  massig  gewölbten  Seiten.  Ucber  das  ganze  Gehäuse  laufen,  der 
Länge  nach,  etwas  geschwungene,  unten  nicht  selten  gegabelte,  dünne  Leist- 
chen, die  durch  etwas  breitere  Zwischenräume  getrennt  werden.  Die  Kam- 
mern niedrig,  divergirend,  durch  ziemlich  scharfe,  doch  selten  stärker  ver- 
tiefte Nähte  getrennt.  Die  grosse  im  Carinalwinkel  gelegene  Mündungsspitze 
grob  gestrahlt,  von  der  kleinen  runden  Mündung  durchbohrt. 

Einzeln  in  den  Sowerby- Schichten  von  Gingen  (Württemberg)  und 
Pommer  am  Hetzlasberg  (Franken). 

233.  Cristellaria  oolitkica  Schwager  n.  sp. 

Tab.  31  (XI),  f.  10. 
Mittlore  Länge  l"m. 

Das  Gehäuse  im  Ganzen  gleichmässig  gebogen,  nach  unten  wenig  an 
Breite  zunehmend,  im  Unterende  breit  gerundet,  das  Oberende  schief  ab- 
gestutzt, der  Innen-  und  Aussenrand  kurz  und  gerundet  zugeschärft.  Die 
Kammern  wenig  gewölbt,  beiuahe  flach,  durch  schwach  und  gleichmässig 
gebogene,  divergironde,  meist  undeutliche  Nähte  getrennt.  Die  Septalfläche 
der  letzten  Kammer  flach  gewölbt  mit  etwas  gerundeter  Kante  in  die  Sei- 
tenflächen des  Gehäuses  übergehend.  Längs  des  ganzen  Gehäuses  laufen 
parallele  ziemlich  dünne  Rippen,  die  durch  merklich  breitere  Zwischenräume 
getrennt  werden,  und  im  oberen  Ende  gegen  den  Rücken  gewendet  aus- 
laufen. Die  Mündungsspitzo  gross,  kegelförmig  deutlich  abgesetzt,  gerifft, 
von  der  kleinen  runden  Mündung  durchbohrt. 

Selten  in  den  Sowerby -Schichten  von  Gingen  und  Pommer  am 
Hetzlasberg. 

234.  Cristellaria  Zitteli  Schwager  n.  sp. 

Tab.  34  (XI),  f.  12. 
Mittlere  Länge  lmm. 

Das  im  ausgebildeten  Zustande  bedeutend  verlängerte,  ziemlich  dicke 
Gehäuse  von  Füllhorn  ähnlichem  Umrisse,  nach  unten  allmählig  und  mit 
abnehmendem  Krümmungshalbmesser  der  Biegung  verschmälert.  Das  Unterendo 
(10*)  42* 


Digitized  by  Google 


(152) 


R58 


gerundet,  das  Oberende  im  Ganzen  schief  abgeschnitten.  Die  Kammern  des 
Anfangtstheiles  flach,  im  Rücken  des  Gehäuses  zu  einer  gerundeten  Kante  ver- 
engert; die  folgenden  flach  gewölbt,  mit  mehr  oder  weniger  tief  gegen  die 
Nähte  einfallenden  Seiten,  gerundetem  Bücken.  Die  Nähte  divergirend,  anfangs 
fast  verwischt,  später  tief,  scharf,  im  Vordertheile  etwas  herabgezogen,  an 
dem  Carinalende  dagegen  meist  hinaufgebogen.  Die  kleine  Mündung  an 
dem  Ende  der,  im  Carinalwinkel  erhobenen,  grossen,  gerifften  Mündungs- 
spitze gelegen. 

Einzeln  in  den  Sowerby-Schichten  von  Gingen. 

235.  Cristellaria  inconstans  Schwager  n.  sp. 

Tab.  34  (XI),  f.  15, 
Mittlere  Länge  0.8"". 

Das  Gehäuse  in  Biegung  und  Verlängerung  der  vorhergehenden  Art 
ziemlich  ähnlich,  doch  stets  flacher,  meist  weit  schlanker,  mit  mehr  oder 
weniger  zugespitztem  Unterrande,  weit  schieferen  Kammern.  Letztere  sind 
in  etwas  wechselndem  Grade  niedrig,  gewölbt,  durch  tiefe,  scharf  einge- 
senkte, flach  gebogene  Nähte  getrennt  Die  Endkammer  meist  merklich 
grösser  und  gewölbter  als  die  übrigen,  mit  gewölbter  Septalfläche ,  grosser, 
kurz  konischer,  erhobener,  endständiger  Spitze,  kleiner,  gestrahlter  Mündung. 
Die  vorliegende  Form  ist  in  manchen  Fällen  etwas  schwer  wieder  zu  er- 
kennen, besonders  wenn  die  Kammern  viel  rascher  als  gewöhnlich  an  Breite 
zunehmen;  doch  ist  sie  durch  das  zugespitzte  Unterende  und  die  auffallend 
schiefe  Lage  der  Kammern  im  Allgemeinen  wohl  gekennzeichnet. 

In  ihren  verschiedenen  Abänderungen  nicht  ganz  selten  in  den  Sowerby- 
Schichten  von  Gingen  und  des  HetzlasbergeB,  selten  an  den  Scham- 
belen. 

236.  Cristellaria  limata  Schwager  n.  sp. 

Tab.  34  (XI),  f.  13. 
Mittlere  Länge  0.55  "m. 

Das  Gehäuse  ziemlich  dick,  seitlich  zusammengedrückt,  massig  verlängert; 
der  Krümmungshalbmesser  der  Rückenbiegung  mit  gleichmässiger  Raschheit 
zunehmend,  die  letzte  Septalfläche  gleichmässig  gewölbt,  deren  unterer  Theil 
mit  dem  Gesammtverlaufe  des  obern  Rückenumrisses,  in  der  Seitenansicht, 
mehr  oder  weniger  deutlich  parallel,  der  Embrionaltheil  gegen  den  übrigen, 
bei  aufrechter  Stellung,  auf  der  Vorderseite  stets  etwas,  wenn  auch  manch- 
mal kaum  merklich,  vorragend.  Die  Kammern  beinahe  flach,  hoch,  langsam 
anwachsend,  gegen  den  Rücken  und  Bauchrand  abfallend,  durch  wenig  go- 


Digitized  by  Go 


659 


(153) 


bogcne,  divergirende,  schwach  vertiefte,  stumpfe  Nähte  getrennt.  Die  End- 
kammer mit  stark  gerundet  winkliger  oder  einfach  gewölbter  Septalfläcbe 
und  rückenständiger,  erhobener,  dicker  Spitze,  die  von  der  kleinen,  gestrahlten 
Mundung  durchbohrt  wird. 

Vereinzelt  in  den  Sowerby-Schichten  von  Gingen. 

237.  Cristellaril  SehJoenbachl  Schwager  n.  sp. 

Tab.  34  (XI),  f.  10. 
Mittlere  Länge  0.5""". 

Das  Gehäuse  länglich,  seitlich  zusammengedrückt,  mit  etwas  vorragendem, 
mehr  oder  weniger  eingerolltem  Untertheile,  der  jedoch  meist  weniger  hoch 
hinauf  reicht,  als  es  bei  dem  gezeichneten  Exemplare  der  Fall  ist,  und 
dessen  Band  meist  allmählig  mit  concaver  Biegung  in  den  letzten  Septalrand 
übergeht.  Der  Endtheil  erhaben  mit  mehr  oder  weniger  schiefer,  etwas 
gebogener,  bloss  in  dem  untern  Theile  schärfer  einfallender  letzter  Septal- 
fläche,  deren  letzterer  Theil  mit  dem  Seitenumrisse  des  oberen  Rückenrandes 
mehr  oder  weniger  deutlich  parallel  verläuft.  Der  Rücken  in  allmählig 
geöffneter  Spirale  aufgerollt,  gerundet  oder  selbst  scharf  winklig  zusammen- 
gezogen, besonders  nach  oben  durch  die  Kammerenden  in  wechselndem 
Grade  (doch  selten  so  bedeutend,  als  es  an  dem  gezeichneten  Exemplare 
der  Fall  ist)  wellenförmig  ausgeschnitten.  Die  Nähte  vertieft,  gerundet, 
massig  schief,  divergirend,  ziemlich  gleichmässig,  doch  nicht  bedeutend  ge- 
bogen. Die  Mündung  im  Carinalwinkel  gelegen,  gross  von  einem  Kreise 
von  Einschnitten,  die  in  die  Mündungsspitze  einschneiden,  umgeben. 

Einzeln  in  den  Sowerby-Schichten  von  Gingen  und  Pommer  am 
Hetzlas-Berg. 

238.  Cristellaria  foliacea  Schwager  n.  sp. 

Tab.  34  (XI),  f.  17. 
Mittlere  Länge  0.45—  bis  0.5mm. 

Das  Gehäuse  im  Ganzen  mehr  oder  weniger  stark  zusammengedrückt, 
oft  ganz  platt  mit  beinahe  stets  gegen  den  Unterrand  der  letzten  Septal- 
fläche,  wenn  auch  oft  unmerklich  vorragendem  Embrionaltheile,  mit  in  etwas 
unregelmä8siger,  nicht  selten  beinahe  gebrochener  Spirallinie  aufsteigendem 
Rückenrande,  der  sich  in  dem  Anfangstheile  mehr  oder  minder  einer  Kreis- 
spirale nähert.  Die  Seiten  des  Gehäuses  flach  gewölbt  oder  ganz  flach, 
rasch  gegen  den  gerundet  kantigen  Rücken  abfallend.  Die  Septalfläche  der 
letzten  Kammer  gewölbt  im  Unterrande,  deren  Umriss  mit  dem  Gesammt- 
umrisse  des  oberen  Rückentheiles  mehr  oder  weniger  deutlich  parallel.  Die 


Digitized  by  Google 


(154) 


<;<;o 


Nähte  flach  gebogen,  meist  scharf,  tief,  divergirend,  in  den  äussersten  oboren 
Theilen  durch  die  Ueberwölbung  der  Mündungsspitzen  der  Torhergebenden 
Kammern  gewöhnlich  zurückgebogen.  Letztere  meist  etwas  vorragend,  nicht 
sehr  gross,  fein  gestrahlt;  die  Mündung  klein,  rund. 

Die  vorliegende  Art  bildet  mit  den  zwei  vorhergehenden  eine  enge 
Gruppe,  die  überdicss  noch  durch  einzelne  Uebergangsformcn  stärker  ver- 
bunden wird,  trotzdem  aber  halte  ich  es  für  gerechtfertigt,  wenn  man  sie 
möglichst  strenge  auseinander  zu  halten  sucht,  weil  es  nur  auf  diese  Weise 
gelingt,  sich  eine  bestimmte  Vorstellung  von  diesen  bo  indifferenten  Formen 
zu  bUden  und  die  Gesetze  zu  erkennen,  denen  ihre  allmählige  Entwickelung 
unterliegt. 

Häufig  sowohl  in  den  Sowerby  -  Schichten  von  Gingen  und  von 
Pommer  am  Hetzlas-Berge,  als  auch  in  jenen  der  Schambelen. 

239.  Cristellaria  reticnlata  Schwager  n.  sp. 

Tab.  34  (XI),  f.  14. 
Mittlere  Längo  0.6 mm. 

Das  Gehäuse  etwas  seitlich  zusammengedrückt,  dick,  von  im  Ganzen 
eiförmigem  Umrisse.  Die  Seiten  schwach  gewölbt,  in  der  Gegend  des  Nabel» 
etwas  eingedrückt,  dor  Rücken  gerundet.  Bloss  der  letzte  Umgang  sichtbar, 
die  Kammern  jedoch  äusserlich  kaum  zu  unterscheiden,  die  Nähte  verflacht 
Die  Septalfläche  der  letzten  Kammer  gewölbt  ohne  Absatz  in  die  Seiten- 
flächen übergehend.  Die  Seiten  des  Gehäuses  mit  im  Ganzen  concentrischen 
dünnen  Rippen  geziert,  die  sich  mit  radial  verlaufenden,  zu  vier-  oder  häu- 
figer noch  zu  sechseckigen  Maschen  verbinden.  Aehnliche,  doch  meist  ein- 
fach herablaufende  Rippen  finden  sich  im  Rücken  und  an  der  Septalfläche. 
Die  Mündung  klein,  gestrahlt,  an  dem  Ende  der  im  Carinalwinkel  gelegenen 
Mündungsspitze  gelegen. 

Selten  in  den  Sowerby-Schichten  der  Schambelen. 

240.  Cristellaria  Sowerbyi  Schwager  n.  sp. 

Tab.  34  (XI),  f.  18. 
Mittlerer  Hauptdurchraesser  0.5 mn. 

Das  Gehäuse  geschlossen,  spiral,  etwas  länglich,  mehr  oder  weniger 
flach  mit  deutlichem,  manchmal  selbst  etwas  flügelartig  losgelöstem  Rand- 
kiele. Die  9  — 10  Kammern  eines  Umganges  flnch  gewölbt,  scharf  gegen 
die  Nähte  einfallend.  Sie  reichen  mit  ihrem  inneren,  meist  gerundeten  Ende 
nicht  ganz  bis  in  die  Windungsmitte,  und  lassen  einen  mehr  oder  minder 
bedeutenden  Nabeltheil  frei,  der  dann  meist  von  der  flachen  Nabelschwiele 


Digitized  by  Google 


fifil 


bedeckt  wird,  die  sich  überdiess  nicht  selten  mit  sternförmigen  Fortsätzen, 
als  Verdickung  der  Septal wände,  zwischen  die  Kammern  einschiebt,  welche 
letzteren  sich  sogar  in  einzelnen  Fällen  zu  gerundeten  Nahtrippen  erheben. 
Die  Septal  fläche  der  letzten  Kammer  flach  gewölbt,  bei  jüngeren  Formen 
mit  mehr  oder  weniger  kantig  gegen  die  Seitenflächen  des  Gehäuses  ab- 
schneidenden Rändern;  bei  alten  Formen  dagegen  dieselbe  gewölbt,  un- 
merklich in  die  Seitenflächen  übergehend.  Die  Mündung  im  Carinalwinkel 
gelegen,  gestrahlt,  meist  noch  otwas  in  die  Soptaltiäche  herablaufend.  Die 
Schale  bei  wohlerhaltenen  Exemplaren  auffallend  glatt,  glänzend. 

Nicht  selten,  sowohl  in  den  Sowerby -Schichten  von  Gingen  und  von 
Pommer  am  Hetzlas-Berge,  als  auch  in  jenen  der  Schambelen. 

241.  Cristellaria  vulgaris  Schwager  n.  sp. 

Tab.  34  (XI),  f.  19. 
Mittlerer  Hauptdurchmesser  0.6""". 

Das  Gehäuse  vollkommen  involut,  von  rein  kreisapiraligem  Umrisse, 
mit  mehr  oder  weniger  hoch  gewölbten  Seiten,  gerundetem  Kiele.  Die 
Kammern  massig  hoch,  ganz  flach,  bloss  bei  besonders  alten  Individuen  die 
letzten  gewölbt,  in  welchem  Falle  dann  die  Septalfläche  der  letzten  Kammer, 
welche  ebenfalls  gerundet  ist,  allmüblig  in  die  Seiten  des  Gehäusos  übergeht ; 
ausserdem  sind  die  Septalflächen  ziemlich  flach,  ja  selbst  etwas  eingesenkt, 
und  in  einzelnen  Fällen  mit  feinen  niedrigen  Randleisten  versehen.  Die 
Nähte  äusserlich  kaum  unterscheidbar,  schwach  gewölbt,  einfach  radial  oder 
besonders  zu  Ende  die  mittlere,  mässig  grosse,  wenig  oder  gar  nicht  er- 
hobene Nabelscheibe  tangirend.  Die  Mündung  im  Carinalwinkel  gelegeu, 
meist  robulinenartig  noch  etwas  in  die  letzte  Septalfläche  fortgesetzt. 

Nicht  selten,  sowohl  in  den  Sowerby -Schichten  von  Gingen  und  von 
Pommer  am  Hetzlas-Berge,  als  auch  jenen  vou  den  Schambelen. 

242.  Rotalia  semiornata  Schwager  n.  sp. 

Tab.  34  (XI),  f.  20. 
Mittlerer  Hauptdurchmesser  0.45""°. 

Das  Gehäuse  linsenförmig  von  krcisspiraligem  Umrisse  mit  zugeschärf- 
ten oder  selbst  ausgezogenen  Rändern ,  meist  etwas  höher  gewölbter  Spiral- 
flacherer  Nabelsoite.  Die  Kammern  auf  der  Spiralseite  flach  gewölbt,  schief, 
zurückgebogen.  Auf  den  Nahtlinien  derselben  erheben  sich  mehr  oder 
weniger  entwickelte,  nicht  selten  etwas  unregelmässige,  in  wechselndem 
Qrade  dicke,  hohe  Leistchen,  die  mit  dem  ebenfalls  meist  verdünnten  Rande 
zusammenfließen.  Auf  der  meist  glatten  Nabelseite  die  sehr  wenig  gewölbton 


Digitized  by  Google 


(156) 


Kammern  beinahe  rein  radial  gestellt,  im  Nabel  zusammenlaufend.  Letzterer 
wird  von  einer  mehr  oder  weniger  grossen,  meist  nicht  erhobenen  Schwiele 
bedeckt,  die  nur  in  einzelnen  Fällen  etwas  vorragt,  und  sich  zwischen  die 
Kammern  mit  gerundeten  Septalrippcn  sternförmig  fortsetzt.  Die  Mündung 
eine  schmale,  in  der  Beptalnaht  der  Nabelseite  ausgeschnittene  Spalte. 

Häufig  in  den  Sowerby  -  Schichten  von  Gingen,  seltener  in  jenen  von 
Pommer  am  Hetzlas-Berg  und  von  den  Schambelen. 


243.  Siphonendca  entrochonim  Ferry. 

1861.    Si]>hon.  entrochnrum  Ferry:  Note  Sur  PEt.  Baj.  des  Enr.  de  Macon,  p.15. 
Zone  des  Amm.  Sowerbyi  vonSolutre  und  Flace  bei  Macon  (Saone- 
et-Loire). 

244.  Discoelia  glomerata  Ferry. 

1801.    Dioc,  glomerata  Ferry:  Kote  sur  PEt.  Baj.  des  Enr.  de  Macon,  p.  15. 
Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Flace  bei  Macon  (Sa6ne-et-Loire). 

245.  Stenocoelia  Ferryi  Fromentel. 

1861.    St.  Ferryi  (Frora.)  Ferry:  Note  sur  PEt.  Baj.  des  Enr.  de  Macon,  p.  16. 
Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Milly  und  Flace  bei  Macon  (Saöne- 
et-Loire). 

246.  Honotheles  Bajoccnsis  Ferry. 

1861.   Monoth.  Bajocensis  Ferry:  Note  but  PEt.  Baj.  des  Enr.  de  Macon,  p.  16. 
Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Milly  und  Flace  bei  Macon  (Saone- 
et-Loire). 

247.  Stellispongia  Cotteaul  Ferry. 

1861.    Sttllisp.  Cotteaui  Ferry:  Note  lur  PEt.  Baj.  des  Enr.  de  Macon,  p.  16. 
Zone  des  Amin.  Sowerbyi  der  Umgegend  von  Macon  (Saone-et-Loire). 

248.  Ocnlospongia  Fromentel i  Ferry. 

1861.    Oculosp.  Fromtnteli  Ferry:  Note  sur  PEt  Baj.  des  Enr.  de  Macon,  p.  17. 
Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Flace  bei  Macon  (Sa6ne-et-Loire). 

249.  Sparsispongia  pustulosa  Ferry. 

1861.    Sparnspony.  pustulosa  Ferry :  Note  sur  PEt.  Baj.  des  Enr.  de  Macon,  p.  1 7. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Flace  und  Milly  bei  Macon  (Saöne- 
et-Loire). 


Digitized  by  Google 


'663 


(157) 


250.  Cnpulochonia  snbhelvelloides  Ferry. 

18U1.    CupulocfLSubhelvelloides Ferry:  Kote  »ur  1'Et.Baj.  des  Env.  deMacon,  p.  17. 
Zone  des  Anm.  Sowerbyi  von  Milly,  Solutre,  Flace  und  Charnay 
bei  Mac  od  (Sa6ne-et-Loire). 

251.  Cnpnlochonia  sp.  indet. 

Tab.  33  (X),  f.  11  a.  b.  c.  d. 
Es  kommt  sehr  selten  in  der  Zone  des  Anm.  Sowerbyi  von  Gingen 
eine  Cupulochonia  vor,  welche  vielleicht  mit  der  vorhergehenden  Art  über- 
einstimmen wird.  Da  sich  diess  nach  der  von  Ferry  gegebenen  Beschrei- 
bung nicht  mit  Sicherheit  feststellen  lässt,  ziehe  ich  es  vor,  dieselbe  als 
unbestimmte  Art  anzuführen.  Ich  habe  eine  Abbildung  gegeben,  um  das 
Urtheil  über  dieselbe  zu  erleichtern. 

252.  Actinoftmgia  Matisconensis  Ferry. 

1861.   Actinofung.  Matisconensis  Ferry:    Note   lur  l'Et.  Baj.  dea  Enr.  de 
Macon,  p.  18. 

Zone  des  Amm.  Sowerbyi  von  Flace  bei  Macon  (Saöne-et-Loire). 

253.  Talpina  edoliformis  Quenstedt. 

1858.  Talpina  tdüliformis  Quemt.:  Jura,  p.  431,  tb.  69,  f.  6. 
Die  feinen  dichotomischen  Gänge,  welche  Quenstedt  beschreibt, 
scheinen  von  einem  bohrenden  Schwämme  her  zu  rühren.  Sie  finden  sich 
in  verschiedenen  Schichten  auf  mancherlei  Muschelschalen,  und  werden  auch 
in  der  Zone  des  Anm.  Sowerbyi  fast  nirgends  vermisst;  in  Franken, 
Schwaben  und  der  Schweiz,  bei  Bayeux  und  Symondsbury. 


Ich  führe  endlich  noch  die  für  den  Lower  Sandstone  Shale  and 
Coal  der  Küste  von  Yorkshire  bezeichnenden  Pflanzenreste  an,  wenn  es 
auch  noch  nicht  mit  Sicherheit  ausgemacht  ist,  ob  man  sie  besser  der  Zone 
des  A.  Sowerbyi  oder  der  des  A.  Sauzei  zurechne.  Es  ist  indess  immerhin 
interessant,  auch  die  Flora,  welche  zu  jener  Zeit  einen  Theil  Europas  be- 
kleidete, näher  ins  Auge  zu  fassen. 

254.  Thnites  expansus  (Sternberg)  Phillips. 

1829.    Thuites  expansus  (Stbg.)  Phill.:  Oeol.  Yorksh.  II,  p.  153,  tb.  10,  f.  11. 
Lower  Sandstone  Shale  and  Coal  (Zone  des  Anm.  Sowerbyi?)  der  Küste 
von  Yorkshire. 


Digitized  by  Google 


(158)  664 

255.  Sphenopteris  mnscoides  Phillips. 

1829.   Sphenopt.  musaride*  Phill.:  Oeol.  of  Yorksh.  II,  p.  153,  tb.  in,  f.  10. 

Lower  Sandstone  Shale  and  Coal  (Zone  des  Amm.  Sotcerbyi?)  der  Küste 
von  Yorkshire. 

256.  Sphenopteris  stipata  Phillips. 

16-9.    Sphenopt.  stipata  Phill.:  Oeol.  of  Yorksh.  II,  p.  1.13.  tb.  In,  f.  8. 
Lower  Sandstone  Shale  and  Coal  (Zone  des  Amm.  Sotcet  byi  ?)  der  Küste 
von  Yorkshire. 

« 

257.  Sphenopteris  ?  laneeolata  Phillips. 

1829.    Spfienopt.r  laneeolata  PbiU.:  Oeol.  of  Yorksh.  II,  p.  153,  tb.  10,  f.  6. 
Lower  Sandstone  Shale  and  Coal  (Zone  des  Amm.  Souerbyi  ?)  der  Küste 
von  Yorkshire. 

258.  Neuropteris  laevigata  Phillips. 

1829.    Neuropt.  laevigata  Phill.:  Oeol.  of  Yorksh.  II,  p.  154,  tb.  in,  f.  9. 
Lower  Sandstone  Shale  and  Coal  (Zone  des  Amm.  Sotcerbyi  ?)  der  Küste 
von  Yorkshire. 

25'J.  Cycadites  latifolim  Phillips. 

1829.    Cycad.  latifolius  Phill.:  Oeol.  of  Yorksb.  II,  p.  164,  tb.  lo,  f.  1. 
Lower  Sandstone  Shale  and  Coal  (Zone  des  Amm.  Sotcerbyi?)  der  Küste 
von  Yorkshire. 

260.  Cycadites  gramineus  Phillips. 

1829.    Cycad.  gramineus  Phill.:  Oeol.  of  Yorksh.  II,  p.  lfi-l,  tb.  10.  f.  2. 
Lower  Sandstone  Shale  and  Coal  (Zone  des  Amm.  Sotcerbyi  ?)  der  Küste 
von  Yorkshire. 

261.  Cycadites  lanceolatos  Phillips. 

1*29.    Cycad.  lanceolatu*  Phill.:  Oeol.  of  Yorksh.  II,  p.  l.">4,  tb.  1U,  f.  'A. 
Lower  Sandstone  Shale  and  Coal  (Zone  des  Amm.  Sotcerbyi  ?)  der  Küste 
von  Yorkshire. 

262.  Cycadites  Pectenoldes  (Sternberg)  Phillips. 

1*29.    Cycad.  pectenoides  (Stbg.)  Phill.:  Oeol.  of  Yorksh.  II,  p.  löl,  tb.  10,  f.  4 

Lower  Sandstone  Shale  and  Coal  (Zone  des  Amm.  Sotcerbyi?)  der  Küste 
von  Yorkshire. 


Digitized  by  Google 


(159) 


263.  Flabellaria  ?  viminea  Phillips. 

1825».    Flabell.  viminea  Pl.ill.:  Oeol.  of  Yorksb.  U,  p.  114,  tb.  10,  f.  12. 
Lower  Sandstone  Shale  and  Coal  (Zone  des  Amm.  Sotverbyi  ?)  der  Küste 
von  Yorkshire. 

264.  EqaLsetnm  laterale  Phillips. 

Equiset.  laterale  Phill.:  Oeol.  of  Yorksh.  II,  p.  1'.:!,  tb.  10,  f.  13. 
Lower  Sandstone  Shale  and  Coal  (Zone  des  Amm.  Sowerbyi  ?)  der  Küste 
von  Yorkshire. 

205.  Chondrites  scoparius  Tbiolliere. 

lb.18.    Fucoides  scoparius  Thiolliere:  Bull.  goc.  G«ol.  de  France  II'  s£r.  XV,  p.  7ls. 
18(51.    Chondrites  scoparius  (Thioll.)  Duroortier:    Bull.  soo.  Oool.  de  France 
II'  ser  XVIII.  p.  .181. 

Eine  sehr  verbreitete  Seepflanze,  welche  indess  eich  über  mehrere 
Schichten  der  Unterregion  des  Untcroolithea  verbreitet,  indem  sie  bereits 
in  den  Schichten  des  Amm.  opalinus  beginnt  und  bis  in  die  untersten  Lagen 
der  Zone  des  Amm.  Humj)hriesianus  hinauf  fortsetzt.  Für  die  Zone  des 
Amm.  Sowerbyi  scheint  die  Art  namentlich  im  mittelländischen  Mecres- 
b ecken  bezeichnend,  sie  findet  sich  indess  auch  hie  und  da  in  diesem 
Niveau  im  Süddeutschen,  Helvotischen  und  Pariser  Becken. 


Digitized  by  Google 


Inhalt 

Einteltog   Pag.  611  (5; 

Verbreitung  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  Pag.  523  (11)  -  584  (78; 

I.  Süddeutsohes  Heereibecken. 

Franken  Pag.  524  (18] 

Schwaben   ,  531  (25' 

Randengebirg   538  (32] 

II.  Helvetisches  Heeresbecken. 

Canton  Aargau  und  Canton  Basel    ,  540  (84] 

Breisgau  (Baden)   „  642  (30' 

Haut-Rhin  Departement   ,  545  (39] 

CAte-d'Or,  Ba6ne-et-Loire,  Bhdne,  Isere  Departements   ,  647  (41] 

Jura  und  Doubs-Departements   ,  551  (45; 

Canton  NeuohAtel,  Bern  und  Solothurn   „  553  (47 

Schweizer  Alpen   ,  565  (49 

III.  Hittell&ndisches  Heeres becken. 

Var  Departement   ,  557  (51] 

Tyroler  Alpen    ,  659  (53] 

Ardeche,  Gard,  Herault,  Losere  und  Aveyron  (z.  Th.)   ,  560  (54] 

IV.  Pyrenftisehes  Heeresbecken. 

Charente  Departement    „  562  (56] 

Vendee  und  Deux-8erres  Departements   ,  563  (57] 

V.  Pariser  Becken. 

.  Ahne,  Ardennes,  Heuse  Departements   ,  564  (58] 

Luxemburg;  Hoselle,  Heurthe,  Haute-Harne  Departements  ....  ,  566  (60] 

Yonne,  Nierre,  Cher,  Indre  und  Yienne  Departements   ,  568  (62] 

Deux-Sefres  (z.  Th.),  8arthe,  Orne,  Calvados  Departements.   ...  ,  570  (64] 

Dorsetshire  und  Somersetshire   ,  573  (67] 

VI.  Nordenglisches  Heeresbecken. 

Gloucestershire   ,  575  (69] 

Yorkshire   ,  579  (73] 

VII.  Norddeutsches  Heeresbecken. 

Braunschweig,  Hannover  und  Preussen  (z.  Th.)   ,  580  (74] 

Die  fossilen  Arten  der  Zone  des  Amm.  Sowerbyi  ....  Pag.  585  (79)  —  665(169 


Digitized  by  Google 


Druckfehler  und  Verbesserungen. 


Pag.  52»;  (20)  Zeile  8  von  oben  Lamk  st^tt  Lauk. 

„  unten  Macandrewia  statt  Waldheimia. 

„  unten  cf.  Eudtsi  Opp.  statt  globata  80  w. 

„  unten  Macandrctcia  statt  Waldheimia. 

„  unten  Gingtwti»  statt  subangularis. 

„  unten  globosa  statt  cf.  globosa. 

,  oben  cf.  *?riafa  Rss.  statt  ghimrrala  n.  *p. 

„  unten  DiaMo]>ora  petaloides  ?tatt  E*chara  sp. 

„  unten  ßerenirnt  statt  Diastopora. 

„  unten  Oeodon  stutt  Gnoden. 

.  oben  cf.  Eude*i  Opp.  *tatt  cf.  globata  80*. 

„  oben  Gingtmi*  statt  subangulari«. 

„  oben  cf.  Eudesi  statt  cf.  globata  Sow. 

-  oben  Cristellarien  statt  Cristnllerieu. 


- 

T.27  (21) 

- 

1 

- 

531  (28) 

14 

n 

534  (2*) 

1» 

12 

534  (28) 

• 

11 

534  (28) 

3 

535  (2«J) 

1» 

•  i 

53ü  (:;o) 

3 

- 

530  (30) 

2 

537  (31) 

1 

- 

510  (34) 

2 

- 

541  (35) 

- 

'.1 

554  (18) 

10 

664(118) 

- 

13 

Digitized  by  Google 


Berichtigungen  zu  Band  I. 


Heft  I.    Ueber  Trias  und  Jura  in  den  Sudalpen. 

Der  Gefälligkeit  des  Scidenfabrikanten  Herrn  A.  Pischl  in  Roveredo  verdanke  ich 
folgende  Berichtigungen  von  Gebirgs-,  Orts-  und  Flurnamen: 

Es  ist  zn  le*en:  statt  Colognola  oder  Cognola—  Cologna,  *tatt  Orto  d'Abram 
Orto  d'Abramo,  statt  Mt.  Zara  (Profil  III  etc.)  ~  Mt.  Zun»,  stutt  die  Lena  — 
der  Leno,  statt  Castel  Pietro  —  Castel  pietra,  statt  Cotsanto  —  Colsanto, 
Matt  Val  Lagorina  -  Val  Lagarina,  statt  Val  Astica  -  Val  d'Aitico. 

Ferner  andere  ich  den  schlecht  gebildeten  Namen  Terebrutula  hexagonalis 
i  p.  MW)  in  Terebr.  bexagona  um. 

Ceromya  papyracea  (p.  1G3)  ist  bereits  vergeben  (cf.  Marcon,  lettres  Sur  les 
roches  du  Jura  p.  300),  ich  ersetze  daher  den  Namen  durch  Ceromya  tirolonsis. 

Natica  incerta,  von  Dunckor  aufgestellt,  ist  zwar  eingezogen  worden,  doch  scheint 
es  nicht  zweckmässig,  einmal  benutzte  Namen  im  andern  Sinne  aufs  Neue  zu  verwenden. 
Die  auf  Seite  156  beschriebene  Art  mag  daher  Natica  fallax  heissen. 

Endlich  sind  auf  p.  202  in  der  Tabelle  die  Schichten  des  Amtnonites  acanthicus 
uh  Unterabtheilung  der  Ki  m  mrid  ge-G  rup pe  einzutragen  vergessen  worden.  —  Dieser 
Theil  der  Tabelle  stellt  sich  dann  folgender  Massen  dar: 


Diphya-Kalke  mit  Ter.  diphya,   (In  den  Nordalpen:  Schichten 


A.  hybonotus,  Iithographicus, 
ptychoicus,  Zignodianus  etc. 


Schichten  des  Amm. 


mit  T.  Diphya  von  Hals  bei 
Weyer,  Losenstein;  ausser- 
halb der  Alpen:  Lithogra- 
phische 8chiefer  von  Born- 
hofen, Nusplingcn,  Cirin.) 

(In  den  Nordalpen  noch  nicht 
unterschieden;  ausserhalb  der 
Alpen:  Zone  des  Amm.  te- 
nuilobatu«.) 


Benecke. 


Digitized  by  Google 


Ii  70 


I 


Ferner  ist  zu  lesen 

Heft  III  (Norddeutsche  Cenoman -Brachiopoden) : 

.  407,  Zeile  12  ron  unten  statt  Glaurotomaria:  PUurotomaria 
415  und  422  haliotididta  statt:  haliotoidea,  ebenso 
422  und  425  Lamarkana  statt  Lamarki. 

426,  Zeile  4  Ton  unten  ist  hinter  Bhyndtonella  einzuschalten:  dimidiata  Sow.  id., 
und  die  Worte  latissima  und  eompresna  Dar.  sind  in  Parenthese  zu 
setzen. 

429,     „     18  ron  oben  lateralis  Nilss.  statt:  canaiiculatus  Sow.  sp. 

450,  .,  11  von  oben  ist  nachzutragen:  Nach  soeben  erhaltener  Mittheiluug  tod 
Herrn  Th.  Davidson  kommt  Terebr.  depressa  Lam.  bei  Up  wäre  in 
Cambridgeshire  im  Sehten  Lower  Green  Sand  vor. 

481,  10  von  oben  Mantellana  statt:  paucicosta. 

501,     „       1  Ton  unten  dimidiata  statt:  latis»ima. 


Digitized  by  Google 


Register 

znm  L  Bande. 


(Bei  Benützung  des  Registers  bittet  man,  zuerst  die  Druckfehlerverzeichnisse  und  Berich- 
tigungen auf  p.  204,  3 1 8,  398  und  668 — 670  zu  vergleichen.) 


A..  Ortsregister. 

(Italienische  Berg-  oder  Thalnomen  sind  theils  allein,  theils  mit  der  Bezeichnung 
.Münte*  oder  „Val*  davor  aufzusuchen,  ebenso  findet  man  die  Namen  der  französischen 
Departements  theils  ohne,  theils  mit  dem  vorgesetzten  Worte  „Departement'1.) 


Aalen  (Württemberg)  G23. 

Aare  (Fluss)  üiü. 

Aargau  132. 

Adamello  1_LL 

Agordo  116,  341. 

Ahaus  (Westphalen)  468,  420. 

Ain  Departement  2üiL 

Ala  100,  145^  14JL 

Albaredo  22,  23,  24,  100,  UiL 

Albarracin  271. 

Alblanque  112. 

Alfeld  (Hannover)  40JL 

Alle  Barche  100,  IMl 

Alpen  523. 

Altenbeken  (Westphalen)  406. 

Altenstadt  (Wttrttemb.)  689,  596,  614,  615j 

616,  618,  623. 
Altissimo  di  Nago  6. 
Amberg  23^  284,  285. 
Ampezzaner  Gebirge  13£L 
Andelot  216,  257. 
Andon  (Var)  222, 
Andrich  104j  116. 


Angolo  4^  HL 
Angouleme  (Frankr.)  424. 
Angouleme  (Vers.  d.  geolog.  Oes.)  562. 
Aplerbeck  (Westpb.)  456. 
Apremont  bei  Kantua  314. 
Aro-sous-Hontenot  216,  257. 
Ardeche  Departement  261. 
Arlbergpass  56. 

Aselfingen  (Baden)  538,  591,  696,  612,  614j 

61Ü,  Iii'.). 
Atlas -Gebirge  272. 
Aubenas  21LL 

Aubigne  (Sarthe)  220,  264,  265,  et  passim 
—  31L 

Auerbach  in  der  Oberpfalz  UÜi. 
Aussee  327,  333» 
Avio  100. 

Baczyn  bei  Krakau  233.  280. 

Baden  (Canton  Aargau)  244. 

Baden  (Grossherzogthum)  240,  523,  642, 

Badia  Calareua  149. 

Bagnolet  (Frankr.)  424. 

Bagolino  46,  6_L 

43 


r.7-2 


Baktschi-Serai  L3& 

Balingen  (Württemb.)  238,  240,  «15, 

Balttall  247. 

Bamberg  238. 

Bannewitz  bei  Dresden  (Sachsen)  412,  IM. 

Banntieben  b.  Schöppenstedt  (Brschw. )  494. 

Bants  (Ober-Franken)  52G. 

Batna,  Prov.  Constantine  272,  284. 

Baadour  (Belgien)  417. 

Bayeux  516,  520,  572,  689,  698,  «15,  Ü2L 

Bayrer  Alp  Ü5L 

Bayrische  Alpen  2ML 

Bechtersbohl  243,  279,  28J,  283,  292,  293, 

294.  803.  30«,  307.  309. 
Beggingen  (Baden)  r-i.'is. 
Begny  (Cher.)  509. 
Beifort  (Haut-Rhin)  &£L 
Belgien  416,  452. 
Ik'lJtme  2*lL 
Belluno  LML 
Berchtesgaden  341. 
Bergamascer  Alpen  13. 
Borg  ron  Crussol  6£1L 
Berg  Obir  ML 
Bergstun  von  Marco  24. 
Berner  Alpen  254. 
Bc*agno  KL 
Besancon  255.  25JL 
fk-?ano  5iL 

Betzenau  bei  Brugg  (Ct.  Aargau)  540,  589, 

591.  592.  594.  596.  597.  «Ol.  Gl«. 
Bezeca  35,  JiLL 
Biasezza  SIL 

Bila'er  Grund  (Sachsen)  414. 
Bilin  (Böhmen)  474. 
Billmerich  (Westph.)  406,  4QL 
Binderi  142. 

Birmensdorf  bei  Baden  221.  244.  225  et 

passim  —  316. 
Blockdown  (Engl.)  425. 
Bleiberg  aiL 

Blumberg  240,  279,  280,  284.  29^  292,  225» 

Bochum  (Westph.)  406. 

Böhmen  411,  411L 

Bützberg  (Aargau)  29S. 

Bötzen  (Aargau)  279,  284,  2£lL 

Bois  de  Prix  bei  Mezieres  Mi 4. 


Holen  Purga  150. 
Bopfingen  53_L 
Borgo  Profile  29,  40. 
Bötzen  40,  142. 
Brandstätt  bei  Klein  Zell  341. 
Braunschweig  408,  £2_L 
Bre  9JL 
|  Breisgau,  Baden  542. 
Bremen  bei  Werl  (Westph.)  407. 
Breno  44,  1LL 
Brenta  30. 

Brontonico  6,  106,  114,  117. 
Brcscia  102. 

Bridport  (Dorsetshire)  573. 
Brillat  bei  Pont  de  filt-de-fer  287. 
Broitzen  bei  Braunschweig  408,  409,  421. 
Brugg  (Canton  Aargau)  244,  540. 
Buchen  stein  HL 
Buke  (Westph.)  406. 

Burgdorf  unw.  Schinden  (Hannover)  400. 
.  Burton-Bradstock  (Dorsetshire)  573.  604. 
!  Caino  80. 

Caldonazzo  101. 

Calliano  25. 

Calmoutiers  (Haute-Baöne)  546,  6-18. 
Cambridge  (England)  436. 
Canal  di  Sotto  40. 
Canton  Aargau  244,  296,  540 
Canton  Basel  247,  540,  542, 
Canton  Bern  247,  255,  553. 
I  Canton  Glarus  254,  55iL 
Canton  Neuchatel  248,  553. 
Canton  Solothurn  244,  247,  553,  554. 
Canton  Vaud  249,  555» 
Cap  Cride  bei  St.  Nazaire  557. 
Cap  la  Here  bei  le  HAvre  (Frankr.)  437. 
Capo  di  Ponte  GQ. 
Caprino  UL 

Cap  San  Vigilio  am  Gardasee  559.  «0  \ . 

Cargneule  7£L 

Casina  di  Boario  47,  76. 

Caslau  (Böhmen)  458. 

Cassian  325,  340.  SIL 

Castell  Brentonico  IL 
I  Castel  pietra  27,  85,  101,  102. 
1  Castione  IL 

j  Caussol  (Var)  222,  262,  284. 


Cave  Hill  bei  Cheltenham  üliL 
Ccdogolo  6^|,  (IL 
Cengio  alto  ML 
Ceraino  19,  LLL 
Chamaillart  268. 
Chappois  221,  257,  275,  2ßL 
Chard  (England)  426, 
Chardstock  (England)  426,  12L 
Charente-Departement  (Frankr.)  123» 
Charente-in  f.- Departement  123. 
Charnay  bei  Macon  624,  642,  G63. 
ChAteanneuf  (Frankreich)  12L 
Chfttel-Cen«oire  263,  2ßL 
Chdtel  8t.  Denis,  Freiburger  Alpen  2JLL 
Chatülon  bei  Delemont  215^  217,  219,  222, 
24L 

Chatillon  (OHe  d'Or)  263. 

Cheltenbam  307,  576,  Ml,  609, 619,  621, 1123. 

Cher-Departoment  263. 

CheTagny  bei  Macon  649. 

Chereuge  (Ardennes)  564,  623. 

Chicsa-Fluss  LLL 

Chiesa-Thal  3L 

Chintz  bei  Macon  620, 

Chiusa  125* 

Cbiusole  2Il 

Chizzola  6^  §, 

Chlomek  bei  Jnngbanzlau  (Böhmen)  474. 

Choroschöwo  (Russland)  450. 

Cima  d'Asta  30,  40,  63,  141,  142, 

Cima  di  Gaevana  KX>. 

Cima  Dodiei  30,  40,  101. 

Cima  Giogomale  101. 

Cima  Mandriola  148. 

Cima  Taralö  36^  86,  1Ü2. 

Cima  tre  Croci  100,  149. 

Cima  ündici  10L 

Cima  Vezzena  101,  Uß* 
Cimolais  114,  128. 
Cirin  136,  13!). 
Civezzano  40. 
Cividate  IL 
Cluse  15L 
Coyno  IL 

Col-des-roches  bei  Locle  248. 
Colere  77.  318, 

Colline  Ste.  Catherine  b.  Ronen  (Frankr.)  120. 


073 


C'ologna  32,  LJO. 

Colsanto  101,  LLL 

Combe  d'Eschert  bei  Delemont  2HL 

Condino  üL 

Confblens  5Ji2. 

Conlie  (8arthe)  572,  612. 

Corfara  HIL 

Corno  dei  trenta  paesi  79. 
Corsika  558. 
Corti  IL 

Cote-d'Or-Departemcnt  263. 
Crcmmlingen  unweit  Braunschwetg  494. 
Cricldey  Hill  bei  Cheltenham  652. 
Croce  Domini  46,  53,  61_,  78. 
Crosano  6,  12,  IL 

Crussol  bei  Valence  221,  261,  277,  2Iä  et 

passim  —  310,  560. 
Crzeszowioe  285. 

Cunnersdorf  bei  Dresden  (Sachsen)  4  12,  <  14. 
Dangstetten  221,  213. 
Daone  5JL 
Daone-Thal  32. 
Darfo  fifi. 

Duuphin6er  Alpen  253. 

Dep.  Ain  259,  523,  5_5_L 

Dep.  Aisne  564. 

Dep.  Ardeche  261^  523,  afiü. 

Dep.  Ardennes  564 

Dep.  Aveyron  523,  560,  63JV. 

Dep.  Bas-Rhin  523,  545, 

Dep.  Basses-Alpcs  523,  557. 

Dep.  Bouches-du-Rböne  52:;. 

Dep.  Calvados  570,  iLL 

Dep.  Charente  423,  523,  5Ji2. 
Dep.  Charente-inferieure  423,  52t). 

Dep.  Cher  263,  568,  äöJL 

Dep.  Cßto-d'Or  263,  523,  Ü1L 

D6p.  Denx-8evres  267,  523,  662,  5J0. 

Dep.  Dordogne  423,  528,  QÜ2. 

Dep.  Doubs  255,  623,  551,  5Ü3. 

D6p.  Dröme  523,  557. 

Dep.  Card  523,  560,  £35, 

Dep.  Haute-Marne  566. 

Dep.  Hauto-Saone  255,  523,  5.LL 

Dep.  Hautcs-Alpes  557. 

D6p.  Haut-Rhin  523,  &JJL 

Dop.  Hcrault  523,  &JÜL 

43* 


074 


Dep.  Indre  5*>8,  570. 

Dep.  labte  259,  547,  550,  557. 

Dep.  Jura  250,  523,  55]. 

Dep.  Lot  523,  562. 

Dep.  Losire  523,  5G0,  562,  635. 

Dep.  Maine-et-Loire  57<). 

Dep.  Meurthe  566,  567. 

Dep.  Meuse  564,  565. 

Dep.  Moselle  566. 

Dep.  Nie  vre  263,  568,  569. 

Dep.  Orne  570,  572. 

Dep.  Rhone  523,  547,  550. 

Dep.  Sa6ne-et-Loire  263,  523,  547. 

Dep.  Barthe  264,  420,  432,  670,  571,  637. 

Dep.  Var  261,  523,  557. 

Dep.  Vaucluse  261,  557. 

Dep.  Vendee  267,  563. 

Dep.  Vienne  263,  568,  570. 

Dep.  Yonne  263,  568. 

Deutach  lau  d  513. 

Deux-8eTrea  Departement  267. 

Devizes  (England)  460. 

Dezzo  48,  60,  76. 

Dijon  (Yonne)  568,  634. 

Dippoldiswalde  bei  Dresden  (8achsen)  414. 

Djebel  Chellalah  278. 

Üomaro-Berg  80,  102. 

Domegliara  145. 

Dohnsen  (Braunsehw.)  581,  583,  588,  591, 
596,  597,  598,  599,  600,  604,  613,  615, 
616,  617,  618. 

Donners  wand  bei  Frein  341. 

Dordogne-Departement  (Frankr.)  423. 

Dorsetshire  523,  573,  609. 

Dosso  149. 

Doubs-Departement  255. 

Draguignian  627. 

Dreihausen  (Westphalen)  406. 

Dresden  (8achsen)  411. 

Dnndry  574,  591,  601,  609,  631. 

Bcomraoy  267. 

Eichberg  210,  278,  279,  289,  292,  299. 
Eisenach  580. 

England  222,  425,  432,  514. 
Entratico  128. 

Entre-deux-monts  bei  Loele  248. 
Erbano  47. 


Erlangen  (Franken)  326. 

Ernstbrunn  139. 

Erzeck,  Berner  Alpen  254,  284. 

Escragnolles  (Frankreich)  444. 

Esino  61. 

Esino  72,  84. 

Essen  a.  d.  Ruhr  (Westph.)  406,  4<>7. 

Etretat  (Frankr.)  420. 

EtTochay  263. 

Errecy  517,  573. 

Falaise  (Calvados)  572. 

Farnhan]  (England)  425. 

Farringdon  (England)  429. 

Fecamp  (Frankreich)  420,  437. 

Fersina-Thal  151. 

Feugu erolles  517. 

Finonchio  27,  146,  148,  151. 

Firstwand  am  Qlarnisob  277,  282,  283. 

Flace  bei  Hacon  586,  588,  614,  623,  642, 602. 

Flöteberg  bei  Liebenburg  (Hann.)  410. 

Folgaria  101,  122,  148. 

Folkstone  (England)  425. 

Fontaine-Etoupefour  517. 

Fontenay  (Vendee)  606,  611. 

Fontenelay  bei  Besancon  287. 

Foret  de  Haye  bei  Nancy  610. 

Forges  de  Ouilles  bei  Larnod  256. 

Formio  33. 

Foum  Islamem  272. 

Franken  132,  238,  515,  524,  525,  606. 

Frankendorf  (Franken)  524. 

Frankreich  514. 

Freiburg  (Baden)  543,  616,  618. 

Freiburger  Alpen  254,  255. 

Frias  270,  271,  280,  281,  284,  285. 

Frick  (Canton  Aargau)  609. 

Frickberg  (Aargau)  542,  600. 

Frickthal  (Aargau)  244  ,  278  et  passim  — 

302,  542. 
Friesen  (Franken)  524. 
Fringeli  (Canton  Bern)  299. 
Frittlingen  (Württemberg)  537. 
Fröhmern  bei  Unna  (Westpb.)  406,  407. 
Fussen  68,  121. 

Ffltsen  am  Banden  279,  284,  285,  288,  293. 
Galiowa  218. 
Qaliiien  233,  234. 


Digitized  by  G 


r.75 


Oallitzenbach  103. 
Gammelshausen  150. 
Gandinu-Ruch  i_L 
Oarda-Profil  19,  20,  HL 
Oardone  80,  102, 
Geissberg  (Canton  Aargaa)  554. 
Geieslingen  (Württemberg)  531. 
Gigondas  202,  280,  282,  288,  264. 
Gimouille  (Cher)  5JÜL 

Gingen  im  Vilsthal  (Württemb.)  531,  532, 

:>37,  585.  58».  587—663. 
Giogo  di  C actione  77. 

Gl&rnisch  (Ct.Glarus)  119,  222, 254,  277,  555. 
Glaroer  Alpen  254. 
Gloucester-shire  524,  575,  638. 
Godstone  (England)  428. 
Golberoda  (Sachsen)  503. 
Goldbachsthal  bei  Halberstadt  (pr.  Prorins 
8achsen)  HO. 

Goppeln  bei  Dresden  (Sachsen)  ALL 
Gorno  Aß. 
Gorzone  47,  70. 

Oosheim  (Württemb.)  537,  614,  610,  ülL 
Gotha  580. 
Goreno  12» 

Grafenberg  (Franken)  526,  528,  530,  586, 
611,  015 

Grae>  bei  Ahaus  (Westph.)  490 
Graitery  247. 

Grand  Montmirail  222.  202. 
Greene  ( Braunsen weig)  015. 
Grenoble  138, 
Grigno  10L 

Grojec  bei  Krakau  233,  282,  284,  285,  2UL 
Grossenbuch  (Franken)  WO,  ijS^  OTT,  618, 
619. 

Gross-8altendorf  (Ober-Pfalz)  525. 
Gross-Sedlitz  bei  Dresden  (Sachsen)  4 1 2. 
Gruibingen  bei  Boll  309. 
Guadalajara  112. 

OOnsberg  bei  Solothurn  221,  225,  246,  287, 
554.  630. 

Gussignies  (Belgien)  460. 
Hahnenkamm  (Franken)  604. 
Halberstadt  (pr.  Pror.  Sachsen)  Hü. 
Hall  GJL 


Hall  in  Tirol  3AL 
Hallein  3AL 
Hallstatt  «4,  12L 
Hallstatter  Salzberg  327,  233* 
Hannorer  223,  S2L 
Hauenstein  (Solothurn)  555.  591,  596. 
Haute-Sadne  Departement  255. 
Heidelberg  (Baden)  544. 
Heidenheim  am  Hahnenkamm  530. 
Heiningen  (Württemberg)  537. 
Helmstein  bei  Quedlinburg  (pr.Proy.  Sachsen) 
410. 

Häretisches  Becken  d.  Jurameeres  523.  540. 
|      536,  005. 

Hesselberg  (Franken)  .">;{  1 . 

Hessiscb-Oldendorf  583. 

Hetzlasberg  bei  Erlangen  526,  528,  585,  588, 
590.  599.  600.  609.  611. 

Hetzlas-Sattal  526,  0<>4. 

Hinter-Schafberg  341. 

Hochergraben  bei  Ruhpolding  253. 
1  Hörnstein  SIL 

'  Hohenneuffen  (Württemb.)  63JL 

Hohenschwangau  252. 

Hohenzollern  536,  596,  0u4,  fiOÜ. 

Hohe  Weide  bei  Dreihausen  (Westph.)  400. 
i  Holubice  (Böhmen)  444. 
:  Horn  Castle  ü3ü 
j  Hornungsthal  bei  Buohberg  3)1. 
;  Hornussen  (Aargau)  281. 
:  Hundorf  (Böhmen)  475. 
!  Hundskogl  bei  Ischl  327,  ML 
|  Hunstanton  Cliff  (England)  ALL 
j  Hyieren  558. 
|  Idria  3LL 
|  Ignol  (Cher)  569. 

Dario  27,  20, 

De  d'Aix  (Frankreich)  424,  A25, 
i  De  Delle  270,  313,  314,  315. 
|  Ilmenspits  113. 
I  Induno  133. 
|  Innsbruck  5_0_. 

\  Insel  Wight  (England)  425,  428, 
Iscre  Departement  2dSL 
Italienisches  Becken  des  Jurameeres  523.  559 
Jardin  des  Plantes,  Sammlung  ron  d'Orbign  j 

26JL 


(i7H 


Jungingen  (Hohenzollcrn)  531»,  *37,  599,  612, 
ii><  t. 

Jura  Departement 
Kaltem  02,  143, 
Kamajk  (Böhmen)  458. 
Kandern  (Baden)  512. 
Karpathen  125,  'JitfL 

Katzengteige  bei  Oosheim  (Wflrttemb.)  537. 

Kauscha  bei  Dresden  (Sachsen)  1 1 1. 

Kerschbuchhof  iL. 

Kießling swalde  (Schlesien)  471. 

Kircheim  a.  d.  Theck  (Württemb.)  530. 

Klaus-Alpe  120. 

Klause  bei  Lienz  103. 

Klein  Herrendorf  (Böhmen)  444. 

Klein  Lützel  (Ct.  Solothurn)  222,  280. 

Klein  Reifling  311. 

Klein  Schöppenstedt  583. 

Klettgau  ÜLL 

Knapton  (England)  41)3. 

Knezivka  (Böhmen)  444. 

Kobiluny  bei  Krakau  210. 

Kötschendorf  (Franken)  027. 

Korycan  (Böhmen)  444 

KoschOtz  bei  Dresden  (Sachsen)  412.  414. 

Kotta  (Sachsen)  414» 

Krakau  122. 

Kreiensen-llolzmindener  Bahn  581. 
Kreisacker  b.  Brugg  244,  281,  283,  285,  'ML 
Kreuzgraben  bei  Staudach  251. 
Krimm  13s. 

Krohnaberg  bei  Hannover  473. 

Kttssaburg  221,  243,  2IL 

Küssenberg  bei  Bechtersbolü  2.13, 

Kutschlin  bei  Bilin  (Böhmen)  471. 

La  Chaux  de  Fonds  218. 

Lagernberg  (Aargau)  286^  314, 

Lafare  222,  202. 

La  Fauche  (Haute  Marne)  215. 

Lago  d'Arno  6_L 

Lago  di  Caldonuzzo  40,  63. 

Lago  di  Ledro  Hj.  .103. 

Lago  di  Loppio  7,  151. 

Lago  di  Molveno  143.  144. 

Lago  d'Ist-u  47,  79,  KlL 

Lago  di  St.  Croce  HO. 

Lago  di  Tenno  144. 


Lagrange-Lapraillc-de-Charnix  29Ü. 

La  Latte  bei  Nantua  314. 

Langelsheim  a.  Harz  (Brschw.)  4 09.  410. 

Langenberg  bei  Quedlinburg  (pr.  Provinz 

Sachten)  4 10. 
Langenbrücken  (Baden)  542,  544. 
Langrunne  558. 
Lutemar  6JL 
Laun  (Böhmeu)  AHL 
Lausanne,  Museum  2JJL 
Lautlingen  222,  239,  277,  279,  280,  281.  281. 

2b'>,  299. 
La  Vachcrie  bei  Eommoy  2 li  7. 
Luvurone  148. 
La  Verpilliere  550,  551. 
Lavini  di  Marco  24. 
Lavis  5_L 

La  Voulte  (Ardechc)  119,  282, 
Leckhamptonhill  bei  Cheltenham  109,  576 

622,  üü 
Le  Harre  (Frankreich)  Jjiü. 
Lcislingkogl  327,  3JÜL 
Le  Mans  207.  459. 
Lenna  72,  HL 
Leno  22. 
Lcnzumo  3JL 

Le  Pontet  bei  St.  Claude  275,  311,  312,  313, 
314,  315.  31  f.. 

Le  Rougefort  b.Licqu«»  (Frankr.)  420,  437. 

Les  Moutiers  bei  Buyeux  598,  005. 

Lea  Rangiers  (Canton  Bern)  553,  587,  588, 
597.  015. 

Lichtenau  ( Westphalen)  4(K>. 
|  Liebenburg  (Hannover)  41». 
i  Lienz  9JL 
•  Lienzer  Klause  103. 

Limburg  (Holland)  4GG. 

Limoges  562. 

Lincolnshire  575. 

Linden  bei  Hannover  473. 
■  Linsenbühl  bei  Neuhansen  (Württemb.)  595. 

Lizzanella  23. 

Lochen  (  Württemberg)  220.  23JL 
Loclc  221,  248,  291,  292. 
Lodrone  Gl. 

Loir-et-Cher-Depart.  (Frankr.)  423. 
1  Lombardei  123. 


Ü77 


Longwy  (Moselle)  591,  597,  612,  «14,  615, 

610,  618,  OjüL 
Logenstein  2JLL 
Louviere  (Belgien)  417. 
Loreri  4L 
Lublimitz  22Ü 
Lue 

Lübbecke  (Preussen)  615. 

LQckendorf  anw.  Zittau  (Sachsen)  HL 

Lfineburg  (Hannover)  408. 

Luschitz  (Böhmen)  457. 

Luserna  IUI. 

Luxemburg  514,  566. 

Lyme  Regia  (England)  Li8_ 

Lyon  55'  >. 

Macon  (8a6ne-et-Loire)  547,  585,  580,  587, 
',1  i. 

Madonna  del  Monte  22,  114,  HL 
Mähren  235. 
Magdeburg  Ü2L 
Magnc  221, 

Maidstone  (England)  12Ü. 
Mailand  Kongress  Lük 
Mailand  Sammlungen  138. 
Maitiere  (Belgien)  417. 
Mallorca  LkL 
Mandole  148. 
Marani  14f>. 
Marcheno  48,  7ü» 
Marco  ^  22,  üA 
Mariahilfsberg  bei  Amberg  237. 
Marillao  (Charente)  563. 
Martrou  (Frankreich)  12L 
Maruszyna  bei  Neumarkt  23 1. 
Masi  2JL 

Mastbruch  hei  Braunschweig  4!J4. 
Matassone  14'<, 
May  517. 

Mehle  (Braunachweig)  651. 
Meissen  (Sachsen)  112. 
Mende  (Lozerc)  561. 
Mendola  6*±, 

Merey-sous-Montrond  (Doubs)  25JL 
Mesmay  bei  Quingcy  (  Jura)  2tXJ. 
Mesnil-Louvigny  bei  Caen  604,  605. 
Metz  566,  619,  623. 
Mezieres  504. 


Mezzo  Monte  14L  LLi. 

Mezzo  Tedesco  LLL 

Mikulince  (Oalizien)  466. 

Mikultsohatz  5JL 

Milly  bei  Maoon  586,  64L,  662. 

Miotte  bei  Beifort  545,  589,  618,  fi2L 

Mirow  bei  Krakau  284. 

Mittelländisches  Becken  des  Jurameeres  523. 

556,  665. 
MIoszowa  28J,  285,  292, 
Möen  (Danemark)  486. 
Moggio  29,  40,  UIL 
Möns  (Belgien)  417. 

Mont  d'Or  bei  Lyon  550,  629,  631,  635,  ü5ü. 

Monte  Adamello  39^  6Q, 

Monte  Aifguina  70. 

Monte  Armentara  29,  4JL 

Monte  Baldo  Profile  6,  104.  107.  LLL 

Monte  Berlingkera  36. 

Monte  Biaina  144. 

Monte  Brugnollo  15_L 

Monte  Calis  14k 

Monte  Camerone  86,  1112, 

Monte  Campeglio  61. 

Monte  Casal  144. 

Monte  Cornetto  14k 

Monte  del  Castello  60,  6J, 

Monte  Qaverdina  144. 

Monte  Marchione  12, 

Monte  Muffetto  41L 

Monte  Nago  lfi, 

Monte  Paganolla  144. 

Monte  Pari  LLL 

Monte  Pasubio  100. 

Monte  Pinzocco  Uli. 

Monte  Pomm  Ii*. 

Monte  Pora  IE. 

Monte  8alvatore  &L 

Monte  8.  Emiliano  tüL 

Monte  Varo  7b. 

Monte  Venante  liXL 

Monte  Zacon  29.  40,  5JL 

Monte  Zuna  22,  2iL  146, 

Monticolo  17. 

Monti  di  Pesoro  12, 

Montignies-aur-Koc  (Belgien)  417. 

Monti  Leuini  7,  122,  149, 


Monti  Pisani  39,  43,  HL 

Montmarlon  (Jura)  287. 

Montreuil  Beilay  (Maine-et-Loire)  570. 

Mont-Saint-Martin  (Luxemburg)  566. 

Mont  8aleve  (Schweiz)  163. 

Moosberg  327,  34L 

Mori  6,  122. 

Mortagne  (Orne)  262. 

Müblheim  a.  d.  Ruhr  (Westpbalen)  422. 

Mulde  Ton  Stenico  144. 

Nancy  (Meurthe)  521,  567,  591,  508,  623. 

Nantua  (Ain)  259,  2dl,  285  et  pagsim  — 

310,  611,  63L 
Neckarthal  536. 
Nerondes  (Cher)  569. 
Neuberg  S4L 
Neumarkt  62» 
Neumarkt  (Franken)  530. 
Neumarkt  (Galizien)  233,  234,  253. 
Neunkiroben  am  Brand  bei  Erlangen  526. 
Neury-sur-Loire  (Frankreich)  491. 
Nouwallmoden  (Braunschweig)  409. 
Neuwiai  (Adennes)  219,  232. 
Netres  (Nierre)  G34. 
Niederbayern  236. 
Niederschlesien  4 15. 

Niederschöna  unw.  Tharandt  (Sachsen)  414. 
Nierre  Departement  263. 
Nikolsburg  132. 

Niort  (Deux-8evres)  2G8,  212  et  passim  — 

316,  606,  6IL 
Noce  100.  110.  129,  LLL 
Noiraigue  (Canton  Neufchatel)  246,  213  et 

paasim  —  316. 
Nolle  bei  Rotbenfelde  (Hannover)  494. 
Nomi.  Profil  25,  114. 
Nonsberg  143,  LLL 
Nonsberger  Mulde  113. 
Nördlich  vom  Hur«  408,  132. 
Norddeutsche  Jurabildungen  518. 
Norddeutsches  Becken  dea  Jurameeres  521, 

580,  613. 

Nordenglisches  Becken  des  Jurameeres  523, 
613. 

Nordöstliches  Frankreich  4  in. 
Nordwestliches  Frankreich  419,  432. 
Noriglio  Uli. 


078 


Normandie  222,  60». 

Northhampton-shire  575. 

Norton  Bevant  bei  Wannituter  (Engl.)  438. 

Norwich  (England)  438. 

Noselari  14& 

Not.  DvorÜ  (Böhmen)  422. 
Niuplingen  136. 
Nutfield  (England)  425. 
Oberalfingen  (Württemberg)  531. 
Oberau  bei  Meissen  (Sachsen)  412. 
Oberblegi-See  113. 

Oberbuchsiten  (Ct.  Solothurn)  221,  244,  247, 

212  et  passim  —  302. 
Oberhochstadt  222,  238,  277,  283,  233. 
Oberpfalz  236. 

Ocker  bei  Harzburg  588,  613. 

Oglio  ZiL 

Olomuczan  236. 

Ölten  244, 

Ortenburg  236.  232. 

Orto  d'Abramo  22,  25,  100,  145,  146. 

Osnabrück  683. 

Ouarencenis  (ProT.  Algier)  274,  284. 
Oyonnax  259. 

Paczaltowice  bei  Krakau  221.  231,  277,  279, 

280.  282,  283. 
Padone  TL. 

Padua,  Sammlung  104,  131. 

Paris,  Sammlung  von  E.  de  Yerneuil  212. 

Pariser  Becken  517.  523,  564.  665. 

Passau  221,  222,  236. 

Pasubio  147. 

Pavo  40. 

Pazzone  20. 

Pedemonte  101^  143. 

Pegnitz  (Ober-Pfalz)  525,  616. 

Pelugo  32. 

Perledo  45,  56,  33. 

Pernigotti  26,  142. 

Pezzase  4L 

Piazza  147. 
j  Piazza  di  Terragnola  12L 
I  Pierreclos  bei  Macon  654. 
'  Piere  di  Bono,  Profil  32,  48,  83,  144. 
;  Pirna  (Saoh&en)  414. 
j  Pisogne  7JL 

■  Pitulat  bei  Steierdorf  (Ungarn)  480. 


(170 


Plapperille-les-Meta  (Moselle)  f>45. 
Plauen  bei  Dresden  (Baohaen)  41l». 
Plauen'scbe  Grund  bei  Dresden  (8ach3en) 

411,  412,  414. 
Pötschenhöhe  bei  Geisern  327,  3_4_L 
Pomarolo  2.*i. 

Pommer  am  Hetzlaa  528,  585,  586,  587,  589, 

608,  609,  016,  C17,  618,  619,  G&L 
Pönale  99,  LLL 
Pontafelgraben  65. 

Ponte  di  Tiemo  7,  10^  114,  117,  1  Iii. 

Porte  de  France  ia*L 

Postelberg  (Böhmen)  4J1L 

l'oupet  bei  Salini  291. 

Pozzaohio  HL 

Prato  dei  soldi  HL 

Pre Solana  77. 

Prezzo  32,  34R 

Priesen  (Böhmen)  457. 

Priessnits  (8ach»en)  412. 

Privaa  561. 

Pro vince  hispano  alpine  337. 
Prorince  nornundo-bourguignonne  137. 
Prorinz  Algier  274. 
ProTini  Constantine  272, 
Puchow  in  Ungarn  139,  235,  253,  283.  284 
2ÄL     1 

Pyrenaeisches  Becken  des  Jorameeres  523 

562.  1 

Quedlinburg  (pr.  Pror.  Baohien)  Hfl. 
Rabenau  (Sachsen)  414. 
Rabenstein  (Franken)  628,  64JL 
Raibl  65,  66,  341. 
Raimercuz  247. 

Randen  (Baden)  22J,  240,  291  et  passim  — 

302,  523,  538. 
Raschberg  327,  833,  SIL 
Rarensgate  Hill  (Gloucestershire)  577^  587, 

610,  612,  613,  614,  616,  617,  61& 
Rärin  bleu  272. 
Rechberg  (Württemberg)  6S9» 
Recoaro  IQ,  50,  63. 
Regensburg  (Barem)  41_L  Ü2Ü. 
Reichenhall  250,  2£L 
Reigate  (England  )  128. 
Rethen  bei  8arstedt  (  Hannover)  Ü)sL 
Reutte  50.  5_L 


Rheine  (Westphalen)  406. 

Rheinischer  Busen  des  Jurameeres  542. 

Rhöne-Fluss  550. 

Rians  (Var.)  222,  262,  280,  28^  282,  283, 
284. 

Riesenkopf  bei  Kufstein  252. 

Rippien  bei  Dresden  (8achsen)  412,  414. 

Roche-Pourrie  bei  Satins  551,  588,  589,  590, 

591,  598,  612,  613,  614,  616.  618,  tf2JL 
Rodborough  Hill  bei  Cheltenham  579. 
Rofla  lü. 

Rogoznik  139,  235,  284. 

Rollingbank-Quarry,  CaTe  Hill  579. 

Romagnano  100. 

Roncone  39,  144. 

Rossmoos  327,  335,  337. 

Rothenfelde  unw.  Osnabrück  (Hannor.)  47:;. 

Rottenstein  bei  Vils  253,  28_L 

Rotzo  26,  104,  105,  119,  12L 

Rouen  (Frankreich)  420,  42L 

Rovegliana  üS» 

Rorere  di  Velo  110,  14JL 

Roreredo,  Museum  121. 

Roreredo,  Profile  22,  8jL 

Ruchenstock  in  Unterwaiden  278.  285. 

Rügen  (Pommern)  439. 

Ruh  polding  252. 

Ruhr-Gegend  (Westphalen)  -Uni. 

Sachsen  411,  416j  432. 

Saffoni  2& 

8alins  (Jura)  246,  257,  2äi>  et  passim  — 

287,  551,  5H7. 
Saltrio  103. 

Balsberg,  Haiistatter  327,  333,  ML 
Salzgitter  (Hannorer)  408,  409. 
Sandling,  rorderer  327,  328,  334,  Ü3JL 
8aöne-et-Loire  D6part.  263. 
8urca-Thal  62^  100,  116,  144,  150. 
Sardinien  112. 
Sarezzo  80. 

Sarstedt  (Hannover)  408,  409. 
8arthe  Departement  264  ,  420,  432. 
Sasso  Mattolino  84. 
Scavejaghe  20. 

Schambelen  bei  Müllingcn  un  der  Reuss 
(  Aargau)  5U,  536,  588,  589,  600,  607, 
ßÜ9.  610,  616,  6ÜL 


Scheffau  bei  Aselfingen  538. 
Schilpario  77. 

Schilt  222,  254,  277,  278,  280. 
Schiern  00. 
Schlesien  411. 
8chönberg  (Breisgau)  591. 
Schöppenstedt  (Braunschweig)  408. 
Schwäbische  Alp  23S. 
Schwarzenbach  311. 
Schwarwald  523,  551,  534. 
Schweiz  51 3. 

8chweixer  Alpen  250,  254,  555. 

Sohynberg  bei  Frick  (Cent.  Aargau)  5b9. 

Sega  di  Noriglio  24,  31,  151. 

Seiner  Alpe  00. 

Sella  29,  39,  40,  85. 

Semar  508. 

8errada  122,  147. 

Serreau  208. 

Berinerio  3(5. 

Sette  Communi  102,  KM,  122,  143,  147. 

bevenoaks  (England)  125. 

Shunklin  (England)  450. 

Siblingen  bei  Schaffhausen  241,  277,  279, 

285. 

Siehlthal  555,  58*,  591. 
8.  Martino  35,  99. 
8.  Michele  3«,  8«,  99,  102. 
Süldenau  bei  Ortenburg  230. 
Sollte«  Pont  bei  Toulon  557,  591. 
8olutre  bei  Macon  641. 
Somersetshire  573. 
Sommeraukogl  327,  333,  334,  339. 
Sorbonne,  Sammlung  2(52. 
Borne-Thal  II. 

Spelldurf  unw.  Mühlheim  a.  d.  Rulir  (West- 

phalon)  407. 
Spezziu  120. 
Spigolo  77. 
Spital  am  Pyhrn  341. 
8.  Sebastiano  148. 
St.  Anna  di  Alfaedo  122. 
8taudach  251. 

Staufeneck  bei  Keichenhall  250. 

8t.  Cacilia  9,  122. 

8t.  Cassian  143,  325,  320. 

St.  Claude  221,  257,  275  et  pa*sim  -  302. 


8t.  Croix  249,  264. 
Steinanger  bei  Wentzen  581. 
Steinbaur  bei  Weidmanntfeld  341. 
8teinbergkogl  327,  333,  335,  336. 
i  8teinholzmfihle  bei  Quedlinburg  (Prorinz 
Sachten)  410. 
Steinlah  bei  Salzgitter  (Hanau)  494. 
Stelli  bei  Ölten  291. 
Stcnico  loo. 
St.  Florent  268. 
8t.  Oiacomo  7. 
St.  Lucia  35. 

St.  Maixent  (  Deux  -  8erres )  280,  281,  311, 

315,  503—651. 
8t.  Nazaire  (Var)  558,  591. 
Storo  34,  85. 

8t.  Quentin  bei  Mete  (Moselle)  500,  618. 
Stramberg  139. 

8trasse  yon  Mezieres  nach  Paris  504. 
Strehlen  bei  Dreiden  (Sachsen)  411. 
Streichen  (Württemberg)  537. 
1  Streitberg  222,  238,  259,277,  281,  285,  30  ',. 
Strigno  40,  54,  03. 
8t.  Trajan  (Frankreich)  424. 
8t.  Vigilio  20,  107,  110,  112. 
8t.  Vigor  bei  Bayeux  006. 
8t.  Vincent  (Charente)  562,  591. 
Süddeutsches  Becken  des  Jurameeres  523, 

524,  005. 
Südwestliches  Frankreich  432. 
Südwestliches  Polen  229. 
8ülzebrunnen  bei  Quedlinburg  410. 
Suez  121. 

Sully  bei  Bayeux  591,  002,  003. 
8ulzermoosgraben  bei  Ruhpolding  252. 
Supt  (  Jura)  221,  287,  289,  291. 
8urrey  (England)  451. 
Sussex  (England)  428. 
Swinitza  120. 

Symondsbury  (  Dorsetshire  )  573,  589,  591, 

598,  021. 
Tannenalp,  Unterwaiden  254. 
Taorminn  112. 
Tarzy  (Ardenncs)  50. 
Tatra  138. 

Taubenstein  327,  341. 
Teisendorf  250. 


Digitized  by  Google 


fisi 


Teltschonalp  327,  333,  335,  337,  340,  341. 

Val  Gammonica  40. 

Tcltschen  bei  Dresden  (Sachsen)  412. 

Val  Centa  <»J.  101,  148. 

Tonay  221,  25U,  200,  280,  281,  284,  2<.)0, 

Val  a  AStlCO  IUI,  14d,  II/,  I  In. 

.|A|        .H"|<»       QiWh  Oh<l 

291,  29. j,  300,  302. 

IT— .1                                  oi1     tili      1A1       1  .1  4 

Val  dei  Lonzoi  3»i,  99,  101,  144. 

Tenczy  bei  Crzeszowice  285. 

val  Qi  itraie  vz. 

lennie  (oartnej  oil,  .»b9,  591,  o9i>, 

WH», 

Val  ai  rum  ol. 

tili,  t»l>,  tili»,  Ol/,  (»18,  (»22. 

\TÄ1   AI   T  aJm  1 

v  al  ai  LiOoro  i>4. 

np  i  *  _,  _    /"  T">  *t  1  \  Mi' 

Teplitz  (Böhmen)  411». 

•mr  m  i            X' »'.)     w".  Hirt 

Val  di  >on  (»2,  &•>,  HM. 

Terrngnola  122. 

Val  di  ocaire  4»',  t»<»,  <u. 

lcrzano  4<>,  <(» 

TT    1     J •    n  J     1  i  n  *      l  j\l 

Val  di  8ol  100,  101. 

Tcschen  in  Schlesien  250. 

>  alence  2bl,  550. 

Thalheun  (Aurgau)  282,  28J. 

Val  Lagarina  145. 

TlinlmSa.iiiA  '»TT 

Vulle  Macniora  122. 

inaranut  (oacnsen)  414. 

Vallunga  2b,  1  _  1 . 

Tbouars  (Ueux-Sevres)  (.»34. 

Valmorbia  85,  147. 

lierno  0,  9,  14,  L>,  34,  lOO. 

Val  Upoi  oii. 

i  ione  ii»,  i.ji». 

Val  rOJu  bl. 

Tiroler  Alpen  2;j0,  im9. 

Val  Kon  Chi  100,  149. 

Toldi  28. 

Val  Koiolon  53,  101. 

Toliiie  79. 

Val  BuoDia  t.f)  oi. 

Torbole  18,  122,  MC». 

TT  _  1     O  _     1   Oll 

Val  Scalve  341. 

Torri,  Profil  19,  20. 

Val  Sugana,  Pronl  29,  105,  14*. 

Toulon  557. 

Val  Hupina  /o. 

Tournay  (Belgien)  417,  431. 

Val  lellina  uO. 

Tournus  (Saöne-et-Loire)  638. 

Val  lerraguoio  101,  14/. 

Tramayea  (Saöne-et-Loire)  518. 

>  al  1  ruvers  2ia. 

Trnmbilleno  14". 

\7«l    T1  _ „      |  <      *7(T      Iii.)      Q  1  1 

Val  Irompia  44,  iv,  10J,  a41. 

Tranchö  des  grosses  terres  221,  208. 

\ar  Departement  j(>j. 

Tratzberg  81. 

Varenna  45,  83. 

Trcroosine  30. 

>  uuc'iuse  uopartcniHiii  zui. 

Trenc»in  114. 

v  euretta  144. 

Trept221,  200,  277,  280,  281,  282,  283,  285, 

v  euretta  ui  aouis  uj,  ikki. 

293,  295,  298,  302. 

\  eniovice  (buiimen;  Ii  i. 

Trient  40,  02,  03,  100,  10<i,  110,  112,  128. 

veitun  4U. 

Trimbach  boi  Ölten  244,  283. 

V  /.»ui  iLi'i      1  1  iin  ii  rtn  ui  ri  11  r      '/I.  j 

v  fuui'O  ucparrcnioiii  -'</. 

Trzcbinia221,  232,  277,  278,  279,  280, 

281, 

Tniinna      ntammlllnoan     1  ' t  T 

vorona,  oaniiinuiigt'n  ioi. 

282,  283,  285,  288,  269,  291,  292, 

295, 

v erruca-öoiianzo  -n. 

299. 

Uebingsen  bei  FrÖhmern  (Westpbalen)  400. 

Villa  40,  Gl,  110. 

Uetzing  bei  Staffelatein  52G. 

Villa  montagna  113,  148. 

Ungarn  233. 

Villar  del  Cobo  271. 

Unterpetzen  84. 

Vicenza,  Sammlung  108,  131. 

Uuterwaldcn  254,  255. 

Vienne  Departement  2ü3. 

Ursulaberg  bei  Reutlingen  215. 

Virgloria-Pasa  49. 

Val  Ampola  35,  85r 

Ylärapags  114. 

Val  Arsa  22,  23,  85,  10O,  144. 

Vögisheim  (Baden)  642,  620. 

Val  Bona  32,  99. 

Vogeaen  545,  551. 

G82 


Voglarn  bei  Ortenburg  222,  237,  271»,  283, 
2)^5. 

Volano,  Profil  22,  27,  109,  121. 
Volpino  54,  79. 

Vorderer  Sandling  327,  828,  334,  33«,  340, 
341. 

Vossberg  bei  Osnabrück  (Preusien)  615. 

Waadtland  555. 

Walenstadt  280,  283. 

Wangenhoefe  (Basel)  542. 

Wannensteige  bei  Zollhaut  288. 

Wannenthal  239,  271),  280. 

Wartninster  (England)  425. 

Wasseralfingen  531,  537. 

Waterlappe  bei  Werl  (Westphalen)  407. 

Weinböhla  bei  Dresden  411. 

Weismain  (Ob.-Franken)  525,  588,  5«J7,  017, 

Gl 8,  019,  620,  622. 
Wcissenburg  (Franken)  238,  530. 
Weissig  (Sachsen)  414. 
WeisskirchliU  (Böhmen)  444. 
Weisweil  243. 

Welschhufa  bei  Dresden  412. 
Wendisch-Carsdorf  (Sachsen)  414. 
WenUen  (Braunschweig)  581,  583,  587,  591, 

592,  596,  597,  598,  600,  608,  618,  615, 

616,  618,  621. 
Werl  (Westphalen)  407. 


Wessenberg  bei  Handach  293. 
Westliches  Frankreich  42o,  432. 
Weitphilisch-jubhercynisches  Gebiet  405. 
Westphalen  406,  432. 
Wildulpenberg  341. 

Wilhelmshöhe  bei  Billmerich  (  Westphalen  ) 

406. 
Wiltshire  523. 
Wochein  341. 

Wolfenbüttel  (Braunschweig)  410. 
Wrisbergholzen  bei  Alfeld  (Hannoter)  40'J. 
Württemberg  515,  000. 
Würzburg  58. 

Yeoril  (Somertetshire)  517,  574,  591,  592, 
'94. 

Yonne  Departement  263. 

Yorkshiro  516,  524,  579,  604. 

Yoyeuse  bei  Aubenas  221,  261,  280,  2ol, 
282,  283,  285. 

Ytt6  l'Ereqoe  (Frankreich)  444. 

Zalas  bei  Krakau  233,  284. 

Zankerode  (Sachsen)  412. 

Zbyslar  (Böhmen)  458. 
.  Zeihen  (Aargau)  279. 
I  Zeltberg  bei  Lüneburg  (Hannorer)  408. 
1  Zittau  (8achsen)  414. 
>  Zollhaus  am  Randen  277,  285,  294. 

Zürich,  Museum  274. 


B.    Register  der  Schichten-  und.  GesteinH- 

Bezeichnungen. 


Aachener  8and  482. 
Alpenbantsandstein  51,  52. 
Alpendolomit,  schwarzer  62. 
Alpenkalk,  mittlerer  67,  81. 
Alpenkalk,  unterer  50,  54,  62. 
Alpine  Kreide  des  eüdl.  Frankreichs  423. 
Ammonitenkalk,  rother  6. 
von  Borgo  29,  105,  123. 


Ammonites  acanthious,  Schichten  des:  toii 
Ponte  di  Tierno  12,  13. 
Brentonico  17,  18,  19. 
Torri  21. 

Madonna  del  Monte  22,  23. 
Nomi  25,  27. 
Volano  27,  28. 
8ella  31. 


Digitized  by  Google 


R83 


Ammonites  ptychoicus,  Schichtendes  17,  IS, 

20,  2L 
Ammonitico  roaso  122» 
Angoumien  123. 
Anhydritgruppe  58. 
Aptychen-8chiefer  252,  253. 
ArgoTien  Marcou  213,  214,  255,  25L 
Arlberg-Kalke  GS. 

Arme  Rotomagensis-8chicbien  408,  132. 
Assise  calcareo-marneuse  arec  couches  spon- 
giaires  et  calcaire  ä  nodales  Beaudonin  214. 
^starten-Schichten  des  oberen  Jura  Wd. 
Austernbank  2L 
Avicula-Schichten  25. 
Azzarolagruppe  BÖ. 

Biancone  14,  17,  18,  19,  25»  27,  123^  12t, 
134,  135, 

Birmensdorfer-Schichten  Moesob  21L 
Hleiglanz  7Ü. 

Böhmische  Kreide  411.  416. 
Brachiopodenbank  21. 
Brauneisenstein  23. 

Brauner  Jura  p.  (*.  Th.)  Rorainger  513. 
Brongniarti-Schichten  4 IG. 
Buehensteiner  Kalk  49,  82,  325, 
Bunter  8andstein  50,  62,  58,  59. 

Verbreitung  60,  20. 
Calcair  a  Entroques  514,  547,  551,  560, 

568,  569. 
Calcair  ä  fucoides  514,  560. 
Calcair  ä  Polypiers  549,  551. 
Calcair  a  Scyphies,  Etage  ArgovienDesor  215. 
Calcair  ä  spongiaires,  Etage  Argorien  Albin 

Gras  21JL 
Calcair  ä  Ter.  Phülipsi  511L 
Calcair  de  Cuton  514,  550. 
Calcair  de  la  Porte  de  France  253. 
Calcair  de  Longwy  514,  566. 
Calcaires  a  Pect,  personatus  647. 
Calcareus  Grit.  264. 
Calcair  ferrugineux  Chapuis  514,  566. 
Calcare  ammonitico  rosso  11,  123. 
Calcare  del  Saaso  degli  Stampi  SÖ. 
Calcare  farinoso  Zfi. 
Calcare  marnoso  114.  116. 
Callorien  lflü. 
Campanien  423. 


Cardita-8ohicht  71,  73. 
Carentonien  423,  424,  132. 
Cassian,  Aelterei  71. 
Cassianer-Sohichten  55^  70,  78i  81. 
Cenoman-Bildungen  405,  132. 
Cenoman-Bildungen  Belgiens  ü'j. 
Cenoman-Bildungen  des  nordSstl.  Frankreichs 
419. 

Cenoman-Bildungen  des  nordweatl.  Frank- 
reichs 410. 

Cenoman-Bildungen  des  Sarthe*Departements 

420. 

Cenoman-Bildungen  Englands  425. 
i  Cenoman-Bildungen  Frankreichs  419. 

Cenoman-Bildungen  hu  Nordendes  Ilnrzesiü^. 

Cenoman-Bildungen  Mecklenburgs  411. 

Cenoman-Bildungen  Sachsens  411. 

Cenoman-Bildungen  Westphalens  405. 

Cephalopodenfacies  22L 
:  Ceromyenbank  21. 
!  Chalk  125. 

|  Chalkmarl  425,  426,  132. 

Chalk  with  8ilioeou>  grains  427,  432. 
i  Chert-beds  12S. 

Chloritic  Marl  425,  427,  132. 

Conglomerat  der  Trias  Ton  8ella  21»,  30. 
Tom  Croce  Domini  4JL 
Vorarlberg  53. 

Conglomerat  von  Koschats  414,  432. 

Coniacien  423. 

Contorta-Schichten  55. 

Coral-Facies  223,  24A 

Corallien  von  Tonnere  253. 

Couche  a  Amm.  primordialis  Desl.  573. 

Craie  de  Villedieu  417. 

Craie  glauconieuse  419. 

Craie  marneuse  405. 

Craie  marneuse  a  Inoo.  labiasus  419. 

Crinoideen-Breccie  Bachmann  514. 

Crinoiden  Gestein  iL 

Crustacean-Stratum  428. 

Dachsteinkalk  64,  IL 

Dentalienbank  59. 

Depot  de  Gorno  et  Doss-ena  73,  Z4* 

Depot  de  l'A»«aroIa  TA  73. 

Depot  des  pctrificationg  d'Esino  72,  73. 
j  Depot  des  8obistes  noirs  marneux  73. 


684 


TtepAt  Ton  8t.  Cassian  75. 

Dievcs  417,  4r>2. 

Dioriti«che  Gesteine  «2. 

Diphyakalk  13,  19,  25,  27,  231,  233,  234, 

252,  253. 
DiscoTdean  Stratum  420,  432. 
Dogger  103. 

Unterer  107. 

Oberer  114. 
Dogger  ron  Yorkshire  510. 
Dolomit»  media  87,  *8. 
Dolomio  de  8.  Difendento  9(1. 
Dolomie  moyenne  95. 
Dolomit  von  Val  Arsa  22,  24. 

▼on  Nomi  2"». 

Ton  Mt.  Armentara  29. 

von  Cima  Yezzena  31. 

von  Besano  50. 

von  Yal  Ampola  35. 

von  Esino  74. 

Verbreitung  142. 
Dolomit  von  Mt.  Zacon  29. 

Prezzo  32. 

Cognola  32,  34. 
Dordonien  423. 

Dunkler,  versteinerungsleerer  Thon  (m)  und 
Thon  mit  A.  opalinus  (z.  Th. )  8trombeck 

513. 

Effinger  Schichten  245. 

Eigenerze  von  Mont  St.  Martin  500. 

Eisenschüssiger  Kalk  mit  A.  Murchisonae  u. 

Pect,  personatus  (z.  Th.)  Mösch  513. 
Enorinitenbank  von  Ponte  di  Tierno  11. 
Encrinitenhorizont,  oberer  9,  107. 

unterer  23,  2t»,  107. 
Encrinitenschicht  der  Trias  von  Cognola  33. 
Esinokalkstein  70. 

Stellung  91. 
£tage  albien  435. 
Etage  cenoroanien  417. 
Etage  infraliasien  80. 
Etage  turonien  405,  417. 
Exogyren-8andstcin  410. 
Exotische  Blöcke  250,  555. 
Farringdon  Sponge  Grave!  and  Sand  429. 
Fasselschioht  328,  329. 
Faxekalk  441. 


,  Fer  de  la  Roche  Pourrie  Marcou  514,  552, 
J      «07,  04 S. 

Ferrugineous  oolite  109. 

Fimbriabed  1<»9. 

Fimbrinmarl  109,  514,  577,  021. 
Firestone-beds  428. 
Flag  freestone  109. 
Flammenmergcl  40.",  410,  4:j2. 
Flysch  des  Siehlthales  555. 
Fortes  toises  432. 
Freestone  577. 
Galeriten-Pliner  470. 
Gardonien  423,  425,  432. 
|  Gargas-Mergel  491. 
Gasteropodenschichten  der  Ilallst&dter  Kalke 
330. 

des  Sandling  333,  330,  337,  33!). 

von  Esino  90,  97. 
1  Ouult  405,  425,  432. 
Gcrvillienschicht  100,  110,  148. 
GlÄmiich-Schichtcn  120. 
Glimmer  02. 

Glimmersandstein  der  unteren  Trias  47. 
Glimmerschiefer  des  Monte  Muffetto  40. 

des  Lago  di  Caf  02. 
Gosauprovinz  des  alpinen  Kreidereichs  411. 
Granit  02. 

der  cima  d'Asta  141. 
Graue  Kalke,  oolithische  in. 

untere  10,  170. 

von  Rovorodo  22. 
Green  Bed  427,  432. 
Grey  Chalk  420. 
Grödener  Sandstein  58. 
Croupe  de  Gorno  et  Dossena  74. 
Groupe  de  la  dolomie  moyenne  73. 
Groupe  de  TAzzarola  73. 
Grün  erde  15. 
Grünsand  410,  412,  432. 
Grünsand  mit  Thoneisenstein  407. 

ohne  Thoneisenstein  400. 
Grünsandstein  410.  * 
Grünsand  von  Essen  407,  408. 
Gruppe  des  Amm.  naviculari«  420,  424,  4S2. 

des  Inoc.  labiatus  420,  424,  432. 

des  Pecten  asper  420,  432. 
Gruppo  dellu  dolomia  inferiore  45. 


Digitized  by  Google 


085 


Grypliaoa  grit  514,  570. 
Outtensteiner  Kalk  43,  49,  52,  54,  58. 
Gypsmergel  41. 
Oyps  Ton  Corti  47,  51. 

der  Lombardei  und  Tirol  59,  71. 
Hallstatter  Gruppe  82,  153. 
Hallstatter  Kalk  43,  55,  74,  320. 
Hallstatter  Schichten  327. 
Halobienachichten  ron  Piere  32. 

Ton  Tormio  83,  54  ,  81,  98,  153. 
Haselberger  Marmor  252,  253. 
Hauptbuntsandstein  51. 
Hauptdolomit  71,  84. 

Stellung  91,  95. 
Haoptlager  der  Turriliten  etc.  421. 
Hauprmuschelkalk  52,  59. 
Hilsconglomerat  von  Essen  407. 

yon  Schöppenstedt  408,  431. 
Hornblende  62. 
Hornblendegestein  62. 
Iropressa-Thone  258,  266. 
Infraliae  74,  88,  89. 
Kalke,  graue  ron  8.  Caecilia  10. 

Besagno  16. 

Caprino  19. 

Mt.  Zuna  22. 

8ega  di  Noriglio  24. 

Nomi  25,  26. 

Volano  27,  28. 

Borgo  29. 

Verbreitung  142. 
Kalke,  schwarze,  der  Monti  di  Pesoro  41. 

ron  nallstadt  64. 

▼on  Ischl  64. 

Ton  Ardese  74,  98. 

der  Porte  de  France  138. 

von  Ernstbrunn  139. 

Xikolsburg  139. 

8tramberg  139. 

Krakau  139. 
Kalkstein  Ton  Friedrichshall  58. 

von  Wildungen  71. 
Kalke  von  Nusspling  136. 

Cirin  13(5,  139. 

Grcnoble  139. 
KarpathUcher  Klippenkalk  233,  234. 
Kelloway-Gruppe  235,  238,  251. 


I  Keuper  71,  79. 
Kieselglmunerschiefer  41. 
Kimmeridge-Gruppe  235,  274. 
Kimmridgien  132,  136 
Klau8-8chichten  106. 
Klippenkalk  138. 
Knollenkalk  81. 
KöSBener  Schichten   4,  71. 
Kreide  der  Krim  138. 

Ton  Regensburg  411. 
Lacunosa-Sohiohten  Hoesch  214. 
Lager  der  Archiacia  sandalina  421,  432. 
der  Globiconcha  rotundata  421,  432. 
der  Lima  Reicbenbachi  421,  432. 
der  Perna  lanceolata  421,  432. 
der  Trigonia  daedalea  121,  432. 
der  Trigonia  spinosa  421,  432. 
der  Trigonia  sulcataria  421,  432. 
der  Zamien  und  Ter.  ovata  421,  432. 
des  Ammonites  falcatus  121,  432. 
des  Ammonites  Rotomagensis  421,  432. 
des  Holaster  suborbicutaris  420. 
des  Haut.  Largilliertanus  421,  432. 
des  Pecten  elongatus  421,  432. 
des  Scaphites  aequalis  421,  432. 
des  Thecidium  rugoaum  421,  432. 
des  TurriL  undulatus  421,  432. 
Leptaena-Bett  589. 
Lias,  unterer  71,  103. 

der  Lombardei  74,  101. 
Mittlerer  103. 
Oberer  103. 
Ton  Lienz  103. 
Lithographischer  Schiefer  von  Solnhofen  252. 
Lower  Cbalk  405,  425,  426,  432. 
Lower  Green  8and  430. 
Lower  Sandstone  and  Shale  514. 
Lower  Trigonia  grit  514,  576,  609,  622,  623. 
Malicre  514,  572. 
Malm  123. 
Malmrock  428. 

Marlysandstone  et  Oolithe  ferugineuse  (Ba- 

jocien)  (2.  Th.)  Desor  et  Gressly  513. 
Marmo  majolica  124. 
Marmorgesteine  250. 
Marmor,  schwarzer  52 
Murnes  a  Ostrea  acuminata  Ag.  615. 


Digitized  by  Google 


68G 


Marnes  nerviennes  139. 
Müntes  oxfordiennes  214,  253. 
Medolo  103. 
Mclsphyr  147. 

Mendola  Dolomit  50,  81,  143. 

Mergel,  gradschiefrige  59. 

Mergelschiefer  69. 

Meule  118,  4:i2. 

Mittlerer  Planer  411,  432. 

Murchiaonae  Schichten  (z,  Th.)  Moesch  513. 

Muschelbank  des  Personalen -8andsteins  (z. 

Th.)  8chrflfer  513. 
Muschelbank  (Nr.  59)  Theodori  513. 
Muscheloonglomerat  149. 
Muschelfelsen  von  KoschtUz  414. 
Muschelkalk  von  Val  Trompia  44. 

Marcheno  64. 

Pieve  54. 

Reooaro  58. 

Verbreitung  60,  74,  76,  78,  142. 
Muschelmarmor  von  Bleiberg  65. 

mit  Astarte  106. 
Myaciten  facies  222,  246. 
Mytilusbänke  122. 
Nautilus  laevigatus  Lager  428,  432. 
Neocom  mit  Apt.  Didayi  234. 
Neocom-Schichten  mit  A.  Astierianus  253. 
Neocom-Sohichten  mit  A.  macilentus  252. 
Niveau  de  la  Lima  heteromorpha  et  Terebr. 

perovalis  Deslongchamps  514. 
Kummuliten-8chichten  6,  14,  17,  18,  19,  25, 

27  29. 

Obere  Cenoman-Schichten  416. 

Obere  Kreide  mit  Bei.  mucronatua  436. 

Obere  Kreide  mit  Bei.  quadratua  473. 

Obere  Liasmergel  (z.  Th.)  A.  Roemer  513. 

Oberer  Planer  416,  432. 

Oberer  Planer  mit  Inoc.  labiatus  405,  432. 

Obere  Schichten  des  unteren  Pläners  411. 

Obere  Zone  des  A.  opalinus  (mit  Pleurom.  I 

exarata)  Brauns  513. 
Oberster  Lias,  Schichten  des  A.  opalinus  (*. 

Th.)  F.  Roemer  513. 
Oligoklas  62. 

Oolite  ferugineuse  Marcou  514. 

Oolite  ferugineuse  (z.  TL)  Thurmann  518. 

Oolith  der  grauen  Kalke  10. 


Oolith,  rother  der  Trias  von  Borgo  30. 
des  Val  di  8calve  70. 
Val  Centa  63. 
von  Vigilio  107. 

Oolithische  Konkretionen  14«. 
Opalinus-8chichten  234. 
Orthoklas  02. 
Oitrcenbänke  122. 
Oxford-olay  214, 
Oxford-Gruppe  235,  239. 
Oxfordien  100,  123,  127. 
Oxford  Oolith  264. 
Oxford-Tbone  265. 
Partnachsohiohten  51,  53,  67,  Hl. 
Partnachschiefer  71. 
Peagrit  109,  575. 
Pebble  Bed  451. 
Pectiniten-Kalk  530. 
Pflanzengestein  von  Nomi  20. 

von  Volano  27. 

der  Trias  von  Prezzo  33. 

des  rothen  Sandsteins  41. 

von  Recoaro  60. 

von  Rotzo  105,  127. 

Plänerkalk  411. 
Plänersandstein  416. 
Plattenkalk  50. 
Plattiger  Muschelkalk  51. 
Porphyr  von  Bella  29,  30. 
Ton  Bötzen  142. 

Posidonomyengestein  von  Ponte  Tierno  9. 

Madonna  del  Monte  22. 

Nomi  25. 

Volano  27. 

Andrich  104,  107. 
Provencien  423. 
Purbeckschichten  140. 

Raibier  Schichten  46,  66,  66,  69,  70,  71,  73, 
74,  79. 

Rauohwacken  der  Trias  29,  32,  41,  47. 
mit  Oypa  64,  78. 

Red  Chalk  454. 
Rpgonsburger  Kreide  411. 
Reiflinger  Kalk  43,  81. 
Rhaetisohe  Gruppe  64,  86. 
Stellung  90. 


Digitized  by  Google 


■ 


G87 


Rie*enbelemniten-8tufe,    untere  Schichten 

Gflmbel  513. 
Riesenoolich  tü. 
R5th  51,  52, 
Koggenstein  104- 
Rotomagensis-Schiohten  408,  432. 
Rotomagien  423,  425,  422. 
Sächsische  Kreide  411. 
Salzgebirge  52. 
Sandlinger  Horizont  337,  333. 
Sandstein  der  Tri«  29,  30,  32,  41,  46,  142. 
Santonien  423. 

Seaglia  ^14^17,18^19,25,27,  29,  30. 
Scaphiten-Plüner  417. 
Scaphites  bed  427,  432* 
Schaamkulk  53« 

Schichten  der  Arionla  exilis  38, 
der  Gerrillia  bipartita  46,  13, 
der  Rhynchonella  büobata  w,16, 19,23,28. 
der  Terebratula  curriconoba  11,  18,  26. 
der  Terebratula  diphya  13, 18,  20,  21, 28, 
der  Terebratula  fimbria  10,  19,  107,  im. 
des  Ammonites  acantbicus  130,  153. 
des  Ammonites  Murohiionae  1<.*>. 
des  Bei.  giganteus  (t.Th.)  Schruefer  5_UL 
des  Inoceram.  polyptocus  Seebach  513. 
mit  Amm.  Martini,  Nisus  etc.  494. 
mit  Amm.  Rotomagensis  4JJ1L 
mit  Amm.  subbullatus  333. 
mit  Amm.  variana  40fi. 
mit  Peeten  asper  407. 
mit  Peeten  Hargharitae  53. 
mit  Retzia  trigonella  52. 
ron  Azzarola  87. 
Ton  Campil  49,  58. 
Ton  Corfara  55,  81,  153» 
Ton  Dossena  IL 
von  Oorno  46,  55. 
ron  Groden  48,  49,  55, 
ron  Gnggiate  7_L 

Ton  Perledo  u.  Narenna  45,  5JV,  56,  8-L 

ron  Seils  49,  58, 
Schiefergestein  dei  lago  dArno  fiL 
Schiefer,  sandige  der  Trias  4_L 
Schieferthon  mit  Pflanzonresten  414. 
Schieferthon  50,  5L 

rother  üü. 


Schierndolomit  67,  325. 
Schlesisohe  Kreide  411. 
Sehotter  bei  Sella  29, 

Scyphienkalke  von  Oberbnehiiten,  Trimbach, 

Egg,  Birmensdorf  Oppel  215. 
8erpula-Sand  412. 
Serrino  32»  43,  77, 
SUicatbildungen  der  Somma  62. 
Bistema  epioolitico  121h. 
Solenhofener  Schichten  133. 
Sousgronp  inferieure  de  Poolite  inferieure 

Burignier  514,  565. 
S«werbyi-8chichten  (t.  Tb.)  Moeseh  513. 
Speeton  clay  433, 
Sponge  Gravel  of  Farringdon  41ÜL 
Spoogiten.Facies  220,  246, 
Spongitcn-Sohichten  260,  264,  258, 
Spongitien  Etalloo  214.  '257. 
St.  Cassianer  Tuffe  325. 
Steinkohlenformation  39,  45, 
8teinsalz  51. 

Subbullatns-Horizont  336,  337. 
Syenit  32, 

Systeme  aachenien  418,  4?2. 
Systeme  cenomanien  417,  432. 
Systeme  nerrien  417. 
Systeme  senonien  417. 
Systeme  turonien  417,  432, 
Terebraterbank  53. 

Terrain  a  chaOles  223,  246,  249,  255,  291. 
Thon  mit  Belemn.  minimus  AÜ5. 
Thonschiefer  29,  31,  39,  40,  32. 
Tieferer  Unterjura  (Bajoeien)  s.  Tb,  Studer 

514. 
Titanit  32, 

Tithonisehe  Gruppe  234,  235, 
Tourtia  407,  410,  416,  417,  432  ete. 
Tourtia  herrien  4-LL 
Tourtia  nerrien  417. 
Trias.   Gliederung  4L 

ron  "Würzburg  öS, 

Untere  iL 

Obere  50,  63,  81,  SL 

Verbreitung  99,  30, 
Trias  superieur  13. 

inferieur  IL 
Trigonollenkaik  52, 

44 


CBS 


Trürameroolith  1  r»Q- 

Tuffkreide  von  Maestrich  t  42». 

Turon-Bildungen  41f». 

Turriliten-Schioht  IM. 

Unterer,  cenomaaer  PlSner  4l).r>,  432. 

Unterer  Pläner  4_LL  122. 

Unterer  Quadersandstein  412,  414.  432. 

Unteres  Niveau  der  Quadratenkreide  475. 

Untcroolith  iL 

Unterste,  muacholreiche  Lagen  des  weissen 

Jura  von  Birmensdorf  Mousson  214. 
Upper  Freestone  514,  57fi. 
Upper  Green  8 and  425,  427,  429,  482. 
Upper  Trigonia  grit  67'i. 
Varians-Schichten  409,  482. 
Verrucano  32,  4iL 
Vilser  Kalke  235,  250,  25],  25JL 
Virgloriakalk  49,  50,  5^  62,  64^  56,  6L. 
Vogesen-Sandstein  58. 
"Weisser  Jura  240. 
Wellendolomit  52. 
Wellenkalk  58^  5JL 

unterer  5JL 
Wenger  Schichten  67,  8_L 
Wenger  Schiefer  HJ."*. 
Werfener  Schiefer  43,  42. 
Westph&lisch-subherovnische  Kreide  405. 
Wetzatein-8chiefer  2Ü2* 
Yellowiah  brown  sandstone  etc.  -1 28. 
Zeolith  im  Basalt  lü. 
Zone  der  Grjphaea  arcuata  £L 

der  Ostrea  biauriculata  420,  424.  432. 

der  Ostrea  vesioulosa  423,  432. 

der  Pleurom.  exarata  Brauns  513. 

der  Rhynchonella  comprcssa  420,  424, 
425,  432. 

der  Ter.  iraprenta  219^  240,  241,  245.  287. 
der  Trigonia  sulcataria  und  des  Catop. 

carinatus  432. 
des  Ammonites  angulatos  86,  88. 
des  Amm.  Arolicus,  des  Amn,  canali- 

culatus  oder  des  Amm.  transversarius 

Oppel  2HL 
des  Amm.  biarmatus  2_LL 
des  Amm.  bünammatus  225. 
des  Amm.  corducus  214,  215,  286,  238, 

2-lü,  248,  •■>•.:. 


Zone  des  Amm.  Humphriesianus  los,  6»7. 
des  Amm.  Lamberti  215. 
des  Amm.  Hurchisonae  Bachmann  &LL 
des  Amm.  Parkinsoni  607,  615, 
dcs  Amm.  Rotomagensis  432. 
des  Amm.  Sauzci  535,  607. 
des  Amm.  Sauzei  (z.  Th.)  Oppel  513. 
des  Amm.  Sowerbyi  512,  513,  607. 

im  Aisne,  Ardennes,  Meose  Depar- 
tement 564. 

im  Ardeche,  Gard.  Horault,  Lozere 
und  Aveyron  Dep.  56Q. 

in  Braunschweig,  Hannover  und 
Preussen  (z.  Th.)  58!i 

im  Breisgau  (Baden)  542. 

im  Canton  Aargau  und  Canton  Ba- 
sel fiilL 

im  Canton  Neuchatel,  Bern  und 

Solothurn  553. 
im  C  hären  le  Departement  5Ü2. 
im    Cote-d'Or,    8a6ne- et -Loire, 

Rhöne,  Isere  Dep.  547. 
im  Deux- Serres  (z.  Th.),  8arthe, 

Orne,  Calvados  Dep.  570. 

in  Dorsetshire  u.  Somersetshire  ä2L 

in  Franken  524. 

in  Glouceitershire  575. 

im  Haut-Rhin  Departement  515. 

im  Jura-  und  Doubs  Dep.  551. 

in  Luxemburg;  Maselle,  Meurthe, 

Haute-Marne  Dep.  5fi<i. 
im  Randengebirg  538. 
in  Schwaben  631. 
in  den  Schweizer  Alpen  555. 
in  den  Tyroler  Alpen  559. 
im  Var  Departement  557. 
in  den  Vendee  und  Dcux-SeTro« 

Departements  5_£L 
in  den  Yonne,  Nievre,  Cher,  Indre 

und  Vienne  Departements  5J& 
in  Yorksbire  579. 

Zone  des  Amm.  splendens  and  Bei.  minimal 

Zone  des  Amm.  stenupis  1;17. 
des  Amm.  subbullatus  338. 
dos  Amm.  tenailobatas  235 


I 


Zone  des  Ammonites  traogvemrius  Oppel, 
Waagen  2J_L 

im  Aio  und  auaseralpinen  Theil  des 

Isero  Departements  259. 
in  Algerien  272. 
hn  Ardeche  Departement  2.r>9. 
im  Canton  Aargan  und  Sstl.  Theil  des 

Canton  Solothurn  244, 
im  Canton  Neuchatel  248. 
im  Canton  Vaud 

im  Cöte-d'Or,  Yonne,  Saone-et-Loire, 
Cher,  Yienne-Dlpartement  21ÜL 

im  Deux-Sevres  und  Yendee  Departe- 
ment 2<i7. 

in  Franken  238. 

im  Grosshersogthum  Baden  240. 
im  Haute-Saöne  u.  Doubs-Dep.  2üfi. 
im  Jura- Departement  250. 
in  den  Karpathen  233. 


in  MAhren  235. 

in  Niederbayern  und  Oberpfalz  236. 
im  nordwestl.  Theil  des  Canton  Solo- 
thurn und  Canton  Bern  2t7. 
im  Sarthe-Departemeot  2(U. 
in  der  Schwäbischen  Alp  238. 
in  Spanien  270. 
im  südwestlichen  Polen  229. 
in  Tyrol,  den  Alpen  von  Bayern  und 

der  Schweix  230. 
im  Vaucluse  und  Yar  Depart.  2fiL 
Zone  des  Cid.  fiorigemma  2JÜ. 
des  Inoceraraui  labiatus  4  J>2. 
des  Pygnrus  lampas  421,  4[V2. 
des  Scaphites  aequalis  422* 
des  Scaphites  Geinitzi  417. 
des  Turrilites  oostatus  421,  452. 
des  Turrilites  tuberculatus  422,  432. 
Zweiter  GrQnsand  45ü. 


C   Pal&ontologrisches  Register*. 

(Die  mit  einem  Sternchen  verschonen  Zahlen  Terweisen  auf  eine  Beschreibung  oder 

speciellere  Erwähnung  der  Art.) 


Acephalen  des  ftummulitengesteins .   .  22 

Aclueonella  laevis  424 

Acteunina  of.  SedgeTici    .   .   .  ö82,  »itOfi 

„        Sedgerici  Mü 

„        variabilis  082,  »008 

Aftinofung.  Matisconensis .   .   .  fr  49,  *<»fi3 

Adelphocoel.  flabellum  Etall  8J5 

Aethophyllam  speciosum  B2 

Alaria  Lotharingica  568,  *ülü 

,     rarispina  508,  *'JlU 

„     Roubaleti  508^  »filO 

„     sp.  iodet.  541j  »JilQ 

AlectO  ooralüna  Orb  29fi 

Anmoniten  aus  Biancone  21 

„        aus  Liaa  101 

„        des  mittleren  Alpenkalkes  61 


Ammoniten,  nexuoso .    125,  133^  135,  MÜi 
„        globose  .    33^  J_2j  70^  72^  32fl 
heterophylle    .    111^  128, 

,        inflate  12*  tlhü 

„        lineate  111,  130 

,  Cap  8.  Yigilio  .  .  .  *17S 
„  lineate  d.  Sch.  d.  Ammo- 
nites acanthicus  ...  12 
„  des  Diphyakalkes  ...  18. 
B  planulate  <L  Diphyakalkes  lü 
„  radiana  Ähnlich«  des  mitt- 
leren Lias  lflä 

„        von  Keutte  ü£» 

Ammonites  Aalensis   573,  hlA 

acanthicus   0,  12  ,  23,  31,  129, 
130,  13L  l_lä,  »180,  274 

44* 


f,!lf) 


Ammonites  cf.  acanthicus  2&2 

,        Achelous  68,  32S 

Achillea    130^  132j  133,  135, 
•185,  «131 
cf.  Achilles    ......  2hl 

„        acutiaodis  345 

„        adicrua  532,  jVJO,  57^  582, 

w        A5Uo  843,  *3J1 

„  aequinodoaus  .  .  .  325,  376 
,  cf.  affinia  ....  54L.  *JX1Q 
,        Agriodus    .    .    330,  343,  »373 

„        Albertinas  138 

*  Algorianua  .....  103 
„        alternana  218,  232  et  paa- 

aim  »281 

„        alterneplicatus  330,  336.  338, 

844,  381 

„        Ambrosianua  128 

a         aiupltu  515 

„  cf.  amplua  .  .  541,  552,  »607 
„  Anar  .  .  .  .  232,  244,  ?282 
,        ancepa   .   .  126,  128,  273,  532 

,         anguitatus  Mi 

a        annulatoa  128 

„        Aon  33,  65,  66,  75,  82,  154, 
321,  324,  326,  34i 
a       Aon  pnnctatua    ....  213 
„        arbtutigenu    .    .   .    657,  569 

a        Arduennensia  *217 

a  Hrmatocinpulutas ....  374 
„  Arolicus  232,  237  et  pasaün  »279 
„        Aabolus  .   .   .    331,  343,  »371 

„        aaper  135,  188 

„         aspidoidcs  ....    1U),  231 

,        aster  844 

„        Astierianus  18,  29, 124,  133,  196, 

263 

,        athleta  ...     126.  128,  123 

„        athleta  Autor  253 

„  atrossus  .  .  .  331,  345,  »363 
a  anctoa  .  .  .  329,  344,  367 
„        Aosaeanua  .  330,  336,  338,  344 

„        Aaste  ni  428. 

,        Aatharis  181 

„        Babeanos  181 

„  Babeanos  d'Orb.  (pari)  .  211 
,        Bacbianua  232,  2M  et  paaa.  »282 


Ammonites  ßackeriae  272 

„  Backoriae  distractus  .  .  211 
„  Bayleanua  ....  556,  559 
,        Baylet  ^ilii 

Beaamonti  122 

„        Benacensia  IM 

„        Benianua  128 

,        Bernooillei  Mer  *<M 

H        betulinua    ....  344,  ?3I2 

fl        Beadanti  138 

„         bicarinatua  »217 

„         bieingulatna  12fi 

bicornia  328,  329,  330,  338,  344 
„        bicrenatos  .   .     335,  340,  344 

„        bioarratua  IM 

„         bidichotomiLs  122 

a        bifrona   .   .  103,  128,  1%,  iäÜ. 

„        bifuroataa  Hü 

,        biplex    124^  126,  185,  13g,  223 

„        biponetolas  344 

„        birunoinatas  18,  20,   126,  128, 

133,  »JSÖ 

„  BLagdeni  .  .  550,  565,  5S2 
„  Bouchardianus  .  .  .  .  133 
„  Braikenridgi  .  .  .  665,  523 
,  Breunneri  .  .  35,  340,  3J5 
,  Brocehi  .  533,  565,  579,  »fiül 
„  Brocehi  Opp.  (non  8ow.)  .  603 
,        Brogniarti  22,  114,  118,  »176. 

»tau 

a        cf.  Brogniarti  bitii 

,        Brogniarti  Opp.  (para)  (non 

8ow.)   602,  fiQü 

„  Brogniarti  (Orb.?)  .  658,  533 
„        Brogniarti  Orb.  (pars)  (non 

8ow.)  UQQ 

a        Brackneri    ....  241,  »280 

„        Brunneri  »216 

,        ballataa  123 

a        eadacua  .   .   .  330,  344,  »361 

„         calcaratus  *217 

,  calliceroa  232.214  et  paiiim  »28,; 
„         caiialiculatua  232  ,  239  et 

passim  *28D 

,        Capitanei  132 

„        caprinua  Quenst.  (non  Schloth.) 

211 


(»91 


Chapuui  ....  244,  «284 
chlorooltthictu     ....  »285 

Cbristoli  *217 

Cicer  ....  330,  344,  »359 
....  345 
288,  244,  »284 
848,  *3.r»5,  356 
....  670 
17,  23,  180,  131,  133, 
•185 

Constanti  *218 

comiguus  uo 


Collmi  . 
comatus  . 


cordattu  *217 

oorona  383 

....  598 
....  343 

cogtula  574 

Coupei  427 

.    .    845,  353 
Dittm.  (non  Stol.) 
343,  348,  »353,  369 
Credneri  325, 358, 344,  378,  380 
crenatus  .    232  et  passim  «281 

corratua  427 

oyoloides  067,  568, 682,  583,*598 

DaToei  108 

deooratus  .  .  335,  339,  848 
decrescens  ....    344,  855 

Delmontantu  *215 

delphinooephalus  331,  336,  338, 

343 

deltafalcatua  550 

densitesta  *369 

Deslongohampsi  ....  119 
Desori  Moesco  (non  Pictet)  599 

Didayanus  358 

diffisus    .   .   .    330,  338,  344 

of.  dimorphua  118 

diphyllos  273 

diacites  .  628,  581,  582,  «599 
distinctus  SSO,  384,  336,  337, 

338,  344 

distr  actus  »217 

Döderleinienus    ....  197 

dolomitioaa  116 

Doroeus     .   .   .   .343,  *386 


- 
- 
* 
- 

n 
- 
r 

1» 

« 

- 
- 
- 


.    .  343,  «374 

dax  57 

Edouardianas  445 

Edwardsianus  »217 

Ehrüohi  330,  331,  334,  337, 

338,  844 

elegant  360 

elevatus  .  .  .  330,  343,  *364 
ellipticus  ....  336,  343 
Erato  232,  244  et  passim  *282 
erinaceus  328,  344,  330,  »380 
Eryx  326, 381, 338, 342, 855,  *856 
Euoharis  ....  *215,  273 
Eudesianos  114,  118,  128,  «175 

Eugeni  »217 

of.  euglyptus  252 

enrystomns  .   .  130,  132,  *181 

erolrescens  *604 

extguos  345 

exornatos  .  .  128,  »192,  198 
falcatoi  .  .  .  409,  421,  428 
falcogigas  ....  536,  563 
faloogigas  Qnetut.  pars  .  594 
fallax  .  .  .  .111,  »171,  659 
fasciatus  126,  128, 133,  »191,  198 

fascioularis  197 

fimbriat  sp   274. 

633,  636,  «599 
.    65,  68,  346 

Flurli  387 

Folgariacus     .    .    .    133,  190 
(non  AJdr.)  330, 
843,  »358,  364,  369 


foliosus 
Fontana 


fulniinaria 
tunatns  . 
furcatu.5  . 


.    .    .  »369 
...  198 
...  234 
.  344,  »362 
...  529 
338,  843,  *376 
528,  633,  »696 
327,  330,  834,  336, 
337,  338,  344 

galeolus  844 

Gaytani  65,  325,  327,  382,  836, 
887,  338,  844 

Gazzolao  197 

geminus    13,  18,  31,  188,  *189 


Digitized  by  Google 


KÜ2 


Amnion  ites  genicolatus  ....  331,  312 
GerviUü  ...  172,  545,  »605. 
„        Oerrilli  Opp.  (pars)  (non 

Sow.)  fiOJj 

„        Gerrüli  Orb.  (pars)  (non 

Sow.)  602 

„        Oerrilli  Quenst.  Ceph.  (non 

Sow.)  fiÜ3 

„        Oerrilli  Quenst.  Jura  (non 

Sow.)  606 

„  Gemlli  (Sow.?)  .  .  556.  alfl 
„  Oeurneri  .  .  .  244^  254,  ±202 
„        gibbus    .    .  77,  »154,  347.  34Ö 

„        Giebeli  344,  311 

„        Gingcnsig  533,  539,  543j  555, 

65G,  563.  667,  571.  581.  *üÜ5 

glabellug  *21ü 

„        globua    ....  835,  340,  Sil 

„       glomus  *:>fi4 

„        Omelini   244,  *2Hä 

M       Göschli  34Q 

„        Qoliathag  »211 

„        gonionotus  .  21,  HL  *172t  5_5_9_ 

„        granulatus  128 

„        Grasianus  12J 

„        Haidingeri  313 

„        Harpalus.    .    .    831,  343,  »383 

„        Helius  126 

„        Henrici  ?21fi 

„        Henseli  .    330,  343,  »357,  358 

„       Hereilia  »215 

„       Hetcropbylle  sp  Ü5.9 

„  heterophyllug  .  .  .  175,  197 
„        ffiemeri  .....  244,  »284 

„        hippocastanom  427 

„        hirsutus  »:21Ü 

„  hispidug  238,  232  et  paggim  »281 
„  Hörnesi  .  .  835,  33t),  843,  385 
„  Homairei  ....  126,  223 
„        Humphriesianug  128,  524,  539, 

544,  549,  550,  553,  556,  557, 
569,  579. 

„        Hyacinthus  »282 

bybonotug  28, 138, 135,  136, »186, 

252 

„        hybrida  SM 

„        Hylactor   343,  »382 


\  in  raon  itfts  Janun  (Dittro.  u.  Hau.)  32^  345,»3fl'.' 
„        Jarbas  fi5,  326,  827,  223,  330, 
331,  334,  3W,  Xis,  34i 
„        Imperator  330, 383, 337,  345,  »SfiO 
„        inennig  330, 344,  »362,  381,  3Si 

„        inflatns  12h 

„.  inflatug  ß  b  modus  Stur.  .  23h 
„  infundibuliformig  ....  283. 
„        ingignis   .    .  171,  570,  574,  58Ü 

„        inaignigimilis  5BÜ 

u        Joannig  Auatriae  65,  325,  330, 
334,  336,  337,  338,  Sil 
„        Jockel»  .    329,  838,  345,  »362 

,,        iphicerus  211 

„        igotypua  ...     81,  130,  »IM 
jugifer  520,  525,  533,  540,  543 
553,  554.  566.  581,  582.  »596 
„        jugosug  Opp.  (par§  )  (non 

Sow.)   695,  521 

jugosus  (P  Sow.)  .    .    556,  &ÜZ 

Juilleti  IM 

Kudernatgchi  17,  114,  115,  118, 
130.  »175.  »1S4,  19Ü 
Ladon     .   .    .    343,  »382  387 

laevidorsatus  345 

laeviusculus  Sow. .  .  577.  69S 
Lalundeunua  »317 


51 


Lamberti 
latidorsatus 
cf.  latus  . 
Layeri 
linguiferus 
hngulatus  nudus 


217,  ^231 

188,  m 

.  .  252 
345,  361 
na,  m 

.  .  m 


lithographicus  28,  31,  183,  135, 

136.  »186 

Livianus  lül 

lophotus  Opp.  (pars)    .    .  281 

lunula  »273 

macilentus  .  .  124,  197,  252 
macrocepbalug  .    .    .    231,  569 


Manfiredi     ....  232,  »263 
Mantelli  .   .  407  et  passim 
margaritatus    .    .    .     103,  551 

Mariae  »217 

Martelli  .  232  et  passim  »285 
Martinsi  114, 118, 119,  172,  »176. 

5.VS 


003 


•i 
>i 
»' 

V 

» 
11 

11 


11 


lunite 

i  Mdferi    .    632,  640,  574,  •5Ü3 

Auimoi 

n 

n 

»» 

meniaoua  *6i)2 

Henau                     244,  *284 

>> 

me^acantbna    .    .    .  536,  *594 

w 

Metterniebü  326,  330,  333,  336, 

tt 

337,  345 

»> 

mioroatoma  impressae  Quenst.  284 

minimaB                      329,  315 

•* 
i» 

»1 

»7 

modicuB  .    330,  843,  «354,  358 

Moissisovicsi    .    344,  351,  *359 

tl 

Morloti  327,  328,  332,  388,  345, 

1? 

353,  3G0 

M 

" 

Murchiiouae  21,  111,  112,  170, 

M 

515,  516  et  passim  574 

tl 

II 

cf.  Morchiaonae   .   .  581,  «598 

f> 

Marobtaonaa  Orbig.,  Opp. 

n 

(pars)  (non  Sow. )  .   .    .  597 

w 

Murchiaoni  Poaoh  (nonSow.)  215 

» 

naatartram  .   .   330,  343,  »358 

» 

narioalarii  ....    406,  420 

neojorenaia  327,  828,  331,  334, 

836,  337,  345 

nigcr  ......  845,  *365 

Niortenaia  170 

nodosocoBtatna  ....  176 
nodulosocoatatas  325  ,  338,  344, 

•378 
182,  198 
.  »217 


noduloäus 
nnx 

übolinus 


oeulatua 

Oegir. 

ooliticuä 


343,  »356 
.    .  427 
.    .  135 
232  etpaaaim  *283 
.    .    .     128,  558 
170,  183,  546,  547,  555, 
559,  560,  570,  574. 
ophioneos    .  21,  »172,  211,  569 
Orbignyanos  Wright  (non 

Ocin)  605 

Oribasm      .   .    330,  343,  «384 

ornatus  529 

patella  520,  633,  538,  563,  573, 
574,  «597 


» 

>> 
« 

»1 
I» 
11 
>1 

11 
11 


11 


i  Pamphagus  .    .   330,  343,  «372 
Parkinsoni   119,  549,  558,  565, 
569,  570,  576 

Pempbix  348 

Parannat  .  .  .  .111,  *173 
perannatifomm  ....  182 
perarmatua  126,  127,  130,  »182, 

199,  *217 

Phoebua  .    .   .   329,  345,  *369 

Pidanceti  »215 

pUum  68,  326 

pUnorbia  90 

planula  172 

Planolat  130 

planulatus  428 

plicatilü  ...  128,  #218,  »285 

PSBchli   335,  443 

poliras  . .    243,  244,  261,  *281 

Polouicua  *216 

polygoiiina  871 

polyacanthus   .    .   .  532,  *692 

polymerua  »605 

polymorph«  .  .  .  557,  669 
polymorphe  costatos  .  .  356 
polyolcua  17,  31,  130,  131,  *162 
polysobidea  527,  636,  556,  558, 
559,  667,  583,  ♦608 
praooox  .  .  .  133,  136,  *187 
primordialia  Deel.  .  .  .  573 
pseudoariea .  335,  340,  343,  384 
ptychoiena  13,  126,  127,  133, 
•188,  198,  252 
ptychoatoma    .   .   .  133,  *190 

pulcbeUaa  196 

Puschi  »217 

pntealis  *217 

pygmaeua  558 

quadrangolna  343 

.    133,  •191,  198 
31,  •191,  198, 
252 

radians   657,  674 

Ramaaueri  331,  884,  336,  838, 

844 

Ramsayanus  427 

rarestriatus  .    .     885,  338,  844 
....  *215 


Digitized  by  Google 


r,94 


Ammonites  rectangulari«  345 

„       reotelobattu  22,  114,  115,  118, 
119,  128,  »176,  123 

„        Renggeri  »313 

„        reapondena  327,  828,  831,  334, 
336,  337,  338,  345 
„        rericulatas  .  328,  837,  3J5,  3Ö1 
„       robuatua  .    .   .     835,  340,  344 

„       Rogoxnioensia  131 

„        Romani  621 

„        Rotari   244,  i2M 

„        Rotomagenais  406,  414  et 
paaaim. 

„  Rüppeli  .  .  826,  335,  340,  344 
„       Rflpellenais  17,20,  130, 132,  »162, 

199 

„        ealina  121 

„        Saltori  421 

„        Sandlingensis  330j  344,  370,  37J, 

373,  281 

„  Saturnua  .  .  .  829,  345,  »3(i7 
ii        8aoMi     .    535,  549,  583,  »006 

„        scabridus  *_213 

„       jcaphitifonnia  385,  839,  313,  3fifi. 

„        aoapboidea  *  2 1 .3 

„  SchaflariensU  Ptuoh .  .  .  234 
„  8chilli  .  232,  235,  244,  ±283 
n  sciaaiu  21^  Ul,  »170,  555,  559. 
„  lemigiobosos  .  828,  330,  844. 
„  semiplan  na  .  .  244,  261,  *2S2 
„        gemiplicatm     .     335,  340,  3  t 4 

„       gemiatriatua  191 

„        tenticosos    ....  843,  *375 

„        geroplicatua  190 

8ieboldi  ...     515.  617,  513 

„        signatas   845,  »304 

„        Simonji  327,  882,  335,  886,  888, 

345,  353,  »361 

n        simplus  123 

„       Sowerbyi  62t,  529,  532,  539,  541 

et  paaaim  »590 

„        Sowerbyi  Quenat  pars  (non 

MüL)  531 

„        Bp   555,  561 

„       sp.  (Fimbriat)    .   .   .   .  233 

„        ep.  nOT   560,  565 

„       apineaceoa  ....    329,  343 


Ammnnites  spinn»  «217 

„       Spixi  «aifi 

„  Stanffenaia  .  160,  515,  539,  541 
„         stcnorhynchna  233,  239,  244,  »j^Ü 

„        ateraspis  137,  132 

„         gtriatofalcattW  343 

„       atriotua  19b 

„        8trombecki  81_,  130,  131,  135, 

♦185,  lfiS 

,,        Studcri  348 

„        gubarmarus  5_3I 

„        subbullatu  828,  829,  336,  339, 

343,  368,  aai 
„  auboarinatas  .  .  .  103,  191 
„        Bubclausus   232 ,     239  et 

passim  »280 

„  anbdiaona  f  .  .  .  .  563,  569 
„  subfasciculariä  ....  191 
„  gubobtuiraa  .  22,  114,  llt^  »17.r> 
„  subradiatus  22,  11^  118^  119, 
•175,  661,  565,  513 
„  ef.  subradiatua  ....  »60O 
„         Bubtimbilicatm  327,  330,  334,  336 

337,  338,  344 

„       Sutherlandiae  »217 

„       tatriooa  124,  125,  126,  127,  1S3 
197,  234,  273,  555,  556,  532 

„        Taylori  m. 

„       TeltBehenenaia     ....  345 

,,        tenoilobatus  13J 

„       tenoiaerratoa   .   .   .  244,  »2M 

„  Tesionianu3  .  .  .  524,  550 
„        Theron    .   344,  »370.  371,  37S 

„        Thoua   348,  »385 

„  Toblinianna  ....  196,  13Z 
„        tornatna  330,  331,  884,  336,  337, 

338,  345 

„       torosua  »217 

„       tortiauloatna  l£?,  133,  189,  217, 

252,  2Ö5 

„        transver&arina  233  et  passim 

»284 

„  trünarginatoa  .  .  .  244,  »280 
„        tripartitaa  22,  114,  115,  118, 

»175,  531 

„        et  Traellei  333 

„        tumidus  213 


695 


» 

n 

»i 

n 
» 
•» 


vagus  . 
variabilis 
rarians  . 


.  .  344,  ♦3(iü 
turgeacena  ....  181,  199 
Uhlandi  17,  21,28,  81,  180,  131, 

•181 

....  *369 
.   .    557,  569 
.   .  406  et  pasaim 

 33" 

Venaatü  197 

Tennetus     .    .   846,  »SöS,  866 

Viator   126,  273 

Villersenaia  »215 

virgulutus  K.  Mayer  m.  j. 
(non  Quenst.)  ....  593 
„        Volanenaia  13,  18,  20,  133,  *191 

„        Waterhousi  119 

„        Woolgari  424 

„        Ymir  120 

„        Zignii  188,  198 

„        Zignodianua  18,  126,  127,  182, 

•189,  252 

„        Zuppani  198 

Anorphocotlia  anguinea  Stall.  .    .   .  316 
M  incrustans  Stall.     .   .  816 

anguinea  »316 

„  inornatana     .   .    .    .  *316 

„  porosa  *816 

toroaa  Orb.     ...  816 
Anabaeia  orbulitea    .   .   .   675,  579,  *653 

Ananchyta  bicordata  126 

A  oatina  «p.  nor  616 

114,  115,  118,  119, 
•176 

 197 

...  108,  *166 

 484 

„      Gingen*  ia  Quenst.    ....  636 

Anertfcopygu  orbieolaria  422 

AnthophyUam  trooboidea  Quenst   .   .  653 

Am -Arten   340,  364 

Aptyehas  alpino  •  jorenau  252 

„      alpinoa  262 

„      aua  Biancone  27,  29 

»      Berno-jurenaia  *218 

„      craasilabrum  »608 

cm-rataa  133,  ♦  192 

n      dea  Dipbyakalkea    ....  135 


Anomia  

»      biplicata  Brooohi 


Aptychu  Didayi   ......    234,  278 

„      exaoulptua  192 

„      cf.  gigantia    .    .    183,  186,  «192 

„      heteropora  *218 

„  lamelloeua  Guemb.  ...  252 
„  ef.  lamelloeua  .  .  .  ,  .  »185 
„      cf.  latus    .   .  31,  182,  «186,  252 

»      Oegir  «279 

poütua  «218 

„      protenaua  252 

„      punctatus  192 

«      »P  659 

„      ap.  indet   269,  *279 

»      >P-  bot  262 

„      atriatoponotatus  Emmer  .   .  252 

„       Tburmanni  »218 

Area  astreicola  565 

„     carinata  428 

„     Galliennei  412 

„     glabra  428 

»     ««in*  670 

„     Ligerienaia  414 

„     Lycettt  Opp.    ...     515,  682,  623 

„     sp.  indet.  »288 

„     tricarinata  412 

Archiacia  Bandalina   421,  425 

Arcopagia  diacrepana  424 

Argiepe  Bachi  485 

„      Davidsoni  476 

„      deoemooatata  »476 

„      depreaaa  476 

„      hexagloobia  *476 

„       megatrema  5u« 

megatrema  DaT  476 

»,      ornaU  476 

„      Yalenoiennesi  8uosg  ....  476 

Astarto  108,  126,  164 

„      Aalenaia  .   .    615,  628,  674,  »618 

»      detrita?  648 

„      elegana  525  ,  528  ,  680,  688,  641 

et  paaaim  «618 

„      ezeaTata  516,  588,  646,  653,  566 

et  paaaim   »618 

„      minima  524 

orbieolaria  r  565 

„      of.  polita  *619 


Digitized  by  Google 


69« 


Astarte  sp.  indet   528,  541 

striata  418 

„      Voltxi  570 

Asterias  Scbuhei   415 

Asteropecten  8arthacensis  #300 

„        sp.  indet.    .   .    .    •209,  *651 

Astraea  115,  *180 

„  Defranciana  Mich.  .  .  .  .  G52 
„     tenuistria  M'Coy  652 

Aulaetceras  alveolare  32«,  329,  335,  837, 

338,  342 

„  retioulatum  .  339,  342,  «349 
„  of.  reticulatum  ....  328 
„        sulcatum    .  334,  335,  339,  342 

Aulopora  compressa  Gdf.  645 

„      diohotoma  Gdf.  (non  Lamx.)  296 

Aorieala  Sedgevici  Phill  608 

AveUana  cassis  412,  421 

„      Prevosti  417 

Avicala  aoomala  413,  415 

„      cauduta  159 

„      concinna  335,  339,  347 

„      contorla  74 

„       digitata  548 

„      digitata  DesL  578 

„  digitata  Lyc.  (non  Desl.)  .  .  627 
„      elegans  515,  518,  528,  530,  533, 

543,  544,  «627 
„      «xilia  21,  81,  35,  71,  74,  78,  79, 

80,  85,  93,  •159 
„  grvphaeoldes  ....  410,  429 
„      Herailia  .    .    633,  544,  581,  -627 

„      Münsteri  644 

„       quadrata   847  *392 

„      Venetiana  41,  47,  65 

Bactryilin«  Scbmidi  67 

Bacnlites  baculoldes  ...   409,  414,  421 

Bairdia  fabiformis  265. 

„      Gingensia  532,  '586 

ubteres  Des  302 

abbreriatus  577 

„        Altdorfensis  BW  589 

„        ArgOTianu»    282  et  passim  »278 
Bertbaudi     ....  548,  «588 

„        bipartitus   273 

„        Blainrillei     ....  556,  *588 
cf.  Blainvillei    ...    541,  552 


n 
n 


« 

M 
11 
11 

" 

11 
1» 

»» 
11 
»» 
II 
11 
11 
I» 
I» 
» 
>1 
11 
»» 
1' 
>♦ 


»1 
1» 
1» 
11 
11 
'I 
11 


Ii 

Ii 


brevifonnis  .  .  532,  646,  »58« 
breviformis  y  Quenst    .   .  58y 

brevia  5H3 

brenj  Orb.,  Opp.  (non  BIt.)  589 
brerispinatus  .  .  .  632,  *588 
caiiahculatu*  629,  539,  550,  553, 

558,  563 

cf.  canaliculatus  517  ,  552  ,  573, 

674,  *5t>9 

düatatus   135,  273 

Dumortieri  *219 

ellipticus  Mill  687 

Eschert  ...  532,  540,  583 
ginganteus  624,  527  et  passim  583 

•587 

giganteus  Seeb.  (non  Sehloth.)  5ir>7 
Gingensis  527,  B2C,  529,  532,536 
et  passim  574,  681,  »580 
hastatus  .  *215  et  passim  *277 
infracanalicolattts  .  .  553,  *5tS 
irregularis    .    .     569,  570,  580 

laevis  *215 

latesulcatus  *2"7 

latus  273 

cf.  latus  133,  *  186 

Moeschi  541,  »589 

pruecursor  ....  54o,  "5^*» 
pressulus  219 
8auYanausus  .  .  *215,  *278 
SauTanausus  Orb.  (pars)    .  278 

sem  iha;  Latus  349 

cf.  semisulcatus  130,  133,  *  180 

•186,  252 

jimilig  580 

sp  501,  56 ö 

species  F.  Boemer    .   .   •  587 

sp.  indet.  251,  2ä2 

tpinatus   ...     515,  543,  544 

snbfusiformis  27H 

subbastatus  ?  529 

sulcatus  Miü  &8y 

Trautocholdi  518,  525,  52«;,  52*, 
529,  532,  536,  540,  541,  54:!, 
561,  582,  *bzl 

triparthus  ....  570,  574 
oltimus  410 


Digitized  by  Google 


■ 


697 


llpjetnnitos  unicunahculatus  .... 

Helomnit  von  8.  Vigiho .  v     21,  III,  *169 

Cerithium 

lf  i       %r                                                                      «  a 

» 

„      von  In  ad.  del  Monte  23,  114,  *175 

i  «n 

T                                                                                                          1  AI 

iieronicpft  Arcmaci  u48,  *645 

cf.  flexuosum    .   .  . 

633,  «Hll 

granulatocostatum .  . 

.    .  558 

„       dilaviana    .    .    .    548,  564,  *MG 

* 

muricato- costa tum  .  . 

.    .  527 

_________                                        r  o  r  *i~»t^ 

margopuncta  ....  oöo,  *04u 

* 

„p.  ......  . 

„      icobinula  .   .  580,  635,  536,  »645 

jp.  indet  

641,  »612 

ni„.  i ».  „  _         _    v  i  n/* 

.    .  583 

Ceromya 

BourguelicruiUN  rugosm  Orb.     .    .    .  <;ul 

Bayociana  

516,  578 

Bra*hio|iodi>u  der  grauen  Kalke  ron  Sella  81 

Orbignyana    .   .   533,  571,  *612 

Brainiopodriifauiin  dos  Muschelkalkes      1 1 

papyracca  24,  26,  28, 

108,  109, 

110,  122,  »163 

(  ameroscyphil  Gresslvi   *315 

11 

A                                            —        _      A                            4      1  %                                                           A  *  F- 

1» 

^  _   !  _  _  -  -  *           i                  •  »                                                      a  f  v 

.    .  68 

„       costata  424 

67 

68,  70,  92 

/ * _  „ ,l ; ; _  „  ii  * ■   am 

eximia  

.    .  08 

.    C8,  93 

M      multiradiata     .    .    .    .    35,  *  158 

Heddingtonensis  .  . 

265,  »285 

.    .  161 

•  _  •               t  mm 

a 

.  67 

„      itnatulum  rnul.  .    .    .    r>78,  622 

aalinaria     .    .  335, 

340,  345 

„      substriatulum  Orb  622 

• 

sp  108, 

•161,  516 

„      triqueter     .   .     71,  73,  104,  124 

»p.  indet    .    .  269,  ' 

»286,  »608 

laryophyjlus  lapideus  Bcheuohz.    .   .  300 

terebra  24,28, 108,  147, 149,*161 

latupygus  rannatofl  .    .  408,  41;>,  421,  429 

„        colombarius  .    .     418,  421,  425 

turris   

.    .  161 

1     aV  1  1  m  Ii  jt  M  Sk            ^_  L.   Ä  — .  s-\ 

Cbemnitzicn  atu  Ksinokalk    .  . 

.    .  72 

Cbencudof 

>or»  complanata  Orb.  . 

.    .  313 

1 1  a  m  n  *  «  ♦  a  . .      L.           J           .                                                                    A  in 

,       Cassianus     ....    42,  43,  49 

ChenendroHtyphia  clifosa  .   .  . 

.    .  «812 

„       earyomphalus    38,  *154,  347,  348 

.    .  *313 

.    .  *312 

* 

infracostata  ■ 

.    .  »813 

,       Ruppelli  387 

n 

lamellosa  .  . 

261»,  *313 

('«riopor»  arborcscens  .    .    634,  686  »644 

punctata   .  . 

.    .  *313 

Chirodota 

utava   

535,  *647 

265,  »297 

Digitized  by  Google 


698 


Chondrites  äcoparitt»547,550,568,5711  *6G5 

(limrh A  rnrdifYirmi»;  Schluchz 

.    .  288 

1  iil ari s    1  <iK 

.    .    68,  326 

Oartipr  i 

Pnn^hnilon  inf  ru  liaaiPii  m 

c\a  viirorA 

v Uli VUltlJ  Ulli    SiriUlUMl  * 

260.  *302 

ff      OODc  yßtricft  • 

•  • 

....  163 

^ «          tru  n  c  &  tu  in  .... 

050   »30  > 

.    .  126,  *298 

rnrhif^lln  f iimiH a 

.    .  678 

Courtfludina 

617,  549,  *648 

rnrhiv  Vh Hin ph 

69 

Carbala  rurullfleformU 

582,  *618 

^             14  1  KJJCj  l  »IIA 

245,  261,  269,  *298 

528.  *617 

üineensis  . 

RftS  *fUQ 

pAmilfinirft  rml  ithi  ca 

•655 

izlandifera  . 

546  553  *648 

ton  Iii  A^iiriA  '^fif)_ 

266,  *303 

horrida 

R/19 

ßpftfti*  nf  AvnAra 

•295 

ÄW 

ATimia 

•503 

frra  f%  \  1 t  a 

*S(Y1 

lftf'viiiHOula 

1  crn  n  KArcrrtn  ui  <j 

485 

criilnriw  RaMI 

5(12 

Pari  cinnt  i  i. 

„      OTispina     .  . 

«filft 

290 

Craniolites  vermicularis  Bchloth . 

.    .  482 

Crassatalla  «ubribbosula    .    .  . 

412,  418 

Aiik  Ali 

^'riaiiaLtp-i»   nri  <^rt 

516 

*174 

PrihrnrnpliA    rlivfi««.  Rtall 

312 

rrateriformis  EtaJl. 

|f                    VI  Mvi  Uwi  aaaaa    u amaa* 

.    .  312 

w  transversa 

infi-AOnstata  Etall 

313 

Marco n  Etall. 

„     vesiculosa  .  . 

.  406 

,  413,  422,  458 

ob! in ua  Fita.ll 

311 

DnrnfA  Ktflll 
jf                 pu»  au»       wui.  ■ 

812 

Cirrhu  nodosas  .  . 

*  • 

542,  574,  *609 

reotans  Etall.    .  . 

frihrnup  vnhi  A  Hau  frier  i 

vr IUI  Uoi/j  piiiB  DAugieri            •  » 

.    .  312 

tum  »Sil 

„      superbtu  .  . 

.   .    332,  346 

f^lftVMpfnrmi'i 

*312 

Cladophjlli»  subdichotoma 

....  326 

(  öouftndi  .... 

•812 

dijritalis  .    .  . 

•312 

„  geniculatus 

iV  a  vrai 

•312 

„         glauou«  . 

•312 

ohlin  ha 

269.  *311 

•312 

Oihrfwunnpia   Haucieri  Orb. 

.    .  311 

.   .    331,  342 

„           cancellata  Orb.  ■ 

.    .  314 

„        canaliculatum  . 

.   .    831,  342 

„            Mflnsteri  Orb. 

.    .  313 

m         r  uouen  • 

•  • 

831,  838,  342 

„           obliqua  Orb.  .  . 

.    .  311 

Codiojuis  doma  .   .  . 

.408,  413,  418,  422 

„           texat»  Orb.    .  . 

.   .  311 

Coelaster  Mandelsloh! 

„          textorata  Orb.  . 

.    .  314 

Cricopora  acutimargo  .... 

535  »641 

„         cf.  trigonalü 

20,  133,  »193 

•658 

.    .  258,  *300 

.    .  »657 

Digitized  by  Google 


899 


Umata  •658 

„        oolithica  *657 

„        pauperata   ....  267,  *307 

retioulata  *660 

„         Sarthacensia    .    .    .  266,  *306 

„        8ehloenbachi  *659 

„       Sowerbyj  *660 

sp  *397 

„  aublenticnlaris .  .  .  266,  *307 
„        anprajnrenshi  .   .   .  266,  *308 

„        Terqoemi  897 

„        timarginata  •306 

„        vulgaris  *661 

„        Zitteli  »657 

Ctenostrfa  Marcoasana  ....  266,  *289 

„      pectiniformis  »627 

Cnenllaea  cancellata  Phill.  (pars)  .   .  623 

„       Lycetti   *628 

„       oblong»  533,  563,  565,  566,  667, 
671,  674,  678,  681,  682,  »623 
Cipnlochonia  grandii   .   .  •   .  269,  »Sie 

„         Oppeü  *316 

„  patella    ....  269,  *316 

sp.  ind   535,  »668 

„         aubhelrelloidea  .   .  549,  *663 

Capalacoelia  Oppcli  Etall  816 

Capulospongia  grandis  Orb  316 

„  patella  Orb  316 

Cnpre&soerinafl  teweratus  894 

CyataaerinuH  rugosus  894 

Cjeadites  gramineus   580,  »664 

„      lanceolataa   680,  *664 

„      latifolioa   680,  *664 

n      of.  Pecteooidea  .   .   .  580,  *664 

Cyelidi»  279 

Cyclorrinas  annularia  Orb  651 

„        rugosus  .   .   .   .   .  685,  *651 

Cyclolithes  Jungingenaia  636 

Cypricardia  oordiformia  .  616,  578,  "619 
„  Fraoconica  .  .  .  580,  *619 
„         incorvata  ....  108,  *164 

Cyprian  Caüiope  *287 

„      globoaa  428 

„      orbioolata  428 

„       lünplex   847,  *391 

Cyprta  Rotxoana  108,  *161 

Cytaereis  stimulea   265,  «276 


.  529, 
66,  70, 


Cytbereis  Snevie»  .  . 
D&chsteinbivalve   .  . 
Defraaeia  infraoolitbica 
Dalphinnla  Bonnardi  . 

„  aulcifera  . 
Dentalina  pilloligera  . 

„  ßarthacenais 
Diadem»  depreaaum  Agaii.  . 

r  prJscum  Aga**.  .  . 
Diastopora  diluriana  Lamx.  . 
„  Nonnanniana  Orb. 
orbiculata  Orb.  . 
petaloides  .  .  . 
scobioul»  Mich, 
subramosa     .    .  . 

Mich.  . 


>» 

Dieeras  .... 
Diceroeardium  Jani  .   .   .35,  81 
Dietyonoewlia  cancellata  Etall 


532,  «585 
79,  88,  94 
634,  *64S 
.   .  417 
831,  346 
266,  »304 
266,  *304 
.    .  660 
.   .  299 
.   .  646 
.   .  645 
•  296 
686,  «646 
.    .  645 
686,  »645 
.   .  646 
.    .  108 
,  84,  •158 
.  314 


„  parva  Etall.   .  . 

„  aubtexata  Etall.  . 

DiNrhonia  jarenaia  

DUeina  Moeschi  

Discoelia  glomerata  

Diaeohclix  ap  

.   .  406, 


314 
814 
314 
•316 


»» 


granulosuü  . 
ef.  trigonalig 


549,  »662 
.  .  516 
409,  426 
.  .  299 
269,  »299 
.   .  185 


Encrinites  caryophyllitea  Bchlotb.  .   .  300 

Eacrinu»  gracilia  49,  60 

„      liliiformia   ...    33,  42,  44,  68 

Epiaster  distinotus   407,  423 

Equisetnm  laterale   579,  '666 

Encharites  rhombifer   535,  *642 

Encosmus  decoratus  Agass  299 

Eacyclus 


n 


(?)  616 

Centurio  *611 

Bathia    .   .    529,  533,  541,  *611 

pinguia  516 

 28,  116,  *179 

annularia  .  .  .  635,  *661 
caryophyllatua  246  et 

paaaim  •800 

245,  258,  •800 


Digitized  by  Google 


700 


.    215,  25*,  *300 

Hoferi  «301 

„  moniliformis  Gdf.     .    .  301 

„  nutans  245  et  passim  .  *301 

„  nutantiformis  .   ...  179 

„  quinquangularis  Schloth  300 

Evinospongia  oerea  .    .  72,  74,  77,  76,  93 

Fauna  von  St.  Cassian  153 

Fische  von  Raibl  G6 

Flabellaria?  viminea  580,  *t>65 

Flabellina  semicristellaria  .   .   .  - .    .  *656 

Flabelloerioos  394 

Frondieolaria  lingulifonnia  .  .  266,  *305 
Focoidenartige  Abdrücke  derSoaglia  14,  29 

Fncoides  scoparius  Thioll  6G5 

Fangia  orbulites  Larox  653 

Galerites  castanea  427 

Galeropygas  dUculu*  670 

„  Ferryi   549,  •650 

Marcoui     585,  552,  5G7,  «650 

„         »ulcatus   549,  *650 

.    .  3j,  80,  *157 
„  obtusa  .    .    .    68,  71,  74,  98 

„  Ostreae  412,414 

der  grauen  Kalke  ...  16 
„  ton  8.  Vigilio  ....  21 
„  des  Numuliten-Gesteins  .  27 
„         des  Dolomita  von  Letma  88 

Gervillia  acuta  515 

„      amoena  816,  *892 

„       aviculoide?  *218 

„       bipartita   09.  70,  73,  74,  75,  77 

„       Hartmanni  578 

„       cf.  Hartmanni     .    533,  570,  *G28 

„      Meriani  73 

oolithica  515,  543 

„  praecursor  .  .  35,  80,  86,  *159 
„      praelonga  52G,   533,  572,  582, 

•628 

„      salvata  80,  »160 

„      sp  108,  *1G6 

„      sp.  indet  536 

„      tortuoaa  515,  52G,  628,  583,  543 
subtortuosa  .    51G,  542,  578  *628 

„      vesioulosa  428 

Glohicencha  rotundata  424 

Ulobose  Ammoniten  340 


tilyptieas  hieroglypbicu*  12*1 

Goniaster  sp.  ind  63o 

Goniatites  Bcaumonti  35(1 

„        Dufrenoyi  35". 

Eryx  35(1 

„        infrafurcatug  355 

tioniococlia  clavaeformis  Etall.  .    .    .  312 
„        dccorata  Etall.  (Gdf.?|     .  314 

„        Favrci  Etall  812 

„        intermedia  Etall  312 

„        Münzten  Etall  313 

parallcla  Etall.  (Gdf.?)     .  814 
„        subclathrata  Etall.  .    .    .  313 

,.        texturata  Etall  314 

Goniolina  sp.  ind  •302 

Goniomya  Duboisi  r.33,  5G7,  573,  5*1,  *615 

GoDiopygua  Menardi  425 

tienioseyphia  cancellata    .   .   .  -fj'J,  *3l  I 

„         ficiformia  *31"> 

jurensis   ....  269,  *314 

„         Münsteri  »313 

„  parva  *314 

„         subclathrata     .    .    .    .  *313 
texuta     ....  269,  »314 
„         texturata.    .   .    .  269,  »314 

GrefiSlya  conformis  578 

„      donaciformis  Seebuch  (non  Gdf.)  Ü13 
„      elongata     .   .  24.  108,  109,  *164 
gregaria  533,  539,  544,  565,  582, 

583,  *Ü16 

„      latirostris  533,  589,  541,  552,  507, 

•571,  577,  »Ol:, 

„       zonata  543 

Uryphaea  arcuata  87,  1<»3 

„       aus  Uuteroolitb  104 

„  Buokmanni  Lyc  ....  634 
„       calceola  534,  636,  5StS  543,  544, 

50 1,  *634 

„       controversa  Waagen  (n.Roem.)  291 

„       cymbium  557 

„       cymbium  Buckm.  (non  Lam.)  634 

„       dilatata  *21* 

„  lobata  Quenst.  .  541,  542,  54«; 
„  lobata  Quenst.  < pars)  ...  684 
„  sublobata534,  541,  548,  568,  569, 
570,  672,  574,  576,  »634 
„       cf.  sublobata   517 


Digitized  by  Google 


701 


Halobia  Lommeli  33,  45,  47,  18,  51,  55,  57, 

.lanira  notabilis  .... 

407,  418,  415 

05,  06,  07,  70,  70,  02,  *155,  320, 

r     quinquecostata  .  407  et  passim  000 

330,  332,  347,  348 

Mannte«  Labatii  197 

„         Ton  Reifling 

.    .    .    43,  50 

Haplophrncniiiim  coprolithiforme   .   .  *G54 

Iaoceranus  amygdaloides  . 

....  515 

>lapto«tiche  horrida  .   .    .    205,  200,  *303 

„        arctus     .    .  . 

320,  332,  340 

.,  cuneiformis 

bafo  410,  423 

ii        cf-  giganteus  . 

31,  130,  *185 

Hfmicidari»  Huirii    .  •i)99 

labiatus  .  .411 

,417,  420,  424 

th  mithvm  sentiro^a    .    .  505 

„         polyplocus   534,  581,  582,  *«27 

„        scnticosa  Etall.  (non  Schloth.)  295 

,,        problemnticus  . 

....  273 

„        tenuispina  ....  534,  *040 

„        problematicug  Orb.  .   .   .  420 

Hoterocidaris  spiuulosa  Roetner     .   .  519 

111,  148,  «173 

Triireri        .    517.  549.  *G49 

„        itriatuB  .    .  400  et  passim 

Heterophyllea  .    .     13,  18,  *173,  328,  340 

„       tenaistria  .  535, 

575,  578,  *G52 

Isoarca  cordiformia   .    245  et  passim  *288 

„        reticulata    530,  534,  549,  *G44 

„     Loebensis  ?  (  artier 

Ilettan^ia  DionvillcnMj  Terq.     .    .    .  017 

.    .     407,  418 

Gintrensis  528  534.  541  542  *G33 

concentrica  Quenst. 

(non  8ow.)  022 

tubercuJoiiifi  ?  f>48 

,,       cordata  .... 

571,  578,  022 

„       cf.  velatus                      245,  »290 

„      Sohilli  .... 

....  »288 

von  8  Viirilio     .     21.  111.  *173 

„      truneata  ?  Etall. 

....  288 

iliuitaliiliiis  vtrrurojUH  d'Orb.    .  .311 

.    .    .74,  575 

Koralle  ip  

....  *390 

noiluloäus      .   407  et  nas^im  0<xi 

.    ...  111 

„      subglobosus   .  40G  et  passim  000 

„       suborbicalaris    413,  415,  420,  422 

Latomeandra  Davidgoni 

.    .  579,  »053 

Brandis  ....     381.  334.  340 

„    Deglongcliampsi     .  . 

515,  518,  543 

Homomva  cra«?iuscula  577 

„   cf.  Deslongchanip^i  • 

533,  582,  *G16 

„   noda  (pars)  Etallon  (uon  Young 

?  Horaera  infraoolithica  «642 

„        oaudatus      ....  578,  *650 

.    .   133,  »180 

llypodiadema  108,  *108 

Lima  alticosta  534,  541,  645,  653,  601,  606, 

•025 

Janirs  aequicogtata  .    .  413,  415,  422,  429 

loniricuuda                            .  422 

Digitized  by  Google 


702 


Coquandi   548,  *G20 

„   cordiforrais  577 

„  (Ctenostrea)  Maroous&na   .   .   .  «289 

„  (Ctenostrea)  peotinifonnis  .   .   .  »627  , 

„  duplicata  ri28,  534,  641,  665,  566,  567  ; 

„    doplieata  Aut.   626  \ 

„   elongaia  4(>9,  413 

.>   Helena   572 

„  heteromorpha    ...     517,  557,  558 

„   inoisa   584,  *626 

„   intermedia  424 

„    Marcoasana  265,  *289 

„   multicostata  415 

„    HiortensM  *289 

„   nodosa  8ehftbl  682 

„   ornata  413 

„  pectiniformil  534,  441,  543,  546,  548 

et  passim  *»>27 

„   Ponton»  677 

n   proboäcidea  616,  552 

„   pseadocardium  415 

M   pseudovalis   534,  *626 

„   cf.  punctata  561 

„    Ramsaueri  347 

.    "P»  422 

„  Eeichenbachi    .   .   .    413,  418,  421 

„   scoparia  561 

„   semicircolaris  548 


cf.  semiciroularis 


.671,  *626 


semiornata  429 


429 
250 
572 


„  simplex  

„  ip.  indet  

,,  >p.  nov  

„  sp.  .    .   .  106,  114,  «166,  »174,  *176 

,  striata  44 

„  subconsobrina  422 


substriata 


u  (non  Gdf.) 


289 


„   «ulcata   567,  678,  »624 

„    tocta  413,415,422 


„    tenuistriata   634,  *625 

„   von  Ponte  di  Tierno   8 

Lingula  Beani  516 

„      Pischeri   832,  347 

„      Oxfordiana   268,  »296 

raboTalis  506 

„      truncata  Meyer  431 

...  68 


Lithodomns  pygmaeus  Quentt.    .    .    .  624 

Lithophaga  pygraaea  *624 

Lozonena  334 

„  elegam  .  .  .  331,  334,  345 
Lneina  Bellona  Morr.  &  Lyc.  (non  Orb.)  621 

„     Gingensia  683,  *621 

„     cf.  Lorieri  571 

„  lyrata  Aut  (non  PhiU.)  ...  621 
„     paradoxa   .   .   533,  682,  584,  *621 

„     of.  plana  571 

„     sp   526,  666 

„     Wrigbti   577,  *621 

Lotraria  elongata  Gdf.  612 

»>      gregaria  Roem  616 

„      lyrata  Sow  613 

„      tenuistria  Gdf.  612 

Lyons ia  abdaota   550,  578 

Lyra  Meadi   •  506 

Lyrodon  gtriatum  Gdf.  (non  8ow.) .  .  619 

Macaudrewia   437,  460 

„         diaculus    ....  634,  *63ö 

„         cf.  Meriani  "638 

Macrod on  Hirsonensia  578 

*p   582,  «623 

Maetronya  globosa  Ag.  287 

Magai  E?ansi  476 

„     GeiniUi  *474 

„     orthiformis   606 

„     pumilus  Credn   470,  486 

Magnosia  decorata   246,  *299 

Maoon  marginatum  (pars)  Gdf.  .  .  .  315 
Margin ulina  ambigua.   ....  26(5,  *do:> 

Megalodon  carinthiacum  W 

Megalodas  oolumbella  81 

„        pumilus   106,  108,  122,  147,  14« 

•165 

„        soutatus  157 

„       triqueter  35,  36,  65,  74,  80,  81, 

84,  85,  167 

Megerlea  464 

„      Eiraldi  *46ö 

„      Guembeli  *29S 

n      (?)  hercynica  *467 

„      lima  ....  4Uö  et  pataim 

„      loricata  *226 

„  minima  .  -  258  et  passim  *293 
„       peotunculoTdea  468 


Digitized  by  Google 


703 


Megerlea  pectunculus  Ai 

it<     .    .    .   .  293 

■jtillis 

Cottai    .   407,  412,  414,  418,  422 

n 

„  Raincoorti 

n 

imbrioatus  Orb.  (non  Sow.)  .  218 

i* 

„      gubtrigonella  . 

it 

lineattti  Auet  . 

i» 

Melia  

•       •   •   •  360 

w 

Munateri.    .   826,  332,  346,  *392 

ti 

MiUe»«ra  conifera  Laim 

»♦ 

„        ?straminea  . 

i» 

peregrinoi  Orb. 

.    .   .    412,  422 

„        straminea  Quenit.  (non  Phill.)  641 

i» 

ti 

Bowerbyanu*  Orb.    .    .    569,  624 

.    108,  M65,  671 

» 

ii 

Villereenais 

M 

of.  Villenen'is 

„      plicata  617,  633,  689,  542,  545, 

Natica 

548,  652,  567,  670,  571,  578,  »624 

♦1 

II 

of.  Clytia  .   .  . 

 ^286 

„      acalata    .  . 

.   .    .   .  533,  *624 

II 

Comenuis  .    .  . 

•   ♦   *   •   •  93 

II 

II 

Monodonta  laevigata . 

.    .    .    .  677,  *609 

II 

incerta      .    .  . 

35,  80,  85,  *150 

Monotheles  Bayocenais 

.    .   .    .  649,  *662 

»1 

MtBttU  lineata    .  . 

.    .   830,  834,  347 

11 

Leokbamptonensi 

»  677 

„      aaltnaria  43,  81 

,  328,  332,  334,  347 

»1 

Moiltlivalti»  gregaria  M'Coy  .    .    .    .  «j3 

II 

„     f  trochoideB 

530,  635,  650,  564, 

II 

speudospirata 

326,  331,  334,  345 

665,  566,  »653 

11 

Naticella  cosUta  42,  48,  45,  47,  49,  51,  «5 

Murchisonia  tricarinata 

326,  382,  346,  *388 

Nautilus  acutus    .   .  . 

.    .    .    387,  342 

Myacite»  Fassaeruis  30, 

41, 42, 47,  51,  63,  65 

ii 

Myarier  der  grauen  Ka 

Ike    .    .    .   .  16 

ii 

Myoconcha  Brunneri 

.    .    .    .    80,  #159 

ii 

breria     .    .  . 

828,  331,  388,  342 

„  crassa 

.    .    .    .     557,  674 

ii 

ii        ef.  crassa 

.    .    .    .  548,  *C24 

« 

,,  oretacea 

.    .    .    .     418,  424 

n 

elrgans  .   406,  407,  412,  414,  422 

ii 

„  Lombardier 

 73 

>i 

Fleariaoaniu 

 427 

Myophoria  Kefcrsteini 

.    .    67,  70,  73,  77 

M 

gasteroptychua 

.    .    .  342,  »350 

„  nmltiradiata 

1» 

Gonlatitea  335, 

837,  889,  342,  852 

„  orbicolaris 

M 

heteropbylliu  . 

.    .    .   337,  342 

II 

laevigatus    .  . 

.    .    .    427,  428 

11 

Largi  liiert  an  na 

.    .    .    421,  426 

H 

lineatua  517,  632  ,  641,  544,  652, 

„      bipartitus  Odf.  (non  flow.)    .  218 

•590 

n 

meaodicus  334, 

335,  837,  338,  842 

45 


Digitized  by  Google 


704 


Nautilus  planilateratns 

„      Qnenstedti  . 

•  * 

334,  339,  342 

„      Ramsaneri  . 

.  334, 

336,  339,  342 

Oettlospon^ia  Fromenteli    .   .   .  549,  '662 

„  rectangularis 

„      roticulatus  . 

.  335,  339,  342,  352 

11 

„  Saliiburgensis 

.  834, 

336,  339,  342 

n 

ii 

Orbicula  radiata  Moesch  (non  Phill.)  .  296 

„      Simonyi    .  334,  836,  837,  339,  342 

«                        *  • 

„       sp.  indet. 

au»  Halobiaschichten    .   .  *153 

„  spirolobos 

t%  A  i"\      in  w  c% 

„        oonrergens  834  ,  385  ,  836  ,  337, 

„  Subelausus 

838,  339,  342 

,,  trapezoidaliä 

■  • 

335,  339,  342 

„        depreaanm    .   .   .384,  389,  342 

„      triangttlari«  . 

an  i 

„        latiseptatvm .    .   .829,  338,  342 

IIA  111 

„  monilifera 

inj 

ins  *i*?Q 

„        «aliaarum     .  334,  837,  339,  342 

■30  1  Oll} 

„      costuluta      .  . 

•  • 

.    .   .  412 

Ostracite«  gryphaeatus  Sohl  291 

„       pectiniformis  8chloth.    .    .  627 

Ostrea   108,  M66 

n 

« 

Blandina                           258,  *290 

ii 

Neritit«  albidus  Scheut 

•       •  286 

ii 

calceola   616,  628,  642,  $50,  555, 

Neritop«.»  albida  .  . 

•635 

„       compressa  . 

ii 

carinata  ....  407  et  paasim 

ti 

Nearopor*  Defranci  . 

ii 

»i 

coitata  550 

Nearopteris  laerigata 

•       •  * 

.  679,  »664 

ii 

crenata  530,  534,  545,  553,  666,  »635 

Nodosaria  detruncata 

n 

„  pistUltfonnis 

•  • 

.  205,  »308 

M 

.  2C6,  #304 

n 

„        Sowerbyi  . 

ii 

gregaria                                 .  *218 

„        Waagen  i  . 

Ii 

Notidanus  Münsteri  . 

ii 

haliotididea     .    407  et  pasBÜn 

Naelealites  decollatus  Quenst. 

...  650 

ii 

lateralis  ...    407  et  pessim 

...  299 

ii 

Nucula  Aalen««  .  515, 

518,  629,  533,  *616 

ii 

ii 

„     ct.  Hammen  . 

»l 

sandalina  660 

,    245,  *288 

ii 

sp.  ind.                      634,  540,  *635 

„     cf.  subglobosa 

«      •  • 

.   582,  *617 

« 

Digitized  by  Google 


705 


gublobata  Desh   634 

„     resiculosa  428 

Packjeardia  rugoea  G7 

Paehyrisma  columbella  .  .    335,  339,  346 

Pauopaea  caloeiformis  571 

„       mandibula  422,  428 

„       subovalia  543 

„       Bubstriete  418,  424 

Patella  oonulu»   332,  346 

Peeopteria  curtata   580 

tt   .   .   .   .  413,  415,  418 

„     alternana   68,  826 

„     ambigatu    530,  534,  542,  544,  *632 

„     ambiguu»  Opp  682 

„     •ratua   534,  539,  *630 

„     arcuatua  452 

„     artioulatiu?  548 

articulutuj  Orb,  Dow.  (non  Gdf.) 

560,  668,  631 
„     asper    ....  407  et  pasnim 

„     barbatus  517,  *631 

„     ef.  barbatus   534,  574 

„     Beeren     ...  406,  407,  409,  427 

„     Brongniarti  413 

„     oinetus  .....    634,  653,  *630 

„     comans   407,  418,  415 

„     oonoentrioestriatiu  .   332,  334,  347 

„     oretosua  418 

„  catiformis  ....  330,  332,  347 
„     demissus  Gingensis  Queast     .  550 

„     dentatus   574,  %92 

„  Dewalquei  ....  544,  558,  *i>31 
„  düoifonnia  518,  526,  543,  544,  *Ü29 
„  cf.  diaciformia  ....  561,  581 
„     elongatns  .    .   .  418,  421,  424,  429 

w     filoaua   69,  73,  77 

„     Genia   534,  *632 

„  Gingensis  ....  534,  641,  *629 
„  inaequioottotua  ....  266,  »290 
„  laerigatua  sp.  .  .  .  44,  108,  114 
„     laeriradiataa  .    684,  541,  545,  *G83 

„     äff.  leminato  555 

»     »«na  5b3 

„     ef.  lens   646,  565 

„     lena  rar.  Ziet.  (non  Sow.)  .   .  630 

„     Margharitae  30 

  534,  *629 


Perten  octocosUtua  Roem  290 

orbioularia  413,  429 

peraonatua  Ziet,  Gdf.  .  550,  630 
pumilusölO,  517,  518,  52«,  528,  530 

et  passim  r>83,  *630 

Saturnus  58t 

cf.  Saturnoa  ...       .  534,  *629 

«sutella   330,  847 

Silenua   548 

cf.  spathulatus  558 

sp  '166,  »174,  *176 

•p.  indet   ....  250,  269,  *289 

Hubfibrosutt  *218 

subpunctatus   258,  *289 

tenoicoatatui   332,  347 

textorius  ?  545 

textoriua  Gdf.,  Quen*t.  (pars)  682 
rubere ul os us  Gingensis  Quenst.  633 

Timineus   265,  *29(> 

▼itreuB  »218 

B     Ton  Ponte  di  Tierno  ....  8 

Pectmcalas  minimus  Lang  ....  293 
.        obaoletus    ....    412,  414 

Pedieellaria  8arthaoenais  «300 

Pelecypoden  im  grauen  Kalke  t.  Sella  31 

PeUarieu  ArgoTianam  »278 

n       deasitesta  *608 

PelUstes  clathratua   409,  429 

Pentaeriau  Bajooenaia  549,  558,  559,  »651 
B  Caput  Medusae  ....  122 
,        fcingulatiformis    ....  179 

„        oingulatua  «801 

eristagalli  .  .  535,  584  *i>51 
cf.  eristagalli  .    .    .    627,  628 

inornatua  558 

Orbignyanus  *218 

cf.  paradoxus  *302 

pentagonalis  Orb.  non  Gdf.  218 

subterea  »21*,  *S02 

von  Ponte  di  Tierno    .    .  8 
r.  Madonna  del  Monte   23,  108 
v.  Sega  di  Noriglio   .   24,  115 
„        Bp  #168,  '174,  *179 

Perispongia  conica   315 

„        reflexa  Orb   815 

•    .    .  09 

45» 


n 
» 


Digitized  by  Google 


706 


Pen»  crassitcsta  .    .    .       530,  636,  »628 

„     lanceolata  413,  421 

„     mytilotdei  »218 

„     sp.  indet   249,  265,  «289 

Phasianella  acumioata  ....    331,  346 
„        wiabUis  31,  68,  326,  331,  346 

ap  108,  *162 

Pholadoniya  allica  617 

„         «tu  Unteroolith     .    .   .  105 

„         carinate  569 

eingabt«  »287 

„         cf.  concentrica  ....  287 

„         contracta  *615 

„         deoorata  Gdf.,  Seeb.  (non 

Hartm.)  615 

„         fidicula  516,  533,  643,  546,  548i 
652,  566,  667,  »613 
w         gibbosa  Opp.  (non  Mactra 

gibbosa  Sow.)    ...  613 

gig«  «8 

„  Oreenentis  .  581,  682,  *615 
„  Heraulti  .  .  543,  676,  577 
„  Heranlti  Aut.  .  .  .  .  614 
„         laeviuscula    .   .   .  266,  »286 

„        media  577 

„         Murehitoni  544 

„         ovaUi  Ziet.,  Quenst.  (non 

Sow.)  614 

n         OTolum  577 

„         parcicosta .    .    .   .  265,  »286 

„         parrula?  566 

„         perovaliB  ....  533,  «614 

ii         gp.  indet  537 

„  transversa  ....  682,  *613 

„         Wittllngeri  533,  663,  571,  »614 

Pholas   8elerotitei  414 

PhoIid«phoru  Beggiatinna  .  .  108,  *  160 
PbjUlitei  von  Botxo    ....    105,  106 

Pictetieriius  paraaiticua  «301 

PUwlM  (?)  subcontrali*  418 

Pinna  ampla  578 

„     Cottai  414 

„     cuneata   578,  *623 

„     diluviana  414 

„     Oalliennei  429 

„     reticularis  M59 

„     *p  108,  •  165 


Finnigen*  «p.  .  .  . 
Pithonotan  gibbosura 


.  .  545 
258,  *275 
258,  »275 
.  .  422 
.  .  90 
526,  »636 
.  .  516 
.  .  684 
625 


Pitenellu 

Placnnopsw  .... 
„  OingeDsis 
„        Kurri  .  . 
„        «p.     .  . 
Plagiostoma  sulcatum 

Plannlaria  elongata  397 

Platystonia  Hörne«      .   .   831,  346,  »290 

8ue>«i   331,  346 

Pletaniuin  depraratum  *303 

Plenrumya  elegans    .   .   .    108,  109,  *164 
elongata  .   .  533,  652,  677,  612 
„        exarata    ...   581,  582,  »613 

„        sinuota  *218 

„        tenniitria  533,  539,566,  567,  671, 

577,  »612 
aotinomphala  ....  516 
Agathig  529,  533,  541,  »609 
Baucis   ....  346,  *387 

Baugieri  516 

cancellata  387 

Daphne  .   .   332,  34«,  -387 

deoorata  542 

äff.  Ebrayana     .    .    .  648 


» 


faaciaU 
Fischeri 
Haaeri  .  . 
Mailleana  . 
Münsteri  . 
nexilis  .  . 
Palemon 
penpeotira 
per  versa 
Reuasi   .  . 


574,  677,  *609 
332,  338,  346 
.  832,  34G 
...  422 
...  218 
.  332,  346 
...  650 
...  417 
.  332,  346 
382|  338,  846 


«p.    .   .  552,  556,  562,  573 

«p.  dir   633,  *610 

sp.  indet.  .  .  .  «286,  511 
subioalariformis  339, 346, 388 
texte  .  .  407,  412,  417 
turbinate   ...    336,  346 

Flicatnla  catinus  517 

„      inflate  ...  406,  407,  409,  429 

„      polyptica  517 

„      ap.  indet  »290 


Digitized  by  Gpogle 


707 


Polymorphie  mutabilii    .   .   .  207,  *308 
„         nitidiuscula     .   .  205,  '308 

Priyseypaia  flabellum  *315 

Partellia  abnormis   832,  346 

„      Fischen    .   .   .     332,  836,  346 

Poracriaus  »392 

„        caudex    *394 

„       ornatus  *895 

„       reticolatua  *395 

Porospoagia  dolata  Etall  818 

„         intermedia  Etall.   ...  314 
marginata  Orb.,  Etall.   .  315 

Poratoma  Marcou  «315 

„         marginata  *315 

Posidoni»  gigantea  31,  165 

Posidononiya  alpioa  6,  8,  21,  22,  104,  114, 
115,  116,  118,  122,  149,  "176 
Ciarai.    .  30,  49,  51,  53,  59 
minuta    ......  104 

 164 


38,  •  154 


» 
n 
n 

„  Wengensis 
Posidononiyea-  ähnliche  Abdrucke  im 

grauen  Kalk    ...  9 

Proboscina  Jacqnoti   538,  *647 

„        prorepena    ....  685,  *G47 
Protocardia  Hillana  412,  414,  418,  422,  428 
„        etriatula.    515,  530,  539,  *622 
Pseadediadema  depreeaam  .  549,  550,  *660 
„  Langi   ....  282,  *299 

„  priscum  *299 

Ptcrodonta  in flaU   422,  424 

Pallastra  oblit»  Phill  617 

Parpariaa  Bathis  Orb  611 

„        Sowerbyi     ....  533,  *611 

Pastalopora  arborea   586,  *640 

„        Quenstedti     .   586,  586,  *041 

„        tenuis   536,  *041 

Pyeaodontenll,  23,  31,  108,  114,  117,*101, 

•175 

Pygaater  Ferryi  64»,  *660 

Pygaraa  lampa«  425 

Pyriaa  Deamoulinsi  418 

Uuenatedtia  oblita    .    615,  578,  682,  »617 

K<MÜ«Ii  »P  »174 

agariciformis  413 

,,       Corna-pastoris  273 


Retiseyphia  oonioa   269,  •  316 

„       refleza  *815 

Betzia  trigonella  49,  50 


„  Sflasi  .  .  329,  831,  837,  342 
Rhabdoridaris  Anglo-Suerica  527,  629,  635, 

649,  584,  649 
.  617 


„  Remun  . 

Rhabdophyllia  clathrata 


„  Jenenae 
Rhynchooella  antidichotoma 
„  Arduennen&is 
Arolica  .  . 


ii 


ii 
■i 


•298 
•298 
86 
•396 


.  494 
.  »218 
245,  *294 
.   .  178 
.    .  548 


Atla  .   .  . 
Babeauana  . 
bilobata  6,  8,  11,  19,  22,  28, 
25,  28,  »174 
8,  22,  26,  115, 


u: 


•  17 


179 


Carien  .  . 
Carieri  Dar. 
cynocephala 


dcfluxa  .  10, 
depre»Ba  Dav. 
DcBlongchampsi 


coarctata  .  115,  118,  M78 
compreB«a417,  420,  426,  460, 

•489 

compre&sa  Dar.  .  420,  486 
conoinna ....  261,  578 
...  548 
...  495 
...  426 
.  617,  6G5 
.  48,  60,  69 
115,  118,  *  179 
428,  480 
.  .  517 
330,  847,  307 
dimidiata  408  et  paasim  *480 
cf.  demidiata  ....  *492 
diBtraota     .   .   .  534,  *639 

frontalia  617 

Gibbsana  Meyer  .  .  .  431 
Gingensia  .  534,  641,  *638 
Urasana  410,  418,  42t?,  491, 

•490 

incuntjtans   .    .    .     174,  488 
lacunosa  Etallon  ( non 
Schloth.)  294 


Digitized  by  Google 


708 


» 


Rhyiehenella  lacanosa  (pars j  Heer 

(non  Sohloth.)  .    .   .  294 

laeria  347 

Lamarkana  .   422,  425,  *491 

lata  Orb  491 

latissüaa  Dar.  .   .    426,  486 

lineolata  493 

cf.  lineolata  ....  493 
longicollis  328,  329,  336,  347 
Mantellana  406etpaasim*494 
Martini  .  .  410,  495,  »499 
.    .    .  *218 


»» 

» 
»t 


i» 

'» 

» 
« 

>' 
11 


myriacantha 
nuoiformis  . 
oligoptyeha 
parrula  .  . 
paucicosta  Orb 
puom  Orb.  . 


.  .  252 
.  .  *498 
542,  -640 
534,  »689 
.  .  495 
.  .  496 
487,  »490 
quadriplicata539,  545,548,560 
quadriplicataDesl.(n.Ziet.)638 
retrooita  ....  332,  347 
.  .  517 
373,  517 
.    .  V500 

■P  M74 

»p.  nov  555 

sparsicosta  W  aagen  pars 

(non  Opp.)  ....  294 
spinoea  .  527,  576,  578,  584 
cf.  spinulosa  .  .  .  .  "295 
cf.  strioeinota  ....  *295 
cf.  strioplicata  .  .  .  *295 
Bubtetraedra  ....  553 
.  .  489 
.  .  *218 
trigona   .    .     121,  250,  251 

triloboides  295 

variabüia  var.  .  .  550,  560 
rertriplanata   ....  *496 

vespertilio  417 

Vilsens«     ...    250,  251 

Visulica  »295 

Ton  Ponte  di  Tierno  .  8 
der  grauen  Kalke    .   .  19 

ron  Nomi  26 

von  8.  Vigüio   21,  III,  »174 


409, 


Rhynehoteuthis  Coquandi 
„  8p.  indei 

Rocellari»  sp.  indet 
Rosalina  parapsis  . 
Rotalia  pusilla 
„  semiornata 
„  tympanifonnis 
Salenia  petalifera 
Scaphidia    .   .  . 
Scaphites  aequalis 
„  obliqnas 
Schizodns    .   .  . 
Seeli  »Stoma  fasciatum 

„  moniliferum 
Scyphia  canoellata  Gdf. 
Mflnsteri  Gdf. 
übliqua  Gdf. 
toxata  (pars)  Gdf. 
texturata  (pars)  Gdf. 
uvaeformi«  Gdf. 
„       verrucosa  Gdf. 
Scyphoides  lapillns  Scheuch*. 
Sepigel  von  Lixzanella 

„     von  8ega  di  Noriglio 
Serpala   .  .  . 
„      filaria  . 


•i 

ii 


grandis 
iimox  . 
plicatili« 
cf.  quadrilatera 

septemeolcata  . 


.   .  '218 
.    .  *27^ 
.    .  Ȇ12 
2G6,  »310 
2C7,  »3oy 
.    .  •661 
.    .  '310 
409,  410,  429 
279 

7,  419,  421,  427 
.    .  406 
108,  »165 
331,  346 
331,  345 
.  314 
.  813 
.  311 
.  314 
.  314 
.  311 
.  311 
.  301 
.  23 


•168 
•5*6 


.  108, 
532,  548, 
.  532, 
532,  546,  •586 
.    544,  565 
...•586 
.     526,  528 
...  412 
528  ,  532,  544,  548,  565, 
567,  #586 

flp.  div  «277 

Siphonendca  Entroohorum  .   .   .  049,  *G62 

Siphonocoelia  corrugata  *311 

Solanocrinus  sp.  »300 

Solarium  ornatom   428 

Sparsispongia  pustulosa  »662 

Sphaerites  sp  *3&2 

Sphaerodus  it*6 

Sphaeralitos  foliaceus  424 

„         polycouilites  424 

Spheuodas  longidens  «275 

„        cf.  longidens  17,  114,  IIb,  130, 
133,  *175,  '180,  'löO 


Digitized  by  Google 


709 


Sphrjiodus  sp  

„  «p.  indei.  .  . 
Sphenepteris  ?  lanceolata 

muieoides  . 


n 


.  556,  *585 
....  252 
.  579,  '664 
.  579,  *664 
.  579,  »664 

Spirifer  fragil»  44,  59 

„      hirsntoa  59 

SpiriferiM  Mentselii    ....  32,  33,  50 

SpirigW»  Dealongchumpil  347 

„      im   337,  347 

„      Strobraayeri  347 

Splrtllina  tenuinsima  Guerab.  ....  303 

Spirilecilill«  panda   265,  «303 

Spiropora  Deslongohampai     ....  *642 
„       streroinee  Haimo  (pam)  (non 

Phill.)  641 

SpOBdyln«  pygmaeus  Quenat  290 

„        atriataB    .   .  407,  413,  415,  428 

„        Yelatus  Gdf.  290 

Spoigitofl  poratos  Quenit.  312 

Steiikohlenpflansea  der  Monti  Piaani  .  39 
StolHspongift  Coteeni    ....  549,  •662 

Sttnoeoelia  Ferryi   549,  »662 

Stmonia  tubereulata  .   .     17,  27,  148,  150 

Stomatopora  cf.  corallina  *296 

recarra     .   .   .   .  534,  »647 
Terquemi  .   .    530,  534,  *647 
Stonechinus  rotnndus    .   .   .   .  115,  •  179 

•P  549 

Stringocephalas  476 

Stroastoportt  porös«   68,  326 

StfOpiOCU   548,  •  585 

Talpina  edaliformis   535,  *663 

Tancredi»  axinifonni«  515 

„        donaeiformifl  150,  515,  526,  529, 
537,  571,  574,  578,  «617 
cf.  donacifonnis    ....  528 
Lycetti 
Rollei  .  . 


II 


>1 


Terrbflla  cf. 
rerfbratclla 


•i 


oarentonensis 
Kransi  Dar.  . 


.  .  615 
.  .  515 
582,  684 
.  .  *277 
.  .  463 
.  .  464 
408,  410,  418, 
•461 

.  .  426,  606 
.    .    .    .  47U 


Terekratolla  (?)  Fittoni  »463 

„         furoata  464 

„         inoerta  426 

r,         Kneri  »466 

„         loricata  Moesch,  Etallon, 
Cartier,  Waagen  (non 

8ohloth.)  293 

Menardi  .  408  et  paasim  *458 

(P)  oblonga  «463 

oblong»  Dar.  430 

pectita  .  .  .  425,  428,  506 
(P)  bifida  «469 


i> 
n 
n 


Terebratel  ton  8.  VigUio  .  . 
„      gp.  der  Schichten  dp» 
aoanthicus     .  . 
Terekratola  ala  Markl.  .   .  . 


111 


1 

11 
n 
>» 
11 
11 


angulata 
angurtu 


arcuata 
arcaata  Loriol 


 130 

 487 

 177 

 192 

.    .   .   50,  59,  192 

 125 

.    .     121,  250,  251 
426,  427,  446,  *451 
...  453 


11 

"218 

11 

473 

'1 

aoriculata  A.  Roemer  .  . 

467 

11 

•218 

1' 

Beuumonti  Arch.     .    .  . 

461 

II 

177 

11 

•218 

" 

bifrona   .   .117,  250,  251 

,  2o  2 

11 

biplicata  Gein.  .... 

446 

11 

445 

II 

biplicata  .    406  et  passim 

•433 

11 

biplicata  Orb.  ...  435 

,  442 

n 

biplicata  rar.  ■aleifera 

499 

» 

Binnensdorffonsis  232,  245, 

248, 

269, 

•292 

11 

437 

n 

cf.  bianffarcinata  232  et  p 

•291 

11 

birallata     .   .    115.  119, 

•177 

'1 

451 

11 

cf.  Booii    .   .   .  M73, 

•186 

11 

brerirostris  A.  Roem.  .  . 

499 

« 

443 

11 

baconlenta  Gein  

442 

Digitized  by  Google 


710 


Terebratula  cf.  Brokmann»    .  .  534,  *687 

„       bullata  105 

„  canalieulata  Arcb.  .  .  .  459 
„        canalieulata  A.  Roemer    .  458 

capillata  .   413,  418,  448,  «454 

„       oarinata   169,  538 

„        Carteri   440,  444 

„        Carteronana  437 

„        ciothea  517 

„       compresga  Gein  486 

„        conglobata  ....    617,  571 

„        eonvexa  8ow  486 

„        oraniom  450 

,,       craasa  Arcb  445 

„  crassificata  Arob.  ...  445 
„  corriconcba  8,  11,  19,  22,  26, 
115,  116,  117,  118,  *17G 
H  currirostriB  A.  Boom.  432,  440 
„        deoemcostata  A.  Roem.    .  476 

„       deltoidea  192 

„        depressa  .   408,  418,  430,  *447 

„        depresaa  Bnob  486 

„  Deslongcbampsi  (Kingia)  .  464 
„  Desnoyersi  Arob.  .  .  .  486 
„  difformis  Lam.  ....  486 
„       digona  669 

dilatata  8ow.  486 

„        dimidiata  Sow.    ....  486 

„        diphoros  252 

„  diphya6,13,  123,  126,  127,  129, 
133,  *192,  234,  235,  252,  253, 

273 

„        diphyoidw  ....    134,  193 

„        diaparilia  Oein  469 

„        dispariUi  Orb  448 

„        doraoplana  534,  553,  554,  *636 

„        dubia  Arch.  486 

„  .     Dufrenoyi  000 

„        Dutempleana  Orb.   .    433,  435 

eroarginata  544 

„        Eudesi  517 

„        of.  Eudesi  584,  640,  552,  553, 

554,  *687 

faba  8ow   438,  437 

„  Faojasi  A.  Roem.  .  .  .  457 
„        tfmbria  10,  24,  108,  *16G,  577, 

•687 


Terebratula  fimbriaeformis  10,  16,  24,  26, 
108,  110,  113,  148,  151,  •166 
„        formoaa  Ener.     ....  469 

„        Oalliennei  «218 

„        gallina  Brongn  486 

„        Gefion8,22,  114,  117,  118,  •176 
„        Gerda  .  22,  26,  115,  118,  *  176 
globota   ...    548,  558,  562 
global ai  .   634,  553,  554,  *GM 

„        cf.  "gutta  »292 

„        Hebertina  Oein.  ....  469 
hexagona  10,  24,  28,  108,  109, 

110,  »168 

„       bippopus  Oein  472 

„        humeralis  437 

„        impressa  21« 

„        impreasa  Dar  678 

„        indontato  435 

„        inreraa  177 

„        inaignia  105 

„  Iugleri  Oein.  .  .  .  493,  494 
„        Keyserling!  Arch.    ...  453 

Kleini     .    »587,  648,  658,  671 

,,        Kurri  »292 

„        Lacuuosa  Moescta  (n.  Schlott)  294 

„        lata  Sow  486 

„        latiaaima  Sow  486 

„        lentoTdea  443 

„        lentoTdea  Reusa  .    .     441,  444 

„       Lereillei  Arch  441 

„        liroa  Defr  469 

„       lineolata  Phill  493 

„        longirostris  #441* 

„  longirostris  Buch.  ...  447 
„  longirostri«  A.  Roem.  .  .  447 
„        longiroetris  subep.  moravioa 

Glocker  44» 

„  loricata  truncata  Quenat.  .  293 
„  Mantelüana  8ow.  ...  494 
„        cf.  Mantelliana  F.  Roem.  .  496 

„         Martini  Mant  499 

„        megatrema  Sow  475 

n        Menardi  Lam  458 

„        Mentaelü  44 

„        Meriani  576 

„        raorarica     ....    448,  449 

Moutonana  45" 


Digitized  by  Go 


711 


Terebratala  Murchiaoni  et  tu-.  Arch.  450 

„        nervienaia  Arch  447 

„  nnoiformis  F.  Roemer  .   .  496 

„        nucleata  126,  »292 

„        numiamalis  450 

„  obeaa  ....   »439,  446,  448 

„       obeaa  Dbt  433 

obesa  Stromb.      ....  433 

„  oblong«  A.  Roem.   ...  461 

„        oblonga  8ow  463 

n  obtuaa  8ow.    .   .   .    433,  437 

„        omalogastyr  168 

„        cf.  orbU  292 

„  ornithocepbala     .   .    105,  168 

„  OTata    .    .    421,  428,  453,  506 

„  oroldea  A.  Roem.    ...  433 

„  OTordeu  Oein.  433, 440,  447,  449 

„  oroTdes  rar.  minima  Oein.  474 

„  pala  ....     121,  235,  250 

„  paaciooeta  A.  Roem.    .   .  494 

„  peetoralis  A.  Roemer   443,  469 

„  pectunoolai  e  Quenst  .  .  468 

„  peroralil  517,  645,  546,  552, 

560,  563 

„  of.  peroYftlis  11,  26,  108,  115, 
•168,  *178,  638,  545 

„  phaseolina    413  et  passim  *441 

„        pisum  Oein  496 

„       pisum  8ow  499 

„  plicata   .   .   .   548,  565,  *638 

„        plicatilis  Buch  486 

„  praelonga   ....    437,  446 

„        punctata  448 

N        piriformis  36,  86 

„  radiana  A.  Roem.    .    .    .  465 

„  Ramiaueri  ....    336,  347 

„  Repeliniana  Orb.     .    .    .  449 

„  reticnlata  Qnenst.  (non  8mith, 

'•)  292 

i  (non  Smith)  293 

„  rerolota  Arch.    .    .    436,  441 

„  Robertonl    418,  480,  446,  '450 

„        Roemeri  Arch  445 

„  rostrata  rar.  Arch.  .   .   .  486 

„  Rotsoana  10,  16  ,  24  ,  26,  108, 

109,  110,  '166 

„  RoTcrcdana  .   .   22,  115,  M78 


Tmkratula  Rorsii  et  rar.  Arch.  .  .  441 

„        rugulosa  Dar  451 

„       rugulosa  Morr.  426,  427,  451, 

453 

„        rustica  Arch  455 

M        Bcabrosa  *293 

„  Snaldisensis  Arch.  .  .  .  486 
„  Schafhautli  .  .  .36,  80,  86 
Bchenki  .  .  .  250,  251,  262 
„        lella  .   .    436,  437,  »443,  446 

,,        sella  A.  Roem  441 

„        semiglobosa  426 

„        semistriata  453 

„        sentioosa  Cartier  (non 

Schloth.)  295 

,.        sexradiata  Eug.  Deslongch. 

(Kingena)  470 

„  8owerbyi  Hag.  .  .  439,  448 
„  spathica  Lam.?  ....  218 
„        spbaeroidalis   .   .   .    105,  658 

„        «p  556 

„        ap.  indet  250 

, ,       spinosa  Stoesch  (non  8chlot- 

heim)  296 

Bquamoaa  426,  427,  452,  453, 

506 

„        8trombecki   494 

„        subpnnctata  448 

„  subconcara  Arch.  .  .  .  473 
„        sub peetoralis  Arch.  .   .   .  441 

„        subaella  437 

„  aubundata  A.  Roem.  .  446 
„  sulcifera  Morr.  A  Dar.  433,  *440 
„  sulcifrons  .  .  22,  115,  M77 
„  tamarindus  Dar.  .  .  .  430 
„  Teisenbergensis  177,  250,  251 
,,  Tobihatoheffl  et  rar.  Arch.  441 
„  Tornaoensis  408  et  passim  *445 
„  Tornaoensis  rar.  erassa  443,  445 
„        Tornacensis  rar.  Roemeri  436, 

448,  445 

„        triangulua  126 

trigonella   ......  44 

triquetra  13,  18,  20,  133,  192, 

•193 

„       truneata  8ow  458 

„       truneata  Ziet.  (non  8ow.)  293 


Digitized  by  Google 


712 


Twebratula  yarian»  A.  Roem.  ra 

r.     .  496 

m        Verneuili  Arch.  .  . 

451,  453 

Tknites  cf.  expansos  . 

....  679,  *663 

„        Verneuili  Eug.Desl.  (Wald- 

„  spongiosum 

,,        Yiqueineli  Aroh  .  . 

.   .  447 

Trichitea  oostatus 

.  441 

n  undulatua 

 578 

„        Wacoensis  F.  Roem. 

.    .  469 

Arebiaei  . 

Terebratulina  chry*alii  408,  410,  413,  418, 

n      Bnobi  Qein. 

•457 

„       costata  524,  633,  543,  546,  553, 

,         Defranoei  Oein.  . 

.    .  4.r,7 

676,  577,  582,  »620 

,         rigida  ...  409, 

410,  *455 

Terebratalites  retioulatus  Scbloth.  (pars)  292 

„  formosa 

„           verroicularia  8chlotb.   .  482 

Goldfussi  . 

528,  639,  567,  »619 

,      litterata  Gdf.  (non  PhiU.)   .  619 

Textilaria  Dumortieri  .... 

266,  *309 

„       pulchclla  . 

„  Trigeri  

266,  »308 

„      Ramsayi  . 

Tliainnastraea  Defraaoiana    .  . 

574,  578 

Mettenjis  635,  536,  577,  »652 

,         Terquemi    .   535,  678,  »662 

„       sp.  indet.  . 

.   .   287,  533,  *621 

Thecidea  Essens»  A.  Roem.  .  . 

.   .  477 

„      hieroglyphica  Defr.  . 

.    .  477 

„      etriato  615, 

630,  533,  548,  567, 

„       bippocrepis  Ooldf.  .  . 

479,  482 

671,  683 

„      tetragona  A.  Roem. 

.   .  477 

„       soleataria  412,  414,  418«  421,  442 

„       trigona   .  . 

.    .  526,  633,  *620 

fl        complanatum    .   .  . 

.  481 

,       tuberculata  . 

615,  626,  571,  682 

„        corrugatum  Boll.  .  . 

.    .  480 

Trochoeyatüiin  Magnevillianus    .  549,  «654 

w        digitatum  .   408,  418,  418,  *477 

Trwhotoma  carinata 

.    .    .    .  577,  *610 

„      fasciatus  Sow. 

w        reoorrirostre .... 

.    .  485 

„      Koniooki . 

421,  506 

„  Leymeriei 

w      cf.  ornatueimn 

*    ...  541,  »610 

„        Ternuoalare  .... 

413,  »482 

„      sinistrorsos  . 

.    .    331,  838,  346 

„  Btrobiliformis 

....    .'J31,  34ü 

Tüecophyllia  excarat»  .... 

535,  »653 

„  subduplicatus 

Theeosiiilia  grcgaria  535, 536, 575, 578,  *653 

Turbiuolia  Delmontana 

 "2It> 

548,  *643 

„         Magnevillianu  iMicli.  .        .  fi-VI 

Tarbo  Bathis  Orb. 

 611 

549,  *643 

„     Centurio  MnsL 

428 

„     decoratus   .  . 

.  326,  331,  338,  346 

Taracia  tirulensis  26,  108,  110, 

122,  148, 

„  delphinnloides 

•162 

 583 

Digitized  by  Google 


» 


713 


Tarb«  ?gibbosus  515 

gutta  316,  »383 

indutus  331,  346,  «389 

Leblanci  117 

recteccHtatu*   42,  47,  49 

solitarius       24.  31,  35,  80,  84,  «155 

„     »p  111,  *173 

„     sp.  indet   529,  *G(J9 

„     sp.  nor  556 

Turbonillu  subulata  .    .    .    331,  :iiG,  *389 

Turritflla  cenomanensis  422 

„        cf.  olongiitu  518 

Goldfimi  390 

granulata     .    .    412,  414,  428 

Haueri  390 

Lombardica  80,  156 

Neptuni  417 

tornata  390 

Trompiana  80,  156 

costatus    .    .  106  et  passira 
8chcuchzeranus    .    .    406,  107 
tuberculatus    407,  409,  410,  422 


Tnrrilites 


Turrilites  undnlatus  442 

Unicardiim  depressum  .    .    578,  583,  *622 

„        cf.  depressum  526 

„        globosum  *287 

IJPSM  spelaeus    149 

Vaginuliiia  raduliformis   *.W5 

Varigera  Carentonensis   424 

„       Guerangeri   422 

Venus  tenuis  583 

Verrncocoelia  uvaeformis  EUU.  .   .   .  311 
„         Tcrrucosa  Etall.    .    .    .  311 

VerrnCOscyphia  insignia  *311 

Verrueospongia  uvaeformis    .  .  .  .  *31l 
„  verrucosa     .    .  269,  *311 

Waldheimia   437,  ir,o 

»        Da*  450 

„        Eug.  Desl  4:<7.  450 

„        cf.  orbis  *292 

*        Waltoni  527 

Waltonil  Valenoiennesi  Dar.     ...  476 

Zwei8Cba)er  der  grauen  Kalke  ...  Ii) 


Druck  von  C.  R.  Schuricli  in  München. 


Digitized  by  Google 


«EOGNOSTISCH  -  PALAONTOLOGISCHE 

BEITRÄGE. 

ERSTER  BAND. 
ATLAS. 


GEOGNOSTISCH-PALÄONTOLOGISCHE 


BEITRAGE 


HERAUSGEGEBEN 

UNTER  MITWIRKUNG  VON  DB-  ü.  SCHLOENBACH  IN  8ALZGITTER 
(HANNOVER)  UND  DB-  W.  WAAGEN  IN  MÜNCHEN 

VOS 

E.  W.  BENECKE, 

DOCKNT  AN  DBB  UNIVERSITÄT  HBID8LBBB0. 


ERSTER  BAND. 

ATLAS. 


MÜNCHEN,  1868. 

R.  0LDEKB0UR6. 


Inhalt. 


Tab.  I— XI  zu  Benecke:  Ueber  Trias  und  Jura  in  den  Südalpen,  pag.  1 
bis  204,  December  18G5. 

Tab.  XII— XX  zu  Dittmar:  Zur  Fauna  der  Hallstädter  Kalke,  pag.  319 
bis  398,  November  1866. 

Tab.  XXI — XX III  zu  Schloenbach:  Ueber  die  Brachiopoden  der  nord- 
deutschen Cenoman -Bildungen',  pag.  399— 50G,  November  1867. 

Tab.  XXIV— XXXIV  zu  W  aagen :  Ueber  die  Zone  des  Amnonites  Sowerbyi, 
pag.  507  —  668,  November  1867. 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Googl 


Die  Originalexemplare  sflmmllicher  auf  den  folgenden  Tafeln  abgebildeten  Arten  befinden 
sieb,  mit  Ausnahme  des  in  der  Münchencr  paläontologischen  8ammlung  liegenden  Ammo- 
nUea.  FUxuose  sp.  Taf.  X.  Fig.  1  a.  b.  und  der  Chemmtsia  terebra  Taf.  V.  Fig.  1,  in 

Sammlung. 


Digitized  by  Google 


Taf.  I. 


Ansicht  des  Monte  Baldo-Gebirges  aus  den  Gärten  zwischen  Mori 
und  der  Etsch,  gegen  Süden.    Pag.  7. 

A.  Altissimo  di  Nago. 

B.  Monti  Lessini. 

a.  (Im  Thale)  Tierno. 

b.  (Auf  halber  Bergeshöhe)  Besagno. 

c.  (Am  Horizont)  Castell  Brentonico. 

d.  Häuser,  zu  Besagno  gehörig. 

e.  Kirche,  zu  Tierno  gehörig. 

1.  Schichten  der  Bhyndtonella  bilobata. 

2.  Schichten  der  Terebratula  curviconcha. 

(1  und  2  nicht  in  normaler  Lagerung.) 

3.  Obere  Grenze  der  grauen  Kalke  des  Unteroolitbs. 

4.  Schichten  der  lihynclioneüa  bilobata. 

5.  Schichten  der  Terebratula  curviconcha. 

6.  Rothe  Ammonitenkalke.  • 

(Schichten  des  Amtnonties  acanthicus  und  der  Terebratula  diphya.) 

7.  Biancone. 

8.  Scaglia. 

9.  Nummulitengeatein. 

(3—9  Normalprofil.) 

10.  Schichten  der  Terebratula  curviconcha.    (Oppel,  Zeitschr.  d.  deutsch, 
geol.  Gesellsch.  18G3.) 

11.  (Im  Thale)  Basalt 

12.  Steinbruch  im  grauen  Kalke  über  Besagno.    (Winkler,  Br.  Leonh., 
Jahrb.  1865.  p.  43.) 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


Taf.  H. 
Obere  alpine  Trias. 

Haiistatter  Gruppe. 

Fig.  1  a.  b.  Ceratites  euryomphalus  Benecke.   Halobienschichten  von 
Prezzo  in  Iudicarien.    Pag.  154. 

Fig.  2.  Ammonites  gibbus  Benecke.  Halobienschichten  von  Co  lere  in 
Val  di  Scalve  (Provinz  Breacia).    Pag.  154. 

Hauptdolomitgruppe. 

Fig.  3  a.  b.   ?  NaÜCA  lncerta  Benecke.    Hauptdolomit  von  Storo  in 
Iudicarien.    Pag.  156. 

Fig.  4  a.  b.  Turbo  solitarius  Benecke.   Abguss  des  Hohlraumes.  Haupt- 
dolomit von  Sella  bei  Borgo  im  östlichen  Südtirol.    Pag.  155. 

Fig.  5.  Turbo  solitarius  Benecke.   Hauptdolomit  von  Storo  in  Iudi- 
carien.   Pag.  155. 

Fig.  6.  PTurritella  Trompiana  Benecke.    Hauptdolomit  vom  Monte 
8.  Emiliano  bei  Gardone  (Provinz  Breacia).   Pag.  156. 

Fig.  7.  PTurriteUa  Lombardica  Benecke.  Hauptdolomit  vom  Monte 
8.  Emiliano  bei  Gardone  (Provinz  Brescia).    Pag.  156. 

Fig.  8.  Gervillia  salvata  Brunner.    Hauptdolomit  des  Monte  8.  Emi- 
liano bei  Gardone  (Provinz  Brescia).    Pag.  160. 

Fig.  9.  Pinna  reticularis  Benecke.   Hauptdolomit  von  Storo  in  Iudi- 
carien. Pag.  159. 


Digitized  by  Google 


Google 


Digitized  by  Google 


Taf.  III. 

Südalpiner  Dogger. 

Fig.  1  a—  c.  Terebratula  Rotzoana  Schaur.  Aus  den  grauen  Kalken 
ron  Sega  di  Noriglio  bei  Roveredo.  Vollständig  ausgewachsenes, 
sehr  verdicktes  Exemplar.    Pag.  IG 7. 

Fig.  2  a.  b.  Terebratula  Rotzoana  Schaur.  Ausgewachsenes,  etwas  ver- 
dicktes Individuum.    Sega  di  Noriglio  bei  Roveredo.  Pag.  167. 

Fig.  3  a.  b.  Terebratula  Rotzoana  Schaur.  Ausgewachsenes  Exemplar, 
noch  nicht  vordickt.    Sega  di  Noriglio  bei  Roveredo.    Pag.  167. 

Fig.  4  a.  b.  Terebratula  Rotzoana  Schaur.  Exemplar  mittlerer  Grösse. 
Sega  di  Noriglio  bei  Roveredo.    Pag.  167. 

Fig.  5 a.b.  Terebratula  Rotzoana  Schaur.  Junges  Individuum.  8ega 
di  Noriglio  bei  Roveredo.  Pag.  167. 

Fig.  6a-c.  Terebratula  hexagonalig  Benecke.  Ausgewachsenes  Exem- 
plar. Aus  den  grauen  Kalken  von  Volano  bei  Roveredo.  Pag.  168. 

Fig.  7  a— c.  Terebratula  hexagonalis  Benecke.  Junges  Individuum  von 
Volano.    Pag.  168. 

Fig.  8  a— c.  Terebratula  fimbriaeformis  Schaur.  Aus  den  grauen  Kal- 
ken von  Ghizzola  bei  Roveredo.    Pag.  166. 

Fig.  9.  Terebratula  fimbriaeformis  Schaur.  Aus  buntem  Marmor  des 
Unterooliths  von  Villa  montagna  bei  Trient.    Pag.  166. 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


fr«*    *J'  1       •  *  i    .         •  1 


Digitized  by  Google 


Taf.  IV. 
Südalpiner  Dogger. 


Fig.  la— c.  Ceromya  papyracea  Benecke.   Au«  grauen  Kalken  von 

Volano.    Pag.  163. 

Fig.  2.  PThracia  tlrolensls  Benecke.  Aus  grauen  Kalken  von  Volano. 
Pag.  162. 

Fig.  3  a— c.  PCypricardla  incurvata  Benecke.    Aua  grauen  Kalken 
von  Volano.   Pag.  164. 

Fig.  4  a   c.  Pleuromya  elegans  Benecke.    Aus  grauen  Kalken  von 
Volano.  Pag.  164. 

Fig.  5  a — c.   Greaslya  elongata  Benecke.    Aus  grauen  Kalken  von 
Volano.  Pag.  164. 


Digitized  by  Google 


Tat.*. 


Digitized  by  Google 


■  ,1      • . 


f  "  . 


•i 


i- 1. : 7 


.  •  I  ■    .'.-»  ■  ►>  • 

f       I     i"  .it* 


•)  «'II' 


1  I 


»  1 


Digitized  by  Google 


Taf.  V. 

Südalpiner  Dogger. 


Fig.  1.  Chemnitzia  terebra  Benecke.    Aus  grauen  Kalken  von  Sega 

di  Noriglio  bei  Roveredo.    Pag.  161. 

Fig.  2.  Chemnitzia  terebra  Benecke.  Aus  grauen  Kalken  von  Sega 
di  Noriglio  bei  Roveredo.    (8teinkern.)   Pag.  161. 

Fig.  3.  Natlca  Trldentina  Benecke.  Aus  dem  bunten  Marmor  mit  Tere- 
bratula fimbriaefarmis  von  Villa  montagna  bei  Trient.    Pag.  162. 

Fig.  4.  Trochus  sinister  Benecke.  Aus  grauen  Kalken  von  Volano. 
Pag.  162. 

Fig.  5  a— c.  Rhynchonella  bilobata  Benecke.  Aus  buntem  Marmor 
von  Trambilleno  bei  Roveredo.    Pag.  174. 

Fig.  6.  Rhynchonella  bilobata  Benecke.  Aus  buntem  Marmor  von 
Trambilleno  bei  Roveredo.    Pag.  174. 

Fig.  7.  Terebratula  sulcifrons  Benecke.  Aus  den  Schichten  der  Tere- 
bratula curviconcha  (Klausschichten)  von  Madonna  del  Monte  bei 
Roveredo.    Pag.  177. 

Fig.  8.  Terebratula  Roveredana  Bonecke.  Aus  den  Schichten  der 
Terebratula  curvicottcha  (Klausschichten)  von  Madonna  del  Monte 
bei  Roveredo.  Pag  178. 


Digitized  by  Google 


Ta&J. 


Digitized  by  Google 


■in;  i  üi.i  .1  *,:.,».  /      ..  -i  c  ,  t         :    i  ,      ••  '•        :  I  ,:'! 

• .  !  .  ■  <  1     ••■.(■«;>  <|M;  ..  i  j  \  h  ■  7        ,     •  , 


Digitized  by  Google 


Taf.  VI. 
Südalpiner  Dogger. 

« 

Fig.  1  a.  b.  Ammonltes  fallax  Benecke.    Aus  den  Oolithen  mit  Amnio- 
nitis Murchisonae  von  Cap.  8.  Vigilio  am  Gardasee.   Pag.  171. 

Fig.  2.  Ammonltes  fallax  Benecke.  Durchschnitt.  Ebendaher.  Pag.  171. 

Fig.  3  a.  b.  Ammonltes  fallax  Benecke.  Innere  Windungen.  Ebendaher. 
Pag.  171. 

Fig.  4  a.  b.  Ammonltes  scissns  Benecke.    Oolith  mit  Anmonites  Mur- 
chisonae von  Cap.  S.  Vigilio  am  Gardasee.    Pag.  170. 

Fig.  5  a.  b.  Ammonltes  ophioneus  Benecke.    Oolith  mit  Amnonites 
Murchisonae  von  Cap.  8.  Vigilio  am  Gardasee.    Pag.  172. 


i 


Digitized  by  Google 


Google 


Digitized  by  Google 


Taf.  Vn. 
Siidalpiner  Malm 


Schichten  des  Ämmonites  acanthicus. 

Fig.  1  a.  b.  Ämmonites  isotypus  Benecke.  Aus  dem  rothen  Ammoniten- 
kalk  von  Sella  bei  Borgo  inYal  Sug an a (östliches Südtirol).  Pag.  184. 

Fig.  2.  Loben  von  Ämmonites  isotypilS  nach  einem  kleineren  Exemplar 
von  Sella.    Pag.  184. 


Siidalpiner  Dogger. 


Fig.  3 a.b.  Ämmonites  gonionotus  Benecke.  Aus  dem  Oolith  von 
Cap.  8.  Vigilio  bei  Gar  da  am  Gardaaee,  mit  AnmonHes  Mttrchisotiae. 
Pag.  172. 


DigitizedjDy_Gö©gfc 


Google 


•'•''i.i   '•:  ■•[:•!   li   !!'    ••  I-.  :t<  .!|    ,  I    .'•'.) ',"  '  i  'I !    ,    •'   •"<>      ■  t  e'.  I 

,..   I  .«<l>i)TJ /l»  'l   iji  <.  >'ii  •  o-»:-      •  ••<     «'!•.•   -I  -i  i 


Digitized  by  Googl 


Taf.  VIII. 

Siidalpiner  Malm. 


Schichten  des  Ammonites  acanthicus. 

1  a.  b.  Ammonites  polyolcus  Benecke.  Aus  dem  rothen  Ammo- 
nitenkalk  von  Sella  bei  Borgo  in  Va!  8ugana  (östliches  Südtirol). 
Pag.  182. 

2.  Loben  von  Ammonites  polyolcus  Benecke  nach  einem  kleine* 
ren  Exemplar  von  Brentonico  bei  Roveredo.    Pag.  182. 


Digitized  by  Googl 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


Taf.  IX. 

Südalpiner  Halm. 

Schichten  des  Ammonites  acanthicus. 

Fig.  1  a.  b.  Ammonites  etirystomus  Benecke.  Aus  dem  rothen  Ämmo- 
nitenkalk  von  Sella  bei  Borgo  in  Val  Sugana  (östliches  Südtirol). 
Pag.  181. 

Schichten  der  Terebratula  diphya. 

Fig.  2  a.  b.  Ammonites  praecox  Benecke.  Rother  Ammooitenkalk  Ton 
Serrada  bei  Folgaria  östlich  Roveredo.    Pag.  187. 


Digitized  by  Googl 


igitized  by  Google 


Taf.  X. 
Siidalpiner  Malm. 

Schichten  der  Terebratula  diphya. 

Fig.  la.b.  Ammonites.  Flexuose  sp.  Von  Prof.  Oppel  beiFolgaria 
östlich  Roveredo  gesammelt.  In  dem  paläontologischen  Museum  zu 
München.    Pag.  191.  135. 

Fig.  2  a.  b.  Ammonites  ptychostoma  Benecke.  Volano  bei  Ro- 
veredo,   Pag.  190. 

Fig.  3 a.b.  Ammonites  geminus  Benecke.  Monte  Nago  bei  Ro- 
veredo.   Pag.  189. 


Digitized  by  Googl 


Digitized  by  Google 


igmzea  Dy 


Google 


Taf.  XL 

Stidalpiner  Malm. 

Schichten  der  Terebratula  diphi/a. 

Fig.  1  a— c.  AmmODites  hybonotus  Opp.  Von  VolanobeiRoveredo. 
Pag.  187. 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


■ 


Tab.  Xn.  (1.) 

Obere  alpine  Trias. 


Hallstädter  Gruppe. 

Fig.  1.  2.  pag.  350  (32).  Nautilus  gasteroptychus  Dtm.  Aus  grauem 
Marmor  von  Rossmoos  (Graben  gegen  den  Hallstädter  See). 

Fig.  3.  4.  pag.  351  (33).  Nautilus  securis  Dtm.  in  */.-»  der  natürlichen 
Grösse.    Aus  röthlichgelbem  Marmor  vom  LeislingkogeL 


Digitized  by  Google 


Tabtlt 


Google 


r 


Digitized  by  Google 


! 


■  fl 


',.  ■•  •Ii; 


■  I  H  -         -  An 


Digitized  by  Google 


Tab.  XIII.  (2.) 

Obere  alpine  Trias. 

Hallstädter  Gruppe. 

Fig.  1.  2.  pag.  352  (34).  Nautilus  spirolobus  Dtm.  Aus  grauem  Mar- 
mor vom  Rossmoos  (Graben  gegen  den  Hallstädter  See). 

Fig.  3—10.  pag.  349  (31).  Aulacoceras  reticulatum  Hauer.  Aus 
fleischrothem  Marmor  von  der  Teltschenalp.  Fig.  3  LängsschlifF. 
Fig.  4  und  10  Seitenansichten  zweier  verschiedener  Individuen.  Fig.  5, 
7  u.  9  Querschnittte  an  verschiedenen  Stellen.  Fig.  6  Rückenansicht 
(Antisiphonalseite). 

Fig.  11—15.  pag.  350  (41).  Ammonltes  cicer  Dtm.  Aus  gelblich-grauem 
krystallinischem  Kalkstein  mit  Amm.  subbullatus ,  vom  vordem  Sand- 
ling.  Fig.  11  von  der  Seite,  Fig.  12  von  vorn,  Fig.  13  von  hinten, 
Fig.  14  Medianschliff,  Fig.  15  derselbe  vergrößert. 

Fig.  16-18.  pag.  354  (36).  Ammonltes  (Clydonites)  elevatus  Dtm. 
mit  dem  vorigen. 

Fig.  iy—21.  pag.  353(35).  Ammonltes  (Clydonites)  crassitesta  Dtm. 
In  weissem  krystallinischem  Kalk  mit  Mangan  «geschwärzter  Schale  er- 
halten.   Von  der  Teltschenalp. 

Fig.  22—24.  pag.  360  (42).  Ammonites  Simonyi  Hauer.  Junges  Indi- 
viduum aus  fleischrothem  Marmor  von  der  Teltschenalp. 


Digitized  by  Google 


MJS. 


< 


Digitized  by  Google 


.  ■ 


>  f 


Google 


Tab.  XIV.  (3.) 

Obere  alpine  Trias. 


Hallstädter  Gruppe. 

Fig.  1—8.  pag.  354  (36).  Ammonites  (Clydonites?)  modicus  Dtm. 
Graugelbe  krystallinische  Kalke  mit  Ammonites  subbuüatus.  Vorderer 
Sandling. 

Fig.  4—6.  pag.  355  (37).  Ammonites  (Clydonites?)  comatus  Dtm. 
Mit  Mangan  geschwärzter  Schale  auf  weissem  krystallinischem  Kalkkern. 
Teltschenalp. 

Fig.  7—9.  pag.  356  (38).  Ammonites  (Clydonites)  obolinus  Dtm. 

Ebenso. 

Fig.  10. 11.  pag.  356  (38).  Ammonites  (Clydonites)  Eryx  Münster  sp. 
Aus  rothem  Marmor  von  der  Teltschenalp. 

Fig.  12.  13.  pag.  360  (42).  Ammonites  Imperator  Hauer.  Junges  In- 
dividuum aus  den  gelblichgrauen  krystallinischon  Kalken  mit  Amm. 
subbullatus.    Vorderer  Sandling. 

Fig.  14.  15.  pag.  361  (43).  Ammonites  caducus  Dtm.  Aus  den  gleichen 
Kalken  von  derselben  Lokalität. 

Fig.  16—20.  pag.  357  (39).  Ammonites  (Clydonites?)  Henseli  Oppel. 
Ebendaher. 

Fig.  21—23.  pag.  362  (44).  Ammonites  fülminaris  Dtm.  Aus  fleisoh- 
rothem  Marmor  von  der  Teltschenalp. 

Fig.  24—37.  pag.  358  (40).  Ammonites  (Clydonites?)  nasturtium 

Dtm.     Aus  gelblichgrauem  Kalk  mit  Amm.  subbullatus.  Vorderor 
Sandling. 


Tab.  44 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


Tab.  XV.  (4.) 

Obere  alpine  Trias. 


Hallstädter  Gruppe. 

Fig.  1—7.  pag.  362  (44).  iimmonites  lnermls  Hau.  Mit  Amm.  subbui- 
latus  am  vordem  Sandling. 

Fig.  8.  9.  pag.  304  (4G).  iimmonites  signatus  Dtm.  Von  der  Telt- 
schenalp.  Schale  von  Mangan  geschwärzt,  auf  weissem  krystallinischen 
Kalkkern. 

Fig.  10—12.  pag.  358  (40).  .Ammonites  (Clydonltes)  foliaceus  Dtm. 

Mit  Amm.  sttbbullatus  am  vordem  Sandling. 

Fig.  13—15.  pag.  363  (45).  iimmonites  atropus  Dtm.  Von  derselben 
Lokalität,  aber  aus  dunkelrothem  Marmor  mit  Gasteropoden. 

Fig.  16—19.  pag.  365  (47).  iimmonites  niger  Dtm.  Teltschenalp. 
Schale  schwarz,  Kern  weisser  krystallinischer  Kalk. 

Fig.  20.  21.  pag.  365  (47).  iimmonites  vermetU9  Dtm.  Ebenso. 

Fig.  22.  23.  pag.  366  (48).  iimmonites  turbinaDtm.  Aus  den  tiefsten 
weissen  krystallinischen  Kalken  mit  Rhynchonella  dilatata  und  Amm. 
bicornis  vom  vordem  Sandling. 


Digitized  b^Ioogie 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


Tab.  XVI.  (5.) 
Obere  alpine  Trias. 


Hallstädter  Gruppe. 

Fig.  1—8.  pag.  367  (40).  ilmmonites  Saturnus  Dtm.  Gelblichgraue 
Kalke  mit  Atnm.  subbullattts.    Vorderer  San  dl  in  g. 

Fig.  9—11.  pag.  369  (51).  ümmonites  Phoebua  Dtm.  Ebendaher. 

Fig.  12—14.  pag.  369  (51).  ümmonites  Janua  Dtm.  Ebendaher. 

Fig.  15-17.  pag.  370  (52).  iimmonites  Theron  Dtm.  Ebendaher. 

Fig.  18.  19.  pag.  371  (53).  iimmonites  Asbolus  Dtm.    An  derselben 
Lokalität,  aber  in  dunkelrothem  Marmor  mit  Gasteropoden. 

Fig.  20-22.  pag.  372  (54).  Ammonites  Pamphagus  Dtm.  Mit  Ämm. 
subbullatus  am  vordem  Sandling. 

Fig.  23—25.  pag.  373  (55).  iimmonites  AgrioduB  Dtm.  Ebendaher. 


Digitized  by  Google 


Tat  je. 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


Tab.  XV1L  (6.) 

Obere  alpine  Trias. 

Hallstädter  Gruppe. 

Fig.  1.  2.  pag.  374  (56).  Ammonites  Aöllo  Dtm.  Aus  fleiachrothem 
Marmor  von  der  Teltschenalp. 

Fig.  3-5.  pag.  374  (56).  Ammonites  Dromas  Dtm.  Ebendaher. 

Fig.  C.  7.    pag.  376  (58).  Ammonites  furcatus  Münster.  Ebendaher. 

Fig.  8.  9.  pag.  375  (57).  Ammonites  senticosus  Dtm.  Ebendaher. 

Fig.  10.  11.  pag.  377  (59).  Ammonites  betullnus  Dtm.  Ebendaher. 

Fig.  12 — 14.  pag.  378  (60).  Ammonites  nodulosocostatus  Klipstein. 
Ebendaher.  Fig.  14  stellt  den  letzten  Lobus  eines  ausgewachsenen 
Individuums  von  0"117  Durchmesser  dar,  welches  in  der  paläontolog. 
Sammlung  der  Münchener  Akademie  liegt. 

Fig.  15—17.  pag.  380  (62).  Ammonites  erinaceus  Dtm.  Aus  gelb- 
grauem Kalk  mit  Amm.  subbullatus.    Vorderer  Sendling. 


i 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


-  Ii 


)•,..  .  ' 


■1  4  m  ' 


Digitized  by  Google 


Tab.  XVin.  (7.) 
Obere  alpine  Trias. 

Hallstädter  Gruppe. 

Fig.  1.  2.  pag.  382  (64).  Ammonites  Ladon  Dtm.    Aus  fleischrothcm 
Marmor  der  Teltschenalp.  2aLobenlinie  eines  jüngeren  Individuums. 

Fig.  3—5.  pag.  382  (64).  Ammonites  Hylactor  Dtm.    Ton  derselben 
Fundstätte. 

Fig.  6.  7.  pag.  383  (65).  Ammonites  Harpalos  Dtm.  Ebendaher. 

Fig.  8—10  pag.  384  (6G).  Ammonites  Oribasus  Dtm.    Mit  Ammonites 
subbullatus  am  vordem  San  düng. 

Fig.  11—13.  pag.  385  (67).  Ammonites  ThoUSDtm.  Aus  fleischrothem 
Marmor  von  der  Teltschenalp. 

Fig.  14—16.  pag.  386  (68).  Ammonites  Dorceus  Dtm.  Ebendaher. 


Digitized  by  Google 


TahJS. 


4  •  •  ■ 


4  . 


..  J 


Digitized  by  Go 


Tab.  XIX.  (8.) 

Obere  alpine  Trias. 

Hallstädter  Gruppe. 

Fig.  1.  2.  pag.  388  (70).  Murchisonia  tricarinata  Klipst.  sp.  Aus 
rothem  Marmor  mit  Gasteropoden.  Vorderer  Sandling.  (Fig.  1 
vergrössert.) 

Fig.  3.  pag.  387  (f>9).  Pleurotomaria  Baucls  Dtm.  Aus  fleischrothem 
Marmor.  Teltschenalp. 

Fig.  4.  5.  pag.  387  (69).  Pleurotomaria  Daphne  Dtm.  Aus  rothem 
Gastcropoden-reichen  Marmor  vom  vord.  Sandling.  (Fig.  4  vergrössert.) 

Fig.  6.  7.  pag.  389  (71).  Turbo  indutus  Dtm.  Aus  fleischrothem  Mar- 
mor der  Teltschenalp.    (Fig.  6  vergrössert.) 

Fig.  8.  9.  pag.  388  (70).  Turbo  gutta  Dtm.  Ebendaher,  in  weissem 
krystallinischen  Kalkstein,  mit  Mangan -geschwärzter  Schale  erhalten. 
(Fig.  8  vergrössert.) 

Fig.  10.  11.  pag.  389  (71).  Turbonilla  Sllbulata  Dtm.  In  rothem  Ga- 
steropoden-reichen  Marmor  des  vordem  Sandling.  (Fig.  10  vergrössert.) 

Fig.  12—14.  pag.  390  (72).  Platystoma  HörnesiDrm.  Aus  hellrothem 
Marmor  von  dor  Teltschenalp.    (Fig.  12.  13  vergrössert.) 

Fig.  15—17.  pag.  391  (73).  Cyprina  Simplex  Dtm.  Linke  Klappe. 
Ebendaher. 

Fig.  18-20.  pag.  391  (73).  Opts  globata  Dtm.  Rechte  Klappe.  Aus 
dem  Gasteropoden-reichen  Marmor  am  vordem  Sandling. 

Fig.  21—23.  pag.  392  (74).  Avicula  quadrata  Dtm.  Linke  Klappe. 
Mit  schwarzer  Schale  auf  weissem  krystallinischen  Kalkkerne  erhalten. 
Teltschenalp. 

Fig.  24.  pag.  392  (74).  OervilUa  Hauerl  Dtm.  Linke  Klappe.  Au* 
fleischrothem  Marmor  von  der  Teltschenalp. 

Fig.  25.  26.  pag.  392  (74).  Mytilus  Münster!  Klipstein.  Aus  rothem 
Gasteropoden-reichen  Marmor  des  vordem  Sandling. 


Digitized  by  Google 


Google 


Digitized  by  Googl 


:>i.i 


Tab.  XX.  (9.) 
Obere  alpine  Trias. 


Hallstädter  Gruppe. 

Fig.  1.  2.  pag.  394  (76).  Porocrinus  Cftlldex  Dtm.    Aus  fleischrothem 
Marmor  der  Teltschenalp. 

Fig.  3—5.  pag.  39Ö  (77).  Porocrinus  reticulatus  Dtm.  Ebendaher. 

Fig.  6—8.  pag.  395  (77).  Porocrinus  ornatus  Dtm.  Ebendaher. 

Fig.  9.  10.  pag.  395  (77).  Cidaris  lamellaris  Dtm.    Im  rothen  Gaste- 
ropodenmarmor  am  vordem  Sandling. 

Fig.  11—13.  pag.  396  (78).  Koralle.  Ebendaher. 

Fig.  14.  15.  pag.  396  (78).  Rhizocorallium.    Aus  fleischrothem  Marmor 
von  der  Teltschenalp. 


Digitized  by  Googl 


Digitized  by  Google 


Ii    r  '  •  .« 

...  ix- 1.  f..  .  .  -  lu'u.,'  .•..■•>'■.»«■  .  i 


•  •  >■ 

'1  1*1. 

1  '/jll 

'>:..:»,-.:  i  2' •  !.»•''•  -e  /. 

...       . ..' 

.'S 

1 

'.   V 

■     '»•    1.  i 1 •          '      1"  '  1  »• 

■ 

•i  < 

( 1 

r  p '  c 
► .  . 

i  1 

tll     -if;  '  ,     |   ■     '  '  <•> 
.  .        .  .  ■  .   i  i   i  l   .  *  •    .  .i 

1  1  ■     1           *  1 

* .  I             ■  ► 

iii  r.l 

.•Ii.».*    'j    i'i'^V      ■»  i  •»■ 

II'.*      1  '  1    1*         .  • 

<       -.  >.  t  J.'  t    Iii    Irl  i     ,  .'I 

.1. 

'tl.fü.-.r; Tu»  iit  »/. 

.«> 

■  ■» 

'■  >■ 

rt  1  t 

,|   .  .  ,.,\  n  i                    ••  »I 

.  •*  !  \'i  *  Ii  i 

:p 

-■ 

.'.! 

1 1'*  !  ,  •  .  i ;  :.    'v.  •««  »\  •  .'. 

> 

»     ■ 1  l 

- . ; ,.  .•  ;.-./  h  ... .  . 

i 

.)•».  |  l!,  .  .v  .'i    .t  ;> 

...  .       1  .1  _  .  "»  i       ■  . 

; 

f  ' 

■ 

( 

f.'I  I)  •.»/ 

'•i 

.  :    •  •  Ä?  r,  

♦ 

■  * 

.  ■ 

•    '.>   h.'.if  Kl 

.",  .  « 

\       ..      t*  • 

i  i 

:   -  ..»  M',  .t:i* 

V-i   .vü      .i.   !.:.;.  ■ 

,(  ) 

•          'i      (  •/..'».  ii )  1 

.ii  ■:  1 

'II  i: .  *■  'ru' ,  <•  Ii  . / 

Kl 

.1".  i. 

.  i  >  fti-ii  'frA    "i  .••  • 

i'  I»  ii  "i  i  iii  n  'i '» m  i!    i '  \ 

.t    'j:  !  .'-.uff)  f)  t' ■]  ii  I»'.  ;\  ; : 

**  1,  <  I... 

,u.:a  o  .o. 

: .  .  i  .'l 

/;>'. .  .  .f..-.' 

1  ."  ' 

»     • ...  »- 
i»  »  .  » .  i 

;   I   .  i 

,  r      i  • 

»          ili'    »1            •  *  % 

As  ».»»'.  .'«.*V  ■•■«1'  i 

•  r '»  ■  *m  •*,  .<i 

.     .    .;  T 

»V»!    '          •  \'i 

.il,... 

'»!»•  •  .  •!    n       '    •  1      l     >       ; >  . 

i't  * 

!'\r« . . . 

y.          '!')!•    JI  J    i  ii 

-;'iri|- i-ily 

in  / 

<•         .t.»i   1  fl* 

i    n  ,)    ......U.iilii.  ' 

. .    »1»'     '  . 

;  .-    "|  - 

,  .:  ut.'I 

•  1 

•    '  J      1  M  * '  li-i 

.  1  i:  r  '  1 

,:'A   ';  i  .  '     .ii  -;A 

,  «  •*  *»»  'ri.i 

l     \      .'.  ' 

ii  !/    •ji'M'  ll:" 

1  t  >    1         i  .1) 

-  •  "  fl.i. 

.y't  :.ö  ■ » '  i.    '*  ' .  •'  ■ 

,  T      ,  t     >  - 
.1   i    i       » - 

4  ■ 

...  .  ,.' 
•  »i  • 

l  .lii'iin  .      •!  . 

i 

.  '• 

« •  1  .;.->i 

» 

1  .'O..M               ^  Kl 

••  U"  .;  i;  t-  i  j  •„  •  i  , 

'  '•',-''ni 

.i.  •)           .  I, 

.   t                    "I                     '                       *  * 

l  ,r:  1 1 -i  '-«i  •"•    . •. 

.'. ;  .IM 

.  1  t  .1'   s£  '.  .It.il,  •  ' 

>  .'*•» 

.i.  -j  <  '-M  ,.  •/  < 

mTm;  ,.  .   »Jii  [•  «ii'/.  .;.  j 

,      »T.  /.' 

Ci  /.     .  i  > 

U.i     •  - 

»...».            .         1  • 

•4« 

'  <    * .  h 

.:>•/•    >l>i:. .  f.ii 

.'J  i    .i  • »:..     ."•  iil-  <".. 

—  . 

-v  Ii  ü^K'J 

.V-  •    .  .  ,•  <  '%\  V>t 

'»Ii    -  A; 

.  .  "  j  .V 

.;.  <  «i 

.          •  1  i, 

»II   ■       ^/ ...':„..  :   

-1  .'i' 

1  1     -t    .1  ■  iVl     r  .fii 

,'m.;i 

•  ; :  I  .  .  i    i  .\    f  f 

Tab.  XXI.  (1.) 
Norddeutsche  Cenoman- Schichten. 


Fig.  1,  2.  Terebratula  biplicata  Sow.  Aus  dem  Grünsande  des  Langen- 
berges  bei  Quedlinburg.  Zone  der  Trig.  sukataria  und  des  Catop. 
carinatus.  Zwei  verschiedene  Varietäten.  Sammlung  des  Herrn  Dr. 
J.  Ewald  in  Berlin.    Pag.  433  (33). 

Fig.  3.  Terebratula  biplicata  Sow.  Aus  dem  Grünsande  der  Water- 
lappe bei  Werl  (Westphalen).  Zone  der  Trig.  sulcataria  und  des  Catop. 
carinatus  ?  Varietät,  welche  der  Ter.  sukifera  Morr.  entspricht  Samm- 
lung der  königl.  Bergakademie  zu  Berlin.    Pag.  440  (40). 

Fig.  4.  Terebratula  biplicata  Sow.  var.P  Aus  dem  Grünsande  von 
Essen  (Westphalen).  Zone  des  Catop.  carinatus  und  der  Trig.  sulcat. 
Original  der  Ter.  curvirostris  A.  Roem.  Sammlung  des  Herrn  Borg- 
raths A.  Roemer  zu  Hildesheim  (Hannover).    Pag.  440  (40). 

Fig.  5.  Terebratula  biplicata  Sow.  var.P  Aus  dem  Grünsande  von 
Fröhmern  bei  Unna  in  Westphalen.  Zone  des  Catop.  carin.  und  der 
Trig.  sukataria.  Akademische  Sammlung  zu  Münster  (Westphalen). 
Pag.  440  (40). 

Fig.  6.  Terebratula  biplicata  Sow.  Aus  dem  Grünsande  von  Schelk 
bei  Unna.  Zone  des  Catop.  carin.  und  der  Trig.  sulcat.  Akademische 
Sammlung  zu  Münster.    Pag.  433  (33). 

Fig.  7.  Terebratula  Obesa  Sow.  Aua  der  oberen  Kreide  mit  Beiern, 
mucronatus  von  Rügen.  Nach  einem  Modell  der  T.  Sowerbyi  Hag., 
zur  Vergleichung  mit  der  vorigen  Art  abgebildet.  7  d  Ansicht  des 
Foramens  eines  Exemplars  aus  der  Sammlung  des  Herrn  Professor 
Dunker  zu  Marburg  in  natürlicher  Grösse.    Pag.  438  (38). 

Fig.  8.  Terebratula  Tornacensis  Arch.  Breite  flache  Varietät  aus 
dem  Grünsande  von  Essen.  Zone  des  Catop.  carin.  und  der  Trigon. 
sukataria.    Pag.  446  (46). 

Fig.  9.  Terebratula  depressa  Lam.  Aus  dem  Grünsande  von  Essen. 
Zone  des  Catop.  carin.   9  b  vergrößertes  Schalenfragment.  Pag.  448(48). 

Fig.  10.  Terebratula  Robertoiii  Arch.  Aus  dem  Grünsande  vom  Langen- 
berge bei  Quedlinburg  am  Harz.  Zone  des  Catop.  carin.  und  der  Trig. 
sulcat.  Sammlung  des  Herrn  Dr.  J.  Ewald  zu  Berlin.  Pag.  450  (50). 

Fig.  11.  Terebratula  Robertoni  Arch.  Aus  dem  Grünsande  von  Essen. 
Zone  des  Catop.  carin.    Pag.  450  (50). 

Fig.  12.  Terebratula  arcuata  A.  Roemer.  Aus  dem  Grünsande  von 
Essen.  Zone  des  Catop.  carin.  und  der  Trigon.  sulcat.  Original  zu 
A.  Roem.,  Kreid.  t.  7,  f.  18  aus  der  Sammlung  des  Herrn  Bergrath 
A.  Roemer  zu  Hildesheim.    Pag.  451  (51). 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


h  «r-Ufv  gufdttiHT.  10  Iii: 
.h<avW'£  ^rtO  |.;*U  fcß*mw 


Tab.  XXII.  (2.) 
Norddeutsche  Cenoman  -  Schichten. 


Fig.  1.  Terebratella  Menardl  Lamk.  sp.  Aus  dem  Grünsande  von 
Essen  (Westphalcn).  Zone  des  Cafop.  carin.  und  der  Trig.  sukat. 
Sammlung  der  königl.  Bergakademie  zu  Berlin.  Fein  gerippte  Varietät. 
Pag.  459  (59). 

Fig.  2.  Terebratella  Menardi  Lamk.  sp.  Aus  dem  Grunsande  von 
Essen.  Zone  des  Catop.  curin.  Grob  gerippte  Varietät  (Terebr.  cana- 
Ueulata  A.  Boom.).    Pag.  459  (59). 

Fig.  3.  Terebratella  (?)  Beaumonti  Arch.  sp.  Aus  dem  Grünsande 
von  Essen.    Zone  des  Catop.  carin.    Pag.  461  (61). 

Fig.  4.  Terebratella  (?)  Beaumonti  Arch.  sp.  Ebendaher.  Grösstes 
mir  beknnnt  gewordenes  Exemplar.  4  e.  Inneres  der  grosseren  Klappe. 
Pag.  461  (Gl). 

Fig.  5.  Terebratella  (?)  Beaumonti  Arch.  sp.  Restaurirte  Darstellung 
des  Armgerüstes;  restaurirt  ist  die  Stellung  (nicht  die  Form)  des  die 
rückkehrenden  Aeste  der  8chleife  verbindenden  Querbandes  (Brücke), 
sowie  die  Länge  der  ansteigenden  Aeste.    Pag.  402  (62). 

Fig.  6,  7.  Megerleia  (?)  hereynica  Schloenbach  sp.  nov.  Aus  dem 
Grünsande  des Langenberges  bei  Quedlinburg  a,  H.  Zone  des  Catop. 
caritiatus  und  der  Trig.  sulc.  Steinkerne.  7  (aus  der  Ewald 'sehen 
Sammlung)  zeigt  die  Muskeleindrücke.    Pag.  467  (19). 

Fig.  8.  Megerleia  lima  Defr.  sp.  Aus  dem  Grünsande  des  Langenberges 
bei  Quedlinburg.  Zone  des  Catop.  carinatus  und  der  Trig.  suk. 
Steinkern  eines  ungewöhnlich  grossen  Exemplars.  Sammlung  des  Herrn 
Dr.  Ewald  zu  Berlin.    Pag.  469  (69). 

Fig.  9.  Thecidium  vermiculare  Schloth.  sp.  Inneres  der  kleinen  (Dorsal») 
Klappe  eines  Exemplars  aus  dem  untern  Pläner  (Zone  der  Trigonia 
sidcataria)  von  Plauen  bei  Dresden,  in  zehnfacher  Grösse.  Samm- 
lung des  mineralogischen  Museums  zu  Dresden.    Pag.  482  (82). 

Fig.  10.  Thecidium  vermiculare  Schloth.  sp.  Inneres  der  grossen  Klappe 
eines  Exemplars  meiner  Sammlung  aus  dem  Grünsande  von  Essen. 
Zone  des  Catop.  carinatus  und  der  Trigon.  suk.  In  fünffacher  Grösse. 
Pag.  482  (82). 


Digitized  by  Google 


To*.  ff./& 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


Tab.  XXm.  (3.) 
Norddeutsche  Cenoman-ScliicliteiL 


Fig.  1.  Rhynchonella  dimidiata  Sow.  sp.  Grob  gerippte  Varietät  aua 
dem  unteren  Pläner,  (Zone  der  Trigonia  sulcataria)  von  Plauen  bei 
Dresden.    Pag.  487  (87). 

Fig.  2.  Rhynchonella  dimidiata  Sow.  sp.  Fein  gerippte  Varietät  (Ter. 
latissima  Sow.)  aus  dem  Grünsande  von  Essen.  Zone  des  Catopygus 
carinatus  und  der  Trigonia  sulcataria.  2  c  und  2d  Durchschnitt  der 
grossen  und  kleinen  Klappe.    Pag.  488  (98). 

Fig.  3.  Rhynchonella  cf.  dimidiata.  Steinkerne  aus  dem  Grünsande  von 
Quedlinburg.  Sammlung  des  Hrn.  Dr.  Ewald  zu  Berlin.  P.  492(92). 

Fig.  4.  Rhynchonella  cf.  lineolata.  Aus  dem  unteren  Pläner,  Zone 
des  Catopygus  caritmtus  und  der  Trigonia  sulcataria,  von  Plauen  bei 
Dresden.  Mineralogisches  Museum  zu  Dresden.  In  doppelter  Grösse. 
Pag.  493  (93). 

Fig.  5,  6.  Rhynchonella  Sigma  Schloenbach  sp.  nov.  Aus  dem  Grün- 
sande von  Quedlinburg.  Zone  der  Trig.  sulcataria  und  des  Catop. 
carinatus.  Steinkerne  aus  der  Sammlung  des  Herrn  Dr.  J.  Ewald  in 
Berlin.    Pag.  500  (100). 

Fig.  7.  Rhynchonella  Sigma  Sclüoenbach  sp.  nov.  Aus  dem  Grünsande 
von  Essen.    In  doppelter  Grösse.    Pag.  500  (100). 

Fig.  8.  Rhynchonella  Grasana  Orb.  Steinkerne  aus  dem  Grünsande 
von  Quedlinburg.  Zone  des  Catop.  carinatus  und  der  Trig.  sulcataria. 
8d  zeigt  die  Eindrücke  der  Muskel,  Ovarien  etc.  am  Steinkern  der  kleinen 
Klappe  vergrössert,  8  e  ebenso  die  der  grossen  Klappe.    Pag.  496  (96). 

Fig.  9.  Rhynchonella  Grasana  Orb.  Aus  dem  unteren  Pläner  von 
Plauen  bei  Dresden.  Zone  der  Trig.  sulcataria.  Schmale,  stark 
gewölbte  Varietät.    Mineral.  Museum  zu  Dresden.    Pag.  498  (98). 

Fig.  10.  Rhynchonella  Martini  Mant.  sp.  Aus  dem  unteren  Pläner 
mit  Amin,  tarians  etc.  Zone  des  ScaphiUs  aequalis  vom  Flöteberge 
bei  Salzgitter  (Hannover).    Pag.  499  (99). 

Fig.  1 1.  Rhynchonella  Mantellana  Sow.  sp.  Aus  dem  Grünsande  von 
Essen;  schmale  flache  Varietät.    Pag.  495  (Ü5). 

Fig.  12,  13.  Thecidiura  vermiculare  SchloTh.  sp.  Aus  dem  Grünsandc 
von  Essen.  Zone  des  Catop.  carinatus.  12.  zweiklappiges  Exemplar 
in  fünffacher  Linear -Vergrösserung.  13.  Inneres  der  kleinen  Klappe, 
nach  einem  Exemplar  des  k.  k.  Hof- Mineralien  - Cabinets  zu  Wien, 
ebenfalls  in  fünffacher  Grösse.    Pag.  482  (82). 

Fig.  14.  Thecidlum  digitatum  Sow.  Inneres  einer  kleinen  Klappe  aus 
dem  unteren  Pläner  von  Plauen  bei  Dresden.  Zone  der  Trigonia 
sulcataria  und  des  Catopygus  carinatus.  Achtfache  Vergrösserung. 
Mineralogisches  Museum  zu  Dresden.    Pag.  481  (81). 


Digitized  by  Google 


m  &./3J 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


I 


.    ••;  'ii'i"    ii!'  :  "ifo-i--  \,.•■^<•^ 


i"  ■ 


i 


•■I  «  «  \ 


•    II , 


Digitized  by  Google 


Tab.  XXIV.  (1.) 

Ausseralpiner  Dogger. 

(Zone  des  Ammonites  Sowerbyi.) 

Fig.  1.  Belemnites  Trautocholdl  Oppel.  Exemplar  in  naturlicher  Grösse 
von  Gingen,  im  Besitze  dos  k.  paläontologischen  Museums  in  München. 

1  a  Ansicht  von  vorn,  1  b  Ansicht  von  der  Seite,  1  c  Querdurchschnitt 
etwas  oberhalb  der  Alveolenspitze,  1  d,  1  e  Querdurchschnitte  durch  den 
Kegel.   Pag.  587  (81). 

Fig.  2.  Belemnites  brevlspinatus  Waagen.  Exemplar  in  natürlicher 
Grosse  von  Gingen  (Württemberg),  im  Besitze  des  k.  paläontologischen 
Museums  in  München ;  2  a  Ansicht  von  der  Seite,  2  b  Ansicht  von  vorn, 

2  c  Längsdurchschnitt  durch  den  oberen  Theil  des  Belemniten,  2  d  Quer- 
durchschnitt etwas  unterhalb  der  Alveole.    Pag.  588  (82). 

Fig.  3.  Ammonites  Brocchi  Sowerby.  Exemplar  in  natürlicher  Grösse 
von  Altenstadt  (Württemberg),  im  Besitze  des  k.  paläontologischen 
Museums  in  München ;  3  a  Ansicht  von  vorn,  3  b  Ansicht  von  der  Seite. 
Pag.  601  (95). 

Fig.  4.  Cbirodota  atava  Waagen.  Kalkrädchen,  sehr  stark  vergrössert, 
von  Gingen;  4  a  Ansicht  von  dor  Seite,  4  b  Ansicht  von  oben. 
Pag.  647  (141). 


Digitized  by  Google 


/;/// 


Digitized  by  Google 


.<   ■  1 


Ii:*.;'  -rt: 
'  ji-j^i, i»l  Ii  • ' 

im:  /   ',!  .<  .<•/.   f:  i 


I    .»    '..  >  <  '.»It  ■     /'  •  •  I       .  i  .1. 

.   )  »'.*<..">'!         -.»'•  t:.>  m*; 


i    n:i    .  ■ 

.(  i  ")  '»»'f. 


.1    ,  ■  j;,  !     •  •  .  ijtif 


Digitized  by  Google 


Tab.  XXV.  (2.) 
Ausseralpiner  Dogger. 

(Zone  dos  Ammonites  S owerbyi.) 

Fig.  1.  Ammonites  adicrus  Waagen.  Exemplar  in  naturlicher  Grösse 
von  Gingen,  im  Besitz  des  k.  paläontologischen  Museums  in  München; 
la  Ansicht  von  der  Seite,  lb  Ansicht  von  vorn.    Pag.  591  (85). 

Fig.  2.  Ammonites  patella  Waagen.  Exemplar  in  */■,  der  natürlichen 
Grösse  von  Gingen,  im  Besitz  des  k.  paläontologischen  Museums  in 
München.  (Die  Stacheln  auf  den  inneren  Windungen  sind  zu  deutlich 
und  stark  hervortretend  gezeichnet.)  1  a  Ansicht  von  vorn,  1  b  Ansicht 
von  der  Seite.   Pag.  597  (91). 

Fig.  3.  Ammonites  patella  Waagen.  Loben  eines  Exemplar  es  von 
Bayeux  in  natürlicher  Grösse,  im  Besitz  des  k.  paläontologischen 
Museums  in  München.    Pag.  597  (91). 


Digitized  by  Google 


•  •• 


Digitized  by  Google 


•1     V.L  l 


igmzea  Dy 


Google 


Tab.  XXVI.  (3.) 

Ausseralpiner  Dogger. 

(Zone  des  Ammonites  Sotoerbyi.) 

Fig.  1.  AmmOIlites  jugifer  Waagen.  Exemplar  in  natürlicher  GrösBe 
von  Gingen,  im  Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in  München; 
1  a  Ansicht  von  der  Seite ,  1  b  Ansicht  von  vorn  (der  Durchschnitt 
erscheint  etwas  zu  scharf  eckig).    Pag.  596  (90). 

Fig.  2.  Ammonites  Gingensis  Waagen.  Junges  Exemplar  in  natür- 
licher Grösse  von  Gingen,  im  Besitze  des  k.  pahiontologischen  Mu- 
seums in  München;  la  Ansicht  von  der  Seite,  lb  Ansicht  von  vorn. 
Pag.  595  (8'J). 

Fig.  3.  Ammonites  furticarinatus  Quenstedt.  Lobenzeichnung  eines 
ausgewachsenen  Individuums  von  Gingen,  im  Besitzo  des  k.  paläonto- 
logischen Museums  in  München.    Pag.  59G  (90). 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


j  w  r/v  .Li 


# 

i 


I' 





I  '    I  f 


■ 


7     .:r/       (Iii.  i\ 


'  ■",r 


.  i    |:5"     .!■*»■•  H  i  t       rf  i, 
...        .  !i 

»4         IJ  J  I  . 


/.  •:  -    i    t  'ii 
» 


> 


.  .  I 


'  i       t    ■  *■ 


/   I       !?/   '»i    .  u .  / 


Digitized  by  Google 


Tab.  XXVn.  (4.) 

Ausseralpiner  Dogger. 


(£one  des  Amnionitis  Sototrbyi-) 

Fig.  1.  Ammonites  fissilobatus  Waagon.  Exemplar  in  3/$  der  natür- 
lichen Grösse  von  Gingen,  im  Besitze  des  königl.  paläontologischen 
Museums  in  München;  la  Ansicht  von  der  Seite,  1  b  Ansicht  von  vorn. 
Pag.  599  (93). 

Fig.  2.  Ammonites  Sowerbyi  Miller  var.  Yerkiestes  Exemplar  in 
natürlicher  Grösse  von  Wentzen  (Braunschweig),  aus  «der  Sammlung 
des  Herrn  Forstmeisters  v.  Unger  in  Seesen;  2a  Ansicht  von  der 
Seite,  2  b  Ansicht  von  vorn.    Pag.  590  (84). 

Fig.  3.  Peltarion  densltesta  Waagen.  Exemplar  in  natürlicher  Grosse 
von  Gingen,  im  Besitze  des  königl.  paläontologischen  Museums  in 
München ; 

Fig.  4  dasselbe  vergrößert;  4a  Ansicht  von  rückwärts,  4b  Ansicht  von 
vorn,  4c  Ansicht  von  oben,  4d  Ansicht  von  unten,  4e  Ansicht  von 
der  Seite.    Pag.  608  (102). 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


■  ■ .  ü. -.' ' '..  j    .',  .!;:*>•.!     ■  ■  i  ■    •■.:<  .  ':     :    <  '  '  !   II-   '       "">',  ■  1   i  '-oü 

..  '     I    '  '        .  1  I 


•  •••  '■  v*  »:!«-".!pu  i;i  -Ii.;  -i.  'I  ,t.  ;,im;",7  .  » .  .•»,.;.••'•*  *  i 
.     i    (.!     ,  i     -.i.-*  •    ! .    iyy.    \  ■<:■■■ .,  |   ■       u  ■  -  <  -  <  I    ii  • i 

■■  .    '  ■    ■. ■  -       .'  ii'v:         ii  ':  :  i  -    •>•»;    :  '        ;n  i   .;  •  •:••<-:  -jii 

.{  ■>')  .-  .:  .     .:nw  i:-.,- 

"•'  i  ;i  ::  :ii       ;iü  -/.'i  i/  iyd^yi.Oö.  ..    .  ..:  .-.:•"< 

:  >:!     i;,--l":|;-».'  !•::[   .'vi'..'».!  ■-''!>                   fiM   .1 ';,s  .-'i:l-'i.Mi  //  >    i:  '»"..ii.»    !  ; 

:  i:'-n  -  -i.  L  cf  !, 

■    )     :    .  Vi"" /; /i-.:'.''  ii-  /  .11    .•:-..»;  n-     ifbi^t/    i;  1    :  iv;-  •>•<'.■.     ..■    \  .. 

.  ;% 


Digitized  by  Google 


Tab.  XXVIII.  (5.) 

Ausseralpiner  Dogger. 

(Zone  des  Ammonites  Saußci.) 

Fig.  1.  Ammonites  mesacanthus  Waagen.  Exemplar  in  3/4  der  natür- 
lichen Grösse  von  Gingen,  im  Besitze  des  königl.  paläontologischen 
Museums  in  München,  la  Ansicht  von  der  Seite,  lh  Ansicht  von  vorn. 
Pag.  Ö94  (88). 

(Zone  des  Ammonites  Sowerbyi.) 

Fig.  2.  Ammonites  dlscites  Waagen.  Exemplar  in  natürlicher  Grösse 
von  Dohnsen  (Braunschweig)  aua  der  ßammlung  des  Herrn  Forst- 
meisters v.  Unger  in  Seesen;  2a  Ansicht  von  der  Seite,  2h  Ansicht 
von  vorn.   Pag.  599  (93). 

Fig.  3.  Purpurina  Sowerbyi  Waagen.  Exemplar  in  natürlicher  Grösse 
von  Gingen  (Württemberg),  im  Besitze  des  königl.  paläontologischen 
Museums  in  München; 

Fig.  4  dieselbe  vergrössert;  4  a  Ansicht  von  vorn,  4b  von  rückwärts,  4c  von 
unten.   Pag.  611  (105). 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Googl 


•I, 


I 


Tab.  XXIX.  (C) 


Ansseralpiner  Dogger. 

(Zone  dos  Ammonites  Sotoerbyi.) 

Fig.  1.  Ammonites  polyacanthus  Waagen.  Exemplar  in  der  natür- 
lichen Grösse  von  Gingen,  im  Besitze  des  königl.  paläontologischen 
Museums  in  München;  la  Ansicht  von  der  Seite,  lb  Ansicht  von 
vorn.    Pag.  592  (8G). 

Fig.  2.  Cirithlum.  cf.  flexuosum  Münster,  etwas  vergrößertes  Exemplar 
von  Gingen,  im  Besitze  des  königl.  paläontologischen  Museums  in 
München.    Pag.  611  (105). 

Fig.  3.  Trigonia  trigona  Waagen.  Rechte  8chale  nicht  durch  den 
Spiegel  gezeichnet  in  natürlicher  Grösse  von  Gingen,  im  Besitze  des 
königl.  paläontologischen  Museums  in  München;  3a  Ansicht  von  der 
Seite,  3  b  Ansicht  von  oben.    Pag.  620  (114). 

Fig.  4.  Modiola  scalata  Waagen.  Exemplar  in  natürlicher  Grösse  von 
Gingen,  im  Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in  München; 
4  a  Ansicht  von  rückwärts,  4b  Ansicht  von  der  Seite.    Pag.  624  (Hb). 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


...«'» 


TA»' 


■  ■    .  •    -*t  V     ■  <  - 


Digitized  by  Google 


Tab.  XXX.  (7.) 

Ansseralpiner  Dogger. 


(Zone  des  Ammonites  Sowerbyi.) 

Fig.  1.  Homomya  gigantea  Waagen.  Exemplar  in  */7  der  natürlichen 
Grösse  von  Gingen;  im  Besitze  des  königlichen  paläontologischen 
Museums  in  München;  la  Ansicht  von  oben,  lb  Ansicht  von  der  Seite. 
Pag.  613  (107). 

Fig.  2.  Lima  incisa  Waagen.  Rechte  Valve  eines  Exemplars  von  Gingen 
in  natürlicher  Grösse,  im  Bositze  dos  königl.  paläontologischen  Museums 
in  München;  2  a  Ansicht  von  vorn,  2  b  Ansicht  von  der  Seite,  2c  Durch- 
schnitt durch  einen  Theil  der  Schale.    Pag.  626  (120). 

Fig.  3.  Lima  speildovalis  Waagen.  Linke  Valve  eines  Exemplars  von 
Gingen  in  natürlicher  Grösse,  im  Besitze  des  königl.  paläontologischen 
Museums  in  München.    Pag.  626  (120). 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Googl 


i <     f    m I «         .-     •  « 

.  -,  .     ii     ,f  •  .  •,<  |  •'-•>•-, 


i.  v,   »'  • 

•  ••  i./  r".     >•  •".».'»  i: :  -if  :l\  ,fi'j^»«'*7  £.  <  „  i-/ i?fu'i.'Ti  .i  ' 

■  •   »!''.   ; ;.!   1   ■»  1 '•  •"••!«     '  i;>.'       i:.-  .j  •  »' «!  ..;!."•;  '. 

••   .    ..'r.  •  i  ■  -•'  'ii-  '  ■  '  „f  •       '  :    f«  -'     'f*     '  ■  <■ 

•  4  ci  •  Ii   •:•  .  ■  •  ■  •  . 

►'Vi   '      !>.;'.'    .. .    ••        -  f  n'»'j    'i !  • 

•*  •  :  f  •■  '  ■'•  •         i"  •'■     •  r1'"  '  .  •  ..r;:  .  /  -I  .'J 

•.  •      -    ......    • « . ;    :■ *:  -i  .     :i  ■,' .       \  ;v  n   >.<  \ .  •»!'. 

.  ;-i.iJ  l    '  •  II    .11'   •    ..  .,  üjfdrfi  ......  • 

•  /■  :  .  j:  «•  i  ••♦•litt  iii       .  ;  .o  •  .  ■  ■•  .«il-»  • 

..        •    .;.  i-  ...  ,,«•'■  ::n '  Um  »I'.J  »-vii  •>         u,i      ■  .  in  ' 
.( .   !•        .    ]         iiltiiv»?  ■>.!  >»H  •«■*  -ti'  .   >.    •'       .  •'  U 

•■•  v»,i  1  ».  "1  t  'j.  •■«    •».:;?  'i»!i!Wi'  'I  -  :  :i;  nlnr!',    i  h,i  • 

"   ■<    •«■.•••  •    •  "i"'       i«     ''r\   .i   k  L  'v..:\^.<i   (tu        tv'-i  i 

,  .  ,  .•.!  r /.  •' "  ,{  •!  ,■.(  ■  i  ii-  •        •<••{.  f.  /  y.  U'"".  :■■  I'm;..' 

(  in     ■>  . 

Vi    'UMTh'r.         ; \,  -..V/  ÄL'...C;!.»"£*l,,!i  .Zui*?-   1  i  i+*  .»  .\S  ^ 

ji-  :.  .'Ji  fioii,.  -  '  .  i  i  ii'»-  .>  .  «»?■...  :  "  .inlUi.'  vi 
.'.'i'lihi'  •,.!.'!  -i  i<  n  ii"  I    ' ,  :  .  •      >  •  .t:  :'t  ir»t 


.«     ...  V 

i.K  i " 

i 

•  «**.!i  '.V>    i'.      o^'-j :  •  |i.>-  •  • 

•  i  ' 

.-I2T  'ij 

' i  •       w  -    '.'i-.ini '  .■•  T  :  f  itj'i 

- 1' 

.•».j'lillii 

i.i.  ni 

1             *  • 
*     '           •    '  '  *  «  , 

• 

.  ... 

:  .  ly  Jc.J      .  v             *j -Iv  . 

.  t 

1 

V 

:  *.ti  . 

i.i  i. 

«      1  .1 

"iti  -i!!  u.i  ,  ti       i  U  in.  /  ii. 

.J 

>/  ifi*/. 

i« 

•  ..  • 

/.'..(.I       .  >.  .'-.i.;'  ...  ..i;  iK  ■. 

•  i 

l)  rK.- 

• 

"r»l  f. 

it  .!/!     1  !;<'         •«  .'»ii .  u?-  [♦? 

.  ■ 

Mf  ni 

•               *  • 

:  V/ 

».IM." 

:/  . 

:  .•  i;.i»i  i. 

! .« ''  .*k»  i^ii  ,ii    '!  ii  i '  i 

•>:•> 

.     I  / 

i>.  '  .i 

f.      •■.  .*.ti'> 

.  ,! 

■üt    l!.       llh».!'/.    Uff.  '. 

.Ii,  1* 

-i 

1*  'i'.'J  ^ 

1  .i.'.'             \kI  ;> 

* 

■•Ml  V 

;    !.  (>i  j>(' 

H    '      . ' ' 

;  .'• .  ^  i.o  txi:  '.  ■  ■  * 

..  1 

•r 

1  • 

'  •  ■  ; 

■        In »„(...: 

i.:  !  x.  * 

.{  i"}U  •»..*•*■  <i  im:  "tiiTcitJ 

.'  .j  I  >  •  1       .»,!.•' |       ».'MI'  i 

'  i 

'iv  i'iil 

'.  :>r 

.  .  •  ..H  •  i  • 

iui-t:  . 

.            "    •  >  -.  ..«.i'iJ 

.'  1 

-i  tVt  • 

r<>  j>"ul  u.i  ,  .."*•  .i  i    ■  i  • ' 

.MM  .  «tf    ,v  .      .  ' 

H  ( 

Digitized  by  Google 


Tab.  XXXI.  (8.) 

Ausseralpiner  Dogger. 


(Zono  des  Ammonites  Sowerbyi.) 

Fig.  1.  Hlnnltes  Gingensis  Waagen.  Exemplar  der  rechten  Valve  in  */3 
der  natürlichen  Grösse,  am  Wirbel  etwas  verdrückt  und  das  sehr  grosse 
Byssusohr  zum  Theil  weggebrochen,  von  Gingen,  im  Besitze  des 
königl.  paläontologischen  Museums  in  München;  lb  Theil  der  Schalen- 
Oberfläche  vergrössert    Pag.  633  (127). 

Fig.  2.  Hinnites  Gingensis  Waagen.  Exemplar  der  linken  Valve  in 
natürlicher  Grösse  von  Gingen,  im  Besitze  des  k.  paläontologischen 
Museums  in  München;  2b  Theil  der  Schalenoberfläche  vergrössert. 
Pag.  633  (127). 

Fig.  3.  Pecten  aratus  Waagen.  Exemplar  der  rechten  Valve  in  natür- 
licher Grösse,  Byssusohr  nach  einem  andern  Exemplar  ergänzt,  von 
Gingen,  im  Besitze  des  kgl.  paläontologischen  Museums  in  München; 
3  b  Theil  der  Schalenoberfläche  vergrössert.    Pag.  630  (124). 

Fig.  4.  Pecten  laeviradiatus  Waagen.  Exemplar  der  linken  Valve 
in  natürlicher  Grösse  von  Gingen,  im  Besitze  des  k.  paläontologischen 
MuseumB  in  München;  4b  Durchschnitt  durch  einen  Theil  der  Schale. 
Pag.  633  (127). 

Fig.  5.  Luclna  paradoxa  Waagen.  Exemplar  in  natürlicher  Grösse  von 
Gingen,  im  Besitze  des  königlichen  paläontologischen  Museums  in 
München;  5  a  Ansicht  von  der  Seite  (linke  Valve),  5b  Ansicht  von 
vorn.    Pag.  621  (115). 

Fig.  6.  Cypricardia  Franconica  Waagen.  Exemplar  der  rechten  Valve 
in  natürlicher  Grösse  von  aussen  und  innen,  von  Pommer  (Franken), 
im  Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in  München.  Pag.  619(113). 

Fig.  7.  Terebratula  dorsoplana  Waagen.  Exemplar  in  natürlicher 
Grösse  von  Gingen,  im  Besitze  des  kgl.  paläontologischen  Museums  in 
München;  7a  Ansicht  von  der  Rücken-,  7  b  Ansicht  von  der  Bauch- 
seite, 7  c  Seitenansicht,  7d  Stirnansicht    Pag.  636  (130). 

Fig.  8,  9.  Macandre wia  disculus  Waagen.  Exemplare  in  natürlicher 
Grösse  von  Gingen,  im  Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in 
München;  8  ausgewachsenes  Individuum,  9  Jugendform;  a  Ansicht  von 
der  Rückenseite,  b  Stirnansicht,  c  Seitenansicht    Pag.  636  (132). 

Fig.  10.  Rhynchonella  distracta  Waagen.  Exemplar  in  natürlicher 
Grösse  von  Gingen,  im  Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in 
München;  10a  Ansicht  von  der  Rückenseite,  10b  Ansicht  von  der 
Bauchseite,  10c  Stirnansicht,  lOd  Seitenansicht    Pag.  639  (133). 

Fig.  11.  Cidaris  OVispina  Quenstedt.  Stacheln  in  natürlicher  Grösse, 
von  Gingen,  im  Besitze  des  königlichen  paläontologischen  Museums  in 
München.    Pag.  648  (142). 

Fig.  12.  Cidaris  Gingensis  Waagen.  Dreierlei  Stacheln  in  natürlicher 
Grösse  von  Gingen,  im  Besitze  des  königl.  paläontologischen  Museums 
in  München.    Pag.  649  (143). 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


:i:>/M  ^ffMopftt!  i  I    *•«■  I  <  ,' 


*  j 


P      ►  .41     V.\.,l     ■      »',  .' 

.iL  M  s 


'  ):fr» j;!fi*r    i    '    ".ib   öJrtHipH  :f:!    ,  n^jj-jrrf)  OB'/  ^h-ItiI  i'>»I-.icNii* 
M.l,  i";   .  f::.n:!(i/il>nl  t3fl^j[-»i»v/ifli«Un'"l   ; ftrlffoflßtf  fli  >iüi<f0fcjll<f 
...i/p    .11  r*'ipj/  ijBKy?  i'l'iir'.n/. '  >  victtoM»Oi»jLi b S  'rf  rwf'ji»injtn  Mioo5^» '* 

I  ■ " AffU{iru[t9i  OiTgififatälT)  «IJaiiortoff^dH  >«i  .jjri 

[••■.••.•;     ..  .'j  jfji  fii'p^;i"n  (for  •i'sfah  v>rf  »il  H~flt!H  ji{ 

.1  !■';]) 'fal-J  .yi'l   «faUfB  ish  hu/  1*b^.p«Ä 

>.i  .  i  ■■■»Iii  i\  H'Anill  iO't   »  •i'yWdi  ^  if')^  n  •  -T*  *iiiv  ik^o-ii) 

J:!  i>:ü.:..  • :  !rt  ,:  ".    : ir  'if^tiüü  ni  -iii^f).  i' TOri'MjijJtllMrNu'IjSq 

f-U)  Ii.'»  ..ii;  T    ^'«i^IßsiuB   *  »  .US.l.JliL  1HOY  ti*M* 

"l  .«••        t;iv/"1     of^fRVr  isiodxs  Äioqolui^u*!  .>#'>^inl 

!j  ■*> X  - •  . \ r.  •      .i-i;v..V;v , ,  li^ifi/kT/mn^  iJ >,  '•Vfcfau'li) 

•  J  :ft9lf:>i;ftll  •  '  r.  OM/fo  rrfijiry/>.i-oIniuuii!j.v[    .1  -  »Ii  ^'x^Ai 

.fßpJJ)  .  ;  i  .»;•  i    .'tp'ji('.t}-]<|'ioy  fl!..'liipiiju.j>'  <h)[  />*-üiO 

i  [    ;f!!'ti'"i»i      tri  «-Di;, :>>.r.l£.  r!'»iJ-t..i^<pJ».|i;!;f;Inf|  '>ui»:k!  ni1?  - 

!*i      ■•!•»:    !>'       •  i-iij*»-mK  rt'nJ'i*-?!;.  J-  : ii.p*  fisp|   A  tr - j j «  •tst?<*»ff  r:ii 
.(•'!J:  >ii  i  .ll'Mf'pIlSTiV  fl*i -f'i'  ''-!   .'":ti«in)  <M»-'»Ji 


IUI "  i 


Ii  .  1 


Digitized  by  Google 


Tab.  XXXII.  (9.) 

Ausseralpiner  Dogger. 


(Zone  des  Amtnonites  Sotcerbyi.) 

Fig.  1—2.  Terebratula  globulus  Waagen.  Exemplare  in  natürlicher 
Grösse  von  Gingen,  im  Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in 
München;  1  Steinkern,  2  beschaltes  Exemplar;  a  Ansicht  von  der 
Rückenseite,  b  Stirnansicht,  c  Seitenansicht.    Pag.  636  (130). 

Fig.  3.  Rhynchonella  Glngensis  Waagen.  Exemplar  in  natürlicher 
Grösse  von  Gingen;  im  Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in 
München;  3a  Ansicht  vom  Rücken,  3b  Stirnansicht,  3c  Seitenansicht. 
Pag.  638  (132). 

Fig.  4—5.  Rhynchonella  parvula  Deslongchamps.  Exemplare  in  na- 
türlicher Grösse  von  Gingen,  im  Besitze  des  kgl.  paläontologischcn 
Museums  in  München;  4  ausgewachsenes  Individuum,  5  Jugendfonn; 
a  Seitenansicht,  b  Stirnansicht,  c  Ansicht  vom  Rücken.    Pag.  639  (133). 

Fig.  6.  Rhynchonella  ( Hemithyrts)  tenuispina  Waagen.  Exemplar 
in  natürlicher  Grösse  von  Gingen,  im  Besitze  des  k.  paläontologischen 
Museums  in  München;  6a  Stirnansicht,  6b  Ansicht  vom  Rücken,  6c 
Ansicht  von  der  Seite.    Pag.  640  (134). 

Fig.  7.  Rhynchonella  oligoptycha  Waagen.  Exemplar  in  natürlicher 
Grösse  aus  den  Schambelen  bei  Baden  (Canton  Aargau),  im  Besitze 
dos  k.  paläontologischen  Museums  in  München;  7a  Stirnansicht,  7b  An- 
sicht vom  Rücken,  7c  Seitenansicht    Pag.  640  (134). 

Fig.  8.  Pustulopora  arborea  Waagen.  Exemplar  von  Gingen,  im 
Besitze  des  k.  paläontologischon  Museums  in  München;  8a  natürliche 
Grösse,  8  b  Stammtheil  vergrössert.    Pag.  640  (134). 

Fig.  9.  Stomatopora  recurva  Waagen.  Exemplar  von  Gingen,  im 
Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in  München;  9a  natürliche 
Grösse,  9b  vergrössert.    Pag.  647  (141). 

Fig.  10.  Pustulopora  Quenstedti  Waagen.  Exemplar  von  Gingen,  im 
Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in  München;  10a  natürliche 
Grösse,  10  b  Stammtheil  vergrössert.    Pag.  641  (135). 

Fig.  11.  PTheonoa  parvecristata  Waagen.  Exemplar  von  Gingen, 
im  Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in  München;  IIa  natür- 
liche Grösse,  IIb  Theil  vergrössert.    Pag.  643  (137). 

Fig.  12.  Berenicea  margopuneta  Waagen.  Exemplar  von  Gingen, 
im  Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in  München:  12a  natür- 
liche Grösse,  12  b  Theil  vergrössert.    Pag.  646  (140). 


Digitized  by  Google 


1 


oi   .111///.  .ClI 


.'.     '  »  •  >  |  !$  ■       t'UQ  Kl  i  1*.  r  »i  b    tfV*  S 

•./  •»  il    .  :      »  i'J/.      mri:-.'*"  ■'  Hin        ;     i»i       ..'  <«.f  .»v;— .": 

•"'  .  .  j-^irif)  nw    •ir.Iijnf'j.'M    .i. üj,     7  £U'i389lOCfaft  JVToqoivjQf  .: 

it  üiiiiii  t»m  it.  .!     !'       *•••!.:  ».ul/.  jt- ..  -j;-.  !      '.!>••;  I 

'  -"".-.Vit  '••fuiui:|f<  -  i!i  nj'ti'.JI  i-i'i) -lob  !:  m'T  ■!::    i  ..  1 I  i  H  slr  i.. 

.  ••  .«■•".  •  ''!  (  .»/  -.Ii'  '  /*i    itv^Kßn'ff  BOöqeiOl^  ftatüts^dos^t 
'  ' -ih:  ■•  .         :n*  i!  »ni  M  »ri    hu  >-u\f  uyilr)*»?  ''.-V.  •  1  if   >•  \ 
1  J  fi-.'t  T.i'  .  .-'l    .Jiti   ßtjtf  '•     •   r  '• 

-  •"  :  .:  .  ii  j  i;   i  i  >  tot  ifttijifsa.- .  J    .      .Ji  •  Ä33TS*J  f       ..     .  .' 

..        ;i  :t    :|    Itt'jtt'id'.       l.i   M  Il'illv'.  *••>'..•    i  ■:    .:'        ■  • 

.".ii  ÜtSJ  .rü'!    .:      '  • '  .  . 

'iriottifilAir  ji 0.  :  iiMil  j.MiI/.  ni  »miidtji.il  itni;^  <\ninvi\\r>]   A  ►  '>!>  ?i*}>.vJl  nii 

.< 7 n 1 1        .an' L    .j --JvtjrieT  liorfT  dC 


raj  .iie^nii*  .«<>/  mJqnvi/H    .n<>j|M:W  i^tidmorti  sBSHßAooEl  .A  j|ir,I 
'".if  atwiti      j  .'•  ; ir-wbniiK  ni  KiiyiOrtijI^  .«oii  -i^<jl«)ino«UBn  .jl  -•>!>  e&li&off 
,tT*n»j..'i  . ■•. /    .'  i'U   yil  .j'.JtioiH )  iofi    JisdT  ti  <>    ,oe«oiO  luujihOtsi:  ni 

Uli  .  :yyiii«)  Höf  sftfatoojH    .n-i^"i 77"  O^lAfnÜUüB  Bioqodtlp  ."  .^i 

••ihihüiiift  i  l   jn  'ii^nfiH  ni  nw-w,  y  noilrwii^ÄDttm'iiljiq  .J  »soii  1 1  •  )lf 

iui  .  i '• 1  in»/  tn!fjm'>-'M  .n')^rtc7l  ijBomßidae  BioqoJaßiü  .9  .^•'1 
•■il-iihjjtiui         ;  n ''iMnflifc  Iii  einnofciill  fitiff*>»i^«>'«Oit«nlf j  «|   X  *uu  'di«ofT 

.IÜ;  P  -  J<'  .^«M    .b'^r>i7poy  Iii>d:muuitr1  d»  f^H^^L. 

»•«PS^.OTitl'ifn»  'f    .n«»jjnnV/  BDic'JiIoo£i1ni  BiomoHS  ni— 0  .^il 
ri    ini<;     !•      m!"  ,;-!•!  M»ti..  !   j    '-in.'.;:      i<    ...t'u-'.H  nii  ,ni;; 
i  -'iJ;  !.;  »  in'i    .  tuiv/iioöt  u*'V  id'iifinA  <J  . n jo /  m>y  Jibitiit/.  jt 

novi.  \\\  ui  -t  u  lfimo.;!  .jöfcni  .qf.  ficouaoiuqiiO  .II  .^i'i 

••'»•^YMmIIuiiiiii  ai  «I^fl  :  •l'Ml'iirtiFr  ni  tunutMiiM  .»joImiiu,  !j  ;   ,[  ^ 

.   J'l      Ii  .«iii«)-.  nlt  iMM/fmk  d  1 1  .(i«jnVm.«nii'iiaiiA  »» II  »  • 

I  )h\Y%\  .iTjf>öi^9Tf  •»lio«miJld.  W)  lioilT  1/1  ^^hhoi^t-/  oti'»jj- 


uigitizGu  uy 


Google 


Tab.  XXXIII.  (10.) 
Ausseralpüier  Dogger 


(Zone  des  Ammonites  Soxcerbyi.) 

Fig.  1.  ?Neuropora  foliaceA  Waagen.  Exemplar  von  Gingen,  im 
Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in  München;  la,b,  c  Ansicht 
des  Stockes  von  verschiedenen  Seiten ,  1  d  Theil  der  Oberfläche  ver- 
größert.   Pag.  642  (136). 

Fig.  2.  Ceriopora  arborescens  Waagen.  Exemplar  von  Gingen,  im 
Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in  München;  2a  Bäumchen 
in  natürlicher  Grösse,  2  b  Theil  der  Oberfläche  des  Stammes  vergrössert. 
Pag.  644  (138). 

Fig.  3.  Proboscina  prorepens  Waagen.  Exemplar  von  Gingen,  im 
Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in  München;  3  a  natürliche 
Grösse,  3  b  vergrössert.    Pag.  647  (141). 

Fig.  4.  Berenicea  cf.  striata  Reuse.  Exemplar  von  Gingen,  im  Be- 
sitze des  k.  paläontologischen  Museums  in  München;  4a  natürliche 
Grösse,  4b  vergrössert    Pag.  646  (140). 

Fig.  5.  Defrancla  infraoollthica  Waagen.  Exemplar  von  Gingen, 
im  Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in  München ;  öa  natürliche 
Grösse,  5  b  Theil  vergrössert.    Pag.  643  (137). 

Fig.  6.  Escharites  rhombifer  Waagen.  Exemplar  von  Gingen,  im 
Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in  München;  6a  Stämmchen 
in  natürlicher  Grösse,  6  b  Theil  der  Oberfläche  stark  vergrössert. 
Pag.  642  (136). 

Fig.  7.  Cricopora  acutimargo  Waagen.  Exemplar  von  Gingen,  im 
Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in  München;  7a  natürliche 
Grösse,  7  b  Staramtheil  vergrössert.    Pag.  641  (135). 

Fig.  8.  Diastopora  subramosa  Waagen.  Exemplar  von  Gingen,  im 
Besitze  des  k.  paläontologischen  Museums  in  München;  8a  natürliche 
Grösse,  8b  Stamratheil  vergrössert.    Pag.  645  (139). 

Fig.  9—10.  PHornera  infraoollthica  Waagen.  Exemplare  von  Gin- 
gen, im  Besitze  des  königl.  paläontologischen  Museums  in  München; 
a  Ansicht  von  vorn,  b  Ansicht  von  rückwärts.    Pag.  642  (136). 

Fig.  11.  Cupulochonia  sp.  Indet.  Exemplar  von  Gingen,  im  Besitze 
des  k.  paläontolog.  Museums  in  München;  lla,l>  in  natürlicher  Grösse, 
IIa  Ansicht  von  oben,  IIb  Ansicht  von  der  Seite,  1 1  c  Theil  der  Unter- 
seite vergrössert,  11  d  Theil  der  Oberseite  vergrössert.    Pag.  603  (157>. 


Digitized  by  Google 


Tai  Jtf 

's*/  ,it  ,f,  fr 


i  Google 


Digitized  by  Google 


Tab,  XXXIV.  (11.) 


Ausseralpiner  Dogger. 


(Zone  des  Ämmonites  Sowerbyi.) 

Fig.  1.  Bairdla  Oingensis  Waagen.  Exemplar  von  Gingen  (Württem- 
berg), stark  vergrößert.    Pag.  585  (79). 

Fig.  2.  CythereiS  Suevica  Waagen.  Exemplar  von  Gingen,  stark 
vergrößert.    Pag.  586  (80). 

Fig.  3.  Haplophragmium  coprolithiforme  Schwager.  Exemplar  von 
Gingen.    Pag.  654  (148). 

Fig.  4.  Cornuspira  oollthica  Schwager.  Exemplar  aus  den  Schanr- 
belen  bei  Baden  (Canton  Aargau).    Pag.  655  (149). 

Fig.  5.  Lagena  bullaeformis  Schwager.  Exemplar  von  Gingen  (Würt- 
temberg).    Pag.  655  (149). 

Fig.  6.  Nodosaria  Waagen!  Schwager.  Exemplar  von  Gingen. 
Pag.  655  (149). 

Fig.  7.  Nodosaria  detruncata  Schwager.  Exemplar  aus  den  Scham- 
belen  bei  Baden  (Canton  Aargau).    P*g.  656  (150). 

Fig.  8.  Nodosaria  Sowerbyi  Schwager.  Exemplar  aus  den  Schani- 
belen  bei  Baden  (Canton  Aargau).    Pag.  656  (150). 

Fig.  9.  Cristellaria  lepida  Schwager.  Exemplar  von  Gingen  (Würt- 
temberg), Ansicht  von  vorn  und  von  der  Seite.    Pag.  657  (151). 

Fig.  10.  Cristellaria  oolithica  Schwager.  Exemplar  von  Gingen, 
Ansicht  von  vorn  und  von  der  Seite.    Pag.  657  (151). 

Fig.  11.  Flabellina  semicristellaria  Schwager.  Exemplar  von  Gingen 
(Württemberg),  Ansicht  von  vorn  und  von  der  Seite.   Pag.  656  (150). 

Fig.  12.  Cristellaria  Zitteli  Schwager.  Exemplar  von  Gingen,  Ansicht 
von  vorn  und  von  der  Seite.    Pag.  657  (151). 

Fig.  13.  Cristellaria  limata  Schwager.  Exemplar  von  Gingen,  Ansicht 
von  vorn  und  von  der  Seite.    Pag.  658  (152). 

Fig.  14.  Cristellaria  reticulata Schwager.  Exemplar  aus  den  Scham- 
belen,  Ansicht  von  vorn  und  von  der  Seite.    Pag.  660  (154). 

Fig.  15.  Cristellaria  inconstans  Schwager.  Exemplar  von  Gingen, 
Ansicht  von  vorn  und  von  der  Seite.    Pag.  658  (152). 

Fig.  16.  Cristellaria  Schloenbachi  Schwager.  Exemplar  von  Gingen, 
Ansicht  von  vorn  und  von  der  Seite.    Pag.  659  ( 1 5b). 

Fig.  17.  Cristellaria  follacea  Schwager.  Exemplar  von  Gingen,  Ansicht 
von.  vorn  und  von  der  Seite.    Pag.  659  (153). 

Fig.  18.  Cristellaria  Sowerbyi  Schwager.  Exemplar  von  Gingen, 
Ansicht  von  vorn  und  yon  der  Seite.    Pag.  660  (154). 

Fig.  19.  Cristellaria  vulgaris  Schwager.  Exemplar  von  Gingen, 
Ansicht  von  vorn  und  von  der  Seite.   Pag.  661  (155). 

Fig.  20.  Rotalia  semiornata  Schwager.  Exemplar  von  Gingen,  An- 
sicht von  vorn,  von  der  Spiral-  und  Nabelseite.    Pag.  661  (155). 


uigm 


by  Google 


.  .  .•  »er  i-      .  • 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google 


Digitized  by  Google